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4.000 Euro bei bestandener Prüfung

Bremen zahlt seinen Bürgern, die eine Aufstiegsfortbildung erfolgreich absolvieren, einmalig eine Prämie von 4.000 Euro. Auch in anderen Bundesländern gibt es Zuschüsse.

Die Frage nach der Sicherung des Fachkräftnachwuchses stellt sich nicht nur Bremen. Die Freie Hansestadt stellt ihren Bürgern seit dem ersten Januar einen finanziellen Anreiz von 4.000 Euro in Aussicht, wenn sie eine Aufstiegsfortbildung wie den Meister, Fachwirt, Techniker oder Betriebswirt absolvieren. Ebenso soll die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung mehr in den Vordergrund rücken, um mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung zu begeistern.

Von der Richtlinie des Bremer Senats profitieren Absolventen, die ihre Fortbildung zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2020 erfolgreich abschließen. Interessierte können sich an den Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen wenden. Dieser ist für die Beratung, Antragsannahme und Bewilligung der Prämie zuständig.

Andere Bundesländer, andere Anreize

Bremen ist allerdings nicht das einzige Bundesland, das seinen Handwerkern einen Zuschuss bei bestandener Fortbildung zahlt. In Bayern gibt es zum Beispiel den sogenannten Meisterbonus mit 2.000 Euro. In NRW gibt es keinen Meisterbonus, dafür aber eine Meistergründungsprämie über 7.500 Euro, die das Land bei Gründung, Übernahme oder der Beteiligung an einem Betrieb auszahlt. In Berlin liegt die Gründungsprämie sogar bei 15.000 Euro. Auch viele andere Länder winken mit finanziellen Boni bei bestandenen Meisterprüfungen oder der Gründung eines Betriebes.

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Handwerk geschockt: Fahrverbot auch für neuste Diesel möglich

Die Verwässerung der strengen Euro-6-Grenzwerte für PKW ist laut Europäischem Gericht (EuG) unzulässig. Damit drohen ab 2021 auch Fahrverbote für neueste Diesel.

Handwerker mit Dieselfahrzeuge müssen sich auf neue Unsicherheiten einstellen: Nach einem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichts, könnten ab 2021 auch neuste Diesel der Euro-6-Norm aus europäischen Großstädten verbannt werden. Laut Gericht habe die EU-Kommission bei der Einführung neuer Abgastest die Grenzwerte der Euro-6-Norm zu Unrecht gelockert. Die Luxemburger Richter stimmten damit einer Klage der Städte Paris, Madrid und Brüssel zu. Diese dürften die Grenzwerte nun vor Gericht anfechten und im Zweifel auch Fahrverbote für neuste Diesel verhängen, die zuvor offiziell zugelassen wurden.

Gegen das erstinstanzliche Urteil sind noch Rechtsmittel zum Europäischen Gerichtshof möglich. Die jetzigen Regelungen sollen daher noch rund 14 Monate anwendbar bleiben.

Auswirkungen noch nicht absehbar

Welche Folgen das Urteil für die Praxis hat, ist zurzeit noch unklar. In Stuttgart, wo seit Anfang des Jahres bereits Fahrverbote verhängt wurden, wächst die Unsicherheit nach der Entscheidung aus Luxemburg. „Das Urteil bringt große Unsicherheit für die Handwerker mit sich“, sagt Gesine Kapelle, Diesel-Expertin von der Handwerkskammer Region Stuttgart, gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung. „In Stuttgart sollen Handwerker bereits jetzt ihre Flotten erneuern. Lange galt die Euro-6-Norm als sicher. Doch wir raten unseren Betrieben, nur Fahrzeuge mit dem Standard Euro 6d-temp anzuschaffen, da nur diese neueste Version auch im Straßenbetrieb garantiert niedrige NOx-Werte haben. Doch leider sind die Fahrzeuge bisher nur vereinzelt verfügbar.“

Inzwischen habe die Landesregierung in Stuttgart zwar zugesagt, keine Fahrverbote für Euro-6-Diesel auszusprechen, in anderen Städten könnte dies aber durchaus eintreten. „Das Urteil besagt nicht, dass Fahrverbote für Euro 6 nun grundsätzlich zulässig oder zwingend notwendig sind. Es ist erst einmal nur ein Urteil, das sich mit dem formalen Weg der Festlegung von Vorgaben bei der Typenzulassung beschäftigt.“, wird Carsten Benke, Verkehrsexperte beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, in der Deutschen Handwerkszeitung zitiert. „Grundsätzlich könnte in der Zukunft aber die Möglichkeit bestehen, dass die Städte dann auch für aktuelle Euro-6-Diesel Fahrverbote aussprechen könnten. Das wäre aber überhaupt erst in einigen Jahren denkbar. Zudem ist für fast alle Städte in Deutschland anzunehmen, dass es dann gar keine nennenswerten Immissionsgrenzwertüberschreitungen mehr gibt. Bis dahin müssen sich alle Verantwortlichen massiv anstrengen und die Schadstoffbelastung senken.“

Klar sei allerdings, dass die Unsicherheiten für Dieselfahrer weiter zunehmen, was letztlich auch Fuhrpark-Modernisierungen im Wege stehe.

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Politische Debatte: Zurück zur Meisterpflicht

Eine Reform schaffte 2004 die Meisterpflicht ab. Allerdings nicht ohne Fehler und Probleme. Der Bundestag diskutiert nach über zehn Jahren nun eine Wiedereinführung.

Im Dezember 2018 debattierte der Bundestag zum ersten Mal darüber, ob die Meisterpflicht wieder eingeführt werden sollte. Nach Anträgen der FDP und der AFD setzt sich jetzt der Wirtschaftsausschuss mit der Forderung auseinander.

Durch die Veränderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 sei eine der tragenden Säulen des Mittelstands und damit der Wirtschaft geschwächt worden, so der AFD-Abgeordnete Tino Chrupalla, Malermeister aus Sachsen. Weiter wies er darauf hin, dass handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten einen hohen kulturellen Wert hätten. Diesen gelte es zu erhalten – mit dem Wissen und den Traditionen.

Kritik aus den Reihen der anderen Parteien

Gegenstimmen kamen von Seiten der FDP. „Mit diesem Antrag schaden Sie dem deutschen Handwerk mehr als sie ihm nutzen“, kritisierte der Elektromeister Manfred Todtenhausen. Seine Fraktion schloss sich an und forderte vor allem Anerkennung für das Handwerk. Und der Meisterbrief sei unverzichtbarer Bestandteil der beruflichen Bildung. Eine Ausweitung des Meisters auf mehr Berufe müsste außerdem besonnen ablaufen, so Todtenhausen weiter. An Peter Altmaier (CDU) richtete er sich mit einer Forderung: Der Bundeswirtschaftsminister soll bis Mai einen Gesetzentwurf dazu vorlegen.

Auch CDU/CSU will die Fehlentwicklungen korrigieren. Fakt sei, dass man mehr Meister gebrauchen könne, so Astrid Grotelütschen: „Der Meistertitel ist Garant für Qualität und Ausbildung.“ Im Koalitionsvertrag sei auch vereinbart, in Gesprächen mit Handwerkern eine Wiedereinführung des Meisters für einzelne Berufsbilder zu diskutieren, erklärte die Abgeordnete weiter.

Sabine Poschmann (SPD) kritisierte, dass der Antrag der AFD reichlich spät komme, da die Koalition sich bereits mit dem Thema auseinandersetze. Sie merkte auch an, dass nur noch rund 30 Prozent der Beschäftigten nach Tarifvertrag bezahlt würden. „So simpel, wie Sie die Gewerke zur Meisterpflicht zurückführen wollen, ist die Sache nicht.“ Auch den Antrag der FDP lehnte sie mit der Begründung ab, dass es bereits verschiedene Ausarbeitung zu dem Thema gebe und eine erneute Evaluation das ganze Verfahren in die Länge ziehen würde. Klaus Ernst von der Linken schloss sich der Meinung der SPD-Abgeordneten an und ergänzte ihre Rede um die Punkte, der geringen Urlaubstage und schlechten Arbeitsbedingungen, die Jugendliche häufig davon abhalten würden, eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf zu beginnen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung und keinen Schnellschuss forderte Claudia Müller von den Grünen.

Mögliche Richtigstellung der Reform von 2004 Ungefähr 15 Gewerke waren 2004 im Zuge der Novellierung der Handwerksordnung zulassungsfrei geworden. Die große Koalition überlegt nun eine Ausweitung der Meisterpflicht auf diese Gewerke. Dahinter steckt die Absicht, die in 2004 gemachten Fehler zu berichtigen. Seit der Reform können zum Beispiel Rolladenbauer und Fliesenleger ohne berufliche Qualifikation arbeiten. Dagegen benötigen Bäcker oder Schreiner, die ausbilden oder sich selbstständig machen wollen, einen Meisterbrief. Eine Arbeitsgruppe aus SDP und Union beschäftigt sich mit dieser Fragestellung. Ebenso wird überprüft, ob eine Rückkehr zur Meisterpflicht für bestimmte Berufe möglich ist. Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) lässt durch ein Gutachten prüfen, ob und wie eine Ausweitung der Meisterpflicht wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich möglich ist.

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Bedenklich viel Schnee für Hausdächer

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor massiven Schneefällen in Süddeutschland. Besonders Flachdächer sollten von ihren Besitzern beobachtet werden, so der TÜV Rheinland.

Anhaltender Schneefall und meterweise Neuschnee kennzeichnen in diesem Jahr den Wintereinbruch, vor allem in Süddeutschland. Das wirkt sich nicht nur auf den Straßenverkehr aus, bei so einer Menge Schnee müssen auch Haus- und Immobilienbesitzer aufpassen. An das eingestürzte Dach der Sporthalle in Bad Reichenhall können sich viele noch erinnern. Zwar ist das ein Extrembeispiel, trotzdem gilt es aufmerksam zu sein. Der TÜV Rheinland warnt jetzt, dass der viele Schnee die Dächer folgenreich belasten kann. Daher empfiehlt er Besitzern das Wetter im Blick zu behalten.

Flachdächer unter besonderer Beobachtung

Doch es gilt nicht nur den Schneefall zu beobachten. Abhängig von der gefallenen Menge, kann aus einer im ersten Moment unbedenklichen Schneedecke schnell ein tonnenschweres Gewicht werden. Die Gewichtsunterschiede allein zwischen Pulver- und Neuschnee sind bereits enorm. Friert es dann noch und der Schnee wird zu Eis, muss das Dach 90 Kilogramm tragen – pro Quadratmeter. In erster Linie betrifft das laut TÜV Rheinland große Hallen mit Flachdächern oder leicht geneigte Dächer.

Professionelle Hilfe sinnvoll

Bei Privathäusern mit Spitzdächern ist ein Einsturz eher unwahrscheinlich. Allerdings kann es hier dazu kommen, dass sich die Schneemassen irgendwann lösen und unkontrolliert vom Dach stürzen. Hausbesitzer, die ein Flachdach haben und dieses vom Schnee befreien möchten, sollten aufpassen. Gerade Oberlichter sollten erkennbar sein, um Unfällen vorzubeugen. Genauso müssen Personen, die auf dem Dach arbeiten, gesichert sein. Ratsam ist es außerdem, den Schnee zeitgleich von verschiedenen Seiten zu entfernen, damit es nicht zu einseitigen Belastungen kommt. Liegen Flachdächer großer Hallen voller Schnee, ist es für eine Räumung unbedingt sinnvoll professionelle Hilfe heranzuziehen.

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Knauf Werktage 2019

Die sechsten Knauf Werktage stehen unter dem Motto: Erleben. Vernetzen. Bauen. Neben einem vielfältigen Programm erwartet die Fachbesucher ein reger Meinungsaustausch.

Die Knauf Werktage, das Branchenereignis der Bauwirtschaft, starten am 11. Januar in die sechste Runde. An sechs Terminen und Standorten laden die Unternehmen der Knauf Gruppe Fachbesucher zum Informations- und Meinungsaustausch über Neuheiten, Systemlösungen und Trends der Branche ein – immer getreu dem aktuellen Werktage-Motto: Erleben. Vernetzen. Bauen.

Wie von den Werktagen gewohnt reicht die Bandbreite der vorgestellten Innovationen und Systemlösungen über nahezu alle Bereiche des modernen Bauens. Einen besonders großen Stellenwert wird diesmal der Bereich Digitalisierung und digitale Lösungen einnehmen. Das macht schon der im aktuellen Werktage Motto integrierte Begriff „Vernetzen“ deutlich, wodurch die Veranstaltung der immer stärker wachsenden Bedeutung digitaler Lösungen gerecht wird. Im Fokus steht hierbei besonders der Praxisbezug: Gebündelt in einem eigenen Bereich sowie angedockt an einzelne Themenfelder werden Nutzen und die Vorteile der digitalen Knauf Services und Angebote für das tägliche Geschäft demonstriert.

Deutschlandweite Termine

Los geht es am 11. und 12. Januar in Berlin. Von Mainz (23. und 24. Januar) über Stuttgart (30. und 31. Januar), Düsseldorf (6. und 7. Februar), Nürnberg (13. und 14. Februar) bis nach Hannover (30. und 21. Februar) öffnen die Werktage dann verteilt über die gesamte Republik ihre Tore für das Fachpublikum aus Profihandwerk, Handel und Architektur.

Im Mittelpunkt steht die komplette Ausbau-Kompetenz von Knauf. Anschaulich demonstriert mit jeder Menge Praxis zum Staunen und Mitmachen. In Form von anschaulichen und praxisnahen Exponaten liefern die Knauf Experten die nötigen Hintergrundinformationen. Immer an erster Stelle steht dabei der intensive fachliche Dialog und Meinungsaustausch mit dem Fachpublikum. Genau diese ganz besondere Mischung ist es, die den Wert und den Erfolg der Knauf Werktage ausmacht. Gleich anmelden unter www.knauf-werktage.de.

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Förderung des Holzbaus stößt auf Unmut

Die Baden-Württembergische Regierung plant den Holzbau stärker zu fördern. Die einseitige Unterstützung stößt bei Vertretern des Mauerwerks auf Gegenwind.

„Was würde passieren, wenn Baden-Württemberg die aktuelle Investitionsinitiative pro E-Mobilität von VW unterstützt, indem es die Behörden des Landes anweist, ab sofort nur noch VW-Fahrzeuge als Dienstwagen anzuschaffen? Ein Sturm der Entrüstung würde durchs Ländle fegen“, bringt Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), die Situation in Baden-Württemberg auf den Punkt. Die Landesregierung plant zwar den Holzbau intensiver zu fördern, den des Mauerwerks hingegen nicht. Damit greift sie in den Wettbewerb der Bauweisen ein.

Baden-Württemberg als Gewinner

Bedenkt man dabei, dass das Bundesland der größte Waldbesitzer ist und mit Verkauf von Holz aus staatlichem Besitz in 2011 mehr als 150 Millionen Euro mit einer Umsatzrendite von fast 25 Prozent erwirtschaftet wurden, bekommt die Situation eine ganz andere Brisanz. So würde vor allem Baden-Württemberg selbst von der Förderung profitieren. 

Dabei ist die Errichtung von Ein-und Mehrfamilienhäusern mit Mauerwerk rund zehn Prozent günstiger, als der Bau mit Holz. Die Kommunen und das Land, die per Vergaberecht daran gebunden sind wirtschaftlich zu handeln, investieren Steuergelder in öffentliche Bauten. Trotzdem bleibt eine Begründung dafür aus, warum die Holzbauweise dennoch bevorzugt werden sollte. Tritt die geplante Förderung in Kraft, werden die mit der Holzbauweise konkurrierenden Branchen kategorisch außen vor bleiben. In Baden-Württemberg sind das rund 45.000 Beschäftige, die indirekt oder direkt im Wohnbau mit Mauerwerken tätig sind.

Klare Zielvorgaben

Die Haltung von Ronald Rast von der DGfM ist daher klar: „Es müssen faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden und klare Zielvorgaben festgelegt werden.“ Denn nur so könne man schnell, kostengünstig und nachhaltig bauen. Es solle dem Sachverstand der Marktteilnehmer überlassen werden, welche Bauweise die bessere ist. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten entschlackt werden, optimierte Baunutzungsverordnungen und eine optimale Infrastruktur für die Zukunft des Bauens geschaffen werden. Vollkommen unnötig seien dagegen Festlegungen und Bauweisen, die von der Politik vorgeschrieben werden.

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Die steifsten Leichtbaumaterialien überhaupt

ETH-Wissenschaftler haben eine Konstruktionsweise entwickelt, welche Leichtbaumaterialien maximale Steifigkeit verleiht – mehr Steifigkeit ist praktisch unmöglich.

3D-Druck und andere additive Fertigungsverfahren ermöglichen es, Materialien mit bisher ungeahnt komplexen inneren Strukturen herzustellen. Interessant ist dies auch für die Leichtbauweise. Denn es lassen sich so Materialen entwickeln mit einem möglichst großen Anteil an inneren Hohlräumen (damit die Materialien möglichst leicht werden), und die gleichzeitig möglichst stabil sind. Um dies zu erreichen, müssen die inneren Strukturen auf intelligente Art möglichst effizient aufgebaut sein.

Forschende der ETH Zürich und des MIT unter der Leitung von Dirk Mohr, Professor für numerische Materialmodellierung in der Fertigung, haben nun neue innere Strukturen für Materialien entwickelt, welche Kräfte aus nicht nur einer Richtung, sondern aus allen drei Dimensionen aufnehmen müssen, und die gleichzeitig extrem steif sind.

Mathematisch lässt sich ermitteln, wie steif Materialien mit inneren Hohlräumen theoretisch überhaupt werden können. Und so lässt sich auch zeigen, dass Mohrs neue Konstruktionsweise extrem nahe an diese theoretische Steifigkeitsobergrenze kommt. Mit anderen Worten: Es ist praktisch unmöglich, andere Materialstrukturen zu entwickeln, die bei gegebenem Gewicht noch steifer sind.

Platten statt Gitter

Charakteristisch für die neue Konstruktionsweise ist, dass die Steifigkeit im Materialinnern nicht mit Gitterstäben, sondern mit sich regelmäßig wiederholenden Plattenstrukturen erreicht wird.

„Das Gitterprinzip ist sehr alt, es wird schon lange bei Fachwerkhäusern, bei Stahlbrücken und Stahltürmen wie dem Eiffelturm angewandt. Man kann durch Gitterstrukturen hindurchsehen. Diese werden daher häufig als optimale Leichtbaustrukturen wahrgenommen“, sagt ETH-Professor Mohr. „Mit Computerberechnungen und experimentellen Messungen konnten wir nun jedoch zeigen, dass Plattenstrukturen bei gleichem Gewicht und Volumen bis zu dreimal steifer sind als Gitterstrukturen.“ Und nebst der Steifigkeit (Widerstand gegen elastische Verformung) kommt auch die Festigkeit (Widerstand gegen irreversible Verformung) dieser Strukturen den theoretischen Maximalwerten sehr nahe.

Die ETH-Wissenschaftler haben die Strukturen zunächst am Computer entwickelt und dabei ihre Eigenschaften berechnet. Anschließend stellten sie sie im 3D-Druck im Mikrometermaßstab aus Kunststoff her. Mohr betont jedoch, dass die Vorteile dieser Konstruktionsweise universell gälten: bei allen Materialien und auch auf allen Größenskalen vom Nanometermaßstab bis ganz groß.

Der Zeit voraus

Mit den neuen Strukturen sind Mohr und sein Team ihrer Zeit voraus: Die Herstellung im 3D-Druck ist derzeit noch verhältnismäßig teuer. „Stellt man solche Strukturen heute additiv aus Edelstahl her, kosten sie pro Gramm so viel wie Silber“, sagt Mohr. „Sobald additive Fertigungstechnologien für die Massenproduktion bereit sind, wird es jedoch zum Durchbruch kommen. Den Leichtbau, der heute aus Kostengründen praktisch nur im Flugzeugbau und in der Raumfahrt zur Anwendung kommt, könnte man dann auch für ein breites Spektrum von Anwendungen nutzen, bei denen Gewicht eine Rolle spielt.“ Außerdem machen die vielen Hohlräume eine Struktur nicht nur leichter, sondern es lassen sich damit auch Rohstoffe und folglich Rohstoffkosten sparen.

Möglichen Anwendungen seien kaum Grenzen gesetzt, sagt Mohr. Medizinische Implantate, Laptopgehäuse und ultraleichte Fahrzeugstrukturen sind nur drei von vielen möglichen Beispielen. „Wenn die Zeit reif ist und Leichtbaumaterialien dereinst im großen Maßstab hergestellt werden, wird man dafür diese periodischen Plattenstrukturen verwenden“, ist der ETH-Professor überzeugt.

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Beton, Rost, Asphalt – authentische Nachbildung für Wand und Boden

imi erweitert das Angebot seiner innovativen und flexiblen Beton-Lösungen: Vier weitere Dekore eröffnen Architekten neue ästhetische Möglichkeiten der Raumgestaltung.

Der Werkstoffhersteller „imi surface design“ aus dem Münsterland ist für seine innovativen Wand- und Bodenbeläge mit ganz besonderen Oberflächen bekannt. In ihrer Beton-Vintageoptik ist die „imi-design Matte“ nur schwer vom Original zu unterscheiden. Nun werden noch vier weitere Dekore auf dem circa drei Millimeter starken Material angeboten: Beton anthrazit, Asphalt und Rost in einer glatten Variante sowie mit einer groben Struktur, dem „Edelrost“.

Mit diesen neuen Dekoren erweitert imi seinen Beitrag zu den innenarchitektonischen Gestaltungsmöglichkeiten für den Trend des „Industrial-Style“. Dabei werden optische Attribute aus Werkhallen in den unterschiedlichsten Bereichen verwendet: im privaten Wohnraum (den „Lofts“), der Gastronomie sowie in Verwaltungen oder Handels- und Dienstleistungsunternehmen.

Die „imi-design Matte“ sorgt für flexible Lösungen

In der Vergangenheit stießen Gestalter bei der Umsetzung dieses Trends bei Neubauten oder Sanierungen oftmals auf Hindernisse in Form von starren Platten, die ihre gewünschten, gestalterischen Vorstellungen unmöglich machten.

imis Beton-Matten bieten für diese Problematik eine innovative Lösung: Die flexiblen und biegsamen Matten für Boden, Wand und Decke mit authentischen Nachbildungen der originalen Werkstoffe bieten Gestaltern maximale Gestaltungsfreiheit in Büro-, Geschäfts- und Wohnräumen. Auch für Renovierungen in Küche, Bad und vielem mehr sind sie ideal. Zudem erleichtern die Matten ihren Anwendern den Prozess erheblich, da sie extrem strapazierfähig und dimensionsstabil sind und sie sich sowohl für Fußbodenheizungen als auch zur Ausformung von Rundungen und Kanten eignen. Mit den neuen Dekoren der Beton-Matte bietet imi Gestaltern nun weitere Möglichkeiten, ihre Ideen einfach umzusetzen.

Bodenbelag von imi mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet

Die Matte wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und ohne den Zusatz von Chlor oder Weichmachern produziert, was sie recycelbar macht. Nichtsdestotrotz kann man sie genau so einfach wie PVC oder Vinyl verarbeiten. Dafür werden lediglich ein Cuttermesser zum Schneiden des Materials, eine Führungsschiene und ein 1-Komponentenkleber zum Verkleben benötigt. Die umlaufenden Außenfasen der Matte bilden schon im Verbund eine attraktive V-Fuge. Sollte zusätzlich eine ästhetische Verfeinerung gewünscht werden, bietet imi Aluminium-Profile für Außen- und Innenecken, sowie Übergangsprofile an.

imi liefert die Matten im Großformat zum Verkleben an Wand und Decke, oder im Planken- oder Fliesenformat, stumpf oder mit umlaufender Fase auf Wand oder Boden. Für eine schwimmende Verlegung auf dem Boden gibt es bei imi eine selbstklebende Unterlegmatte. Sollte eine nachträgliche Bodenversieglung gewünscht werden ist dies auch möglich.

Musterpaket und Stand auf der Bau

Fordern Sie Ihr kostenloses Musterpaket der imi-beton Matte bequem online an unter www.imi-beton.com

Außerdem können die Bodenbeläge von imi auf der diesjährigen Bau in München in Halle A5, Stand 415 begutachtet werden.

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Gefährliches Radon – Strahlenschutz ab 2019 verpflichtend

Radioaktives Radon entweicht problemlos in die Atemluft. Ein neues Strahlenschutzgesetz verunsichert nun viele Bauherren, denn auch der Keller muss geschützt werden.

„Die Debatte über das radioaktive Edelgas Radon verunsichert zurzeit viele Bauherren und Hauseigentümer“, beobachtet Dipl.-Ing. Marc Ellinger, Sachverständiger beim Verband Privater Bauherren (VPB) und Leiter des VPB-Regionalbüros Freiburg-Südbaden. Auslöser der aktuellen Debatte ist das neue Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), das erstmals verbindliche Regelungen zum Radonschutz in Aufenthaltsräumen enthält und Referenzwerte für die Belastung mit Radon festlegt. Als gesundheitlich unbedenklich gilt demnach der Bereich von 100 bis 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³ ) im Jahresmittel.

Das novellierte Strahlenschutzgesetz tritt vollständig am 31. Dezember 2018 in Kraft. Der VPB hat dazu den Ratgeber „Radon“ erstellt.

Radon – die Gefahr aus dem Boden

Radon ist ein radioaktives Edelgas . Es entsteht beim Zerfall von Uran, das in allen Gesteinen und Böden in unterschiedlich hoher Konzentration enthalten ist und Richtung Erdoberfläche aufsteigt. In hohen Konzentrationen ist Radon gesundheitsschädlich. Es gilt heute als Hauptursache für Lungenkrebserkrankungen bei Nichtrauchern in Deutschland. Grund genug, sich beim Bauen Gedanken über das Gas zu machen.

Gingen Experten früher davon aus, Radon komme fast ausschließlich in Bergbauregionen vor, ist heute bekannt, dass die Problematik grundsätzlich ganz Deutschland betrifft; sie ist nicht nur auf die Regionen mit uranhaltigem Muttergestein beschränkt.

Auf den Boden kommt es an

„Entscheidend für die Radonbelastung ist die Durchlässigkeit des jeweiligen Bodens“, erklärt VPB-Sachverständiger Ellinger: „Lockere, gut wasserdurchlässige Böden, lassen auch Radon leicht passieren. Dicht gelagerte, wasserundurchlässige und feuchte Böden sind weniger durchlässig. Und wassergefüllte Bodenschichten stellen für Radon eine nahezu undurchdringliche Barriere dar.“

Diese Kenntnis nutzen Fachplaner bei der Konstruktion der Keller: Ein wasserdichter, sorgfältig erstellter Stahlbetonkeller, bei dem auf die Betonnachbehandlung geachtet wurde, oder eine entsprechend sorgfältig hergestellte wasserdichte Stahlbetonbodenplatte, sind technisch ausreichend, um die beim Neubau geforderten Grenzwerte für die Radonbelastung im Gebäude unter 300 Bq/m³ zu halten. „Aus technischer Sicht ist das Einhalten der Anforderung ein bei Neubauten durchaus erreichbares Schutzziel“, konstatiert Marc Ellinger. Wer einen wasserdichten Stahlbetonkeller baut, bekommt im Regelfall auch einen nahezu radondichten Keller.

Dazu gehören auch vollflächig aufgelegte, dicht miteinander verklebte Bitumenbahnen oder sogar vollflächig verschweißte Bitumenschweißbahnen, wie sie als Trennlage in Wohnräumen auf der Bodenplatte ohnehin üblich sind. „Auf das sorgfältig ausgeführte Anarbeiten an durchdringende Bauteile wie Rohrleitungen muss dabei natürlich besonders geachtet werden“, mahnt der Sachverständige.

Auch Bewohner sind gefragt

Aber auch die Bewohner sollten alles tun, um sich vor Radon zu schützen: „Regelmäßiges Querlüften bei weit geöffneten Fenstern reduziert die Radonbelastung in Wohn-, Arbeits- und Aufenthaltsräumen maßgeblich“, empfiehlt Marc Ellinger, warnt aber gleichzeitig: „Wer eine Lüftungsanlage betreibt muss darauf achten, dass dabei kein Unterdruck entsteht, sonst kann Radon sogar ins Haus gesaugt werden.“

„Radon und seine gasförmigen Zerfallsprodukte sind sehr leicht. Sie folgen, ähnlich wie die Raumluft, den thermischen Strömungen im Gebäude“, gibt der Fachmann zu bedenken. Unvermeidbare Kamineffekte, wie sie sich in offenen Treppenhäusern und Installationsschächten einstellen, transportieren das Radon in der Raumluft bis in die höheren Etagen und unters Dach. VPB-Experte Ellinger rät zur Vorsorge: „Sinnvoll sind deshalb zwei Maßnahmen: Einmal die bauliche Trennung von Keller und Wohnbereich. Und zum Zweiten das dichte Ausbetonieren aller Installationsöffnungen in der Kellerdecke und den übrigen Geschossdecken nach Fertigstellung der Installation. Unterbleibt das sorgfältige Verschließen der Deckendurchbrüche, kann sich Radon in geschlossenen, schlecht belüfteten Hohlräumen, und dazu gehören Gebäude, erheblich aufkonzentrieren.“

„Im Neubau ist Radon technisch durchaus beherrschbar und stellt im Regelfall kein Problem dar“, resümiert Mar Ellinger, „vorausgesetzt, die Bauteile, die das Gebäude zum Erdreich hin abschließen, werden sorgfältig und mangelfrei ausgeführt.“ Das gelinge vor allem im Schlüsselfertigbau erfahrungsgemäß nur, wenn die Bauherren die Baustelle regelmäßig vom Sachverständigen kontrollieren lassen. Darüber hinaus sollten Hausbesitzer die durchschnittliche jährliche Radonbelastung durch das Aufstellen von Exposimetern messen, rät Experte Ellinger. „Die Messdauer dafür beträgt mindestens ein halbes, besser ein ganzes Jahr. Die Kosten hierfür sind vernachlässigbar.“

Der neue VPB-Ratgeber „Radon“ kann kostenlos von der VPB-Website heruntergeladen werden.

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Einfach mehr Lohn reicht nicht

Der seit Jahren andauernde Azubi-Mangel soll jetzt mit einer Mindestausbildungsvergütung in Angriff genommen werden. Die FDP stellt einen positiven Effekt in Frage.

Wieder mehr Menschen für eine duale Ausbildung begeistern, das ist das Ziel von Bildungsministerin Anja Karliczeck. Helfen soll dabei eine sogenannte Mindestausbildungsvergütung. Ab Januar 2020 sollen bundesweit alle Ausbildungsbetriebe dazu verpflichtet sein, sich an den Mindestlohn für Auszubildende zu halten. 504 Euro im ersten, 529 Euro im zweiten und 580 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Das sind zumindest die Zahlen, die im Gespräch sind.

Als unnötige Mehrbelastungen für Ausbildungsbetriebe schätzt dagegen die FDP die geplante Maßnahme ein. Gleichzeitig stellt sie in Frage, ob ein solcher Lösungsansatz tatsächlich die Wünsche von potenziellen Auszubildenden berücksichtigen würde. Daher bat sie in einer Kleinen Anfrage die Bundesregierung um Zahlen, die einen positiven Effekt einer Mindestvergütung auf die aktuelle Ausbildungssituation zeigen.

Unabgestimmter Schnellschuss

Einen Beleg können die Zahlen allerdings nicht liefern. Zwar zeigen Befragungen, dass viele Bewerber sich eine hohe Ausbildungsvergütung wünschen, allerdings seien Aspekte wie ein gutes Betriebsklima, sichere Arbeitsplätze und besonders gute Übernahme- und Aufstiegschancen den meisten noch viel wichtiger. Und obwohl die tarifliche Ausbildungsvergütung von 2007 bis 2017 um durchschnittlich 39,5 Prozent gestiegen ist, hat sich die Anzahl der Auszubildenden um 11,2 Prozent verringert. In Kleinstbetrieben mit bis zu neun Beschäftigten sank sie sogar um 31 Prozent. Die 15 Ausbildungsberufe, die die stärksten Besetzungsprobleme haben, zahlen allerdings bereits jetzt schon einen höheren Lohn, als im bundesweiten Durchschnitt. Zudem liegt dieser oberhalb der geplanten Mindestausbildungsvergütung. Der Sprecher für berufliche Bildung der FDP-Bundestagsfraktion, Jens Brandenburg, urteilt daher: „Der Vorstoß der Ministerin ist ein unüberlegter und unabgestimmter Schnellschuss.“

Weiter hält er die Mutmaßungen über die Zufriedenheit von Auszubildenden für vage. Der FDP-Politiker prangert außerdem an, dass viele Fragen offen blieben. Auswirkungen auf bestehende Ausbildungsverhältnisse oder auch in welcher Form Konsequenzen bei Nicht-Beachtung auf die Betriebe zukommen würden, werden nicht thematisiert. Ebenfalls blieb die Bundesregierung eine Einschätzung zum bürokratischen Mehraufwand schuldig. Man nehme sich der Frage aber in laufenden beziehungsweise anstehenden Beratungen an.

Zusätzliche Bürokratie ohne Effekt

„Ein Eingriff in die von den Tarifpartnern ausgehandelte Höhe von Ausbildungsvergütungen, würde in ein über Jahrzehnte bewährtes System eingreifen“, kritisiert der FDP-Abgeordnete Manfred Todtenhausen ebenfalls die Pläne der Bildungsministerin. Seine Befürchtung: Die geplante Mindestausbildungsvergütung bleibt ohne großen Effekt, bringt aber trotzdem zusätzliche Bürokratie und Kontrollen. „Damit dient es der gemeinsamen Sache nach mehr und besserer beruflicher Bildung nicht“, sagt er.

Die Tarifautonomie solle nicht in Frage gestellt werden, es solle lediglich um die Schaffung einer absoluten Untergrenze gehen, stellt die Bundesregierung in ihrer Antwort die Absichten klar. Weiter heißt es, dass Auszubildende auf diese Weise vor Vergütungen geschützt werden, die flächendeckend und branchenübergreifend sozial-, bildungs- und wirtschaftspolitisch nicht mehr als angemessen angesehen werden können. Oberhalb dieser gesetzlichen Mindeststandards sei es weiterhin an den Tarifpartnern, angemessene Ausbildungsvergütungen festzulegen. Stand jetzt gilt eine Vergütung als unzulässig, wenn sie die tarifliche Vergütung um mehr als 20 Prozent unterschreitet.

Regional statt bundesweit

Vor allem kleine Betriebe und Betriebe in Ostdeutschland würden laut einer Studie des Berufsbildungsinstituts (BIBB) durch eine solche Reglung stärker belastet. Bei 500 Euro Mindestvergütung müssten circa 19 Prozent aller Handwerksbetriebe mehr Geld auf den Tisch legen. „Eine bundeseinheitliche Ausbildungsvergütung wird dazu führen, dass nicht mehr, sondern weniger ausgebildet wird. Und das nicht, weil einige Betriebe keine höhere Ausbildungsvergütung zahlen wollen, sondern sie es schlichtweg nicht bezahlen können“, prognostiziert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Aus diesem Grund spricht sich der ZDH für regionale und branchenspezifische Lösung aus.