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Handwerk geschockt: Fahrverbot auch für neuste Diesel möglich

Die Verwässerung der strengen Euro-6-Grenzwerte für PKW ist laut Europäischem Gericht (EuG) unzulässig. Damit drohen ab 2021 auch Fahrverbote für neueste Diesel.

Handwerker mit Dieselfahrzeuge müssen sich auf neue Unsicherheiten einstellen: Nach einem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichts, könnten ab 2021 auch neuste Diesel der Euro-6-Norm aus europäischen Großstädten verbannt werden. Laut Gericht habe die EU-Kommission bei der Einführung neuer Abgastest die Grenzwerte der Euro-6-Norm zu Unrecht gelockert. Die Luxemburger Richter stimmten damit einer Klage der Städte Paris, Madrid und Brüssel zu. Diese dürften die Grenzwerte nun vor Gericht anfechten und im Zweifel auch Fahrverbote für neuste Diesel verhängen, die zuvor offiziell zugelassen wurden.

Gegen das erstinstanzliche Urteil sind noch Rechtsmittel zum Europäischen Gerichtshof möglich. Die jetzigen Regelungen sollen daher noch rund 14 Monate anwendbar bleiben.

Auswirkungen noch nicht absehbar

Welche Folgen das Urteil für die Praxis hat, ist zurzeit noch unklar. In Stuttgart, wo seit Anfang des Jahres bereits Fahrverbote verhängt wurden, wächst die Unsicherheit nach der Entscheidung aus Luxemburg. „Das Urteil bringt große Unsicherheit für die Handwerker mit sich“, sagt Gesine Kapelle, Diesel-Expertin von der Handwerkskammer Region Stuttgart, gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung. „In Stuttgart sollen Handwerker bereits jetzt ihre Flotten erneuern. Lange galt die Euro-6-Norm als sicher. Doch wir raten unseren Betrieben, nur Fahrzeuge mit dem Standard Euro 6d-temp anzuschaffen, da nur diese neueste Version auch im Straßenbetrieb garantiert niedrige NOx-Werte haben. Doch leider sind die Fahrzeuge bisher nur vereinzelt verfügbar.“

Inzwischen habe die Landesregierung in Stuttgart zwar zugesagt, keine Fahrverbote für Euro-6-Diesel auszusprechen, in anderen Städten könnte dies aber durchaus eintreten. „Das Urteil besagt nicht, dass Fahrverbote für Euro 6 nun grundsätzlich zulässig oder zwingend notwendig sind. Es ist erst einmal nur ein Urteil, das sich mit dem formalen Weg der Festlegung von Vorgaben bei der Typenzulassung beschäftigt.“, wird Carsten Benke, Verkehrsexperte beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, in der Deutschen Handwerkszeitung zitiert. „Grundsätzlich könnte in der Zukunft aber die Möglichkeit bestehen, dass die Städte dann auch für aktuelle Euro-6-Diesel Fahrverbote aussprechen könnten. Das wäre aber überhaupt erst in einigen Jahren denkbar. Zudem ist für fast alle Städte in Deutschland anzunehmen, dass es dann gar keine nennenswerten Immissionsgrenzwertüberschreitungen mehr gibt. Bis dahin müssen sich alle Verantwortlichen massiv anstrengen und die Schadstoffbelastung senken.“

Klar sei allerdings, dass die Unsicherheiten für Dieselfahrer weiter zunehmen, was letztlich auch Fuhrpark-Modernisierungen im Wege stehe.

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Politische Debatte: Zurück zur Meisterpflicht

Eine Reform schaffte 2004 die Meisterpflicht ab. Allerdings nicht ohne Fehler und Probleme. Der Bundestag diskutiert nach über zehn Jahren nun eine Wiedereinführung.

Im Dezember 2018 debattierte der Bundestag zum ersten Mal darüber, ob die Meisterpflicht wieder eingeführt werden sollte. Nach Anträgen der FDP und der AFD setzt sich jetzt der Wirtschaftsausschuss mit der Forderung auseinander.

Durch die Veränderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 sei eine der tragenden Säulen des Mittelstands und damit der Wirtschaft geschwächt worden, so der AFD-Abgeordnete Tino Chrupalla, Malermeister aus Sachsen. Weiter wies er darauf hin, dass handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten einen hohen kulturellen Wert hätten. Diesen gelte es zu erhalten – mit dem Wissen und den Traditionen.

Kritik aus den Reihen der anderen Parteien

Gegenstimmen kamen von Seiten der FDP. „Mit diesem Antrag schaden Sie dem deutschen Handwerk mehr als sie ihm nutzen“, kritisierte der Elektromeister Manfred Todtenhausen. Seine Fraktion schloss sich an und forderte vor allem Anerkennung für das Handwerk. Und der Meisterbrief sei unverzichtbarer Bestandteil der beruflichen Bildung. Eine Ausweitung des Meisters auf mehr Berufe müsste außerdem besonnen ablaufen, so Todtenhausen weiter. An Peter Altmaier (CDU) richtete er sich mit einer Forderung: Der Bundeswirtschaftsminister soll bis Mai einen Gesetzentwurf dazu vorlegen.

Auch CDU/CSU will die Fehlentwicklungen korrigieren. Fakt sei, dass man mehr Meister gebrauchen könne, so Astrid Grotelütschen: „Der Meistertitel ist Garant für Qualität und Ausbildung.“ Im Koalitionsvertrag sei auch vereinbart, in Gesprächen mit Handwerkern eine Wiedereinführung des Meisters für einzelne Berufsbilder zu diskutieren, erklärte die Abgeordnete weiter.

Sabine Poschmann (SPD) kritisierte, dass der Antrag der AFD reichlich spät komme, da die Koalition sich bereits mit dem Thema auseinandersetze. Sie merkte auch an, dass nur noch rund 30 Prozent der Beschäftigten nach Tarifvertrag bezahlt würden. „So simpel, wie Sie die Gewerke zur Meisterpflicht zurückführen wollen, ist die Sache nicht.“ Auch den Antrag der FDP lehnte sie mit der Begründung ab, dass es bereits verschiedene Ausarbeitung zu dem Thema gebe und eine erneute Evaluation das ganze Verfahren in die Länge ziehen würde. Klaus Ernst von der Linken schloss sich der Meinung der SPD-Abgeordneten an und ergänzte ihre Rede um die Punkte, der geringen Urlaubstage und schlechten Arbeitsbedingungen, die Jugendliche häufig davon abhalten würden, eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf zu beginnen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung und keinen Schnellschuss forderte Claudia Müller von den Grünen.

Mögliche Richtigstellung der Reform von 2004 Ungefähr 15 Gewerke waren 2004 im Zuge der Novellierung der Handwerksordnung zulassungsfrei geworden. Die große Koalition überlegt nun eine Ausweitung der Meisterpflicht auf diese Gewerke. Dahinter steckt die Absicht, die in 2004 gemachten Fehler zu berichtigen. Seit der Reform können zum Beispiel Rolladenbauer und Fliesenleger ohne berufliche Qualifikation arbeiten. Dagegen benötigen Bäcker oder Schreiner, die ausbilden oder sich selbstständig machen wollen, einen Meisterbrief. Eine Arbeitsgruppe aus SDP und Union beschäftigt sich mit dieser Fragestellung. Ebenso wird überprüft, ob eine Rückkehr zur Meisterpflicht für bestimmte Berufe möglich ist. Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) lässt durch ein Gutachten prüfen, ob und wie eine Ausweitung der Meisterpflicht wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich möglich ist.

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Bedenklich viel Schnee für Hausdächer

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor massiven Schneefällen in Süddeutschland. Besonders Flachdächer sollten von ihren Besitzern beobachtet werden, so der TÜV Rheinland.

Anhaltender Schneefall und meterweise Neuschnee kennzeichnen in diesem Jahr den Wintereinbruch, vor allem in Süddeutschland. Das wirkt sich nicht nur auf den Straßenverkehr aus, bei so einer Menge Schnee müssen auch Haus- und Immobilienbesitzer aufpassen. An das eingestürzte Dach der Sporthalle in Bad Reichenhall können sich viele noch erinnern. Zwar ist das ein Extrembeispiel, trotzdem gilt es aufmerksam zu sein. Der TÜV Rheinland warnt jetzt, dass der viele Schnee die Dächer folgenreich belasten kann. Daher empfiehlt er Besitzern das Wetter im Blick zu behalten.

Flachdächer unter besonderer Beobachtung

Doch es gilt nicht nur den Schneefall zu beobachten. Abhängig von der gefallenen Menge, kann aus einer im ersten Moment unbedenklichen Schneedecke schnell ein tonnenschweres Gewicht werden. Die Gewichtsunterschiede allein zwischen Pulver- und Neuschnee sind bereits enorm. Friert es dann noch und der Schnee wird zu Eis, muss das Dach 90 Kilogramm tragen – pro Quadratmeter. In erster Linie betrifft das laut TÜV Rheinland große Hallen mit Flachdächern oder leicht geneigte Dächer.

Professionelle Hilfe sinnvoll

Bei Privathäusern mit Spitzdächern ist ein Einsturz eher unwahrscheinlich. Allerdings kann es hier dazu kommen, dass sich die Schneemassen irgendwann lösen und unkontrolliert vom Dach stürzen. Hausbesitzer, die ein Flachdach haben und dieses vom Schnee befreien möchten, sollten aufpassen. Gerade Oberlichter sollten erkennbar sein, um Unfällen vorzubeugen. Genauso müssen Personen, die auf dem Dach arbeiten, gesichert sein. Ratsam ist es außerdem, den Schnee zeitgleich von verschiedenen Seiten zu entfernen, damit es nicht zu einseitigen Belastungen kommt. Liegen Flachdächer großer Hallen voller Schnee, ist es für eine Räumung unbedingt sinnvoll professionelle Hilfe heranzuziehen.

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Einfach mehr Lohn reicht nicht

Der seit Jahren andauernde Azubi-Mangel soll jetzt mit einer Mindestausbildungsvergütung in Angriff genommen werden. Die FDP stellt einen positiven Effekt in Frage.

Wieder mehr Menschen für eine duale Ausbildung begeistern, das ist das Ziel von Bildungsministerin Anja Karliczeck. Helfen soll dabei eine sogenannte Mindestausbildungsvergütung. Ab Januar 2020 sollen bundesweit alle Ausbildungsbetriebe dazu verpflichtet sein, sich an den Mindestlohn für Auszubildende zu halten. 504 Euro im ersten, 529 Euro im zweiten und 580 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Das sind zumindest die Zahlen, die im Gespräch sind.

Als unnötige Mehrbelastungen für Ausbildungsbetriebe schätzt dagegen die FDP die geplante Maßnahme ein. Gleichzeitig stellt sie in Frage, ob ein solcher Lösungsansatz tatsächlich die Wünsche von potenziellen Auszubildenden berücksichtigen würde. Daher bat sie in einer Kleinen Anfrage die Bundesregierung um Zahlen, die einen positiven Effekt einer Mindestvergütung auf die aktuelle Ausbildungssituation zeigen.

Unabgestimmter Schnellschuss

Einen Beleg können die Zahlen allerdings nicht liefern. Zwar zeigen Befragungen, dass viele Bewerber sich eine hohe Ausbildungsvergütung wünschen, allerdings seien Aspekte wie ein gutes Betriebsklima, sichere Arbeitsplätze und besonders gute Übernahme- und Aufstiegschancen den meisten noch viel wichtiger. Und obwohl die tarifliche Ausbildungsvergütung von 2007 bis 2017 um durchschnittlich 39,5 Prozent gestiegen ist, hat sich die Anzahl der Auszubildenden um 11,2 Prozent verringert. In Kleinstbetrieben mit bis zu neun Beschäftigten sank sie sogar um 31 Prozent. Die 15 Ausbildungsberufe, die die stärksten Besetzungsprobleme haben, zahlen allerdings bereits jetzt schon einen höheren Lohn, als im bundesweiten Durchschnitt. Zudem liegt dieser oberhalb der geplanten Mindestausbildungsvergütung. Der Sprecher für berufliche Bildung der FDP-Bundestagsfraktion, Jens Brandenburg, urteilt daher: „Der Vorstoß der Ministerin ist ein unüberlegter und unabgestimmter Schnellschuss.“

Weiter hält er die Mutmaßungen über die Zufriedenheit von Auszubildenden für vage. Der FDP-Politiker prangert außerdem an, dass viele Fragen offen blieben. Auswirkungen auf bestehende Ausbildungsverhältnisse oder auch in welcher Form Konsequenzen bei Nicht-Beachtung auf die Betriebe zukommen würden, werden nicht thematisiert. Ebenfalls blieb die Bundesregierung eine Einschätzung zum bürokratischen Mehraufwand schuldig. Man nehme sich der Frage aber in laufenden beziehungsweise anstehenden Beratungen an.

Zusätzliche Bürokratie ohne Effekt

„Ein Eingriff in die von den Tarifpartnern ausgehandelte Höhe von Ausbildungsvergütungen, würde in ein über Jahrzehnte bewährtes System eingreifen“, kritisiert der FDP-Abgeordnete Manfred Todtenhausen ebenfalls die Pläne der Bildungsministerin. Seine Befürchtung: Die geplante Mindestausbildungsvergütung bleibt ohne großen Effekt, bringt aber trotzdem zusätzliche Bürokratie und Kontrollen. „Damit dient es der gemeinsamen Sache nach mehr und besserer beruflicher Bildung nicht“, sagt er.

Die Tarifautonomie solle nicht in Frage gestellt werden, es solle lediglich um die Schaffung einer absoluten Untergrenze gehen, stellt die Bundesregierung in ihrer Antwort die Absichten klar. Weiter heißt es, dass Auszubildende auf diese Weise vor Vergütungen geschützt werden, die flächendeckend und branchenübergreifend sozial-, bildungs- und wirtschaftspolitisch nicht mehr als angemessen angesehen werden können. Oberhalb dieser gesetzlichen Mindeststandards sei es weiterhin an den Tarifpartnern, angemessene Ausbildungsvergütungen festzulegen. Stand jetzt gilt eine Vergütung als unzulässig, wenn sie die tarifliche Vergütung um mehr als 20 Prozent unterschreitet.

Regional statt bundesweit

Vor allem kleine Betriebe und Betriebe in Ostdeutschland würden laut einer Studie des Berufsbildungsinstituts (BIBB) durch eine solche Reglung stärker belastet. Bei 500 Euro Mindestvergütung müssten circa 19 Prozent aller Handwerksbetriebe mehr Geld auf den Tisch legen. „Eine bundeseinheitliche Ausbildungsvergütung wird dazu führen, dass nicht mehr, sondern weniger ausgebildet wird. Und das nicht, weil einige Betriebe keine höhere Ausbildungsvergütung zahlen wollen, sondern sie es schlichtweg nicht bezahlen können“, prognostiziert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Aus diesem Grund spricht sich der ZDH für regionale und branchenspezifische Lösung aus.

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Fensterverbände wählen neue Geschäftsführung

Der Verband Fenster + Fassade (VFF) sowie die Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren e.V. haben einen neuen Geschäftsführer. Amtsbeginn ist im März 2019.

Am 1. März 2019 tritt Frank Lange (50) die Nachfolge von Ulrich Tschorn als Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) sowie der Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren e.V. an. Den VFF leitet Lange dann zusammen mit Frank Koos, der wie bisher für Normung, Technik und internationale Aktivitäten zuständig ist. Dies teilten Detlef Timm, der Präsident des VFF, und Oskar Anders, der Vorsitzende der Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren e.V., bei der Vorstellung Frank Langes auf einer Pressekonferenz in Frankfurt mit.

Die Entscheidung, Frank Lange zum Geschäftsführer zu berufen, wurde von den Leitungsgremien der Fensterverbände einstimmig beschlossen. Lange, geboren im November 1968 in Göttingen, hat nach Abitur und Wehrdienst von 1989 bis 1994 an der Technischen Universität Braunschweig Bauingenieurwesen mit dem Abschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieur studiert. Danach war er bei Lanco Lange Fenster- und Fassadenbau GmbH in Göttingen bis 2010 als Prokurist sowie als Technischer Leiter und Vertriebsleiter tätig. Im Anschluss machte sich Lange selbstständig und gründete als geschäftsführender Gesellschafter die Projekt- und Beratungsgesellschaft Frami GmbH in Göttingen. Nach dem Verkauf der Frami GmbH war Lange schließlich ab 2015 Prokurist und gesamt verantwortlich für die Niederlassung Leinefelde der Seufert Niklaus GmbH.

Verdienter Ruhestand

„Wir haben uns für Frank Lange als neuen Geschäftsführer der Fensterverbände entschieden, weil er ein ausgewiesener Brancheninsider ist und weil er für die Fachabteilung Holz/Metall langjährig im VFF-Präsidium vertreten war und in dieser Zeit auch in diversen Arbeitsgruppen des VFF mitgearbeitet hat“, betont Detlef Timm, der gemeinsam mit Oskar Anders die Verhandlungen führte und die Entscheidung vorbereitet hat.

Ulrich Tschorn, der zunächst bis zum 1. März 2019 die Einarbeitung seines Nachfolgers übernimmt, bleibt den Verbänden mit voller Stelle bis zum 30. April 2019 erhalten. Am 1. Mai 2019 geht Tschorn nach mehr als dreizehnjähriger Geschäftsführertätigkeit in Rente, wird dann aber weiterhin mit 25 Prozent seiner bisherigen Stelle für den VFF tätig sein, zunächst für aktuell anstehende Aufgaben wie zum Beispiel bei der Einführung der neuen Datenbank (CRM).

„Ich freue mich, dass wir den Übergang in der Geschäftsführung mit Unterstützung von Ulrich Tschorn und Frank Koos so reibungslos wie möglich vollziehen können“, so Oskar Anders, den ebenso wie Detlef Timm eine langjährige Zusammenarbeit mit Frank Lange im VFF und außerdem in der Gütegemeinschaft verbindet.

Diese Themen bewegten das Handwerk 2018

Fahrverbote, Mindestlohn, Meisterpflicht und DSGVO – das Jahr 2018 war turbulent. In unserem Jahresrückblick zeigen wir, was die Helden am Bau am meisten beschäftigte.

Der Anfang des Jahres stand ganz im Zeichen der neuen Mindestlohnregelungen für Dachdecker und dem Bauhauptgewerbe. Aber auch die neuen Tarifverträge für den Garten- und Landschaftsbau waren ein Gesprächsthema:

„Neuer Mindestlohn für Dachdecker ab Januar 2018“

„Mindestlohn im Bauhauptgewerbe steigt ab 2018“

„Neuer GaLaBau-Tarifvertrag mit sofortiger Lohnerhöhung“

Die zum Januar geänderten Buchführungsgrenzen betrafen ebenfalls viele Handwerker.

Erstes Quartal 2018

Neben den gesetzlichen Änderungen interessierten sich unsere Leser aber auch für globalere Themen. So handelte einer der beliebtesten Artikel im März von schwindendem Sand und künstlich aufgeschütteten Stränden. Schuld daran sei vor allem die Bauwirtschaft sowie die sogenannten Sand-Mafia: „Die Sand-Mafia – Das schmutzige Geschäft mit den Stränden“

Die größte Aufmerksamkeit bekam allerdings das Bundesverwaltungsgericht, das in einem Urteil den Weg für mögliche Diesel-Fahrverbote freimachte. Im Laufe des Jahres zeigte sich, dass viele Städte davon Gebrauch machten – sehr zum Leidwesen des Handwerks: „Handwerk kritisiert Diesel-Urteil“

Ausblick auf viele neue Aufträge machte das im Frühjahr angekündigte Baukindergeld. Wir erklärten die „Vor- und Nachteile des neuen Baukindergeldes“

Zweites Quartal 2018

Zu Beginn des zweiten Quartals stand zunächst alles im Zeichen der Fahrtzeit zur Baustelle. Ein unklar formulierter Tarifvertrag ändert nämlich nichts daran, dass Anfahrtszeit zur Montage in eine andere Stadt wie reguläre Arbeitszeit vergütet werden muss: „Fahrtzeit zur Baustelle ist Arbeitszeit“

Auf besonders großes Interesse stieß bei unseren Lesern in diesem Zusammenhang die vom EU-Parlament beschlossene Ausweitung der Tachographenpflicht: Denn auch Fahrzeuge zwischen 2,4 und 3,5 Tonnen, die gewerblich genutzt werden, müssen nun mit Fahrtenschreiber ausgestattet sein – mit Folgen für das Handwerk: „EU-Parlament beschließt Ausweitung der Tachographenpflicht“

Zudem gilt seit Juli 2018 eine Maut-Gebühr für Lkw ab 7,5 Tonnen, ähnlich wie auf Autobahnen, auch auf Bundesstraßen: „Maut auf Bundesstraßen kommt im Juli 2018“.

Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) machte Anfang des Jahres vielen Unternehmen zu schaffen. Umso erfreulicher war für viele Leser Mitte des Jahres die Meldung, dass sich die große Koalition aktiv gegen den entstandenen Abmahnmissbrauch einsetzt: „Handwerk begrüßt DSGVO-Abmahnschutz“

Drittes Quartal 2018

Für Aufsehen sorgte im dritten Quartal eine neue Initiative der Bauwirtschaft, mit der Baukostenexplosionen verhindert werden sollen: „Streit bei öffentlichen Projekten: Jetzt greift Bauindustrie durch!“

Dass nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht zeigte ein Urteil gegen das Edelstahl-Kartell: „205 Millionen Euro Strafe im Edelstahl-Kartell“

Auch organisierte Kriminalität und Schwarzarbeit auf Baustellen nehme laut Bundesvorsitzenden der IG Bau immer weiter zu, was auf großes Interesse unserer Leser stieß: „Baustellen: Organisierte Kriminalität nimmt zu“

Gute Nachrichten gab es hingegen für Dachdecker. So hatte die Sozialkasse der Dachdecker (Soka-Dach) bekannt gegeben, Einpersonenbetriebe künftig keine Berufsbildungsbeiträge mehr zu berechnen und bisherige Zahlungen zurückzuerstatten: „Soka-Dach entlastet Dachdecker“

Die Digitalisierung bringt auch neue Technologien und Werkzeuge für das Handwerk hervor. So nimmt die Anzahl an Drohnen stetig zu. Wir zeigten, was es alles zu beachten gilt: „Drohnen im Handwerk – dies gilt es zu beachten“

Viertes Quartal 2018

Neue Technologien erleichtern aber nicht nur die Arbeit, sie können sie zum Teil sogar ersetzen. Großen Anklang fand in diesem Zusammenhang daher sowohl die Meldung über handwerkende Roboter als auch aus dem 3-D Drucker stammende Häuser:

„Roboter als Handwerker – die Lösung des Fachkräftemangels?“

„Häuser aus dem 3D-Drucker – Das Ende des Handwerks?“

Neben Abmahnanwälten, die die Unsicherheit mit der neuen Datenschutzgrundverordnung auszunutzen versuchen, sorgte eine Warnung der Handwerkskammer vor einer falschen „Datenschutzauskunft-Zentrale“ für Aufsehen: „Falsche „Datenschutzauskunft-Zentrale“ bedroht Handwerk!“

In diesem Zusammenhang meldete sich schließlich auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zu Wort und stellte klar, dass die oftmals von Generalunternehmern oder Hausverwaltungen geforderten „Auftragsverarbeitungs-Verträge“ weder nötig noch sachgerecht seien: „Datenschutz im Handwerk oftmals übertrieben“

Mit großem Interesse haben unsere Leser schließlich die Ergebnisse der Kommission zur Aufklärung des Grenfell Tower-Brandes in London verfolgt. Bei dem verheerendem Unglück kamen am 14. Juni 2017 insgesamt 79 Menschen ums Leben. Lange Zeit stand hierbei die Wärmedämmung als Brandursache oder zumindest als Brandbeschleuniger fest. Jetzt zeigte sich aber: „Londoner Hochhausbrand: Wärmedämmung unschuldig!“

Gegen Ende des Jahres sorgte eine Initiative der bayerischen Regierung für Aufsehen und viel Zustimmung im Handwerk. So setzte sich die Landesregierung im Bundesrat für die Wiedereinführung der Meisterpflicht ein. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) begrüßte die Initiative: „Bayern setzt sich für Meisterpflicht ein“

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Neues Führungsteam bei Velux

Velux organisiert sowohl die Führung als auch den Vertrieb neu. Mit einem vierköpfigen Führungsteam will das Unternehmen sich kommenden Herausforderungen stellen.

Unter dem neuen Geschäftsführer Jacob Madsen stellt ab sofort ein Führungsteam die Weichen für die Velux Deutschland GmbH neu. Mit Silke Stehr (Operations / Business Development), Matthias Mager (Vertrieb) und Klaus Gollwitzer (Marketing) unterstützen drei Bereichsleiter den Geschäftsführer im vierköpfigen Führungsteam. Mit dieser veränderten Organisationsstruktur und der neu aufgestellten Geschäftsleitung will das Unternehmen sich bereit für die Zukunft machen. Mit Matthias Mager erhielt der Vertrieb eine Gesamtleitung. Außerdem wurden die drei Vertriebsregionen Nord-Ost, West-Mitte und Süd mit regionalen Vertriebsleitern eingerichtet, um so die regionale Nähe zum Kunden zu stärken.

Auch zukünftig soll eine erweiterte Geschäftsleitung, bestehend aus weiteren Bereichsleitern, eine wichtige Rolle in der weiteren Entwicklung von Velux spielen. Die Regionsleitung Süd übernimmt Ralf Hornberger. Matthias Mager leitet die anderen zwei Positionen kommissarisch, bis diese zeitnah besetzt werden.

Ein glücklicher Zufall

Heute, liebe Leserinnen und Leser, möchten wir Ihnen zur Einstimmung auf die Feiertage eine kleine Geschichte erzählen.

Die Geschäfte waren festlich dekoriert, die Lichterketten leuchteten bereits in allen Farben und egal wo man hinkam, konnte man die Leckereien der Weihnachtsmärkte riechen. An vielen Ecken standen die Menschen in Trauben um die kleinen Buden herum, um sich bei einer heißen Schokolade oder einem Punsch die Hände zu wärmen. Andere hetzten von Geschäft zu Geschäft, um ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Sie traten aus den warmen Läden in den kalten Winternachmittag hinaus, nur um kurz danach wieder schnell im nächsten zu verschwinden.

Unberührt von der ganzen Hektik um ihn herum, trank ein älterer Herr in einem Café ganz in Ruhe seinen Kaffee. Obwohl die Temperaturen bereits gefährlich nahe gegen null gingen, saß er draußen an einem der letzten dort noch aufgebauten Tische. Ein junger Mann, der sich seinen Weg durch die volle Innenstadt bahnte, kam an dem Café vorbei. Wie durch Zufall fiel ihm auf dieser Höhe etwas aus dem Rucksack, so dass der aufmerksame ältere Herr ihm etwas zurief. Der Jüngere drehte sich um und bedankte sich bei dem Herrn. „Alles gut, das ist ja selbstverständlich“, entgegnete er. „Wollen sie sich nicht auf einen Kaffee zu mir setzen und kurz ein wenig durchatmen? Sie sehen ja auch sehr schwer bepackt aus.“ Dem jungen Mann war das Erstaunen deutlich ins Gesicht geschrieben. Aber nach kurzem Überlegen entschied er sich, das Angebot anzunehmen; sah der Herr doch wirklich sehr freundlich aus.

„Wissen Sie was? Das mache ich tatsächlich. Ich bin gerade auf dem Weg zum Bahnhof, um über die Feiertage nach Hause zu fahren. Aber mein Zug geht sowieso erst in einer Stunde. Da habe ich noch Zeit für einen Kaffee. Ich bin übrigens Freddy.“ „Freut mich dich kennenzulernen, Freddy. Mein Name ist Michael“, lächelte der ältere Herr, der ziemlich erstaunt war, dass der junge Mann sich tatsächlich zu ihm setzte. Und so kamen die beiden auf unerwartete Art und Weise ins Gespräch.

Freddy, der direkt zu Beginn das Gefühl verspürt hatte, dass Michael vielleicht jemandem zum Reden brauchte, hörte ihm aufmerksam zu. Michael erzählte, dass er in der Weihnachtszeit ehrenamtlich in der Grundschule arbeitete. Er war gelernter Tischler und freute sich, dass er den Kindern in seinem Ruhestand noch etwas beibringen konnte. „Jedes Jahr ab Mitte November komme ich zweimal in der Woche in die Schule. Die haben dort einen super ausgestatteten Werkraum, da zeige ich den Mädels und Jungs, wie sie mit Holz arbeiten können. Natürlich geht es bei den meisten vor allem darum, Weihnachtsgeschenke für die Eltern, Geschwister oder auch für Oma und Opa zu basteln. Das macht die Sache ganz besonders schön. Zu sehen wie sie so viel Ehrgeiz entwickeln, aber auch die Geduld aufbringen etwas Schönes für ihre Liebsten zu schaffen, das macht mich immer wieder aufs Neue richtig glücklich.“

Während er sprach, wurde sein Lächeln immer breiter. Freddy, dessen Tag bisher nicht so gut gelaufen war, bereute es gar nicht, sich zu ihm gesetzt zu haben. Ihm wurde bei den Erzählungen des älteren Herrn schon viel wärmer ums Herz. „Leider wird es in diesem Jahr wohl das letzte Mal sein, dass ich in der Schule war. So langsam werde ich wohl doch ein wenig zu alt und meine Hände machen nicht immer das, was sie sollen. Manchmal zittern sie so sehr, dass ich Werkzeuge aus der Hand legen muss aus Angst, dass ich sonst etwas fallenlasse.“ Michael wirkte sichtlich bekümmert. „Ich habe das immer so gerne gemacht, das wird mir wirklich fehlen. Aber dafür werde ich die letzte Woche bis zu den Weihnachtsferien nochmal so richtig genießen und nur an tollen Sachen mit den Kindern werkeln. Ich habe sie sogar schon tuscheln hören, dass sie zum Abschied eine Überraschung für mich planen.“ Er kicherte wie ein kleiner Junge, als er das sagte. „Aber wie unhöflich von mir! Quatsche hier die ganze Zeit vor mich hin, ohne dich auch mal zu Wort kommen zu lassen. Was machst du denn eigentlich?“ Erwartungsvoll schaute er Freddy an.

„Es ist wirklich ein sehr witziger Zufall, dass wir beide uns hier heute über den Weg gelaufen sind und du mir deine Geschichte erzählt hast. Ich mache nämlich gerade eine Ausbildung zum Tischler“, sagte Freddy. „Und wenn ich könnte, würde ich nächstes Jahr mit dir gemeinsam in die Schule gehen, damit du das nicht an den Nagel hängen musst. Das klingt nämlich wirklich nach einer tollen Sache.“

Bei diesen Worten huschte wieder ein Lächeln über Michaels Gesicht. „Das ist lieb von dir, das zu sagen. Aber mit einem Vollzeitjob hättest du ja gar keine Zeit dafür, das wäre ja viel zu viel.“ Doch Freddy ließ der Gedanke nicht los. Den Spaß, den der alte Mann bei seiner Arbeit in der Schule hatte, hatte er sogar bei diesem kurzen Gespräch gespürt. „Das stimmt, ich selber habe leider keine Zeit dafür. Aber weißt du was? Bei mir im Betrieb sind ja auch schon ein paar Leute in den Ruhestand gegangen. Was hältst du davon, wenn ich die mal frage? Ihr würdet euch mit Sicherheit gut verstehen und dann können die Kinder nächstes Jahr Weihnachten doch wieder an Geschenken basteln, werkeln, schnitzen und sägen.“ Jetzt strahlte Michael wie ein Honigkuchenpferd. „Oh junger Mann, du weißt ja gar nicht, was für ein riesiges Weihnachtsgeschenk du mir damit machen würdest.“

Und so tauschten die beiden ihre Telefonnummern aus und gingen ihrer Wege. Der eine völlig beschwingt davon, dass er sein Herzensprojekt doch nicht aufgeben muss, der andere glücklich, dass er jemand anderen pünktlich zu Weihnachten eine große Freude machen konnte.

 

Wir danken Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen und wünschen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019.

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Baugewerbe fordert: Bundesrat muss Meisterpflicht wieder einführen

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) erwartet vom Wirtschaftsausschuss des Bundesrats für die Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs zu stimmen.

„Die Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs für einige Gewerke, die seit der Handwerksnovelle im Jahr 2004 zulassungsfrei sind, muss kommen. Daher erwarten wir, dass der Wirtschaftsausschuss des Bundesrats einen entsprechenden Beschluss fasst“, erklärt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

„Die Folgen der Handwerksnovelle im Jahr 2004 sehen wir in der Bauwirtschaft mit großer Sorge: Im Fliesenleger-Handwerk beispielsweise ist die Zahl der Meisterprüfungen seitdem um 80 Prozent zurückgegangen. Damit einher geht auch ein enormer Rückgang der Ausbildungsleistung, die sich seit 2004 mehr als halbiert hat. Diese Entwicklung muss in den betroffenen Bauberufen dringend korrigiert werden, um das System der dualen Ausbildung nicht weiter zu schwächen. Der Meisterbrief ist zudem ein wichtiges Gütesiegel im Sinne des Verbraucherschutzes, das für Handwerksqualität und gut ausgebildete Fachkräfte steht“, so Pakleppa.

„Wir begrüßen, dass der Freistaat Bayern diesen Antrag in den Bundesrat eingebracht hat und erwarten eine positive Entschließung im Wirtschaftsausschuss. Dass die Wiedereinführung des Meisterbriefs geprüft werden soll, ist auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt – der Beschluss des Bundesrats hierzu wäre ein wichtiges Signal zur tatsächlichen Umsetzung des Vorhabens.“

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Barrierefreies Bauen

Eine neue Fachinformation des ift gibt konkrete Hinweise an die Hand, wie der Einbau von Türen und Fenster nach DIN 18040-2 rollstuhlgerecht geplant und ausgeführt wird.

Beim Bauen muss vieles beachtet werden. Geht es beispielsweise um Fenster und Türen, sollen diese selbstverständlich auch für Rollstuhlfahrer optimal nutzbar sein. In Deutschland gilt es bei Neubauten und genehmigungspflichtigen Sanierungen die im Baurecht verankerte DIN 18040-2 zu beachten. Die neu erschiene Fachinfo BA-02/1 des Instituts für Forschung, Prüfung, Zertifizierung von Fenstern, Fassaden, Türen, Toren, Glas und Baustoffen (ift) gibt Empfehlungen zur praktischen Umsetzung der Norm. Während sich für Türen konkrete Reglung finden lassen, beinhaltet sie für Fenster nur unvollständige Hinweise. Hier soll die Fachinformation des ift ansetzen.

Kompromisse in der Praxis

Dient die Theorie zwar mit einer Menge Richtlinien und Vorgaben, gilt es in der Praxis häufig verschiedene und teilweise gegenläufige Faktoren einzukalkulieren. Hier müssen Kompromisse gefunden werden. Denn Eigenschaften wie Einbruchhemmung, Schlagregendichtheit oder Schallschutz, gehen nicht immer mit den gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit einher. Auch die Schwellenhöhe von Türen und Fenstertüren muss gesondert betrachtet werden.

Gerade unter Betrachtung der jeweiligen Nutzergruppe gibt die Richtlinie anschauliche Vorschläge. Zum Beispiel für die optische Gestaltung für Sehbehinderte, die Öffnungsarten, Griffe oder die Abmessung. Denn es liegt auf der Hand, dass es einen enormen Unterschied macht, ob die Fenster und Türen in einer Pflegestation für Demenzkranke oder in einer Wohngemeinschaft junger Rollstuhlfahrer eingebaut werden. Es bietet sich an, die Bauteile der jeweiligen Wohnsituation anzupassen, damit sie für die Nutzergruppen den größtmöglichen Komfort bieten.

Stolperfallen vermeiden

Besonders zu beachten sind die Passierbarkeit und die Ausführung von Türschwellen. Vor allem für Menschen die einen Rollator nutzen, können bereits geringe Schwellenhöhen eine Stolperfalle bedeuten. Oder sie sind für sie sogar gänzlich unüberwindbar. Nicht nur die Schwellenhöhe, auch die Schwellengeometrie beeinflusst die Überrollbarkeit. In der ift-Richtlinie BA-01/1 wird die Überrollbarkeit als Kenngröße definiert. Unterstützt wird die Ausschreibung durch Tabellen mit einem Vergleich der normativen Anforderungen (DIN 18040-2) und Empfehlungen des ift.

Planer, Bauherren, Händler und Hersteller die auf der Suche nach konkreten Empfehlungen und wertvollen Praxistipps für die Planung, die Ausschreibung und die Ausführung privater Wohngebäude, Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen sind, werden in der Fachinformation des ift fündig.