Intelligente Gebäudetechnik spart Energie für die Zukunft

In einem neuen Interview mit dem CEO von Siemens Smart Infrastructure wird klar, welche wichtige Rolle intelligente Gebäude schon bald bei uns spielen werden.

Wenn die eigenen vier Wände mit einem reden und eigenständig Wärme- und Lichtregulierung betreiben und somit den Energieverbrauch eines Gebäudes drastisch senken – so kann die Zukunft mit intelligenter Gebäudetechnik aussehen. Aber auch, wenn Gebäude intelligent sind und ihre Umgebung verstehen, kommunizieren und lernen, muss immer noch der Mensch im Mittelpunkt stehen. Diese Ansicht vertritt Cedric Neike, CEO von Siemens Smart Infrastructure in einem neuen Interview. Schon 2020 werden voraussichtlich 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein, 20 Prozent davon werden zur Gebäudetechnik gehören. Das bedeutet eine große Datenmenge, die für intelligente Gebäude aufbereitet und auch analysiert werden muss. Laut Neike werden aktuell rund 50 Prozent der Energie in einem Gebäude verschwendet. Nach einer aktuellen Studie sei es jedoch möglich, den Energieverbrauch und somit den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes durch Digitalisierung und Vernetzung um satte 80 Prozent zu senken. Längst gibt es für Gebäude nicht mehr nur die Möglichkeit, Energie zu verbrauchen, sondern auch, welche zu erzeugen. Neike bezeichnet diese Art von Gebäude als intelligente „Prosumenten“, die sich mit der Außenwelt austauschen.

Häuser als Energiebatterien nutzen

In Kanada erprobt Siemens aktuell bereits die Nutzung intelligenter Gebäudetechniken in Gebieten, in denen Elektroheizungen weit verbreitet sind. Dort wird überschüssige Wärmeenergie in Boilern direkt in den Häusern wie in einer Batterie gespeichert und kommt dann in Zeiten zum Einsatz, in denen die Gebäude weniger Strom erzeugen. Dabei werden mehrere Gebäude zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen und beziehen ihre Energie aus diesen Speichern. Laut Aussagen von Neike würde das den Bau von ein bis zwei Kohlekraftwerken überflüssig machen. Im Rahmen eines anderen Projekts hat Siemens gemeinsam mit dem amerikanischen Start-up LO3 ein Inselnetz in New York aufgebaut, in dem Gebäudeeigentümer überschüssige Solarkapazitäten an ihre Nachbarn verkaufen können. Neike freut sich über die so entstandene Gemeinschaft von Stromhändlern. Eines Tages, so die Hoffnung des Siemens-Managers, werden Gebäude „intelligent genug sein, um die Bedürfnisse der Nutzer vorauszusehen“. Sie wären damit ein Bestandteil von Lebensräumen, die sowohl dem Menschen als auch der Umwelt zu Gute kommen.

So werden alle Gebäudehüllen luftdicht!

Luftdichtheit spielt sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung eine sehr wichtige Rolle. Eine neue kostenlose Broschüre frischt die Kenntnisse in allen Gewerken auf.

„FLiB – Luftdichtheitskonzept“ heißt die neue Broschüre des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen e.V. Der Verband möchte die Fragen beantworten, was es bei der Planung bis hin zur Umsetzung zu beachten gilt, wenn man ein Gebäude luftdicht machen will. Denn nicht nur im Neubau ist Luftdichtheit ein Standard-Kriterium, sondern auch bei der Sanierung von Bestandsbauten steht sie im Fokus. Auf 26 Seiten werden anhand der beispielhaften Sanierung eines Einfamilienhauses die Angebotsnachfrage, die Planung, Ausführung und die Überprüfung thematisiert, die auf dem Weg zu einer luftundurchlässigen Gebäudehülle wichtig sind. „Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert, dass Feuchtigkeit in die Gebäudekonstruktion eindringen kann. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Feuchtigkeit von außen! Bei der normalen Nutzung einer Wohnung wird durch Kochen, Duschen, die Wäschetrocknung aber auch während des Schlafens Feuchtigkeit in die Raumluft eingetragen, die üblicherweise durch eine ausreichende Lüftung (zum Beispiel über manuelles Fensteröffnen) nach draußen abgeführt wird. Sind jedoch Fehlstellen (Leckagen) in der Luftdichtheitsebene vorhanden, kann die Feuchtigkeit dort eindringen“, heißt es auf der ersten Seite der Broschüre. Die Publikation richtet sich laut dem Fachverband an Handwerker, Energieberater, Architekten und Planer. Mithilfe vieler Abbildungen, Grafiken und Skizzen erläutern die Experten, wann Arbeiten wie Dachsanierung, Fenster- oder Haustüraustausch erfolgen und wie man sie aufeinander abstimmt. Erstmals vereint der Fachverband in der Broschüre sämtliche von ihm veröffentlichte Einzelpublikationen zum Thema seit Herbst 2017 und bringt diese gemeinsam auf einen neuen Stand. Das Dokument ist für jedermann frei zugänglich und auf der Website des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen herunterladbar.

Neues Handbuch hilft bei barrierefreier Planung

„Barrierefrei-Konzept“ heißt die neue Hilfe für Planer und Architekten, um ein Gebäude von vornherein für jedermann problemlos zugänglich und nutzbar zu gestalten.

Das Handbuch von Stephanie Hess, Thomas Kempen und Dr. Hans-Jürgen Krause soll Planern auf 192 Seiten den Einstieg in das komplexe Thema der Barrierefreiheit ermöglichen und liefert insgesamt 74 farbige Abbildungen und 29 Tabellen. Die vielen Seiten bieten das nötige Fachwissen, um die Barrierefreiheit frühzeitig zu berücksichtigen und sicher nachzuweisen. Das Buch verhindert mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen außerdem, dass später Mehrkosten, Nachbesserungen und Streitigkeiten um die barrierefreie Gestaltung anfallen. Je nach Gebäudeart, Nutzergruppe und Bundesland gibt das „Barrierefrei-Konzept“ immer die passenden Rechtsvorschriften an und geht somit auf alle Herausforderungen für Architekten, Planer und Baubehörden ein.

Von der Planung über Beispiele zur Ausführung

Im ersten Teil des Handbuchs lernen die Leser etwas über die Rahmenbedingungen und baurechtlichen Grundlagen der Barrierefreiheit. Der zweite Teil widmet sich bereits der Erstellung von detailreichen Barrierefrei-Konzepten: von Inhalt und Aufbau über Ablauf und den Beteiligten bis hin zur Baubegleitung und Abnahme. Dabei begleitet ein Musterkonzept die Ausführungen, das ausführlich zeigt, wie die Maßnahmen klar und eindeutig dargestellt und wie gleichzeitig Besonderheiten, Abweichungen und Kompensationsmaßnahmen klargestellt werden können. Beispiel-Konzepte helfen beim Aufstellen eigener Planungen und erleichtern das Prüfen und Bewerten von Konzepten anderer. Auch enthält das Buch alle wichtigen Symbole und Planzeichen des Fachgebiets, um Bauzeichnungen und Pläne optimal kennzeichnen zu können. Um diese direkt verwenden zu können, stehen die Symbole und Zeichen auch zum Download bereit. Der rechtliche Teil kommt im Buch nicht zu kurz: Übersichtliche Anforderungskataloge nach DIN 18040 und die Technischen Regeln für Arbeitsstätte (ASR) bündeln die Anforderungen an öffentlich zugängliche Gebäude, Wohnungen, den öffentlichen Verkehr und Freiraum sowie Arbeitsstätten. Zu kaufen gibt es das Handbuch sowohl gedruckt als auch als eBook unter anderem bei Weltbild und bei Amazon zu einem Einführungspreis von 69 Euro.

Die Lösung für alle dunklen Bäder: künstliches Tageslicht

Für Besitzer eines fensterlosen Badezimmers, die sich trotzdem Tageslicht wünschen, gibt es jetzt die Lösung: Coelux wirkt mit täuschend echtem künstlichen Tageslicht.

Für viele ist ein „Tageslichtbad“ ein Must-have für ein perfektes Zuhause. Die Realität sieht meist aber ganz anders aus, denn kleinere Apartments und viele Altbauten erfüllen diesen Wunsch nur selten. Eine neue LED-Technologie ermöglicht es jetzt aber trotzdem, morgens ein tageslichtdurchflutetes Badezimmer betreten zu können. Mehr als 11 Jahre Forschungsarbeit stecken in „Coelux“. So heißt die Technologie, die mithilfe von LED-Lampen die optische Wirkung von Sonnenlicht imitiert. Dabei reproduziert die LED-Technologie das Spektrum des Sonnenlichts, ein optisches System stellt die Wahrnehmung von Distanz zwischen „Himmel“ und „Sonne“ her und nanostrukturierte Materialien simulieren den gesamten Lichtstreuprozess, der sich in der Atmosphäre abspielt. Das Ganze wirkt so echt, dass die Technik sogar in Krankenhäusern eingesetzt wird, beispielsweise bei Patienten mit Depression, für die Tageslicht sehr wichtig ist.

Nordeuropa, Mittelmeerraum oder doch Tropen?

Das „Fenster“ wird an der Zimmerdecke installiert und wirkt somit wie eine Deckenlampe. Das System hat einen 13 Zentimeter tiefen mattweißen Rahmen, der einzeln oder als Modul angeordnet werden kann. Mindestens ein Meter Decken-Einbautiefe ist für die Einrichtung erforderlich. Das Ergebnis ist dann ein Lichtstrahl, der im perfekten Winkel „Sonnenlicht“ im Bad verteilt und mit der Dimmbarkeit auch noch an die individuellen Bedürfnisse des Benutzers angepasst werden kann, sodass eine natürliche Atmosphäre geschaffen wird. Die zwei Versionen des „Coelux Long Sky“ unterscheiden sich in ihrer Größe und der Verarbeitung des Rahmens. Außerdem kann man unter drei verschiedenen Lichttypen wählen: Entweder man wählt Nordeuropa, den Mittelmeerraum oder die Tropen als Vorbild für das eigene künstliche Sonnenlicht. Das größte Fenster bietet eine Fläche von 1,5 Quadratmetern, außerdem unterscheiden sich die Modelle je nachdem, ob sie für eine Decken- oder für eine Wandinstallation bestimmt sind. Bezogen werden können die Produkte über KAP Personal Systems. Inhaber und technischer Designer, Stephan Koll, ist überzeugt von der innovativen LED-Technik: „Für mich ist Coelux das am natürlichsten wirkende Konzept, welches universell einsetzbar ist und aus dunklen Problemräumen perfekte Tageslichträume schafft.“ Auf die Frage eines Fachplaners des Magazins IKZ (Gebäude- und Energietechnik), ob die Wirkung des Lichts wirklich so beeindruckend ist, wie es in den Broschüren geschrieben steht, antwortet Koll überzeugt: „Ja, absolut. Kunden sind auch oft skeptisch. Die Vorstellung, dass ein „künstliches System“ diese Wahrnehmung erzeugt, ist schwer. Aber der Effekt ist wirklich, als ob man am Strand auf Hawaii in den offenen, unglaublich strahlend blauen Himmel sieht. Das Gefühl ist außergewöhnlich.“

Digitale Revolution am Bau

Die deutsche Bauindustrie wird immer digitaler. Das zeigt unter anderem eine neue Studie darüber, wie aktiv in Deutschland Building Information Modeling genutzt wird.

Das digitale Planen und Bauen hat in letzter Zeit deutlich an Bedeutung gewonnen. Building Information Modeling (BMI) bietet eine Methode der vernetzten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken mithilfe einer Software. Theoretisch ließe sich in Deutschland ein Neubau in nahezu allen Phasen mit der Digitalisierung realisieren. Im Vergleich zu vor zwei Jahren wird dieses System auch immer mehr zur Optimierung genutzt. Eine aktuelle Studie des Düsseldorfer Marktforschungsinstituts BauInfoConsult zeigt allerdings eine zweigeteilte Meinung über BMI. Zwar findet die Software immer mehr Anwender und es steigt die Hoffnung, dass dadurch eine weitreichende Prozessoptimierung eintreten wird, gleichzeitig ist die Nachfrage auf der Kundenseite allerdings noch sehr gering. BauInfoConsult befragte insgesamt 302 Planer und Verarbeiter. Die Hälfte der Befragten ist der Auffassung, dass sich die Digitalisierung immer mehr am Bau durchsetzen wird, die andere Hälfte hat jedoch Vorbehalte gegen diese neue Technik.

Einsatz von BMI steigt weiter

Die Studienergebnisse zeigen aber: Die Nutzung der Software hat am Bau deutlich zugenommen. Rund 28 Prozent der Befragten arbeiten bereits damit. 2017 lag dieser Anteil noch bei 20 Prozent. Und auch wenn die Kundennachfrage eher gering ist, stellt sich die Mehrheit der Betriebe auf die Nutzung des Systems ein. Nur ein Viertel der befragten Planer und Verarbeiter gab an, das System nicht zu nutzen. Zwar lässt sich ein Neubau theoretisch bereits quer durch alle Bauphasen mit BIM realisieren, die Studie zeigt allerdings, dass die bereits BIM-nutzenden Akteure die Software am liebsten für die Ausführungsplanung (73 Prozent), die architektonische Entwurfsplanung (65 Prozent) sowie für die gebäudetechnische Fachplanung (61 Prozent) nutzen. Lediglich 36 Prozent der Befragten nutzen das System für die Fachplanung im Bereich der Bauphysik, also für die Planung von beispielsweise Schall-, Brand- und Feuchteschutz. Wie genau die Software in diesen Gebieten zum Einsatz kommt, zeigt die Studie in weiteren Umfragen. So berichten 83 Prozent der BIM-Nutzer, dass sie vor allem auf die 3D-Visualisierung und Animationsdarstellung setzen. 81 Prozent nutzen BIM, um 2D-Zeichnungen aus 3D-Modellen zu erstellen und ganze 71 Prozent handhaben mit dem digitalen Instrument das Kollisionsmanagement und Mengenplanungen.

Dachbegrünung: Über Artenschutz und Klimaanpassung

Wie die Begrünung von Dächern in Zukunft nicht nur den Klimaschutz sichern kann, sondern auch Artenschutz leistet, wird im Herbst in sieben Städten ein großes Thema.

In Würzburg, Saarbrücken, Ingelheim, Erfurt, Wuppertal, Bremen und auf der Insel Mainau ist es ab dem 19. September wieder so weit: Der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) geht wieder auf Deutschlandtour und stellt in diesen sieben Städten das Thema der Dachbegrünung vor. Bis zum 26. November laufen die Halbtagsseminare, die in Kooperation mit den jeweiligen Städten stattfinden. Das große Thema: Begrünte Dächer und ihre Rolle beim Artenschutz, der Überflutungsvorsorge und der Klimaanpassung. Auch die Förderung und Festschreibung der grünen Dächer werden thematisiert. Die Teilnehmer können sich auf zahlreiche Vorträge zu allgemeinen Planungsgrundlagen von Dachabdichtung, Wärmedämmung und Dachbegrünung und zu speziellen Fachthemen wie zum Beispiel Biodiversität, Solar Gründächer und Regenwasserbewirtschaftung freuen. Unterstützt werden die Foren durch Unternehmen der Branche wie Brauder, FDT, Foamglas, Optigrün, Triflex und Zinco. Auch einige Fachvorträge werden von diesen Unternehmen beigetragen. Außerdem sind die Landesverbände der Landschaftsarchitekten sowie Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauern große Kooperationspartner.

Eine passende Fachausstellung der BuGG-Mitglieder sorgt dafür, dass kein Besucher gelangweilt nach Hause geht. Die Veranstaltungen sind allesamt kostenfrei und richten sich an interessierte Planer, Städtevertreter, Unternehmer und Ausführungsbetriebe. Die Anmeldung erfolgt über die Website des Bundesverbandes GebäudeGrün. Auf dem Veranstaltungsplan lässt sich eine Liste mit den sieben Städten finden, in denen die Foren stattfinden werden. Interessierte können sich dann für die gewünschte Veranstaltung anmelden.

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure gekippt

Die deutschen Mindest- und Höchstsätze für Architekten und Ingenieure sind unzulässig und tun nichts für den Verbraucherschutz – erklärte der Europäische Gerichtshof.

Nachdem die EU-Kommission bereits Ende 2016 Deutschland verklagte, kippt der Europäische Gerichtshof nun die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Bei der HOAI handelt es sich um festgelegte Mindest- und Höchstpreise für die Planungsarbeit von Architekten und Ingenieuren. Der Mindestsatz darf nur in besonderen rechtlichen Fällen unterschritten werden. Das gleiche gilt für die Überschreitung des Höchstsatzes. Sinn und Zweck dieser Regelung ist es, sowohl dem Architekten beziehungsweise Ingenieur ein angemessenes Honorar zu sichern, als auch die Sicherung der Qualität der erbrachten Leistungen für den Bauherrn.

In der Anklage gegen Deutschland Ende 2016 forderte Binnenmarktkommissarin Elzbieta Bienowksa, dass das Anbieten von Dienstleistungen erleichtert werden soll, sodass Verbraucher mehr Auswahl und niedrigere Preise bekommen. Mit der Honorarordnung würde die Bundesrepublik Unternehmen aber daran hindern, über den Preis miteinander zu konkurrieren, hatte der EU-Gutachter Maciej Szpunar bereits im Februar festgestellt. Für Szpunar sei nicht klar, warum ein Mindestpreis nötig sei, um Verbraucherschutz und hohe Qualität zu sichern. Und obwohl es nach einer entsprechenden EU-Richtlinie möglich ist, Mindest- und Höchstpreise unter bestimmten Bedingungen vorzuschreiben, erklärten die Richter trotzdem, dass die Deutsche Honorarordnung für Architekten und Ingenieure nicht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit erfülle. Die Begründung: Die Mindestsätze gelten nur für Architekten und Ingenieure. Da aber auch andere Dienstleister entsprechende Leistungen erbringen können und dafür keine fachliche Eignung nachweisen müssen, seien die Mindestsätze ungeeignet, hohe Qualitätsstandards und den Verbraucherschutz zu sichern.

Aufschrei in der Bundesarchitektenkammer

„Die HOAI in ihrer bisherigen Form verhindern einen ruinösen Preiswettbewerb, um Auftraggebern die bestmöglichen Leistungen zu sichern, deren Qualität kaum im Voraus bewertet werden kann und gleichzeitig besonders großen Einfluss auf das Leben der Menschen hat“, warnt die Bundesarchitektenkammer vor der aktuellen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. „Sowohl für unseren Berufsstand als auch für die Auftraggeber bedeutet diese Entscheidung einen bedeutsamen Einschnitt, da die wissenschaftlich ermittelten Honorarsätze zukünftig nicht mehr verpflichtend gelten, und wir neben Leistung und Qualität verstärkt auch über den Preis verhandeln müssen,“ sagte die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, direkt nach der Entscheidung des EuGh. „Wichtig ist uns, auch weiterhin auf Basis angemessener Honorare arbeiten zu können, um Auftraggebern den ganzheitlichen Leistungsumfang zukommen lassen zu können, der zur optimalen Lösung baulicher Aufgaben notwendig ist, und zwar sowohl im Interesse der Auftraggeber als auch im Interesse der Allgemeinheit, denn Bauen ist nie nur privat. Wie sorgfältig wir unsere Gebäude planen und wie nachhaltig wir sie bauen und betreiben, trägt maßgeblich zur Qualität der gebauten Umwelt und auch zum Klimaschutz bei.“ Man werde in der nächsten Zeit intensive Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium führen, um die Honorarsätze zumindest in einem kleineren Rahmen erhalten zu können.

Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau

Der Bundesrat hat den Sonderabschreibungen bei Mietwohnungsneubau zugestimmt. Damit bieten sich privaten Investoren nun neue Planungssicherheiten.

„Den mittelständischen Unternehmen der Bauwirtschaft, die rund 80 Prozent des Wohnungsbaus in Deutschland leisten, wird so die Ausweitung ihrer Kapazitäten erleichtert“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Es geht um die ab sofort möglichen Sonderabschreibungen, die es privaten Investoren im Mietwohnungsneubau erlauben, bis zu 28 Prozent steuerlich abzusetzen. Fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung können Investoren ab sofort bei der Steuer geltend machen, dazu kommt die bereits geltende lineare Abschreibung für Abnutzung über zwei Prozent. Diese Sonderabschreibung ist befristet auf vier Jahre. So können die Investoren in den ersten vier Jahren insgesamt 28 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten steuerlich abschreiben. Voraussetzung dafür ist, dass es sich nicht um eine Luxuswohnung handelt: Der Gesetzgeber gibt maximale Herstellungskosten von 3.000 Euro je Quadratmeter vor, die nicht überschritten werden dürfen. Das hat zum Ziel, dass der Bau bezahlbarer Mietwohnungen angeregt wird. Außerdem dürfen die neuen Wohnungen nicht als Ferienwohnungen vermietet werden, sie müssen also dauerhaft bewohnt sein.

Weitere langfristige Maßnahmen gefordert

„Die Sonderabschreibung ist überfällig gewesen“, kommentiert Pakleppa. In Teilen des Landes sei die Lage auf dem Wohnungsmarkt angespannt. Daher begrüße man solche Investitionsanreize. „Den mittelständischen Unternehmen der Bauwirtschaft, die rund 80 Prozent des Wohnungsbaus in Deutschland leisten, wird so die Ausweitung ihrer Kapazitäten erleichtert.“ Der ZDB fordert aber, spätestens nach Ablauf der befristeten Sonderabschreibung die lineare Abschreibung für Abnutzung zu erhöhen. „Die baupolitischen Herausforderungen gehören zu den großen Aufgaben dieser Dekade und müssen über langfristige Maßnahmen gestützt werden“, meint Pakleppa.

Smarte Ideen für zukünftige Elektromobilität gesucht

Innogy sucht im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Elektromobilität“ kreative Antworten auf wichtige Fragen der Zukunft. Preisvergabe ist am 28. November in Dortmund.

Auf Fragen zur Elektromobilität, zur Energie- und Gebäudetechnik und zur Architektur und Informatik sucht innogy gestalterische, technische und auch wirtschaftliche Antworten. Die Fragen sind sehr zukunftsorientiert: Wie sieht das Haus der Zukunft mit smarter Ladeinfrastruktur als integralem Bestandteil aus? Oder auch: Was zeichnet APIs aus, die Elektroauto und Smart Home so verbinden, dass Energieversorgung, Wohnkomfort und Datenschutz gleichermaßen profitieren? Auf diese und noch mehr Fragen sollen kreative Studierende aus allen deutschsprachigen Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie alle anderen Interessierten aus Bereichen wie zum Beispiel der Energie- und Gebäudetechnik oder der Immobilienwirtschaft kreative Antworten suchen. Innogy bittet dabei um fantasiereiche und ausgefallene Projekte. Die Einsendungen können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfasst sein und müssen bis spätestens zum 25. Oktober 2019 eingereicht werden. Die drei besten Projekte werden ausgewählt und am 28. November ausgezeichnet. Für den ersten Platz gibt es 5.000 Euro Preisgeld, für den zweiten 3.000 und für den dritten Platz winken 2.000 Euro. Die prämierten Ideen werden außerdem in der Fachzeitschrift greenBUILDING präsentiert. Auf der Website des Projekts stehen alle offenen Fragen und Teilnahmebedingungen zum Nachlesen.

Top-Einbauelemente kommen nach Deutschland

Die Nummer eins im europäischen Markt für Einbauelemente für Dreh- und Schiebetüren kommt nach Deutschland und will den deutschen Markt erobern.

Rund 400.000 produzierte Elemente im Jahr und die besten Absatzzahlen auf dem gesamten europäischen Markt in ihrem Gebiet: Damit lässt sich die Scrigno GmbH in einem Satz zusammenfassen. Mit David Rodrigues Duarte als Geschäftsführer haben sie nun auch einen Standort in Deutschland. Das Unternehmen besteht bereits seit über 30 Jahren und kommt aus der Nähe von Rimini in Italien. Duarte will das Geschäft mit dem neuen Sitz in Frankfurt am Main auch in Deutschland etablieren. Mit einer ganzen Fülle von Schiebetür-Systemen und allerlei Zubehör und Kits für die Einbauelemente, prägt das Unternehmen seit vielen Jahren das gesamte Marktsegment.

Vor rund zwei Jahren beauftragte die Firma eine Unternehmensberatung damit, gezielt nach Persönlichkeiten zu suchen, die der Geschäftsführung in Deutschland mit ausreichend Know-how gewachsen ist. Der Name David Rodrigues Duarte fiel bei der Recherche immer wieder und letztendlich fiel die Wahl auf ihn. Duarte gehört zu einem kleinen Kreis von Experten, die das Thema Einbauelemente für Schiebetüren in Deutschland stark beeinflusst haben. Als Geschäftsführer von Wingburg, einem weiteren Spezialisten für Schiebetüren, hat er sein Unternehmen schnell an den Start gebracht und in wenigen Jahren am Markt platziert. Auch als Vertriebsleiter bei Eclisse, das wie Scrigno auch seine Wurzeln in Italien hat, hat er noch vor seiner Zeit bei Wingburg fachspezifische Erfahrungen gesammelt und das Marktsegment weiter geprägt. Als geschäftsführender Gesellschafter der Scrigno Deutschland GmbH freut sich Herr Duarte „auf die spannendste Funktion, die dieses stark wachsende Marktsegment im Moment zu bieten hat.“