Image: Fotolia/Marleny

Bauwirtschaft hält hohe Drehzahl und baut erneut Personal auf

Die aktuelle Halbjahresbilanz des Bauhauptgewerbes zeigt, dass Bauunternehmen mit ihren Aufträgen kaum hinterher kommen – mit Folgen für die Personalentwicklung.

„Die Bauunternehmen haben im Juni noch einmal eine Schippe draufgelegt.“ Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe die neusten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen. Danach haben Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten im Juni ca. 52,4 Millionen Stunden auf deutschen Baustellen gearbeitet und ihre Leistung gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,6 Prozent ausgeweitet. Die Steigerung fällt damit höher aus, als angesichts eines mehr zur Verfügung stehenden Arbeitstages zu erwarten war. Im Wohnungsbau fiel die Leistungssteigerung mit + 9 Prozent besonders deutlich aus. Dies zeigt, dass die Bauunternehmen intensiv damit beschäftigt sind, ihre Auftragsbestände abzuarbeiten.

Bauwirtschaft mit Personalzuwachs

Die Leistungssteigerung konnte nur aufgrund von weiteren Neueinstellungen gelingen. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes sind in den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten per Juni durchschnittlich gut 20.000 Beschäftigte mehr „an Bord“ als noch vor einem Jahr.

Bis zum 30. Juni haben die Unternehmen des Bauhauptgewerbes (Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten) 35 Milliarden Euro umgesetzt; davon gut 20,3 Milliarden Euro im Hochbau (+ 8,0 Prozent) und 14,7 Milliarden Euro im Tiefbau (+ 8,2 Prozent).

Für das zweite Halbjahr erwartet der ZDB eine Fortsetzung der intensiven Bautätigkeit, die Orderzugänge legen das nahe: Im Juni haben sie im Tempo der ersten fünf Monate bei gut + 7 Prozent weiter zugelegt.

„Die Zahlen zeigen eines: Eine Ausweitung des Wohnungsbaus werden wir nur durch einen entsprechenden politischen Impuls erreichen. Daher haben wir hohe Erwartungen an den Wohngipfel am 21. September mit der Bundeskanzlerin,“ so Pakleppa abschließend.

Image: Fotolia/josefkubes

Meister im Osten dürfen weiterhin keine Gebäude planen

Dass es in den 16 Bundesländern auch 16 verschiedene Landesbauordnungen gibt, ärgert viele Handwerker. In den neuen Ländern dürfen sie deshalb auch keine Gebäude planen.

Große Gebäude werden von Architekten geplant – dieser Grundsatz gilt in Deutschland und vielen anderen Ländern. Für kleinere Häuser, darunter Ein- und Zweifamilienhäuser und einige Gewerbebauten gibt es aber Ausnahmen: Sie dürfen auch von Handwerksmeistern aus dem Bauhauptgewerbe geplant werden, allerdings nur in einigen Bundesländern. Untersagt ist diese Praxis weiterhin in den neuen Bundesländern, wo sich aber Widerstand gegen die Regelung formiert.

Neue Bundesländer benachteiligt

Grundsätzlich betrifft diese Regelung die Gewerke der Maurer, Zimmerer und Betonbauer sowie staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Bautechnik. Sie sind in den meisten alten Bundesländern sowie Berlin (mit der Ausnahme von Rheinland-Pfalz) bauvorlagenberechtigt, dürfen also Bauanträge für Wohngebäude, kleine gewerbliche Gebäude und Garagen einreichen. Meistens dürfen diese Bauwerke die Fläche von 200 Quadratmetern aber nicht überschreiten. In Sachsen und Sachsen-Anhalt dürfen diese Gebäude nur halb so groß sein, in den drei weiteren neuen Bundesländern (Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) ist Handwerkern das Einreichen von Bauanträgen ganz verwehrt.

Insofern ist es nachvollziehbar, dass sich Handwerksmeister im Osten der Bundesrepublik benachteiligt fühlen. „Unsere Meister des Maurer- und Zimmererhandwerks sind aufgrund ihrer hochqualifizierten Ausbildung in der Lage, entsprechende Objekte aus einer Hand zu planen und auszuführen. Diese Möglichkeit ist in fast allen westdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin seit vielen Jahren gegeben und hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Es kann nicht sein, dass die Handwerksmeister in den neuen Bundesländern in dieser Hinsicht diskriminiert werden“, äußerte sich Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Besonders ärgerlich ist dies, weil ostdeutsche Meister ja genauso gut auf die Planung von Gebäuden vorbereitet sind wie ihre westdeutschen Kollegen – die Ausbildungsinhalte in den Meisterkursen sind schließlich dieselben. Im Weg stehen Ihnen vielmehr die bundesweit abweichenden Landesbauordnungen. So ist es einem thüringischen Betonbaumeister beispielsweise in Bayern erlaubt, ein kleines Gebäude zu planen, aber nicht in seinem Heimatbundesland.

Aussicht auf Besserung?

Für die betroffenen Meister stellt sich deshalb nun die Frage, ob sich die Situation bald ändern wird. Eine Lösung ist die Einführung einer so genannten „kleinen Bauvorlageberechtigung“, mit der Handwerksmeister kleinere Gebäude planen dürfen. Diese Regelung, die bislang nur in einigen alten Bundesländern gilt, ist für den Osten noch nicht übernommen worden. Zwar sollte sie 2015 in Mecklenburg-Vorpommern eingeführt werden, scheiterte aber damals.

Darüber hinaus fordern viele Stimmen in der Bauwirtschaft, diese Dinge bundesweit einheitlich zu regeln und die einzelnen Landesbauordnungen durch eine Musterbauordnung zu ersetzen, die einige bauordnungsrechtliche Vorschriften vereinheitlichen würde. Genauso wie bei den Landesvergabegesetzen konnte man sich hier aber noch nicht auf eine Lösung einigen.

Image: iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Bauunterlagen mit Fehlern gelten als Mangel

Wie das Oberlandesgericht nun entschied, stellen unbrauchbare Planungsunterlagen einen Mangel der Handwerkerleistung dar – mit Folgen für etwaige Beanstandungen.

In einer aktuellen Entscheidung stellt das Oberlandesgericht Koblenz klar, dass eine Heizungsanlage ohne korrekte Dokumentation als mangelhaft gilt. Zudem stellt die reine Inbetriebnahme eines Werks durch den Kunden keine förmliche Abnahme dar.

Geklagt hatte eine Heizungsfirma, die in einem Gebäude eine Heizungsanlage einbaute und mit dem Kunden eine förmliche Abnahme nach Fertigstellung vereinbarte. Hierfür schlug der Auftraggeber zunächst mehrere Termine vor, zu denen der Handwerker allerdings nicht erschien. Der Kunde verweigerte daraufhin die Zahlung des restlichen Werklohns von rund 9.000 Euro. Der Heizungsbauer klagte das Geld mit dem Argument ein, der Bauherr habe die Anlage bereits eigenhändig in Betrieb genommen. Er gehe daher davon aus, dass der Bauherr das Werk damit als einwandfrei gebilligt und somit abgenommen habe.

Das Urteil

Das Oberlandesgericht wies die Klage zurück. Wenn die förmliche Abnahme eines Werkes vereinbart sei, argumentierten die Richter, gebe es keine Abnahme allein durch Inbetriebnahme der Heizungsanlage als „schlüssiges Verhalten“. So hätte der Handwerker auf die vom Bauherrn vorgeschlagenen Abnahme-Termine reagieren und an einer förmlichen Abnahme mitwirken müssen.

Vertragliche Leistung nicht eingehalten

Zudem hätten erhebliche Mängel vorgelegen, die den Kunden dazu berechtigt hätten, die Abnahme und die Restzahlung zu verweigern. Da die für den Betrieb einer Heizungsanlage notwendigen Unterlagen fehlten, sei die Leistung der Heizungsfirma nicht vertragsgemäß. So sei beispielsweise die Leitungsführung in den Plänen und Zeichnungen falsch dargestellt, Schemata seien unvollständig und teilweise nicht beschriftet und Bezeichnungsschilder fehlten. Laut Auffassung des Gerichts seien die Planungsunterlagen schlicht unbrauchbar.

Image: iStock.com/Pali Rao

DGB will besseren Schutz und Mindestgehalt für Azubis

Lehrjahre sind keine Herrenjahre – in Handwerk und Industrie gilt diese Weisheit weiterhin. Trotzdem sollten Auszubildende größere Rechte haben, fordert jetzt der DGB.

Die gute Nachricht zuerst: 70 Prozent der Auszubildenden in Deutschland sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Mit dieser Zahl, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem Ausbildungsreport 2018 nennt, ist es aber nicht getan, denn an vielen anderen Punkten sieht der Bund noch großes Verbesserungspotential. Darunter ist neben strikteren Regelungen zu Ausbildungsinhalten und Arbeitszeiten auch eine Ausbildungsmindestvergütung für alle Azubis in Deutschland.

Ein Drittel macht Überstunden

So seien regelmäßige Überstunden in einer gut strukturierten Ausbildung eigentlich nicht angebracht, meint der DGB. Trotzdem arbeitet laut der Umfrage, an der 15.000 Auszubildende teilnahmen, jeder dritte von ihnen regelmäßig länger als im Arbeitsvertrag festgehalten. Jeder vierte wird sogar im Schichtdienst eingesetzt. „Insbesondere Schichtarbeit ist ein Problem. Bei den Hotelfachleuten und den FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk sind fast 80 Prozent der Auszubildenden im Schichtdienst tätig. Bei jedem, bzw. jeder Zweiten wird die gesetzliche Ruhezeit nicht eingehalten, viele von ihnen müssen öfter am Wochenende arbeiten, obwohl das nur die Ausnahme sein sollte“, so DGB-Jugendreferent Daniel Gimpel.

Gerade Hotelfachleute, Zahnmedizinische Fachangestellte sowie Auszubildende im Einzelhandel hätten in der Umfrage negative Angaben gemacht, aber auch Handwerksberufe wie Tischler und Lebensmittel-Fachverkäufer. Dem DGB ist darüber hinaus auch ein Dorn im Auge, dass mehr als die Hälfte der Befragten auch nach Dienstschluss für ihre Chefs erreichbar sein mussten. „Der Ausbildungsreport deckt auch dieses Mal gravierende Probleme bei der Ausbildungsqualität auf“, heißt es in einem Statement von Gimpel.

Ein weiteres Manko: Ein Drittel der Befragten hatten keinen Ausbildungsplan bekommen, in dem die Lehrinhalte festgelegt sind. Dies ist aber gesetzlich vorgeschrieben. „Spätestens bei den Zwischen-und Abschlussprüfungen rächt sich eine solche betriebliche Praxis. Denn es kann zu enormen Schwierigkeiten führen, wenn den Auszubildenden wichtige Lerninhalte fehlen“, so Gimpel.

Mindestausbildungsvergütung gefordert

Der DGB fordert außerdem, bei einer Überarbeitung des Berufsbildungsgesetzes auch eine Mindestvergütung für Azubis einzuführen. 635 Euro monatlich stellen die Gewerkschafter für das erste Lehrjahr dafür in den Raum, die in vielen Berufszweigen nicht erreicht werden. Darüber hinaus sollen alle weiteren Kosten, die bei der Ausbildung in irgendwelcher Form entstehen, ausschließlich vom Betrieb getragen werden.

Darüber hinaus moniert der DGB bestimmte Arbeitszeitregelungen: Nicht nur sollten regelmäßige Überstunden und Schichtarbeit vermieden werden, auch sollen Wege- und Pausenzeiten künftig als Arbeitszeit angesehen werden und die Praxis der Rückkehrpflicht von Auszubildenden in den Betrieb nach dem Berufsschulunterricht abgeschafft werden. Darüber hinaus fordern Gimpel und seine Mitstreiter, dass Azubis am letzten Arbeitstag vor der Prüfung bezahlt freigestellt werden und bei Nichtübernahme bei Ausbildungsende rechtzeitig informiert werden.

Image: herreneck – stock.adobe.com

Denkmalschutz: Hoch geschätzt, wenig gefördert

Die Aktionsgemeinschaft privates Denkmaleigentum fordert, mehr in bauliches Kulturerbe zu investieren. Die Förderung denkmalgeschützter Häuser käme demnach viel zu kurz.

Im Europäischen Kulturerbejahr 2018 wird das kulturelle Erbe in den Mittelpunkt gestellt und auf allen politischen Ebenen das reiche und vielfältige Kulturerbe von Politikern gewürdigt. Doch zwischen der offiziellen Wertschätzung dieser Denkmale und deren Förderung klafft eine unschöne Lücke. „Die Landesregierungen sparen nach wir vor an der Denkmalförderung und auch der Entwurf des Bundeshaushalts 2018 enthielt zunächst dort eine große Null, wo sonst ein Denkmalschutz-Sonderprogramm ein Vielfaches an Investitionen beflügelte, um wertvolle Bausubstanz vor dem Verfall zu retten.“, sagte Hubertus v. Dallwitz, der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Privates Denkmaleigentum in Berlin, im Vorfeld des diesjährigen Tages des offenen Denkmals.

Privater Denkmalschutz muss gefördert werden

„Der Großteil denkmalgeschützter Gebäude wird von privater Hand bewahrt und gepflegt. Je nach Bundesland sind es zwischen 65 bis 80 Prozent aller Baudenkmale. Die Landesregierungen sollten sich jetzt, im Jahr des europäischen Kulturerbes, dazu entschließen, ihre Denkmalförderetats aufzustocken, um das Engagement im privaten Denkmaleigentum zu unterstützen.“, so v. Dallwitz weiter. Die Leistungen der Privaten sind für das Kulturerbe unseres Landes von unübersehbarer und unverzichtbarer Bedeutung! Doch für sehr viele Denkmaleigentümer sind dringend notwendige Erhaltungsmaßnahmen ihres Denkmals erst machbar, wenn sich Bund oder Land mit einem Zuschuss an den Kosten beteiligt.

Die denkmalfachlichen Mehrkosten durch behördliche Auflagen sind erheblich. Daher fordert die Aktionsgemeinschaft die Länder auf, je 10.000 Denkmale mindestens zwei Millionen Euro an Zuwendungen bereitzustellen. Nur Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt erfüllen bisher dieses Ziel.

Steuerliche Vorteile für Denkmalschutz

Weitere Forderungen der Aktionsgemeinschaft, welche sich für die Denkmal besitzenden Mitglieder zweier Bundesverbände einsetzt, sind: Befreiung der Denkmaleigentümer von der Grundsteuer und Wiederanhebung der Abzugsfähigkeit von Aufwendungen in zu eigenen Wohnzwecken genutzten Baudenkmalen von 90 Prozent auf 100 Prozent (§ 10f EStG).

Die von der Deutschen Burgenvereinigung und den Familienbetrieben Land und Forst gegründete Aktionsgemeinschaft Privates Denkmaleigentum vertritt die Interessen von rund 1.000 privaten Denkmaleigentümern gegenüber Bund und Ländern in Fragen des Denkmalschutzrechts.

Image: Fotolia/josefkubes

Trotz weniger Arbeitsunfälle: Anzahl tödlicher Unfälle alarmierend

Zwar verunglückten im Jahr 2017 insgesamt weniger Menschen auf deutschen Baustellen als noch im Jahr zuvor, allerdings stieg die Anzahl an tödlichen Arbeitsunfällen.

Im Jahr 2017 verunglückten 103.755 Beschäftigte auf deutschen Baustellen. Das sind 1.065 Menschen weniger als im Vorjahr. Das teilte nun die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) mit. Allerdings ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle angestiegen. 2017 starben am Bau 88 Personen, 15 mehr als im Vorjahr.

„Hinter jedem einzelnen Arbeitsunfall steckt ein persönliches Schicksal, das zum Teil große Auswirkungen auf den Betrieb sowie das familiäre und soziale Umfeld der Verunglückten hat. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns alle weiter gemeinsam für eine sichere, gesunde und nachhaltige Bauwirtschaft einsetzen.“ Das sagte Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG BAU.

Der langfristige Rückgang der Unfallzahlen hat sich verlangsamt, doch der Trend bleibt: So geschahen 2017 immerhin 18.476 Arbeitsunfälle weniger als noch vor zehn Jahren und auch die Unfallquote – also die Unfallzahlen in konjunkturbereinigter Sicht – ist weiter rückläufig: Diese Quote ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,98 Prozent auf 53,64 Fälle pro Tausend Personen zurückgegangen. Vor zehn Jahren lag diese Tausend-Personenquote noch bei 66,60 Fällen. „Gründe für den langfristig rückläufigen Trend sehen wir im gewachsenen Sicherheitsbewusstsein der Unternehmen und einer guten Zusammenarbeit zwischen Innungen, Verbänden, Gewerkschaften und der BG BAU“, so Bergmann weiter.

Absturzunfälle enden öfter tödlich

Ein Schwerpunkt im Unfallgeschehen waren 2017 die über 21.000 Sturz- und Absturzunfälle – auch schon aus geringen Höhen. Insgesamt machte das 20,5 Prozent der Arbeitsunfälle aus. 37,5 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle hatten Abstürze als Ursache. Dazu Bergmann: „Die Regeln und Vorschriften zum Schutz gegen Abstürze, wie Seitenschutz, Absperrungen an Arbeitsflächen, Fanggerüsten und Auffangnetzen müssen konsequent beachtet und umgesetzt werden.“

„Auch künftig werden wir unsere Präventionsmaßnahmen wirksam umsetzen und das Engagement für unser Präventionsprogramm ‚BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH‘ weiter stärken. Sicheres Verhalten lohnt sich für jeden Berufstätigen, seine Familie und seine Kollegen. Und wir werben offensiv für die Betrieblichen Erklärungen“, sagte der Hauptgeschäftsführer. Damit erklären sich die Beschäftigten und Betriebsleitungen, gemeinsam lebenswichtige Regeln zu typischen Gefahrenquellen einzuhalten und bei Sicherheitsmängeln STOPP zu sagen. Weitere Informationen hierzu gibt es unter www.bau-auf-sicherheit.de

Weiterhin eine große Rolle in der Präventionsarbeit spielt die konsequente Auswertung von Unfallursachen sowie Initiativen der BG BAU für eine Präventionsarbeit, die auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten ist. Zahlreiche präventive Maßnahmen, zum Beispiel gegen Absturz, für sichere Handmaschinen, zur besseren Ausrüstung von Baumaschinen und Baustellen-Lkw oder zur Organisation des Arbeitsschutzes unterstützt die BG BAU auch durch ihre Arbeitsschutzprämien.

Image: Chlorophylle – stock.adobe.com

Gericht: Keine überflüssigen Verschönerungen durch Architekten

Architekten sind zwar für Ästhetik am Bau zuständig, doch müssen sie auch auf den Geldbeutel ihres Kunden achten. Ein überzogener Aufwand kann als Planungsmangel gelten.

Wenn ein Architekt oder Bauingenieur eine Maßnahme für einen Kunden plant und überwacht, dann kann der Auftraggeber davon ausgehen, dass diese Arbeiten sachgemäß und mängelfrei durchgeführt werden. Daran besteht kein Zweifel, doch ist das noch nicht alles: Auch darf der Bauherr erwarten, dass sich die Maßnahme auf die wesentlichen Aspekte beschränkt und finanziell im Rahmen bleibt, urteilte das Oberlandesgericht Braunschweig.

Streit um einen Pool

Dieser Grundsatzentscheidung ging ein Rechtsstreit zwischen einem Hausbesitzer und einem Architekten voraus. Das Haus verfügte über einen Swimmingpool, der undicht geworden war. Daraufhin beauftragte der Besitzer den Architekten und schloss mit ihm einen Architektenvertrag, in dem der Architekt Planung und Überwachung der Instandsetzungsarbeiten übernahm. Letzterer nahm seine Aufgaben aber sehr genau und wollte neben der Abdichtung und Neuverfliesung des Beckenbodens – was nach Aussage von Sachverständigen ausreichend gewesen wäre – auch den Beckenrand erneuern. Dadurch entstanden dem Bauherren Mehrkosten von fast 8.000 Euro, berichtet der Pressedienst der Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS).

Im darauffolgenden Rechtsstreit argumentierte der Bauherr, diese Maßnahme sei überflüssig, zu teuer und nicht abgesprochen. Das Gericht gab ihm Recht: „Eine Planung ist dann mangelhaft, wenn sie zwar technisch funktionstauglich ist, aber zu einem nicht erforderlichen Aufwand führt“, zitiert die LBS aus der Urteilsbegründung. Ein Architekt habe die Finanzen des Auftraggebers zu gut wie möglich zu schonen, denn bei einem normalen Architektenvertrag müsse sich der Bauherr darauf verlassen können, das der Planer nur die wirklich notwendigen Arbeiten durchführt.

Die Richter gaben dem Architekten auch einen Rat mit auf den Weg: Sollte er eine Ausweitung der Maßnahme um so einen großen Faktor wirklich für notwendig halten, sei eine Absprache mit dem Bauherren der beste und sicherste Weg. Denn der kennt seine Finanzen ja besser als jeder andere.

Image: iStock.com/acilo

Unipor entwickelt Ziegelstein mit integriertem Fallrohr

Fallrohre und Regenrinnen sind ja nicht wirklich schön anzusehen, doch am Haus kaum ersetzbar. Der Hersteller Unipor arbeitet deshalb an einem Fallrohr im Ziegelstein.

Bei der Gestaltung von Fassaden lassen sich Architekten, Planer und Hersteller immer neue Dinge einfallen, um das Gebäude schöner aussehen zu lassen. Was viele Beteiligte stört, sind Regenrinnen und Fallrohre außen am Haus, doch für das Abführen von Wasser sind diese Elemente nicht wegzudenken. Der deutsche Ziegel-Hersteller Unipor hat sich deshalb nun etwas einfallen lassen und arbeitet an einem Fallrohr, dass innerhalb der Ziegelfassade verläuft.

Studenten machen’s möglich

Entstanden ist diese Idee während eines von Unipor ins Leben gerufenen Seminar für Studenten der TUs Darmstadt und Delft. Sie sollten in kleinen Gruppen neue Möglichkeiten zur attraktiven Gestaltung von Fassaden entwerfen. Eine Gruppe erfand eine Ziegelfassade, bei der die Regenrinne in einer Furche innerhalb der oberen Abschlusssteine verlief. Das funktionierte so, dass die Steine dieser Reihe in U-Form gestaltet waren und damit die Rinne versteckten.

Der wirkliche Clou aber war ebenfalls unsichtbar: Einer der Abschlusssteine war nicht nur als Rinne designt, sondern hatte in der Mitte ein Loch. Hierdurch kann das Wasser nach unten abfließen, denn auch die Steine darunter sind von oben nach unten durchlöchert und dienen als „Fallrohr-Steine“. Das Ganze endet wie ein herkömmliches Fallrohr auch am Gebäudesockel, von wo aus auch Wartungsarbeiten durchgeführt werden können.

„Den Studierenden ist es eindrucksvoll gelungen, die Vielseitigkeit des Baustoffes Ziegel darzustellen“, freute sich Unipor-Geschäftsführer Dr.-Ing. Thomas Fehlhaber, der die Abschluss-Präsentation des niederländischen Kurses in Delft interessiert verfolgte. „Mauerziegel erfüllen nicht nur im klassischen Einfamilienhaus höchste Anforderungen, sondern sind auch für große Bauprojekte geeignet. Ein frischer Blick auf die Materie eröffnet dem traditionellen Baustoff mehr Perspektiven und rückt ihn in das Bewusstsein einer neuen Generation von Architekten.“

Image: herreneck – stock.adobe.com

Farbgranulate: Industrie fürchtet Rohstoffengpässe

Hersteller von Masterbatches (Farbgranulaten) fürchten Lieferengpässe, die aus gestiegenen Umweltauflagen und Produktionsstopps in verschiedenen chinesischen Chemieparks resultieren.

Hochlichtechte Farbstoffe basieren häufig auf Anthrachinon oder ähnlichen Vorstufen. Die Produktion dieser Zwischenprodukte für die Farbstoffsynthese wurde in den letzten Jahren aus Europa nach Asien verlagert. Der Masterbatch Verband im Verband der Mineralfarbenindustrie e. V., Frankfurt, sieht die Ursache für den derzeitigen Lieferengpass darin, dass es seit Mai dieses Jahres aufgrund gestiegener Umweltauflagen zu Produktionsstopps in verschiedenen chinesischen Chemieparks kommt.

So sind nach Informationen der Farbstoffhersteller von den Produktionsstopps etwa 300 Firmen betroffen, wobei die Behörden offenbar nicht unterscheiden, ob ein Unternehmen in Verstöße verwickelt ist – oder eben auch nicht. Die Masterbatch-Branche sieht sich deswegen einer verschärften Versorgungslage bei brillanten Gelb-, Orange-, Rot- und Grünfarbstoffen gegenüber. Betroffen sind davon insbesondere Masterbatches, die in die Einfärbung von Kunstfasern, Verpackungen und technischen Kunststoffen gehen.

Keine schnelle Lösung in Sicht

Mangels europäischer Produktionskapazitäten erwarten die Mitglieder des Masterbatch-Verbandes keine kurzfristige Normalisierung der Verfügbarkeit der obengenannten Farbstoffe. Als bedenklich bewerten sie die Abhängigkeit ihrer Zulieferindustrie von global verlagerten Versorgungsketten. Sie haben keinen eigenen Handlungsspielraum bei unvorhergesehenen Ereignissen.

 

Image: Fotolia/Marleny

Berlin: Ausweitung von Wohngebieten behindert Baubetriebe

Die deutschen Kommunen brauchen dringend mehr Platz für Wohngebiete. Die Ausweisung von Gewerbeflächen dagegen stagniert, was einigen Bauunternehmen zu schaffen macht.

Die deutsche Bauindustrie brummt wie lange nicht mehr. Dies liegt zu großen Teilen am Boom im Wohnungsbau, denn in deutschen Kommunen fehlt es an Wohnraum. Damit diese Gebäude aber entstehen können, braucht es Bauland, das in vielen Fällen durch die Umwandlung von Gewerbeflächen entsteht. Ironisch ist daran, dass gerade die vom Bauboom profitierenden Baubetriebe nun zu wenig Platz für ihre Betriebsflächen haben.

Es wird eng in Berlin

In Berlin ist die Situation gerade besonders angespannt, weshalb der dortige Rat der Bürgermeister an den Berliner Senat gewandt hat und eine Sicherung der Gewerbeflächen in der Hauptstadt gefordert hat, um kleine und mittlere Unternehmen zu stärken. „Viele unserer Berliner Mitgliedsbetriebe wollen ihre Kapazitäten erweitern, werden aber durch die mangelnde Ausweisung dringend benötigter Gewerbeflächen ausgebremst“, erklärt Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin Brandenburg.

Die Fachgemeinschaft appelliert vor allem deshalb an die Politik, weil sie die Unternehmen als wichtige Stütze in der Stadt sieht. Zum einen sollten die Bauunternehmen für eine zügige Ausweitung des Wohnraums sorgen, sie selbst hätten aber kaum Platz für ihre Betriebe. „Unsere Unternehmen können sich auf die gestiegenen Bedarfe nicht einrichten, wenn ihnen entsprechende Flächen nicht zur Verfügung gestellt werden. Gerade weil der öffentliche Druck, für mehr Wohnraum zu sorgen, in Berlin außerordentlich groß ist, muss das Land auf einen gesunden Mix von Wohnen und Gewerbe achten“, betont Dr. Schreiner.

Die Bürgermeisterkonferenz fordert aus diesen Gründen ein generelles Verbot der Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohngebiete und die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete. Darüber hinaus soll das Erbbaurecht aktualisiert und das so genannte „Landbanking“ erschweren, bei dem Grundstücke als Investitionsobjekte brach liegen.