Top-Einbauelemente kommen nach Deutschland

Die Nummer eins im europäischen Markt für Einbauelemente für Dreh- und Schiebetüren kommt nach Deutschland und will den deutschen Markt erobern.

Rund 400.000 produzierte Elemente im Jahr und die besten Absatzzahlen auf dem gesamten europäischen Markt in ihrem Gebiet: Damit lässt sich die Scrigno GmbH in einem Satz zusammenfassen. Mit David Rodrigues Duarte als Geschäftsführer haben sie nun auch einen Standort in Deutschland. Das Unternehmen besteht bereits seit über 30 Jahren und kommt aus der Nähe von Rimini in Italien. Duarte will das Geschäft mit dem neuen Sitz in Frankfurt am Main auch in Deutschland etablieren. Mit einer ganzen Fülle von Schiebetür-Systemen und allerlei Zubehör und Kits für die Einbauelemente, prägt das Unternehmen seit vielen Jahren das gesamte Marktsegment.

Vor rund zwei Jahren beauftragte die Firma eine Unternehmensberatung damit, gezielt nach Persönlichkeiten zu suchen, die der Geschäftsführung in Deutschland mit ausreichend Know-how gewachsen ist. Der Name David Rodrigues Duarte fiel bei der Recherche immer wieder und letztendlich fiel die Wahl auf ihn. Duarte gehört zu einem kleinen Kreis von Experten, die das Thema Einbauelemente für Schiebetüren in Deutschland stark beeinflusst haben. Als Geschäftsführer von Wingburg, einem weiteren Spezialisten für Schiebetüren, hat er sein Unternehmen schnell an den Start gebracht und in wenigen Jahren am Markt platziert. Auch als Vertriebsleiter bei Eclisse, das wie Scrigno auch seine Wurzeln in Italien hat, hat er noch vor seiner Zeit bei Wingburg fachspezifische Erfahrungen gesammelt und das Marktsegment weiter geprägt. Als geschäftsführender Gesellschafter der Scrigno Deutschland GmbH freut sich Herr Duarte „auf die spannendste Funktion, die dieses stark wachsende Marktsegment im Moment zu bieten hat.“

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Ehrenpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises verliehen

Stararchitekt Bjarke Ingels aus Dänemark kann sich über den Ehrenpreis des diesjährigen Deutschen Nachhaltigkeitspreises freuen. Er überzeugt mit besonderen Gebäuden.

„Bjarke Ingels ist der Architekt unserer Zeit“, schwärmt der Initiator der Auszeichnung, Stefan Schulze-Hausmann. „Er nimmt die wichtigsten globalen Strömungen auf und setzt sie in spektakuläre Bauwerke um, die dem Menschen dienen und neue Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit setzen.“

Laut der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis hat sich der Architekt der Bjarke Ingels Group in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Architekten entwickelt. Er zeige der Welt, „dass saubere Technologien grenzenlose Möglichkeiten bieten und soziale Verantwortung mit architektonischer Extravaganz zusammengehen kann.“ Zu seinen bekanntesten Werken gehört zum Beispiel das pyramidale Bauwerk VIA 57 im Westen Manhattans, das bereits 2016 den Internationalen Hochhaus Preis gewann. Auch ist er durch die Planung am „2 World Trade Center“ bekannt. Ein besonders nachhaltiges Werk ist das Müllheizkraftwerk „Copenhill“ in Kopenhagen: es wird in Zukunft nicht nur Großteile der Stadt mit Energie versorgen, sondern produziert auch noch mehr sauberes Wasser, als es verbraucht. Außerdem dient es durch die Gestaltung des Dachs als Skipiste und Naherholungsgebiet. Am 22. November 2019 wird der Architekt seinen Preis entgegennehmen.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur

Noch bis zum 7. Juni 2019 können sich Bauherren, Architekten oder Nutzer von Neu- und Bestandsbauten um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur bewerben. Dabei ist eine Nachhaltigkeitszertifizierung keine Bedingung für eine Bewerbung.

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Handwerker haften nicht immer bei Mängeln

Treten Tage oder Wochen nach handwerklichen Leistungen Mängel am Werk auf, können die Handwerker nicht immer dafür haftbar gemacht werden. Worauf man achten muss.

Handwerksbetriebe müssen ein mangelfreies Werk herstellen, das sagt das Werkvertragsrecht. Laut dem Bauvertragsrecht muss ein Werk zusätzlich allgemein anerkannte Regeln der Technik erfüllen, um als mangelfrei zu gelten. Werden diese beiden Punkte eingehalten, gilt ein Werk also als mängelfrei. Oft geben schon die Hersteller bestimmte Vorgaben an, unter denen ein Werk hergestellt werden soll, damit es mängelfrei ist. Aber was passiert, wenn der Handwerker diese Vorgaben beachtet hat und nach Vollendung trotzdem Mängel am Werk auftreten? Das musste das Oberlandesgericht in Hamm in einem aktuellen Fall entscheiden.

Der Fall

So wurde ein Unternehmen damit beauftragt, diverse Bauleistungen für einen Kunden zu erledigen. Dazu gehörte auch die Abdichtung des Kellers. Beim Erfüllen dieses Auftrags befolgten die Auftragnehmer die Vorgaben des Herstellers zum Material und der Verarbeitung. Nachdem das Gebäude allerdings bezogen wurde, zeigte sich Feuchtigkeit im Kellergeschoss. Der Kunde machte Mängelrechte gegen den Unternehmer geltend, die Sache ging vor Gericht.

Das Urteil

Hier war die Entscheidung allerdings eindeutig: der Bauunternehmer habe die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten und ist professionell vorgegangen. Auch hat die Verklebung der Abdichtung den Herstellervorgaben entsprochen. Unter diesen Umständen wurden die Mängelansprüche vom Gericht zurückgewiesen.

An diesem Fall wird deutlich, was sowohl für alle Handwerker als auch Auftraggeber im Falle von Mängeln zu beachten ist: weist ein Werk einerseits die vereinbarte Beschaffenheit auf und entspricht andererseits den allgemein anerkannten Regeln der Technik (die oftmals den Herstellervorgaben entsprechen), gilt es als mängelfrei und der Kunde kann auch nach Auftreten von Mängeln keine Mängelrechte geltend machen. Alle Auftragnehmer sollten allerdings immer sichergehen, dass die Herstellervorgaben mindestens den allgemein anerkannten Regeln entsprechen. Liegen diese Vorgaben nämlich darunter und werden vom Handwerker befolgt, kann ein Werk als mangelhaft gelten und somit den Auftragnehmer haftbar machen.

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Tachopflicht für Handwerker: EU beweist Realitätssinn

Nach viel Gegenwind und langen Diskussionen hat das EU-Parlament neue Reglungen zur Tachographenpflicht beschlossen, die auch Ausnahmen für Handwerksbetriebe beinhalten.

„Die Europaabgeordneten haben Realitätssinn bewiesen“, kommentiert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) die Entscheidung aus Brüssel. Die Entscheidung das Handwerk durch eine Eingrenzung auf grenzüberschreitenden Warentransport und den Werkverkehr weitestgehend von der Ausweitung der Tachographenpflicht auszunehmen, sei realistisch, da sie sich am Arbeitsalltag der Handwerksbetriebe orientiere, so Schwannecke.

Genaue Reglungen und Ausnahmen

Grundsätzlich hat das Plenum des Europäischen Parlaments den Bericht zum digitalen Paragraphen angenommen und sich nach monatelangen Diskussionen auf einen Kompromiss einigen können. Die Einbaupflicht wurde zwar auf Fahrzeuge zwischen 2,4 und 3,5 Tonnen ausgeweitet, damit der steigende Speditionsverkehr in dieser Gewichtsklasse reguliert werden kann, die Pflicht beschränkt sich dabei aber auf den grenzüberschreitenden Warentransport. Innerhalb Deutschlands greift die Pflicht erst ab 3,5 Tonnen.

Außerdem wurde die sogenannte Handwerkerausnahme erweitert: Wenn die Fahrzeuge in einem Umkreis von 150 Kilometern vom Unternehmenssitz unterwegs sind, sind sie bis zu einem Gewicht von 7,5 Tonnen von der Tachographenpflicht ausgenommen. Für Handwerker, die mit leichten Nutzfahrzeugen unterwegs sind, gilt die Pflicht nicht. Transporter zwischen 2,4 und 3,5 Tonnen, die für die Güterbeförderung im Werkverkehr eingesetzt werden, sind ausgenommen, wenn die Haupttätigkeit des Fahrers nicht im Fahren besteht. Die Ausnahme gilt auch, wenn Landesgrenzen überquert werden.

Positive Reaktionen

Besonders für Handwerker mit grenzüberschreitendem Verkehr sei es eine gute Entscheidung. Viele Dachdecker, Bäcker und Tischler in den Grenzgebieten zu Polen, Frankreich und den Niederlanden bieten ihre Produkte und Dienstleistungen auch jenseits der Grenze an. Dafür bräuchten sie pragmatische und realitätsnahe Lösungen, die den tatsächlichen Arbeitsalltag im Handwerk abbilden. „Vor diesem Hintergrund ist die heutige Entscheidung im Grundsatz positiv zu bewerten, insbesondere da weitere Verbesserungen auch für den heute schon betroffenen Gewichtsbereich über 3,5 Tonnen umgesetzt werden“, so der Generalsekretär des ZDH.

„Mit dem Beschluss konnten wir weitere Bürokratie und Belastungen fürs Bäckerhandwerk abwenden“, erklärt Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. „Darüber hinaus bewerten wir positiv, dass eine generelle Ausdehnung der Handwerkerausnahme auf 150 Kilometer erreicht wurde, die auch für die Handwerksbäckereien gilt.“ Ein Problem sei aber trotzdem weiterhin die viel zu enge Auslegung der Handwerkerausnahme durch Behörden in mehreren Bundesländern.

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Achtung: Abwerbeversuche im Handwerk!

Immer öfter kommt es vor, dass Headhunter auch Mitarbeiter von Handwerksbetrieben kontaktieren. Für die vom Fachkräftemangel betroffenen Betriebe keine gute Nachricht.

Ein Fall in der Nähe von Mannheim sorgt für Aufsehen: Vor dem Gelände einer mittelständischen Schreinerei hat ein Headhunter die Mitarbeiter gefragt ob sie denn bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber noch zufrieden seien und ihnen seine Visitenkarte gegeben. Das Ganze fand offenbar im Auftrag eines großen deutschen Automobilherstellers statt. Vor dem Hintergrund des sowieso schon herrschenden Fachkräftemangels in den Handwerksbetrieben eine brisante Situation. Detlev Michalke von der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald ist erstaunt: „Für mich war das neu, ich habe zum ersten Mal gehört, dass Headhunter sich auch für Mitarbeiter von Handwerksbetrieben interessieren.“ Aber er ist auch alarmiert: „Die Betriebe haben bereits immense Probleme ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, überall fehlen Auszubildende, Gesellen und Meister.“ Laut Bundesagentur für Arbeit sind zurzeit rund 150.000 Stellen im Handwerk offen. Der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) geht allerdings von einer viel größeren Dunkelziffer und bis zu 250.000 unbesetzten Stellen aus.

Mehrere Fälle von Abwerbeversuchen

Der Fall bei Mannheim ist dabei nicht der einzige. Vor einiger Zeit gab es Versuche Fleischerei-Fachverkäufer von Metzgereien abzuwerben, so berichtete die „Schwäbische Zeitung“. Bei einem Elektrobetrieb im Landkreis Freudenstadt legten sich die Headhunter mit fast krimineller Energie ins Zeug. So hatten die Personalberater unter dem Vorwand von der örtlichen Handwerkskammer zu kommen und mit den Angestellten über Qualifizierungsmaßnahmen sprechen zu wollen, die privaten Telefonnummern erfragt. Mitarbeiter, die mit der Weitergabe ihrer Daten einverstanden gewesen waren, wurden im Anschluss von Headhuntern kontaktiert, die sie für ein anderes Unternehmen abwerben wollten. Die zuständige Handwerkskammer Reutlingen hatte dabei rein gar nichts damit zu tun.

Rechtliche Grenzen

Johan-Michel Menke, Fachanwalt für Arbeitsrecht, stellt klar, dass ein Abwerben von Mitarbeitern auf normalen Weg aber nicht verboten sei. Dennoch gebe es Grenzen, die einzuhalten seien. „Unternehmen dürfen Mitarbeiter der Konkurrenz nur abwerben, wenn sie sie auch wirklich einstellen wollen und nicht nur, um die Konkurrenz zu schwächen“, sagte Menke gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung. Auch Mitarbeiter dazu zu bewegen Vertragsbruch zu begehen, indem sie beispielsweise ohne Grund fristlos oder unter Nichtbeachtung der Kündigungsfrist kündigen, sei nicht zulässig. „Unzulässig ist darüber hinaus das störende Eindringen in die Geschäftssphäre des Konkurrenten zum Zwecke des Abwerbens seiner Mitarbeiter“, ergänzt Menke. Das Betreten des Betriebsgeländes ist Headhuntern also nicht gestattet.

Erhalten Angestellte einen einmaligen Anruf von Headhuntern, stelle dies noch keinen unlauteren Eingriff in den Gewerbebetrieb dar, erläutert der Rechtsexperte. Wiederholen sich die Anrufe bei mehreren Mitarbeitern, sieht die rechtliche Lage hingegen anders aus: Wird ein Betrieb Opfer solcher unlauteren Abwerbeversuche, kann er Unterlassungsansprüche gegenüber dem Abwerbenden geltend machen. Wegen „sittenwidriger Schädigung oder wegen Eingriffs in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb“ kommen so unter Umständen sogar Schadensersatzansprüche in Betracht.

Rechte der Arbeitnehmer

Mitarbeiter haben generell natürlich die Möglichkeit, sich mit Vertretern anderer Firmen über ein potenzielles neues Arbeitsverhältnis auszutauschen, macht Niclas Volkening, Unternehmensjurist bei der Reply AG in Gütersloh, die Rechte von Arbeitnehmern deutlich. Finden solche Gespräche aber in der Arbeitszeit statt, gibt es natürlich Grenzen. Angestellte sind nicht verpflichtet ein erstmaliges Gespräch direkt zu beenden. Ein Austausch der Kontaktdaten, damit ein Gespräch außerhalb der Arbeitszeiten stattfinden kann, ist immer möglich. „Vertragswidrig würde sich der Arbeitnehmer hingegen verhalten, wenn er während der Arbeitszeit ein längeres oder gar mehrere Gespräche mit dem potenziellen neuen Arbeitgeber führt“, so Volkening. „Dies würde einerseits einen Verstoß gegen seine Arbeitspflicht während der Arbeitszeit, andererseits aber gegebenenfalls auch gegen seine Treuepflicht darstellen.“

Detlef Michalke von der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald sieht Abwerbeversuche nicht nur als Kompliment für die Mitarbeiter, sondern auch als Weckruf für die betroffenen Unternehmen. Diese müssten sich die Mitarbeiterzufriedenheit genau anschauen und gegebenenfalls mehr für diese tun. Nicht nur das Gehalt, sondern auch der Wohlfühlfaktor und eine gute Arbeitsatmosphäre seien auschlaggebend um Mitarbeiter zu binden und zu halten. „Denn zufriedene Mitarbeiter wollen nicht weg.“

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Wann hat der Handwerker Anspruch auf Vergütung?

Der Handwerker hat die vereinbarte Leistung erfüllt und ist bereit für die Abnahme. Doch was hat er für Rechte, wenn sich der Auftraggeber vor dieser Abnahme drückt?

Wird eine handwerkliche Leistung fertiggestellt, folgt eine durch den Auftraggeber initiierte Abnahme der Werkleistung. Dabei nimmt er die vertragsmäßige Leistung entgegen und erkennt sie an. Erst dann hat der Handwerker einen Vergütungsanspruch, so steht es im Gesetz. Doch in einem besonderen Absatz des Gesetzes ist außerdem von einer sogenannten „fiktiven Abnahme“ die Rede. Damit ein Handwerker dieses Recht der fiktiven Abnahme aber in Anspruch nehmen kann, muss er gewisse Voraussetzungen erfüllen: das Werk muss vollständig fertiggestellt sein. Auch muss von ihm selbst eine Abnahmeaufforderung erfolgen. Das kann zwar mündlich passieren, schriftlich ist das ganze allerdings leichter nachzuweisen und nachzuverfolgen. Außerdem muss dem Auftraggeber eine angemessene Frist gesetzt werden, am besten zusammen mit der Abnahmeaufforderung.

Grundsätzlich ist eine Frist dann gerecht, wenn dem Auftraggeber genug Zeit gegeben wird, eine zufriedenstellende Leistung als solche zu überprüfen und zu bestätigen. Das kann von Fall zu Fall eine andere Frist sein. In der Regelung wird allerdings eine Zeit von zwölf Werktagen als angemessen vorgegeben. Diese läuft dann meist ab dem Zeitpunkt ab, zu dem der Auftraggeber den Antrag erhalten hat. Unklar ist, ob solch eine angemessene Frist auch dann gesetzt werden muss, wenn der Auftraggeber bereits eine Abnahme verweigert hat. Wenn aber innerhalb der Frist keine Mängel durch den Auftraggeber beanstandet wurden, ist die letzte Voraussetzung für die fiktive Annahme erfüllt.

Abgelaufene Frist

Hat der Auftraggeber nach Ablauf der Frist immer noch keine Abnahme der Werkleistung vorgenommen, aber auch keine Verweigerung unter Angabe eines Mangels geltend gemacht, hat der Handwerker spätestens dann einen Anspruch auf den vereinbarten Werklohn, den er auch gerichtlich einfordern kann. Der Auftraggeber muss sich dann so behandeln lassen, als hätte er das Werk abgenommen.

Die fiktive Abnahme verhindern kann der Auftraggeber dadurch, dass er mindestens einen Mangel am Werk einwendet. Dabei ist es egal, ob dieser Mangel augenscheinlich erheblich ist oder nicht. Wendet er während der Frist keine Mängel ein, kann er nach der Abnahme keine (auch erheblichen) Mängel mehr beanstanden.

Notfall-Lösung: Zustandsfeststellung

Verweigert der Auftraggeber die Abnahme eines Werkes grundsätzlich, kann der Handwerker eine gemeinsame Zustandsfeststellung verlangen. Dabei schauen sich beide Parteien gemeinsam die Leistung an. Verpasst der Auftraggeber diesen Termin ohne triftigen Grund, kann der Handwerker eine einseitige Zustandsfeststellung vornehmen. Versieht er diese mit einem Datum und einer Unterschrift, ist sie rechtlich bindend für den Auftraggeber. Wurden keine Mängel angegeben, gilt das Werk als abgenommen und auch bei später auftretenden Mängeln hat der Handwerker keine Behebungs-Pflicht oder ähnliches. Das Mitwirken des Auftraggebers bei der gesamten Abnahme liegt also in seinem eigenen Interesse.

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Die EU ist wichtig für das Handwerk

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bekennt sich ganz klar zur Europäischen Union und macht deutlich, wie wichtig sie für Bürger und Unternehmen ist.

Sieben Seiten hat das Dokument, in dem der Verband herausstellt, dass die Union nicht nur für das Handwerk wichtig ist. „Europa – Wert und Mehrwert“ lautet der Titel des Papiers. „Die Europäische Union muss auch in der Zukunft Friedens-, Wohlstands- und Sicherheitsgarant bleiben“, heißt es in der Einleitung seitens des ZDH-Präsidenten Hans Peter Wollseifer. „Das Handwerk ist für ein Europa, das groß ist in den großen Fragen, und das sich klein macht bei den Fragen, die sich besser im kleineren nationalen Rahmen lösen lassen. Sicherheit, Migration, internationaler Wettbewerb, Klimawandel: Da brauchen wir mehr Europa – und nicht weniger. Gleichzeitig bleibt das Prinzip der Subsidiarität wichtig: Was die Mitgliedsstaaten besser regeln können als die EU, das sollen sie auch weiterhin selbst regeln können. Eingriffe etwa in die nationalen Kompetenzen zur Berufsregulierung lehnen wir ab“, sagte Wollseifer.

Herausforderung Brexit

Der Präsident warnt auch vor den Folgen des Brexits, vor allem vor denen eines „No-Deal-Brexits“. Da das Handwerk Zulieferer für die deutsche Industrie sei, würden die Betriebe die Folgen mittelbar zu spüren bekommen. „Ungeachtet der ohne Zweifel bestehenden Herausforderungen ist nicht die EU das Problem, wie es uns derzeit Viele einreden wollen, sondern im Gegenteil: Die EU ist die Lösung. Das Handwerk sagt Ja zu Europa“, so Wollseifer.

Insgesamt fordert der ZDH vor allem Verbesserungen für mittelständische Betriebe. Die EU müsse weiter auf den bisherigen Errungenschaften aufbauen und insgesamt noch „wettbewerbsfähiger, innovativer und mittelstandsfreundlicher werden“. Zu hohe bürokratische Auflagen würden insbesondere kleine mittelständische Unternehmen momentan sehr belasten. Von den europäischen Förderprogrammen aber würden kleinere und mittlere Unternehmen deutlich profitieren. So fließen laut Angaben des Verbands 20 Prozent der gesamten Mittel der Regionalförderung in Deutschland an mittelständische Betriebe.

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Brauchen Betriebe bald Toiletten für drittes Geschlecht?

Seit Januar 2019 gibt es neben männlich und weiblich das dritte Geschlecht divers. Unternehmen fragen sich nun, ob sie für eine neue getrennte Toilette sorgen müssen.

Bei Stellenanzeigen sind die Änderungen bereits wirksam. Hier wird immer nach (m/w/div.) gesucht. Das Geschlecht divers tragen intersexuelle Personen, die biologische Merkmale beider Geschlechter aufweisen. Die Anerkennung des dritten Geschlechts hat, wie in den Stellenanzeigen, auch Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. So fragen sich Unternehmen zunehmend: Müssen wir jetzt eine neue getrennte Toilette einrichten? Doch nach der aktuellen Rechtsgrundlage ist das definitiv nicht nötig, das betonte zuletzt die Handwerkskammer zu Köln.

Kennzeichnung beachten

Für die Nutzung von WCs gibt es allerdings bestimmte Handlungsvorschläge. Hier gelten nach wie vor die „Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR)“. Nach diesen darf in einem Betrieb mit bis zu neun Beschäftigten auf eine nach Geschlechtern getrennte Toilette verzichtet werden, sofern eine zeitlich getrennte Nutzung der gemeinsamen Toilette möglich ist. Bei mehr als zehn Beschäftigten bedarf es allerdings getrennter Toiletten. Zwar gibt es noch keine bestimmten Regelungen dazu, wie man das dritte Geschlecht berücksichtigen kann, mit einfachen Änderungen umgeht man allerdings eine mögliche Diskriminierung. So sollte auf einer gemeinsam genutzten Toilette eine Kennzeichnung das dritte Geschlecht mithilfe einer Abkürzung (d. oder div.) oder einem passenden Symbol ausgeschildert werden. Auch bei getrennten Toiletten empfiehlt es sich, beide Türen mit einer ergänzenden Beschriftung zu versehen. In Handwerksbetrieben mit Kunden-WCs sollte man ebenfalls eine geeignete Kennzeichnung anbringen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Handwerker aufgepasst!

Öffentliche Ausschreibungen sind für viele Handwerksbetriebe die ideale Gelegenheit, um neue Aufträge zu generieren. Helden am Bau bietet jetzt noch mehr Möglichkeiten.

Wer sich in seinem Gebiet auskennt und zudem rechtzeitig weiß wann in seiner Region ein neues Bauprojekt ansteht, hat eine größere Chance sich neue Aufträge zu sichern. Helden am Bau hilft dabei, die richtige Ausschreibung passend zum eigenen Gewerk zu finden – schnell und unkompliziert.

Jetzt noch einfacher mit öffentlichen Ausschreibungen arbeiten

Damit Handwerksunternehmen noch vor allen anderen von relevanten öffentlichen Ausschreibungen erfahren, hat Helden am Bau seinen Service erweitert. Die wichtigste Neuerung: Öffentliche Ausschreibungen werden jetzt noch schneller bereitgestellt. Zudem erhalten die Ausschreibungen sämtliche relevanten Informationen, die es zu einer erfolgreichen Bewerbung braucht: Nutzer profitieren von der Anzeige der Vergabenummer, des Submissionstermins sowie der Bekanntmachungstexte. Dadurch lassen sich mehr Ausschreibungen noch schneller finden, alle Informationen direkt auf Helden am Bau ansehen sowie Bekanntmachungstexte vollständig einsehen.

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Sexistische Werbung – Handwerk fällt negativ auf

Der Werbekodex des Deutschen Werberats soll Unternehmen Orientierung bieten. Einige schießen trotzdem über das Ziel hinaus. Auch Handwerksbetriebe sind häufig dabei.

Werbung darf erotisch sein – auch nach den Vorgaben des Deutschen Werberats. Die Grenze zieht die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft aber klar bei Sexismus. Werbung, in der Personen zum reinen Objekt sexueller Begierde degradiert werden, stellt für den Rat das Negativbeispiel schlechthin dar. Nach einer laufenden Studie der Initiative „Pinkstinks Germany“ kommen dabei rund 65 Prozent der Werbungen, die als sexistisch eingeordnet werden, aus dem Handwerk. Das öffentliche Monitoring der Studie läuft noch bis Ende 2019, die vorläufigen Ergebnisse lassen aber aufhorchen. Der Werberat und der Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) arbeiten aufgrund dieser Problematik, die keine Unbekannte ist, schon länger zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: Aufklärung über die Regeln des Werbekodex.

Hinderlich für die Nachwuchssuche

Auf lange Sicht gesehen profitiert niemand von zu viel nackter Haut, das wollen ZDH und Werberat ebenfalls vermitteln. Denn gerade bei der Suche nach Nachwuchs und Fachkräften, wird das zum Hindernis. „Die Menschen sind insgesamt sensibler geworden für werbliche Inhalte, die eine Diskriminierung darstellen. Spürbar ist das vor allem bei Jüngeren. Und wenn das Handwerk auf der Suche nach Azubis und Fachkräften durch die Werbung von einzelnen Betrieben abschreckend wird, schadet das ganzen Branchen“, erklärt Julia Busse, Geschäftsführerin des Deutschen Werberats. „Es geht um eine konstante Sensibilisierung der Betriebe. Wir wollen das Thema immer wieder in den Fokus rücken“, so Busse weiter, die gleichzeitig betont, dass die Mehrheit der Handwerksbetriebe in Deutschland Werbung nutzt, die völlig in Ordnung ist.

Öffentliche Rüge

Über die Webseite des Werberats können Werbungen, die negativ auffallen, von jedem gemeldet werden. In der Regel sehen betroffene Unternehmen in Gesprächen den Fehler ein. Manchmal jedoch nicht. So auch jetzt wieder geschehen. Am 16. Januar veröffentlichte der Rat eine Pressemitteilung, in der er vier Werbungen öffentlich rügte. Darunter unter anderem auch eine Firma für Innen- und Trockenausbau aus Sachsen, die auf ihrem Werbebanner einen halbnackten Damenhintern abgebildet hat. Der Werberat stuft diese Art von Werbung als sexistisch ein, da hier lediglich die sexuellen Reize genutzt werden und das Motiv in keiner Weise mit der beworbenen Dienstleistung zu tun hat. Das Unternehmen setzt das Banner weiterhin ein, daher die öffentliche Rüge durch den Rat.

Was zu beachten ist

In seinen „Grundregeln zur kommerziellen Kommunikation und deren Beurteilung durch den Deutschen Werberat“ stellt der Rat einige Spielregeln auf, die Unternehmen und Betriebe bei ihrer Werbung berücksichtigen sollten. So sollte Werbung stets von Fairness im Wettbewerb und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft getragen sein. Vor allem darf Werbung

  • das Vertrauen der Verbraucher nicht missbrauchen und mangelnde Erfahrung oder fehlendes Wissen nicht ausnutzen,
  • keine Form der Diskriminierung anregen oder stillschweigend dulden, die auf Rasse, Abstammung, Religion, Geschlecht, Alter, Behinderung oder sexuelle Orientierung beziehungsweise die Reduzierung auf ein sexuelles Objekt abzielt,
  • keine Form gewalttätigen, aggressiven oder unsozialen Verhaltens anregen oder stillschweigend dulden,
  • Kindern und Jugendlichen weder körperlichen noch seelischen Schaden zufügen,
  • keine Angst erzeugen oder Unglück und Leid instrumentalisieren,
  • keine die Sicherheit der Verbraucher gefährdenden Verhaltensweisen anregen oder stillschweigend dulden.

Busse weist noch einmal darauf hin, dass es nicht darum gehe Erotik in der Werbung generell zu verbieten. „Aber mit erotischer Werbung muss eine Diskriminierung nicht Hand in Hand gehen, Frauen müssen dabei nicht zwangsläufig zum Objekt werden.“