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Bauprodukte müssen künftig ohne Ü-Zeichen auskommen

Das bewährte Ü-Zeichen, welches die Verwendbarkeit eines Bauprodukts in Deutschland kennzeichnet, fällt weg: Seit dem 15. Oktober 2016 ist nur noch die CE-Kennzeichnung von Bauprodukten erforderlich.

Bereits 2014 entschied der Europäische Gerichtshof, Deutschland verstoße mit seinen drei nationalen Zusatzregelungen für europäisch harmonisierte Bauprodukte gegen die EG-Bauproduktenrichtlinie.

Die Anpassung des deutschen Bauordnungsrechtes dauert zwar an, mit einer Umsetzung wird in diesem Jahr aber noch nicht zu rechnen sein. „Trotzdem hat das Deutsche Institut für Bautechnik vorsorglich die Grundlage für die Anwendbarkeit von Bauprodukten nach harmonisierten europäischen Normen zum 15. Oktober 2016 geändert, was zu einem Wegfall des bewährten Ü-Zeichens für viele Bauprodukte geführt hat“, meldet das handwerksblatt.de. So werden beispielsweise Zemente mit besonderen Eigenschaften, Fertigteile aus Beton, Stahlbeton oder Spannbeton nach harmonisierten Produktnormen für tragende Zwecke, Keramikklinker oder auch statisch beanspruchte Hohl- oder Mauerziegel nur noch das CE-Kennzeichen tragen.

„Das Nachsehen haben Bauherren, Bauunternehmer und Planer, die mit einer völlig unzureichenden CE-Kennzeichnung zurechtkommen müssen“, zitiert das Handwerksblatt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe. Zudem weisen die geplanten Neuregelungen viele Lücken auf, was zu erheblichen Unsicherheiten führe. „Bis heute ist nicht geklärt, wie die Bauproduktenqualität im Einzelfall nachzuweisen ist.“

Durch den Wegfall entsprechender Kennzeichnungen zur Regelung von Bauproduktstandards, müssten Produkteigenschaften künftig für jedes Bauteil einzeln ermittelt werden. Dies würde das Bauen erheblich verteuern. Zudem fehlen Regelungen zu Prüfgrundlagen derzeit noch komplett.

„Es ist unverantwortlich, seit fast hundert Jahren gut funktionierende Regelungen ohne adäquaten Ersatz außer Kraft zu setzen“, wird Pakleppa weiter zitiert. „Wir brauchen umgehend Klarheit, wie ab kommender Woche Bauprodukte vertragssicher eingebaut werden können. Das gilt insbesondere für laufende Bauvorhaben.“

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