So schützen sich Handwerker vor der Abofalle

Handwerksbetriebe werden derzeit vermehrt Opfer von fiesen Betrugsmaschen. Dabei merken sie es oft erst, wenn es zu spät ist – und das kann ziemlich teuer enden.

Sich in einem Register mit dem Titel „Leistungsverzeichnis für das Deutsche Handwerk“ eintragen zu lassen, klingt für einen Handwerksbetrieb nach einer guten Sache. Im Briefkasten vieler Betriebe landen momentan Briefe mit einem solchen Angebot. Was sie nicht wissen: senden sie das Formular ausgefüllt und unterschrieben zurück, haben sie den Vertrag abgeschlossen und werden zur Kasse gebeten. Stolze 1.475 Euro werden für zwei Jahre fällig. Die Handwerkskammer Cottbus warnt und empfiehlt, nicht auf solche Angebote einzugehen und auf keinen Fall zu reagieren. Denn nur wer das Formular unterschrieben zurücksendet, nimmt das Angebot an. Falls es schon zu spät ist, empfiehlt die Kammer folgendes: „Betroffene Betriebe, die das Schreiben bereits zurückgeschickt haben, sollten auf keinen Fall Zahlungen tätigen und den Vertrag schnellst möglich wegen arglistiger Täuschung anfechten und hilfsweise kündigen.“

Weitere Betrugsmaschen im Umlauf

Leider bleibt es nicht nur bei der Betrugsmasche mit einem Eintrag in ein bestimmtes Register. Auch landen die Handwerksbetriebe in einer Falle, wenn sie einen bestimmten Brief beantworten, in dem Daten des Betriebes abgefragt werden. Die Betrüger erwecken beim Betrieb den Eindruck, es handle sich lediglich um einen Datenabgleich und bitten, angegebene Daten abzugleichen und zu berichtigen. Dabei wird jedoch verschleiert, dass es sich bei Rücksendung und Unterschrift des Formulars um den Abschluss eines Vertrages handelt. In dem Glauben, es handle sich um ein öffentliches Verzeichnis, tappen auch hier viele Handwerksbetriebe in die Falle und bekommen Beträge von fast 900 Euro in Rechnung gestellt. Bei den Firmen handelt es sich nämlich, anders als angenommen, um privatwirtschaftliche Unternehmen. Auch hier empfiehlt die Handwerkskammer Cottbus, auf keinen Fall Zahlungen zu tätigen und den Vertrag schnellstmöglich wegen Betruges anzufechten.

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Diskussion um Verschärfung des Baurechts

Finanzminister Olaf Scholz schlug zuletzt vor, das Baurecht wegen der aktuellen Wohnungsnot zu verschärfen. Bauminister Horst Seehofer sieht darin allerdings keine Lösung.

Nicht lange ist es her, da hat Olaf Scholz (SPD) dafür plädiert, mehr Druck auf Inhaber ungenutzter Grundstücke auszuüben und dieses Baugebot im Baurecht zu verschärfen, um es öfter einsetzen zu können. Für ihn ist es durch die aktuelle Wohnungsnot nicht akzeptabel, dass leere Grundstücke ungenutzt bleiben. Eine Sprecherin Seehofers machte jedoch deutlich, dass dies nicht im Sinne des Bauministers ist. Und auch der baupolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Kai Wegner, erklärte zuletzt der Rheinischen Post: „Die Einlassung von Scholz ist kein Beitrag zum schnellen Wohnungsbau. Entsprechende Verfahren dauern zehn bis 20 Jahre.“

Die bisherigen Möglichkeiten

Das Baugebot ist ein Instrument für Gemeinden. Durch dieses Gebot bekommen sie die Möglichkeit, den Eigentümer eines leeren Grundstücks im Geltungsbereich eines Bebauungsplans dazu zu verpflichten, die Fläche innerhalb einer angemessenen Frist gemäß Bebauungsplan zu bebauen. Sieht der Eigentümer sich wirtschaftlich allerdings nicht in der Lage, für diese Bebauung aufzukommen, kann er verlangen, dass die Gemeinde das Grundstück übernimmt. Und wenn sich ein Eigentümer der Zusammenarbeit verweigert, kann die Gemeinde letztlich auch eine Enteignung geltend machen. Dies passiert allerdings selten und dauert sehr lange.

Mehr Rechte für Gemeinden

Der Deutsche Städtetag allerdings steht hinter Scholz: „Städte müssen leichter und mit größeren Erfolgschancen Eigentümer von baureifen Grundstücken zum Bauen auffordern können“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Außerdem sei es ein großer Fortschritt, wenn Städte Baugebote gleich für ein bestimmtes Gebiet festlegen können, in dem Wohnraummangel besteht. Dedy meint, dass der Bund dafür Voraussetzungen im Baugesetzbuch schaffen sollte. Das Hauptaugenmerk liege dabei nicht auf Enteignung, sondern auf einvernehmlichen Lösungen mit dem Eigentümer.

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Handwerker haften nicht immer bei Mängeln

Treten Tage oder Wochen nach handwerklichen Leistungen Mängel am Werk auf, können die Handwerker nicht immer dafür haftbar gemacht werden. Worauf man achten muss.

Handwerksbetriebe müssen ein mangelfreies Werk herstellen, das sagt das Werkvertragsrecht. Laut dem Bauvertragsrecht muss ein Werk zusätzlich allgemein anerkannte Regeln der Technik erfüllen, um als mangelfrei zu gelten. Werden diese beiden Punkte eingehalten, gilt ein Werk also als mängelfrei. Oft geben schon die Hersteller bestimmte Vorgaben an, unter denen ein Werk hergestellt werden soll, damit es mängelfrei ist. Aber was passiert, wenn der Handwerker diese Vorgaben beachtet hat und nach Vollendung trotzdem Mängel am Werk auftreten? Das musste das Oberlandesgericht in Hamm in einem aktuellen Fall entscheiden.

Der Fall

So wurde ein Unternehmen damit beauftragt, diverse Bauleistungen für einen Kunden zu erledigen. Dazu gehörte auch die Abdichtung des Kellers. Beim Erfüllen dieses Auftrags befolgten die Auftragnehmer die Vorgaben des Herstellers zum Material und der Verarbeitung. Nachdem das Gebäude allerdings bezogen wurde, zeigte sich Feuchtigkeit im Kellergeschoss. Der Kunde machte Mängelrechte gegen den Unternehmer geltend, die Sache ging vor Gericht.

Das Urteil

Hier war die Entscheidung allerdings eindeutig: der Bauunternehmer habe die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten und ist professionell vorgegangen. Auch hat die Verklebung der Abdichtung den Herstellervorgaben entsprochen. Unter diesen Umständen wurden die Mängelansprüche vom Gericht zurückgewiesen.

An diesem Fall wird deutlich, was sowohl für alle Handwerker als auch Auftraggeber im Falle von Mängeln zu beachten ist: weist ein Werk einerseits die vereinbarte Beschaffenheit auf und entspricht andererseits den allgemein anerkannten Regeln der Technik (die oftmals den Herstellervorgaben entsprechen), gilt es als mängelfrei und der Kunde kann auch nach Auftreten von Mängeln keine Mängelrechte geltend machen. Alle Auftragnehmer sollten allerdings immer sichergehen, dass die Herstellervorgaben mindestens den allgemein anerkannten Regeln entsprechen. Liegen diese Vorgaben nämlich darunter und werden vom Handwerker befolgt, kann ein Werk als mangelhaft gelten und somit den Auftragnehmer haftbar machen.

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Wie sauber werden Solarmodule entsorgt?

Bald ist es so weit: die erste große Welle an Solarmodulen in Deutschland muss entsorgt werden. Einige enthalten allerdings hochgiftige Materialien. Was passiert damit?

Laut einer aktuellen Prognose soll ab 2020 zwischen 20.000 und 200.000 Tonnen Solarzellenabfall anfallen. Spätestens dann ist die geschätzte Lebensdauer von 25 Jahren der ersten in Deutschland installierten Welle an Photovoltaik-Anlagen erreicht. Nach 2020 sollen die geschätzten Zahlen kontinuierlich steigen und können bis 2035 schon mehrere Millionen betragen. Die Lebensdauer von 25 Jahren kommt deshalb zustande, weil die Module über die Jahre viele kleine Defekte entwickeln können. Dafür verantwortlich sind Schäden durch Wind und Wetter an Kabeln und Oberflächen der Anlagen. Bei solchen Schäden müssen allerdings nicht zwingend die ganzen Module ausgetauscht werden, oftmals sind es nur einzelne Bauteile.

Wohin mit dem Abfall?

Zuständig für die Entsorgung der ausgedienten Module sind grundsätzlich die sogenannten „Erstinverkehrbringer“, nämlich Hersteller und Importeure. Nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz sind sie dazu verpflichtet, die zurückgenommenen Elektroaltgeräte auf eigene Kosten ordnungsgemäß zu entsorgen. Für Privatpersonen und Installationsbetriebe, also nicht-Erstinverkehrbringer, ist die Entsorgung auf einem öffentlich-rechtlichen Wertstoffhof kostenlos. Dort werden die Module von anderen Geräten getrennt und von speziellen Entsorgungsunternehmen abgeholt.

Wie steht es um Recycling?

Seit mehr als 15 Jahren wird bereits an Recyclingverfahren für Solarmodule geforscht. Der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten Körnig, freut sich über die Entwicklung: „Entsorgungsfachbetriebe sind heute in der Lage, Altmodule so zu recyceln, dass die Wertstoffe fast vollständig wieder einem Produktionsverfahren als Sekundärrohstoffe zugeführt werden können.“ Er sieht in den kommenden, zu recycelnden Modulen eine Chance für Deutschland, sich einen technologischen Fortschritt zu erarbeiten.

Auch das Umweltbundesamt kann die Erfolge beim Recycling der Photovoltaik-Anlagen bestätigen. So könne man momentan bereits 70 Prozent des verbauten Materials in Form von Metall und Glas wieder verwenden. „Aufgrund der Zusammensetzung eines PV-Moduls aus überwiegend Glas, Aluminium und Kunststoffen können nach unseren Informationen mehr als 90 Prozent des PV-Moduls recycelt beziehungsweise verwertet werden“, erklärt Axel Strobelt.

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Kampf gegen Schwarzarbeit und Sozialbetrug geht weiter

Der Bundesrat hat dem Gesetzentwurf der Bundesregierung gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch zugestimmt. Ein Fortschritt für alle Beteiligten.

Schon über zwei Monate ist es her, dass die Bundesregierung ihren ersten Entwurf eines Gesetzes gegen Schwarzarbeit und Sozialbetrug veröffentlicht hat. Mitte April stimmte der Bundesrat diesem Gesetzentwurf zu, was viele Beteiligte begrüßen. So bezeichnet Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg (FG-Bau), es als ein „starkes Signal an die mittelständische Bauwirtschaft“. „Wir fordern seit langem eine Personalaufstockung und erweiterte Vollzugsmöglichkeiten der Zollverwaltung zur besseren Bekämpfung von Schwarzarbeit und Sozialleistungsmissbrauch. Dem kommt die Bundesregierung nun nach“, freut sich die Geschäftsführerin.

Der Entwurf sieht es vor, dass die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) als Teil der Zollverwaltung bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit gestärkt wird. „Durch die Schaffung einer Prüfungs- und Ermittlungskompetenz der FKS erhoffen wir uns, dass sowohl das unzulässige Anbieten von häufig geringqualifizierten Arbeitskräften im öffentlichen Raum zur Schwarzarbeitsanbahnung als auch die perfiden Methoden des Sozialleistungsbetrugs endlich wirkungsvoll bekämpft werden“, meint Dr. Schreiner.

„Krebsgeschwür der Bauwirtschaft“

Allein in Berlin und Brandenburg soll mittlerweile fast jeder zweite Euro auf dem Bau durch Schwarzarbeit erwirtschaftet werden. Durch diese illegalen Geschäfte gehen dem Staat jedes Jahr Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsabgaben verloren. Dr. Schreiner bezeichnet die Schwarzarbeit als „das Krebsgeschwür der Bauwirtschaft“ und betont, dass dadurch menschenunwürdige Unterkunfts- und Arbeitsbedingungen geschaffen werden.

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Europäische Schutzausrüstungs-Verordnung eingeführt

Seit dem 21. April findet die neue Verordnung der Europäischen Union zur Persönlichen Schutzausrüstung offiziell Anwendung. Aber was heißt das nun für die Betriebe?

Die Übergangsfrist für die bereits im Jahr 2016 beschlossene neue PSA-Verordnung der Europäischen Union ist am 21. April abgelaufen. Vor allem die Hersteller, Importeure und Händler von Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) sowie die Prüf- und Zertifizierungsstellen mussten sich umstellen. Aber auch für die Betriebe gilt es einiges zu beachten.

„Die neuen Anforderungen ändern nicht das Sicherheitsniveau von PSA: Persönliche Schutzausrüstung, die nach PSA-Richtlinie in Verkehr gebracht wurden, gelten weiterhin als sicher und müssen nicht ausgetauscht werden“, entwarnt die Deutsche Unfallversicherung (DGUV).

Die wichtigsten Änderungen

Trotzdem nennt die DGUV einige Dinge, die sich ab sofort im Arbeitsschutz ändern:

  • Die Einstufung von einigen Produkten als PSA ändert sich. Es gibt drei Kategorien, denen unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet sind. Produkte wie zum Beispiel Gehörschutz, Rettungswesten oder PSA zum Schutz gegen Kettensägenschnitte fallen jetzt unter die Kategorie III. Damit unterliegen sie einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle.
  • Für Schutzausrüstung der Kategorie III gilt in Deutschland die Pflicht zu einer praktischen Unterweisung der Beschäftigten. Hier sind die Unternehmen jetzt gefragt, ihre Unterweisungen entsprechend anzupassen.
  • Hersteller müssen künftig die so genannte Konformitätserklärung jedem einzelnen Produkt beifügen oder über das Internet zur Verfügung stellen. Die Erklärung bestätigt, dass das Produkt den Anforderungen der Verordnung entspricht. Bislang reichte es aus, die Konformitätserklärung “auf Verlangen” vorlegen zu können.
  • Der Geltungsbereich der Verordnung ist umfassender als zuvor. Sie nimmt künftig alle Wirtschaftsakteure in die Pflicht – auch Händler und Importeure.
  • Bislang galten EG-Baumusterprüfungen unbegrenzt. Gemäß der neuen Verordnung werden EU-Baumusterprüfbescheinigungen nur noch für längstens fünf Jahre ausgestellt.

Die komplette Verordnung kann hier nachgelesen werden.

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Europawahl 2019 – Die Erwartungen des Handwerks

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat Wünsche und Erwartungen an die Parteien formuliert, um seine Mitgliedsbetriebe auch auf europäischer Ebene zu vertreten.

Die meisten Gesetzgebungsvorschläge, die Einfluss auf Handwerksbetriebe haben, werden mittlerweile in Brüssel beschlossen – für die gesamte EU. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) möchte genau deswegen natürlich die Interessen seiner Mitgliedsbetriebe auch auf europäischer Ebene vertreten, damit die Interessen möglichst früh in relevante Gesetzgebungsverfahren mit eingebracht werden können. Daher ist auch die im Mai anstehende Europawahl für den ZDH von Bedeutung. Mit dem Papier „In Vielfalt zusammen“ hat der ZDH Forderungen und Vorschläge formuliert und sie in sieben Kernbereiche gegliedert: Zukunft der europäischen Union, Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen, europäischer Binnenmarkt, bessere Rechtsetzung, Fachkräftesicherung und berufliche Bildung, Umweltpolitik sowie regionale Wirtschaft.

Profitieren von Europa

„Deutschland liegt im Herzen Europas. Wir profitieren von Sicherheit und Wohlstrand, die uns Europa bringt“, heißt es darüber hinaus in dem Papier. Der zunehmenden Skepsis gegenüber der europäischen Idee müsse man mit Vorschlägen und Lösungen entgegentreten und nicht zusätzliche Probleme schaffen, besonders in den Bereichen Grenzschutz, Sicherheit und Terrorismusbekämpfung. Auch mit Blick auf den möglichen Brexit müsse die Finanzierung der EU sichergestellt werden. Weiter komme es in der Wirtschaftspolitik darauf an, Stabilisierung mit der Unterstützung von Wachstum in Südeuropa zu verbinden. „Risikominimierung und Strukturreformen müssen der Weg sein, die Wirtschafts- und Währungsunion zu vertiefen. Eine Vergemeinschaftung von Schulden darf es nicht geben“, fordert der ZDH.

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ZDK lehnt Tempolimit auf Autobahnen ab

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe spricht sich gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen aus. Die gültige Richtgeschwindigkeit sei völlig ausreichend.

In der Debatte um ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen hat sich nun auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zu Wort gemeldet. Der Verband hält die gültige Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde dabei für völlig ausreichend. „Wer nicht sowieso durch bereits bestehende Tempolimits, durch Baustellen oder das hohe Verkehrsaufkommen automatisch eingebremst wird, sollte weiterhin die Möglichkeit haben, auf freien Abschnitten die Geschwindigkeit selbst zu bestimmen“, so ein ZDK-Sprecher. Dies könne etwa durch eine dynamische und verkehrsabhängige Steuerung des Verkehrsflusses unterstützt werden. Die hohe Qualität moderner Automobile sei auch der Tatsache geschuldet, dass sie für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt seien – mit entsprechenden Sicherheitsreserven.

CO2-Einsparptenzial nur gering

Nach Meinung des ZDK sollte die Wirkung eines allgemeinen Tempolimits hinsichtlich der Reduzierung der CO2-Emissionen nicht überschätzt werden. So ergebe sich laut ADAC unter Zugrundelegung des Handbuchs für Emissionsfaktoren (HBEFA) bei einem Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde für die Pkw-Flotte des Jahres 2019 ein CO2-Einsparpotenzial in der Größenordnung von lediglich knapp zwei Prozent der CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs. Gemessen am gesamten CO2-Ausstoß liege dieser Anteil sogar nur bei rund 0,3 Prozent.

Anzahl der Verkehrstoten unterdurchschnittlich

Letztendlich seien Autobahnen noch immer die sichersten Straßen in Deutschland. Nach Angaben des ADAC wurden hier im Jahr 2017 etwa ein Drittel aller Kraftfahrzeugkilometer gefahren. Der Anteil der Verkehrstoten sei im Vergleich dazu mit rund zwölf Prozent unterdurchschnittlich. So läge die Zahl der auf Autobahnen Getöteten pro einer Milliarde Fahrzeugkilometer in Deutschland bei aktuell 1,6. Hierbei zeige sich, dass ein Zusammenhang zwischen generellem Tempolimit und dem Sicherheitsniveau auf Autobahnen auch im internationalen Vergleich nicht feststellbar sei: Länder mit genereller Geschwindigkeitsbeschränkung, wie Österreich, Belgien oder die USA, schnitten nicht besser ab als Deutschland.

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Nahezu unverändert gut

Der März 2019 birgt eine beinahe unveränderte und gute Geschäftslage, erklären die Mitgliedsunternehmen des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes in ihrem Bericht.

Vor allem der Wohnungsbau bringt positive Impulse, aber auch die anderen Branchen vermeldeten Gutes. Das ergab die monatliche Umfrage des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe unter seinen Mitgliedern. Beim öffentlichen Hoch- und Tiefbau und dem Wirtschaftsbau waren die Rückmeldungen allerdings ein wenig zurückhaltender. Trotzdem bleibt die Lage insgesamt auf einem sehr guten, hohen Niveau.

Ebenso positiv sieht es bei den Erwartungen an die Geschäftsentwicklung für die kommenden drei Monate aus – diese bleiben aufwärtsgerichtet. Da die Auftragslage weiterhin gut aussieht, sehen die Unternehmen sich in der Lage Kostensteigerungen bei Lohn oder Material an den Markt weiterzugeben. Generell hat die Bautätigkeit in allen Bausparten noch einmal angezogen, was sich auch an einer steigenden Zahl der Beschäftigten niederschlug. Auch in puncto Geräteauslastung im Hochbau bleiben die Zahlen mit 70 Prozent stabil, im Tiefbau stiegen sie sogar von 62 auf 65 Prozent.

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Neuartiges Exoskelett soll Handwerker entlasten

Ob Gelenkschmerzen durch falsche Körperhaltung oder Rückenprobleme durch schweres Heben: Eine Fraunhofer-Entwicklung soll Handwerker künftig bei ihrer Arbeit entlasten.

Durch unnatürliche Körperhaltungen, die sich bei manchen Arbeiten nur schwer vermeiden lassen, sind vor allem Rückenschmerzen bei Handwerkern mitunter vorprogrammiert. Werden solche Tätigkeiten über Jahre hinweg ausgeübt, sind dauerhafte Schäden im Alter keine Seltenheit. Auch das permanente Tragen von schweren Lasten, wie es beispielsweise auf Baustellen oft vorkommt, trägt nicht unbedingt zum körperlichen Wohlbefinden bei.

Forscherinnen und Forscher der Berliner Fraunhofer-Institute für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK sowie für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM haben daher ein neuartiges Hilfsmittel für den Bewegungsapparat entwickelt. ErgoJack,die intelligente Soforthese, soll einerseits den Rücken entlasten und andererseits den Arbeitenden dazu animieren, belastende Bewegungsabläufe ergonomisch auszuführen.

Künstliche Intelligenz analysiert Bewegungen in Echtzeit

Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der modular aufgebauten Orthese ist die Echtzeit-Bewegungsanalyse, erklärt Dipl.-Ing. Henning Schmidt, Wissenschaftler am Fraunhofer IPK. Die hierfür eigens entwickelten Sensoren und auf Künstliche Intelligenz basierenden Algorithmen, ermöglichen dabei eine Ergonomieanalyse in Echtzeit.

Im Vergleich zu herkömmlichen Exoskeletten ist ErgoJack nicht bloß ein Stützroboter, der lediglich die Belastungskräfte des Trägers aus überlasteten in weniger belastete Körperareale umleitet. Stattdessen erkennt die Bewegungsanalyse der IPK-Orthese ergonomische und unergonomische Bewegungen und meldet dem Träger per Vibrationsalarm in Echtzeit, wenn gesundheitsschädliche Haltungen eingenommen werden.

Hierzu gleicht die in die Weste integrierte Bewegungssensordatenanalyse vorgelernte Bewegungsmuster mit der tatsächlich ausgeführten Bewegung ab und wertet diese in Echtzeit aus. Die erforderlichen Sensoren befinden sich dabei an den Schultern, dem Rücken und den Oberschenkeln. Zudem sind eine robuste, miniaturisierte Elektronik sowie ein Vibrationsmodul und ein Akku in die Orthese integriert. Laut Schmidt wiege all dies zusammen nur wenige Hundert Gramm, so dass die eigentliche Arbeit nicht gestört wird.

Aktuell arbeiten die Wissenschaftler daran, die Elektronik und die Sensorik der Textilversion so zu verkapseln, dass sie waschbar sind und nicht immer aus der Weste genommen werden müssen.

Unterschiedliche Ausführungen verfügbar

In Zukunft soll es zwei Versionen der Orthese geben: Eine rein sensorische Textilweste sowie eine Variante mit Kraftunterstützung. Bei letzterem werden Sensorik und Auswerteeinheit in einem Exoskelett untergebracht, das anstrengende und belastende Bewegungen mit Federmechanismen oder einem Motor unterstützt. Eine weitere Variante zur Rücken- und Hüftunterstützung wurde mit einer minimal nötigen Orthesenbügel-Auflagefläche am Körper konzipiert. Durch ein verstellbares seitliches Hüftgelenk an der Weste lässt sich die Kraftübertragung vom Rücken in die Beine ein- und ausschalten. Durch diesen Mechanismus sind auch wechselnde Tätigkeiten im Stehen und Sitzen möglich.