CO2- Fußabdruck vermindern mit Smart Home

Studienergebnis: Durch ein vernetztes und smartes zu Hause kann mehr CO2 eingespart werden, als bei Herstellung und Betreibung ausgestoßen wird.

Eine Studie des Ökoinstituts im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW zeigt, dass smarte Technik zwar den Stromverbrauch erhöht, die Einsparungen beim Heizen allerdings so hoch sind, dass der positive Effekt von smarten Häuser überwiegt. Dies gilt auch, wenn neben der Technik, die Heizenergie spart, auch Geräte aus dem Komfort- und Sicherheitsbereich im Einsatz sind. Auch ein vollvernetztes Smart Home kann somit ein Plus fürs Klima bringen.

Die Energieeinsparungen gehen vor allem von Steuerungen von Heizung, Rollläden und Beleuchtung aus. Aber auch, wenn Komfort- und Sicherheitsanwendungen integriert sind, sinkt der CO2-Ausstoß des Haushalts im Salto um sieben Prozent. Kostentechnisch ist eine rundum-Ausstattung im smarten Zuhause allerdings nicht rentabel. Wesentlich für den Stromverbrauch ist die Steuereinheit eines Systems. Aus dem Grund ist es ratsam, vorausschauend zu planen, um möglichst nur ein System zu betreiben, das nachträglich ausgebaut oder umgerüstet werden kann. Die Studie legt Durchschnittswerte aus wissenschaftlichen Untersuchungen dar und liefert so belastbare Richtwerte.

8.000 Todesfälle im Jahr durch Asbest

Asbest ist seit 1993 in Deutschland verboten, dennoch geht von dem Mineral noch ein hohes Gesundheitsrisiko aus. Alle wichtigen Zahlen und Fakten:

In der EU gibt es nach konservativen Schätzungen der Europäischen Kommission etwa 8.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr, die durch Kontakt mit Asbeststäuben zu begründen sind. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) Genf rechnet weltweit mit jährlich 100.000 Asbesttoten. Zwischen 2001 und 2016 fiel schätzungsweise 6,4 Millionen Tonnen asbesthaltiger Abfall an. Für einen besseren Gesundheitsschutz der Beschäftigten veröffentlichen die Mitgliedstaaten der europäischen Regionen der Weltgesundheitsorganisation nationale Asbest-Profile. In diesen wird über Asbestgebrauch und die Verwendung aufgeklärt, über die Anzahl der Exponierten, das mit Asbest verbundene Krankheitsgeschehen, über das System zur Regulierung der Asbestrisiken und über die ökonomische Belastung durch Asbesterkrankungen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat das Nationale Asbest-Profil Deutschland nun in zweiter Auflage veröffentlicht.

Die Geschichte von Asbest

Vor über 100 Jahren hat der Naturstoff Asbest als „Mineral der tausend Möglichkeiten“ in industriellen und verbrauchernahen Bereichen Verwendung gefunden. Dass ein Gesundheitsrisiko von Asbest ausgeht, wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt und seit 1942 ist Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose in Deutschland offiziell als Berufskrankheit anerkannt. Allerdings blieb lange Zeit unentdeckt, wie Asbest krebserregend wirkt. Im Jahr 1972 veröffentlichten die Wissenschaftler Pott und Stanton die Hypothese, dass hinreichend lange, dünne und biobeständige Fasern eine krebserregende Wirkung haben können. Diese Faserhypothese wird inzwischen durch eine Vielzahl an Tierexperiementen gestützt und international anerkannt. Darauf basiert die Erkenntnis, dass auch andere bioseptische Fasern Krebserkrankungen verursachen können. Erst 1972 gab es die ersten Schutzvorschriften, die die Asbestbelastung am Arbeitsplatz erheblich mindern konnten, aber lange nicht ausreichend für die Sicherheit der Beschäftigten waren. Bis mindestens Anfang der 1990er Jahre fand Asbest in Deutschland vor allem im Baubereich Anwendung. Dies wurde erst 1993 durch ein umfassendes Verbot von Herstellung, Vermarktung und Verwendung von Asbestprodukten in Deutschland gestoppt. 2005 beschloss auch die europäische Union einen vollständigen Ausstieg aus der Asbestverwendung. Von 1950 bis 1990 wurden etwa 4,4 Millionen Tonnen alleine in Westdeutschland verbraucht. Asbest findet sich in mehr als 3.500 Produkten.

Die Risiken heute

Die Latenzzeit zwischen Asbestbelastung und dem Ausbruch der Krankheit beträgt im Schnitt mehr als 30 Jahre. Da der Asbestgebrauch noch Mitte der 1970er Jahre kontinuierlich gestiegen ist, wird das volle Ausmaß der Erkrankungen erst heute deutlich. Alleine zwischen 1994 und 2012 starben mehr als 26.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Minerals. 2017 starben rund 1.600 Berufserkrankte, weil sie asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt waren.

100.000 Beschäftigte sind noch heute potentiell bei ihrer Arbeit im Bauhandwerk oder der Abfallentsorgung mit Asbest in Berührung gekommen. Besonders beim Abriss oder Umbau von Gebäuden kann Asbest freigesetzt werden. Eine große Problematik ist vor allem die Arbeit an verdeckten asbesthaltigen Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern. Diese werden häufig ohne die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt. Die rund 750.000 Handwerker im Ausbaugewerbe sehen sich hier einem erhöhten Risiko entgegen gestellt. Schätzungsweise sind immer noch über 35 Millionen Tonnen Asbesthaltiges Material verbaut, zumeist als Asbestzement.

Wie ist das Profil zu finden?

Das Profil geht auch auf Arbeitsplatzgrenzwerte für Asbest und aktuelle Regelungen zum Schutz der Angestellten ein. Eine PDF-Datei steht auf der Website der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zum Download bereit.

Hygienestandards während der Pandemie

Das BMAS hat Grundsätze zur Arbeit während der Pandemie erlassen. BG BAU und BIV haben diese in einer Broschüre praxisorientiert konkretisiert.

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) haben einen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Gebäudereiniger veröffentlicht. Damit wurde das allgemeine Arbeitsschutzkonzept zur Coronavirus-Pandemie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) umgesetzt. Alle Unternehmen, die sich an diesen Standards orientieren, erfüllen die rechtlichen Anforderungen an den Arbeitsschutz.

Die Arbeitsschutzstandards definieren Schutzmaßnahmen für Gebäudereiniger und geben Hinweise zur Organisation von Reinigung. Sie konkretisieren die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorgelegten 17 Grundsätze zum Arbeiten während der Pandemie. Die Broschüre kann auf der Internetseite der BG Bau kostenlos heruntergeladen werden.

Leitlinie für die Asbesterkundung

In älteren Gebäuden ist oft noch der gesundheitsschädliche Stoff Asbest zu finden. Diese Leitlinie gibt Empfehlungen im Umgang mit dem Material.

Bereits seit 1993 ist der Einsatz von Asbest in Deutschland wegen des Gesundheitsrisikos verboten. In älteren Gebäuden ist der Stoff allerdings immer noch zu finden. Aus diesem Grund hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine „Leitlinie für die Asbesterkundung zur Vorbereitung von Arbeiten in und an älteren Gebäuden“ veröffentlicht.

Zunächst wird dem Leser ein allgemeiner Überblick über den Stoff Asbest, die Gefahr, die von ihm ausgeht und dessen ehemalige Einsatzgebiete ermöglicht. Danach stellt die Leitlinie eine Planungshilfe dar und leitet von der Erkennung bis zur Entsorgung an. Besonders durch grafische Elemente ist die Leitlinie auch für Laien gut verständlich. Das Dokument steht zum Download auf der Website der BAuA zur Verfügung.

Die wichtigsten rechtlichen Fragen zur Corona-Quarantäne

Um die Verbreitung des Virus zu verhindern wird oft Quarantäne angeordnet. Die Deutsche Anwaltsauskunft erklärt, was das rechtlich für die Betroffenen bedeutet.

Unabhängig davon, ob die Quarantäne im Krankhaus oder zu Hause ausgeführt werden soll: Das Gesundheitsamt entscheidet, wer in Quarantäne muss und dem muss auch Folge geleistet werden. Wenn nicht, kann die Anordnung gerichtlich vollstreckt werden und Betroffene können von der Polizei abgeholt werden. Besteht die Gefahr, dass die Quarantäne-Station selbstständig verlassen wird, kann das Krankhaus den Betroffenen, mit einer richterlichen Anordnung, dort einschließen. Wer die Quarantäne zu Hause verlässt, kann mit einer Geld- oder Haftstrafe rechnen. Die Höhe der Geldstrafe ist abhängig vom Gehalt des Betroffenen.

Bekommt der Arbeitnehmer, der in Quarantäne ist, weiterhin sein Gehalt?

„Ist eine Person tatsächlich krank und wird krankgeschrieben, gelten die normalen Regeln für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall“, erklärt Rechtsanwältin Doris-Maria Schuster von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im deutschen Anwaltsverein (DAV). Sechs Wochen lang wird das Gehalt vom Arbeitsgeber fortgezahlt, danach hat der Erkrankte Anspruch auf Krankengeld. Diesen muss der Arbeitnehmer selbstständig beim zuständigen Gesundheitsamt geltend machen.

Ist die Quarantäne allerdings eine vorsorgliche Maßnahme, greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (IfSG). Betroffene haben nach dem IfSG einen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes, das auch von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt würde. Das sind 70 Prozent des Bruttogehalts, aber höchstens 90 Prozent des Nettogehalts. Zusätzlich gilt eine Deckelung bei 109,38 Euro am Tag.

Wer kommt bei Selbstständigen für den Verdienstausfall auf?

Selbstständige und Freiberufler erhalten eine Entschädigung nach dem IfSG. Diese berechnet sich nach dem letzten Jahreseinkommen, das dem Finanzamt gemeldet ist. Aber auch hier ändert sich die Lage nach sechs Wochen: Nun beträgt die Entschädigung die Höhe des gesetzlichen Krankengeldes. Bei Verdacht einfach zu Hause bleiben geht allerdings nicht, sondern das Gesundheitsamt muss die Isolation angeordnet haben.

Betriebsschließung wegen des Corona-Virus: Bekommen die Arbeitnehmer weiterhin ihr Gehalt?

„Im Falle einer angeordneten Betriebsschließung müssen Beschäftigte im Homeoffice arbeiten, soweit das möglich ist.“, erklärt Rechtsanwalt Michael Eckert vom DAV. Sind die technischen Voraussetzungen allerdings nicht gegeben, oder die Tätigkeit erlaubt ein Homeoffice nicht, besteht weiterhin ein Anspruch auf den Lohn. „Ohne weiteres darf der Arbeitgeber Beschäftigte nicht zum Homeoffice verpflichten“, warnt Arbeitsrechtsexperte Eckert. Im Arbeitsvertrag ist der Arbeitsort in aller Regel festgelegt. Kommt das Homeoffice dort nicht vor, ist es dem Arbeitgeber nicht erlaubt, einseitig das Homeoffice anzuordnen.

Wie wollen Menschen im Alter wohnen?

Eine aktuelle Studie der Heinze Marktforschung geht der Frage nach, wie sich Senioren ihre Wohnumgebungen vorstellen. Die Ergebnisse dienen dem Wohnmarkt zur Vorbereitung.

„Wohnen im Alter“ ist der Titel der Studie, für die rund 1.130 Personen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren befragt wurden. Die Ergebnisse dienen dem Ziel, langfristige Entwicklungen in der Wohnungs- und Bauwirtschaft besser einzuschätzen. Alle Entscheidungsträger auf dem Bau bekommen so die Möglichkeit, sich auf die Nachfrage dieser Altersgruppe vorzubereiten. Den Hintergrund für diese Studie bilden rund zehn Millionen Menschen, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren in Rente gehen. Beim Neubau und Modernisierungen ist demnach wichtig, wo und wie diese Menschen später leben wollen. Interessant ist auch, ob Eigenheimbesitzer ihren Wohnort lieber gegen ein Altersheim tauschen wollen. So wollen aber 82 Prozent der Befragten ihren Wohnort im Rentenalter nicht verlassen. Der Umbau des Bads oder WCs ist ihnen aber trotzdem sehr wichtig. 79 Prozent der Befragten machen sich außerdem Gedanken über das Wohnen mit über 70 Jahren. 22 Prozent können sich ihr Rentnerleben gar im Ausland vorstellen, davon etwa 89 Prozent in Spanien. Mit den Ergebnissen der Studie können sich die Verantwortlichen im Wohnungsbau auf die Wünsche der künftigen Senioren einstellen und bei der Wohnungsbauplanung berücksichtigen. Die Ergebnisse der Studie sind auf der Website der Heinze Marktforschung zu finden.

Bahn hat Modernisierungspläne

Die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn für Modernisierungen ist unterzeichnet. Das Baugewerbe begrüßt diese Entwicklung.

So meint Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe: „Mit der Verstetigung der Investitionen in die Infrastruktur der Bahn im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung werden die richtigen Weichen gestellt. Mit den zur Verfügung gestellten Finanzmitteln erhalten die mittelständischen Firmen der Bauwirtschaft die erforderliche Planungssicherheit, um nachhaltig Kapazitäten für die anstehenden Bauaufgaben zu schaffen. Daher begrüßen wir die Vereinbarung zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn ausdrücklich.“ Pakleppa betont, dass nun allerdings sichergestellt werden müsse, dass diese Gelder auch wirklich verbaut werden, damit die Bahninfrastruktur auch wirklich das geplante Update erhalte. Das betreffe nicht nur das Schienennetz, sondern auch Bahnhöfe, Park & Ride-Parkplätze und andere schienennahe Komponenten aus dem Hoch- und Tiefbau. „Wichtig ist, dass hierbei der heimische Mittelstand eingebunden ist und die Vergabepraxis durch Fach- und Teillosvergabe auch kleinere Bauunternehmen einbezieht. Nur wenn die gesamte Bauwirtschaft, deren Großteil nach wie vor die baugewerblichen Betriebe des Mittelstands ausmachen, an der Umsetzung der Investitionen mitarbeitet, kann es zu einer spürbaren Verbesserung für das Schienennetz kommen.“

Betriebsverbot für Ölheizungen wird verschärft

Der Bundesrat plant, das beabsichtigte Betriebsverbot für Ölheizungen nun auch auf Heizkessel auszuweiten, die mit festen fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Grund dafür ist die hohe Treibhausgasbelastung beim Verbrennen der Stoffe. Das geht aus einer Stellungnahme vom 20. Dezember 2019 der 984. Sitzung zu dem geplanten Gebäudeenergiegesetz (GEG) hervor. Die Länder fordern, dass der Wärmesektor auch für synthetische Energieträger geöffnet wird. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssten alle Technologien zum Einsatz kommen. Des Weiteren hat der Bundesrat vor, Grubengas aus dem stillgelegten Steinkohlebergbau den erneuerbaren Energien gleichzusetzen. Das Gas könne ökologisch sinnvoll verwertet werden. Unter anderem bei der Durchführung der Energieberatung und den Angaben im Energieausweis schlägt der Bundesrat praktikablere Lösungen vor, verschärfen will er dahingegen die Stichprobenprüfungen von Klimaanlagen.

Austauschprämie für Ölheizungen

Das geplante Gebäudeenergiegesetz ist Teil des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Mit dem Gesetz ist ab 2026 ein Einbauverbot für Ölheizungen verbindlich und Gas- und Ölheizungen, die seit 1991 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen nur 30 Jahre lang betrieben werden. Wer seine alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Modell ersetzen will, kann künftig auf eine Austauschprämie (bis zu 45 Prozent) bauen. Die novellierte Richtlinie des Marktanreizprogramms (MAP) „Wärme aus erneuerbaren Energien“ sieht neben der Austauschprämie für Ölheizungen auch noch weitere Verbesserungen vor. So sollen auch energieeffiziente und klimafreundliche Heizungen, die keine alten Ölheizungen ersetzen, finanziell bezuschusst werden. Das bedeutet 35 Prozent Zuschuss für Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden, 30 Prozent für Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 Prozent und außerdem 20 Prozent Zuschuss für Gas-Brennwertheizungen, die auf die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sind.

„Mit der ‚Austauschprämie für Ölheizungen‘ fördern wir zukunftsfähige Investitionen mit bis zu 45 Prozent der Investitionskosten“, sagt der Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Torsten Safarik, und ergänzt: „Ab Januar 2020 können Bürgerinnen und Bürger die Austauschprämie beantragen. Der Umstieg auf eine Heizung mit erneuerbaren Energien wird somit deutlich attraktiver.“ Die Investitionszuschüsse für energieeffiziente und klimafreundliche Heizungen können beim BAFA beantragt werden. Die Stellungnahme zum Thema wurde vom Bundesrat bereits an die Bundesregierung weitergeleitet. Sobald sie sich dazu geäußert hat, leitet sie sie einschließlich ihrer Gegenäußerung zur Beratung an den Bundestag weiter.

Pro Neubau 29 Mängel zu verzeichnen

Im Rahmen einer Studie im Auftrag des Bauherren-Schutzbunds (BSB) wurde untersucht, wie viele Mängel es an fertiggestellten Bauten gibt. Das Ergebnis ist überraschend hoch.

Untersucht wurden 100 neu gebaute Ein- und Zweifamilienhäuser im Rahmen der Studie „Bauqualität beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern“. Insgesamt wurden 700 Baustellenkontrollen an den 100 Bauvorhaben durchgeführt. 20 Mängel wurden dabei im Durchschnitt pro Bau festgestellt – bei der Abnahme kamen pro Bauvorhaben dann noch 9 dazu. 48 Prozent aller Mängel entstehen dabei bereits bis zur Fertigstellung des Rohbaus. Zu diesem Zeitpunkt sind sie noch relativ schnell und einfach zu erkennen, da sie noch an der Oberfläche liegen. BSB-Geschäftsführer Florian Becker weist auf das hohe Schadenspotential der Rohbau-Mängel hin: „Diese Baumängel bilden ein hohes finanzielles Risiko. Werden sie unerkannt überbaut, erwachsen aus kleinen Fehlern schnell immense Schäden.“ Daraus resultierende eindringende Feuchtigkeit und Rissbildungen sind im Nachhinein nur mit hohem finanziellem und zeitlichem Aufwand reparierbar. Und das sprengt häufig den finanziellen Rahmen der Bauherren. Am häufigsten treten Mängel beim Estrich und Innenputz auf. 16 der 100 Bauvorhaben waren von solchen Mängeln betroffen. Ebenfalls hoch sind die Mängel in den Bereichen Rohbau und Statik (12 betroffene Bauvorhaben) und Wärmedämmung mit 11 betroffenen Bauten. Jedes zehnte Haus weist außerdem eine fehlerhafte Gebäudeabdichtung im Kellerbereich und Bodenbereich auf. Die Ursache für die Fehler liegt dabei oft bereits vor Baubeginn vor. Den Studienergebnissen zufolge fehlen in 99 Prozent der Fälle wichtige Planungsunterlagen, ohne die eine auftragsgemäße Umsetzung kaum möglich ist. Bei jedem fünften Haus fehlten außerdem statische Angaben zur Tragwerksplanung. BSB-Geschäftsführer Becker rät zur Kontrolle: „Der Gesetzgeber hat hier klare Vorgaben getroffen. Bauherren sollten ihre Unterlagen von einem unabhängigen Sachverständigen auf Vollständigkeit prüfen lassen und gegebenenfalls Nachforderungen an das Unternehmen richten.“

Auch Leiharbeiter bekommen fairen Lohn

Das Bundesarbeitsgericht hat einen Grundsatz beschlossen, der eine vergleichbare Bezahlung von Leiharbeitern vorgibt. Damit stärkt man die Rechte von Leiharbeitnehmern.

Bereits seit 2017 gibt es einen „Equal-Pay-Grundsatz“ („Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“) im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Nach diesem Ansatz müssen Leiharbeitnehmer nach einer Einarbeitungszeit von neun Monaten genauso viel verdienen wie ein Arbeitnehmer aus der Stammbelegschaft. Ein längeres Abweichen von dem Equal-Pay-Grundsatz ist nur dann möglich, wenn Branchenzuschlagstarifverträge der Zeitarbeitsbranche bestehen. Dann bekommen Leiharbeiter bereits nach einer Einarbeitungszeit von höchstens sechs Wochen stufenweise mehr Gehalt, bis sie nach maximal 15 Monaten genau so viel Geld bekommen, wie ihre Kollegen. Leiharbeiter haben dabei einen gesetzlichen Auskunftsanspruch zum Gehaltsniveau im Entleihunternehmen.

Arbeitnehmer erhielt über ein Jahr lang weniger Geld als seine Kollegen

Mit einem beispielhaften Fall ging ein Leihabeiter mit als Kläger vor Gericht. Er hatte zuvor als Leiharbeiter als Kraftfahrer in der Metalbranche gearbeitet. Sein Arbeitsvertrag enthielt beschlossene Tarifverträge zwischen der DGB-Tarifgemeinschaft und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) mit einer dynamischen Bezugnahmeklausel. Zusätzlich enthielt der Vertrag Regelungen, die teilweise von diesen tariflichen Bestimmungen abwichen. Für seine Tätigkeit von April 2014 bis August 2015 erhielt er einen Stundenlohn von 11,25 Euro brutto und damit weniger als die Stammarbeitnehmer des Betriebs. Vor Gericht klagte er dann einen Ausgleich für die Lohndifferenz ein. Und er bekam Recht: So habe der Verleiher keine gültige zur Abweichung vom Gebot der Gleichbehandlung berechtigte Vereinbarung getroffen. „Diese setzt insbesondere nach Systematik und Zweck der Bestimmungen des AÜG eine vollständige Anwendung eines für die Arbeitnehmerüberlassung einschlägigen Tarifwerks voraus“, heißt es in einer Mitteilung des BAG zum aktuellen Urteil. Dahingegen enthalte der Arbeitsvertrag beider Parteien Abweichungen von den tariflichen Bestimmungen, die nicht ausschließlich zugunsten des Arbeitnehmers wirken.