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Umfrage: Öko und Bio müssen sich Geld sparen

Keine Überraschung: Öko- und Bioprodukte verkaufen sich besser, wenn der Verbraucher dadurch bares Geld spart, hat nun eine neue Studie des Umweltbundesamts bestätigt.

Von wegen Umweltschutz: Laut der Studie „Grüne Produkte in Deutschland 2017“ des Umweltbundesamts (UBA) sind Öko- und Bio-Produkte vor allem wegen ihres Sparpotentials derzeit in Deutschland beliebt. Nachhaltigkeit und Ökobilanz spielen dabei aber nur eine untergeordnete Rolle, finanzielle Aspekte sind am wichtigsten.

Umweltbilanz bei Elektrogeräten am wichtigsten

Deutlich wird dies gerade bei großen Elektrogeräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen oder Geschirrspülern, bei denen sich Geräte mit guter Ökobilanz auch gut verkaufen lassen. Dies habe aber mehr mit der Effizienz bei Wasser- und Stromverbrauch und weniger mit dem guten Gewissen der Kunden zu tun, glauben die Autoren der Studie. Gleiches gelte auch für günstigen Ökostrom, der in Deutschland große Marktanteile hat – was sich rentiert, wird auch gekauft.

Dies zeige sich gerade auch an anderen Produktkategorien, bei denen diese Gleichung eben nicht aufgeht: Bio-Lebensmitteln oder -Textilien erreichten trotz zuletzt steigender Verkaufszahlen nur Marktanteile von circa fünf Prozent. „Damit grüne Produkte stärker nachgefragt werden, muss der Preis stimmen. Das heißt, sie müssen günstiger, attraktiver sein als ihre konventionellen Gegenspieler“, fasst es Dr. Michael Bilharz vom Umweltbundesamt zusammen.

Trotzdem kein Rückgang der Emissionen

Der derzeitige Trend zu Öko-Produkten ist damit nicht nur auf bestimmte Produktkategorien bezogen, er senkt auch nicht den CO2-Ausstoß der deutschen Bürger: Es werden zwar immer effizientere Produkte gekauft und Dienstleistungen in Anspruch genommen, doch wird auch deutlich mehr konsumiert. So werden Fortbewegungsmittel immer sparsamer, doch legen die Deutschen auch mehr Wege zurück, die Einsparungen durch Bio-Gemüse werden durch den gestiegenen Fleischkonsum ausgeglichen und der gesparte Strom durch neuere Küchengeräte fließt dann eben in mehr Unterhaltungselektronik.

Dies betrifft auch das Bauen: Zwar wird die durchschnittliche Wohnung pro Quadratmeter immer sparsamer, doch wächst auch die Wohnfläche pro deutschem Bürger von Jahr zu Jahr. Das UBA will in den kommenden Jahren trotzdem an seinem Einsatz für energiesparendes Leben und Wohnen festhalten. So ergab die Studie nämlich auch, dass Verbraucher durch die staatlichen Umweltsiegel zu nachhaltigerem Konsum angeregt werden.

 

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