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Bedenklich viel Schnee für Hausdächer

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor massiven Schneefällen in Süddeutschland. Besonders Flachdächer sollten von ihren Besitzern beobachtet werden, so der TÜV Rheinland.

Anhaltender Schneefall und meterweise Neuschnee kennzeichnen in diesem Jahr den Wintereinbruch, vor allem in Süddeutschland. Das wirkt sich nicht nur auf den Straßenverkehr aus, bei so einer Menge Schnee müssen auch Haus- und Immobilienbesitzer aufpassen. An das eingestürzte Dach der Sporthalle in Bad Reichenhall können sich viele noch erinnern. Zwar ist das ein Extrembeispiel, trotzdem gilt es aufmerksam zu sein. Der TÜV Rheinland warnt jetzt, dass der viele Schnee die Dächer folgenreich belasten kann. Daher empfiehlt er Besitzern das Wetter im Blick zu behalten.

Flachdächer unter besonderer Beobachtung

Doch es gilt nicht nur den Schneefall zu beobachten. Abhängig von der gefallenen Menge, kann aus einer im ersten Moment unbedenklichen Schneedecke schnell ein tonnenschweres Gewicht werden. Die Gewichtsunterschiede allein zwischen Pulver- und Neuschnee sind bereits enorm. Friert es dann noch und der Schnee wird zu Eis, muss das Dach 90 Kilogramm tragen – pro Quadratmeter. In erster Linie betrifft das laut TÜV Rheinland große Hallen mit Flachdächern oder leicht geneigte Dächer.

Professionelle Hilfe sinnvoll

Bei Privathäusern mit Spitzdächern ist ein Einsturz eher unwahrscheinlich. Allerdings kann es hier dazu kommen, dass sich die Schneemassen irgendwann lösen und unkontrolliert vom Dach stürzen. Hausbesitzer, die ein Flachdach haben und dieses vom Schnee befreien möchten, sollten aufpassen. Gerade Oberlichter sollten erkennbar sein, um Unfällen vorzubeugen. Genauso müssen Personen, die auf dem Dach arbeiten, gesichert sein. Ratsam ist es außerdem, den Schnee zeitgleich von verschiedenen Seiten zu entfernen, damit es nicht zu einseitigen Belastungen kommt. Liegen Flachdächer großer Hallen voller Schnee, ist es für eine Räumung unbedingt sinnvoll professionelle Hilfe heranzuziehen.

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ZEBRA sorgt für sichere Brücken

Im Rahmen des Forschungsprojekts ZEBRA sollen Radarsensoren und Algorithmen kleinste Schäden an Bauwerken frühzeitig aufspüren und so für weniger (Bau-) Staus sorgen.

Angesichts des Einsturzes der Autobahnbrücke in Genua im August vergangenen Jahres, werden auch in Deutschland Zustand und verbleibende Lebensdauer von Brücken immer wieder öffentlich diskutiert. hForscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwickeln jetzt ein neuartiges Konzept zur Zustandsbestimmung von Brücken, um kleinste Veränderungen im Brückenbauwerk frühzeitig aufzuspüren.

Der stark zunehmende Auto- und Lastwagenverkehr belastet die oft in die Jahre gekommenen Bauwerke in einem Ausmaß, das nicht abzusehen war, als sie errichtet wurden. Da Schäden an der Bausubstanz im frühen Stadium auch mit sehr großem Aufwand kaum zu erkennen sind, bleibt der tatsächliche innere Zustand einer Brücke oftmals lange unbestimmt. Sanierungsmaßnahmen werden häufig erst verspätet und unter Zeitdruck ergriffen. Um dem Problem abzuhelfen, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT an einer Methode, den wahren Zustand von Brücken rechtzeitig zu ermitteln, ohne in die Bausubstanz eingreifen zu müssen.

Mit ZEBRA Staus vermeiden

Die Aufgabe ist gewaltig: Im Bundesfernstraßennetz nehmen knapp 40.000 Brücken eine Gesamtlänge von etwa 2100 Kilometern ein. Sie überqueren Straßen, Bahntrassen, Gewässer oder Täler und sind ein unersetzbarer Teil der kritischen Verkehrsinfrastruktur. Werden sie beschädigt, so sind Staus, Umwege und damit Belastungen für Umwelt und Wirtschaft die unmittelbare Folge. Eine einfache Methode, ihre Verfassung zu ermitteln, könnte somit sehr viel Geld sparen. Dr. Sina Keller vom Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung des KIT will das Problem im Projekt ZEBBRA mit Radarsensorik in Kombination mit intelligenten Algorithmen angehen.

„Wenn Fahrzeuge auf eine Brücke fahren, versetzen sie diese in Schwingung. Diese Bewegungen zeichnen wir mit hochpräzisen Radargeräten auf“, erklärt die Mathematikerin. Speziell entwickelte Computer-Algorithmen analysieren die Radarsignale, die das Schwingungsverhalten der Brücke wiedergeben. Diese werden unter anderem in Kooperation mit Forscherinnen und Forschern des Instituts für Automation und angewandte Informatik des KIT erarbeitet.

Punktgenaue Schadensüberwachung

„Gibt es dabei Abweichungen von der Norm der Schwingungen der jeweiligen Brücke, ist das ein Hinweis auf Schäden an der Bausubstanz“, so Keller. Mit der Methode lassen sich Veränderungen sehr genau lokalisieren, sodass sich auch Schäden in einzelnen Brückensegmenten wie Pfeilern oder Fahrbahnabschnitten aufspüren lassen.

Neben der neuen Methode wollen die Forscherinnen und Forscher auch leicht zu transportierendes Instrumentarium einsetzen. So können alle Messungen mobil vor Ort im laufenden Betrieb und ohne Verkehrsbehinderungen ablaufen. Es müssen auch keine Sensoren fest installiert werden. Das Prüfverfahren, so die Forscher, werde sich durch geringe Kosten und eine leichte Bedienbarkeit auszeichnen sowie Verkehrs- und Baubehörden die Möglichkeit geben, Sanierungsmaßnahmen längerfristiger und gezielter zu planen.

Das Projekt ZEBBRA läuft bis 2021 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert. Weitere Partner des Projekts sind die ci-Tec GmbH, Karlsruhe, und das Büro für Strukturmechanik, Coburg.

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Neue EU-Regelungen für Beleuchtung

Die EU-Mitgliedsstaaten und die Europäische Kommission haben sich auf neue Ökodesign-Regelungen für Beleuchtungsprodukte verständigt – sie sollen stromsparender werden.

Aktuell ist die tägliche Beleuchtung für rund zwölf Prozent des Stromverbrauchs in der EU verantwortlich. Um diesen Wert zu senken und Lampen stromsparender zu machen, haben sich die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission auf neue Öko-design-Regelungen geeinigt.

Die durch das Bundesumweltministerium und das federführende Bundeswirtschaftsministerium vertretene Bundesregierung hatte sich im Ökodesign-Regelungsausschuss bei der Überarbeitung und Zusammenfassung der drei bestehenden Beleuchtungsverordnungen (EC No. 244/2009, EC No. 245/2009 und EU No. 1194/2012) für bessere Energie- und Ressourceneffizienzanforderungen eingesetzt.

Mehr LED-Lampen

Vor allem Halogenlampen sollen durch die Verschärfung der Energieeffizienzanforderungen durch die wesentlich effizienteren LED-Lampen ersetzt werden. Heutige Halogenlampen erfüllen die vorgesehenen neuen Energieeffizienzanforderungen in den meisten Fällen nämlich nicht. Zudem soll die neue Verordnung auch einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten, da sie die Langlebigkeit von Beleuchtungen fördert. So sollen Leuchten künftig so gestaltet werden, dass das Leuchtmittel einfach ersetzt werden kann. Ist dies aus technischen Gründen nicht möglich, müssen Verbrauch darüber informiert werden.

Übergangszeit vereinbart

Die neuen Regelungen sollen ab dem 1. September 2021 angewendet werden. Für Beleuchtungsprodukte, die nur schwer auf LED umgestellt werden können, gilt eine Übergangszeit bis zum 1. September 2023. Dies betrifft beispielsweise bestimmte T8-Leuchtstoffröhren oder besonders kleine Halogenbirnchen. Für bestimmte seltene Anwendungen in Kunst und Wissenschaft sollen ebenfalls Ausnahmeregelungen geschaffen werden.

Der Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament müssen der Verordnung noch zustimmen.

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Förderung des Holzbaus stößt auf Unmut

Die Baden-Württembergische Regierung plant den Holzbau stärker zu fördern. Die einseitige Unterstützung stößt bei Vertretern des Mauerwerks auf Gegenwind.

„Was würde passieren, wenn Baden-Württemberg die aktuelle Investitionsinitiative pro E-Mobilität von VW unterstützt, indem es die Behörden des Landes anweist, ab sofort nur noch VW-Fahrzeuge als Dienstwagen anzuschaffen? Ein Sturm der Entrüstung würde durchs Ländle fegen“, bringt Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), die Situation in Baden-Württemberg auf den Punkt. Die Landesregierung plant zwar den Holzbau intensiver zu fördern, den des Mauerwerks hingegen nicht. Damit greift sie in den Wettbewerb der Bauweisen ein.

Baden-Württemberg als Gewinner

Bedenkt man dabei, dass das Bundesland der größte Waldbesitzer ist und mit Verkauf von Holz aus staatlichem Besitz in 2011 mehr als 150 Millionen Euro mit einer Umsatzrendite von fast 25 Prozent erwirtschaftet wurden, bekommt die Situation eine ganz andere Brisanz. So würde vor allem Baden-Württemberg selbst von der Förderung profitieren. 

Dabei ist die Errichtung von Ein-und Mehrfamilienhäusern mit Mauerwerk rund zehn Prozent günstiger, als der Bau mit Holz. Die Kommunen und das Land, die per Vergaberecht daran gebunden sind wirtschaftlich zu handeln, investieren Steuergelder in öffentliche Bauten. Trotzdem bleibt eine Begründung dafür aus, warum die Holzbauweise dennoch bevorzugt werden sollte. Tritt die geplante Förderung in Kraft, werden die mit der Holzbauweise konkurrierenden Branchen kategorisch außen vor bleiben. In Baden-Württemberg sind das rund 45.000 Beschäftige, die indirekt oder direkt im Wohnbau mit Mauerwerken tätig sind.

Klare Zielvorgaben

Die Haltung von Ronald Rast von der DGfM ist daher klar: „Es müssen faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden und klare Zielvorgaben festgelegt werden.“ Denn nur so könne man schnell, kostengünstig und nachhaltig bauen. Es solle dem Sachverstand der Marktteilnehmer überlassen werden, welche Bauweise die bessere ist. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten entschlackt werden, optimierte Baunutzungsverordnungen und eine optimale Infrastruktur für die Zukunft des Bauens geschaffen werden. Vollkommen unnötig seien dagegen Festlegungen und Bauweisen, die von der Politik vorgeschrieben werden.

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BIM-Technologie kaum im Einsatz

Neue Studie zum Einsatz von Building Information Modeling zeigt, dass nicht nur die deutschen Mittelständler dem Einsatz der Technologie skeptisch gegenüber stehen.

Das Building Information Modeling (BIM) ist in der Bauindustrie angekommen. Das mittelständische Baugewerbe zögert hingegen noch etwas und steht dem Ganzen skeptischer entgegen. Nur ein kleiner Anteil der SHK-Installateure arbeitet mit BIM, obwohl es als die Zukunft des Bauens gilt. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf Deutschland, auch europaweit hat digitales Bauen und Planen noch nicht richtig Fuß fassen können.

Building Information Modeling (BIM) wird in Zeiten knapper Ressourcen und mangelnder Effizienz als die Lösung für die Zukunft der Bauwirtschaft gehandelt. Da auch die Öffentliche Hand die verbindliche Einführung der Technologie bis zum Jahr 2020 fordert, wird das Thema in der Bauindustrie immer präsenter. Es bleibt die Frage, wie beziehungsweise ob das digitale Planen und Bauen von mittelständischen Unternehmen umgesetzt wird. Denn dort steht dem Ansatz laut einer aktuellen Studie eine große Menge Skepsis gegenüber. Der Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima (ZVSHK) stellte kürzlich in dieser Studie heraus, dass nur ein sehr kleiner Prozentsatz der mehr als 51.000 SHK-Fachbetriebe in Deutschland bereits BIM nutzt.

Europaweite Skepsis

Das Marktforschungsinstitut USP bestätigte im Rahmen der europäischen SHK-Handwerksbefragungen, dass dies nicht nur in Deutschland so sei. Das Institut befragte dazu 1.002 Installationsbetriebe aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und den Niederlanden, ob überhaupt ein Bedarf für den Einsatz von BIM vorherrsche oder ob die Lüftungs- und Heizungsanlagen eher nach klassischen Vorgaben eingebaut werden. Deutschland liegt mit skeptischen 59 Prozent wenig überraschend auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von Großbritannien mit 52 Prozenten. Das wiederrum ist einigermaßen erstaunlich, gilt das Vereinigte Königreich gemeinsam mit den skandinavischen Ländern doch als Vorreiter für die Verwendung von BIM. Die Niederlande, Belgien und Frankreich haben dagegen mit 29 beziehungswiese 25 Prozent deutlich weniger Vorbehalte.

Kenntnismangel als Grund

Als Ursache für die Skepsis gegenüber dem Einsatz von BIM sieht die Studie vor allem den Umstand, dass bisher nur wenige Fachplaner über umfangreiche Kenntnisse über das BIM-Verfahren verfügen. So bekommen die SHK-Installateure häufig nicht die entsprechend aufbereiteten Daten von den zuständigen Planern. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis BIM in der Installationspraxis ankommt, vermutet Studienleiterin Ralitsa Ruseva und ist sich sicher, dass sich BIM im SHK-Handwerk bei entsprechender Verwendung schnell etablieren wird. Laut Studie sei bei den Installateuren nämlich durchaus ein Bewusstsein für die Bedeutung von BIM vorhanden.

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Die steifsten Leichtbaumaterialien überhaupt

ETH-Wissenschaftler haben eine Konstruktionsweise entwickelt, welche Leichtbaumaterialien maximale Steifigkeit verleiht – mehr Steifigkeit ist praktisch unmöglich.

3D-Druck und andere additive Fertigungsverfahren ermöglichen es, Materialien mit bisher ungeahnt komplexen inneren Strukturen herzustellen. Interessant ist dies auch für die Leichtbauweise. Denn es lassen sich so Materialen entwickeln mit einem möglichst großen Anteil an inneren Hohlräumen (damit die Materialien möglichst leicht werden), und die gleichzeitig möglichst stabil sind. Um dies zu erreichen, müssen die inneren Strukturen auf intelligente Art möglichst effizient aufgebaut sein.

Forschende der ETH Zürich und des MIT unter der Leitung von Dirk Mohr, Professor für numerische Materialmodellierung in der Fertigung, haben nun neue innere Strukturen für Materialien entwickelt, welche Kräfte aus nicht nur einer Richtung, sondern aus allen drei Dimensionen aufnehmen müssen, und die gleichzeitig extrem steif sind.

Mathematisch lässt sich ermitteln, wie steif Materialien mit inneren Hohlräumen theoretisch überhaupt werden können. Und so lässt sich auch zeigen, dass Mohrs neue Konstruktionsweise extrem nahe an diese theoretische Steifigkeitsobergrenze kommt. Mit anderen Worten: Es ist praktisch unmöglich, andere Materialstrukturen zu entwickeln, die bei gegebenem Gewicht noch steifer sind.

Platten statt Gitter

Charakteristisch für die neue Konstruktionsweise ist, dass die Steifigkeit im Materialinnern nicht mit Gitterstäben, sondern mit sich regelmäßig wiederholenden Plattenstrukturen erreicht wird.

„Das Gitterprinzip ist sehr alt, es wird schon lange bei Fachwerkhäusern, bei Stahlbrücken und Stahltürmen wie dem Eiffelturm angewandt. Man kann durch Gitterstrukturen hindurchsehen. Diese werden daher häufig als optimale Leichtbaustrukturen wahrgenommen“, sagt ETH-Professor Mohr. „Mit Computerberechnungen und experimentellen Messungen konnten wir nun jedoch zeigen, dass Plattenstrukturen bei gleichem Gewicht und Volumen bis zu dreimal steifer sind als Gitterstrukturen.“ Und nebst der Steifigkeit (Widerstand gegen elastische Verformung) kommt auch die Festigkeit (Widerstand gegen irreversible Verformung) dieser Strukturen den theoretischen Maximalwerten sehr nahe.

Die ETH-Wissenschaftler haben die Strukturen zunächst am Computer entwickelt und dabei ihre Eigenschaften berechnet. Anschließend stellten sie sie im 3D-Druck im Mikrometermaßstab aus Kunststoff her. Mohr betont jedoch, dass die Vorteile dieser Konstruktionsweise universell gälten: bei allen Materialien und auch auf allen Größenskalen vom Nanometermaßstab bis ganz groß.

Der Zeit voraus

Mit den neuen Strukturen sind Mohr und sein Team ihrer Zeit voraus: Die Herstellung im 3D-Druck ist derzeit noch verhältnismäßig teuer. „Stellt man solche Strukturen heute additiv aus Edelstahl her, kosten sie pro Gramm so viel wie Silber“, sagt Mohr. „Sobald additive Fertigungstechnologien für die Massenproduktion bereit sind, wird es jedoch zum Durchbruch kommen. Den Leichtbau, der heute aus Kostengründen praktisch nur im Flugzeugbau und in der Raumfahrt zur Anwendung kommt, könnte man dann auch für ein breites Spektrum von Anwendungen nutzen, bei denen Gewicht eine Rolle spielt.“ Außerdem machen die vielen Hohlräume eine Struktur nicht nur leichter, sondern es lassen sich damit auch Rohstoffe und folglich Rohstoffkosten sparen.

Möglichen Anwendungen seien kaum Grenzen gesetzt, sagt Mohr. Medizinische Implantate, Laptopgehäuse und ultraleichte Fahrzeugstrukturen sind nur drei von vielen möglichen Beispielen. „Wenn die Zeit reif ist und Leichtbaumaterialien dereinst im großen Maßstab hergestellt werden, wird man dafür diese periodischen Plattenstrukturen verwenden“, ist der ETH-Professor überzeugt.

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Konflikte außergerichtlich klären

Geld, Zeit und Nerven sparen, indem Streitpunkte nicht vor Gericht, sondern in einem Alternative Dispute Resolution-Verfahren beigelegt werden. DGA-Bau will aufklären.

Bei einem Bauprojekt sind in der Regel viele verschiedene Parteien beteiligt. Vom Bauherrn, über die Unternehmen bis hin zum Planer. Dabei kommt es aufgrund des hohen Wettbewerbs- und Zeitdrucks sowie der hohen technischen und organisatorischen Komplexität der Projekte nicht selten zu Konflikten. Im Jahr 2017 landeten ganze 100.000 Fälle rund um das Thema Bau vor Gericht. In weiteren 240.000 Verfahren ging es um Mietstreitigkeiten. Ein kosten- und zeitintensiver Gerichtsprozess wäre aber gar nicht immer notwendig gewesen. Der Meinung ist auch die Deutsche Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft (DGA-Bau). Die hatte beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine Studie zu den Ursachen für die Bevorzugung von Gerichtsverfahren in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind jetzt da und zeigen deutlich, dass besonders das fehlende Wissen über Alternative Dispute dafür verantwortlich ist, dass viele den Gang zum Gericht vorziehen.

Vorteile überwiegen

Dabei sind gerade im Bausektor effiziente Strategien zur Konfliktbewältigung wichtig. Auf die 100.000 Gerichtsverfahren kamen aber lediglich 2.000 Alternative Dispute Resolution-Verfahren (ADR). Anbieten würden sich zum Beispiel alternative Möglichkeiten wie Schiedsgerichtbarkeit, Adjudikationen und Mediation. Die Vorteile gegenüber gerichtlichen Auseinandersetzungen liegen auf der Hand: geringere Kosten und keine lange Verfahrensdauer. Zudem wachsen dem deutschen Rechtsystem komplexe Bausachprozesse häufig über den Kopf, da es nicht nur um rechtliche sondern auch technische Fragestellungen geht, die Expertise erfordern. Bei einer außergerichtlichen Reglung sind in der Regel Fachpersonen involviert, so dass diese die Nachteile nicht mit sich bringen.

Wissen an die Hand geben

Auf Grundlage der Ergebnisse der Studie hat sich nun die DGA-Bau das Ziel gesetzt, den Anteil von ADR-Verfahren deutlich zu steigern. 40 Prozent der Streitfälle sollen in Zukunft auf außergerichtlichem Weg gelöst werden. Die Strategie der DGA-Bau dabei: Wissen und Kompetenzen vermitteln. Die Autoren der Studie haben hierfür Handlungsempfehlungen verfasst, die sich auf fünf verschiedene Handlungsfelder fokussieren. Zu den Bereichen der Information und Kommunikation, Ausbildung und Weiterbildung, ADR-verfahrensspezifische Maßnahmen, Maßnahmen in der Organisation der Streitparteien und die regulatorischen Maßnahmen zur Förderung von ADR-Verfahren ist umfangreiches Wissen zusammengetragen worden. Zusätzlich sollen in der Weiterbildung Fachanwaltskurse Kompetenzen im Konfliktmanagement vermitteln. Das Thema Konfliktmanagement soll auf lange Sicht ebenfalls in die Bildungspläne der Schulen einbezogen werden.

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Beton, Rost, Asphalt – authentische Nachbildung für Wand und Boden

imi erweitert das Angebot seiner innovativen und flexiblen Beton-Lösungen: Vier weitere Dekore eröffnen Architekten neue ästhetische Möglichkeiten der Raumgestaltung.

Der Werkstoffhersteller „imi surface design“ aus dem Münsterland ist für seine innovativen Wand- und Bodenbeläge mit ganz besonderen Oberflächen bekannt. In ihrer Beton-Vintageoptik ist die „imi-design Matte“ nur schwer vom Original zu unterscheiden. Nun werden noch vier weitere Dekore auf dem circa drei Millimeter starken Material angeboten: Beton anthrazit, Asphalt und Rost in einer glatten Variante sowie mit einer groben Struktur, dem „Edelrost“.

Mit diesen neuen Dekoren erweitert imi seinen Beitrag zu den innenarchitektonischen Gestaltungsmöglichkeiten für den Trend des „Industrial-Style“. Dabei werden optische Attribute aus Werkhallen in den unterschiedlichsten Bereichen verwendet: im privaten Wohnraum (den „Lofts“), der Gastronomie sowie in Verwaltungen oder Handels- und Dienstleistungsunternehmen.

Die „imi-design Matte“ sorgt für flexible Lösungen

In der Vergangenheit stießen Gestalter bei der Umsetzung dieses Trends bei Neubauten oder Sanierungen oftmals auf Hindernisse in Form von starren Platten, die ihre gewünschten, gestalterischen Vorstellungen unmöglich machten.

imis Beton-Matten bieten für diese Problematik eine innovative Lösung: Die flexiblen und biegsamen Matten für Boden, Wand und Decke mit authentischen Nachbildungen der originalen Werkstoffe bieten Gestaltern maximale Gestaltungsfreiheit in Büro-, Geschäfts- und Wohnräumen. Auch für Renovierungen in Küche, Bad und vielem mehr sind sie ideal. Zudem erleichtern die Matten ihren Anwendern den Prozess erheblich, da sie extrem strapazierfähig und dimensionsstabil sind und sie sich sowohl für Fußbodenheizungen als auch zur Ausformung von Rundungen und Kanten eignen. Mit den neuen Dekoren der Beton-Matte bietet imi Gestaltern nun weitere Möglichkeiten, ihre Ideen einfach umzusetzen.

Bodenbelag von imi mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet

Die Matte wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und ohne den Zusatz von Chlor oder Weichmachern produziert, was sie recycelbar macht. Nichtsdestotrotz kann man sie genau so einfach wie PVC oder Vinyl verarbeiten. Dafür werden lediglich ein Cuttermesser zum Schneiden des Materials, eine Führungsschiene und ein 1-Komponentenkleber zum Verkleben benötigt. Die umlaufenden Außenfasen der Matte bilden schon im Verbund eine attraktive V-Fuge. Sollte zusätzlich eine ästhetische Verfeinerung gewünscht werden, bietet imi Aluminium-Profile für Außen- und Innenecken, sowie Übergangsprofile an.

imi liefert die Matten im Großformat zum Verkleben an Wand und Decke, oder im Planken- oder Fliesenformat, stumpf oder mit umlaufender Fase auf Wand oder Boden. Für eine schwimmende Verlegung auf dem Boden gibt es bei imi eine selbstklebende Unterlegmatte. Sollte eine nachträgliche Bodenversieglung gewünscht werden ist dies auch möglich.

Musterpaket und Stand auf der Bau

Fordern Sie Ihr kostenloses Musterpaket der imi-beton Matte bequem online an unter www.imi-beton.com

Außerdem können die Bodenbeläge von imi auf der diesjährigen Bau in München in Halle A5, Stand 415 begutachtet werden.

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Gefährliches Radon – Strahlenschutz ab 2019 verpflichtend

Radioaktives Radon entweicht problemlos in die Atemluft. Ein neues Strahlenschutzgesetz verunsichert nun viele Bauherren, denn auch der Keller muss geschützt werden.

„Die Debatte über das radioaktive Edelgas Radon verunsichert zurzeit viele Bauherren und Hauseigentümer“, beobachtet Dipl.-Ing. Marc Ellinger, Sachverständiger beim Verband Privater Bauherren (VPB) und Leiter des VPB-Regionalbüros Freiburg-Südbaden. Auslöser der aktuellen Debatte ist das neue Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), das erstmals verbindliche Regelungen zum Radonschutz in Aufenthaltsräumen enthält und Referenzwerte für die Belastung mit Radon festlegt. Als gesundheitlich unbedenklich gilt demnach der Bereich von 100 bis 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³ ) im Jahresmittel.

Das novellierte Strahlenschutzgesetz tritt vollständig am 31. Dezember 2018 in Kraft. Der VPB hat dazu den Ratgeber „Radon“ erstellt.

Radon – die Gefahr aus dem Boden

Radon ist ein radioaktives Edelgas . Es entsteht beim Zerfall von Uran, das in allen Gesteinen und Böden in unterschiedlich hoher Konzentration enthalten ist und Richtung Erdoberfläche aufsteigt. In hohen Konzentrationen ist Radon gesundheitsschädlich. Es gilt heute als Hauptursache für Lungenkrebserkrankungen bei Nichtrauchern in Deutschland. Grund genug, sich beim Bauen Gedanken über das Gas zu machen.

Gingen Experten früher davon aus, Radon komme fast ausschließlich in Bergbauregionen vor, ist heute bekannt, dass die Problematik grundsätzlich ganz Deutschland betrifft; sie ist nicht nur auf die Regionen mit uranhaltigem Muttergestein beschränkt.

Auf den Boden kommt es an

„Entscheidend für die Radonbelastung ist die Durchlässigkeit des jeweiligen Bodens“, erklärt VPB-Sachverständiger Ellinger: „Lockere, gut wasserdurchlässige Böden, lassen auch Radon leicht passieren. Dicht gelagerte, wasserundurchlässige und feuchte Böden sind weniger durchlässig. Und wassergefüllte Bodenschichten stellen für Radon eine nahezu undurchdringliche Barriere dar.“

Diese Kenntnis nutzen Fachplaner bei der Konstruktion der Keller: Ein wasserdichter, sorgfältig erstellter Stahlbetonkeller, bei dem auf die Betonnachbehandlung geachtet wurde, oder eine entsprechend sorgfältig hergestellte wasserdichte Stahlbetonbodenplatte, sind technisch ausreichend, um die beim Neubau geforderten Grenzwerte für die Radonbelastung im Gebäude unter 300 Bq/m³ zu halten. „Aus technischer Sicht ist das Einhalten der Anforderung ein bei Neubauten durchaus erreichbares Schutzziel“, konstatiert Marc Ellinger. Wer einen wasserdichten Stahlbetonkeller baut, bekommt im Regelfall auch einen nahezu radondichten Keller.

Dazu gehören auch vollflächig aufgelegte, dicht miteinander verklebte Bitumenbahnen oder sogar vollflächig verschweißte Bitumenschweißbahnen, wie sie als Trennlage in Wohnräumen auf der Bodenplatte ohnehin üblich sind. „Auf das sorgfältig ausgeführte Anarbeiten an durchdringende Bauteile wie Rohrleitungen muss dabei natürlich besonders geachtet werden“, mahnt der Sachverständige.

Auch Bewohner sind gefragt

Aber auch die Bewohner sollten alles tun, um sich vor Radon zu schützen: „Regelmäßiges Querlüften bei weit geöffneten Fenstern reduziert die Radonbelastung in Wohn-, Arbeits- und Aufenthaltsräumen maßgeblich“, empfiehlt Marc Ellinger, warnt aber gleichzeitig: „Wer eine Lüftungsanlage betreibt muss darauf achten, dass dabei kein Unterdruck entsteht, sonst kann Radon sogar ins Haus gesaugt werden.“

„Radon und seine gasförmigen Zerfallsprodukte sind sehr leicht. Sie folgen, ähnlich wie die Raumluft, den thermischen Strömungen im Gebäude“, gibt der Fachmann zu bedenken. Unvermeidbare Kamineffekte, wie sie sich in offenen Treppenhäusern und Installationsschächten einstellen, transportieren das Radon in der Raumluft bis in die höheren Etagen und unters Dach. VPB-Experte Ellinger rät zur Vorsorge: „Sinnvoll sind deshalb zwei Maßnahmen: Einmal die bauliche Trennung von Keller und Wohnbereich. Und zum Zweiten das dichte Ausbetonieren aller Installationsöffnungen in der Kellerdecke und den übrigen Geschossdecken nach Fertigstellung der Installation. Unterbleibt das sorgfältige Verschließen der Deckendurchbrüche, kann sich Radon in geschlossenen, schlecht belüfteten Hohlräumen, und dazu gehören Gebäude, erheblich aufkonzentrieren.“

„Im Neubau ist Radon technisch durchaus beherrschbar und stellt im Regelfall kein Problem dar“, resümiert Mar Ellinger, „vorausgesetzt, die Bauteile, die das Gebäude zum Erdreich hin abschließen, werden sorgfältig und mangelfrei ausgeführt.“ Das gelinge vor allem im Schlüsselfertigbau erfahrungsgemäß nur, wenn die Bauherren die Baustelle regelmäßig vom Sachverständigen kontrollieren lassen. Darüber hinaus sollten Hausbesitzer die durchschnittliche jährliche Radonbelastung durch das Aufstellen von Exposimetern messen, rät Experte Ellinger. „Die Messdauer dafür beträgt mindestens ein halbes, besser ein ganzes Jahr. Die Kosten hierfür sind vernachlässigbar.“

Der neue VPB-Ratgeber „Radon“ kann kostenlos von der VPB-Website heruntergeladen werden.

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Kein „Efficiency First“ der Regierung in puncto Klimaschutz

Bundesregierung mit leeren Händen in Kattowitz. Mehrere führende Umweltverbände attestieren eine deutliche Blamage vor den Augen der Weltgemeinschaft.

„Ein klimaneutraler Gebäudebestand ist erklärter Kernbaustein der deutschen Klimaschutzstrategie”, stellt der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), Christian Noll, klar. Und genau hier nimmt die Bundesregierung gerade billigend in Kauf, dass energetische Maßnahmen für die Vermieter noch unattraktiver werden. Eine steuerliche Förderung der Gebäudesanierung die auf sich warten lässt sowie die Ankündigung die Sanierungsraten zu drosseln, bescherten der deutschen Regierung in Kattowitz einen peinlichen Auftritt. Die Pariser Klimaziele werden so sicherlich nicht erreicht und durch das Energiesammelgesetz wird die Energiewende in der Bundesrepublik weiter geschädigt. Noll erläuterte weiter, dass die Sanierungsraten, die bereits sehr niedrig seien, jetzt noch weiter sinken würden. Das sei nicht nur blamabel, sondern vor allem auch wirtschaftsschädlich. 600.000 Arbeitsplätze stellen deutsche Unternehmen im Bereich der Energieeffizienzlösungen und befinden sich damit weltweit an der Spitze.

Verpasste Chancen

Auch Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), schloss sich der Meinung des DENEFF an. Seinem Eindruck nach, stand Deutschland den anderen Staaten mit leeren Händen gegenüber. Hätte die Regierung sich ihren Leitspruch „Efficiency First“ wirklich zu Herzen genommen und dafür gesorgt, dass die steuerliche Förderung für Haussanier endlich umgesetzt wird, wäre sie nicht in eine solche Situation gekommen. Nicht nur für Vermieter, auch für Mieter können Sanierungen attraktiv sein. Auch können energetische Sanierungen sozialverträglich sein. Der Energieberaterverband GIH betonte, dass es in der Wohnungswirtschaft viele Unternehmen gibt, die dies hinbekommen würde. An dieser Stelle wäre es die Aufgabe der Bundesregierung gewesen Anreize zu schaffen, damit Vermieter sanieren wollen. Möglichkeiten gäbe es hierfür genug: Eine Neugestaltung des Mietspiegels, steuerliche Anreize oder staatliche Förderungen sind nur ein paar Beispiele.

Rück- statt Fortschritte

In Sachen Klimaschutz macht Deutschland weiter Rückschritte. Energieeffizienzdienstleistern legt die Bundesregierung Steine in den Weg: Die Mietrechtsänderung und auch das Energiesammelgesetz wurden verabschiedet. Neue Belastungen für die Wärme-Kraft-Kopplung und Kürzungen des Mieterstromzuschlags behindern den Klimaschutz. Um einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, muss aber anspruchsvoll saniert werden. Dabei ist es nicht unmöglich Wohnraum sowohl nachhaltig als auch bezahlbar zu gestalten.