Betrug mit gefälschten Handwerker-Rechnungen

In einer neuen Betrugsmasche fischen Betrüger echte Handwerker-Rechnungen aus Briefkästen und ändern Kontonummern.

„Ich musste selbst dreimal hinschauen, um die Manipulation an unserer Rechnung zu erkennen“, sagte der Inhaber eines familiengeführten Baubetriebs in Düsseldorf gegenüber dem Handwerksblatt. Er ist einer Masche zum Opfer gefallen, die seit einiger Zeit im Umlauf ist. Die Abzocker fangen Original-Rechnungen von Handwerkern im Briefkasten ab, fertigen eine haargenaue Kopie mit abgeänderten Kontodaten an und kassieren so die Überweisung für die handwerklichen Leistungen. So lief es auch im Fall des Düsseldorfer Betriebes, als er eine offene Rechnung anmahnte: „Der Kunde sagte, dass er gezahlt habe und über 8.000 Euro längst auf unserem Konto eingegangen sein müssten. Also habe ich mir von ihm die besagte Rechnung zuschicken lassen. Und siehe da: Die sah exakt so aus wie unsere, nur rechts unten war die Kontonummer gegen eine andere ausgetauscht! Wahrscheinlich haben die Betrüger das Original eingescannt und dann die falschen Kontodaten eingefügt“, mutmaßt der Firmenchef.

Das Geld kommt so gut wie nie wieder zurück

„Besonders niederträchtig an der Masche ist, dass der Betrug erst Wochen später auffällt“, sagt Martin Klisch, Abteilungsleiter Recht bei der Handwerkskammer Trier, im Interview mit dem Handwerksblatt. Als jemand, der schon vielen Mitgliedsbetrieben durch diesen Betrug geholfen hat, weiß er: Ist das Geld erstmal auf einem fremden Konto gelandet, so kann der Überweisende dies fast nie wieder zurückholen. Laut Verbraucherberatung Rheinland hat die Bank dann keinen Zugriff mehr auf den Betrag. Ein Rücküberweisungsantrag verspricht wenig Erfolg, denn meistens haben die Betrüger ihr Konto bereits leergeräumt. Und Banken sind auch meist machtlos: „Banken haben keine Verpflichtung mehr, Kontoinhaber und Überweisungsempfänger abzugleichen“, betont Klisch.

Meist geht es um sehr hohe Geldsummen. So wurde ein Tischler aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich um 30.000 Euro betrogen, ein Maler aus dem Kreis Trier-Saarburg um 4.500 Euro. In Luxemburg ist sogar der staatliche Wohnungsbaufonds auf diese Abzocke hereingefallen, 800.000 Euro flossen auf ein falsches Konto in Polen, berichtet Klisch.

Tipps für Betriebe und Kunden

Da unklar ist, wann und wie die Täter an die Briefe herankommen, können Betriebe und Kunden mit folgenden Tipps das Risiko, selbst Opfer der Betrugsmasche zu werden, ein wenig eindämmen. So sollten Kontodaten bereits im Vertrag aufgenommen werden. Neutrale Briefumschläge des Betriebs können den Inhalt des Briefs verschleiern, gleichzeitig sollten Betriebe die Rechnungen auch als E-Mail verschicken. Auch können die Rechnungen beim Kunden telefonisch angekündigt werden. Kunden sollten die Kontodaten in jedem Fall abgleichen und den Betrieb auffordern, die Rechnungen auch per E-Mail zu versenden und anzukündigen. Der Briefumschlag sollte immer auf Beschädigungen überprüft werden, bei Auffälligkeiten sollten Kunden immer den Rechnungssteller kontaktieren.

Corona-Disziplin am Bau schwindet

Arbeitnehmer und –geber am Bau geraten wegen der Einhaltung der Hygienemaßnahmen aneinander. Der Weg zum Bau ist wieder zentraler Konfliktpunkt.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fasst die Nachlässigkeit am Bau zusammen: „Kein Händewaschen, kein Abstand, keine Atemschutzmaske. Viele Bauunternehmen ignorieren die Corona-Gefahr, indem sie zum alten Trott zurückkehren“, teilte der Vorsitzende Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur mit. So würde der Weg zur Baustelle wieder als Sammeltransport im Bulli durchgeführt und die Pausen im engen Bauwagen verbracht. Ein Arbeitgeber habe seinen Beschäftigten sogar untersagt, Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der in erster Linie mittelständische Unternehmen vertritt, widerspricht. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Hygienevorschriften sei anhaltend hoch. Zentraler Streitpunkt, auch in dieser Frage, ist wieder einmal der Weg zur Baustelle. „Zu den Baustellen darf mit dem privaten Pkw angefahren werden und diese Kosten werden erstattet“, so die Arbeitgeberseite. Dieser Konfliktpunkt war auch entscheidend dafür, dass die Tarifverhandlungen am Bau nach drei Runden ergebnislos abgebrochen wurden.

Immer mehr junge Frauen am Bau

„Die Zahl der Auszubildenden am Bau ist weiter im Aufwärtstrend. Das ist eine gute Nachricht in diesen schwierigen Zeiten“, sagt Felix Pakleppa.

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe erklärt, dass die Zahl der Auszubildenden über alle Lehrjahre hinweg um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei, die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge liege mit 13.053 auf Vorjahresniveau. In den neuen Bundesländern stieg die Zahl der Auszubildenden um 9,2 Prozent auf 5.060, in den alten hingegen nur um zwei Prozent auf 31.254. Allerdings sind immer noch viele Lehrstellen unbesetzt, weshalb Pakleppa junge Menschen ermutigt, sich weiter zu bewerben. Er betont, dass die Bauwirtschaft beste Perspektiven und abwechslungsreiche wie sinnvolle Tätigkeiten biete. Zudem würden die Auszubildenden von einer hohen Ausbildungsvergütung profitieren, die Gesellen und Meister von guter Bezahlung und später von einer attraktiven tariflichen Zusatzrente. „Interessant ist auch, dass die Bauwirtschaft für junge Frauen zunehmend attraktiver wird: Der Anteil von Frauen, die sich für eine Ausbildung am Bau entschieden haben, liegt um ein Prozent höher als noch vor einem Jahr.“ Im ersten Lehrjahr ist der Frauenanteil um 2,5 Prozent gestiegen. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe ist weitestgehend stabil geblieben. Während sie in den alten Bundesländern leicht zurückgegangen ist, stieg sie in den neuen Bundesländern um 3,3 Prozent an.

Ein Podcast für das Handwerk

In dem Podcast „WirliebenHandwerk.digital“ interviewen Sebastian Bourne und Martin Urbanek Vordenker und begeistern Handwerker für Digitalisierung.

Angefangen hat das Ganze mit einer hitzigen Diskussion: „Bei meiner Suche nach Software bin ich auf openHandwerk gestoßen. Da mir aber einige Funktionen fehlten, habe ich mich beim Geschäftsführer Martin Urbanek beschwert, dass die Prozesse nicht zu Ende gedacht sind“, berichtet Sebastian Bourne, Prozessmanager bei LIOTA Bau & Verwaltungs GmbH aus Oberhausen. Daraus hat sich ein Austausch über Programme und Prozesse und schließlich eine Freundschaft entwickelt, von der jetzt die gesamte Handwerkerschaft profitieren kann. Bourne und Urbanek haben den Podcast „WirliebenHandwerk.digital“ ins Leben gerufen, mit dem die Digitalisierung im Handwerk vorangetrieben werden soll.

Die erste Folge war ein voller Erfolg

Die erste Folge wurde am 19. Juni veröffentlicht. Zu Gast war Christoph Krause, der sich als Servicerebell, Digitalstratege und Projektleiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk in Koblenz einen Namen gemacht hat. Von nun an soll jeden Freitag ein weiterer Vordenker zu Wort kommen. „Sebastian und ich haben uns ein riesiges Netzwerk aufgebaut. Dazu zählen Handwerkskammern, Innungen, Fachverbände, aber auch Handel, Industrie, Start-ups und natürlich Handwerker“, zählt Martin Urbanek auf. Indem die Handwerker von vielen unterschiedlichen Leuten abwechslungsreiche Anregungen bekommen, erhoffen sich die Betreiber, die Angst vor der Digitalisierung nehmen zu können. Natürlich kann nicht jeder Tipp hilfreich sein und teilweise wird man in einer ganzen Folge nichts Passendes für sich finden, aber „im besten Fall entwickeln die Handwerker daraus eine eigene komplette Digitalstrategie oder sie picken sich einfach einzelne Bausteine heraus“, erklärt Martin Urbanek. Bisher sind mindestens 100 Folgen geplant. Aber wenn man die Resonanz aus den sozialen Medien betrachtet, wird es danach wahrscheinlich noch nicht vorbei sein. Bisher haben Urbanek und Bourne ausschließlich positive Rückmeldung bekommen. Alleine auf der Hosting-Plattform „podcaster.de“ seien wenige Tage nach der Premiere bereits 500 Hörer gezählt worden. Zusätzlich ist der Podcast auch auf Apple Podcast, Google Podcast, podcast.de, YouTube, Spotify und Deezer jederzeit abrufbar, egal, ob morgens um vier in der Backstube oder abends um sechs auf dem Rückweg von der Baustelle.

Bleibt der Corona-Schock aus?

Seit dem deutschlandweiten Lockdown im März ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen. Die Corona-Pandemie hat verschiedene Teile der (deutschen) Wirtschaft unterschiedlich stark getroffen. Zwar ist die Bauwirtschaft bislang vergleichsweise eher schonend davongekommen, doch das Virus beeinflusst noch immer insbesondere die Planungen bevorstehender Projekte. Obwohl die Bauwirtschaft insgesamt zu den wenigen Branchen gehört, bei denen gravierende Folgen des Corona-Geschehens weitestgehend ausgeblieben sind, teilen führende Fachverbände die Einschätzung, dass immer noch die weiterhin nicht ganz unberechtigte Befürchtung einer nachgelagerten Krise im Raum steht.

Um ein aktuelles Stimmungsbild der Baubranche zu erhalten und für alle Beteiligten der Bauindustrie mehr Transparenz über geplante Projektrealisierungen zu schaffen, steht ibau in Kontakt mit einigen tausend Entscheiderinnen und Entscheidern der Bauindustrie. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse fassen wir regelmäßig in unserer Sentiment Analyse zusammen.

Ihre Mithilfe ist gefragt

Für die bevorstehende ibau Sentiment Analyse benötigen wir auch dieses Mal die Unterstützung von Experten wie Ihnen! Schildern Sie uns Ihre Eindrücke, damit wir allen Beteiligten der Bauindustrie eine realistische Einschätzung zu den Entwicklungen der Baubranche zur Verfügung stellen können. Denn besonders Originaltöne aus Fachkreisen bilden die wesentliche Grundlage um realitätsnah die Entwicklungen der Baubranche widerzuspiegeln. Selbstverständlich sind die Ergebnisse kostenfrei erhältlich.

Die aktuelle Stimmungslage

Unsere ibau Sentiment-Analyse im Juni hat ergeben, dass die Beteiligten der Bauindustrie gelernt haben, mit der Krise zu leben. Erkennbar wird dies anhand der Projektumsetzungstendenzen sowie im Handeln der Behörden, obgleich die durch die Corona-Krise aufgedeckten strukturellen Schwächen wie Fachkräftemangel oder mangelnde technische Ausstattung in den Behörden weiterhin existieren. Die Angaben zur Preisentwicklung deuten ebenfalls nicht darauf hin, dass die Baubranche kurzfristig auf eine handfeste Krise zusteuert.

Eine vorsichtige Einschätzung lässt die Annahme einer Normalisierung hinsichtlich der Mengen der neuen Projekte zu. Die bekannten Projekte verschieben sich wieder in Richtung der Realisierungsphasen. Es zeigt sich eine sinkende Tendenz bei Projekten in den auf die Zukunft geprägten Phasen Diskussion und Vorplanung. Diese positive Entwicklung lässt sich in allen überwiegend gewerblichen bzw. privaten Bereichen beobachten. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil an längerfristigen Projekten im Bereich der öffentlichen Bauherren an.

Hier finden Sie die vollständigen Ergebnisse sowie unsere letzten ibau Sentiment Analysen:

JUNI: Lässt sich schon wieder eine positive Entwicklung erkennen?

MAI: Was bringt das geplante Konjunkturpaket?

APRIL: Welche Herausforderungen treffen die Branche am stärksten?

MÄRZ: Wie sehr schadet Corona der Bauindustrie?

Desinfektionsmittel richtig verwenden

Experten der BG Bau informieren und beraten über die richtige, nicht gesundheitsschädliche Anwendung von Desinfektionsmitteln in Corona-Zeiten.

„Desinfektionsmittel können zur Eindämmung der Infektionsraten durch das Coronavirus beitragen. Doch ein übertriebener und unsachgemäßer Einsatz kann auch schädlich sein“, warnt Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG BAU. In Desinfektionsmittel befinden sich nicht ausschließlich Wirkstoffe, sondern auch Lösungsmittel, Tenside oder Duftstoffe. Diese können sich bei unsachgemäßer Verwendung unmittelbar auf die Gesundheit auswirken. Folgen sind unter anderem Kontaktallergien, Ekzeme, Atembeschwerden oder Augenleiden. Deswegen ist es notwendig, geeignete Schutz- und Arbeitsverfahren für den Umgang mit Desinfektionsmitteln festzulegen. Die neue Handlungshilfe „Hinweise zu Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie“ hilft dabei.

Die ersten Schritte zum korrekten Gebrauch

Ein erster wichtiger Schritt ist es, nur dann zu desinfizieren, wenn dies auch wirklich sinnvoll ist und nicht aus bloßer Routine. Ohne Kontamination durch erkrankte Personen reicht die Reinigung von Oberflächen mit herkömmlichen Reinigungsmitteln. Ist nicht auf ein Desinfektionsmittel zu verzichten, sollte eines gewählt werden, das bei den zugelassenen Desinfektionsmitteln vom Robert-Koch-Institut (RKI), dem Industrieverband für Hygiene und Oberflächenschutz e.V. (IHO), dem Verbund für angewandte Hygiene e.V. (VAH) oder der Deutschen Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. (DVG) gelistet wird. Allgemein gilt: Wischen statt Sprühen. Denn beim Sprühen werden Aerosole aus Desinfektionsmitteln eingeatmet. Es ist wichtig, dass Unternehmen ihre Beschäftigten entsprechend informieren und unterweisen, Experten der BG Bau können dazu beraten. Das Dokument steht im Mediencenter der BG Bau kostenlos zum Download zur Verfügung.

Bauwirtschaft unterstützt die BAU 2021

Obwohl einige deutsche Hersteller abgesagt haben, ist das Interesse an der BAU 2021 sehr hoch. Die Bauwirtschaft erwartet ein erfolgreiches Event.

Einige Hersteller aus Deutschland, wie Xella, Velux, Novoferm, Schüco, Uzin Utz, BMI, Teckentrum und Rockwool haben ihre Teilnahme an der Bau 2021, die vom 11. bis 16. Januar stattfinden wird, abgesagt. Deswegen stärken die Branchenverbände der Bauwirtschaft dieser nun den Rücken. „Für die BAU sagen wir Daumen hoch! Wir möchten unser seit Jahren eingeführtes Branchentreffen durchführen und werden begeistert daran teilnehmen”, erklärt Günter Jösch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Bausysteme. „Wir werden mit Sicherheit die eine oder andere Änderung haben, aber ich denke, man muss es positiv sehen, und falls uns nicht eine zweite Corona-Welle komplett niederwalzt, werden wir mit Sicherheit eine erfolgreiche Messe haben.“ Viele andere Veranstaltungsteilnehmer sehen das genauso. „Wir sollten die BAU 2021 kraftvoll angehen, denn ich denke, dies ist ein Signal für die gesamte Baubranche,“ betont Christina Hoffmann, Leiterin der Rationalisierungsgemeinschaft Bauwesen im RKW.

Großes Interesse aus dem Ausland

Die 18 Messehallen der Messe in München sind bereits zu drei Viertel ausgebucht. Dies liegt besonders daran, dass es im Vergleich zu anderen Branchen im Bau noch gut läuft. So hat der Bau-Boom der letzten Jahre zu vollen Auftragsbüchern geführt. Allerdings besteht immer noch die Gefahr, dass sich das ändert, wenn der Staat und andere Investoren zurückhaltend werden. Doch bisher darf man mit Zuversicht auf das nahende Event warten, besonders in Anbetracht der hohen Nachfrage der Aussteller, besonders aus dem Ausland. Um diese zu unterstützen gibt es zusätzlich einen Corona-Bonus von 15 Prozent für weitere Besucherwerbung.

Frühjahrs-Boom bleibt aus

Die neuste Unternehmensbefragung der ZDB: Die Stimmungslage der Bauwirtschaft ist in Anbetracht der Corona- / COVID-19-Pandemie anhaltend bedrückt.

„Wie schon im Vormonat sehen wir weiterhin die auch noch im Juni bestehenden Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Unternehmen haben einen zusätzlichen Aufwand, um die Gesundheit der Mitarbeiter durch Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln zu schützen. Weiterhin kommt es zu Störungen in den Lieferketten“, resümiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), eine jüngste Unternehmensbefragung. „Wir beobachten die Konjunkturentwicklung aufmerksam. Sollte sich der derzeitige Trend verfestigen, wird die Baubranche zum Jahresende deutlich schlechter abschließen als noch in 2019.“

Diese zeigt, dass sich ins besonders der Wirtschaftsbau und der öffentliche Bau rückläufig entwickeln und die sonst so typische Belebung im Frühjahr ausbleibe. Demnach sei die Geräteauslastung zwar stabil auf Vormonatsniveau, im Ausbau mit 78 Prozent und im Tiefbau mit 72 Prozent, dies weicht aber stark von den Vorjahreswerten ab (Hochbau 85 Prozent und Tiefbau 80 Prozent). Die Auftragsbestände sind auch ungefähr auf Vormonatsniveau: Im Hochbau sind sie von 3,7 auf 3,6 Monate gesunken und im Tiefbau von 2,3 auf 2,5 Monate gestiegen. Einzig im Wohnungsbau wird die Auftragslage noch mit „ausreichend“ bewertet. Ganz anders sieht es im öffentlichen Bau aus. Hier werden die Meldungen über zu kleine Bestände deutlich mehr. Die Erwartungen für die nächsten Monate fallen „abnehmend“ aus und die Unternehmen sehen die Preise für Bauleistungen weiterhin unter starken Druck. Die Investitionstätigkeiten sind primär auf Ersatzbeschaffungen ausgerichtet.

40.000 Euro Unterstützung für den Fenstertausch

on der Aufklärung über staatliche Förderungen für den Einbau oder Austausch von Dachfenstern kann auch das Handwerksunternehmen profitieren.

Aufgrund einer Erneuerung des Einkommensteuergesetzes (EstG) lassen sich Dachsanierungen seit diesem Jahr mit Hilfe von Steuerermäßigungen fördern. Voraussetzung für die Förderung sind Fenster mit einem Uw-Wert von maximal 1,0 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Insgesamt unterstützt der Staat Bauherren mit 20 Prozent der Kosten für Produkte und Handwerkerleistungen, beziehungsweise bis maximal 40.000 Euro. Diese Summe wird in der Steuererklärung über drei Jahre Laufzeit geltend gemacht. Alternativ können die Förderungen der KfW auch für Sanierungsarbeiten am Dach in Anspruch genommen werden. Energetische Sanierungen zu einem KfW-Effizienzhaus werden mit bis zu 48.000 Euro bezuschusst, Einzelmaßnahmen mit bis zu 10.000 Euro. Zudem vergibt die KfW über das Programm 152 Darlehen von bis zu 50.000 Euro zu einem jährlichen Zinssatz von 0,75 Prozent und zum Kredit gibt sie einen Tilgungszuschuss von 20 Prozent der Gesamtsumme. Durch regionale Maßnahmen kann die KfW-Förderung noch ergänzt und der größtmögliche Vorteil für den Endkunden herausgeholt werden. Aber auch für Handwerker lohnt es sich, die Kunden über Förderprogramme aufzuklären. Häufig sind diese Finanzspritzen Grund dafür, dass sich für eine hochwertigere und teurere Alternative entschieden wird. 

Gebäudeenergiegesetz: Finanzspritze für Dachdecker?

Das neue Gebäudeenergiegesetz, das noch dieses Jahr in Kraft treten soll, regelt die energetischen Anforderungen an Neubauten und Bestandsgebäude.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde am 3. Juli 2020 vom Bundesrat beschlossen. Es fasst das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammen. Die zu erzielenden Energieeinsparungen sollen zum Beispiel durch eine effiziente Anlagentechnik und einen energetisch hochwertigen baulichen Wärmeschutz erreicht werden. Der verbleibende Energiebedarf soll zunehmend durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

Es gibt kaum inhaltliche Änderungen

Eine Maßnahme ist ein Einbauverbot für Ölheizungen ab 2026 und Gas- und Ölheizungen, die seit 1991 eingebaut wurden, dürfen nur 30 Jahre lang betrieben werden. Diejenigen, die sich dafür entscheiden, ihre alte Ölheizung durch ein klimafreundliches Modell ersetzen zu lassen, erhalten eine Austauschprämie. Allerdings sieht der Zentralverband des Dachdeckerhandwerks (ZVDH) in dem GEG inhaltlich keine Revolution. Energetische Anforderungen an die Sanierung wie auch an den Neubau seien unverändert, ohne Verschärfung der bisherigen Standards, übernommen worden. Umweltverbände kritisieren, dass ohne eine weitere Verschärfung der Ansprüche der klimaneutrale Gebäudebestand 2050 nicht erreicht werden könne.

Photovoltaik wird attraktiver

Auch bei den Anforderungen an Referenzgebäude gibt es keine nennenswerten Änderungen. Neu ist allerdings, dass Erneuerbare Energien künftig nicht mehr am Gebäude erzeugt werden müssen, auch eine ‚gebäudenahe‘ Erzeugung ist möglich. Eine weitere Neuerung ist auch die im GEG verankerte Anrechnung von Solarstrom auf den Jahres-Primärenergiebedarf – von der Solaranlage erzeugter Strom kann künftig von den zu errechnenden Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes in Abzug gebracht werden. Zudem wurde der ‚Solardeckel‘ oder ‚52-GW-Ausbaudeckel‘ abgeschafft. Prognosen zufolge wäre der Wert von 52 Gigawatt bereits im Herbst 2020 erreicht worden, sodass die Förderung für Photovoltaikanlagen ausgelaufen wären. Durch die Abschaffung bleiben Solaranlagen weiterhin ein attraktives Mittel, um die eigenen Stromkosten und den CO2-Ausstoß zu senken.

Klimaschutz fördern

Auch gibt es weiterhin Instrumente zur Förderung energetischer Maßnahmen. So hat der Endkunde die Möglichkeit, einen KfW- Investitionszuschuss im Zuge der nachträglichen Dämmung, zum Beispiel der obersten Geschossdecke, zu beantragen. Zudem gibt es seit Anfang 2020 die Möglichkeit 20 Prozent der Kosten über drei Jahre als Steuerbonus im Rahmen der Einkommenssteuer geltend zu machen. So können bis zu 40.000 Euro eingespart werden, allerdings nur bei selbstgenutztem Wohneigentum. Die Steuerermäßigung gibt es etwa für die Wärmedämmung von Dach und Wänden. Der Verband resümiert: „Mit dem neuen GEG bleibt es auch künftig für Immobilienbesitzer attraktiv, in die energetische Sanierung zu investieren. Dies könnte die erwartete Eintrübung der Konjunktur zumindest ein wenig abfedern und für gute Stimmung auf dem Markt sorgen.“