Bleibt der Corona-Schock aus?

Seit dem deutschlandweiten Lockdown im März ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen. Die Corona-Pandemie hat verschiedene Teile der (deutschen) Wirtschaft unterschiedlich stark getroffen. Zwar ist die Bauwirtschaft bislang vergleichsweise eher schonend davongekommen, doch das Virus beeinflusst noch immer insbesondere die Planungen bevorstehender Projekte. Obwohl die Bauwirtschaft insgesamt zu den wenigen Branchen gehört, bei denen gravierende Folgen des Corona-Geschehens weitestgehend ausgeblieben sind, teilen führende Fachverbände die Einschätzung, dass immer noch die weiterhin nicht ganz unberechtigte Befürchtung einer nachgelagerten Krise im Raum steht.

Um ein aktuelles Stimmungsbild der Baubranche zu erhalten und für alle Beteiligten der Bauindustrie mehr Transparenz über geplante Projektrealisierungen zu schaffen, steht ibau in Kontakt mit einigen tausend Entscheiderinnen und Entscheidern der Bauindustrie. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse fassen wir regelmäßig in unserer Sentiment Analyse zusammen.

Ihre Mithilfe ist gefragt

Für die bevorstehende ibau Sentiment Analyse benötigen wir auch dieses Mal die Unterstützung von Experten wie Ihnen! Schildern Sie uns Ihre Eindrücke, damit wir allen Beteiligten der Bauindustrie eine realistische Einschätzung zu den Entwicklungen der Baubranche zur Verfügung stellen können. Denn besonders Originaltöne aus Fachkreisen bilden die wesentliche Grundlage um realitätsnah die Entwicklungen der Baubranche widerzuspiegeln. Selbstverständlich sind die Ergebnisse kostenfrei erhältlich.

Die aktuelle Stimmungslage

Unsere ibau Sentiment-Analyse im Juni hat ergeben, dass die Beteiligten der Bauindustrie gelernt haben, mit der Krise zu leben. Erkennbar wird dies anhand der Projektumsetzungstendenzen sowie im Handeln der Behörden, obgleich die durch die Corona-Krise aufgedeckten strukturellen Schwächen wie Fachkräftemangel oder mangelnde technische Ausstattung in den Behörden weiterhin existieren. Die Angaben zur Preisentwicklung deuten ebenfalls nicht darauf hin, dass die Baubranche kurzfristig auf eine handfeste Krise zusteuert.

Eine vorsichtige Einschätzung lässt die Annahme einer Normalisierung hinsichtlich der Mengen der neuen Projekte zu. Die bekannten Projekte verschieben sich wieder in Richtung der Realisierungsphasen. Es zeigt sich eine sinkende Tendenz bei Projekten in den auf die Zukunft geprägten Phasen Diskussion und Vorplanung. Diese positive Entwicklung lässt sich in allen überwiegend gewerblichen bzw. privaten Bereichen beobachten. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil an längerfristigen Projekten im Bereich der öffentlichen Bauherren an.

Hier finden Sie die vollständigen Ergebnisse sowie unsere letzten ibau Sentiment Analysen:

JUNI: Lässt sich schon wieder eine positive Entwicklung erkennen?

MAI: Was bringt das geplante Konjunkturpaket?

APRIL: Welche Herausforderungen treffen die Branche am stärksten?

MÄRZ: Wie sehr schadet Corona der Bauindustrie?

Bauwirtschaft unterstützt die BAU 2021

Obwohl einige deutsche Hersteller abgesagt haben, ist das Interesse an der BAU 2021 sehr hoch. Die Bauwirtschaft erwartet ein erfolgreiches Event.

Einige Hersteller aus Deutschland, wie Xella, Velux, Novoferm, Schüco, Uzin Utz, BMI, Teckentrum und Rockwool haben ihre Teilnahme an der Bau 2021, die vom 11. bis 16. Januar stattfinden wird, abgesagt. Deswegen stärken die Branchenverbände der Bauwirtschaft dieser nun den Rücken. „Für die BAU sagen wir Daumen hoch! Wir möchten unser seit Jahren eingeführtes Branchentreffen durchführen und werden begeistert daran teilnehmen”, erklärt Günter Jösch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Bausysteme. „Wir werden mit Sicherheit die eine oder andere Änderung haben, aber ich denke, man muss es positiv sehen, und falls uns nicht eine zweite Corona-Welle komplett niederwalzt, werden wir mit Sicherheit eine erfolgreiche Messe haben.“ Viele andere Veranstaltungsteilnehmer sehen das genauso. „Wir sollten die BAU 2021 kraftvoll angehen, denn ich denke, dies ist ein Signal für die gesamte Baubranche,“ betont Christina Hoffmann, Leiterin der Rationalisierungsgemeinschaft Bauwesen im RKW.

Großes Interesse aus dem Ausland

Die 18 Messehallen der Messe in München sind bereits zu drei Viertel ausgebucht. Dies liegt besonders daran, dass es im Vergleich zu anderen Branchen im Bau noch gut läuft. So hat der Bau-Boom der letzten Jahre zu vollen Auftragsbüchern geführt. Allerdings besteht immer noch die Gefahr, dass sich das ändert, wenn der Staat und andere Investoren zurückhaltend werden. Doch bisher darf man mit Zuversicht auf das nahende Event warten, besonders in Anbetracht der hohen Nachfrage der Aussteller, besonders aus dem Ausland. Um diese zu unterstützen gibt es zusätzlich einen Corona-Bonus von 15 Prozent für weitere Besucherwerbung.

Altersschwache Brücken müssen geschont werden

Die Bauwirtschaft rät eindringlich davon ab, alte und schwache Brücken durch Schwertransporte weiter zu belasten. Viele Brücken müssen dringend saniert werden.

Zahlreiche Brücken in Deutschland, besonders in Baden-Württemberg, befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Daher sorgt es für große Verwunderung, dass Holzschwertransporte eine pauschale Ausnahmegenehmigung zum Straßentransport erhalten, sodass sie statt der zugelassenen 40 Tonnen bis zu 44 Tonnen transportieren dürfen. Diese ist im Mai abgelaufen und Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, rät dringend von einer Verlängerung ab: „Holz ist teilbar. Deshalb einfach ein paar Holzstämme weniger auf den Tieflader legen, einige Fahrten mehr einplanen und die besonders gefährdeten Brücken möglichst umfahren”. Bereits der alltägliche LKW-Verkehr kann zu einem Problem werden, weshalb altersschwache Brücken nicht zusätzlich belastet werden sollten. Deswegen muss dringend saniert werden. Investitionen zur Sanierung sind bereits angekündigt.

CO2- Fußabdruck vermindern mit Smart Home

Studienergebnis: Durch ein vernetztes und smartes zu Hause kann mehr CO2 eingespart werden, als bei Herstellung und Betreibung ausgestoßen wird.

Eine Studie des Ökoinstituts im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW zeigt, dass smarte Technik zwar den Stromverbrauch erhöht, die Einsparungen beim Heizen allerdings so hoch sind, dass der positive Effekt von smarten Häuser überwiegt. Dies gilt auch, wenn neben der Technik, die Heizenergie spart, auch Geräte aus dem Komfort- und Sicherheitsbereich im Einsatz sind. Auch ein vollvernetztes Smart Home kann somit ein Plus fürs Klima bringen.

Die Energieeinsparungen gehen vor allem von Steuerungen von Heizung, Rollläden und Beleuchtung aus. Aber auch, wenn Komfort- und Sicherheitsanwendungen integriert sind, sinkt der CO2-Ausstoß des Haushalts im Salto um sieben Prozent. Kostentechnisch ist eine rundum-Ausstattung im smarten Zuhause allerdings nicht rentabel. Wesentlich für den Stromverbrauch ist die Steuereinheit eines Systems. Aus dem Grund ist es ratsam, vorausschauend zu planen, um möglichst nur ein System zu betreiben, das nachträglich ausgebaut oder umgerüstet werden kann. Die Studie legt Durchschnittswerte aus wissenschaftlichen Untersuchungen dar und liefert so belastbare Richtwerte.

8.000 Todesfälle im Jahr durch Asbest

Asbest ist seit 1993 in Deutschland verboten, dennoch geht von dem Mineral noch ein hohes Gesundheitsrisiko aus. Alle wichtigen Zahlen und Fakten:

In der EU gibt es nach konservativen Schätzungen der Europäischen Kommission etwa 8.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr, die durch Kontakt mit Asbeststäuben zu begründen sind. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) Genf rechnet weltweit mit jährlich 100.000 Asbesttoten. Zwischen 2001 und 2016 fiel schätzungsweise 6,4 Millionen Tonnen asbesthaltiger Abfall an. Für einen besseren Gesundheitsschutz der Beschäftigten veröffentlichen die Mitgliedstaaten der europäischen Regionen der Weltgesundheitsorganisation nationale Asbest-Profile. In diesen wird über Asbestgebrauch und die Verwendung aufgeklärt, über die Anzahl der Exponierten, das mit Asbest verbundene Krankheitsgeschehen, über das System zur Regulierung der Asbestrisiken und über die ökonomische Belastung durch Asbesterkrankungen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat das Nationale Asbest-Profil Deutschland nun in zweiter Auflage veröffentlicht.

Die Geschichte von Asbest

Vor über 100 Jahren hat der Naturstoff Asbest als „Mineral der tausend Möglichkeiten“ in industriellen und verbrauchernahen Bereichen Verwendung gefunden. Dass ein Gesundheitsrisiko von Asbest ausgeht, wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt und seit 1942 ist Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose in Deutschland offiziell als Berufskrankheit anerkannt. Allerdings blieb lange Zeit unentdeckt, wie Asbest krebserregend wirkt. Im Jahr 1972 veröffentlichten die Wissenschaftler Pott und Stanton die Hypothese, dass hinreichend lange, dünne und biobeständige Fasern eine krebserregende Wirkung haben können. Diese Faserhypothese wird inzwischen durch eine Vielzahl an Tierexperiementen gestützt und international anerkannt. Darauf basiert die Erkenntnis, dass auch andere bioseptische Fasern Krebserkrankungen verursachen können. Erst 1972 gab es die ersten Schutzvorschriften, die die Asbestbelastung am Arbeitsplatz erheblich mindern konnten, aber lange nicht ausreichend für die Sicherheit der Beschäftigten waren. Bis mindestens Anfang der 1990er Jahre fand Asbest in Deutschland vor allem im Baubereich Anwendung. Dies wurde erst 1993 durch ein umfassendes Verbot von Herstellung, Vermarktung und Verwendung von Asbestprodukten in Deutschland gestoppt. 2005 beschloss auch die europäische Union einen vollständigen Ausstieg aus der Asbestverwendung. Von 1950 bis 1990 wurden etwa 4,4 Millionen Tonnen alleine in Westdeutschland verbraucht. Asbest findet sich in mehr als 3.500 Produkten.

Die Risiken heute

Die Latenzzeit zwischen Asbestbelastung und dem Ausbruch der Krankheit beträgt im Schnitt mehr als 30 Jahre. Da der Asbestgebrauch noch Mitte der 1970er Jahre kontinuierlich gestiegen ist, wird das volle Ausmaß der Erkrankungen erst heute deutlich. Alleine zwischen 1994 und 2012 starben mehr als 26.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Minerals. 2017 starben rund 1.600 Berufserkrankte, weil sie asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt waren.

100.000 Beschäftigte sind noch heute potentiell bei ihrer Arbeit im Bauhandwerk oder der Abfallentsorgung mit Asbest in Berührung gekommen. Besonders beim Abriss oder Umbau von Gebäuden kann Asbest freigesetzt werden. Eine große Problematik ist vor allem die Arbeit an verdeckten asbesthaltigen Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern. Diese werden häufig ohne die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt. Die rund 750.000 Handwerker im Ausbaugewerbe sehen sich hier einem erhöhten Risiko entgegen gestellt. Schätzungsweise sind immer noch über 35 Millionen Tonnen Asbesthaltiges Material verbaut, zumeist als Asbestzement.

Wie ist das Profil zu finden?

Das Profil geht auch auf Arbeitsplatzgrenzwerte für Asbest und aktuelle Regelungen zum Schutz der Angestellten ein. Eine PDF-Datei steht auf der Website der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zum Download bereit.

Hygienestandards während der Pandemie

Das BMAS hat Grundsätze zur Arbeit während der Pandemie erlassen. BG BAU und BIV haben diese in einer Broschüre praxisorientiert konkretisiert.

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) haben einen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Gebäudereiniger veröffentlicht. Damit wurde das allgemeine Arbeitsschutzkonzept zur Coronavirus-Pandemie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) umgesetzt. Alle Unternehmen, die sich an diesen Standards orientieren, erfüllen die rechtlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz.

Die Arbeitsschutzstandards definieren Schutzmaßnahmen für Gebäudereiniger und geben Hinweise zur Organisation von Reinigung. Sie konkretisieren die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorgelegten 17 Grundsätze zum Arbeiten während der Pandemie. Die Broschüre kann auf der Internetseite der BG Bau kostenlos heruntergeladen werden.

Leitlinie für die Asbesterkundung

In älteren Gebäuden ist oft noch der gesundheitsschädliche Stoff Asbest zu finden. Diese Leitlinie gibt Empfehlungen im Umgang mit dem Material.

Bereits seit 1993 ist der Einsatz von Asbest in Deutschland wegen des Gesundheitsrisikos verboten. In älteren Gebäuden ist der Stoff allerdings immer noch zu finden. Aus diesem Grund hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine „Leitlinie für die Asbesterkundung zur Vorbereitung von Arbeiten in und an älteren Gebäuden“ veröffentlicht.

Zunächst wird dem Leser ein allgemeiner Überblick über den Stoff Asbest, die Gefahr, die von ihm ausgeht und dessen ehemalige Einsatzgebiete ermöglicht. Danach stellt die Leitlinie eine Planungshilfe dar und leitet von der Erkennung bis zur Entsorgung an. Besonders durch grafische Elemente ist die Leitlinie auch für Laien gut verständlich. Das Dokument steht zum Download auf der Website der BAuA zur Verfügung.

Die wichtigsten rechtlichen Fragen zur Corona-Quarantäne

Um die Verbreitung des Virus zu verhindern wird oft Quarantäne angeordnet. Die Deutsche Anwaltsauskunft erklärt, was das rechtlich für die Betroffenen bedeutet.

Unabhängig davon, ob die Quarantäne im Krankhaus oder zu Hause ausgeführt werden soll: Das Gesundheitsamt entscheidet, wer in Quarantäne muss und dem muss auch Folge geleistet werden. Wenn nicht, kann die Anordnung gerichtlich vollstreckt werden und Betroffene können von der Polizei abgeholt werden. Besteht die Gefahr, dass die Quarantäne-Station selbstständig verlassen wird, kann das Krankhaus den Betroffenen, mit einer richterlichen Anordnung, dort einschließen. Wer die Quarantäne zu Hause verlässt, kann mit einer Geld- oder Haftstrafe rechnen. Die Höhe der Geldstrafe ist abhängig vom Gehalt des Betroffenen.

Bekommt der Arbeitnehmer, der in Quarantäne ist, weiterhin sein Gehalt?

„Ist eine Person tatsächlich krank und wird krankgeschrieben, gelten die normalen Regeln für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall“, erklärt Rechtsanwältin Doris-Maria Schuster von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im deutschen Anwaltsverein (DAV). Sechs Wochen lang wird das Gehalt vom Arbeitsgeber fortgezahlt, danach hat der Erkrankte Anspruch auf Krankengeld. Diesen muss der Arbeitnehmer selbstständig beim zuständigen Gesundheitsamt geltend machen.

Ist die Quarantäne allerdings eine vorsorgliche Maßnahme, greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (IfSG). Betroffene haben nach dem IfSG einen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes, das auch von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt würde. Das sind 70 Prozent des Bruttogehalts, aber höchstens 90 Prozent des Nettogehalts. Zusätzlich gilt eine Deckelung bei 109,38 Euro am Tag.

Wer kommt bei Selbstständigen für den Verdienstausfall auf?

Selbstständige und Freiberufler erhalten eine Entschädigung nach dem IfSG. Diese berechnet sich nach dem letzten Jahreseinkommen, das dem Finanzamt gemeldet ist. Aber auch hier ändert sich die Lage nach sechs Wochen: Nun beträgt die Entschädigung die Höhe des gesetzlichen Krankengeldes. Bei Verdacht einfach zu Hause bleiben geht allerdings nicht, sondern das Gesundheitsamt muss die Isolation angeordnet haben.

Betriebsschließung wegen des Corona-Virus: Bekommen die Arbeitnehmer weiterhin ihr Gehalt?

„Im Falle einer angeordneten Betriebsschließung müssen Beschäftigte im Homeoffice arbeiten, soweit das möglich ist.“, erklärt Rechtsanwalt Michael Eckert vom DAV. Sind die technischen Voraussetzungen allerdings nicht gegeben, oder die Tätigkeit erlaubt ein Homeoffice nicht, besteht weiterhin ein Anspruch auf den Lohn. „Ohne weiteres darf der Arbeitgeber Beschäftigte nicht zum Homeoffice verpflichten“, warnt Arbeitsrechtsexperte Eckert. Im Arbeitsvertrag ist der Arbeitsort in aller Regel festgelegt. Kommt das Homeoffice dort nicht vor, ist es dem Arbeitgeber nicht erlaubt, einseitig das Homeoffice anzuordnen.

Wie wollen Menschen im Alter wohnen?

Eine aktuelle Studie der Heinze Marktforschung geht der Frage nach, wie sich Senioren ihre Wohnumgebungen vorstellen. Die Ergebnisse dienen dem Wohnmarkt zur Vorbereitung.

„Wohnen im Alter“ ist der Titel der Studie, für die rund 1.130 Personen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren befragt wurden. Die Ergebnisse dienen dem Ziel, langfristige Entwicklungen in der Wohnungs- und Bauwirtschaft besser einzuschätzen. Alle Entscheidungsträger auf dem Bau bekommen so die Möglichkeit, sich auf die Nachfrage dieser Altersgruppe vorzubereiten. Den Hintergrund für diese Studie bilden rund zehn Millionen Menschen, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren in Rente gehen. Beim Neubau und Modernisierungen ist demnach wichtig, wo und wie diese Menschen später leben wollen. Interessant ist auch, ob Eigenheimbesitzer ihren Wohnort lieber gegen ein Altersheim tauschen wollen. So wollen aber 82 Prozent der Befragten ihren Wohnort im Rentenalter nicht verlassen. Der Umbau des Bads oder WCs ist ihnen aber trotzdem sehr wichtig. 79 Prozent der Befragten machen sich außerdem Gedanken über das Wohnen mit über 70 Jahren. 22 Prozent können sich ihr Rentnerleben gar im Ausland vorstellen, davon etwa 89 Prozent in Spanien. Mit den Ergebnissen der Studie können sich die Verantwortlichen im Wohnungsbau auf die Wünsche der künftigen Senioren einstellen und bei der Wohnungsbauplanung berücksichtigen. Die Ergebnisse der Studie sind auf der Website der Heinze Marktforschung zu finden.

Bahn hat Modernisierungspläne

Die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn für Modernisierungen ist unterzeichnet. Das Baugewerbe begrüßt diese Entwicklung.

So meint Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe: „Mit der Verstetigung der Investitionen in die Infrastruktur der Bahn im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung werden die richtigen Weichen gestellt. Mit den zur Verfügung gestellten Finanzmitteln erhalten die mittelständischen Firmen der Bauwirtschaft die erforderliche Planungssicherheit, um nachhaltig Kapazitäten für die anstehenden Bauaufgaben zu schaffen. Daher begrüßen wir die Vereinbarung zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn ausdrücklich.“ Pakleppa betont, dass nun allerdings sichergestellt werden müsse, dass diese Gelder auch wirklich verbaut werden, damit die Bahninfrastruktur auch wirklich das geplante Update erhalte. Das betreffe nicht nur das Schienennetz, sondern auch Bahnhöfe, Park & Ride-Parkplätze und andere schienennahe Komponenten aus dem Hoch- und Tiefbau. „Wichtig ist, dass hierbei der heimische Mittelstand eingebunden ist und die Vergabepraxis durch Fach- und Teillosvergabe auch kleinere Bauunternehmen einbezieht. Nur wenn die gesamte Bauwirtschaft, deren Großteil nach wie vor die baugewerblichen Betriebe des Mittelstands ausmachen, an der Umsetzung der Investitionen mitarbeitet, kann es zu einer spürbaren Verbesserung für das Schienennetz kommen.“