Änderung der StVO erschwert notwendige Arbeiten

Wegen der neuen Änderung der Straßenverkehrsordnung müssen auch Handwerker mit hohen Bußgeldern, Punkten und dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.

Am 28. April 2020 ist die geänderte Straßenverkehrsordnung (StVO) in Kraft getreten. Diese sieht unter anderem eine kräftige Erhöhung der Bußgelder vor. Viele Änderungen, zum Beispiel zu Elektromobilität, Carsharing, Radverkehr und Lastenrädern, sieht Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), als positiv. „Allerdings ist es aus Sicht vieler Handwerkerinnen und Handwerker äußerst bedauerlich, dass im Zuge der Novellierung die speziellen Erfordernisse des notwendigen gewerblichen Verkehrs nicht genügend berücksichtigt und die dazu schon frühzeitig vom Handwerk gemachten Vorschläge leider nicht aufgegriffen worden sind“, bedauert er. „Handwerksbetriebe müssen weiter ihre Kunden und Baustellen direkt erreichen und ihre Transporter in der Nähe abstellen können“, fordert der ZDH-Chef. Die bloße Verschärfung von Sanktionen springe zu kurz.

Probleme für das Handwerk

Kein Handwerker steht gerne in zweiter Reihe oder auf einem Radweg. Wenn die ganze Umgebung zugeparkt ist und schwere Materialien transportiert werden müssen, gibt es aber häufig keine Alternative. Wenn zuvor Haltegenehmigungen eingeholt werden müssen, verschieben sich notwendige Arbeiten um Wochen oder sogar Monate. Besonders, wenn zahlreiche Aufträge täglich erledigt werden müssen, die sich teilweise kurzfristig ergeben, stellt dies keine Alternative dar. Durch die Änderungen fühlen sich Handwerker durch hohe Bußgelder, mit ‚Punkten‘ und dem Führerscheinverlust bedroht. Besonders letzteres kann die berufliche Existenz gefährden. Daher fordert das Handwerk, nicht wie gewöhnliche Falschparker behandelt zu werden, insofern dringende Dienstleistungen in einem anliegenden Gebäude auszuführen sind.

Handwerk fordert Verkehrsschild „Arbeits-/Ladezone“

„Wir bitten Bund und Länder, die StVO hier schnellstens nachzubessern und Möglichkeiten zu schaffen, damit Handwerksbetriebe ihren notwendigen Einsatz beim Kunden ausführen können, ohne mit drastischen Strafen konfrontiert zu werden“, so Schwannecke. Die Einführung des lange geforderten Schildes „Arbeits-/Ladezone“ könnte zumindest an einigen Stellen Erleichterung schaffen.

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