Top-Einbauelemente kommen nach Deutschland

Die Nummer eins im europäischen Markt für Einbauelemente für Dreh- und Schiebetüren kommt nach Deutschland und will den deutschen Markt erobern.

Rund 400.000 produzierte Elemente im Jahr und die besten Absatzzahlen auf dem gesamten europäischen Markt in ihrem Gebiet: Damit lässt sich die Scrigno GmbH in einem Satz zusammenfassen. Mit David Rodrigues Duarte als Geschäftsführer haben sie nun auch einen Standort in Deutschland. Das Unternehmen besteht bereits seit über 30 Jahren und kommt aus der Nähe von Rimini in Italien. Duarte will das Geschäft mit dem neuen Sitz in Frankfurt am Main auch in Deutschland etablieren. Mit einer ganzen Fülle von Schiebetür-Systemen und allerlei Zubehör und Kits für die Einbauelemente, prägt das Unternehmen seit vielen Jahren das gesamte Marktsegment.

Vor rund zwei Jahren beauftragte die Firma eine Unternehmensberatung damit, gezielt nach Persönlichkeiten zu suchen, die der Geschäftsführung in Deutschland mit ausreichend Know-how gewachsen ist. Der Name David Rodrigues Duarte fiel bei der Recherche immer wieder und letztendlich fiel die Wahl auf ihn. Duarte gehört zu einem kleinen Kreis von Experten, die das Thema Einbauelemente für Schiebetüren in Deutschland stark beeinflusst haben. Als Geschäftsführer von Wingburg, einem weiteren Spezialisten für Schiebetüren, hat er sein Unternehmen schnell an den Start gebracht und in wenigen Jahren am Markt platziert. Auch als Vertriebsleiter bei Eclisse, das wie Scrigno auch seine Wurzeln in Italien hat, hat er noch vor seiner Zeit bei Wingburg fachspezifische Erfahrungen gesammelt und das Marktsegment weiter geprägt. Als geschäftsführender Gesellschafter der Scrigno Deutschland GmbH freut sich Herr Duarte „auf die spannendste Funktion, die dieses stark wachsende Marktsegment im Moment zu bieten hat.“

Neuer Masterplan für die städtische Natur

Das Bundeskabinett hat am 6. Juni einen vom Bundesumweltministerium vorgelegten „Masterplan“ beschlossen. Er heißt „Stadtnatur“ und soll die Artenvielfalt erhöhen.

„Lebensraum für Tiere und Pflanzen“, „Raum für Entspannung“ und „Artenreiche Wiesen“, lauten die Worte auf den neuen Plakaten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Insgesamt 26 Maßnahmen umfasst der Masterplan, den das BMU dem Bundeskabinett vorgelegt hat. Die Maßnahmen sollen zur Erhöhung der Arten- und Biotopvielfalt beitragen, indem man grüne Lebensräume einrichtet, die gleichzeitig Insekten und Pflanzen schützen und Erholung für Stadtbewohner bieten. Bundesumweltministerin Svenja Schulze erläutert die Schritte des Masterplans bei der Vorstellung: „Mehr Stadtnatur ist gut für die Menschen und für die Natur. Der jüngste Bericht des Weltbiodiversitätsrates hat uns deutlich vor Augen geführt, wie dramatisch der Schwund unserer biologischen

Vielfalt voranschreitet. Angesichts der vielerorts intensiven Landwirtschaft gewinnen die Städte mit ihrer Vielfalt an Lebensräumen eine zunehmende Bedeutung für den Naturschutz. Zugleich ziehen immer mehr Menschen in die Städte. Ich will, dass trotzdem jeder Mensch in seinem Umfeld Zugang zur Natur hat. Wir wollen daher mehr Natur in unsere Städte bringen. Wir wollen mehr unversiegelte Flächen, mehr Natur in Stadtparks, privaten Gärten, Sportstätten, Schulen und Kindergärten, an Gewässern, an Gebäuden und auf Brachen mit Grün.“

Die Maßnahmen sollen vor allem die Kommunen bei der Landschaftsplanung unterstützen. Zentrale Punkte sind dabei ein bundesweiter Wettbewerb für Insektenschutz in den Kommunen, mehr Ökologieschulungen und Informationsmaterial für Klein-, Haus- und Gemeinschaftsgärten und auch die Erforschung und Kartierung der Arten- und Biotopvielfalt in den Städten. Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Stadtbewohnern mehr grüne Erholungsflächen zu bieten, in denen aber auch Deutschlands Tier-, Insekten- und Pflanzenarten einen Lebensraum haben.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) begrüßt das aufgestellte Handlungskonzept in Hinsicht auf die aktuelle Klimadebatte. Allerdings sieht der Bund mehr Möglichkeiten für einen ehrgeizigeren Masterplan. Die Initiative zur Förderung des Freiflächengestaltungsplans in Kommunen sei ein sinnvoller Baustein im Rahmen des Förderprogramms für biologische Vielfalt. Betrachtet man allerdings das im April 2017 veröffentlichte „Weißbuch Stadtgrün“, so werde die Bundesregierung den dort schon angesprochenen Schwerpunkten nicht gerecht und konzentriere sich mit dem Masterplan zu engstirnig auf nur ein kleines Feld des Ganzen, nämlich die Arten- und Biotopvielfalt.

Der bdla empfiehlt stattdessen, das Maßnahmeprogramm schwerpunktmäßig an den Potentialen multifunktionaler urbaner Freiräume zu orientieren. Somit hätte der Masterplan auch den aktuellen Empfehlungen des Sachverständigenrates für Umweltfragen eindeutig entsprochen und würde fachlich besser an das Weißbuch Stadtgrün anschließen. Es fehle im aktuellen Programm noch eine konkrete positive Zielsetzung zur Stärkung von urbanen grünen Infrastrukturen und der laufenden Reform der Städtebauförderung. Till Rehwaldt, Präsident des bdla, fordert daher von der Bundesregierung, die Entwicklung und Unterhaltung des Stadtgrüns in der Städtebauförderung weiterhin sicherzustellen. „Und zusätzlich brauchen wir ein eigenständiges substanzielles Förderprogramm für die grüne Infrastruktur, das die Fortsetzung der erfolgreichen Konzepte sicherstellt.“

Das Bundeskabinett hat am 6. Juni einen vom Bundesumweltministerium vorgelegten „Masterplan“ beschlossen. Er heißt „Stadtnatur“ und soll die Artenvielfalt erhöhen.

Preise für schöne Holzbauten verliehen

Im Mai wurden der Deutsche Holzbaupreis und der Hochschulpreis Holzbau 2019 verliehen. Die Preise gelten als die wichtigsten Auszeichnungen für Holzbauten in Deutschland.

Insgesamt vier Gebäude haben am 28. Mai in Hannover den Deutschen Holzbaupreis erhalten. Darunter drei Neubauten und ein Gebäude in der Kategorie „Bauen im Bestand“. Eingereicht werden können Gebäude, die zu einem großen Anteil aus Holz bestehen und zukunftsorientiert sind, sowohl soziologisch als auch ökologisch. Ausgezeichnet wurden in der Kategorie „Neubau“ das Studentenwohnheim „Woodie“ in Hamburg, das Forstamt Jena-Holzland in Stadtroda, das Gründerlabor in Würzburg und in der Kategorie „Bauen im Bestand“ der Umbau der Bücherei in Kressbronn.

Das Studentenwohnheim überzeugte die Jury unter der Leitung von Werner Sobek zum Beispiel vor allem durch eine gekonnte Art der Fassadengestaltung und der Unterbringung von insgesamt 371 vorgefertigten Wohneinheiten. Die Apartments sind komplett aus Brettschichtholz vorgefertigt und alle Oberflächen sind holzsichtig belassen. Auch das Gründerlabor in Würzburg überzeugt mit Konstruktionen aus Brettschichtholz. Vielfältige Innen- und Zwischenräume werden unter einer ruhigen und lichten Großform zusammengefasst.

Eingereicht wurden insgesamt 157 Arbeiten, die die Jury anschließend bewertet hat. Neben den vier Hauptpreisen wurden des Weiteren neben einem Forschungsvorhaben noch zehn weitere Bauwerke mit einer Anerkennung ausgezeichnet. „Die Gebäude die wir heute planen und bauen, müssen den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht werden“, sagte Staatssekretärin Anne Katrin Bohle in ihrem Grußwort. „Durch sozial verantwortliches und ökologisches Bauen schaffen wir zum einen den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum und zum anderen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Preisträger geben hierzu architektonisch und ökologisch überzeugende Antworten.“ Peter Aichler, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, freute sich über die Beteiligung vieler klimaschonender Gebäude: „Klima- und ressourcenschonender als mit Holz kann man kaum bauen. Die eingereichten Bauwerke gehören zum Besten, was der deutsche Holzbau in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Besonders beeindruckt hat mich, wie wichtig es den Hochschulen und den Studierenden ist, sich mit Lösungsvorschlägen zu gesellschaftlich wichtigen Themen wie Klimaschutz oder Wohnraumversorgung einzubringen.“

Auch Studierende erhalten Auszeichnung

Auch der Hochschulpreis Holzbau wurde an diesem Tag verliehen. Mit diesem Preis werden Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens gewürdigt, „die sich in herausragender Weise mit den bauphysikalischen, konstruktiven und architektonischen Möglichkeiten des Baustoffs Holz auseinandersetzen.“ Die Bauwerke müssen dabei im Sommersemester 2018 beziehungsweise im Wintersemester 2018/19 entstanden sein oder entstehen. Jeweils ein erster Preis ging an die Universität Stuttgart, die HTWG Konstanz, Fakultät für Architektur und Gestaltung und auch der dritte Preis ging ebenfalls an die Universität Stuttgart. Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Tom Kaden hatte insgesamt 62 eingereichte Arbeiten von 32 Lehrstühlen an deutschen Universitäten zu bewerten. Der Hochschulpreis Holzbau 2019 wurde zusammen mit dem Deutschen Holzbaupreis 2019 am Dienstag, den 28. Mai 2019 auf der LIGNA 2019 in Hannover verliehen. Beide Preise stehen unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern, für Bau und Heimat.

Klinker werden immer beliebter

Sowohl Vormauer- als auch Pflasterklinker liegen schwer im Trend: bereits im dritten Jahr in Folge verzeichnet die deutsche Ziegelindustrie einen Produktionszuwachs.

Um ganze fünf Prozent stieg die Menge der Vormauerziegel im Jahr 2018 an, bei den Pflasterklinkern gab es sogar einen Anstieg von knapp 16 Prozent. Das entspricht für 2018 einer wertmäßigen Steigerung von 8,5 Prozent auf etwa 184 Millionen Euro im Bereich Vormauer und bei den Pflasterklinkern von knapp neun Prozent auf ungefähr 63 Millionen Euro.

„Die Kombination aus Wertbeständigkeit und der Möglichkeit mit Klinkern individuell zu gestalten überzeugt immer mehr Architekten, Bauherren und Investoren“, freut sich Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie (BVZI). „Klinker haben eine unbegrenzte Lebensdauer, sind dauerhaft farbecht, wartungsfrei und wertbeständig. Pflasterklinker sind darüber hinaus sehr robust, somit bestens für die täglichen Belastungen durch Verkehr und Fußgänger geeignet.“

Architekten von Bauvorhaben setzen bei der Gestaltung von Fassaden vor allem auf die Vielfalt an Formen, Farben und Oberflächen: „Wir stellen fest, dass Architekten beim Objekt- und Wohnungsbau verstärkt auf individuelle Fassadengestaltung mit Ziegeln setzen“, erläutert Frederichs. Laut dem Hauptgeschäftsführer haben sich die Hersteller von Vormauerziegeln besonders gut auf diese Anforderungen von Architekten und Bauherren eingestellt und sind in der Lage, auch Sonderanfertigungen in der gewünschten Qualität zu produzieren.

Drei Finalisten für nachhaltiges Bauen

In einem durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) initiierten Wettbewerb stehen nun die neun Finalisten fest. Das Publikum entscheidet, wer gewinnt.

„Sustainability Challenge“ („Nachhaltigkeitsherausforderung“) nennt sich der jährlich stattfindende Wettbewerb, in dem jeweils drei Einreichungen in den Kategorien Forschung, Start-Up, und Produktinnovation gegeneinander antreten. Dieses Jahr beweisen die Finalisten am 25. Juni in Stuttgart das Potential ihrer Innovationen, die Veranstaltung läuft im Rahmen des Tages der Nachhaltigkeit. „Die Finalisten zeigen mit ihren Ansätzen und Lösungen die enorme Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens“, freut sich Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB und Mitglied der Jury. Rund 100 Bewerbungen gingen ein, aus denen die Jury zusammen mit anderen Mitgliedern des DGNB Innovationsbeirats neun Kandidaten ausgewählt hat.

Vielversprechende Innovationen

In der Kategorie „Forschung“ finden sich drei Finalisten. Im Rahmen des Projektes BauCycle wird zusammen mit dem Fraunhofer Institute eine ganzheitliche Verwertungsstrategie für Bauschutt und dessen Feinfraktion erforscht. Heraus kam ein neuer Lösungsansatz für das Baustoffrecycling. Ein weiteres Forschungs- und Entwicklungsprojekt von Arup, Mogu und Ardex entwickelt momentan eine Strategie für die Nutzung von Bioverbundwerkstoff Myzelium und die Agriculture Lighting Facade ermöglicht mit ihrem neuen Projekt den ganzjährigen Gemüseanbau hinter Glasfassaden.

Schon die Kategorie „Forschung“ verspricht also besonders nachhaltige Ideen und Strategien zum Klimaschutz und einer positiven Ökobilanz. In der Kategorie „Start-up“ sticht vor allem eine Innovation von der Vilisto GmbH heraus: sie hat ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Wärmemanagement für Nichtwohngebäude entwickelt. So können Heizkörper vielleicht schon bald vollautomatisch, vorausschauend und bedarfsgerecht gesteuert werden. Die dritte Kategorie „Produktinnovation“ verspricht ebenfalls sehr interessante Ideen. So hat zum Beispiel die Intewa GmbH eine neue Systemlösung für einen fast geschlossenen Wasserkreislauf parat. Dieses System kann Regen und Grauwasser so aufbereiten, dass bis zu 95 Prozent Trinkwasser eingespart werden könnten. Alle Finalisten können mit Namen und Beschreibungen der Innovationen auf der Website vom DGNB eingesehen werden.

Das Publikum entscheidet

Wer sich in den drei Kategorien jeweils als Gewinner durchsetzen wird, zeigt sich am 25. Juni in Stuttgart im Rahmen des DGNB Tages der Nachhaltigkeit. Hier präsentieren sich die Kandidaten ab 14:30 Uhr mit Impulsvorträgen an einem eigenen Ausstellungsstand. Das Publikum bestimmt am Abend dann die Preisträger, die noch am selben Tag bekannt gegeben und ausgezeichnet werden.

Optimismus für Vakuum-Isolierglas vergangen

Als ein immer noch ungeregeltes und nicht harmonisiertes Bauprodukt scheiterte die breite Etablierung des Vakuum-Isolierglases. Das ift Rosenheim möchte das nun ändern.

Mangelnde Verfügbarkeit, kleine herstellbare Abmessungen und der fehlende Nachweis von Dauerhaftigkeit: hat man am Anfang der 2000er noch große Hoffnung in das neuartige Produkt gehabt, ist heute nicht mehr viel von der Euphorie übrig. Die Rede ist vom Vakuum-Isolierglas (VGI). Zwar gibt es bereits die ISO-Norm „Glas im Bauwesen- Vakuum­glas- Teil 1“, in dieser werden jedoch einseitige Klimalasten (also die Temperaturunterschiede der Außen- und Innenscheibe) und zusätzliche Überlagerungen durch Winddruck und Soglasten nicht berücksichtigt. Auch eine CE-Kennzeichnung gibt es nach wie vor nicht. Durch diesen fehlenden Nachweis bekommt der Bauherr kaum Informationen zur Dauerhaftigkeit des Produkts.

Neue Prüfverfahren und Produktionslasten

Das Institut für Fenstertechnik (ift) Rosenheim hat daher bereits vor Veröffentlichung und auf Basis der ISO-Norm an einem neuen Prüfverfahren zum praxisgerechten Nachweis der Dauerhaftigkeit von VIG gearbeitet. Bei den Tests in Rosenheim bogen sich nämlich viele Scheiben durch. Daher jetzt ein neues Prüfverfahren, welches im Praxistest viele zusätzliche Einwirkungen auf das Glas berücksichtigt. Dabei werden Werte wie der Wärmedurchgangskoeffizient, sowie klimatische und mechanische Belastungen ermittelt. Auch die Schalldämmung und die Dauerbelastung durch Feuchte und UV-Strahlung können in den Laboren optimal geprüft werden.

In Europa sind neue Produktionsstätten geplant, die das Vakuum-Isolierglas wesentlich schneller ausliefern und dem Produkt einen Aufwärtstrend bescheren können. Denn viele Vorteile hat das Glas ja nach wie vor: dank des niedrigen Gewichtes und der geringen Bautiefe können die Fenster im Bereich der Renovierung, bei Denkmalfenstern und bei großen Glasflächen punkten. In einigen Bauvorhaben in Europa wurden bereits VIG eingebaut, um es weiter zu etablieren, muss in Zukunft aber noch mehr passieren.

Steuerliche Förderung bei Gebäudesanierung

Bundesbauminister Horst Seehofer kündigte Pläne an, Gebäudesanierungen in Zukunft mit einer steuerlichen Förderung zu belohnen. Das Baugewerbe begrüßt diesen Vorschlag.

Um den Klimaschutz voranzutreiben, hat Seehofer konkrete Pläne. So sei es wichtig, den Klimaschutz vor allem im Gebiet Gebäude und Gebäudesanierung endlich voranzutreiben, da der Gebäudebereich in diesem Anliegen bisher viel zu wenig im Mittelpunkt gestanden hätte. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) freut sich über diese Entscheidung: „Die energetische Sanierung des Gebäudebestandes bietet ein riesiges Potenzial, den Ausstoß von CO2 zu reduzieren und somit einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten”, erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB. „Daher können wir die Ankündigungen des Bundesbauministers, die Sanierung von Altbauten steuerlich zu fördern, nur begrüßen.“

Dass Klimaschutzmaßnahmen bei Gebäuden bisher eher im Hintergrund waren, ist bei den aktuellen Zahlen ziemlich überraschend: so könnten durch die Steuervergünstigungen 3,39 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Würde die Förderung 20 bis 30 Prozent betragen, könnten rund ein Viertel der Einsparungen im Gebäudebereich anfallen. Letztendlich könnte der CO2-Ausstoß mit der Sanierung von Häusern um rund zwei Drittel verringert werden. Bisher standen den gewünschten Änderungen einige Punkte im Weg. So ist im geplanten Haushaltsentwurf für das Jahr 2020 keine steuerliche Förderung zur Gebäudesanierung vorgesehen. So wie im Entwurf für das Jahr 2019 wird dieser Punkt überhaupt nicht berücksichtigt. Bisher liegt die Sanierungsrate von Altbauten im Jahr nur bei einem Prozent, umso wichtiger werde es laut dem Baugewerbe, die vorgesehene Förderung aus dem Koalitionsvertrag endlich in die Tat umzusetzen.

Neues Gütezeichen für bestimmtes Sicherheitsglas

Heißgelagertes Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) nennt sich das Glas, für das es jetzt ein neues Gütezeichen gibt. Der Hauptgrund ist vor allem die Zukunftssicherung.

Der Bundesverband Flachglas (BF) und die Gütegemeinschaft Flachglas (GGF) wollen mit dem neuen RAL Gütezeichen ESG-HF jetzt sicherstellen, dass heißgelagertes Einscheiben-Sicherheitsglas auch in Zukunft mit geprüfter Sicherheit verwendet werden darf. Zuvor hat bereits die deutsche Bauaufsicht in der Bauregelliste A die zusätzlichen Anforderungen „ESG-H“ an den Heißlagerungsprozess von SG definiert. Wesentliche Punkte, die sich von vorher geltenden Bestimmungen unterscheiden, sind zum einen eine längere Haltezeit mit höherer Temperatur und zum anderen eine obligatorische Fremdenüberwachung.

„Solche nationalen Zusatzanforderungen in der Bauregelliste wurden bekanntlich mit dem Urteil C-100/13 des Europäischen Gerichtshofes vom 16. Oktober 2014 für unzulässig erklärt. Das Produkt ‚ESG-H‘ als deutsche Besonderheit gibt es daher nicht mehr“, bestätigt der GGF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs und führt weiter aus: „Es gibt derzeit unter Experten keine Einigkeit, ob die erhöhten Anforderungen an die Haltezeit tatsächlich die Versagenswahrscheinlichkeit des Produktes durch Spontanbrüche […] verringern. Die Fremdüberwachung wird aber weiterhin als wesentliche Voraussetzung für das in Deutschland angestrebte hohe Sicherheitsniveau angesehen.“ In den Entwürfen „Technische Baubestimmungen“ vom August 2017 und dem Entwurf der DIN 18008 vom Januar 2019 sind einige aktuelle Bestimmungen für ESG festgehalten. Unter anderem wird folgender Punkt ausführlich beschrieben: ESG-Scheiben, deren Oberkante mehr als vier Meter über einer Verkehrsfläche liegt, dürfen nur im Rahmen einer Mehrscheiben-Isolierverglasung verwendet werden. Ansonsten sind konstruktive Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Versagensfall vorzusehen, wie zum Beispiel eine Splittersicherung, Vordächer oder ähnliches. „Damit ist die Verwendung von heißgelagertem ESG also eingeschränkt“, so Herr Grönegräs. Um das Produkt „Heißgelagertes ESG“ weiterhin nutzen zu dürfen, appelliert der GGF-Geschäftsführer an alle betroffenen Hersteller: „Zum einen kann ich nur dazu raten, Mitglied in unserer Gütegemeinschaft zu werden. Außerdem sollten sie sich an eines der genannten Prüfinstitute wenden und mit ihm einen Vertrag über die Fremdüberwachung ihrer Produktion auf der Grundlage der RAL-Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 525 abschließen. Vertragspartner hierfür ist das jeweilige Prüfinstitut direkt. Für die Zukunft hängt die Berechtigung zum Führen des RAL-Gütezeichens dann vom positiven Ergebnis der Fremdüberwachung ab, über das die Prüfinstitute der Gütegemeinschaft berichten.“

Mehr Wohnungen müssen her

Von einer „Austrocknung des Marktes“ spricht das Verbändebündnis Wohnungsbau, wenn es um den Bau von Sozial- und Mietwohnungen geht. Es fordert einen Masterplan.

Am 9. Mai 2019 veranstaltete das Verbändebündnis Wohnungsbau den „Wohnungsbau-Tag 2019“. Auf diesem Branchengipfel, der bereits zum 11. Mal stattfand, forderten die Bündnismitglieder einen „Masterplan für den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau“. Das Bündnis besteht aus allen relevanten Organisationen und Verbänden der Bau- und Immobilienbranche, unter anderem der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Gemeinsam kritisiert das Bündnis, dass in Deutschland zu wenig und zu teuer gebaut werde. So sei das Problem des bezahlbaren Wohnens längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Als Mindestanforderung sieht das Verbändebündnis Wohnungsbau den Neubau von mindestens 60.000 Mietwohnungen pro Jahr. Nur gut die Hälfte davon wird allerdings momentan tatsächlich gebaut. Beim sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau müssten gerade der Bund und die Länder „schnell eine Strategie entwickeln und finanziell enorm nachlegen“. Und auch grundsätzlich dürfe es „nicht länger eine Wohnungsbaupolitik kurzfristiger Investitionsprogramme nach Haushalts- bzw. Kassenlage geben“. Zentrale Aspekte der „10-Punkte-Forderung“ sind zum Beispiel, dass mehr Bauland bereitgestellt und eine höhere Dichte und Höhe beim Bau von Wohnraum zugelassen werden muss. Auch fordert das Bündnis, dass der Bund den sozialen Wohnungsbau mehr fördert als bisher. Mit 1,5 Milliarden Euro vom Bund wurden bislang 25.000 neue Sozialwohnungen gebaut – für das Bündnis eindeutig zu wenig.

Wohnungsbau-Tag übte das Verbändebündnis scharfe Kritik an Bund, Ländern und Kommunen: „Es passiert auf allen drei Ebenen viel zu wenig. Der Wohnungsbau kommt nur schleppend voran, weil ein beherztes politisches Zupacken fehlt.“ Bei Bund und Ländern müsse eine deutliche Entschlackung der Bauvorschriften und bei Kommunen zügigere Genehmigungsverfahren stattfinden, etwa durch mehr Personal und Digitalisierung in den Baubehörden. Das Bündnis beauftragte außerdem eine Prognos-Studie, die aufdeckt, in welchen Städten sich welche Möglichkeiten des Wohnungsbaus bieten. Außerdem analysiert die Studie, welche Folgen der Wohnungsmangel langfristig haben wird. Deshalb fordern die Wissenschaftler des Prognos-Instituts ganz klar: „Bei neuen Maßnahmen, Gesetzen oder Förderungen sollte nicht die kurzfristige Perspektive der kommenden zwei bis vier Jahre im Fokus stehen.“ Notwendig sei vielmehr ein strategischer Blick darauf, was für die Wohnungsmärkte mittel- bis langfristig erforderlich ist.

Goldene Verdienstmedaille für Harald Weber

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) hat den langjährigen Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz Harald Weber als engagierten Vordenker geehrt.

Die Goldene Verdienstmedaille darf Harald Weber seit dem 16. Mai 2019 sein Eigen nennen. Reinhard Quast, Präsident des ZDB, und Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB, zeichneten Weber im Rahmen des Bauwirtschaftstages Rheinland-Pfalz in Mainz aus. Mit der Goldenen Verdienstmedaille würdigt der ZDB Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die baugewerbliche Organisation gekümmert und diese vorangebracht haben. Nach dem Ehrenring des Deutschen Baugewerbes ist die Medaille die ranghöchste Ehrung des Verbandes.

Fast 40 Jahre lang war Weber in verschiedensten Funktionen für die baugewerbliche Organisation tätig. Schon 1980 begann er eine Karriere beim ZDB, 1992 wurde er dann Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbands Rheinhessen-Pfalz. Der wichtigste Erfolg, den er seither zu verzeichnen hat, ist die Neustrukturierung der Interessenvertretung der Bauunternehmen in dem Bundesland, die er durch eine Fusion von ursprünglich drei Verbänden zu einem zusammenlegte. Außerdem war Weber verantwortlich für die Vertretung der Interessen des deutschen Baugewerbes in den europäischen Gremien. Diverse Fachpublikationen wurden unter seinem Namen veröffentlicht und auch die Fachhochschulen Köln und Kaiserslautern profitierten langjährig von Webers Lehrtätigkeiten.

Pakleppa würdigte Weber als engagierten Vordenker, der sich vor allem für die mittelständischen Betriebe der Bauwirtschaft einsetzte: „Die Auffassungen von Harald Weber, gleich ob tarifpolitischer, rechtlicher oder wirtschaftlicher Natur sind immer ein Kompass für richtige und gut abgewogene Weichenstellungen und Positionierungen in der bundesweiten Verbandsarbeit gewesen.“