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Kamine und Holzöfen – wirklich so umweltfreundlich?

Etwa elf Millionen Brennholzöfen sind in Deutschlands Haushalten im Einsatz. Optisch ein Hingucker und vermeintlich gut für die Umwelt. Letzteres ist aber umstritten.

Wegen der fehlenden fossilen Energieträger beim Heizen mit dem Kamin oder Ofen behaupten viele Nutzer, es sei umweltfreundlicher und weniger schädlich für die Gesundheit. Das ZDF-Magazin Frontal 21 räumt mit diesem Fakt allerdings auf. Dabei werden die Brennholzöfen sogar als „unterschätzte Dreckschleudern“ bezeichnet. So erzeugt Holz beim Verbrennen deutlich mehr Feinstaub als die Alternativen Öl und Gas und auch mehr als der Straßenverkehr. Viele Schornsteinfeger sehen diese Einschätzung allerdings als falsch und finden, dass bei der Messung dahinter viele andere wichtige Faktoren an Ausstößen von Autos nicht beachtet wurden. Als Beispiel wurden als Experiment Luft-Messstationen an einer großen Hauptstraße in Berlin und an einem Berliner Stadtrand installiert. Die gemessenen Feinstaub-Werte lagen erschreckend nah beieinander, dafür verantwortlich sei der Feinstaub aus Holzöfen.

Feinstaub-Partikel und die Gesundheit

Die durch die Holzverbrennung freigesetzten Staubpartikel seien laut einem Forscher in dem Beitrag besonders gesundheitsschädlich für den Menschen: sie dringen bis tief in die Lunge ein und kommen im Holzrauch viel stärker vor als zum Beispiel in Dieselabgasen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits vor Jahren einen Grenzwert für das Auftreten von kleinen Feinstaub-Partikeln mit 2,5 Mikrometer Größe aufgestellt. Bei flächendeckenden Messungen in Deutschland lag der Messwert aber deutlich über diesem Grenzwert.

Zu wenige Vorgaben und Regeln für Öfen

Im Beitrag kam dadurch zunehmend die Frage auf, wieso niemand diese Werte und deren Ursprung kontrolliert. Bei Dieselfahrzeugen zum Beispiel gibt es einen Partikelfilter, bei Holzöfen sind sie aber keine Pflicht. Auch wird an Kaminen und Öfen vom Schornsteinfeger nichts direkt gemessen. Laut einem Schornsteinfeger, der für das Magazin im Einsatz war, gibt es keine immissionsschutzrechtlichen Messungen. Es wird stattdessen anhand von verschiedenen Parametern erfragt, was ein Ofen ausstößt. Diese Werte werden vom Hersteller erhoben und angegeben, vorher wurden sie von einer Prüfstelle bestätigt.

Doch auch hier folgt erneut eine Ernüchterung für die Zuschauer: Mitarbeiter des Deutschen Biomasseforschungszentrums haben herausgefunden, dass bei diesen Tests durch die Hersteller und Prüfstellen oftmals die Feinstaubemissionen die Grenzwerte überstiegen haben, obwohl die gemessenen Öfen diesen Wert eigentlich nicht übersteigen dürfen. Dass solche Öfen trotzdem zugelassen sind und sich in täglicher Benutzung befinden, wird im Beitrag folgendermaßen erläutert: So würden die Hersteller die Prüfungen selbst beauftragen und bezahlen und notfalls könne sie sogar wiederholt werden. Außerdem geben die Forscher in dem Beitrag an, dass die Prüfungen darauf abzielen würden, in einer Laborsituation möglichst optimale Bedingungen für die zu messenden Werte zu schaffen.

Der ganze Beitrag geht mit dem Ziel voraus, Fehleinschätzungen bezüglich der momentanen Debatte um saubere Luft aufzuklären und auch andere wichtige Verursacher aufzuzeigen. Kritisiert wird dabei, dass in dieser Debatte der Straßenverkehr und vor allem Dieselfahrzeuge in den Fokus rücken, dass dieser Fokus allerdings häufig zu engstirnig gesetzt wird.

Der Beitrag vom 5. März kann kostenlos in der ZDF Mediathek angeschaut werden. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/feinstaub-aus-brennholzoefen-100.html

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Hilfe gegen Unfälle auf dem Bau

Vor allem die Arbeit am Abbruch und Rückbau birgt viele Gefahren. Eine neue „Branchenregel“ gibt jetzt einen Überblick über die wichtigsten Arbeitsschutzbedingungen.

Ob Arbeit unter viel Lärm, in luftigen Höhen oder mit gesundheitsgefährdenden Stoffen – das potenzielle Verletzungs- und Gesundheitsrisiko auf Baustellen zum Abbruch und Rückbau ist hoch. Die neue Branchenregel 101-603 „Branche Abbruch und Rückbau“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hilft jetzt dabei, wichtige Arbeitsschutzbedingungen einzuhalten und Risiken zu minimieren. Dabei wendet sich das Dokument an die Unternehmer selbst, die für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Angestellten verantwortlich sind. „Das Besondere an dieser Branchenregel ist, dass sie ganz unterschiedliche Gefährdungen bündelt und Hinweise gibt, wie sie vermieden werden können. So hilft sie, Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Gesundheitsschäden zu verhindern“, meint Günter Eisenbrandt, Mitarbeiter des zuständigen Sachgebiets im Fachbereich Bauwesen der DGUV.

Fachleute der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und weiterer Berufsgenossenschaften (BG Verkehr, BGHM und BGHW) haben intensiv mit Fachleuten aus der Abbruchbranche zusammengearbeitet, um besonders praxisbezogene Regeln aufzustellen und fachkundige Erfahrungen einzubringen. Auch viele Vertreter der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände haben aktiv an der Branchenregel gearbeitet. „Damit ist sichergestellt, dass die in der Branchenregel enthaltenen Beispiele und Lösungsvorschläge sich bereits in der Praxis bewährt haben“, sagt Eisenbrandt. Das Dokument kann kostenlos auf der Seite der DGUV heruntergeladen werden.

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Klimatische Gebäudesanierung: Bundesregierung muss liefern

Die Deutsche Umwelthilfe fordert nach der voraussichtlichen Absage der Gebäudekommission einen neuen Maßnahmenplan zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich.

Um die Klimaziele gemäß Klimaschutzplan bis 2050 erreichen zu können, müssen die CO2-Emissionen im Gebäudesektor von 119 Millionen Tonnen (Stand 2014) auf 70 bis 72 Millionen Tonnen sinken. Dies sei laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) mit den aktuell verabschiedeten Maßnahmen allerdings nicht erreichbar. Aufgrund langer Investitionszyklen müssten daher bereits heute die richtigen Weichen gestellt werden.

Laut Medienberichten möchte die Bundesregierung allerdings die Kommission „Zukunft der Gebäude“ absagen. Nach der langwierigen Diskussion über ihre Einsetzung kritisiert die Deutsche Umwelthilfe diese Entscheidung, da ein Maßnahmenpakt zur Erreichung der Klimaziele notwendig bleibe. Dieser müsse bis spätestens Juli 2019 als Beitrag für das geplante Klimaschutzgesetz vorliegen, da aufgrund langer Investitionszyklen schon früh die richtigen Weichen gestellt werden müssten.

Taten statt Worte

Dazu erklärt Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz der DUH: „Uns kommt es auf wirksamen Klimaschutz im Gebäudebereich an. Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung Taten angekündigt, geliefert hat sie bis heute nicht. Die Absage der Gebäudekommission ist ein weiterer Tiefpunkt für den Klimaschutz beim Bauen und Wohnen. Dabei drängt die Zeit: Die Bundesregierung und ihre Experten müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und ein konkretes Maßnahmenpaket zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich vorlegen.“

Ein Maßnahmenplan für den Gebäudebereich müsse zu einer CO2-Einsparung von mindestens 50 Millionen Tonnen bis 2030 führen. Zu dieser Einsparung hat sich die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzplan verpflichtet. Notwendig sei dafür ein anspruchsvoller Niedrigstenergiestandard für Neubauten, eine deutliche Erhöhung der Sanierungsrate für Bestandsgebäude und eine Wärmeversorgung auf der Basis von erneuerbaren Energien. Da der bereits vorliegende Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes weit hinter diesen Forderungen zurückbleibt, müsse dieser deutlich nachgebessert oder gar ganz zurückgezogen werden.

Aktueller Entwurf unzureichend

Dazu Paula Brandmeyer, Stellvertretende Bereichsleiterin Energie und Klimaschutz der DUH: „Dieser aktuelle Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes hilft nicht, er rückt die Erreichung der Klimaziele in weitere Ferne. Im Entwurf möchte die Bundesregierung den Energiestandard auf dem heutigen Niveau festschreiben. Das ist Irrsinn: Um die Klimaziele zu erreichen, müssten damit auch die Neubauten von heute vor 2050 noch einmal saniert werden. Das kostet zusätzlich und belastet Eigentümer und Mieter.“

Im aktuellen Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes solle lediglich das geltende Anforderungsniveau der Energieeinsparverordnung (ENEV)-2016 fortgeschrieben werden. Dagegen fordert die DUH eine Anhebung auf den KfW-40 Standard. Zudem müssen Schlupflöcher und bürokratische Regelungen aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden. Doch nicht nur der Neubau benötige bessere energetische Standards. Um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen, sei vor allem eine höhere Sanierungsrate von mindestens zwei Prozent bei Bestandsgebäuden von Nöten. Diese liege aktuell bei unter einem Prozent. Entscheidend sei aber auch die Sanierungstiefe – wenn saniert wird, dann richtig und auf einen guten Standard.

Handwerker aufgepasst!

Öffentliche Ausschreibungen sind für viele Handwerksbetriebe die ideale Gelegenheit, um neue Aufträge zu generieren. Helden am Bau bietet jetzt noch mehr Möglichkeiten.

Wer sich in seinem Gebiet auskennt und zudem rechtzeitig weiß wann in seiner Region ein neues Bauprojekt ansteht, hat eine größere Chance sich neue Aufträge zu sichern. Helden am Bau hilft dabei, die richtige Ausschreibung passend zum eigenen Gewerk zu finden – schnell und unkompliziert.

Jetzt noch einfacher mit öffentlichen Ausschreibungen arbeiten

Damit Handwerksunternehmen noch vor allen anderen von relevanten öffentlichen Ausschreibungen erfahren, hat Helden am Bau seinen Service erweitert. Die wichtigste Neuerung: Öffentliche Ausschreibungen werden jetzt noch schneller bereitgestellt. Zudem erhalten die Ausschreibungen sämtliche relevanten Informationen, die es zu einer erfolgreichen Bewerbung braucht: Nutzer profitieren von der Anzeige der Vergabenummer, des Submissionstermins sowie der Bekanntmachungstexte. Dadurch lassen sich mehr Ausschreibungen noch schneller finden, alle Informationen direkt auf Helden am Bau ansehen sowie Bekanntmachungstexte vollständig einsehen.

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Deutschland hat stolze Handwerker

Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage würden sich mehr als drei Viertel aller deutscher Handwerker wieder für ihren Beruf entscheiden, wenn sie könnten.

Die Umfrage wurde im Rahmen einer von CWS-boco in Auftrag gegebenen Studie im November 2018 durchgeführt. Die wohl wichtigste und erfreulichste Zahl: 96 Prozent aller Handwerker sind stolz darauf, in ihrem Handwerk zu arbeiten. In der Bau- und Ausbaubranche, der Dachdecker- und Zimmererbranche, sowie im Garten- und Landschaftsbau sind sogar alle stolz auf ihren Beruf.

Die Umfrage ergab auch, dass etwa 62 Prozent aller Befragten sich in der Gesellschaft als Handwerker wertgeschätzt und respektiert fühlen. Am höchsten liegt die gefühlte Wertschätzung in der Metall- und der Malerbranche mit 73 und 70 Prozent.

Kundenumgang

Der Stolz kommt aber nicht nur von der gesellschaftlichen Wertschätzung. Mit 68,3 Prozent gab die Mehrheit an, auch mit den Auftraggebern einen respektvollen Umgang zu pflegen. Besonders wertgeschätzt von den Kunden fühlten sich die Maler mit 90 Prozent. Der niedrigste Anteil lag bei den Dachdeckern und Zimmerern mit 55,5 Prozent.

Das weibliche Handwerk

Die Studie geht auch auf das Ansehen und die Bezahlung von Frauen im Handwerk ein. So sind mit ihrer Bezahlung 53 Prozent aller männlichen Handwerker zufrieden, dagegen aber nur 36,6 Prozent der weiblichen Fachkräfte. Insgesamt wünschen sich also mehr als 50 Prozent aller Handwerker eine bessere Bezahlung. Auch gaben von allen Befragten nur 57,9 Prozent an, dass Frauen und Männer gleich viel Anerkennung in der Handwerksbranche erfahren. Dabei liegt der größte Anteil mit dieser Ansicht mit 65 Prozent wieder bei den Malern. In der Metallbranche geben nur 46,2 ein gefühltes ausgeglichenes Verhältnis an.

Arbeitskleidung als wichtiger Eindruck

Ein weiterer Teil der Studie geht auf die Optik im Beruf ein. So geben 98,5 Prozent aller Befragten an, dass gepflegte Berufskleidung bei den Kunden einen guten Eindruck hinterlässt. 84,4 Prozent der Handwerker legen hierbei Wert darauf, was sie im Arbeitsalltag anziehen. 43,7 Prozent können sich sogar vorstellen, die Kleidung im privaten Alltag zu tragen. Für das Waschen und die Pflege der Arbeitskleidung sind insgesamt drei Viertel der Fachkräfte zuständig. Dabei sehen 78,4 Prozent diese Zuständigkeit allerdings klar beim Arbeitgeber.

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Mehr Schutz auf Baustellen – zum höheren Preis

Die „technischen Regeln für Betriebssicherheit“ wurden neu erfasst und stellen neue Regeln zur Arbeitssicherheit im Gerüstbau auf. Für Betriebe könnte dies teuer werden.

Für die neuen Regelungen gilt: nicht nur neue Techniken zur Sicherung der Arbeiter, sondern auch deren Verhalten in bestimmten Situationen selbst spielt eine große Rolle. Dafür haben sich die Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk und der Bundesverband Gerüstbau eingesetzt. Das neue Regelwerk ist eine Überarbeitung eines bereits bestehenden Entwurfs. Nach Kritiken der Fachverbandsvertreter, dass die Regeln zu sehr auf die technischen Sicherungsmaßnahmen setzen und dies in vielen Situationen nicht für genug Schutz sorgen würden, steht jetzt ein überarbeitetes Regelwerk fest.

Unverzichtbare Investitionen sind nötig

Einige der neuen Punkte werden in den Betrieben wahrscheinlich auf ungenügende Voraussetzungen treffen, was nach Befürchtungen der Bundesinnung und des Bundesverbandes Gerüstbau hohe Kosten für die Betriebe verursachen könnte. Es sei allerdings sinnvoll, in diesen Bereich zu investieren und die eventuell bestehenden Lücken in der Arbeitssicherheit zu schließen, um Unfälle zu vermeiden. Auch greift der technische Ansatz für die Bundesinnung und den Bundesverband Gerüstbau zu kurz, vor allem weil das Regelwerk einige Teile von Gerüstbauformen nicht beachtet.

Neues Regelwerk betrifft alle Beteiligten an der Baustelle

Der Verband unterstützt den Slogan „Nie mehr ohne!“, um hiermit ein Umdenken bei den Betrieben zu erreichen, falls vorher nicht ausreichend auf Schutzmaßnahmen geachtet wurde. „Trotz der kritischen Haltung zu ihrem Inhalt sehen wir mit der neuen TRBS 2121 eine Chance zur weiteren Steigerung der Arbeitssicherheit im Gerüstbau“, betonte Marcus Nachbauer, Präsident des Bundesverbandes Gerüstbau und Bundesinnungsmeister. Nach ihm sollten sich alle Baubeteiligten auf die Regelungen einstellen: sowohl Auftraggeber, Gerüsthersteller als auch Gerüstnutzer. Ein funktionierendes Arbeitsschutzsystem ist laut dem Verband die beste Vorsorge im Betrieb. Das neue Regelwerk solle zum Anlass dafür genommen werden, die Umsetzung des Arbeitsschutzes im eigenen Betrieb zu überprüfen.

Veränderungswunsch reicht weiter zurück

Bereits 2016 hat sich die Arbeitsgruppe an eine Erweiterung der bestehenden technischen Regeln zur Betriebssicherheit gemacht. Diese Gruppe besteht aus Vertretern der Berufsgenossenschaften, Landesarbeitsschutzbehörden, Gewerkschaft und Handwerksverbänden. Nach über zwei Jahren Diskussion stand dann im November 2018 fest, dass das Regelwerk neu verfasst werden soll. Seitdem wartet man auf die Veröffentlichung des Dokuments.

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Starkes Signal für Gleichwertigkeit beruflicher Bildung

Ein Ticket, das in ganz NRW gilt. Verkehrsminister Wüst stellte das Konzept nun vor, das Azubis, aber unter anderem auch FSJ’ler und Meisterschüler nutzen sollen.

Im Sommer soll kommen, was für Studenten schon längst zum Alltag gehört: Ein NRW-weites Azubiticket. Die vier Verkehrsverbünde in NRW haben sich geeinigt und können nun ein einheitliches Ticket anbieten. Nutzen können das Angebot aber nicht nur Auszubildende, sondern auch junge Menschen die einen Bundesfreiwilligendienst, ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr absolvieren sowie Meisterschüler und Beamtenanwärter des mittleren Dienstes.

Erworben werden kann das Ticket als Zuschlag auf die verbundweiten Tickets. Preislich kommt dann ein Aufschlag von 20 Euro im Monat auf die Verbundtickets. Azubis zahlen für ein NRW-weites Ticket dann monatlich maximal 82 Euro. Mit den Verkehrsverbünden einigte man sich außerdem darauf, dass sowohl die verbundweiten, als auch das landesweite Zuschlagticket bis Ende Juli 2023 nicht teurer werden dürfen.

Guter Einstieg

„Die jetzt gefundene Lösung ist ein guter Einstieg in attraktive Mobilitätsangebote für Auszubildende. Minister Hendrik Wüst und alle beteiligten Akteure setzen damit ein starkes Signal für die Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung“, begrüßte Andreas Ehlert das Angebot. Der Präsident von Handwerk.NRW verdeutlichte außerdem die Bedeutung eines NRW-weit einheitlichen Tickets besonders für die Regionen, durch die Verbundgrenzen laufen. „Ausbildung darf nicht an Verbundgrenzen scheitern. Das landesweite Azubi-Ticket könnte es zum Beispiel Ausbildungssuchenden aus dem Ruhrgebiet erleichtern, einen Ausbildungsplatz in Westfalen anzunehmen.“

Hans Hund, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags, blieb etwas zurückhaltender: „Am Ende wird es darauf ankommen, wie die Konditionen wahrgenommen werden im Vergleich zu den bisherigen Verkehrsverbundtickets, zu Azubi-Tickets in anderen Bundesländern wie in Hessen, wo Auszubildende einen Euro pro Tag zahlen, oder zum Semester-Ticket in NRW.“

Wichtig im ländlichen Raum

Mit dem Ticket sorge man für gleiche Bedingungen bei dualen und akademischen Ausbildungen und folge damit der Handlungsempfehlung der Enquetekommission „Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten“, so der CDU- Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, der um die Bedeutung eines solchen Tickets für den ländlichen Raum wisse. Der Bäckermeister zeigte sich außerdem erfreut über die Tatsache, dass das Azubi-Ticket ein freiwilliges Angebot bleibt und es so als Zusatzangebot zu bestehenden lokalen und verbundweiten Angeboten ausgestaltet wird.

Auszubildende unterstützen

Möchten Arbeitgeber ihre Auszubildenden mit einer Bezuschussung des Tickets unterstützen, können sie die Kosten als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Vorteile gibt es dabei für beide Seiten, denn wird der Preis für das Ticket geteilt, zahlen Azubis nur noch maximal 41 Euro im Monat für die landesweite und 31 Euro für die verbundweite Version.

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Günstige Dämmstoffe trotz höherer Preise

Wie eine aktuelle Marktanalyse zeigt, stieg die Nachfrage nach Dämmstoffen 2018 leicht an. Aufgrund hoher Rohstoffpreise waren vor allem kostengünstige Produkte gefragt.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte 2018 in Deutschland eine leichte Steigerung der Nachfrage nach Dämmstoffen zur Gebäudedämmung sowie nach Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) festgestellt werden. Dies geht zumindest aus einer aktuellen Marktanalyse von Branchenradar.com hervor. Demnach erhöhte sich der Absatz von Dämmstoffen um zwei Prozent auf 37,5 Millionen Kubikmeter und von Wärmedämmverbundsystemen um 1,5 Prozent auf verkaufte 38,3 Millionen Kubikmeter.

Hauptabsatzmarkt war in beiden Warengruppen der Neubau, speziell der Geschosswohnbau. Doch auch das Bestandsgeschäft lieferte zufriedenstellende Wachstumsbeiträge. Insgesamt zog sich der Aufschwung mengenmäßig durch alle Produktgruppen, überdurchschnittlich wuchsen jedoch XPS (+2,8 Prozent gegenüber 2017), organische Dämmstoffe (+3,1 Prozent) sowie WDVS aus Mineralwolle (+1,6 Prozent).

Höhere Preise führen zu Wechsel auf günstigere Produkte

Aufgrund massiv steigender Rohstoffpreise mussten die meisten Hersteller ihre Preise im vergangenen Jahr zum Teil signifikant erhöhen. Trotzdem entwickelte sich der Durchschnittspreis in nahezu allen Produktgruppen seitwärts – bei organischen Dämmstoffen sogar rückläufig. Auch der Durchschnittspreis auf Ebene der Warengruppen nahm im Vergleich zu 2017 ab. So mussten für Dämmstoffe rund 0,5 Prozent und für WDVS etwa ein Prozent weniger gezahlt werden. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Abnehmer auf die höheren Preise mit einem Umstieg auf kostengünstigere Produkte reagierten. Zudem hatte sich bei WDVS die durchschnittliche Dämmstärke um rund 5 Millimeter reduziert.

Vor diesem Hintergrund erhöhte sich 2018 der Herstellerumsatz mit Dämmstoffen und WDV-Systemen laut Branchenradar.com insgesamt um lediglich 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 3,27 Milliarden Euro. Dabei stieg der Umsatz gegenüber 2017 mit Dämmstoffen auf 2,33 Milliarden Euro (+1,6 Prozent) und mit WDVS auf 938 Millionen Euro (+0,4 Prozent).

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Neue Effizienzklasse A+++ für Heizungen

Ab Ende September 2019 gilt die neue Effizienzklasse für Heizungen. Hausbesitzer, die planen im Verlauf des Jahres ihre Heizung zu sanieren, sollten dies bedenken.

Die Effizienzstufen E bis G fallen weg, dafür kommt A+++ dazu. Ab dem 26. September 2019 gilt die neue Effizienzklasse für neue Heizungen. Frank Hettler von Zukunft Altbau rät daher, dass Eigentümer, die in den ersten zwei Dritteln des Jahres ihre Heizung erneuern wollen, direkt darauf achten sollten. Vor allem konventionelle Öl- beziehungsweise Gasgeräte mit niedriger Effizienz gelte es zu meiden. Weiter weist er darauf hin, dass allein das Label nichts über die tatsächlichen Betriebskosten aussage. Die hingen nämlich vor allem vom verwendeten Energieträger und dem energetischen Zustand des Gebäudes ab.

Druck auf die Hersteller

Beim neuen Energielabel A+++ geht es darum, die Effizienz des Heizkessels als wichtigstes Kaufkriterium in den Mittelpunkt zu stellen. Hettler erklärt: „Da die Anforderungen regelmäßig verschärft werden, wird der Druck auf die Hersteller erhöht, effizientere Heizungsanlagen in den Handel zu bringen und ältere vom Markt zu nehmen.“ Heizungsersteller können mit der neuen Verschärfung effiziente Geräte mit A+++ bewerben. Weitere Verschärfungen sollen bereits 2021, spätestens 2022 kommen.

Heizungen, die regenerative Energien nutzen, können ab September als A+ bis A+++ deklariert werden. Möglich ist das bei den meisten Holzheizungen, effizienten Wärmepumpen und bei Solarkollektoren als Ergänzung zur Wärmeerzeugung.

Verpflichtend ist das neue Label für neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 kW Leistung. Aber auch Produktkombinationen und Warmwasserspeicher bis einschließlich 500 Liter Speichervolumen fallen unter die Etikettenpflicht.

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Kreislaufwirtschaft: Europäische Verwertungsziele übertroffen

Der in Berlin vorgestellte Monitoring-Bericht „Mineralische Bauabfälle“ schreibt die Erfolgsgeschichte der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau mit Spitzenwerten fort.

„Mineralische Bauabfälle werden heute nahezu vollständig verwertet und im Stoffkreislauf gehalten. Dadurch werden Deponien entlastet und Primärrohstoffe geschont. Über 12 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen werden inzwischen durch Recycling-Baustoffe gedeckt“, erklärte Michael Basten, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden, bei der Vorstellung des jüngsten Monitoring-Berichts der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau in Berlin. Dieser zeigt klar, dass die Unternehmen in Deutschland ihren Beitrag zum Ressourcenschutz beispielhaft leisten. Die europäischen Verwertungsziele werden deutlich übertroffen. „Von den rund 215 Millionen Tonnen mineralischen Bauabfällen, die 2016 anfielen, wurden etwa 193 Millionen Tonnen beziehungsweise rund 90 Prozent einer umweltverträglichen Verwertung zugeführt. Die Verwertungsquote von insgesamt 95 Prozent bei den Fraktionen ohne Bodenaushub verdeutlicht, dass der Baustoffkreislauf fast vollständig geschlossen werden konnte“, führte Basten weiter aus.

Vorbildlicher Beitrag

Auch Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, hatte eine Erklärung für die Verwertungserfolge: „Unsere Unternehmen leisten unter anderem im Infrastrukturbereich einen vorbildlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Ressourcenschutz. Im Straßenbau wird das Aufbruchmaterial nahezu vollständig verwertet. Über 95 Prozent davon werden ortsnah recycelt und dann als Baumaterial wiederverwendet. Unsere Unternehmen haben mit großem Erfolg in innovative Gewinnungs- und Recyclingtechnologien investiert.“

Die Geschäftsführerin der Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe, Christine Buddenbohm, erläuterte: „Dabei können wir im Ergebnis unserer langjährigen Erfahrung feststellen, dass güteüberwachte Recycling-Baustoffe und Böden, die einer umfangreichen Kontrolle zur Einhaltung der bautechnischen und umweltrechtlichen Anforderungen unterliegen, nicht nur Primärbaustoffe ersetzen können, sondern auch in keinem Fall zu einer schädlichen Veränderung von Boden oder Grundwasser geführt haben.“

Chance für bundeseinheitliche Verwertungsregeln

Die Verbände sehen die Mantelverordnung, die seit Mai 2017 als Regierungsentwurf vorliegt, als eine Chance, um bundeseinheitliche Verwertungsregeln zu schaffen – gegenüber einem zerstückelten Regelwerk auf Länderebene. Es sei wichtig, die bundeseinheitliche Verordnung jetzt auf den Weg zu bringen, denn die bisherigen technischen Regeln der LAGA hätten keinen rechtsverbindlichen Status und die bestehenden Bundesreglungen seien für den Vollzug zu allgemein gefasst, sagte Peter Kurth, geschäftsführender Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft.

„Die Kabinettsfassung der Mantelverordnung beinhaltet allerdings auch einige kritische Punkte. Auch wenn inzwischen viele von der Wirtschaft aufgezeigte Probleme aufgegriffen und gelöst worden sind, bedarf es weiterer Änderungen“, rechnete Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, ab. „So muss auch diskutiert werden, ob sich der prognostizierte, deutlich steigende Anteil zu deponierender Bauabfälle nicht kontraproduktiv auswirkt“, forderte Andreas Pocha, Geschäftsführer des Deutschen Abbruchverbandes. „Hierzu bedarf es nicht nur überschneidungsfrei abgegrenzter Regelungen zum Produktrecht, sondern auch Öffnungsklauseln bei der Verfüllung von Abgrabungen“, ergänzte Michael Basten ihn.