Baureife Grundstücke werden teurer

Eine Reform der Grundsteuer sieht es nun vor, dass Städte und Gemeinden für baureife Grundstücke zukünftig einen höheren Hebesatz festlegen können. Das Handwerk ist besorgt.

Bald können Städte und Gemeinden im Rahmen der Grundsteuer C für unbebaute aber baureife Grundstücke einen erhöhten, einheitlichen Hebesatz festlegen – an dieser Reform hält die Bundesregierung auch weiter fest. Als Hintergrund wird der erhebliche Wohnungsmangel vor allem in Ballungsgebieten genannt. Die Bundesregierung will vermeiden, dass baureife Grundstücke als Spekulationsobjekt gehalten werden. Solche Grundstücke würden nur aufgekauft, um eine Wertsteigerung abzuwarten und die Grundstücke anschließend gewinnbringend wieder zu verkaufen. Zusätzlich heißt es im Gesetzentwurf, dass zwar Bauland vorhanden sei, der erforderliche Wohnungsbau allerdings ausgebremst werde. Mit der zusätzlichen Belastung von baureifen, aber brachliegenden Grundstücken über die Grundsteuer gebe es künftig ein „wichtiges Instrument, um einerseits Spekulationen zu begegnen und andererseits Bauland für die Bebauung zu mobilisieren“. Man erhofft sich dadurch, dass wichtige Impulse für die Innenentwicklung der Städte und Gemeinden gegeben werden.

Wie sehr leidet das Handwerk darunter?

Wie viele andere Wirtschaftsverbände wehrt sich auch das Handwerk gegen die Grundsteuer C. So kritisierte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, bereits bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs, dass es für die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens gerade in Ballungszentren unerlässlich sei, Flächen zur Vergrößerung des Betriebs in Reserve zu haben. Denn nur durch das Verkaufen der Grundstücke von kleinen Handwerksbetrieben würde der gewünschte Lenkungseffekt durch die Regierung überhaupt erst eintreten. Eine separate Steuer würde jedoch vor allem kleine und finanzschwache Handwerksunternehmen belasten, die dadurch eventuell ihre Grundstücke verkaufen müssen, während finanzstarke Unternehmen wiederum profitieren.

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