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Aktiv gegen Schadstoffe – mit neuem Straßenbelag

In Stuttgart ist die Luft schmutzig. Das soll sich ändern. Nun testet die Stadt etwas Neues: Der Clean Air Asphalt soll die giftige Stickoxide unschädlich machen.

Stuttgart hat ein Problem: Die Luftverschmutzung mit Stickoxiden ist hier so hoch, wie in keiner anderen Großstadt Deutschlands. Die Stadt geht aktiv dagegen vor, jetzt auch mit einem Mittel, dass auf den ersten Blick ziemlich kurios wirkt. Das Ministerium für Verkehr des Landes Baden-Württemberg hat nun als dritten Schritt des Luftreinhalteplans 200.000 Euro bereitgestellt, damit die Landeshauptstadt in einem Pilotprojekt einen neuen Straßenbelag testen kann. Der sogenannte Clean Air Asphalt, kurz ClAir, soll die Belastung durch Stickoxide dauerhaft senken.

Schadstoffe unschädlich machen

Peter Hübner, Vorstand des ausführenden Unternehmens, der STRABAG AG, freut sich, dass der ClAir Asphalt nun erstmalig in der Praxis getestet wird: „Die STRABAG AG ist Vorreiterin für Innovationen in der Branche und wir hoffen, dass wir einen Beitrag zur Schadstoffentlastung in Stuttgart leisten können.“ Weiter erklärte er, wie der Asphalt das leisten soll: „Es handelt sich hierbei um einen Straßenbelag, dem photokatalytisches Abstreumaterial beigemengt wurde. Der Abbau giftiger Stickoxide erfolgt durch das in der Asphaltoberfläche enthaltene Titanoxid, das Schadstoffe in unschädliche Substanzen umwandelt.“ Unterstützt wurde die Projektentwicklung auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Effektivität noch unklar

Unsicher ist aber noch, inwiefern der Asphalt einen Einfluss auf die Sauberkeit und Qualität der Luft hat. Die Schadstoffbelastung in Stuttgart sei in den letzten Jahren zwar stark zurückgegangen. „Inwieweit und in welchem Umfang hierbei Schadstoff reduzierende Fahrbahnbeläge einen substanziellen Beitrag leisten können, werden wir hier und bei einem weiteren Pilotprojekt mit der STRABAG AG in Stockach untersuchen“, erläuterten Ministerialdirigent Andreas Holler und der Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Stuttgart Wolfgang Schanz.

Das Pilotprojekt ist derweil gestartet: In der ersten Osterferienwoche wurden etwa 8.200kg des Abstreumaterials in den Asphalt am Neckartor in Stuttgart gewälzt. Ob und wie stark Schadstoffe dann durch den Straßenbelag gemindert werden können, soll ein begleitendes Wissenschaftsprojekt feststellen.

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