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Wer braucht in Deutschland eine Arbeitserlaubnis?

Um Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erhalten, müssen ausländische Nicht-EU-Bürger sich erst um eine Arbeitserlaubnis bemühen. Doch wie hoch stehen die Chancen?

Ein neues Einwanderungsgesetz, das die Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland regeln soll, ist bereits in der Mache. Doch bis das in Kraft tritt, gelten bereits eindeutige Gesetze für ausländische Arbeitskräfte. Somit müssen sich Nicht-EU-Bürger zunächst um eine Arbeitserlaubnis in Deutschland kümmern, bevor sie sich um einen Job bewerben dürfen. Streben sie einen Job in einem Berufsfeld mit Fachkräftemangel und Engpässen an, sind die Chancen relativ hoch, dass sie eine erhalten. Welche Berufe dazu gehören, zeigt eine Positivliste der Bundesagentur für Arbeit. Auf ihr sind Berufe wie die Altenpflege, der Rohrleitungsbau und die Mechatronik aufgelistet. Alle EU-Bürger, die nach Deutschland einwandern, haben uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

Ausländische Studenten und Azubis

Etwas einfacher als ausländische Einwanderer, die in Deutschland arbeiten wollen, haben es ausländische Studenten. Diese haben nach ihrem Examen 18 Monate Zeit, sich einen Arbeitsplatz zu suchen. Haben sie dies in der Zeit geschafft, erhalten sie automatisch eine Arbeitserlaubnis. Etwas anders sieht es bei den Azubis aus: sie bekommen unter gleichen Bedingungen nur 12 Monate nach Abschluss ihrer betrieblichen Ausbildung Zeit, eine Stelle zu bekommen. Akademiker aus dem Ausland, die einen anerkannten Hochschulabschluss haben, können seit August 2012 die sogenannte „Blaue Karte EU“ erhalten. Sie gilt gleichzeitig als Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass derjenige einen Arbeitsvertrag mit mindestens 46.000 Euro Bruttojahresgehalt und die Zustimmung der Zentralen Auslandsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit bekommen hat.

Was Arbeitgeber tun müssen

Damit der Antragsteller seine Erlaubnis bekommt, muss der zukünftige Arbeitgeber der Bundesagentur für Arbeit gleichzeitig detaillierte Auskunft über den Lohn, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen geben. So wird zum einen gewährleistet, dass die beruflichen Qualifikationen des ausländischen Interessenten mit denen in Deutschland vergleichbar sind, zum anderen werden somit gleiche Beschäftigungsbedingungen angestrebt. Ob ein Betrieb die ausgeschrieben Stelle mit einem ausländischen Staatsbürger besetzen darf, kann er vorher über eine Vorabprüfung durch die ZAV erfahren.

Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge

Für Flüchtlinge gelten etwas besondere Umstände: um eine Arbeitserlaubnis beantragen zu dürfen, müssen sie bereits mindestens drei Monate als registrierter Asylbewerber in Deutschland leben. Oft dauert es für diese aber viel länger, eine Stelle zu finden. Das liegt sowohl an den mangelnden Deutschkenntnissen, sowie an der ungewissen Zeit, die ein Flüchtling noch in Deutschland verbringen wird. Davor schrecken die Arbeitgeber oftmals zurück. Auch prüft die Agentur für Arbeit vorher, ob es einen mindestens gleichwertigen Bewerber aus Deutschland beziehungsweise dem EU-Ausland gibt. Ist das nicht der Fall, erhält der Asylbewerber eine Arbeitserlaubnis für den Job.

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Flüchtlinge finden Arbeit im Handwerk

Etwa jeder zehnte Lehrling im Bereich der Handwerkskammer Düsseldorf stammt aus einem der acht Hauptasylherkunftsländer. Die Integration schreitet gut voran.

Insgesamt 617 Lehrlinge aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien haben zum Stichtag des 31. Oktobers eine Lehre im Gebiet um Rhein und Ruhr aufgenommen. Das sind 199 Lehrlinge mehr als im Jahr davor und stellt laut der Handwerkskammer Düsseldorf somit einen Zuwachs von 50 Prozent dar.

„Das regionale Handwerk hat hier in den vergangenen drei Jahren einen kaum zu überschätzenden gesellschaftlichen Beitrag geleistet. Viele Betriebsinhaber setzen sich mit großem persönlichen Einsatz für die Ausbildung junger Menschen mit Fluchthintergrund ein“, erläutert der Geschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, Dr. Axel Fuhrmann. Er betont, dass diese positive Entwicklung daher rühren dürfte, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit, Integrationshelfern und der Kammer selbst besteht. Bei ihren Zwischen- und Abschlussprüfungen werden die ausländischen Azubis außerdem mit zusätzlichem Deutsch- und Nachhilfeunterricht unterstützt.

Ebenfalls eine große Rolle spielen das „Programm der Willkommenslotsen“ und das Programm „Passgenaue Besetzung“. Beides wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Die Programme helfen Unternehmen jeder Größe bei der Suche nach qualifizierten Arbeitnehmern unter den Flüchtlingen. Inzwischen kommen rund 170 Willkommenslotsen auf knapp 110 Kammern und anderen Organisationen der Wirtschaft.

Hohe Erfolgsquoten – vor allem im Handwerk

Im ganzen Jahr 2018 haben die Willkommenslotsen rund 9.650 Geflüchteten zu einer Beschäftigungsmöglichkeit verholfen. Darunter zählen nicht nur Ausbildungen, sondern auch beispielweise Praktika und Einstiegsqualifikationen. Insgesamt 2.900 junge Flüchtlinge unter allen Vermittelten gingen in eine Ausbildung. Den Handwerksorganisationen stehen insgesamt etwa 70 Willkommenslotsen zur Seite. Von den zehn erfolgreichsten Maßnahmeträgern kommen sechs Organisationen allein aus dem Handwerk. Die Quote der ins Handwerk vermittelten Flüchtlinge ist hoch: bereits im ersten Halbjahr 2018 gab es 2.215 Vermittlungen in diese Branche – das entspricht einem Anteil von 50 Prozent aller Vermittlungen in dem Halbjahr.

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Der Mindestlohn im Baugewerbe steigt

Jeder Arbeitnehmer in der Baubranche hat seit 1997 Anspruch auf den Mindestlohn. Dieser liegt immer über der gesetzlichen Lohnuntergrenze. Jetzt wird er erhöht.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die beiden Arbeitgeberverbände der Baubranche haben sich geeinigt: Seit dem 1. März 2019 ist der Mindestlohn für Arbeitnehmer im Baugewerbe höher. Da der Mindestlohn im Bau als allgemeinverbindlich gilt, profitieren auch aus dem Ausland entsandte Arbeiter, Hilfsarbeiter und Arbeitnehmer eines tarifgebundenen Unternehmens von der Erhöhung. Nicht betroffen von der Erhöhung sind jugendliche Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Reinigungskräfte, die für die Reinigungsarbeiten der Räumlichkeiten der Betriebe zuständig sind.

Je nach Tätigkeit variiert der Mindestlohn

Der Mindestlohn im Baugewerbe ist nicht für jeden gleich. Er wird nach zwei Lohngruppen gestaffelt. Dabei bilden Lohngruppe 1 alle Beschäftigten, die einfache Bau- und Montagearbeiten oder einfache Wartungs- und Pflegearbeiten an Baumaschinen und -geräten ausführen. Für diese Tätigkeiten ist keine Regelqualifikation, sondern lediglich die Anweisung einer gelernten Fachkraft nötig. Die Lohngruppe 2 wiederum umfasst alle Beschäftigten, die fachlich begrenzte Arbeiten nach Anweisung ausüben. Dazu zählen zum Beispiel angelernte Spezialtätigkeiten. Die Lohngruppe 2 besteht so allerdings nur in den zehn westdeutschen Bundesländern und in Berlin.

Die Zahlen

Die letzte Änderung des Mindestlohns in dieser Branche liegt etwas mehr als ein Jahr zurück. Seit dem 1. Januar 2018 liegt er in Lohngruppe 1 sowohl in West- als auch in Ostdeutschland bei 11,75 Euro – ab dem 1. März erhöht er sich auf 12,20 Euro. In der Lohngruppe 2 beträgt er seit Anfang 2018 in Westdeutschland noch 14,95 Euro und in Berlin 14,80 Euro. Diese Beträge erhöhen sich im Westen aber jetzt auf 15,20 Euro, beziehungsweise auf 15,05 Euro in Berlin. Diese Steigerungen entsprechen laut den Arbeitgebern einer jährlichen Erhöhung von rund vier Prozent.

Zuschläge oder Zulagen, die für zusätzliche Leistungen des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber berechnet werden, dürfen nicht auf den Mindestlohn angerechnet werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden.

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Das effizienteste Gewächshaus aller Zeiten

Das niederländische Unternehmen Technokas hat ein neuartiges Gewächshaus entwickelt, das nicht nur Energie spart, sondern auch gewinnt. Der Schlüssel dazu: Plexiglas.

Das Betreiben eines Gewächshauses kostet den Besitzer viel Geld: gleichmäßige Temperaturen, gleichmäßige Lichtverhältnisse und genügend Sonnenschutz. Das alles braucht die Pflanzen und das alles kostet Geld. Der Ursprung der Idee zu einem neuen Gewächshaus, das diese Probleme löst, lag bei einem der drei Geschäftsführer des Unternehmens, Hans van Tilborgh. Er sah das Problem, dass nicht alle Sonnenstrahlen, die durch das Glas eines Gewächshauses einfallen, auch von den Pflanzen zum Wachsen gebraucht werden. „Unsere Ausgangsfrage war daher: Wie können wir die überschüssige Sonnenenergie, die ein Treibhaus aufnimmt und nicht verbraucht, nutzbar machen?“, so van Tilborgh. Er arbeitet bereits seit 26 Jahren in der Branche und entwickelt Gewächshausprojekte, Klimaanlagen und Geschäftsräume in den Niederlanden.

Die Lösung

Das entwickelte Gewächshaus hat ein Glasdach, welches die überflüssigen Sonnenstrahlen bündelt und in Energie umwandelt. Dennoch lässt es genügend Strahlen ins Innere, welches die Pflanzen benötigen. Die Idee für das so genannte „Daylight Greenhouse“ stand. Dann ging es an die zehn Jahre lange Entwicklungsphase. Entwickelt wurde dabei das entscheidende Hauptglied der Konstruktion: ein spezielles Dach. Dieses Dach „besteht aus Paneelen mit einer gut isolierenden Doppelverglasung mit darin eingeschlossenen Fresnellinsen. Diese konzentrieren das einfallende Sonnenlicht auf einen Kollektor, der auf zwei Achsen dem Lauf der Sonne folgt und wiederum das Licht in Wärmeenergie umwandelt“, so die Beschreibung des Herstellers. „Das Konzept funktioniert nur im Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten“, erläutert van Tilborgh. „Die gewonnene Energie kann dann entweder zum Heizen bei Nacht oder für den Winter gespeichert werden.“

Herausforderungen in der Entwicklung

Als das Konzept mit den gebrauchten Linsen feststand, ging es an die Suche nach einem geeigneten Material für diese Linsen. Nach viele Tests mit verschiedenen Materialien bewiesen dann aber die Linsen des Kunststoffspezialisten Pekago Covering Technology aus Plexiglas Solar ihr Können. „Wir haben uns für Plexiglas entschieden, weil es über eine hohe Lichtdurchlässigkeit verfügt und – besonders im Vergleich zu anderen Kunststoffen – langfristig stabil ist“, erläutert van Tilborgh.

Die Praxis überzeugt

Seit 2014 bewährt sich in den Niederlanden das erste Daylight Greenhouse, das rund 4.000 Quadratmeter groß ist. Es wird vom Betreiber Teer Laak Orchids genutzt, dieser ist begeistert: „Wir sparen dabei nun 40 Prozent bei den Heizkosten und etwa die Hälfte der Energie, die wir noch benötigen, produziert das Gewächshaus selbst“. Wegen des ausgeglichenen Klimas verliert der Betreibe außerdem merklich weniger Pflanzen an Pilze und Krankheiten. Diese Gründe führten dazu, dass Teer Laak Orchids im Sommer letzten Jahres auch noch ein zweites der Gewächshäuser in Betrieb nahm, welches mehr als zehnmal so groß ist, wie das erste.

Außer für Orchideen eigne sich das Daylight Greenhouse auch für andere Pflanzen, die nicht allzu viel Sonnenlicht brauchen und gut im Schatten gedeihen. „Das trifft beispielsweise auf viele Topfpflanzen zu. Gemüse wie Tomaten oder Gurken hingegen benötigen in der Regel so viel Sonnenlicht wie möglich“, so der Gewächshausbauer van Tilborgh.

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Möglicher Einspruch gegen Zoll-Einstufung

Wurde das Nutzfahrzeug eines Handwerkers vom Zoll fälschlicherweise als PKW eingestuft, kann und sollte er Einspruch einlegen – denn die Verwechslung kann teuer werden.

Oft ist für den Zoll nicht eindeutig, welche Art von Fahrzeug er da eigentlich vor sich hat: So kann ein leichtes Nutzfahrzeug von den Zollbeamten fälschlicherweise schnell mal als PKW eingestuft werden. Auch bei LKW, die steuerrechtlich genau wie Nutzfahrzeuge behandelt werden, sind Fehleinstufungen zum PKW keine Seltenheit. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) weist darauf hin, dass diese Fehler die Betriebe im Jahr mehrere Hundert Euro pro Fahrzeug kosten können.

Die Ursache für die Komplikationen liegt in einer Gesetzesänderung von 2012, die die steuerlichen Vorteile von Pick-ups einschränken sollte. Demnach sollen leichte Nutzfahrzeuge als PKW eingestuft werden, falls der Nutzen der Personenbeförderung überwiegt. Seit November 2018 verschickt der Zoll nun zahlreiche korrigierte Steuerbescheide.

Tipps für alle Betroffenen

Der ZDH rät den betroffenen Betrieben, ihren Zulassungsbescheid direkt zu überprüfen und Einspruch einzulegen, falls solch ein Fehler aufgetreten ist. Dieser Einspruch kann bis zu vier Wochen nach dem Erhalt des Bescheids eingelegt werden und ist kostenlos möglich. Wichtig bei der folgenden Überprüfung ist dann, ob das Fahrzeug überwiegend für den Personentransport oder als Nutzfahrzeug eingesetzt wird. Dies wird bestimmt, indem das Verhältnis von Ladefläche zum Rest des Fahrzeugs eingeschätzt wird. Überwiegt die Ladefläche, gilt es steuerrechtlich weiterhin als Nutzfahrzeug. Um die Einschätzung leichter zu machen, sollten die Handwerker beim Einspruch zusätzlich auch Fotos vom Fahrzeug einreichen.

Handwerker aufgepasst!

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Wer sich in seinem Gebiet auskennt und zudem rechtzeitig weiß wann in seiner Region ein neues Bauprojekt ansteht, hat eine größere Chance sich neue Aufträge zu sichern. Helden am Bau hilft dabei, die richtige Ausschreibung passend zum eigenen Gewerk zu finden – schnell und unkompliziert.

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Deutschland hat stolze Handwerker

Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage würden sich mehr als drei Viertel aller deutscher Handwerker wieder für ihren Beruf entscheiden, wenn sie könnten.

Die Umfrage wurde im Rahmen einer von CWS-boco in Auftrag gegebenen Studie im November 2018 durchgeführt. Die wohl wichtigste und erfreulichste Zahl: 96 Prozent aller Handwerker sind stolz darauf, in ihrem Handwerk zu arbeiten. In der Bau- und Ausbaubranche, der Dachdecker- und Zimmererbranche, sowie im Garten- und Landschaftsbau sind sogar alle stolz auf ihren Beruf.

Die Umfrage ergab auch, dass etwa 62 Prozent aller Befragten sich in der Gesellschaft als Handwerker wertgeschätzt und respektiert fühlen. Am höchsten liegt die gefühlte Wertschätzung in der Metall- und der Malerbranche mit 73 und 70 Prozent.

Kundenumgang

Der Stolz kommt aber nicht nur von der gesellschaftlichen Wertschätzung. Mit 68,3 Prozent gab die Mehrheit an, auch mit den Auftraggebern einen respektvollen Umgang zu pflegen. Besonders wertgeschätzt von den Kunden fühlten sich die Maler mit 90 Prozent. Der niedrigste Anteil lag bei den Dachdeckern und Zimmerern mit 55,5 Prozent.

Das weibliche Handwerk

Die Studie geht auch auf das Ansehen und die Bezahlung von Frauen im Handwerk ein. So sind mit ihrer Bezahlung 53 Prozent aller männlichen Handwerker zufrieden, dagegen aber nur 36,6 Prozent der weiblichen Fachkräfte. Insgesamt wünschen sich also mehr als 50 Prozent aller Handwerker eine bessere Bezahlung. Auch gaben von allen Befragten nur 57,9 Prozent an, dass Frauen und Männer gleich viel Anerkennung in der Handwerksbranche erfahren. Dabei liegt der größte Anteil mit dieser Ansicht mit 65 Prozent wieder bei den Malern. In der Metallbranche geben nur 46,2 ein gefühltes ausgeglichenes Verhältnis an.

Arbeitskleidung als wichtiger Eindruck

Ein weiterer Teil der Studie geht auf die Optik im Beruf ein. So geben 98,5 Prozent aller Befragten an, dass gepflegte Berufskleidung bei den Kunden einen guten Eindruck hinterlässt. 84,4 Prozent der Handwerker legen hierbei Wert darauf, was sie im Arbeitsalltag anziehen. 43,7 Prozent können sich sogar vorstellen, die Kleidung im privaten Alltag zu tragen. Für das Waschen und die Pflege der Arbeitskleidung sind insgesamt drei Viertel der Fachkräfte zuständig. Dabei sehen 78,4 Prozent diese Zuständigkeit allerdings klar beim Arbeitgeber.

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Zoll stoppt Schwarzarbeit bald noch effektiver

Die Sondereinheit „Finanzkontrolle Schwarzarbeit” vom Zoll erhält etwa 5.600 neue Mitarbeiter und neue Befugnisse. Das soll im Kampf gegen Schwarzarbeit starkmachen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich für ein neues Gesetz stark gemacht und dieses in die Wege geleitet. Dabei geht es um das Vorgehen gegen illegale Beschäftigungen, Schwarzarbeit und Vergehen wie Sozialleistungsbetrug und Kindergeldmissbrauch.

Dadurch kommen auf den Zoll und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) neue geforderte Kompetenzen und Fachkräfte zu. Um dem kommenden Druck gewachsen zu sein, ist in der aktuellen Finanzplanung bis 2026 bereits eine Aufstockung um 2.100 Mitarbeitern geplant. Durch das neue Gesetz und die geforderten Kompetenzen sollen dann zusätzlich noch 3.500 weitere Stellen für die FKS geschaffen werden.

1,8 Milliarden Euro Schäden durch illegale Arbeit

In den vergangenen zwei Jahren 2017 und 2018 wurden bei Kontrollen vom Zoll Schäden von etwa 1,8 Milliarden Euro aufgedeckt. Man vermutet aber, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte. Der Zoll sieht daher beim Staat die Aufgabe, illegale Beschäftigungen und Schwarzarbeit sowie Sozialleistungsbetrug einzudämmen und die Einhaltung von Mindestarbeitsbedingungen zu sichern.

Das kommende Gesetz soll sowohl die ehrlichen Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer schützen. Außerdem geht es gegen Bezahlung unter dem Mindestlohn und Sozialleistungsbetrug vor. „Zugleich sichert das Gesetz die für Zukunftsinvestitionen benötigten staatlichen Einnahmen, stärkt rechtstreue Unternehmen durch einen fairen Wettbewerb und erhöht die Chancen von Arbeitslosen auf legale Beschäftigung“, heißt es vom Bundesministerium.

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BG BAU fördert Schutz vor Kopfverletzungen

Trotz Kopfschutz kommt es durch verrutschte Helme bei Arbeitsunfällen oftmals zu verheerenden Kopfverletzungen. Die BG BAU fördert daher Helme mit Vier-Punkt-Kinnriemen.

Eine umfassende Gefährdungsbeurteilung mit anschließenden Schutzmaßnahmen kann die Unfallgefahr drastisch senken. Hierzu gehört beispielsweise auch das Tragen von Schutzhelmen an Orten, wo sich die Beschäftigen den Kopf stoßen können, etwa auf Baugerüsten. Auch herabfallende Teile wie Schrauben, Steine oder Gerüstteile können schnell zur Gefahr werden.

„Deshalb ist die Arbeit auf der Baustelle ohne Schutzhelm leichtfertig und hat oft tragische Folgen“, erklärt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Zudem entstehen zusätzliche Gefahren für den Kopf, wenn Berufstätige ihre Helme verlieren, weil sie etwa in gebeugter Haltung arbeiten und so ihren Schutz gegen Stöße oder fallende Objekte verlieren. Eine weitere Unfallursache sei es, wenn der Helm beim Stolpern oder Rutschen abfällt und die Betroffenen mit ihrem Kopf beim Fallen oder beim Aufprall auf dem Boden anschlagen. Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht solche Risiken. So verzeichnete die BG BAU im Jahr 2017 fast 6.500 Arbeitsunfälle mit Kopfverletzungen. Außerdem geht die BG BAU von einer hohen Dunkelziffer kleinerer Unfälle aus, die nicht meldepflichtig sind, weil sie nicht zu Ausfallzeiten führen.

Helme hätten schlimmeres verhindert

Es überrascht daher wenig, dass viele Unfälle glimpflicher ausgegangen wären, wenn die Betreffenden einen Schutzhelm mit geschlossenem Kinnriemen getragen hätten. „Die von der BG BAU geförderten Helme haben einen Vier-Punkt-Kinnriemen, bieten einen erhöhten Tragekomfort und bleiben im Falle eines Falles dort, wo sie hingehören – auf dem Kopf“, so Arenz. Allerdings erfülle ein einfacher Bergsteigerhelm nicht die für Baustellen notwenigen Anforderungen. Vielmehr müsse darauf geachtet werden, dass die eingesetzten Helme für die Baustellenarbeit geeignet sind. Das heißt, sie müssen nach der Norm für Industrieschutzhelme EN 397 gefertigt sein.

Sind die Köpfe der Beschäftigten in Gefahr, sind Arbeitgeber in der Pflicht, Arbeitsschutzhelme bereit zu stellen. Für gewerbliche Mitgliedsunternehmen fördert die BG BAU durch ihre Arbeitsschutzprämien daher die Anschaffung geeigneter Helme. Weitere Informationen zu der Förderung gibt es hier .

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Holzhaus – Do it yourself

Absolventen der TH Köln entwickelten in ihrer Masterarbeit ein Konzept, mit dem ein Holzhaus ganz ohne Vorkenntnisse selbst gestaltet und selbst gebaut werden kann.

„Hammer, Akku-Schrauber und zwei Personen – mehr braucht es auf der Baustelle nicht, um mit unserem System ein bis zu dreistöckiges Einfamilienhaus zu bauen“, bringt Max Salzberger das Besondere seiner Masterarbeit auf den Punkt, die er gemeinsam mit Michael Lautwein geschrieben hat. Der Förderpreis des Kölner VDI-Bezirks würdigte die Arbeit jetzt und vergab den mit 2.000 Euro dotierten Preis an die beiden ehemaligen Architekturstudenten für ihr Bausystem SimpliciDIY.

Dies bedeutet aber noch lange nicht das Ende des Projektes: SimpliciDIY soll so weiterentwickelt werden, dass es als Open-Source-Lösung von allen genutzt werden kann. Denn das Ziel ist es, Bauherren mit kleinem Budget, aber der Bereitschaft zur Eigenleistung, den Bau von eigenem Wohn- oder auch Arbeitsraum möglich zu machen. Weiterer Pluspunkt des Systems: Durch die Holzbauweise und die Fertigung vor Ort sind die Gebäude besonders nachhaltig.

Selbstdesigntes Eigenheim

Bauherren können mit Hilfe der Software, die momentan noch ein Prototyp ist, eigene Häuser planen und designen oder aber einen der bestehenden Entwürfe nutzen. Der Entwurf dient dann als Grundlage, um die benötigten Teile zu berechnen. „Die Rahmenkonstruktion wird aus Doppel-T-Trägern aus Holz gefertigt. Verbunden werden die Träger mit von uns entwickelten Knotenpunkten aus Holzplattenwerkstoffen. Die weltweite Verfügbarkeit der Werkstoffe war ein entscheidendes Kriterium bei der Materialwahl. Die nötigen Fertigungsdaten werden kostenfrei online zur Verfügung gestellt und können mit einer CNC-Fräse in jeder Tischlerei hergestellt werden“, erklärt Lautwein. Das fertige Haus nach dem Entwurf der Masterabsolventen besteht fast vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen. Nur für die Schrauben, Fenster, Türen und Leitungen gibt es noch keine nachhaltigere Lösung.

Im Austausch mit Fachkräften

Damit die Abläufe und die Problemstellungen in der Produktion und auf der Baustelle berücksichtigt werden können, wendeten die beiden Masterabsolventen sich an Handwerksbetriebe und Werkstoffproduzenten. Auch die Planungs- und Produktionswege im Häuserbau nahmen sie genauer unter die Lupe.

In den nächsten Semestern soll gemeinsam mit Studierenden der TH Köln ein erstes Haus auf Grundlage von SimpliciDIY entstehen, so dass die nötigen Nachweise für die baurechtliche Zulassung erbbracht werden können.