Förderung von Gebäudesanierung muss schnell kommen

Nun meldet sich auch Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zur geplanten steuerlichen Förderung von Gebäudesanierungen zu Wort.

Nachdem kürzlich der Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen vom Kabinett gebilligt wurde, äußerten sich bereits Wirtschaftsminister Peter Altmaier und auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, positiv und erfreut zu dem geplanten Gesetz. Nun zeigt sich auch Generalsekretär Holger Schwannecke erfreut über die Bestimmungen: „Mit der Zustimmung des Bundestages zur steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung ist ein weiterer wichtiger Schritt getan, damit eines der wichtigsten Förderinstrumente im Gebäudesektor endlich wirksam wird.“ Entscheidend sei jetzt allerdings, dass Bund und Länder sich im anstehenden Vermittlungsverfahren schnell und einvernehmlich einigen, ohne dass die Wirksamkeit der Maßnahmen negativ beeinträchtigt wird. So müsse dieser aktuelle Versuch einer steuerlichen Sanierungsförderung unbedingt erfolgreich sein und dürfe nicht „politischen Grabenkämpfen“ geopfert werden. Ein Scheitern des Instruments könnten sich weder der Bund noch die Länder leisten. Zwar hätte sich Schwannecke gerne weitreichendere Förderungen für die Sanierung elektrischer Anlagen gewünscht, „doch dürfte der vorgesehene progressionsunabhängige Steuerabzug von 20 Prozent der Aufwendungen je Einzelmaßnahme einen wichtigen Anreiz für Gebäudeeigentümer darstellen, in eine energetische Sanierungen zu investieren.“ Auch die Förderlaufzeit von zehn Jahren lobt Schwannecke. „Unsere Betriebe können sich so auf die voraussichtlich steigende Nachfrage nach energetischen Sanierungen sukzessive einstellen und entsprechende Kapazitäten aufbauen.“

Digitalisierung am Bau soll vorangetrieben werden

Die FDP fordert, dass die Nutzung von Building Information Modeling (BIM) im öffentlichen Hochbau vorangetrieben wird. Bisher war dies nur im Tiefbau vorgesehen.

Der Wohnungsbau in Deutschland schreitet deutlich zu langsam voran. Die Bundesregierung will die Digitalisierung in der Baubranche mit Building Information Modeling (BIM) weiterhin vorantreiben – bisher besteht allerdings ein Stufenplan, der lediglich auf den Tiefbau beschränkt ist. Die FDP setzt sich nun für eine Ausweitung im Hochbau ein. Laut Bundesregierung sollen ab dem Jahr 2020 öffentliche Infrastrukturprojekte nur noch unter Einbindung von BIM ausgeschrieben werden. Die FDP allerdings fordert noch einen Schritt mehr: In einem Antrag fordert sie, den Stufenplan vom Tiefbau auf den Hochbau auszuweiten und ab 2022 verbindlich für öffentliche Ausschreibungen einzuführen. Das begründen die FDP-Politiker mit dem stockenden Wohnungsbau in Deutschland. Durch die Digitalisierung sollen mehr Potenziale freigesetzt werden. Dr.-Ing. Patrick Christ, Gründer und Geschäftsführer des Besteuerungssoftware-Herstellers Capmo, stellt sich die Frage, wieso das erst jetzt passiert. Er ist der Meinung, dass das eigentlich bereits im Jahr 2015 in den Stufenplan hätte einbezogen werden sollen.

Deutschland hinkt im Bau deutlich hinterher

Vergleicht man dieses Zögern beispielsweise mit der britischen Bauwirtschaft, so zeigt sich: Deutschland hinkt wirklich hinterher. Bereits 2008 wurde in Großbritannien die BIM Task Group von der Regierung mit der stufenweisen Einführung von Building Information Modeling beauftragt. Betrachtet man die starke Konkurrenz, muss die Digitalisierung in Deutschland zügig vorangetrieben werden. Das beinhaltet aber nicht nur die Etablierung von BIM, sondern auch eine aufwendige Umstrukturierung. Gemeint sind teure Mitarbeiterschulungen, die Anschaffung neuer Hardware und entsprechende Softwarelizenzen. Und das kostet viel Geld und Zeit. Allerdings gibt es viele digitale Werkzeuge, die die Unternehmen bereits jetzt anwenden können und welche auf den Baustellen einen hohen Effizienzgewinn bringen würden.

Innovationen im Straßenbau der Zukunft

Im Rahmen des neuen Verbundprojekts „Straße der Zukunft“ sollen Stadtplanungsprozesse optimiert und energieeffiziente Lösungen für unsere Straßen gesucht werden.

„Den Straßenbau reformieren“ lautet das gesetzte Ziel der Projektpartner des Verbundprojekts „Straße der Zukunft“. Mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung wurde vor kurzem in die Testphase in Ludwigsburg und Erlangen gestartet. Im Vordergrund steht, Stadtplanungsprozesse zu optimieren und die Straßen in Zukunft ressourcenschonend und energieeffizient zu bauen. Denn: Viele Straßen in Deutschland sind alt und entsprechen längst nicht mehr den modernen Anforderungen. Bröckelnder Asphalt, Risse in der Oberfläche und Straßen, die aussehen wie Flickenteppiche. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB stellen sich der Herausforderung, gemeinsam mit Partnern die Nutzungsmöglichkeiten der Straße der Zukunft zu erforschen.

Mit Digitalisierung zum nachhaltigen Straßenbau

Man möchte weg vom Image der glatten grauen Piste, auf der Autos sich von A nach B bewegen. Ein Beispiel dieses Projekts ist die Speicherung von Oberflächenwasser bei Starkregen oder das Erproben neuer Logistiklösungen. Geplant ist eine Lösung, mit der man Grünanagen mit Regenwasser bewässern oder auch Kanäle spülen kann. Digitalisierung spielt bei den Lösungsentwicklungen eine wichtige Rolle. Ludwigsburg und Erlangen sollen die Vorreiter für nachhaltige Straßen sein. Hier sollen Lösungen erprobt werden, die später als Basis dienen, damit andere Kommunen die bewährten Konzepte übernehmen können. Das Projekt wird von den zwei Fraunhofer-Instituten und dem Beratungs-, Planungs- und Projektmanagementunternehmen Drees & Sommer koordiniert. Stadtentwicklungsprojekte bekommen dank des Vorhabens konkrete Werkzeuge und Empfehlungen in die Hand, die auch bei der politischen Überzeugungsarbeit helfen können. Durch regelmäßige Workshops der Wissenschaftler bleibt kein Wissen ungenutzt, wird gebündelt und an der entscheidenden Stelle eingebracht. Das Ergebnis ist ein Instrument für die Umsetzung zur Schaffung nachhaltiger Straßenflächen, die mehr sind, als nur ein simpler Untergrund für Autos.

Mietendeckel steht Wohnungsbau im Weg

Der Mietendeckel ist als bloßer Gesetzesentwurf noch nicht einmal beschlossene Sache und doch ist er bereits schädlich für die regionale Bauwirtschaft in Berlin.

Momentan kommt es in Berlin zu heftigen Einbrüchen in der Bauwirtschaft. Das bestätigen der Baustopp des Berliner Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen und die Berliner Wohnungsbau-Genossenschaften. Ihre Neubauvorhaben haben sie zunächst gestoppt. Bezüglich dieses kürzlich bekannt gemachten Baustopps meint Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg: „Der Mietendeckel ist dabei, den Wohnungsbau in Berlin und damit die regionale Bauwirtschaft auszubremsen.“ Dabei ist das Gesetz noch nicht einmal in Kraft getreten – und hat trotzdem bereits negative Auswirkungen auf den Berliner Wohnungsbau. Der Mietendeckel ist ein Gesetzesentwurf, der eine Mietenbegrenzung vorsieht. Diese Begrenzung wird in Form einer Maximal-Nettokaltmiete festgelegt, die vom Mieter gezahlt werden muss. Der Entwurf muss noch vom Abgeordnetenhaus von Berlin als geltend beschlossen werden, bis dahin kann der bestehende Entwurf aus dem Juni 2019 noch verändert werden.

Stopp von Projekten in Milliardenhöhe

Die Deutsche Wohnen hat den Baustopp für Berliner Projekte in Höhe von rund einer Milliarde Euro bekannt gegeben. Das Landesamt für Statistik hat bereits den Rückgang von Neubaugenehmigungen in Berlin gemeldet – durch den angekündigten Baustopp dürfte sich dieser Rückgang weiter verschlimmern. Dabei werden in Berlin dringend neue Wohnungen benötigt. Durch die aktuelle Entwicklung gehen diese aber verloren, so Schreiner weiter. „Ich befürchte leider, dass die Meldungen der Deutsche Wohnen und der Wohnungsbau-Genossenschaften nur der Auftakt zu einer Welle an Projektstopps in Berlin sind.“ Experten der Baubranche rechnen für nächstes Jahr mit einem Umsatzrückgang von 25 Prozent. Darunter werden besonders die kleinen und mittelständischen Bauunternehmen leiden, denn sie sind auf den Umsatz angewiesen, der aus der Wohnungswirtschaft kommt. Die FG Bau rechnet mit verstärkten Insolvenzen und einem Abbau von Arbeitsplätzen. Insgesamt 23 Verbände haben sich vor dem Gesetzesentwurf an den Senat gewandt und solche Sorgen geäußert.

Können junge Unternehmen die Bauwirtschaft retten?

Zwar sieht die Auftragslage in der Baubranche momentan noch gut aus, das wahre Problem liegt viel mehr am Personalmangel. Neue Geschäftsideen könnten Abhilfe schaffen.

Befindet sich der Bau momentan in einer Hochkonjunktur, so gibt es trotzdem eine Schattenseite: Es fehlen Fachkräfte. So liegt die Krise der Bauwirtschaft keineswegs an der Auftragslage. Aufgrund mangelndes Personal gibt es sogar zu viele Aufträge, sodass viele gar abgelehnt werden müssen. Es gibt also mehr Aufträge als Kapazitäten, fast spricht man sogar von einer Vollbeschäftigung im Baugewerbe. Zwar kann der Fachkräftemangel gewissermaßen durch Kräfte aus dem Ausland ausgeglichen werden, wobei die Fachkräfte aus Osteuropa ebenfalls stark nachgefragt sind und nur begrenzt zur Verfügung stehen. Neue Fachkräfte auszubilden ist keine kurzfristige Lösung, denn die Ausbildung dauert dafür zu lange. Auch die Produktivität in der Bauwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren kaum gesteigert. Andere Industriezweige setzen auf Prozessoptimierung und neue Geschäftsmodelle, während die Bauwirtschaft hingegen noch immer so baut wie vor 50 Jahren. Hier haben ein paar junge Startup-Firmen aber bereits großes Potential für Veränderung gefunden. In ihre Suche nach geeigneten Geschäftsideen hat die Bauwirtschaft viel Hoffnung. Leider haben die wenigsten dieser Jungunternehmer Kontakte zu den Handwerksbetrieben, Architekten und Bauunternehmen.

Startup-Messe soll das Problem lösen

Genau aus dem Grund der mangelnden Kontakte wurde letztes Jahr die Startup-Messe TECH IN CONSTRUCTION ins Leben gerufen. Sie wird dieses Jahr am 15. und 16. November in Berlin stattfinden und etwa 100 internationalen Startups die Gelegenheit bieten, sich vorzustellen. Gegliedert werden die Ideen in die Bereich Prozess, Support, Smart und Energie. Themen sind dabei zum Beispiel Building Information Modeling (BIM), Baustellendokumentation, Auftragsabwicklung, Baustellenlogistik, Leadgenerierung, E-Commerce, VR/AR, Smart Home, Smart Building und energieeffiziente Baustoffe. Initiiert und organisiert wurde die Veranstaltung vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und zahlreichen weiteren Bauverbänden. Es soll neben Lösungsmöglichkeiten für die kriselnde Bauwirtschaft vor allem um Austausch und Vernetzung gehen.

Automatisches Zahlenmanagement für Baufirmen

Mit digitalen Bauwerksmodellen und Smart Contracts als Basis haben Vertreter aus Forschung und Industrie ein automatisches Zahlungssystem für die Baubranche entwickeln.

Gerade bei komplizierten Vertragskonstellationen im Bereich der Dienstleistungen wie zum Beispiel bei Architekten, Gutachtern, Projektmanagern oder Rechtsanwälten kommt es bei einem Haken schnell zu langen Verzögerungen. Durch digitale Verknüpfungen soll ein digitales System demnächst aber dafür sorgen, dass erbrachte Dienstleistungen unmittelbar bezahlt werden. „Das ist gerade für kleine und mittlere Betriebe wichtig, die sonst ein hohes Risiko tragen, bei ausbleibenden Zahlungen ihre Liquidität zu verlieren oder insolvent zu gehen“, konstatiert Prof. Dr. Markus König, Leiter des Bochumer Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen. „BIM contracts“ nennt sich dieses System, das alle am Bau beteiligten Akteure in einer digitalen Transaktionskette abbilden soll. Jede der Transaktionen ist durch einen Smart Contract („Cleverer Vertrag“) geregelt.

Es handelt sich also um einen digitalen Vertrag, in dem die Leistungen vereinbart sind, die die beteiligten Akteure erbringen müssen, um ihr Geld zu erhalten. Durch eine ID sind die Akteure in dem digitalen System registriert und können direkt auf der Baustelle bestätigen, wenn sie ihren Arbeitsauftrag erledigt haben. So können die Prüfer den Auftrag zeitnah als erledigt markieren oder Mängel melden – alles digital. Fällige Rechnungen können dann automatisch zur Zahlung angewiesen werden. Eine in der Kette angeordnete Transaktion ist erst möglich, wenn die vorausgehenden früheren Transaktionen als richtig erledigt bestätigt sind. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben „BIM contracts“ mit 2,46 Millionen Euro für drei Jahre. 602.000 Euro davon fließen an den Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum, 610.000 Euro an das Softwaretechnik-Institut Paluno an der Universität Duisburg-Essen. Adesso leitet als IT-Dienstleister das Konsortium.

Baukonjunktur-Meeting macht Zukunft zum Thema

Auf dem Baukonjunktur-Meeting wurde dieses Jahr nicht nur die Konjunktur am Bau, sondern auch Themen wie die Frage zur Energiewende in Deutschland diskutiert.

In Hannover, Würzburg und Düsseldorf wurden Mitte September wesentliche Themen der Zukunft besprochen. Ob die Energiewende, der stagnierende Wohnungsbau bei den Mehrfamilienhäusern oder die Wohnwünsche der 50- bis 65-Jährigen: Die Aussichten für die Bauwirtschaft wurden aus vielen Winkeln beleuchtet. Die Heinze Marktforschung begrüßte auch in diesem Jahr wieder rund 120 Teilnehmer zu der Veranstaltung. Der Wohnungsbau war dabei das wesentliche Kernthema der Veranstaltung, denn hier waren die Zuwächse im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Bis zum Ende des Jahres 2019 rechnet man mit einem Zuwachs von fünf bis zehn Prozent. Eine Belebung im Eigenheimmarkt ist allerdings trotzdem nicht in Sicht, die 105.000 fertiggestellten Wohneinheiten bilden wohl vorerst den Höhepunkt. Zudem stiegen die Baukosten mit rund fünf Prozent erheblich an. Durch die zu späte Klärung von Rahmenbedingungen stagniert außerdem der Bau von Mehrfamilienhäusern, hier erwartet man in der zweiten Jahreshälfte durch den Nachholeffekt aber eine Stabilisierung.

Leidet die Bauwirtschaft unter der konjunkturellen Eintrübung?

Die gute Nachricht ist: im Vergleich zum Vorjahr sind die Auftragseingänge im Wirtschaftsbau um 13,7 Prozent gestiegen. Bis zum Ende des Jahres werden trotz konjunktureller Schwankungen immer noch zweistellige Werte erwartet. Die einzigen Abwärtstrends sind mit minus 3,2 Prozent bei den Genehmigungen industrieller Betriebsgebäude und mit einem kleinen Minus bei den Büro- und Verwaltungsgebäuden zu verzeichnen. Beim öffentlichen Bau konnte das Niveau der letzten zwei Jahre dahingegen gehalten werden. Aufgrund der negativen Beschäftigungsentwicklung erwartet man auch nächstes Jahr eine eher negative Entwicklung bei den Genehmigungen für Betriebs-, Büro- und Verwaltungsgebäude. Bis 2050 möchte Deutschland einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Das heißt, dass alle gebauten Gebäude mindestens so viel Energie wieder einsparen, wie sie gekostet haben. Um dieses Ziel in knapp 30 Jahren zu erreichen, braucht es laut Dr. Ralph Henger vom Institut der Deutschen Wirtschaft allerdings viele und aufwendige Sanierungen. Doch die energetische Sanierung ist ins Stocken geraten, was sich auf das selbst gesteckte Ziel und auf die Baukonjunktur negativ auswirken könnte. Damit das Klimaziel doch noch erreicht werden könnte, bedarf es eines politischen Umdenkens. Auch kam heraus, dass ein Großteil der befragten 50- bis 65-Jährigen mit 70 Jahren wegen besserer Infrastruktur in Richtung Stadt ziehen will. Doch auch ein Großteil der Befragten wünscht sich im Alter im regionalen Umfeld zu bleiben. Fast die Hälfte ist bereit, ihr Haus barrierefrei umzubauen, damit sie im Alter noch darin wohnen können.

Baureife Grundstücke werden teurer

Eine Reform der Grundsteuer sieht es nun vor, dass Städte und Gemeinden für baureife Grundstücke zukünftig einen höheren Hebesatz festlegen können. Das Handwerk ist besorgt.

Bald können Städte und Gemeinden im Rahmen der Grundsteuer C für unbebaute aber baureife Grundstücke einen erhöhten, einheitlichen Hebesatz festlegen – an dieser Reform hält die Bundesregierung auch weiter fest. Als Hintergrund wird der erhebliche Wohnungsmangel vor allem in Ballungsgebieten genannt. Die Bundesregierung will vermeiden, dass baureife Grundstücke als Spekulationsobjekt gehalten werden. Solche Grundstücke würden nur aufgekauft, um eine Wertsteigerung abzuwarten und die Grundstücke anschließend gewinnbringend wieder zu verkaufen. Zusätzlich heißt es im Gesetzentwurf, dass zwar Bauland vorhanden sei, der erforderliche Wohnungsbau allerdings ausgebremst werde. Mit der zusätzlichen Belastung von baureifen, aber brachliegenden Grundstücken über die Grundsteuer gebe es künftig ein „wichtiges Instrument, um einerseits Spekulationen zu begegnen und andererseits Bauland für die Bebauung zu mobilisieren“. Man erhofft sich dadurch, dass wichtige Impulse für die Innenentwicklung der Städte und Gemeinden gegeben werden.

Wie sehr leidet das Handwerk darunter?

Wie viele andere Wirtschaftsverbände wehrt sich auch das Handwerk gegen die Grundsteuer C. So kritisierte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, bereits bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs, dass es für die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens gerade in Ballungszentren unerlässlich sei, Flächen zur Vergrößerung des Betriebs in Reserve zu haben. Denn nur durch das Verkaufen der Grundstücke von kleinen Handwerksbetrieben würde der gewünschte Lenkungseffekt durch die Regierung überhaupt erst eintreten. Eine separate Steuer würde jedoch vor allem kleine und finanzschwache Handwerksunternehmen belasten, die dadurch eventuell ihre Grundstücke verkaufen müssen, während finanzstarke Unternehmen wiederum profitieren.

Zuschüsse für altersgerechtes Umbauen verbraucht

Mithilfe des Zuschuss-Programms „Altersgerecht Umbauen“ der KfW werden altersgerechte Umbauvorhaben bezuschusst. Doch der Fördertopf für dieses Jahr ist bereits leer.

Bis zu 6.250 Euro können Bauherren für Umbauten zum altersgerechten Wohnen erhalten. Seit Jahren ist das Programm sehr nachgefragt. Dieses Jahr war die Nachfrage vielleicht etwas zu groß, denn: Die 75 Millionen Euro, die jährlich für das Programm bereitgestellt werden, sind zum wiederholten Mal vor Jahresende aufgebraucht. Für das letzte Quartal 2019 ist ohne Aufstockung der Bundesmittel keine Antragstellung mehr möglich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BASGO) und der Verband Wohneigentum (VWE) fordern nun, das Zuschuss-Programm der KfW mit schrittweise steigenden, für das ganze Kalenderjahr ausreichenden Finanzmitteln auszustatten. „Die Mittel von 50 Millionen Euro haben 2016 nur bis zur Jahresmitte gereicht. Für 2017 haben wir bereits gefordert, mindestens 100 Millionen Euro bereitzustellen. Und diese Summe sollte in den nächsten fünf Jahren kontinuierlich angehoben werden“, erinnert Manfred Jost, Präsident des Verband Wohneigentums. Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO, fordert: „Dieses erfolgreiche Zuschussprogramm, das den Bürgerinnen und Bürgern die Vorsorge erleichtert und hilft die Zahl schwerer Stürze im Haushalt zu vermindern, muss gut ausgestattet und lückenlos verstetigt werden.“ Eine Förderung von altersgerechten Umbaumaßnahmen erfolgte zum ersten Mal im Rahmen des „Konjunkturpakets I“ in den Jahren 2010 und 2011. 2014 wurde das Zuschussprogramm der KfW dann wieder aufgelegt. Gestartet wurde mit einem Fördertopf von 54 Millionen Euro, 2016 gab es lediglich 50 Millionen. 2017 wurde er auf 75 Millionen Euro aufgestockt, diese Höhe gilt bis 2022.

Zu wenige Baugenehmigungen für eigentlichen Bedarf

Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum steigt immer weiter. Nach Einschätzungen von Politik und Bauwirtschaft müssten jährlich mindestens 350.000 neue Wohnungen entstehen.

Bei den Baugenehmigungen im Wohnungsbau macht sich ein starker Abwärtstrend bemerkbar – und das trotz sehr großer Nachfrage nach Immobilien und vielerorts enger Wohnungsmärkte. So stimmten die Behörden von Januar bis einschließlich August 2019 dem Neubau oder Umbau von lediglich 228.500 Wohnungen zu. Diese Zahlen liegen dem Statistischen Bundesamt vor. Somit sank die Zahl der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent. Im ganzen letzten Jahr wurden insgesamt knapp 302.800 Neubauten in Form von Wohnungen in reinen Wohngebäuden genehmigt. Dabei ist die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 0,1 Prozent gestiegen, während es 2,9 Prozent mehr Genehmigungen für Zweifamilienhäuser und 3,5 Prozent mehr Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser gab.