Energieeffizienz als Grund für viele Sanierungen

Etwa 54 Prozent deutscher Hausbesitzer möchten in den nächsten drei Jahren in die Modernisierung ihrer Immobilie investieren. Grund Nummer 1 dafür ist die Energieeffizienz.

Bei aktuellen Umfragen zu Modernisierungsvorhaben an Immobilien fallen besonders häufig die Worte „energetische Modernisierungsmaßnahmen“ wie zum Beispiel der Austausch von Fenstern, Türen oder der Heizungsanlage. Laut den „LBS-Modernisierungstrends 2019“ planen mit 46 Prozent fast die Hälfte aller Vermieter und mit 37 Prozent über ein Drittel der Selbstnutzer, die Türen oder Fenster zu modernisieren. Eine Modernisierung der Heizung planen 41 Prozent der Vermieter und 31 Prozent der Selbstnutzer. Zwar wurde die Fassadendämmung längst nicht so oft genannt wie andere Maßnahmen, dennoch planen immerhin 22 Prozent der Vermieter und 16 Prozent der Selbstnutzer, die Außenbeschichtung ihrer Fassade zu erneuern. Am häufigsten jedoch werden Badsanierungen in den Zukunftsplänen erwähnt. Diese Maßnahme planen 67 Prozent der Vermieter und 46 Prozent der Selbstnutzer. Der Dachausbau und Smart-Home-Maßnahmen wurden vergleichsweise nur wenig genannt.

Vermieter aktiver als Selbstnutzer

In allen Maßnahmen bleiben die Vermieter mit ihren Vorhaben die Vorreiter. Bei der Bad- und Heizungssanierung liegen zwischen beiden Parteien die größten Unterschiede. Aber auch beim Erneuern von Leitungen sind Vermieter mit 38 Prozent deutlich aktiver als die Selbstnutzer mit 15 Prozent. Interessant sind auch die drei von elf abgefragten Kategorien der Modernisierung, in denen die Selbstnutzer mit ihren Vorhaben vorn liegen. So planen 15 Prozent von ihnen Arbeiten rund um eine Smart-Home-Technik, bei den Vermietern liegt dieser Teil bei nur elf Prozent. Beim Dachausbau liegen Selbstnutzer mit 16 Prozent um drei Prozent weiter vorne als Vermieter. Am stärksten ist dieser Unterschied, wenn es um geplante Arbeiten rund um den Garten geht. So planen hier 29 Prozent der Selbstnutzer, in den nächsten drei Jahren aktiv zu werden. Bei den Vermietern beläuft sich der Anteil auf niedrige zwölf Prozent. Die LBS-Studie zeigt, dass die Sanierungsvorhaben nicht vom Alter abhängig sind. So planten 52 Prozent der über 65 Jahre alten Eigentümer und 58 Prozent der Vermieter in derselben Altersstufe eine Modernisierung. Der Grund für die vielen Vorhaben könnte allerdings das Durchschnittsalter der Wohnimmobilien sein: Das beläuft sich in NRW nämlich auf 52 Jahre. LBS-Chef Jörg Münning sieht aber noch ein weiteres Motiv: „Wenn mit Sparzinsen nichts mehr zu verdienen ist, stecken Hausbesitzer das Geld lieber in die Senkung der Energiekosten – und erzielen so letztlich eine monatliche ‚Dämm-Rendite‘.“

Digitalisierung am Bau soll vorangetrieben werden

Die FDP fordert, dass die Nutzung von Building Information Modeling (BIM) im öffentlichen Hochbau vorangetrieben wird. Bisher war dies nur im Tiefbau vorgesehen.

Der Wohnungsbau in Deutschland schreitet deutlich zu langsam voran. Die Bundesregierung will die Digitalisierung in der Baubranche mit Building Information Modeling (BIM) weiterhin vorantreiben – bisher besteht allerdings ein Stufenplan, der lediglich auf den Tiefbau beschränkt ist. Die FDP setzt sich nun für eine Ausweitung im Hochbau ein. Laut Bundesregierung sollen ab dem Jahr 2020 öffentliche Infrastrukturprojekte nur noch unter Einbindung von BIM ausgeschrieben werden. Die FDP allerdings fordert noch einen Schritt mehr: In einem Antrag fordert sie, den Stufenplan vom Tiefbau auf den Hochbau auszuweiten und ab 2022 verbindlich für öffentliche Ausschreibungen einzuführen. Das begründen die FDP-Politiker mit dem stockenden Wohnungsbau in Deutschland. Durch die Digitalisierung sollen mehr Potenziale freigesetzt werden. Dr.-Ing. Patrick Christ, Gründer und Geschäftsführer des Besteuerungssoftware-Herstellers Capmo, stellt sich die Frage, wieso das erst jetzt passiert. Er ist der Meinung, dass das eigentlich bereits im Jahr 2015 in den Stufenplan hätte einbezogen werden sollen.

Deutschland hinkt im Bau deutlich hinterher

Vergleicht man dieses Zögern beispielsweise mit der britischen Bauwirtschaft, so zeigt sich: Deutschland hinkt wirklich hinterher. Bereits 2008 wurde in Großbritannien die BIM Task Group von der Regierung mit der stufenweisen Einführung von Building Information Modeling beauftragt. Betrachtet man die starke Konkurrenz, muss die Digitalisierung in Deutschland zügig vorangetrieben werden. Das beinhaltet aber nicht nur die Etablierung von BIM, sondern auch eine aufwendige Umstrukturierung. Gemeint sind teure Mitarbeiterschulungen, die Anschaffung neuer Hardware und entsprechende Softwarelizenzen. Und das kostet viel Geld und Zeit. Allerdings gibt es viele digitale Werkzeuge, die die Unternehmen bereits jetzt anwenden können und welche auf den Baustellen einen hohen Effizienzgewinn bringen würden.

Gebäudesanierung bald steuerlich gefördert

Das Bundeskabinett hat beschlossen: Die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung beginnt 2020. Das Handwerk zeigt sich sichtlich erleichtert.

Vorher vom Bundesfinanzministerium vorgelegt, wurde der Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen nun vom Kabinett gebilligt. Diese Maßnahme ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 und soll die bestehenden Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums ergänzen. „Das ist ein guter Tag für den Klimaschutz im Gebäudesektor“, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Steuerliche Anreize sind im Gebäudebestand ein zentrales Instrument und gut sowohl für den Klimaschutz wie auch für das Handwerk und Arbeitsplätze vor Ort.“ Mit dem Gesetz wird es möglich sein, Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien steuerlich fördern zu lassen. Das betrifft zum Beispiel einen Heizungstausch, den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden. Die Kosten solcher Maßnahmen sollen künftig mit bis zu 20 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich in Abzug gebracht werden. Außerdem sollen Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen von einer progressionsunabhängigen Ausgestaltung profitieren. Voraussetzung ist lediglich, dass es sich bei dem geförderten Gebäude um selbstgenutztes Wohneigentum handelt. Das Gesetz soll bereits für das Steuerjahr 2020 gelten und kann somit erstmalig mit der Steuererklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Möglichkeiten der steuerlichen Förderung

Sanierungswillige haben dann künftig die Wahl: Entweder sie beantragen Investitionszuschüsse für die Sanierung, oder sie schreiben Einzelmaßnahmen steuerlich ab. Mithilfe des CO2-Gebäudesanierungsprogramms, das Marktanreizprogramm für Wärme aus erneuerbaren Energien oder dem Heizungsoptimierungsprogramm können Investitionszuschüsse beantragt werden. „Mit dem Beschluss bringt das Bundeskabinett eines der wichtigsten Förderinstrumente im Gebäudesektor endlich auf den Weg und stößt damit eine bedeutende Maßnahme des kürzlich beschlossenen Klimaschutzprogramms 2030 an“, kommentiert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Als nunmehr zweite Säule biete die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen eine echte Alternative zu den bestehenden Kredit- und Zuschussprogrammen, so Wollseifer.

Zuschüsse für altersgerechtes Umbauen verbraucht

Mithilfe des Zuschuss-Programms „Altersgerecht Umbauen“ der KfW werden altersgerechte Umbauvorhaben bezuschusst. Doch der Fördertopf für dieses Jahr ist bereits leer.

Bis zu 6.250 Euro können Bauherren für Umbauten zum altersgerechten Wohnen erhalten. Seit Jahren ist das Programm sehr nachgefragt. Dieses Jahr war die Nachfrage vielleicht etwas zu groß, denn: Die 75 Millionen Euro, die jährlich für das Programm bereitgestellt werden, sind zum wiederholten Mal vor Jahresende aufgebraucht. Für das letzte Quartal 2019 ist ohne Aufstockung der Bundesmittel keine Antragstellung mehr möglich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BASGO) und der Verband Wohneigentum (VWE) fordern nun, das Zuschuss-Programm der KfW mit schrittweise steigenden, für das ganze Kalenderjahr ausreichenden Finanzmitteln auszustatten. „Die Mittel von 50 Millionen Euro haben 2016 nur bis zur Jahresmitte gereicht. Für 2017 haben wir bereits gefordert, mindestens 100 Millionen Euro bereitzustellen. Und diese Summe sollte in den nächsten fünf Jahren kontinuierlich angehoben werden“, erinnert Manfred Jost, Präsident des Verband Wohneigentums. Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO, fordert: „Dieses erfolgreiche Zuschussprogramm, das den Bürgerinnen und Bürgern die Vorsorge erleichtert und hilft die Zahl schwerer Stürze im Haushalt zu vermindern, muss gut ausgestattet und lückenlos verstetigt werden.“ Eine Förderung von altersgerechten Umbaumaßnahmen erfolgte zum ersten Mal im Rahmen des „Konjunkturpakets I“ in den Jahren 2010 und 2011. 2014 wurde das Zuschussprogramm der KfW dann wieder aufgelegt. Gestartet wurde mit einem Fördertopf von 54 Millionen Euro, 2016 gab es lediglich 50 Millionen. 2017 wurde er auf 75 Millionen Euro aufgestockt, diese Höhe gilt bis 2022.

Gebäudesanierung bald steuerlich gefördert

Das Bundeskabinett hat beschlossen: Die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung beginnt 2020. Das Handwerk zeigt sich sichtlich erleichtert.

Vorher vom Bundesfinanzministerium vorgelegt, wurde der Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen nun vom Kabinett gebilligt. Diese Maßnahme ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 und soll die bestehenden Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums ergänzen. „Das ist ein guter Tag für den Klimaschutz im Gebäudesektor“, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Steuerliche Anreize sind im Gebäudebestand ein zentrales Instrument und gut sowohl für den Klimaschutz wie auch für das Handwerk und Arbeitsplätze vor Ort.“ Mit dem Gesetz wird es möglich sein, Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien steuerlich fördern zu lassen. Das betrifft zum Beispiel einen Heizungstausch, den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden. Die Kosten solcher Maßnahmen sollen künftig mit bis zu 20 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich in Abzug gebracht werden. Außerdem sollen Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen von einer progressionsunabhängigen Ausgestaltung profitieren. Voraussetzung ist lediglich, dass es sich bei dem geförderten Gebäude um selbstgenutztes Wohneigentum handelt. Das Gesetz soll bereits für das Steuerjahr 2020 gelten und kann somit erstmalig mit der Steuererklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Möglichkeiten der steuerlichen Förderung

Sanierungswillige haben dann künftig die Wahl: Entweder sie beantragen Investitionszuschüsse für die Sanierung, oder sie schreiben Einzelmaßnahmen steuerlich ab. Mithilfe des CO2-Gebäudesanierungsprogramms, das Marktanreizprogramm für Wärme aus erneuerbaren Energien oder dem Heizungsoptimierungsprogramm können Investitionszuschüsse beantragt werden. „Mit dem Beschluss bringt das Bundeskabinett eines der wichtigsten Förderinstrumente im Gebäudesektor endlich auf den Weg und stößt damit eine bedeutende Maßnahme des kürzlich beschlossenen Klimaschutzprogramms 2030 an“, kommentiert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Als nunmehr zweite Säule biete die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen eine echte Alternative zu den bestehenden Kredit- und Zuschussprogrammen, so Wollseifer.

Ab sofort Warnhinweise für Titandioxid

Krebsrisiko: Schon bald sollen Produkte mit Titandioxid Warnhinweise tragen. Das kündigte die EU-Kommission an. Noch im Oktober soll die formale Entscheidung folgen.

Titandioxid ist das am meist verwendete Weißpigment. Ob in Farben, Lacken, Kunstoffen oder bei der Papierherstellung – der Stoff findet aufgrund seiner vielseitigen technischen Eigenschaften Verwendung in fast allen Branchen und Wertschöpfungsketten. Bereits vor einigen Wochen hatte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) an die Brüsseler Behörde appelliert, sich dem Vorschlag Deutschlands anzuschließen und Titandioxid über einen allgemeinen Staubgrenzwert im Rahmen des Arbeitsschutzes zu behandeln und nicht über einen extra Warnhinweis. „Die EU-Kommission sollte im Sinne des Binnenmarktes einen europa-einheitlichen Arbeitsplatzgrenzwert für schwer lösliche Stäube festlegen, statt einen wissenschaftlich nicht fundierten Präzedenzfall zu schaffen“, begründete Gerd Romanowski, VCI-Geschäftsführer Technik und Umwelt, den Vorschlag der Branche. Denn nach Ansicht des Verbands handelt es sich hier nicht um die spezifische Wirkung des Weißpigments, sondern um die allgemeine Wirkung von Stäuben auf die Lunge. So sei aus toxikologischer Sicht eine Einstufung weder sinnvoll noch verhältnismäßig, so der VCI. „Eine Einstufung führt vielmehr zu einer erheblichen Verunsicherung der Verbraucher. Dabei wird Titandioxid seit Jahrzehnten sicher verwendet und gehört zu den am besten untersuchten Stoffen“, sagt Herr Romanowski. Die nun angekündigte Klassifizierung und Kennzeichnung könnte für alle Beteiligten wirtschaftliche Folgen haben, denn pulverförmige Gemische mit dem Stoff müssten ab sofort eingestuft und gekennzeichnet werden. Der Chemieverband hält daher eine Folgeneinschätzung für sinnvoll. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum sich die EU-Kommission bisher weigert, eine solche Abschätzung durchzuführen“, kritisiert Herr Romanowski.

Ergebnis einer Studie an Ratten

Der Hintergrund der Einstufung waren Studien an Ratten, die besonders hohe Konzentrationen an Titandioxid-Staub inhaliert hatten. Das führte bei den Tieren zu sogenannten Lungenüberladungen. Ergebnisse aus dieser Studie könnten laut VCI allerdings nicht auf den Menschen übertragen werden. Auch epidemiologische Studien zeigten keinen Zusammenhang zwischen der Exposition von Titandioxid-Staub am Arbeitsplatz und einem Risiko für Krebs. Die Staub-Exposition am Arbeitsplatz ist bereits durch den allgemeinen Staubgrenzwert streng geregelt. Hierdurch könnte auch der Einfluss durch Titandioxid-Staub geregelt werden.

Sakret Europa darf keine fremden Aufgaben mehr übernehmen

Das Bundeskartellamt hat der Sakret Trockenbaustoffe Europa GmbH & Co. KG (Sakret Europa) untersagt, weiterhin Aufgaben für ihre Gesellschafter zu übernehmen.

Bisher hat das Unternehmen für seine Gesellschafter und Unterlizenznehmer Vertriebsaufgaben beim Absatz von Trockenbaustoffen an Baumärkte und den Baustoffhandel übernommen. Das Bundeskartellamt untersagt die weitere Übernahme solcher Aufgaben. „Kleineren und mittleren Unternehmen eröffnet das deutsche Kartellrecht die Möglichkeit, im Rahmen eines Mittelstandskartells größenbedingte Nachteile gegenüber Großkonzernen auszugleichen. Im Falle von Sakret Europa erfolgte dies etwa durch einen gemeinsamen Markenauftritt und die Zentralisierung bestimmter Vertriebsfunktionen“, erläutert der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, die Entscheidung. „Durch den Einstieg des Großkonzerns Knauf durch Übernahme mehrerer beteiligter Mittelständler hat der Verbund dann aber im Laufe der Zeit so hohe Marktanteile erreicht, dass eine weitere Duldung der bestehenden Strukturen durch das Bundeskartellamt nicht mehr möglich war.“ So sei eine kartellrechtskonforme Umgestaltung und Fortführung des deutschen Sakret Vertriebssystems laut Bundeskartellamt durchaus möglich und zu begrüßen, um kleine und mittlere Anbieter weiterhin zu stärken. Peter Aping, Geschäftsführer der Sakret Europa, reagierte schnell auf die Veröffentlichung des Bundeskartellamtes: „Um […] die Sakret-Gruppe in die Zukunft zu führen, wollen wir uns in den kommenden Wochen organisatorisch neu aufstellen.“ Es ist also eine Umstrukturierung im Unternehmen geplant.

Spürbare Wettbewerbsbeschränkung für Wettbewerber

Über 500 Produkte in mehr als 3.000 Produktvarianten umfasst das Sakret-Produktsortiment für die Anwendungsbereiche Mauerwerk, Fassade, Innenwand/Decke, Boden, Betonbau und noch viele mehr. Im Vertrieb an Baumärkte verhandelt die Sakret Europa zentral die Preise und Konditionen für ihre Gesellschafter. Im Verhältnis zum Baustofffachhandel verhandelt sie aber nur Rahmenkonditionen, während die Preise dezentral von den Unterlizenznehmern bestimmt werden. Somit vereinheitlicht Sakret Europa das Marktverhalten ihrer Gesellschafter und Unterlizenznehmer. Das Bundeskartellamt sieht darin eine spürbare Wettbewerbsbeschränkung auf den betroffenen Baustoffmärkten. Seit Einleitung des Verfahrens 2010 hatte das Kartellamt vorgeschlagen, die wettbewerbliche Problematik der Präsenz des Großunternehmens Knauf in der Kooperation einvernehmlich zu lösen. Das kann zum Beispiel durch eine Fortsetzung der Kooperation ohne Knauf passieren.

Baukosten steigen immer noch stark an

Die Baukosten steigen seit mehreren Jahren massiv an. Vor allem die Entsorgung von Bauabfällen wird zur immer größeren Last. Das birgt immer größere Herausforderungen.

Die Handwerkskammer Hessen fordert, den Anstieg der Baukosten zu stoppen. In Hessen ist die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin gut – sowohl für den gewerblichen als auch für den industriellen Bau. Ein großes Problem ist jedoch immer noch der Fachkräftemangel. Es fehlen nicht nur qualifizierte Mitarbeiter, sondern auch Auszubildende. Die gute Auftragslage ist aber nicht schuld daran, dass zu wenig bezahlbarer Wohnraum entsteht. „Es fehlen gerade im Ballungsraum Rhein-Main, aber auch in den Städten Mittel- und Nordhessens ausreichend geeignete Flächen”, analysiert Präsident Frank Dittmar vom hessischen Baugewerbeverband. „Die Kommunen sind zu zögerlich beim Ausweisen des dringend benötigten Baulandes.“ Heinrich Gringel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern ergänzt: „Hinzu kommt, dass staatliche Vorgaben das Bauen immer teurer machen.”

Betriebe bleiben oft auf Bauabfällen sitzen

Vor allem das Entsorgen des Abfalls, der bei Sanierungen und Neubauten entsteht, ist und bleibt ein großes Problem. Es fehlen geeignete regionale Deponieflächen, weshalb der Bauabfall oftmals unökologisch in weit entfernte Bundesländer oder gar Länder transportiert werden muss. Seit Jahren bereits weisen Bauverbände, Kammern und weitere Institutionen auf dieses Problem hin, werden ihrer Ansicht nach aber nicht erhört. „Helfen würde zudem die Senkung der Grund- und Grunderwerbsteuer und eine angemessene Nachverdichtung innerstädtischer Bereiche“, sehen die beiden Präsidenten die Politik auch bei anderen Themen in der Pflicht. Um die Auftragsvergabe zukünftig wieder zügiger abwickeln zu können, müssten außerdem die Bauämter wieder ihr Personal aufstocken. Denn hier wurde seit den 90ern extrem abgebaut. (Link zum Artikel „Zu wenig Personal in Bauämtern“ KW40) Ein weiteres wichtiges Thema ist die Schwarzarbeit. Aufgrund des Personalmangels können auch hier nicht genügend Kontrollen durchgeführt werden. Und auch die Bußgelder sind nach Ansicht der Handwerkskammer Hessen nicht groß genug und würden somit nicht genug vor Schwarzarbeit abschrecken. Neben der Senkung der Baukosten sieht sie es außerdem als extrem notwendig an, die Digitalisierung im Handwerk beziehungsweise im Baugewerbe zu unterstützen, da vor allem kleinere Betriebe mit dem Thema oft überfordert sind.

So teuer ist energieeffizientes Bauen

Die CO2-Emissionen im Gebäudesektor müssen dringend gesenkt werden. Doch die Bauwerkskosten steigen mit der Energieeffizienz und übersteigen oft das Einsparpotenzial.

Etwa ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland stammt aus dem Gebäudesektor, vor allem das Heizen ist dafür verantwortlich. Dabei gibt es laut Klimaschutz-Experten und Politikern in diesem Sektor ein enormes Potenzial, was das Einsparen der CO2-Emissionen angeht. Bis 2030 sollten diese um rund 40 Prozent auf 72 Millionen Tonnen gesenkt werden. Doch dafür ist längst nicht genug passiert, das Ziel ist in den nächsten zehn Jahren also kaum noch erreichbar. Denn um die Ziele bis 2030 zu erreichen, müssten entweder die CO2-Emissionen von 40 Prozent aller Gebäude auf null sinken oder von rund 80 Prozent aller Gebäude halbiert werden.

Baubranche warnt vor hohen Kosten für Energieeffizienz

Im Rahmen der aktuellen Diskussion, wie sich Gebäude schnell energieeffizient gestalten lassen, veröffentlichte der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) eine Analyse zu den Baukosten. Das Fazit aus der Studie „Auswirkungen energetischer Standards auf die Bauwerkskosten und die Energieeffizienz im Geschosswohnungsbau in Deutschland“: je effizienter das Haus, desto höher auch die Baukosten. Durchgeführt hat die Studie die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE). Dabei wurden mehr als 35.000 Wohnungen mit über 2,8 Millionen Quadratmetern Wohnfläche berücksichtigt. Die Analyse stellt eine Kostenübersicht für die aktuell gängigen Baustandards nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) bis hin zum energiesparendsten Niveau, dem KfW-Effizienzhaus-40-Standard, auf.

Fast 300 Euro mehr pro Quadratmeter

Wie hoch die Kosten liegen, fasst Reinhard Quast, Präsident des ZDB zusammen: „Bei einer Anhebung der Standards von dem derzeit geltenden EnEV 2016 auf das Effizienzhaus 40 steigen allein die Bauwerkskosten um 260 Euro pro Quadratmeter. Das sind bei 100 Quadratmetern Wohnfläche 26.000 Euro.“ Laut der Analyse liegen die Bauwerkskosten im EnEV-2016-Standard bei 1.666 Euro im Median pro Quadratmeter, beim Effizienzhaus steigt der Wert auf satte 1.926 Euro. Und dabei sei das Energiesparpotenzial mit jährlichen 18 Kilowattstunden pro Quadratmeter vergleichsweise gering. „Die Entwicklung bei Kosten und Verbräuchen laufen nicht linear. Bei ambitionierten energetischen Standards steigen die Kosten aufgrund des hohen baukonstruktiven und anlagentechnischen Aufwands exponentiell an, während die Kurve des möglichen Einsparpotenzials beim Energieverbrauch immer weiter abflacht“, sagt Dietmar Walberg, Geschäftsführer der ARGE. Rechnet man zu den Zahlen dann auch noch die Grundstücks-, Erschließungs- und Nebenkosten hinzu, komme man beispielsweise in Hamburg schon mit den heute gängigen Standards auf 4.000 Euro Baukosten pro Quadratmeter, erklärt Walberg. „Das führt dazu, dass sie heute kaum noch einen Mietwohnungsbau hinbekommen, in dem für unter zehn Euro pro Quadratmeter vermietet werden kann.“

Ein optimiertes BIM-Tool im Holzbau

BIM bietet für die Baubranche vielerlei Potenziale und erleichtert und digitalisiert zunehmend wichtige Aufgaben. Jetzt soll das Tool für den Holzbau optimiert werden.

Das Potenzial, den industrialisierten Holzbau technisch und wirtschaftlich zu revolutionieren und dem Bauen mit Holz zu breiterem wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen, bietet BIM schon lange. Allerdings ist die BIM-Methode für die Anforderungen des modernen Holzbaus noch nicht wirklich optimiert worden. Dieser Aufgabe stellen sich nun die Lehrstühle „Entwerfen und Holzbau“ und „Architekturinformatik“ der Technischen Universität München (TUM). Sie möchten mit ihrem Forschungsprojekt BIMwood nun dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ unterstützt das Projekt finanziell und zusammen mit dem Praxispartner Prause Holzbauplanung, den BIM Experten AEC3, lattkearchitekten und dem Holzbauunternehmen Gumpp & Maier startet das Projekt im August 2019 für zunächst drei Jahre. Mit dem Projekt möchte man herausfinden, wieso das BIM-Tool momentan noch nicht bereit für den Holzbau ist und wo die Herausforderungen liegen. Daraus sollen dann konkrete Vorschläge für eine holzbaugerechte BIM-Anwendung entwickelt werden. In einem Handbuch möchte man diese Ergebnisse danach veröffentlichen. Denn allen Partnern ist klar: Bevor man BIM für den Holzbau fit gemacht hat, bleibt diese Art des Bauens insbesondere beim urbanen und großvolumigen Bauen außen vor und nicht konkurrenzfähig.

Holzbau ist wichtiges Ziel für die Zukunft

In der Charta für Holz 2.0 sieht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits eine Steigerung der Holzbauquoten im Wohnungs-, öffentlichen und Industriebau vor. Das BMEL strebt damit eine stärkere und ressourceneffizientere Holzverwendung aus nachhaltiger Forstwirtschaft an, die für mehr Klimaschutz und Wertschöpfung sorgt. Das Projektteam rund um die TU München will nun zügig in die Untersuchungen einsteigen, um der Branche parallel zu den schnell voranschreitenden Entwicklungen in der digitalen Planung neuste Erkenntnisse aus BIMwood zu bieten. Das vom BMEL durchgeführte und vom gleichen Förderprogramm geförderte vorangegangene Projekt „HOLZundBIM“ liefert bereits einige Ergebnisse aus der Branche. Das 9-monatige Vorprojekt liefert die Grundlage für den Beginn der neuen Forschungsarbeit und gibt Aufschluss über die Art und den Umfang der Anwendung von BIM in der gesamten Prozesskette beim Planen und Bauen mit Holz in Deutschland. Die Zwischenresultate aus BIMwood sollen begleitend mit Experten und Forschungskollegen im deutschsprachigen Raum diskutiert und mit dem Stand in anderen Ländern verglichen werden, in denen BIM teilweise schon stärker etabliert ist.