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Brandschutz durch Feuerverzinkung

Ein aktuelles Forschungsprojekt der TU München zeigt, dass Feuerverzinkter Stahl die Feuerwiderstandsdauer von Stahl deutlich erhöht – und damit auch den Brandschutz.

Stahlkonstruktionen ohne explizites Brandschutzkonzept neigen dazu, eine der geforderten Feuerwiderstandsklassen, wie beispielsweise die R30 (früher F30), zu verfehlen. Als Konsequenz müssen dann passive Brandschutzmaßnahmen wie Verkleidungen, Spritzputze oder Brandschutzbeschichtungen ergänzt werden. Diese erhöhen allerdings die Baukosten und rauben der Stahlkonstruktion oftmals ihren eigentümlichen Charakter.

Zwar dient das Feuerverzinken zu allererst einmal dem Korrosionsschutz, darüber hinaus verbessert es aber auch die Feuerwiderstandsdauer von Stahl – zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Forschungsprojekt der TU München. Dank dieser Erkenntnis könnten zukünftig bei einer Fülle von Stahlbauten deutlich wirtschaftlichere Brandschutzlösungen möglich sein.

Laut Forschungsprojekt können nun Stahlbau-Konstruktionen durch eine im Werk aufgebrachte Feuerverzinkung die geforderte Feuerwiderstandsklasse von R30 häufig erreichen. Zusätzliche passive Brandschutzmaßnahmen sind dann nicht mehr erforderlich.

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Kleiner Dämpfer für Europas Bauwirtschaft

Für 2019 nur ein kleiner Anstieg von zwei Prozent für die Branche, meldete der ifo Schnelldienst. In zwei Jahren soll die Zunahme noch geringer ausfallen, so die Prognose.

Sie wächst weiter, die europäische Bauwirtschaft. Aber nicht mehr so ungebremst wie zuvor. Lag der Anstieg im letzten Jahr bei rund 2,8 Prozent, geht er dieses Jahr auf ungefähr 2,0 Prozent zurück. Bis 2021 soll er noch weiter sinken, auf 1,3 Prozent. Die Zahlen entstammen einem Report der Forschungsgruppe Euroconstruct.

Die Gründe für den Boom seien vor allem die gute Wirtschaftslage, das günstige Zinsumfeld und die gestiegenen Handlungsspielräume der öffentlichen Hand gewesen, erläutert Ludwig Dorffmeister, ifo-Experte. Auch die zunehmende Urbanisierung und Zuwanderung spielen mit rein, denn diese Faktoren hätten neben einem Ausbau des lokalen Wohnraumangebots auch Investitionen in Verkehrswege erforderlich gemacht.

Ursachenforschung

In den Jahren von 2014 bis 2018 hat sich die Bauproduktion um mehr als zwölf Prozent ausgeweitet – auch eine Ursache der Abschwächung des Wachstumstempos. In einigen Euroconstruct-Ländern lag die Bauleistung im letzten Jahr sogar deutlich über dem Vorkrisen-Niveau von 2007. „In Deutschland konnte das Bauvolumen seit 2014 um fast neun Prozent gesteigert werden“, fügt Dorffmeister hinzu. Die Engpässe in der Bauwirtschaft haben trotzdem zugenommen. Auch aufgrund des schnelleren Baupreis-Anstiegs.

Unterschiedliche Entwicklung

Gerade im Tiefbau gab es in 2018 noch einmal starken Zuwachs zu verzeichnen. Für dieses Jahr scheint die Entwicklung ähnlich weiterzugehen. Beim Wohnungsbau sieht die Sache schon anders aus, ebenso beim Hochbau. Mit einem Anstieg von circa einem halben Prozent steht der Wohnungsbau zum Ende des Prognosezeitraums im übrigen Vergleich schwach dar. Laut Prognose sollen dabei die Neubau-Leistungen bereits ab 2020 nur noch stagnieren.

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Reparatur statt Rauswerfen

Ersatzteile für Elektrogeräte sollen zukünftig schneller und länger verfügbar sein. Dafür nimmt die EU die Hersteller in die Pflicht. Das Ziel? Mehr Nachhaltigkeit.

Eine Sache, die viele Kunden schon lange beklagen: Elektrogeräte gehen kaputt, im schlimmsten Fall unmittelbar nach Ablauf der Garantie. Oft bekommt man dann nicht nur den entsprechenden Reparatur- oder Austauschservice nicht kostenlos, es gibt auch eine generelle Absage vom Hersteller – „Eine Reparatur ist leider nicht möglich“. Bleibt also nur die Option eines neuen Gerätes. Nachhaltig ist das aber so gar nicht. Genau dagegen will die EU jetzt angehen. Die neue Ökodesign-Richtlinie soll nun verhindern, dass technische Geräte auf dem Müll landen, obwohl sie repariert werden könnten. Ab 2021 soll die Richtlinie auch in Deutschland eingeführt werden.

Sieben Jahre verfügbar

Vorrangiges Ziel ist es, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen stark zu erhöhen. Dafür hat die EU mit der Richtlinie spezifische Reglungen für die einzelnen Sparten von Elektrogeräten aufgestellt. Für Leuchten, Kühlschränke und Displays stehen sie schon fest. So sollen die Ersatzteile zukünftig sieben Jahre lang verfügbar und innerhalb von 15 Tagen lieferbar sein. Zusätzlich sollen die Hersteller entsprechende Reparaturanleitungen online bereitstellen. Dabei bleiben die sicherheitsrelevanten Bauteile den Profis, wie zum Beispiel dem Elektrohandwerk, überlassen. Heimwerker und Bastler erhalten aber Zugriff auf die nicht-sicherheitsrelevanten Einzelteile und können so auch wieder mehr Reparaturen selbstständig durchführen.

Noch einige Hindernisse

Alexander Neuhäuser, Geschäftsführer Recht und Wirtschaft beim Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), sieht das Ganze etwas kritischer. Grundsätzlich ist auch der Verband der Ansicht, dass mehr Elektrogeräte, wenn möglich, repariert werden sollen. Ebenfalls ist er auch der Meinung, dass hier die Hersteller am Zug sind und mehr qualitativ hochwertige Ersatzteile für Elektrokleingeräte und bessere Anleitungen bereitstellen müssen. Nichtsdestotrotz ist Neuhäuser der Überzeugung, dass weder die Verfügbarkeit der Ersatzteile die Lösung der Problematik sei, noch das sich automatisch bei jedem Elektrogerät eine Reparatur lohnt. Weiter findet er, dass die Unterscheidung in „sicherheitsrelevante“ und „nicht-sicherheitsrelevante“ Bauteile noch zu unklar sei. „Das ist bislang noch ein unbestimmter Rechtsbegriff – auch wenn der Türgriff eines Kühlschranks im Vergleich zur elektrischen Steuerung noch relativ leicht zu definieren wirkt“, erläutert er. „Bei einem Gehäusebauteil, das auch isolierende Funktion haben kann, wird es da schon schwieriger.“

Auch die festgesetzte Lieferzeit von 15 Tagen sieht er als schwierig an: „Das ist nur im Direktvertrieb der Hersteller leistbar und nicht für die Händler, die selbst auf die Lieferung der Ersatzteile angewiesen sind. Die meisten Kunden werden sich aber an denjenigen vor Ort wenden, bei dem sie die Geräte gekauft haben. Und der kann nicht alle Ersatzteile bevorraten, sondern muss diese gegebenenfalls erst über eine Lieferkette beschaffen.“

Reparaturen steuerlich geltend machen

Mit der Ökodesign-Richtlinie hat die EU rechtliche Rahmenbedingungen für die bessere Reparierfähigkeit von Elektrogeräten geschaffen. Das Umweltbundesamt (UBA) fordert in seiner 7-Punkte-Strategie zusätzlich eine Änderung im Steuergesetz, um professionelle Reparaturen für Handwerker noch attraktiver zu machen. So sollen nicht nur Reparaturen, die Zuhause beim Kunden durchgeführt werden, sondern auch Reparaturen, für die Fachkräfte die Geräte mitnehmen müssen, steuerlich geltend gemacht werden können. Diese Änderungen sieht die EU-Richtlinie bisher nicht vor.

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Starkes Signal für Gleichwertigkeit beruflicher Bildung

Ein Ticket, das in ganz NRW gilt. Verkehrsminister Wüst stellte das Konzept nun vor, das Azubis, aber unter anderem auch FSJ’ler und Meisterschüler nutzen sollen.

Im Sommer soll kommen, was für Studenten schon längst zum Alltag gehört: Ein NRW-weites Azubiticket. Die vier Verkehrsverbünde in NRW haben sich geeinigt und können nun ein einheitliches Ticket anbieten. Nutzen können das Angebot aber nicht nur Auszubildende, sondern auch junge Menschen die einen Bundesfreiwilligendienst, ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr absolvieren sowie Meisterschüler und Beamtenanwärter des mittleren Dienstes.

Erworben werden kann das Ticket als Zuschlag auf die verbundweiten Tickets. Preislich kommt dann ein Aufschlag von 20 Euro im Monat auf die Verbundtickets. Azubis zahlen für ein NRW-weites Ticket dann monatlich maximal 82 Euro. Mit den Verkehrsverbünden einigte man sich außerdem darauf, dass sowohl die verbundweiten, als auch das landesweite Zuschlagticket bis Ende Juli 2023 nicht teurer werden dürfen.

Guter Einstieg

„Die jetzt gefundene Lösung ist ein guter Einstieg in attraktive Mobilitätsangebote für Auszubildende. Minister Hendrik Wüst und alle beteiligten Akteure setzen damit ein starkes Signal für die Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung“, begrüßte Andreas Ehlert das Angebot. Der Präsident von Handwerk.NRW verdeutlichte außerdem die Bedeutung eines NRW-weit einheitlichen Tickets besonders für die Regionen, durch die Verbundgrenzen laufen. „Ausbildung darf nicht an Verbundgrenzen scheitern. Das landesweite Azubi-Ticket könnte es zum Beispiel Ausbildungssuchenden aus dem Ruhrgebiet erleichtern, einen Ausbildungsplatz in Westfalen anzunehmen.“

Hans Hund, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags, blieb etwas zurückhaltender: „Am Ende wird es darauf ankommen, wie die Konditionen wahrgenommen werden im Vergleich zu den bisherigen Verkehrsverbundtickets, zu Azubi-Tickets in anderen Bundesländern wie in Hessen, wo Auszubildende einen Euro pro Tag zahlen, oder zum Semester-Ticket in NRW.“

Wichtig im ländlichen Raum

Mit dem Ticket sorge man für gleiche Bedingungen bei dualen und akademischen Ausbildungen und folge damit der Handlungsempfehlung der Enquetekommission „Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten“, so der CDU- Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, der um die Bedeutung eines solchen Tickets für den ländlichen Raum wisse. Der Bäckermeister zeigte sich außerdem erfreut über die Tatsache, dass das Azubi-Ticket ein freiwilliges Angebot bleibt und es so als Zusatzangebot zu bestehenden lokalen und verbundweiten Angeboten ausgestaltet wird.

Auszubildende unterstützen

Möchten Arbeitgeber ihre Auszubildenden mit einer Bezuschussung des Tickets unterstützen, können sie die Kosten als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Vorteile gibt es dabei für beide Seiten, denn wird der Preis für das Ticket geteilt, zahlen Azubis nur noch maximal 41 Euro im Monat für die landesweite und 31 Euro für die verbundweite Version.

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Doch keine Einbaupflicht für Brandschutzschalter

Der erste Entwurf der DKE-Kommission sah eine Einbaupflicht vor. Nach Protesten der Branche ruderten die Experten aber zurück. Der Einbau wird nun lediglich empfohlen.

Die Installationsnorm DIN VDE 0100-420 sieht unter anderem vor, dass bei der Errichtung von Niederspannungsanlagen Maßnahmen gegen Brandgefahr durch Fehlerlichtbögen eingerichtet werden müssen. Diese sogenannten Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen sind besser bekannt als „Brandschutzschalter“. Die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) hatte in einem ersten Entwurf die DIN dahingehend geändert, dass der Einbau von Brandschutzschaltern verpflichtend ist. Daraufhin gab es massiven Widerstand von Seiten der Bauwirtschaft. Im aktuellen Entwurf empfiehlt die Kommission den Einbau von Brandschutzschaltern, die Verpflichtung bleibt aber aus.

„Bauen muss bezahlbar bleiben und darf durch privatrechtliche Normen nicht unnötig aufwendig werden“, begrüßte Dipl.-Ing. Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) die neue Änderung. Es sei nicht nachvollziehbar, dass privatrechtliche Regelungen Sicherheitsstandards definieren, die über die gesetzlichen Anforderungen im Brandschutz hinausgingen und unnötige Mehrkosten verursachten.

Weiter betonte er, dass das Schutzniveau des Gesetzgebers auch für privatrechtliche Normen gelten müsse. Denn wegen der nicht erprobten Gebrauchstauglichkeit und der hohen Kosten der Brandschutzschalter, sei anzuzweifeln, ob die Norm als anerkannte Regel der Technik gelten sollte. Aus diesem Grund habe man sich gegen den verpflichtenden Einbau gewehrt.

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Grundsteuerreform: Handwerk und Baugewerbe nicht überzeugt

Sowohl Baugewerbe als auch Handwerk äußerten Kritik an den Eckwerten für die Grundsteuer, auf die sich der Bundesfinanzminister mit seinen Länderkollegen einigte.

Mit den Eckwerten für die Reform der Grundsteuer, auf die sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit den Finanzministern der Länder einigte, sind nicht alle einverstanden. Die Steuer soll sich zukünftig aus einem Mix aus Grundstückswert, Alter der Immobilie und den durchschnittlichen Mietkosten berechnen. Vor allem in Ballungsgebieten haben sich in den letzten Jahren aber die Werte stark verändert. Aus diesem Grund könnte die geplante Form hier zu höheren Grundsteuern und dadurch resultierenden zu höheren Wohnkosten führen.

Kritik von Zentralverbänden

„Insbesondere darf es keine Belastungsverschiebung zu gewerblich genutzten Grundstücken und Gebäuden geben“, pochte Holger Schwannecke, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, auf die Aufkommensneutralität. Auch das Baugewerbe kritisiert die Pläne. „Die Verständigung von Bund und Ländern zur Reform der Grundsteuer, die auf die Berücksichtigung von Mieten, Gebäudewerten und Bodenrichtwerten aufbaut, kann aus mehreren Gründen nicht überzeugen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Felix Pakleppa. Er stuft den Vorschlag als viel zu bürokratisch ein: „Die Einbeziehung von Mieten bedeutet bürokratischen Aufwand. Auch fiktive Miete für Wohneigentum muss berechnet werden. Ein weiterer Nachteil ist, dass durch die Einbeziehung der Gebäudewerte keine Anreize für neues Bauen gesetzt werden.“ Als Alternative nannte Pakleppa das sogenannte Bodenrichtwertmodell, das unbürokratischer und zeitgemäßer sei. Danach werde die Grundsteuer allein am Bodenwert bemessen. „Damit wird auch die Bebauung von unbebauten Grundstücken gefördert“, fügte er hinzu.

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Infrastruktur: Lärmschutzklagen sorgen für Bauverzögerungen

Beim Schienenausbau muss bei elf Infrastrukturprojekten aufgrund von Lärmschutzklagen mit Verzögerungen gerechnet werden. Dies geht aus einer Anfrage der FDP hervor.

Eine der Hauptstrategien im Kampf gegen den Klimawandel ist der Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sowie die Reduzierung des Individualverkehrs. Dass hierbei allerdings oftmals allgemeine auf individuelle Interessen stoßen, zeigt eine aktuelle Anfrage der FDP-Fraktion an die Bundesregierung. Demnach komme es aktuell bei elf größeren Infrastrukturprojekten im Bereich Schiene zu Verzögerungen, da Anwohner und unmittelbar Betroffene Lärmschutzklagen eingereicht haben.

Im Gegensatz dazu seien im Bereich der Bundeswasserstraßen laut Bundesregierung Verzögerungen von Bauprojekten des Bundesverkehrswegeplans durch Lärmschutzklagen nicht bekannt. Auch im Bereich Straße liegen der Bundesregierung „keine statistisch auswertbaren Daten“ vor, da die Länder die Bundesfernstraßen gemäß Artikel 85 und 90 Grundgesetz in Auftragsverwaltung planen, bauen, erhalten und betreiben.

Unvorhersehbare Sachverhalte

Als Hauptgründe für die Verzögerungen nannte die Regierung aufwändige Trassenfindungsverfahren, notwendige Umplanungen infolge von Regelwerksänderungen, zeitliche Verzögerungen in den Planfeststellungsverfahren sowie fehlende haushalterische Voraussetzungen. Darüber hinaus könnten sich in der Realisierungsphase unvorhergesehene Sachverhalte ergeben, welche die Bauzeit verlängerten oder zeitaufwändige Änderungen an den rechtsbeständigen Planunterlagen erforderlich machten. Der Planungsaufwand für Verkehrsvorhaben sei abhängig von der Komplexität des materiellen Sachverhalts und der Rechtslage in allen einschlägigen Rechtsbereichen – heißt es in der Antwort.

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Noch viel Potential für den Handwerk-Online-Fachhandel

Der Anteil der online getätigten Bestellungen steigt auch im Baugewerbe langsam aber sicher an. Trotzdem sind einige Gewerbe E-Commerce gegenüber noch zurückhaltend.

Aus dem Privaten ist das Online-Shopping nicht mehr wegzudenken. In der Bauwirtschaft ist die Skepsis gegenüber dem Onlinehandel allerdings noch groß. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstitut BauInfoConsult hat sich jetzt mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern das E-Commerce in den nächsten Jahren auch für die Baubranche an Bedeutung zunimmt. 501 Handwerker und Bauunternehmen wurden befragt. Ergebnis: Allgemein steigt die Nutzung. Dennoch unterscheidet sich der Anteil der einzelnen Gewerke stark.

Gerade die SHK-Installateure liegen hier weit vorne. 74 Prozent rechnen bis 2021 mit mehr Bestellungen über Online-Shops. Bei den Bauunternehmern sieht es ähnlich aus, nur 30 Prozent gehen davon aus nicht online zu bestellen. Maler, Trockenbauer und Dachdecker sind dagegen sehr skeptisch. Fast die Hälfte der Befragten kann sich nicht vorstellen, dass die Anzahl der online georderten Materialien ansteigen wird. Das Meinungsbild zeigt deutlich, dass dort noch Luft nach oben ist. Der Fachhandel muss sich also überlegen, wie er den Gewerben die Möglichkeiten des E-Commerce schmackhaft macht.

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Gerichtsurteil: VW muss erstmalig auch Euro-6-Diesel zurücknehmen

Das Landgericht Köln erklärte die Abgasmanipulation als sittenwidrig und entschied damit zugunsten eines VW-Kunden. Der Autohersteller muss nun den Kaufpreis erstatten.

Die Meldungen rund um den VW-Dieselskandal reißen nicht ab. Jetzt sorgt ein neues Urteil für Aufmerksamkeit: Das Landgericht Köln entschied erstmals, dass der Autohersteller auch ein Euro-6-Fahrzeug zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten muss. Da das EU-Gericht im Dezember 2018 den Grenzwert von 80 Milligramm Stickoxid für rechtens erklärte, ist das Urteil besonders interessant. Möglicherweise können dann nämlich auch bald Euro-6-Diesel die EU-weiten Grenzwerte nicht mehr einhalten.

Zum Hintergrund

Im Juli 2015 bestellte ein Kunde einen VW Touareg – zwei Monate vor Bekanntwerden des Dieselskandals. VW lieferte den Wagen im November aus, mit der Aussage, dass das Auto nicht vom Abgasskandal betroffen sei. Nur einen Monat später, im Dezember 2015, rief das Kraftfahrt-Bundesamt aber auch den Touareg des betroffenen Kunden aufgrund illegaler Abgassoftware zurück.

Vor Gericht stellte sich heraus, dass sogar zwei illegale Abschalteinrichtungen verbaut waren. So wurde unter anderem die Einspritzung von schadstoffminderndem AdBlue manipuliert.

Das Urteil

Die zuständigen Richter urteilten daraufhin, dass die Typengenehmigung für den Fahrzeugtyp so vorsätzlich durch sittenwidrige Täuschung erwirkt worden sei. Da der Mann den Wagen damals nicht gekauft hätte, wenn er von der Abgasmanipulation und der daraus resultierenden Stilllegung gewusst hätte, sei er berechtigt eine Rückabwicklung des Kaufvertrages, abzüglich einer Nutzungsentschädigung, von VW einzufordern. Volkswagen muss den vollen Kaufpreis von 66.640 Euro zurückzahlen, abzüglich einer Nutzungsentschädigung von 0,266 Euro pro Kilometer. Damit sprach das Landgericht Köln dem Betroffenen einen Schadensersatz von fast dem Doppelten des Marktwertes zu.

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SHK-Verband fordert Steuersenkungen

Bei Steuerüberschüssen in Milliardenhöhe sei es an der Zeit, die Steuerbelastungen zu senken, fordert der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima.

„Unsere Jugend versteht die Politik schon lange nicht mehr“, sagt Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). „Denn zahlreiche gewährte politische Wohltaten werden heute zu Lasten ihrer Generation finanziert. Nicht nur bei den Renten bestimmen teure Wahlgeschenke immer häufiger regierungspolitisches Handeln.“ So hätten bereits drei schwarz-rote Regierungskoalitionen unter der Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Tradition aufkommen lassen, bestimmte Wählergruppen kurzfristig mit Steuergeldern zufriedenzustellen.

„Im Jahr ihrer ersten Regierungsübernahme 2005 lag das Steuereinkommen bei 452 Milliarden Euro. Bis 2018 stiegen die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden auf 775,3 Milliarden Euro“, führt Bramann weiter aus. Verantwortlich hierfür seien die gute Konjunktur, die Beschäftigungslage sowie die stetig steigenden Steuereinnahmen. „Hier ist vor allem die Belastung der Arbeitseinkommen ein ergiebiger Quell für die Finanzen von Vater Staat“, so Bramann.

Hochsteuerland Deutschland

Mit Blick auf EU-Länder wie Frankreich oder Großbritannien, die bereits Steuersenkungen durchgeführt hätten, stehe Deutschland nach Auffassung Bramanns inzwischen wie ein Hochsteuerland da. „Allein um die Standortattraktivität zu sichern, bedarf es Steuerreformen! Und die Bürger hätten es auch längst verdient. Der SOLI wird 30 Jahre nach seiner Einführung nicht mehr gebraucht. Das Auslaufen des Solidarpakts II zum Ende des Jahres 2019 wäre eine gute Gelegenheit, um das Kapitel Soli zu schließen. Wenn nicht jetzt, wann dann: Denn der Staat kann sich das leisten.“

Doch anstatt die Steuerbelastung zu senken und Bürgern, dem Handwerk und der Industrie einen höheren Anteil ihrer erarbeiteten Gelder zu belassen, suchen die beiden Regierungsparteien in den Augen Bramann aktuell nach immer neuen Möglichkeiten, dies um jeden Preis zu vermeiden.

„Der Steuerzahler schaut dabei in die Röhre. Dabei wäre es an der Zeit, dass die Politik einmal ihre Wertschätzung für die Leistungen derjenigen zeigt, die die Steuerlast in diesem Lande stemmen. Zu blankem Hohn verkommt dabei die Erklärung von Minister Scholz, den Solidaritätszuschlag für die 10 Prozent Beitragszahler bestehen zu lassen, die ohnehin den größten Beitrag zum Steueraufkommen leisten. Und das sind nicht in erster Linie Millionäre, Herr Scholz. Es sind die Leistungsträger im Mittelstand, die nicht zuletzt in den Handwerksbetrieben Tag für Tag für den wirtschaftlichen Erfolg dieses Landes arbeiten“, so Bramann.

Verantwortungsvoller Umgang

Die Politik solle laut Bramann endlich Umdenken. Schließlich hätten die letzten Wahlergebnisse deutlich gezeigt, dass staatliche Wohltaten nach Gießkannenprinzip den regierenden Parteien an der Wahlurne kaum helfen. Zudem habe eine aktuelle Studie des Basel Institute of Commons and Economics herausgefunden, dass wir Deutsche im Vergleich zu Bürgern anderer Nationen eigentlich ganz gerne Steuern zahlen. „Voraussetzung dafür ist und bleibt allerdings, dass bei den Abgaben Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt und mit dem Geld auch verantwortungsvoll umgegangen wird.“