Energieeffizienz als Grund für viele Sanierungen

Etwa 54 Prozent deutscher Hausbesitzer möchten in den nächsten drei Jahren in die Modernisierung ihrer Immobilie investieren. Grund Nummer 1 dafür ist die Energieeffizienz.

Bei aktuellen Umfragen zu Modernisierungsvorhaben an Immobilien fallen besonders häufig die Worte „energetische Modernisierungsmaßnahmen“ wie zum Beispiel der Austausch von Fenstern, Türen oder der Heizungsanlage. Laut den „LBS-Modernisierungstrends 2019“ planen mit 46 Prozent fast die Hälfte aller Vermieter und mit 37 Prozent über ein Drittel der Selbstnutzer, die Türen oder Fenster zu modernisieren. Eine Modernisierung der Heizung planen 41 Prozent der Vermieter und 31 Prozent der Selbstnutzer. Zwar wurde die Fassadendämmung längst nicht so oft genannt wie andere Maßnahmen, dennoch planen immerhin 22 Prozent der Vermieter und 16 Prozent der Selbstnutzer, die Außenbeschichtung ihrer Fassade zu erneuern. Am häufigsten jedoch werden Badsanierungen in den Zukunftsplänen erwähnt. Diese Maßnahme planen 67 Prozent der Vermieter und 46 Prozent der Selbstnutzer. Der Dachausbau und Smart-Home-Maßnahmen wurden vergleichsweise nur wenig genannt.

Vermieter aktiver als Selbstnutzer

In allen Maßnahmen bleiben die Vermieter mit ihren Vorhaben die Vorreiter. Bei der Bad- und Heizungssanierung liegen zwischen beiden Parteien die größten Unterschiede. Aber auch beim Erneuern von Leitungen sind Vermieter mit 38 Prozent deutlich aktiver als die Selbstnutzer mit 15 Prozent. Interessant sind auch die drei von elf abgefragten Kategorien der Modernisierung, in denen die Selbstnutzer mit ihren Vorhaben vorn liegen. So planen 15 Prozent von ihnen Arbeiten rund um eine Smart-Home-Technik, bei den Vermietern liegt dieser Teil bei nur elf Prozent. Beim Dachausbau liegen Selbstnutzer mit 16 Prozent um drei Prozent weiter vorne als Vermieter. Am stärksten ist dieser Unterschied, wenn es um geplante Arbeiten rund um den Garten geht. So planen hier 29 Prozent der Selbstnutzer, in den nächsten drei Jahren aktiv zu werden. Bei den Vermietern beläuft sich der Anteil auf niedrige zwölf Prozent. Die LBS-Studie zeigt, dass die Sanierungsvorhaben nicht vom Alter abhängig sind. So planten 52 Prozent der über 65 Jahre alten Eigentümer und 58 Prozent der Vermieter in derselben Altersstufe eine Modernisierung. Der Grund für die vielen Vorhaben könnte allerdings das Durchschnittsalter der Wohnimmobilien sein: Das beläuft sich in NRW nämlich auf 52 Jahre. LBS-Chef Jörg Münning sieht aber noch ein weiteres Motiv: „Wenn mit Sparzinsen nichts mehr zu verdienen ist, stecken Hausbesitzer das Geld lieber in die Senkung der Energiekosten – und erzielen so letztlich eine monatliche ‚Dämm-Rendite‘.“

Förderung von Gebäudesanierung muss schnell kommen

Nun meldet sich auch Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zur geplanten steuerlichen Förderung von Gebäudesanierungen zu Wort.

Nachdem kürzlich der Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen vom Kabinett gebilligt wurde, äußerten sich bereits Wirtschaftsminister Peter Altmaier und auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, positiv und erfreut zu dem geplanten Gesetz. Nun zeigt sich auch Generalsekretär Holger Schwannecke erfreut über die Bestimmungen: „Mit der Zustimmung des Bundestages zur steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung ist ein weiterer wichtiger Schritt getan, damit eines der wichtigsten Förderinstrumente im Gebäudesektor endlich wirksam wird.“ Entscheidend sei jetzt allerdings, dass Bund und Länder sich im anstehenden Vermittlungsverfahren schnell und einvernehmlich einigen, ohne dass die Wirksamkeit der Maßnahmen negativ beeinträchtigt wird. So müsse dieser aktuelle Versuch einer steuerlichen Sanierungsförderung unbedingt erfolgreich sein und dürfe nicht „politischen Grabenkämpfen“ geopfert werden. Ein Scheitern des Instruments könnten sich weder der Bund noch die Länder leisten. Zwar hätte sich Schwannecke gerne weitreichendere Förderungen für die Sanierung elektrischer Anlagen gewünscht, „doch dürfte der vorgesehene progressionsunabhängige Steuerabzug von 20 Prozent der Aufwendungen je Einzelmaßnahme einen wichtigen Anreiz für Gebäudeeigentümer darstellen, in eine energetische Sanierungen zu investieren.“ Auch die Förderlaufzeit von zehn Jahren lobt Schwannecke. „Unsere Betriebe können sich so auf die voraussichtlich steigende Nachfrage nach energetischen Sanierungen sukzessive einstellen und entsprechende Kapazitäten aufbauen.“

Digitalisierung am Bau soll vorangetrieben werden

Die FDP fordert, dass die Nutzung von Building Information Modeling (BIM) im öffentlichen Hochbau vorangetrieben wird. Bisher war dies nur im Tiefbau vorgesehen.

Der Wohnungsbau in Deutschland schreitet deutlich zu langsam voran. Die Bundesregierung will die Digitalisierung in der Baubranche mit Building Information Modeling (BIM) weiterhin vorantreiben – bisher besteht allerdings ein Stufenplan, der lediglich auf den Tiefbau beschränkt ist. Die FDP setzt sich nun für eine Ausweitung im Hochbau ein. Laut Bundesregierung sollen ab dem Jahr 2020 öffentliche Infrastrukturprojekte nur noch unter Einbindung von BIM ausgeschrieben werden. Die FDP allerdings fordert noch einen Schritt mehr: In einem Antrag fordert sie, den Stufenplan vom Tiefbau auf den Hochbau auszuweiten und ab 2022 verbindlich für öffentliche Ausschreibungen einzuführen. Das begründen die FDP-Politiker mit dem stockenden Wohnungsbau in Deutschland. Durch die Digitalisierung sollen mehr Potenziale freigesetzt werden. Dr.-Ing. Patrick Christ, Gründer und Geschäftsführer des Besteuerungssoftware-Herstellers Capmo, stellt sich die Frage, wieso das erst jetzt passiert. Er ist der Meinung, dass das eigentlich bereits im Jahr 2015 in den Stufenplan hätte einbezogen werden sollen.

Deutschland hinkt im Bau deutlich hinterher

Vergleicht man dieses Zögern beispielsweise mit der britischen Bauwirtschaft, so zeigt sich: Deutschland hinkt wirklich hinterher. Bereits 2008 wurde in Großbritannien die BIM Task Group von der Regierung mit der stufenweisen Einführung von Building Information Modeling beauftragt. Betrachtet man die starke Konkurrenz, muss die Digitalisierung in Deutschland zügig vorangetrieben werden. Das beinhaltet aber nicht nur die Etablierung von BIM, sondern auch eine aufwendige Umstrukturierung. Gemeint sind teure Mitarbeiterschulungen, die Anschaffung neuer Hardware und entsprechende Softwarelizenzen. Und das kostet viel Geld und Zeit. Allerdings gibt es viele digitale Werkzeuge, die die Unternehmen bereits jetzt anwenden können und welche auf den Baustellen einen hohen Effizienzgewinn bringen würden.

Gebäudesanierung bald steuerlich gefördert

Das Bundeskabinett hat beschlossen: Die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung beginnt 2020. Das Handwerk zeigt sich sichtlich erleichtert.

Vorher vom Bundesfinanzministerium vorgelegt, wurde der Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen nun vom Kabinett gebilligt. Diese Maßnahme ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 und soll die bestehenden Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums ergänzen. „Das ist ein guter Tag für den Klimaschutz im Gebäudesektor“, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Steuerliche Anreize sind im Gebäudebestand ein zentrales Instrument und gut sowohl für den Klimaschutz wie auch für das Handwerk und Arbeitsplätze vor Ort.“ Mit dem Gesetz wird es möglich sein, Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien steuerlich fördern zu lassen. Das betrifft zum Beispiel einen Heizungstausch, den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden. Die Kosten solcher Maßnahmen sollen künftig mit bis zu 20 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich in Abzug gebracht werden. Außerdem sollen Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen von einer progressionsunabhängigen Ausgestaltung profitieren. Voraussetzung ist lediglich, dass es sich bei dem geförderten Gebäude um selbstgenutztes Wohneigentum handelt. Das Gesetz soll bereits für das Steuerjahr 2020 gelten und kann somit erstmalig mit der Steuererklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Möglichkeiten der steuerlichen Förderung

Sanierungswillige haben dann künftig die Wahl: Entweder sie beantragen Investitionszuschüsse für die Sanierung, oder sie schreiben Einzelmaßnahmen steuerlich ab. Mithilfe des CO2-Gebäudesanierungsprogramms, das Marktanreizprogramm für Wärme aus erneuerbaren Energien oder dem Heizungsoptimierungsprogramm können Investitionszuschüsse beantragt werden. „Mit dem Beschluss bringt das Bundeskabinett eines der wichtigsten Förderinstrumente im Gebäudesektor endlich auf den Weg und stößt damit eine bedeutende Maßnahme des kürzlich beschlossenen Klimaschutzprogramms 2030 an“, kommentiert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Als nunmehr zweite Säule biete die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen eine echte Alternative zu den bestehenden Kredit- und Zuschussprogrammen, so Wollseifer.

Gebäudesanierung bald steuerlich gefördert

Das Bundeskabinett hat beschlossen: Die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung beginnt 2020. Das Handwerk zeigt sich sichtlich erleichtert.

Vorher vom Bundesfinanzministerium vorgelegt, wurde der Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen nun vom Kabinett gebilligt. Diese Maßnahme ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 und soll die bestehenden Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums ergänzen. „Das ist ein guter Tag für den Klimaschutz im Gebäudesektor“, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Steuerliche Anreize sind im Gebäudebestand ein zentrales Instrument und gut sowohl für den Klimaschutz wie auch für das Handwerk und Arbeitsplätze vor Ort.“ Mit dem Gesetz wird es möglich sein, Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien steuerlich fördern zu lassen. Das betrifft zum Beispiel einen Heizungstausch, den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden. Die Kosten solcher Maßnahmen sollen künftig mit bis zu 20 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich in Abzug gebracht werden. Außerdem sollen Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen von einer progressionsunabhängigen Ausgestaltung profitieren. Voraussetzung ist lediglich, dass es sich bei dem geförderten Gebäude um selbstgenutztes Wohneigentum handelt. Das Gesetz soll bereits für das Steuerjahr 2020 gelten und kann somit erstmalig mit der Steuererklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Möglichkeiten der steuerlichen Förderung

Sanierungswillige haben dann künftig die Wahl: Entweder sie beantragen Investitionszuschüsse für die Sanierung, oder sie schreiben Einzelmaßnahmen steuerlich ab. Mithilfe des CO2-Gebäudesanierungsprogramms, das Marktanreizprogramm für Wärme aus erneuerbaren Energien oder dem Heizungsoptimierungsprogramm können Investitionszuschüsse beantragt werden. „Mit dem Beschluss bringt das Bundeskabinett eines der wichtigsten Förderinstrumente im Gebäudesektor endlich auf den Weg und stößt damit eine bedeutende Maßnahme des kürzlich beschlossenen Klimaschutzprogramms 2030 an“, kommentiert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Als nunmehr zweite Säule biete die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen eine echte Alternative zu den bestehenden Kredit- und Zuschussprogrammen, so Wollseifer.

Doch kein Förderstopp für Solaranlagen

Eigentlich sollte die gesetzliche Vergütung für Strom aus neuen Photovoltaikanlagen nur noch bis 2020 reichen. Die Bundesregierung hebt diesen Förderdeckel nun aber auf.

Mehr als 1,7 Millionen Solaranlagen in Deutschland lieferten im ersten Halbjahr 2019 rund 24,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW Solar) nennt den Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent einen „neuen Solarstromrekord“. Um die Klimaziele zu erreichen, rechnet aber auch Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig damit, dass der Ausbau noch um ein Vielfältiges beschleunigt werden muss. Über die Entscheidung der Bundesregierung, den geplanten Förderdeckel für die Anlagen abzuschaffen, ist Körnig jedoch mehr als erfreut: „Die Streichung des Förderdeckels für Solardächer wird in letzter Minute einen Markteinbruch abwenden, wenn sie jetzt umgehend gesetzlich fixiert wird.“ Ursprünglich sollte der Förderdeckel dann greifen, wenn die Marke von 52 Gigawatt Leistung, die durch die Solaranlagen erbracht wurden, erreicht ist. Bis vor kurzem rechnete der BSW Solar damit, dass diese Leistung bereits im Frühjahr oder Sommer 2020 erreicht wäre. Die Befürchtung war ein Rückgang des derzeitigen Volumens des Solarausbaus um ein Drittel. Im Rahmen des neuen Klimapakets haben die Union und die SPD jedoch beschlossen, diesen Förderstopp abzuschaffen.

Genaue Regelung für Solarausbau? Fehlanzeige.

Gleich hinter dem Förderdeckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steht, dass „rechtzeitig“ eine Anschlussregelung gefunden werden muss. Zwar will die Bundesregierung Solarstrom von Hausdächern erst einmal fördern, wie bislang. Aus Sicht der BWS Solar bedarf es allerdings noch weiterer Regelungen, als in den neuen Klimabeschlüssen beschrieben: „Unklar bleibt der Umfang der dringend notwendigen Beschleunigung des Photovoltaik-Ausbaus“. Derzeit bekommen Hausbesitzer für den selbst erzeugten aber ungebrauchten Strom, der ins Stromnetz eingespeist wird, 10,5 Cent pro Kilowattstunde. Diese Vergütung ist für 21 Kalenderjahre garantiert und ist nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW das Doppelte des aktuellen Börsenstrompreises. Die Bundesregierung plant, bis 2030 insgesamt 65 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen und mehr CO2-kräftige Kohlekraftwerke abzuschalten. Laut BSW Solar ist das allerdings in Gefahr, wenn der Solarstrom und auch die Wärmeerzeugung über Solarthermie nicht noch besser vorangetrieben werden.

Sakret Europa darf keine fremden Aufgaben mehr übernehmen

Das Bundeskartellamt hat der Sakret Trockenbaustoffe Europa GmbH & Co. KG (Sakret Europa) untersagt, weiterhin Aufgaben für ihre Gesellschafter zu übernehmen.

Bisher hat das Unternehmen für seine Gesellschafter und Unterlizenznehmer Vertriebsaufgaben beim Absatz von Trockenbaustoffen an Baumärkte und den Baustoffhandel übernommen. Das Bundeskartellamt untersagt die weitere Übernahme solcher Aufgaben. „Kleineren und mittleren Unternehmen eröffnet das deutsche Kartellrecht die Möglichkeit, im Rahmen eines Mittelstandskartells größenbedingte Nachteile gegenüber Großkonzernen auszugleichen. Im Falle von Sakret Europa erfolgte dies etwa durch einen gemeinsamen Markenauftritt und die Zentralisierung bestimmter Vertriebsfunktionen“, erläutert der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, die Entscheidung. „Durch den Einstieg des Großkonzerns Knauf durch Übernahme mehrerer beteiligter Mittelständler hat der Verbund dann aber im Laufe der Zeit so hohe Marktanteile erreicht, dass eine weitere Duldung der bestehenden Strukturen durch das Bundeskartellamt nicht mehr möglich war.“ So sei eine kartellrechtskonforme Umgestaltung und Fortführung des deutschen Sakret Vertriebssystems laut Bundeskartellamt durchaus möglich und zu begrüßen, um kleine und mittlere Anbieter weiterhin zu stärken. Peter Aping, Geschäftsführer der Sakret Europa, reagierte schnell auf die Veröffentlichung des Bundeskartellamtes: „Um […] die Sakret-Gruppe in die Zukunft zu führen, wollen wir uns in den kommenden Wochen organisatorisch neu aufstellen.“ Es ist also eine Umstrukturierung im Unternehmen geplant.

Spürbare Wettbewerbsbeschränkung für Wettbewerber

Über 500 Produkte in mehr als 3.000 Produktvarianten umfasst das Sakret-Produktsortiment für die Anwendungsbereiche Mauerwerk, Fassade, Innenwand/Decke, Boden, Betonbau und noch viele mehr. Im Vertrieb an Baumärkte verhandelt die Sakret Europa zentral die Preise und Konditionen für ihre Gesellschafter. Im Verhältnis zum Baustofffachhandel verhandelt sie aber nur Rahmenkonditionen, während die Preise dezentral von den Unterlizenznehmern bestimmt werden. Somit vereinheitlicht Sakret Europa das Marktverhalten ihrer Gesellschafter und Unterlizenznehmer. Das Bundeskartellamt sieht darin eine spürbare Wettbewerbsbeschränkung auf den betroffenen Baustoffmärkten. Seit Einleitung des Verfahrens 2010 hatte das Kartellamt vorgeschlagen, die wettbewerbliche Problematik der Präsenz des Großunternehmens Knauf in der Kooperation einvernehmlich zu lösen. Das kann zum Beispiel durch eine Fortsetzung der Kooperation ohne Knauf passieren.

Baukosten steigen immer noch stark an

Die Baukosten steigen seit mehreren Jahren massiv an. Vor allem die Entsorgung von Bauabfällen wird zur immer größeren Last. Das birgt immer größere Herausforderungen.

Die Handwerkskammer Hessen fordert, den Anstieg der Baukosten zu stoppen. In Hessen ist die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin gut – sowohl für den gewerblichen als auch für den industriellen Bau. Ein großes Problem ist jedoch immer noch der Fachkräftemangel. Es fehlen nicht nur qualifizierte Mitarbeiter, sondern auch Auszubildende. Die gute Auftragslage ist aber nicht schuld daran, dass zu wenig bezahlbarer Wohnraum entsteht. „Es fehlen gerade im Ballungsraum Rhein-Main, aber auch in den Städten Mittel- und Nordhessens ausreichend geeignete Flächen”, analysiert Präsident Frank Dittmar vom hessischen Baugewerbeverband. „Die Kommunen sind zu zögerlich beim Ausweisen des dringend benötigten Baulandes.“ Heinrich Gringel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern ergänzt: „Hinzu kommt, dass staatliche Vorgaben das Bauen immer teurer machen.”

Betriebe bleiben oft auf Bauabfällen sitzen

Vor allem das Entsorgen des Abfalls, der bei Sanierungen und Neubauten entsteht, ist und bleibt ein großes Problem. Es fehlen geeignete regionale Deponieflächen, weshalb der Bauabfall oftmals unökologisch in weit entfernte Bundesländer oder gar Länder transportiert werden muss. Seit Jahren bereits weisen Bauverbände, Kammern und weitere Institutionen auf dieses Problem hin, werden ihrer Ansicht nach aber nicht erhört. „Helfen würde zudem die Senkung der Grund- und Grunderwerbsteuer und eine angemessene Nachverdichtung innerstädtischer Bereiche“, sehen die beiden Präsidenten die Politik auch bei anderen Themen in der Pflicht. Um die Auftragsvergabe zukünftig wieder zügiger abwickeln zu können, müssten außerdem die Bauämter wieder ihr Personal aufstocken. Denn hier wurde seit den 90ern extrem abgebaut. (Link zum Artikel „Zu wenig Personal in Bauämtern“ KW40) Ein weiteres wichtiges Thema ist die Schwarzarbeit. Aufgrund des Personalmangels können auch hier nicht genügend Kontrollen durchgeführt werden. Und auch die Bußgelder sind nach Ansicht der Handwerkskammer Hessen nicht groß genug und würden somit nicht genug vor Schwarzarbeit abschrecken. Neben der Senkung der Baukosten sieht sie es außerdem als extrem notwendig an, die Digitalisierung im Handwerk beziehungsweise im Baugewerbe zu unterstützen, da vor allem kleinere Betriebe mit dem Thema oft überfordert sind.

Absturzsicherung wird oft nicht ernst genommen

Durch Absturzsicherheitssysteme können schwerwiegende Unfälle auf dem Bau vermieden werden. Aus Kostengründen missachten Betriebe aber häufig wichtige Vorgaben.

In der Statistik über Todesfälle auf Baustellen findet sich Deutschland auf einem der hinteren Plätze wieder. Dafür hat das Land aber die insgesamt fünfthöchste Verletzungsrate – trotz sehr guter Arbeitsschutzgesetze. Die Anwendung und Durchführung dieser Maßnahmen lässt allerdings noch zu wünschen übrig.

Wichtige Parameter bei der Arbeitssicherheit sind die Einhaltung vorgegebener Spezifikationen, die richtige Risikobewertung, die Qualität der Schutzausrüstung und die richtige Schulung zur Entwicklung der Nutzerkompetenz. Von den Unternehmen selbst wird die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften erwartet. Laut der HSA-Krankheits- und Todesfallstatistik für die Jahre 2016 und 2017 hat Deutschland mit 0,97 Todesfällen pro 100.000 Arbeitnehmer eine der niedrigsten Todesfallraten in der EU, allerdings erlitten 2.091 von 100.000 Arbeitnehmern mehr als vier Verletzungen in diesem Zeitraum. Das setzt Deutschland auf den fünften Platz in dieser Statistik. Und auch eine Umfrage bestätigt, dass Arbeitnehmer ihren Arbeitsschutz als nicht ernst genug genommen ansehen: Rund 18 Prozent gaben an, dass ihre Arbeit ihre Gesundheit und Sicherheit gefährden würde. Nur zwei Drittel berichten außerdem von regelmäßigen Sicherheits- und Gesundheitskontrollen.

Fehlende Maßstäbe und Kosteneinsparungen

Selbst, wenn sich Unternehmen von einem Planer bezüglich persönlicher Schutzausrüstung (PSA) beraten lassen, lassen sie oftmals vom Planer empfohlene Herstellerprodukte aus oder ändern diese, um Kosten zu sparen. Das erhöht das Gefahrenrisiko für die Arbeitnehmer. Hersteller werden nicht selten dazu aufgefordert, die Eignung von Befestigungen und Systemen zu klären. Diese Zusammenarbeit ist das A und O, wenn es um die Sicherung des Arbeitsplatzes geht, denn jede Fehlinformation kann schwerwiegende Folgen haben. Wenn diese Absturzsicherung fachkundig konzipiert, hochwertig und streng geprüft wird, bleiben die Sicherheitseinrichtungen für vier Jahre funktionstüchtig. Hat man ein Teil allerdings gegen ein anderes, günstigeres ausgetauscht, birgt das das Risiko von Verschleiß, Produktionsfehlern oder dem schlichten Versagen. Aber auch eine professionelle Montage ist unverzichtbar für die garantierte Sicherheit. Die Sicherheitsausrüstung kann nur dann Unfälle vermeiden, wenn sie auch richtig eingesetzt wird. Eine gründliche vorangegangene Schulung ist also genau so wichtig, wie die Ausrüstung selbst. Außerdem sollte immer ein Rettungsplan für den Fall der Fälle entwickelt werden.

So werden alle Gebäudehüllen luftdicht!

Luftdichtheit spielt sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung eine sehr wichtige Rolle. Eine neue kostenlose Broschüre frischt die Kenntnisse in allen Gewerken auf.

„FLiB – Luftdichtheitskonzept“ heißt die neue Broschüre des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen e.V. Der Verband möchte die Fragen beantworten, was es bei der Planung bis hin zur Umsetzung zu beachten gilt, wenn man ein Gebäude luftdicht machen will. Denn nicht nur im Neubau ist Luftdichtheit ein Standard-Kriterium, sondern auch bei der Sanierung von Bestandsbauten steht sie im Fokus. Auf 26 Seiten werden anhand der beispielhaften Sanierung eines Einfamilienhauses die Angebotsnachfrage, die Planung, Ausführung und die Überprüfung thematisiert, die auf dem Weg zu einer luftundurchlässigen Gebäudehülle wichtig sind. „Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert, dass Feuchtigkeit in die Gebäudekonstruktion eindringen kann. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Feuchtigkeit von außen! Bei der normalen Nutzung einer Wohnung wird durch Kochen, Duschen, die Wäschetrocknung aber auch während des Schlafens Feuchtigkeit in die Raumluft eingetragen, die üblicherweise durch eine ausreichende Lüftung (zum Beispiel über manuelles Fensteröffnen) nach draußen abgeführt wird. Sind jedoch Fehlstellen (Leckagen) in der Luftdichtheitsebene vorhanden, kann die Feuchtigkeit dort eindringen“, heißt es auf der ersten Seite der Broschüre. Die Publikation richtet sich laut dem Fachverband an Handwerker, Energieberater, Architekten und Planer. Mithilfe vieler Abbildungen, Grafiken und Skizzen erläutern die Experten, wann Arbeiten wie Dachsanierung, Fenster- oder Haustüraustausch erfolgen und wie man sie aufeinander abstimmt. Erstmals vereint der Fachverband in der Broschüre sämtliche von ihm veröffentlichte Einzelpublikationen zum Thema seit Herbst 2017 und bringt diese gemeinsam auf einen neuen Stand. Das Dokument ist für jedermann frei zugänglich und auf der Website des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen herunterladbar.