Modulares Sanieren für das Klima

In den Niederlanden wurden erfolgreich zahlreiche Wohnungen mit vorgefertigten Modulen saniert. Jetzt wird das Prinzip auf Deutschland übertragen.

Kuckuck – ein Viertel von Hameln – ist eigentlich bekannt für heruntergekommene Mehrfamilienhäuser. Doch drei frisch sanierte zweigeschossige Bauten heben sich nun von dieser Umgebung ab. Dank Photovoltaik, Wärmepumpen, Lüftung und Dämmung sollen die Gebäude künftig mehr Energie produzieren, als die Bewohner verbrauchen. Um die Kosten für die Mieter der zwölf neuen Wohnungen so gering wie möglich zu halten, wurden serielle Fassadenteil genutzt. Diese Gebäude gehören zum Projekt „Energiesprong“, initiiert von der Deutschen Energie-Agentur und gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium. Nach niederländischem Modell wollen die 22 beteiligten deutschen Wohnungsunternehmen 17.000 Wohnungen aus ihrem Bestand aus den 50er und 60er Jahren sanieren, denn der Gebäudesektor bietet enormes Energie- und CO2-Einsparungspotential.

CO2-Einsparung durch serielle Fertigung

Etwa ein Drittel der CO2-Emissionen entstehen durch den Energieverbrauch beim Wohnen. Um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen, müssen rund 15 Millionen Häuser saniert werden. Dafür wiederum muss die Sanierungsquote verdoppelt werden. Durch den derzeitigen Fachkräftemangel, den mit der Sanierung damit verbundenen hohen Investitionen und der Angst vor Mieterhöhungen geht diese Steigerung kaum voran. Durch serielle Fassadenteile, wie sie die Firma Opitz Holzbau in ihrem Werk in Neuruppin für das Projekt in Hameln gefertigt hat, sollen Sanierungen günstiger und schneller werden. Nach 10 Wochen Arbeit waren die Fassaden mit einer Dämmung aus Recycling-Glaswolle, Fenstern sowie Lüftungselementen mit Wärmerückgewinnung fertig. „So ein Auftrag war für uns neu. Alles hat gut geklappt, wir haben bereits zwei weitere Aufträge für ein ähnliches Projekt in Nordrhein-Westfalen. Mit der gewonnenen Erfahrung wird es diesmal schneller gehen“, sagt Verkaufsleiter Oliver Hering. Er rechnet mit einer weiter steigenden Nachfrage im kommenden Jahr, da Holzelemente gegenüber Bauteilen aus Stein durch die CO2-Steuer attraktiver werden. Innerhalb von 10 Tagen wurden die Fassaden montiert. Durch eine kurze Sanierungsdauer wird vermieden, dass die Mieter umziehen müssen.

Routine soll die Sanierung günstiger mache

Roland Meyer, Bauleiter bei der Berliner Firma Ecoworks, die die Arbeiten für ihren Auftraggeber, die Arsago-Gruppe, geplant und koordiniert hat, sieht künftig auch weitere Einsparungsmöglichkeiten von Finanzmitteln. Die Kosten in Hameln lagen ihm zufolge deutlich höher als bei herkömmlichen Sanierungen, durch steigende Routinisierung können allerdings die Lohnkosten gesenkt werden. „Die Lohnkosten machen 50 Prozent aus. Wichtig ist es, die richtigen Handwerksbetriebe zu finden und sie so zu schulen, dass sie gut miteinander zusammenarbeiten. Das spart enorm an Zeit und Geld.“ Aber auch in technischer Hinsicht sieht er noch Nachbesserungsbedarf. So soll in den Fassadeteilen künftig auch die Gebäudetechnik integriert werden. „Wir geben unsere Erfahrungen aus Hameln jetzt an andere Firmen weiter, die im Rahmen von Energiesprong mit der Sanierung loslegen wollen. Wir selber werden uns mit dem nächsten Projekt Zeit lassen, um noch Verbesserungen zu erreichen.“ Die Miete der 50 Quadratmeter großen Wohnungen liegt bei 300 Euro plus 130 Euro Nebenkosten.

Häufigkeit von Sanierungsmaßnahmen steigt

In Deutschland wird saniert, auch gerne eigenständig. Zu diesem Ergebnis kommt die B+L Sanierungsstudie 2020 des Bonner Marktforschungsinstitutes.

So ist allein die Maßnahmenhäufigkeit bei Badsanierungen im Vergleich zu 2018 um sieben Prozent gestiegen. Auch Dachfenster sowie Heizungen werden deutlich häufiger erneuert. Zudem hat sich die Altersstruktur der Sanierer gewandelt. Während 2014 lediglich 39,7 Prozent zur Altersgruppe über 45 gehört haben, ist dieser Anteil auf 60,8 Prozent gestiegen. Vor sechs Jahren gehörte der Hauptanteil der Sanierer einer jüngeren Gruppe an, die sich gerade ein Eigenheim gekauft hat und dieses nach ihren Vorstellungen und Ansprüchen gestalten wollte. Heute wird mehr aus Gründen des Verschleißes, zur Erhöhung des Wohnkomforts oder zur Schaffung altersgerechten Wohnraums saniert. Die ältere Zielgruppe präferiert Komplettleistungen aus Beratungen, Produkten und Einbau. Doch zeigt sich, dass im Rahmen der Corona-Pandemie auch mehr Eigenheimbenutzer ihre Sanierungsarbeiten selbst anpacken.

Jugendliche an den Bau locken

Der Nachwuchsmangel in der Baubranche ist groß. Doch was wünschen sich Jugendliche von ihrem Berufsleben und was kann die Baubranche ihnen geben?

Warum möchten so wenige junge Schulabgänger eine Ausbildung am Bau machen? Die Baubranche boomt und die Zinsen sind nach wie vor günstig. Doch wie eine Umfrage der SOKA-Bau im August 2020 gezeigt hat, gibt es bei der Hälfte aller Ausbildungsbetriebe noch freie Lehrstellen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) geht davon aus, dass es am Geld liegt und fordert 100 Euro mehr für Auszubildende und eine Entschädigung für die Wegzeiten. Doch Auszubildende am Bau verdienen bereits deutlich mehr als in anderen Branchen. Fragt man die Jugendlichen, so sind für sie die wichtigsten Faktoren bei der Berufswahl die Karrieremöglichkeiten, die gesellschaftliche Anerkennung und eine abwechslungsreiche Tätigkeit. Also alles Punkte, die eine Berufstätigkeit am Bau bieten kann. Doch das scheint den Jugendlichen nicht bewusst zu sein, weshalb es wichtig ist, sie auf Schulbesuchen und Jobmessen aufzuklären. Noch kann der Mangel an Nachwuchs durch arbeitslose Bauarbeiter und ausländische Kräfte ausgeglichen werden. Doch wie lange dies noch möglich ist, ist fraglich.

DDR-Architektur retten

Nach 1998 ist die DDR-Architektur in Ungnade gefallen, doch der Begriff Ostmoderne wurde in der Architekturszene längst als hippes Thema entdeckt.

Die Robotron-Kantine östlich der Dresdener Altstadt war wie die anderen Bauten um sie herum schon zum Abriss freigegeben, um für den Wohnungsbau Platz zu machen. Doch sie steht noch. Und das unter anderem dank des Netzwerks „ostmodern“, bestehend aus drei jungen Dresdnern. Auf einer Tagung des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt zum Thema „Baukulturelle Betrachtungen der Nachkriegsmoderne in der DDR“ präsentieren zwei von ihnen, Martin Neubacher und Marco Dziallas, das Gebäude, das dringend einer Politur bedarf. Es ist ein Vorzeigeobjekt der Ostmoderne, die zunehmend beliebt wird. Doch trotz dieser wiedererwachten Liebe zur Platte und dem zunehmenden Bewusstsein, dass es sich hier um Objekte der Architekturgeschichte Ostdeutschlands handelt, fallen immer mehr Plattenbauten. Und auch für die Kantine sieht es schlecht aus. Im Zuge der Krise wurden ambitionierte Nutzungspläne zurückgestellt und die Investmentgesellschaft leitet das Kredo „Wird die Kantine zum Schandfleck, kommt sie weg.”

Der Verlust der DDR-Architektur wird bereits betrauert

Doch wird manchen Gebäuden aus Zeiten der DDR mittlerweile hinterher getrauert, wie etwa dem Berliner Außenministerium oder dem Palast der Republik. Wenigstens aus dem Abriss der Großgaststätte Ahornblatt hat man gelernt und alle weiteren Bauten Ulrich Müthers unter Schutz gestellt. Aber auch bei vielen Gebäuden, die noch stehen, ist der einstige Charme verloren gegangen. Im Zuge der Wärmedämmung sind vielfältige Mosaike und unterschiedliche Oberflächen auf den Fassaden verschwunden. Vielerorts wird ganzen Stadtteilen an den Kragen gegangen, wie etwa Halle-Neustadt, wo vier der fünf Scheibenhäuser dem Verfall preisgegeben sind.

Warum eigentlich immer die DDR?

Das fragt sich Annette Mentin von der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur. Auch die alte Bundesrepublik hatte eine Nachkriegsmoderne und Ost und West haben sich gegenseitig stark beeinflusst, wie eine Ausstellung der Berlinischen Galerie vor fünf Jahren zeigte. Mentin ruft dazu auf, das Phänomen als Ganzes zu betrachten. Peer Pasternach von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg misst dem Wert Ostmoderne allerdings einen symbolischen Wert zu, der für Aufmerksamkeit sorgt und den die Westmoderne anscheinend nicht besitzt.

Der Mieter muss einer Sanierung zustimmen

Was passiert, wenn der Mieter der Sanierung der Wohnung nicht zustimmt und die Schlüssel behält? Dürfen die Handwerker dennoch mit den Arbeiten beginnen?

Wenn in einer Mietwohnung Sanierungen durchgeführt werden sollen, die das zeitgleiche Bewohnen nicht ermöglichen, so muss der Vermieter dem Mieter für diese Zeit eine alternative Wohnung zur Verfügung stellen. Doch was, wenn diese alternative Wohnung solche Mängel aufweist, dass sich der Mieter weigert, dorthin überzusiedeln? In einem solchen Fall hatte das Amtsgericht Köln zu entscheiden.

Der Fall:

Im Zuge einer Gesamtsanierung des Hauses sollte auch eine Wohnung umfassend saniert werden. Während der Arbeiten sollte die Mieterin in eine Wohnung im gleichen Gebäude umziehen. Daher räumte sie ihre Wohnung und verschloss sie. Doch als sie festgestellte, dass die andere Wohnung erhebliche Mängel aufwies – die Badezimmertüre ließ sich nicht verschließen und die Pantryküche war nicht elektrisch angeschlossen – verweigerte sie den Umzug und übergab den Schlüssel nicht, wie ausgemacht, den Handwerkern. Doch die Vermieterin ließ dennoch sanieren. Durch einen Wanddurchbruch verschaffte sie sich Zugang zur Wohnung und ließ die Innenwände und die Decken der Wohnung entfernen. Die Mieterin beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Vermieterin auf Einräumung des Besitzes.

Das Urteil:

Das Amtsgericht Köln gab der Mieterin Recht. Die Vermieterin hätte einen Anspruch auf Duldung der Sanierungsarbeiten erst gerichtlich durchsetzen müssen. Indem sie ohne Einwilligung der Mieterin die Wohnung teilweise zerstört hat, hat sie eine verbotene Eigenmacht begangen. Die Mieterin habe deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie die Arbeiten zu diesem Zeitpunkt nicht wünsche. Damit habe sie Anspruch auf die Wiederherstellung der Bewohnbarkeit der Wohnung.

Dämmen mit nachwachsenden Ressourcen

Naturdämmstoffe weisen sowohl ein gutes Brennverhalten auf, als auch einen guten Wärme- und Feuchteschutz und haben eine vorbildliche Ökobilanz.

Das sind die Ergebnisse des Verbundprojekts „Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo)“. Aufgabe des interdisziplinären Forschungsprojektes mit 12 Partnern aus Forschung sowie Industrieunternehmen und Verbänden war es, Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in sechs Arbeitsbereichen zu  untersuchen: Hinsichtlich des Brandschutzes und Glimmverhaltens, des Schall-, Wärm- und Feuchteschutzes und der Nachhaltigkeit und Emissionen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert. Unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), konnte dargelegt werden, dass Naturdämmstoffe gesicherte Eigenschaften aufweisen, die Konstruktionen verlässlich berechenbar sind und in fast allen Anwendungsgebieten eingesetzt werden können. Nun können Normen und baurechtliche Vorschriften diesen Ergebnissen angepasst werden, wodurch der Weg für mehr NawaRo-Dämmstoffe freigemacht wird.

NawaRo-Dämmstoffe weisen ein vorteilhafteres Brennverhalten auf

Naturdämmstoffe brennen verhältnismäßig langsam, mit geringer Rauchentwicklung und tropfen nicht brennend ab. Damit ist das Brennverhalten von NawaRo-Dämmstoffen, trotz des materialimmanenten Glimmverhaltens insbesondere in der Frühphase eines Brandes, deutlich vorteilhafter als das von Hartschäumen. Denn erdölbasierte Hartschäume verbrennen extrem schnell und mit sehr starker dunkler Rauchbildung, dabei schmelzen sie und tropfen brennend ab. Die Daten, die hinsichtlich des Schallschutzes gewonnen wurden, werden bereits in der aktuellen Überarbeitungsrunde der DIN 4109-33 berücksichtigt. Zudem wurden Rechnungsverfahren weiterentwickelt, die den prüftechnischen Aufwand künftig erheblich reduzieren können.

Naturdämmstoffe gleichen Feuchtigkeitsschwankungen aus

Das Thema Hitzeschutz wird aufgrund des Klimawandels immer wichtiger, deswegen werden neben der Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes auch dessen Wärmespeicherkapazität und Rohdichte bedeutsamer. Besonders wegen der hohen Speicherkapazität weisen Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen in diesem Bereich keine Nachteile gegenüber herkömmlichen Dämmstoffen auf. Diese Eigenschaft von NawaRo-Dämmstoffen wirkt sich auch positiv auf den Feuchteschutz aus, insbesondere in Holz- und bei Dachkonstruktionen. Mineralische Faserdämmstoffe und erdölbasierte Hartschäume können praktisch keine Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch, dass Naturdämmstoffe Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben können, gleichen sie Feuchtigkeitsschwankungen aus, ohne dass sich die Materialfeuchte deutlich erhöht. Dadurch wird die Konstruktion zudem deutlich sicherer. Auch Untersuchungen hinsichtlich möglicher Emissionen und der Ökobilanz sind durchweg positiv ausgefallen.

Bleibt der Corona-Schock aus?

Seit dem deutschlandweiten Lockdown im März ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen. Die Corona-Pandemie hat verschiedene Teile der (deutschen) Wirtschaft unterschiedlich stark getroffen. Zwar ist die Bauwirtschaft bislang vergleichsweise eher schonend davongekommen, doch das Virus beeinflusst noch immer insbesondere die Planungen bevorstehender Projekte. Obwohl die Bauwirtschaft insgesamt zu den wenigen Branchen gehört, bei denen gravierende Folgen des Corona-Geschehens weitestgehend ausgeblieben sind, teilen führende Fachverbände die Einschätzung, dass immer noch die weiterhin nicht ganz unberechtigte Befürchtung einer nachgelagerten Krise im Raum steht.

Um ein aktuelles Stimmungsbild der Baubranche zu erhalten und für alle Beteiligten der Bauindustrie mehr Transparenz über geplante Projektrealisierungen zu schaffen, steht ibau in Kontakt mit einigen tausend Entscheiderinnen und Entscheidern der Bauindustrie. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse fassen wir regelmäßig in unserer Sentiment Analyse zusammen.

Ihre Mithilfe ist gefragt

Für die bevorstehende ibau Sentiment Analyse benötigen wir auch dieses Mal die Unterstützung von Experten wie Ihnen! Schildern Sie uns Ihre Eindrücke, damit wir allen Beteiligten der Bauindustrie eine realistische Einschätzung zu den Entwicklungen der Baubranche zur Verfügung stellen können. Denn besonders Originaltöne aus Fachkreisen bilden die wesentliche Grundlage um realitätsnah die Entwicklungen der Baubranche widerzuspiegeln. Selbstverständlich sind die Ergebnisse kostenfrei erhältlich.

Die aktuelle Stimmungslage

Unsere ibau Sentiment-Analyse im Juni hat ergeben, dass die Beteiligten der Bauindustrie gelernt haben, mit der Krise zu leben. Erkennbar wird dies anhand der Projektumsetzungstendenzen sowie im Handeln der Behörden, obgleich die durch die Corona-Krise aufgedeckten strukturellen Schwächen wie Fachkräftemangel oder mangelnde technische Ausstattung in den Behörden weiterhin existieren. Die Angaben zur Preisentwicklung deuten ebenfalls nicht darauf hin, dass die Baubranche kurzfristig auf eine handfeste Krise zusteuert.

Eine vorsichtige Einschätzung lässt die Annahme einer Normalisierung hinsichtlich der Mengen der neuen Projekte zu. Die bekannten Projekte verschieben sich wieder in Richtung der Realisierungsphasen. Es zeigt sich eine sinkende Tendenz bei Projekten in den auf die Zukunft geprägten Phasen Diskussion und Vorplanung. Diese positive Entwicklung lässt sich in allen überwiegend gewerblichen bzw. privaten Bereichen beobachten. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil an längerfristigen Projekten im Bereich der öffentlichen Bauherren an.

Hier finden Sie die vollständigen Ergebnisse sowie unsere letzten ibau Sentiment Analysen:

JUNI: Lässt sich schon wieder eine positive Entwicklung erkennen?

MAI: Was bringt das geplante Konjunkturpaket?

APRIL: Welche Herausforderungen treffen die Branche am stärksten?

MÄRZ: Wie sehr schadet Corona der Bauindustrie?

Bauwirtschaft unterstützt die BAU 2021

Obwohl einige deutsche Hersteller abgesagt haben, ist das Interesse an der BAU 2021 sehr hoch. Die Bauwirtschaft erwartet ein erfolgreiches Event.

Einige Hersteller aus Deutschland, wie Xella, Velux, Novoferm, Schüco, Uzin Utz, BMI, Teckentrum und Rockwool haben ihre Teilnahme an der Bau 2021, die vom 11. bis 16. Januar stattfinden wird, abgesagt. Deswegen stärken die Branchenverbände der Bauwirtschaft dieser nun den Rücken. „Für die BAU sagen wir Daumen hoch! Wir möchten unser seit Jahren eingeführtes Branchentreffen durchführen und werden begeistert daran teilnehmen”, erklärt Günter Jösch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Bausysteme. „Wir werden mit Sicherheit die eine oder andere Änderung haben, aber ich denke, man muss es positiv sehen, und falls uns nicht eine zweite Corona-Welle komplett niederwalzt, werden wir mit Sicherheit eine erfolgreiche Messe haben.“ Viele andere Veranstaltungsteilnehmer sehen das genauso. „Wir sollten die BAU 2021 kraftvoll angehen, denn ich denke, dies ist ein Signal für die gesamte Baubranche,“ betont Christina Hoffmann, Leiterin der Rationalisierungsgemeinschaft Bauwesen im RKW.

Großes Interesse aus dem Ausland

Die 18 Messehallen der Messe in München sind bereits zu drei Viertel ausgebucht. Dies liegt besonders daran, dass es im Vergleich zu anderen Branchen im Bau noch gut läuft. So hat der Bau-Boom der letzten Jahre zu vollen Auftragsbüchern geführt. Allerdings besteht immer noch die Gefahr, dass sich das ändert, wenn der Staat und andere Investoren zurückhaltend werden. Doch bisher darf man mit Zuversicht auf das nahende Event warten, besonders in Anbetracht der hohen Nachfrage der Aussteller, besonders aus dem Ausland. Um diese zu unterstützen gibt es zusätzlich einen Corona-Bonus von 15 Prozent für weitere Besucherwerbung.

Altersschwache Brücken müssen geschont werden

Die Bauwirtschaft rät eindringlich davon ab, alte und schwache Brücken durch Schwertransporte weiter zu belasten. Viele Brücken müssen dringend saniert werden.

Zahlreiche Brücken in Deutschland, besonders in Baden-Württemberg, befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Daher sorgt es für große Verwunderung, dass Holzschwertransporte eine pauschale Ausnahmegenehmigung zum Straßentransport erhalten, sodass sie statt der zugelassenen 40 Tonnen bis zu 44 Tonnen transportieren dürfen. Diese ist im Mai abgelaufen und Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, rät dringend von einer Verlängerung ab: „Holz ist teilbar. Deshalb einfach ein paar Holzstämme weniger auf den Tieflader legen, einige Fahrten mehr einplanen und die besonders gefährdeten Brücken möglichst umfahren”. Bereits der alltägliche LKW-Verkehr kann zu einem Problem werden, weshalb altersschwache Brücken nicht zusätzlich belastet werden sollten. Deswegen muss dringend saniert werden. Investitionen zur Sanierung sind bereits angekündigt.

CO2- Fußabdruck vermindern mit Smart Home

Studienergebnis: Durch ein vernetztes und smartes zu Hause kann mehr CO2 eingespart werden, als bei Herstellung und Betreibung ausgestoßen wird.

Eine Studie des Ökoinstituts im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW zeigt, dass smarte Technik zwar den Stromverbrauch erhöht, die Einsparungen beim Heizen allerdings so hoch sind, dass der positive Effekt von smarten Häuser überwiegt. Dies gilt auch, wenn neben der Technik, die Heizenergie spart, auch Geräte aus dem Komfort- und Sicherheitsbereich im Einsatz sind. Auch ein vollvernetztes Smart Home kann somit ein Plus fürs Klima bringen.

Die Energieeinsparungen gehen vor allem von Steuerungen von Heizung, Rollläden und Beleuchtung aus. Aber auch, wenn Komfort- und Sicherheitsanwendungen integriert sind, sinkt der CO2-Ausstoß des Haushalts im Salto um sieben Prozent. Kostentechnisch ist eine rundum-Ausstattung im smarten Zuhause allerdings nicht rentabel. Wesentlich für den Stromverbrauch ist die Steuereinheit eines Systems. Aus dem Grund ist es ratsam, vorausschauend zu planen, um möglichst nur ein System zu betreiben, das nachträglich ausgebaut oder umgerüstet werden kann. Die Studie legt Durchschnittswerte aus wissenschaftlichen Untersuchungen dar und liefert so belastbare Richtwerte.