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Barrierefreies Bauen

Eine neue Fachinformation des ift gibt konkrete Hinweise an die Hand, wie der Einbau von Türen und Fenster nach DIN 18040-2 rollstuhlgerecht geplant und ausgeführt wird.

Beim Bauen muss vieles beachtet werden. Geht es beispielsweise um Fenster und Türen, sollen diese selbstverständlich auch für Rollstuhlfahrer optimal nutzbar sein. In Deutschland gilt es bei Neubauten und genehmigungspflichtigen Sanierungen die im Baurecht verankerte DIN 18040-2 zu beachten. Die neu erschiene Fachinfo BA-02/1 des Instituts für Forschung, Prüfung, Zertifizierung von Fenstern, Fassaden, Türen, Toren, Glas und Baustoffen (ift) gibt Empfehlungen zur praktischen Umsetzung der Norm. Während sich für Türen konkrete Reglung finden lassen, beinhaltet sie für Fenster nur unvollständige Hinweise. Hier soll die Fachinformation des ift ansetzen.

Kompromisse in der Praxis

Dient die Theorie zwar mit einer Menge Richtlinien und Vorgaben, gilt es in der Praxis häufig verschiedene und teilweise gegenläufige Faktoren einzukalkulieren. Hier müssen Kompromisse gefunden werden. Denn Eigenschaften wie Einbruchhemmung, Schlagregendichtheit oder Schallschutz, gehen nicht immer mit den gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit einher. Auch die Schwellenhöhe von Türen und Fenstertüren muss gesondert betrachtet werden.

Gerade unter Betrachtung der jeweiligen Nutzergruppe gibt die Richtlinie anschauliche Vorschläge. Zum Beispiel für die optische Gestaltung für Sehbehinderte, die Öffnungsarten, Griffe oder die Abmessung. Denn es liegt auf der Hand, dass es einen enormen Unterschied macht, ob die Fenster und Türen in einer Pflegestation für Demenzkranke oder in einer Wohngemeinschaft junger Rollstuhlfahrer eingebaut werden. Es bietet sich an, die Bauteile der jeweiligen Wohnsituation anzupassen, damit sie für die Nutzergruppen den größtmöglichen Komfort bieten.

Stolperfallen vermeiden

Besonders zu beachten sind die Passierbarkeit und die Ausführung von Türschwellen. Vor allem für Menschen die einen Rollator nutzen, können bereits geringe Schwellenhöhen eine Stolperfalle bedeuten. Oder sie sind für sie sogar gänzlich unüberwindbar. Nicht nur die Schwellenhöhe, auch die Schwellengeometrie beeinflusst die Überrollbarkeit. In der ift-Richtlinie BA-01/1 wird die Überrollbarkeit als Kenngröße definiert. Unterstützt wird die Ausschreibung durch Tabellen mit einem Vergleich der normativen Anforderungen (DIN 18040-2) und Empfehlungen des ift.

Planer, Bauherren, Händler und Hersteller die auf der Suche nach konkreten Empfehlungen und wertvollen Praxistipps für die Planung, die Ausschreibung und die Ausführung privater Wohngebäude, Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen sind, werden in der Fachinformation des ift fündig.

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