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Bauwirtschaft zeigt sich mit Gebäudeenergiegesetz zufrieden

Nach langem Hin und Her liegt nun endlich ein Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz vor. Viele Forderungen des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe wurden erfüllt.

Nachdem die zum April 2018 geplante Einführung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) auf unbestimmte Zeit vertagt wurde, liegt nun ein erster Referentenentwurf vor. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) zeigt sich zufrieden: „Wir begrüßen den vorliegenden Referentenentwurf zum Gebäudeenergiegesetz. Die energetischen Anforderungen, wie sie nach der EnEV seit 2016 gelten, bleiben sowohl im Neubau als auch im Gebäudebestand bestehen. Damit ist der Niedrigstenergiestandard für Deutschland definiert. Dieses entspricht unserer Forderung, die sich auch aus dem Ergebnis der Baukostensenkungskommission ergibt“, erklärte Dipl.-Ing. Wolfgang Schubert-Raab, Vizepräsident für Unternehmensentwicklung und Technik des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

„Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sie darf nicht zu Lasten einzelner Bauherren gehen und muss sozialverträglich gestaltet werden. Die Baukosten zeigen, dass mit der derzeit geltenden Energieeinsparverordnung eine wirtschaftliche Grenze erreicht ist. Für darüber hinaus gehende energetische Standards muss eine Förderung erhalten bleiben“, so Schubert-Raab weiter.

Eine Verschärfung der energetischen Anforderungen in Richtung Passivhaus, wie sie von einigen Organisationen und Institutionen gefordert wird, halte er für falsch. Den heutigen energetischen Standard mit den seit 2016 in der EnEV festgeschriebenen Anforderungen als Niedrigstenergiegebäude zu definieren, sei hingegen vollkommen ausreichend. Im Sinne des Klimaschutzes ist es viel effektiver, den Gebäudebestand energetisch zu modernisieren“, erklärt Schubert-Raab.

Knapp ein Viertel weniger CO2-Emissionen

Deutschland habe einen Anteil von 2,2 Prozent an den weltweiten CO2- und Treibhausgasemissionen. 1990 waren es noch 4,7 Prozent. Deutschland habe damit im Zeitraum von 1990-2015 seine CO2-Emissionen um 24,8 Prozent gesenkt.

„Eine CO2-Bepreisung der Energieträger, wie die Bundesregierung sie derzeit diskutiert, lehnen wir ab; sie würde am Ende einer Vereinfachung des Nachweises entgegenstehen und zu Folgekosten bei Planern und Ausführenden führen. Insbesondere Mieter haben keinen Einfluss auf den Energieträger; sie müssten die höheren Mieten aber bezahlen“, so Schubert-Raab.

Schubert-Raab abschließend: „Dennoch: Energieeffizientes Bauen ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns stellen. Dabei gilt es, Klimaschutz, Ressourcenschonung und die Unabhängigkeit von Energieimporten mit bezahlbarem Wohnraum in Einklang zu bringen. Wir begrüßen daher die Anstrengungen um energieeffizientes Bauen, gleichwohl bedarf es weiterer Entwicklungen bei den Baustoffen und den Konstruktionen sowie den sicheren Umgang bei Planung und Ausführung.“

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