Weniger CO2 durch Bauen mit Holz

Wissenschaftler der RUB entwickeln eine Anwendung, um die positiven Auswirkungen des Bauens mit Holz innerhalb einer Kommune ermitteln zu können.

Das beliebteste Material im Baugewerbe ist Beton, aber mit einem Blick auf die CO-Bilanz wird ganz schnell deutlich: Wir brauchen eine Alternative. Deswegen wollen Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ein traditionelles Material wieder in den Fokus rücken: Holz. Denn Holz nimmt als Kohlenstoffspeicher CO2 aus der Atmosphäre auf und muss als nachwachsender Rohstoff nicht mit hohem Energieeinsatz produziert werden. Doch in Deutschland werden lediglich 18 Prozent der Gebäude aus Holz errichtet. Und das, obwohl die ausgezeichnete Klimabilanz bekannt ist. Bereits 2017 wurde errechnet, wie viel CO2 eingespart werden könnte, wenn 55 Prozent der Einfamilienhäuser und 15 Prozent der Mehrfamilienhäuser aus Holz konstruiert würden. Zwischen 2016 und 2030 wären dies bereits 23,9 Tonnen.

Tool soll Kommunen die verbesserte Klimabilanz vor Augen führen

Deswegen erklärt Anette Hafner vom Lehrstuhl für ressourcenschonendes Bauen der RUB, dass es sich aus Klimaschutzgründen lohnen würde. Doch sei es nicht ausreichend, auf Bundesebene zu beschließen, mehr mit Holz zu bauen. „Die Kommunen müssen dieses Vorhaben auch umsetzen können.“ Und dabei möchte das Team unterstützen. Gemeinsam mit der Firma Disy Informationssysteme entwickeln sie eine Anwendung, mit deren Hilfe Kommunen einschätzen können, wie viel CO2 sie sparen würden, würden sie vermehrt auf Holzhäuser setzen. Das GIS im Namen des Projekts „Holzbau-GIS: Einsparungen von Treibhausgasen durch Bauen und Sanieren mit Holz“ steht dabei für „Geoinformationssystem”. Denn auf Basis eines solchen Tools wird ein digitaler Plan aller Bauwerke einer Kommune erstellt, die straßenweise auf ihr Klimaoptimierungspotential untersucht werden kann. Als Beispielskommune für die Entwicklung dient die Stadt Menden im Sauerland.

Der Waldbestand ist mehr als ausreichend

Als Mitglied des Beirats für Waldpolitik hat Hafner auch nicht aus den Augen verloren, dass unbeschränkte Abholzung schädlich ist. „Wir wissen genau, wie viel Holz man für einen bestimmten Gebäudetyp braucht, und können abschätzen, wie viele Neubauten es in den kommenden Jahren geben wird. So können wir den Holzbedarf ausrechnen, wenn man einen bestimmten Anteil dieser Neubauten aus Holz errichten würde“, erklärt sie. In Kombination mit den Statistiken der Wälder haben Hafner und ihre Mitarbeiter Hochrechnungen bis zum Jahr 2050 erstellt und können sich so sicher sein, dass der Holzbestand ausreicht. Zudem sorgt die Trockenheit der letzten Jahre für einen starken Befall der Fichtenbestände durch den Borkenkäfer. Da für den Bau Nadelholz besser geeignet ist, können die Fichten dafür verwendet werden und die entsprechenden Flächen mit Mischwald wieder aufgeforstet werden, welcher besser zu unserem Klima passt.

BAU 2021 wird als hybride Messe stattfinden

Obwohl die Messe München ein Hygienekonzept vorweisen kann, wird die BAU 2021 doch nicht in gewohnter Form stattfinden, sondern in einem hybriden Format.

Im Juni hatte die Messe München angekündigt, dass die BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, vom 11. bis 16. Januar 2021 als klassische Präsenzmesse stattfindet. Doch wurde auch angekündigt, die Entwicklungen der Pandemie abzuwarten und die Lage Ende September noch einmal zu prüfen. Jetzt wurde sich in einem Votum klar gegen eine klassische Präsenzmesse entschieden.

Viele Aussteller können unter den aktuellen Bedingungen nicht anwesend sein

„Sinkende Infektionszahlen und Grenzöffnungen gaben im Juni die berechtigte Hoffnung auf eine deutliche Besserung der Situation“, erklärt Dr. Reinhard Pfeiffer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München. „Leider haben sich die Vorzeichen im Laufe des Septembers stark geändert. Auch wenn eine Präsenzmesse mit unseren Schutz- und Hygienemaßnahmen möglich wäre, hat die Ausweisung von immer mehr Risikogebieten in ganz Europa mit den damit verbundenen Reisebeschränkungen jetzt diese Entscheidung gefordert. Nach unserer Ausstellerumfrage, die wir in den letzten Tagen gerade auch vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Covid-19-Situation durchgeführt haben, hält nunmehr der weitaus überwiegende Teil unserer Aussteller seine Teilnahme an der Präsenzmesse für unrealistisch, da in der jetzigen Situation davon auszugehen ist, dass nur wenige der ursprünglich erwarteten Besucher vor Ort sein werden.“

Eine Kombination aus online und offline

Das neue Konzept sieht vor, dass sich Aussteller im ICM Internationales Congress Center München sowie in bis zu zwei Messehallen präsentieren können. Auch Foren und Sonderschauen sollen dort umgesetzt werden. Im digitalen Teil der Veranstaltungen stehen dem Publikum Vorträge und Diskussionen aus den Foren als Live-Stream sowie als aufgezeichnete Videos zur Verfügung. In eigenen Online-Sessions haben auch Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte virtuell zu präsentieren. Für den Austausch mit anderen Teilnehmern werden virtuelle Network-Module angeboten und auch die traditionellen BAU Info Talks sollen in das hybride Modell integriert werden. Die BAU 2023 ist bisher in gewohnter Form geplant, soll allerdings durch digitale Anwendungen erweitert werden.

Tragende Wände aus der Spritzbetondüse

Das Start-up Aeditive druckt in einer alten Fabrikhalle in Norderstedt bei Hamburg Brückenkappen, Betonwände und andere Elemente aus Beton.

„Der Roboter mit der Spritzbetondüse ist der Star unserer Anlage, das Team nennt ihn aufgrund seiner Ausmaße voller Respekt auch T-Rex“, sagt Hendrik Lindemann, studierter Architekt und Experte für digitale Fertigung. Gemeinsam mit Roman Gerbers, Niklas Nolte und Alexander Türk hat er das Unternehmen Aeditive gegründet. „3D-Druck mit Spritzbeton gab es vorher in größerem Maßstab noch nicht. Die sonst gängigen Verfahren beruhen überwiegend auf Extrusion – also dem Ablegen von schmalen Frischbetonsträngen, aus denen dann Bauteile aufgebaut werden. Aus lokalen Rohstoffen gemischter und aus jedem beliebigen Winkel aufzutragender Spritzbeton eröffnet uns demgegenüber viele Vorteile. Zum Beispiel die Integration der Stahlbewehrung im laufenden Prozess“, erklärt Alexander Türk. Durch diese Technik soll die Digitalisierung der Bauindustrie vorangetrieben, der Fachkräftemangel bekämpft und eine höhere Produktivität erzielt werden. Durch den optimierten Energie- und Rohstoffeinsatz wird das Bauen zudem nachhaltiger.

Tragende Teile können produziert werden

Beim Drucken arbeiten zwei Roboter sozusagen Hand in Hand. Während der erste die eigenentwickelte Spritzbetondüse führt, rüstet der zweite den Baukörper. Er setzt beispielsweise Bewehrungselemente oder Leerrohre ein und richtet Aussparungen für Fenster oder Luken. Zudem übernimmt er das Glätten und Polieren des noch frischen und formbaren Betons. „Wir sind mit unserem neuen automatisierten Verfahren in der Lage, sogar tragende Betonteile im 3D-Druck zu produzieren“, sagt Hendrik Lindemann. „Der Concrete Aeditor umfasst Produktions- und Material-Container sowie die Betonmischeinheit mitsamt der Wasser- und Energieversorgung und einer eigenen software-gestützten Steuerung. So kann unsere Anlage immer nah bei ihren Bauaufträgen in Fertigteilwerken oder auf Baustellen sein“, ergänzt Aeditive-Marktstratege Türk.

Digitalisierungsschub für das Rechnungswesen

Ab dem 27. November 2020 werden Behörden in Deutschland nur noch E-Rechnungen entgegennehmen. „Wer keine XRechnung einreicht, der wird nicht bezahlt.“

Christian Goede-Diedering, Wirtschaftsjurist und Referent bei der Datev eG, warnt all diejenigen, die auch in Zukunft noch für Bundeswehrkrankenhäuser, die Bundespolizei, die Deutsche Rentenversicherung oder für ein Zollamt arbeiten wollen. 75 Prozent der Rechnungen werden immer noch auf Papier eingereicht und der Großteil der digital eingereichten Rechnungen ist im PDF-Format. Dabei ist ein PDF-Dokument noch keine E-Rechnung. Diese muss in einem strukturierten Datensatz erstellt, übermittelt und empfangen werden. Der Vorteil für die Verwaltung hierbei ist, dass sie die Rechnungen medienbruchfrei weiterverarbeiten können. Die beiden dafür geeigneten Formate sind „XRechnung“ oder „ZUGFeRD 2.1.1 im Profil XRechnung“. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich sogenannte Direktaufträge unter 1.000 Euro.

Unternehmen müssen E-Rechnungen erstellen können

Unternehmen müssen also in der Lage sein, eine elektronische Rechnung zu erstellen. Wer sich bisher noch nicht darum bemüht hat, sollte mit seinem Steuerberater klären, ob ihr Buchungssystem beziehungsweise die Software dazu in der Lage ist oder ob der Hersteller noch Datenelemente hinzufügen muss. Bei neuen Programmen, die für das Erstellen von E-Rechnungen angeschafft werden, sollte darauf geachtet werden, dass sie sowohl bei Geschäftspartnern als auch bei der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden können. Das Format ZUGFeRD 2.1.1 mit dem neuen X-Rechnungsprofil steht auf vielen Internetseiten kostenlos zum Download zur Verfügung.

Länder und Kommunen ziehen ab nächstem Jahr nach

Verwaltungen der Länder müssen E-Rechnungen seit April 2020 annehmen, verpflichtend sind sie für Lieferanten mit Ausnahme von Bremen allerdings noch nicht. Bremen besteht ebenfalls ab Ende November auf E-Rechnungen und die anderen Länder und Kommunen ziehen vermutlich ab Frühjahr oder Sommer 2021 nach. „Die föderale Struktur hierzulande sorgt für durchaus heterogene Anforderungen“, kritisiert Dr. Robert Mayr, CEO der Datev. Die unterschiedlichen Verwaltungsebenen und Behörden seien nicht auf demselben Stand und auch einheitliche Regelwerke fehlen. „Für Unternehmer, die Verwaltungen in mehreren Bundesländern beliefern oder Dienstleistungen erbringen, dürfte es zur Herausforderung werden, ihre elektronischen Rechnungen korrekt zu übermitteln. Denn die einzelnen Länder lassen neben dem Datenaustauschstandard XRechnung auch andere Formate wie ZUGFeRD zu und haben zudem teilweise eigene Portale für den Rechnungseingang etabliert.“ Handwerker, die für Privatkunden arbeiten, müssen sich noch nicht zwingend mit dem Thema auseinandersetzen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass sich dies in den nächsten Jahren auch hier zur Norm entwickeln wird.

E-Rechnungen richtig einreichen

Eingereicht werden die E-Rechnungen über E-Mail, alternativ kann man sie eintippen und hochladen oder über den Peppol-Webservice der Verwaltung übertragen. Wer für eine Bundesbehörde arbeitet, muss seine E-Rechnung im Format XRechnung über die zentrale Rechnungseingangsplattform, kurz ZRE, des Bundes einreichen. Rechnungen an Einrichtungen der mittelbaren Bundesverwaltung werden auf der Plattform OZR-RE eingereicht. Bei beiden Plattformen ist eine einmalige kostenlose Registrierung notwendig. Zur Übermittlung ist eine Leitweg-IF erforderlich, die den Rechnungsempfänger identifiziert und von der Behörde mitgeteilt wird.

Deutschland ist spät dran

Diese Änderung im Rechnungswesen basiert auf der EU-Richtlinie 2014/55/EU und auf der E-Rechnungsverordnung des Bundes von 2017. Bei der Umsetzung der Richtlinie ist Deutschland sehr spät dran. Dänemark hat das Thema E-Rechnungen in der Verwaltung bereits 2005 umgesetzt.

HeidelbergCement verliert gegen EU-Kommission

Die EU-Kommission hatte eine Transaktion von HeidelbergCement und Schwenk 2017 verboten. Nun gibt der europäische Gerichtshof der Kommission Recht.

Die Baustoffkonzerne HeidelbergCement und Schwenk hatten die Übernahme des Zementherstellers Cemex Croatia geplant. Doch die EU-Kommission hat dies im April 2017 verboten, da es den Wettbewerb auf dem Markt für Zement aus Kroatien einschränken würde. HeidelbergCement hat gegen diese Entscheidung Einspruch eingelegt, ist allerdings gescheitert. „Wir analysieren die umfassende Begründung der Entscheidung des europäischen Gerichts und werden dann über unser weiteres Vorgehen entscheiden“, sagte der HeidelbergCement-Sprecher. Die Transaktion sei bereits aufgegeben worden, doch enthalte die Entscheidung grundsätzliche Aussagen, die bei der Planung künftiger Transaktionen von Relevanz sein können. „Insoweit könnte eine weitere Überprüfung sinnvoll sein. Ob dies in Abwägung von Aufwand und Chancen sinnvoll ist, wollen wir aber erst nach der Analyse der Urteilsgründe entscheiden.“ HeidelbergCement kann innerhalb von zwei Monaten und zehn Tagen den Europäischen Gerichtshof anrufen, um die Entscheidung anzufechten.

Bauwirtschaft kritisiert Vorschläge des EU-Parlaments

Das EU-Parlament fordert, dass alle EU-Staaten bis 2050 klimaneutral werden. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß um 60 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken.

Die EU-Kommission hatte 50 bis 55 Prozent vorgeschlagen. „Sollten Parlament und Rat in den bevorstehenden Trilogverhandlungen einen Kompromiss nahe der 60-Prozent-Marke vereinbaren, wäre das ein Belastungstest für die Handwerksbetriebe“, warnt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. „Um einen 60-prozentigen Emissionsrückgang bis 2030 zu erreichen, müssten kleine und mittelständische Betriebe ihren CO2-Ausstoß unverhältnismäßig stark senken. Auch die im Gebäudebereich erforderlichen Emissionsreduktionen wären technisch wie ökonomisch nur schwer zu erreichen“.

Die Wirtschaft darf nicht zusätzlich belastet werden

Er mahnt, dass die europäische Initiative die Balance zwischen ökonomischen und ökologischen Zielen halten müsse. Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Europa dürfe die Wirtschaft keinen zusätzlichen Schaden nehmen. „Das dürfte am ehesten der Fall sein, wenn die Folgenabschätzung der EU-Kommission für eine Entscheidungsfindung herangezogen wird und die dort empfohlene Minderung um 55 Prozent als Richtschnur dient.“ Schwannecke sieht bereits dieses Ziel als sehr ehrgeizig. „Viele Unternehmen kämpfen immer noch damit, sich am Markt zu halten und die Corona-Zeit zu überstehen. Jede zusätzliche Belastung in einer solchen Phase steht diesen Anstrengungen deutlich entgegen.“

Fußbodenheizung oder konventioneller Heizkörper?

Fußboden- beziehungsweise Wandheizungen werden in etwa der Hälfte der Neubauten verbaut, denn viele Nutzer empfinden ihre Wärme als sehr angenehm.

„Am gebräuchlichsten ist die Warmwasserfußbodenheizung“, erklärt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. „Sie bildet ein nahezu konstantes Temperaturprofil aus, ohne markante Abweichungen in Fußboden- beziehungsweise Deckennähe, wie sie andere Heizsysteme aufweisen.“ Weil sie mit geringeren Vorlauf- und Betriebstemperaturen auskommen als herkömmliche Heizungen und große Flächen erwärmen, sind sie zudem sehr sparsam. Die benötigte Vorlauftemperatur liegt bei mindestens 35 Grad Celsius, konventionelle Systeme benötigen 55 bis 70 Grad Celsius.

Durch Fußbodenheizungen kann bares Geld gespart werden

„Durch den hohen Strahlungsanteil der Fußbodenheizung kann die eingestellte Raumtemperatur ein bis zwei Grad niedriger sein“, erklärt Axel Grimm, Geschäftsführer des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen in Dortmund. Da jeder Grad Temperaturabsenkung etwa sechs Prozent Energie spart, spart man durch Flächenheizungen bares Geld. Allerdings hat diese einen Nachteil, der den finanziellen Aspekt wieder wettmachen kann. „Wegen der relativ schlechten Regelbarkeit von Flächenheizungen wird die kostbare Raumwärme oft nach draußen geschickt, weil die Bewohner die Fenster zum Abkühlen öffnen“, sagt Stefan Materne von der Energieberatung der Verbraucherzentralen. Deswegen empfiehlt er, die Nachtabsenkung der Heizung bereits mehrere Stunden vor dem Zubettgehen zu aktivieren, damit der Heizkörper nachts keine Wärme mehr in den Schlafraum abgibt.

Verlegungsarten von Fußbodenheizungen

Die wasserführenden Rohre aus Kunststoff, Metall oder einem Verbundmaterial aus diesen Materialien werden schlangen- oder spiralförmig auf der Dämmschicht auf dem Boden oder an der Wand verlegt“, beschreibt Ebisch den Einbau. „Dann werden sie mittels Rohrclips oder auf speziellen Systemplatten befestigt und anschließend in den Putz oder Estrich eingebettet.“ Bei der Verlegung von Warmwasserfußbodenheizungen unterscheidet man die Nasseinbettung und die Trockeninstallation. Bei der Nasseinbettung liegen die Heizrohre oberhalb der Wärmedämmung und im Estrich. Bei der Trockeninstallation werden die Leitungen in Vertiefungen der Wärmeisolierung eingelegt. Ohne Berührungspunkte zum Heizrohr liegt die Estrichplatte oben auf. Durch Wärmeleitbleche wird die Heizwärme vom Rohr zum Estrich geführt, um den Wärmeübergang zu verbessern. Allerdings werden bei dieser Art etwas höhere Vorlauftemperaturen benötigt. Da sich so allerdings die Aufbauhöhe der Fußbodenheizung reduzieren lässt, ist die Verlegungsart unter Umständen auch in Altbauten möglich.

Fußbodenheizungen in Altbauten

„In schlechter gedämmten, älteren Häusern sind Heizkörper meist die bessere Wahl, vor allem, wenn das Rohrsystem schon vorhanden ist. Es ist dann immer die preiswertere Option“, erklärt Materne. Bereits beim Verlegen eröffnen sich zwei Schwierigkeiten: Oft fehlt es an Fußbodenhöhe oder der Holzboden schwingt stark. Ein klarer Vorteil der Fußbodenheizung ist allerdings, dass kein Heizkörper bei der Raumplanung berücksichtigt werden muss. Und auch bei den Oberbelägen für Fußbodenheizungen gibt es mittlerweile zahllose Möglichkeiten, lediglich auf zu dicke Teppiche sollte verzichtet werden.

Handwerker sehen ihren Beruf als ihre Berufung

Für wie sinnvoll erachten Handwerker ihren Beruf? Und wie zufrieden sind sie? Diese Fragen hat das ifh Göttingen rund 2.000 Handwerkern gestellt.

Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen kommt zu dem Ergebnis, dass Handwerker besonders zufrieden mit ihrem Beruf sind. Das liegt unter anderem daran, dass sie das Produkt ihrer Arbeit eigenständig und vollständig herstellen und am Ende als Ganzes sehen. Deswegen geben 79 Prozent an, dass das Handwerk einen bedeutenden Teil ihrer Persönlichkeit ausmacht. 84 Prozent sind stolz auf ihre Arbeit. Zwei Drittel geben an, ihren Beruf mit Leidenschaft auszuüben und 65 Prozent sehen ihren Beruf als ihre Berufung. Handwerker, die auch ein Unternehmen leiten, sind mit ihrer Tätigkeit besonders zufrieden. Als wichtige Faktoren für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz wurden Arbeitszeiten, Bezahlung, Sicherheit des Arbeitsplatzes, Autonomie bei der Arbeit und Anerkennung durch Familie und Gesellschaft ermittelt. Grundsätzlich zeigt sich, dass die Angestellten zufriedener sind, wenn sie ihren Beruf als sinnvoll erachten.

Chef haftet nicht bei Absturz von der Treppe

Ist die Absturzkante weniger als einen Meter hoch, haftet der Chef in der Regel nicht. Die Unfallversicherung muss die Kosten des Schadens tragen.

Ein Mitarbeiter eines Malerbetriebs ist von der dritten Stufe einer Treppe ohne Absturzsicherung, also etwa aus 50 cm Höhe gestürzt. Dabei hat er sich erheblich verletzt. Die Unfallversicherung zahlte den Schaden, forderte aber vom Betriebsinhaber einen Ersatz der Kosten. Doch die Forderung blieb vor allen Instanzen erfolglos. „Bei einem Sturz wie hier von der dritten Treppenstufe aus 50 cm Höhe ist nicht mit einem tödlichen Verlauf zu rechnen; entsprechend hat sich auch im Streitfall der Geschädigte zwar erheblich, aber doch bei weitem nicht lebensgefährlich verletzt“, lautet das Urteil wörtlich. Deswegen besteht bis zu einer Höhe von einem Meter keine Absicherungspflicht. Bei grob fahrlässigem Verhalten des Betriebs kann es zwar auch passieren, dass dieser bei einem Absturz von weniger als einem Meter zahlen muss, doch nicht jeder Verstoß gegen die Unfallverhütungsvorschrift ist grob fahrlässig. Außerdem wäre dieser Unfall auch passiert, wenn die Treppe besser abgesichert gewesen wäre.

Die Preisträger des Bundespreises „Umwelt & Bauen“

Eine der größten Herausforderungen am Bau ist nachhaltiges Bauen. Durch den Bundespreis „Umwelt & Bauen“ werden gelungene Projekte ausgezeichnet.

Eine zehnköpfige Jury aus Architekten und Experten des nachhaltigen Bauens hat unter Leitung von Prof. Dr. Christa Reicher aus den 83 Bewerbungen vier Gewinnerprojekte ausgewählt und weitere sieben Anerkennungen ausgesprochen.

Die vier Hauptpreisträger

In der Kategorie Wohngebäude konnten gleich zwei Projekte glänzen. Die Hamburger Stadthäuser „StadtFinken“ zeigen, dass nachhaltiges Bauen und ein ansprechendes Design auch unter schwierigen Bedingungen gemeinsam realisiert werden können. Beim Berliner Quartier Sewanstraße konnte Nachhaltigkeit mit sozial verträglichen Mieten kombiniert werden. Bei den Nichtwohngebäuden wurde ein Schulgebäude des Aalener Schubart-Gymnasiums ausgezeichnet. Hier wurde durch eine entsprechende Planung der Luftführung Heiz- beziehungsweise Kühlenergie gespart, ohne dass eine komplexe Steuertechnik benötigt wird. Eine wichtige Rolle für eine ressourcen- und energiesparende Städteplanung spielen Quartiere. Hier hat das Berliner Quartier WIR die Auszeichnung erhalten, da es eine soziale Durchmischung der Einwohnerschaft realisiert.

Weitere sieben Anerkennungen wurden ausgesprochen

Der Neubau der Stadtwerke Neustadt (Holstein) wurde aufgrund seines optimierten Energiebedarfs und des innovativen Materialkonzeptes lobend erwähnt. Bei der Umweltstation der Stadt Würzburg wurde ein Nullenergie-Konzept umgesetzt und auch die ökologische Mustersiedlung Prinz-Eugen-Park in München besticht durch eine Vielzahl an Innovationen in Sachen Ressourcennutzung. Eine Vorbildfunktion bei der nachhaltigen Sanierung nimmt das Quartier an der Melibocusstraße in Frankfurt am Main ein.

Drei der Anerkennungen erfolgten in der Kategorie Sonderpreis

Bei dem „Kreislaufhaus“ Verwaltungsgebäude RAG Stiftung in Essen verrät bereits der Name, welche Schwerpunkte bei der Planung und Realisierung gelegt wurden und auch beim Recyclingshaus in Hannover wurde ein besonderes Augenmerk auf die Materialbeschaffung gelegt. Bei der Sanierung der Sonnenscheune in Plottendorf wurde demonstriert, wie energetisch günstig die Sanierung historischer und denkmalgeschützter Gebäude umgesetzt werden kann.

Bilder und Videos zu allen preistragenden Projekten finden sich auf der Webseite des Umwelt Bundesamtes.