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Aufforderung an den Landtag NRW: Straßengebühren abschaffen

Kaputte Straßen und hohe Kosten für Hausbesitzer. Der Bund der Steuerzahler NRW (BdSt) mobilisiert für eine Abschaffung der Straßenbaugebühren.

Vor dem Haus den Schlaglöchern ausweichen und auf dem Gehweg anderen Stolperfallen: Deutschlands Straßen sind teilweise in schlechtem Zustand. Werden die Probleme behoben, müssen vor allem Grundstückseigentümer und Wohnungsbesitzer viel Geld auf den Tisch legen. Die Straßenbaugebühren sorgen fast immer für Unruhe und führen häufig auch zu Rechtsstreiten zwischen Bürgern und Kommunen.

„Straßenbaubeiträge müssen abgeschafft werden.“

Heiner Wirz vom Steuerzahlerverbund NRW erklärt die Beweggründe der Initiative: „Kommunen lassen ihre Straßen verfallen, weil sie für die Instandhaltung kein Geld haben und die Anlieger an einfachen Reparaturen finanziell nicht beteiligen können. Und wenn nichts mehr geht, wird die Straße grundlegend erneuert und verbessert – und die Bürger müssen sich auf fünf- oder gar sechsstellige Straßenbaubeiträge einrichten. So geht es nicht. Die Straßenbaubeiträge müssen abgeschafft werden“, fordert der Rechtsanwalt und Vorsitzende des BdSt NRW. Die Kommunen in NRW können die Höhe der Beiträge selbst festlegen, so dass diese je nach Wohnort enorm unterschiedlich ausfallen. Anliegende Grundstücksbesitzer müssen bei Straßenarbeiten tief in die Tasche greifen, von 3.000 Euro über 34.000 Euro bis hin zu 150.000 Euro im Extremfall.

In mehreren Bundesländern bereits abgeschafft

Dabei scheint es auch ohne die finanzielle Belastung der Bürger zu gehen. In Bayern sind die Beiträge seit dem Beginn des Jahres Geschichte, Berlin schaffte sie bereits 2012 ab, Hamburg 2016. Baden-Württemberg kommt ganz ohne das Kommunalabgabengesetz aus und somit auch ohne Straßenbaubeiträge – und das bereits seit Jahrzehnten. Auch in anderen Bundesländern gibt es bereits Initiativen, die die Abschaffung fordern.

Ruinöse Belastung

Hauseigentümer die finanziell schwächer dastehen, haben in der Regel nur eine Möglichkeit: Ratenzahlung. Denn eine Erlassung der Gebühren erfolgt fast nie. Auf die Ratenzahlungen kommen dann auch noch sechs Prozent Zinsen im Jahr, an denen die Gemeinden dann auch noch verdienen. Zu der teilweise gewaltigen finanziellen Belastung gesellt sich damit auch ein Stück gesellschaftliche Ungerechtigkeit. „Die Belastung ist zum Teil ruinös und erfolgt ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des Beitragsschuldners. Gegen eine existenzgefährdende Beitragshöhe bestehen nur scheinbar Auswege“, verdeutlicht Wirz die unfaire Situation.

Volksinitiative des BdSt NRW

Aus Sicht der Steuerzahler gibt es also genug Gründe, gegen die Gebühren vorzugehen. Der BdSt NRW startete daher am 31. Oktober seine Volksinitiative. Mit einer Unterschriftenaktion, an der sich Betroffene beteiligen können, soll die Politik aufgefordert werden, die Straßenbaubeiträge abzuschaffen. Bis Ende Oktober 2019 müssen 66.000 Unterschriften zusammenkommen, dann ist der Landtag verpflichtet, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Bürger, die sich mit ihrer Unterschrift beteiligen wollen, finden hier alle notwendigen Informationen.

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Der Markt für Innentüren verändert sich

Innentür trifft Digitalisierung: Laut einer aktuellen Studie solle vor allem der Online-Vertrieb für Türen zunehmen. Aber auch für Handwerker werde sich viel verändern.

Mit einer neuen Markstudie zu Innentüren in Deutschland will die Neusser Unternehmensberatung Titze neue Ansätze zur Markterweiterung liefern. Aktuell verliefe die Produktion von Innentüren in Deutschland nach Stückzahlen wegen des steigenden Bauvolumens sowie der guten Konjunkturlage sehr dynamisch. Aufgrund eines Importüberschusses im Außenhandel wachse der Gesamtmarkt seit geraumer Zeit. So konnte auch die Inlandsmarktversorgung in den letzten sieben Jahren eine Steigerung von 42,3 Prozent verzeichnen. In 2018 sei laut Studie mit einem Zuwachs von rund 250.000 Türen zu rechnen.

Vertriebswege ändern sich

Die Studie betrachtet neben der wirtschaftlichen Gesamtsituation vor allem die unterschiedlichen Vertriebsformen wie beispielsweise Baumärkte, Baustoffhändler und Holzhändler. Hierzu wird die genaue Verteilung der Distribution in den einzelnen Vertriebswegen bis 2025 detailliert aufgeschlüsselt.

Demnach werde der Online-Handel bei Innentüren von heute 5,5 Prozent auf 9,5 Prozent ansteigen und damit der am schnellsten wachsende Vertriebsweg sein. Besonders individualisierte Innentürlösungen werden dann online verkauft, sodass sich jeder Hersteller ein schlüssiges Konzept zur Belieferung des Online-Handels überlegen muss.

Neue Herausforderungen – auch fürs Handwerk

Im Zuge der Digitalisierung darf natürlich auch das Smart Home nicht fehlen. So rechnen die Experten von Titze damit, dass in den nächsten Jahren ein forcierter Wandel im Handwerk vollzogen werde: Neben der eigentlichen handwerklichen Arbeit in der Werkstatt oder beim Kunden werden zunehmend elektrische oder automatisierungstechnische Kenntnisse verlangt. Dabei werden die Beratung, die Inbetriebnahme und die Konfiguration der Produkte beim Kunden anspruchsvoller und verlange vom Handwerk eine höhere Qualifikation.

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Glückliche Hotelgäste dank guter Akustik

Das Fraunhofer Institut für Bauphysik kooperiert mit Partnerunternehmen, um schlaflose und unzufriedene Hotelgäste in Zukunft zu vermeiden.

Fast jeder der schon einmal Gast in einem Hotel war kennt es: Alles ist sauber und modern, die Lage des Hotels top, aber auf dem Zimmer stören Straßenlärm, Geräusche vom Flur oder manchmal auch die Lüftung aus dem Bad. Ein dickes Minus für den Aufenthalt. Doch wenn es nach dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) geht, ein lösbares Problem.

„Unerhörte Hotels“

Das Institut hat gemeinsam mit Partnerunternehmen das Projekt „Unerhörte Hotels“ ins Leben gerufen. Das Projekt soll Möglichkeiten aufzeigen, Lärmquellen in Hotels zu verringern beziehungsweise ganz zu vermeiden. Lösungen sollen natürlich für die Zimmer, aber auch für Diskretion an der Rezeption, Sprachverständlichkeit in der Lobby und im Tagungsraum sowie für die raumakustische Atmosphäre in Restaurants gefunden werden. In Deutschland gibt es bereits Klassifizierungs- und Zertifizierungssysteme und auch die Schallschutznorm, die für gewisse Qualitätsstandards sorgen, allerdings fehlen gerade für die Akustik von Restaurants und Hotels ausreichende wissenschaftliche Untersuchungen. Hier will das Verbundprojekt ansetzen.

Gesamtwirkung steht im Vordergrund

Das Fraunhofer IBP hat bereits internationale Forschungsergebnisse ausgewertet und Gästebefragungen und Messungen durchgeführt, um so grundlegende Erkenntnisse für die akustische Gestaltung in Hotels zu sammeln. Prof. Philip Leistner, Leiter des Fraunhofer IBP erklärte, dass es zwar eine Menge an organisatorischen, technischen und baulichen Maßnahmen gebe, die die Akustik in Hotels qualitativ verbessern würden, es aber vor allem auf die Wechsel- und Gesamtwirkung der Einzelmaßnahmen ankäme.

Eindeutige Störfaktoren

Die Gästebefragung lieferte deutliche Ergebnisse. Die größte Störquelle ist vor allem von außen eindringender Lärm, der auch bei geschlossenen Fenstern noch zu hören ist. Dabei kann diese Art von Lärm mit Hilfe der richtigen Fenster und ihren Zusatzeinrichtungen, sofern sie dann richtig eingebaut sind, ganz einfach vermieden werden. Aber auch Gesprächsfetzen vom Flur und Türen die ins Schloss fallen, stören den Gast. Weiter fühlen sich Gäste auch vom Brummen der Lüftung und den Wasser- und Sanitärgeräuschen im Bad gestört. Doch auch hier kann zum Beispiel mit energieeffizienten Ventilatoren oder schalltechnisch geprüften Geräten Abhilfe geschaffen werden. Ein weiterer Punkt auf der Liste des Fraunhofer IBP ist die Wahl des richtigen Bodenbelags. Vor allem Teppiche warten mit einer Menge an akustischen Vorteilen auf.

Nutzt man diesen Wissens- und Gestaltungsfundus des Fraunhofer IBP in der Praxis, vermeidet man akustische Störungen und stellt sicher, dass die Gäste zufrieden sind – und gerne wiederkommen.

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ZDB wählt neuen Vorstand

Turnusgemäß hat die Mitgliederversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) Anfang November sein Präsidium neu gewählt.

Rainhard Quast wurde zum neuen Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes gewählt. Der 61-jährige aus Siegen (Nordrhein-Westfalen) ist Vorstandsvorsitzender der mittelständischen OTTO QUAST Bau AG, die rund 600 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland und Polen beschäftigt. Zu seiner Wahl sagte Quast: „All unser Tun muss sich am Nutzen für die Unternehmen ausrichten, die das große Fundament unserer baugewerblichen Verbände bilden; und das in großer Verantwortung für unser Land.“

Als Vizepräsident wurde Uwe Nostitz (56) aus Großpostwitz (Sachsen) gewählt. Nostitz war im September bereits zum Vorsitzenden des Ausschusses für Sozial- und Tarifpolitik des ZDB gewählt worden. „Mein Ziel ist es, Tarifabschlüsse zu vereinbaren, die von der Mehrheit der Firmen akzeptiert und umgesetzt werden können und die verbandsgebunden Firmen im Wettbewerb nicht benachteiligen. Darüber hinaus brauchen wir eine Reform des Urlaubkassenverfahrens“, so Nostitz nach seiner Wahl.

Weitere Wahlergebnisse

In seinem Amt als weiterer Vizepräsident bestätigt wurde der 57-jährige Rüdiger Otto aus Leverkusen. Otto ist zugleich Präsident der Baugewerblichen Verbände und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Recht des ZDB. Zudem ist er auch Schatzmeister des Verbandes. „Auch wenn die Konjunktur derzeit stabil ist, brauchen wir Rahmenbedingungen, die zu einer langfristigen Verstetigung der Bauinvestitionen beitragen“, sagte Otto nach seiner Wahl.

Wolfgang Schubert-Raab (60) aus Ebensfeld (Bayern), Präsident des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen und Vorsitzender des Ausschusses Umwelt und Technik des ZDB, komplettiert als Vizepräsident das Präsidium. Der Geschäftsführer der Baugesellschaft Raab erklärte nach seiner Wahl: „Es gibt sehr Vieles im Bauwesen, das wir ändern oder verbessern müssen. Dafür setze ich mich als Präsident der bayerischen Bauinnungen ein. Da allerdings viele Fragen in Berlin und nicht in Bayern entschieden werden, freue ich mich, nun für alle Bundesländer etwas bewirken zu können.“

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt:

  • Peter Aicher (59) aus Halfing (Bayern), Vorsitzender von Holzbau Deutschland, Bund Deutscher Zimmermeister im ZDB und Präsident des Landesinnungsverbands des Landesinnungsverbands des Bayerischen Zimmererhandwerks
  • Frank Dittmar (57) aus Guxhafen (Hessen), Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen
  • Karlgünter Eggersmann (57), aus Marienfeld (NRW), Präsident des Baugewerbeverbandes Westfalen
  • Rainer König (54) aus Bad Herrenalb (Baden-Württemberg), Vorsitzender des Bundesverbandes Ausbau und Fassade im ZDB und Vorsitzender des Fachverbandes der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg
  • Karl-Hans Körner (61) aus Stuttgart (Baden-Württemberg), Vorsitzender des Fachverbandes Fliesen und Naturstein im ZDB und Vorsitzender des Landesinnungsverbands Fliesen Baden-Württemberg
  • Tobias Riffel (44) aus Dischingen (Baden-Württemberg), Mitglied des Präsidiums der Bauwirtschaft Baden-Württemberg
  • Thomas Sander (55) Hamburg, Vorsitzender des Fachverbandes Hoch- und Massivbau im ZDB und Vorsitzender des Norddeutschen Baugewerbeverbands
  • Christian Staub (59), Osnabrück, Präsident des Baugewerbeverbands Niedersachsen
  • Hans-Georg Stutz (61), Kirchheim (Hessen), stellvertretender Vorsitzender des Straßen- und Tiefbaugewerbes im ZDB
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„Wir wollen die Zukunft dieses schönen Handwerks selbst gestalten“

Der Bundesverband Parkett- und Fußbodentechnik (BVPF) stellt eine Umfrage online, in der Mitglieder gezielt Ideen zur Weiterentwicklung einbringen können.

Die Digitalisierung macht auch vor dem Handwerk keinen Halt. Eine Tatsache, die die Innungen und Fachverbände als Chance sehen, die sie nutzen wollen. Moderne Arten der Kommunikation und des digitalen Miteinanders sollen in den Arbeitsalltag integriert werden. Vor einem Jahr startete deshalb bereits das „Zukunftsprojekt Innung 4.0“, mit dem der BVPF die Beteiligung seiner Mitglieder und die, die es werden wollen, in den Mittelpunkt rückt.

Die eigene Zukunft in die Hand nehmen

Jetzt geht es um die konkreten Wünsche der Handwerker. Unter www.mitmach-innung.de steht seit kurzem die Umfrage online, die nicht länger als fünf Minuten dauert. Sinnvoll investierte Zeit, findet auch Bundesinnungsmeister Peter Fendt: „Wir wollen die Zukunft dieses schönen Handwerks selbst gestalten. Damit unser Handwerk die richtigen Schritte für die Zukunft planen kann, müssen wir auch die Anforderungen die uns erwarten kennen.“

Die Umfrage ist natürlich anonym und alle Mitglieder, aber auch Fördermitglieder, Endkunden, Handwerker verwandter Gewerke und Industriepartner können ab sofort ihre Ansichten teilen. Damit die gewonnenen Erkenntnisse nicht verloren gehen, wird im Anschluss ein Team in dem sich Vertreter aller Innungen finden, die Ziele mitformulieren und bundesweit umsetzen.

Wer in seinem Betrieb selbst für die Umfrage werben möchte, kann über die BVPF Geschäftsstelle in Berlin Infomaterial zum Auslegen anfordern.

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Mexiko-Stadt gewinnt Internationalen Hochhaus Preis 2018

Der von der Stadt Frankfurt und dem Deutschen Architekturmuseum ausgelobte Internationale Hochhaus Preis wurde zum achten Mal verliehen. Großer Sieger ist Mexiko-Stadt.

Bereits seit 2004 wird der Internationale Hochhaus Preis (IHP) alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main und dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) ausgelobt. Auch in diesem Jahr wurden wieder die innovativsten Projekte ausgezeichnet. Großer Gewinner des mit 50.000 Euro dotierten Wettbewerbs ist in diesem Jahr der Büroturm „Torre Reforma“ in Mexiko Stadt.

Im Rahmen eines Festaktes in der Frankfurter Paulskirche nahm der Architekt L. Benjamín Romano den Preis Anfang November persönlich entgegen. Überreicht wurde die Auszeichnung von Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Matthias Danne, Finanz- und Immobilienvorstand der DekaBank und Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums.

Torre Reforma als Blaupause

Überzeugt hatte die Jury vor allem das durchdachte Tragwerkskonzept, das aufgrund der in Mexiko-Stadt herrschenden Erdbebenproblematik unabdingbar ist. Zudem sei der ungewöhnliche Weg der Projektfinanzierung hervorzuheben. So betrachtet die Investorengruppe Fondo Hexa, S.A. de C.V. ihre Projekte als langfristige Kapitalanlage und setzt deswegen auf eine besonders sorgfältige Planung mit hochwertigen Materialien. Dieser vorausschauende wirtschaftliche Ansatz könnte laut Jury auch über Mexiko hinaus als Blaupause für erfolgreiche Projekte dienen.

Die Art der Nutzung als Bürogebäude mit zusätzlichem Restaurant und Fitnesscenter ist hingegen eher konventionell.

Wie ein offenes Buch

„Wie ein riesiger urbaner Obelisk oder ein geöffnetes Buch zwischen zwei Sicht-betonwänden hebt sich der Torre Reforma von den umliegenden Hochhäusern ab, nicht nur wegen seiner Höhe.“ So beschreibt die DAM das Gebäude. Mit den massiven Wänden habe Benjamín Romano an die baulichen Traditionen der Azteken anknüpfen wollen und diese neu interpretiert.

Sowohl die Ingenieure als auch die Architekten in der Jury zeigten sich über den Torre Reforma begeistert. Demnach verkörpere er Nachhaltigkeit sowie modernste Technologie und schaffe es, gut strukturierte Räume kunstvoll miteinander zu verbinden.

„Dieser Preis bedeutet mir besonders viel, weil er von meinen Fachkollegen kommt – Architekten, Ingenieuren und Immobilienentwicklern – die nicht nur das Gebäude an sich schätzen, sondern die inhärenten finanziellen, ingenieurstechnischen, umweltbedingten und normativen Herausforderungen“, sagte Romano bei der Preisübergabe. „Ich glaube, die beste Architektur ist die, die Antworten auf diese Herausforderungen findet. Die Architektur, die sich aus Anforderungen, Kontext und Realität ergibt, und nicht nur aus der Vorstellungskraft oder dem ästhetischen Empfinden eines Einzelnen.“

Weitere Gewinner

Während der Preisverleihung in Frankfurt wurden auch die übrigen vier Finalisten geehrt:

  • MahaNakhon (Bangkok/Thailand) von Buro Ole Scheeren und Office for Metropolitan Architecture (OMA)
  • Beirut Terraces (Beirut/Libanon) von Herzog & de Meuron
  • Chaoyang Park Plaza (Peking/China) von MAD Architects
  • Oasia Hotel Downtown (Singapur) von WOHA

Insgesamt hatte das Deutsche Architekturmuseum aus über 1.000 in den letzten zwei Jahren fertiggestellten Hochhäusern 36 herausragende Gebäude aus 15 verschiedenen Ländern nominiert. Eine internationale Expertenjury aus Architekten, Tragwerksplanern und Immobilienspezialisten unter der Leitung von Kai-Uwe Bergmann, Partner des IHP 2016 Gewinners BIG – Bjarke Ingels Group, wählte daraus schließlich die fünf Finalisten.

Deutsches Architekturmuseum stellt aus

Im Zuge des Hochhaus Preises zeigt das DAM vom 3. November 2018 bis 3. März 2019 die Ausstellung „Best Highrises 2018/19 – Internationaler Hochhaus Preis 2018“, in der nicht nur die Preisträger und die Finalisten, sondern alle 36 nominierten Projekte präsentiert werden.

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Deutschlands Zimmerer sind Europameister

Zum vierten Mal in Folge hat die Zimmerer-Nationalmannschaft von Holzbau Deutschland ihren Titel verteidigt und holte bei den Europameisterschaften die Goldmedaille.

Erneut konnte die Zimmerer-Nationalmannschaft von Holzbau Deutschland zeigen, dass sie die beste Mannschaft Europas ist. Bei der Timber Construction European Championships 2018 in Luxemburg bekam der 21jährige Alexander Bruns aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz die Goldmedaille in der Einzelwertung, Teamkollege Lukas Nafz (20) aus Horb in Baden-Württemberg holte Bronze.

Dies reichte dem dreiköpfigen deutschen Team, zu dem noch der 22-jährige Marcel Renz aus Pfullingen in Baden-Württemberg gehört, um auch die Mannschaftswertung für sich zu entscheiden. Die Mannschaft war als Titelverteidiger angetreten und konnte die Erfolgsgeschichte nach einem spannenden Wettbewerb bereits zum vierten Mal fortschreiben.

Frankreich und Schweiz ebenfalls auf dem Treppchen

Die Silbermedaille in der Einzelwertung ging an Rafael Bieler aus der Schweiz, der sein Team damit insgesamt auf den dritten Platz werkelte. Der zweite Platz in der Teamwertung ging an Frankreich.

Insgesamt traten 24 Teilnehmer aus zehn Nationen beim 13. Europäischen Berufswettbewerb gegeneinander an. In 22 Arbeitsstunden verteilt auf drei Wettbewerbstagen mussten die Kontrahenten ein anspruchsvolles Dachstuhlmodell erstellen. Dabei ging es vor allem um Präzision und Genauigkeit beim Schiften, Anzeichnen, Sägen und Zusammenbauen.

Zur Erinnerung: Die deutsche Zimmerer-Nationalmannschaft wird getragen von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. Hierbei wird das Team bereits seit 2008 maßgeblich unterstützt und gefördert von den Holzbau Deutschland Leistungspartnern, einem Zusammenschluss führender Hersteller von Baustoffen, Bauelementen und Elektrowerkzeugen mit Holzbau Deutschland. Vorbereitet wurde das Team durch die beiden Ausbildungsmeister Sascha Brück aus dem Bundesbildungszentrum für das Zimmerer- und Ausbaugewerbe (Bubiza) in Kassel und Michael Rieger aus dem Zimmerer-Ausbildungszentrum in Biberach.

Weitere Informationen unter www.zimmerer-nationalmannschaft.de

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Vormauerziegel weiter auf dem Vormarsch

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Produktion von Vormauerziegeln in den letzten zwei Jahren beachtlich angestiegen ist.

Die Hersteller von Vormauerziegeln melden laut Angaben des Statistischen Bundesamtes kräftige Produktionszuwächse. Demnach stieg die Produktion im 1. Halbjahr 2017 um 14,5 Prozent auf 77 Millionen Euro beziehungsweise um 9,2 Prozent auf 361 Millionen Kubikmeter gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 1. Halbjahr 2018 stieg sie noch einmal um 11,6 Prozent auf 86 Millionen Euro beziehungsweise um 8,3 Prozent auf 391 Millionen Kubikmeter gegenüber 2017.

„Das ist ein deutlicher Trend zugunsten der zweischaligen Ziegel-Bauweise“, freut sich Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie. So würden immer mehr Architekten, Bauherren und Investoren die Vorteile erkennen: „Vormauerziegel haben eine unbegrenzte Lebensdauer, sind dauerhaft farbecht, wartungsfrei und wertbeständig.“ Darüber hinaus würden sie einen hohen Wärme-, Schall- und Schlagregenschutz sowie die Möglichkeit der kreativen Fassadengestaltung durch individuelle Farben und Formen der Vormauerziegel bieten.

„Wir stellen fest, dass Architekten vor allem beim Objekt- und Wohnungsbau verstärkt auf individuelle Lösungen bei der Fassadengestaltung mit Ziegeln setzen.“ Die Vormauerziegelindustrie habe sich schnell auf diesen Trend eingestellt und könne die geeigneten Produkte entwickeln und herstellen, so der Hauptgeschäftsführer.

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Auftragsrekord im August

Das Bauhauptgewerbe erzielt mit 6,5 Milliarden Euro ein höheres Auftragsvolumen als im Vorjahr.

Im direkten Vergleich zum Juli 2018 schnitt der August dieses Jahres im saison-, arbeitstäglichen und preisbereinigten Auftragseingang um 1,2 Prozent schlechter ab. Doch im Vergleich zu März bis Mai konnten die Monate Juni bis August 2018 einen höheren Auftragseingang von 0,7 Prozent verzeichnen.

August als starker Monat

Verglichen mit dem August des Vorjahres konnte 2018 ein Plus von 4,1 Prozent eingefahren werden. Bezogen auf die gesamten ersten acht Monate wuchs der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe um 3,0 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2017. Das Volumen der eingegangen Aufträge hingegen stieg mit 6,5 Milliarden um ganze 10,4 Prozent. Zuletzt hatte es vor 23 Jahren einen höheren Auftragseingang in einem August gegeben.

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Gebäudesektor bleibt in puncto Klimaschutz politische Baustelle

Deutschland hat ein Problem: Die Klimaziele werden nicht erreicht. Experten kritisieren die Politik dafür, dass im Gebäudebereich Einsparpotenziale verpasst werden.

Die Bundesregierung schiebt gesetzliche Entscheidungen in puncto Klimaschutz vor sich her. Doch genau das könnte kostenintensiv werden. Sollte Deutschland die europäischen Klimaziele verfehlen, und danach sieht es im Moment stark aus, kommen Ausgleichszahlung von bis zu 30 Milliarden Euro auf die Bundesrepublik zu.

Die Technik ist da, nur der Wille fehlt

Im Klimaschutzbericht 2017 kommt Deutschland nur sehr schlecht weg. Allein im Nationalen Aktionsplan Energieeffizient (NAPE) wurden nur 230.000 Tonnen CO2 eingespart – anstatt der veranschlagten 2,1 Millionen Tonnen. Gerade im Gebäudebereich könnte dabei viel eingespart werden. An der fehlenden Technik liege es nicht, weiß Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle. Problem sei vor allem die zögerliche Politik der Bundesregierung. Denn viele Hausbesitzer, die in Modernisierungen investieren wollen warten lieber ab, als Geld in die Hand zu nehmen. Dafür fehlen klare politische Richtlinien und die daraus resultierende Sicherheit.

Förderprogramme wenig effektiv

Der Plan der Regierung mit einem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Hausbauer Anreize zu schaffen, in energiesparende Eigenheime zu investieren, ist nach Änderung der Konditionen für die Förderung nicht weiter aufgegangen. 2018 wurden nur 17.500 Effizienzhäuser gefördert, 2017 waren es noch 45.000. Grund dafür ist unter anderem, dass die Zinsbindung von 20 auf zehn Jahre verkürzt worden ist und die Möglichkeiten für Sondertilgungen wegfielen. Alles Aspekte, die die Attraktivität einer solchen Förderung erheblich beeinflussen.

Reduziert man das Modell auf die wirtschaftlichen Bedingungen können unabhängige Banken bessere Voraussetzungen bieten. Allerdings liegt der Fokus dann nicht mehr auf dem Klimaschutz und der Energieeffizienz der Neubauten. Diese Häuser, die dann wieder nach fragwürdigen Vorgaben und Mindeststandards gebaut werden, schützen weder das Klima, noch helfen sie den Besitzern jährlich Geld einzusparen.

Wohnhäuser nicht die einzigen Klimasünder

Die fehlende Gesetze und Förderungen im Gebäudesektor sind dabei nicht die einzige Baustelle. Anstatt dass die Deutschen mehr auf Bus und Bahn umsteigen oder zumindest kleinere Autos fahren, sind in den letzten Jahren SUVs und Wagen der oberen Mittelklasse immer beliebter geworden. In 2017 ist der CO2-Ausstoß aller zugelassenen Neufahrzeuge nochmal angestiegen. Deutschlands Werte liegen damit im europäischen Vergleich sieben Prozent über dem Durchschnitt. Elektro- und Erdgas-Fahrzeuge führen dagegen immer noch ein Nischendasein – sie machen nur 3,4 Prozent der Neuzulassungen aus.