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BVM mit neuer Führungsspitze

Auf der letzten Mitgliederversammlung des Bundesverbands Metall (BVM) wurde unter anderem der neue Hauptgeschäftsführer gewählt. Das Ergebnis war einstimmig.

Die Mitglieder des BVM wählten auf ihrer letzten Mitgliederversammlung Mitte September in Berlin einstimmig Dipl.-Ing. (DH) Markus Jäger aus Essen zum neuen Hauptgeschäftsführer. Der Ingenieur und Kaufmann war zuvor als geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Metallbauunternehmens sowie als Technischer Berater im Fachverband Metall Nordrhein-Westfalen und im Bundesverband Metall tätig. Seine Arbeit für das Bundesdeutsche Metall hat der 41-Jährige bereits am 1. Oktober 2018 aufgenommen.

Der BVM vertritt die Interessen der deutschen Metallhandwerksbetriebe in 360 Innungen und 13 Landesverbänden. Hierzu gehören rund 36.500 Unternehmen, die ca. 465.000 Mitarbeiter beschäftigen – davon rund 27.000 Auszubildende. Insgesamt erzielt die Branche einen jährlichen Umsatz von rund 57 Milliarden Euro.

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Mehr Unterstützung bei Dachausbauten gefordert

Die Bundesregierung will bis 2021 die Voraussetzungen für den Bau von rund 1,5 Millionen Wohnungen schaffen. Dachausbauten können helfen, wenn sie gefördert werden.

Bis zum Ender der aktuellen Legislaturperiode hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Voraussetzungen zum Bau von rund 1,5 Millionen neuen Wohnungen schaffen. „Allein durch Dachausbauten und Aufstockungen auf bestehende Wohngebäude können über eine Million neue Wohnungen entstehen“, erklärt hierzu der Geschäftsführer des Fachverbandes Mineralwolleindustrie (FMI), Dr. Thomas Tenzler. „Wenn das gesteckte Ziel erreicht werden soll, muss die Bundesregierung auch den Gebäudebestand in den Fokus ihrer Anstrengungen rücken. Dafür ist der anstehende Wohngipfel im Bundeskanzleramt eine geeignete Plattform.“

Zwar sind sich Experten und Politik darin einig, dass es für eine Entspannung des deutschen Wohnungsmarktes vor allem in Groß- und Universitätsstädten sowie Ballungszentren deutlich mehr Wohnungsneubauten braucht. Und auch, dass hierfür steuerliche Anreize, Planungssicherheit, mehr Fachkräfte sowie langfristige Planbarkeit erforderlich sind. Allerdings stellt die mangelnde Verfügbarkeit von Bauland vor allem in Ballungsgebieten ein besonders großes Problem dar. „Dachausbauten und Aufstockungen auf bestehende Wohngebäude können zur Lösung dieses Problems einen wichtigen Beitrag leisten. Sie haben den großen Vorteil, dass keine neuen Grundstücke ausgewiesen werden müssen und kein zusätzliches Bauland benötigt wird“, so der FMI-Geschäftsführer.

Studien liegen seit 2015 vor

Schon im Jahr 2015 konnten die TU Darmstadt und das IPS Pestel Institut in einer Studie aufzeigen, dass rund 580.000 Mehrfamilienhäuser für Aufstockungen oder den Ausbau des Daches geeignet sind. Um auf dieses Potenzial aufmerksam zu machen, hat der Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. gemeinsam mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. und dem Bundesverband der Gipsindustrie e.V. bereits Anfang 2018 die „100 Tausend Dächer-Initiative“ ins Leben gerufen.

Da möglichen Aufstockungen oftmals Vorschriften beim Planungsrecht und zu geringe finanzielle Anreize im Wege stehen, fordert der FMI die Wohngipfel-Teilnehmer des Bundes, der Länder und Kommunen auf, eine beschleunigte Aufstockung geeigneter Gebäude zu unterstützen. „Die Politik muss sich hier bewegen und schnell die Rahmenbedingungen verbessern, wenn sie dieses große Potenzial für ihre selbstgesteckten Ziele nutzen möchte“, erklärt Dr. Thomas Tenzler.

Gefordert werden:

  • flexible Regelungen für die Stellplatzversorgung,
  • mögliche Überschreitung der zulässigen Geschossflächenanzahl ohne zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen,
  • Überprüfung von abstandsflächenrechtlichen Regelungen,
  • Beibehaltung des Bestandsschutzes,
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung,
  • Flexible Entscheidungen über den Einbau eines Aufzuges,
  • beim Brandschutz den zweiten Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr,
  • Dämpfung der höheren Planungs- und Beratungskosten durch eine Förderung von 5.000 Euro pro Gebäude sowie
  • Kombination und Kumulation der KfW-Programme 153 (Bauen) und 151, 430, 431, (Sanieren) und ggf. 159, 455 (Altersgerecht Umbauen) ermöglichen

 

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Wird der Gips bald knapp?

Das Mineral Gips lässt sich sowohl aus natürlichen Vorkommen abbauen als auch chemisch gewinnen. Aus Letzterem könnten sich in Zukunft allerdings Engpässe ergeben.

Dass Gips in Zukunft „knapp und teuer“ wird, davon ist zumindest das Magazin „Der Spiegel“ überzeugt. Schuld daran sei vor allem ausgerechnet die Energiewende! Demnach werde mehr als die Hälfte des Gipsbedarfs in Deutschland aus Kohlekraftwerken gedeckt. Bei der Abgasreinigung entsteht nämlich Kalziumsulfat, sogenannter REA-Gips.

REA-Gips ist mit dem in der Natur vorkommenden Gips (Naturgips) chemisch identisch und wird aus den Abgasen von Rauchgasentschwefelungsanlagen („REA“) gewonnen. Das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid reagiert dabei mit zusätzlich beigemischtem Kalkstein zu Gips.

Weniger Kraftwerke, weniger Gips

Werden nun im Zuge der Energiewende immer mehr Braunkohlekraftwerke abgeschaltet, wird dort auch kein Gips mehr produziert. Die Folge werde laut Auffassung des Spiegels ein enormer Preisanstieg sein. Erste Anzeichen hierfür seien bereits zu beobachten.

Gips kommt in vielen Produkten zum Einsatz, beispielsweise für Mauerputz, Trennwände aus Gipskarton oder zur Versorgung und Ruhigstellung gebrochener Gliedmaßen. Sogar als Lebensmittelzusatzstoff wird Gips verwendet.

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Fachkräftemangel durch Abwanderung: Wie reagiert das Handwerk?

Gegen den Fachkräftemangel wird häufig die Gewinnung neuer Fachkräfte angeführt. Vergessen wird, die Abwanderung vorhandener Fachkräfte in andere Branchen zu vermeiden.

In vielen Baubetrieben gilt der Fachkräftemangel inzwischen als größter produktionshindernder Faktor. Um dem entgegenzuwirken wird häufig an die Gewinnung neuer Fachkräfte gedacht. Genauso wichtig scheint es jedoch zu sein, die Abwanderung vorhandener Fachkräfte in andere Branchen zu vermeiden.

In diesem Zusammenhang hat die SOKA-BAU Anfang 2018 verschiedene Zielgruppen (Auszubildende, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Ausbilder) – darunter auch mehr als 200 abgewanderte Arbeitnehmer – nach den (mutmaßlichen) Gründen zur Abwanderung aus der Bauwirtschaft befragt. Die befragten Personen bestätigten den allgemeinen Eindruck, dass die Abwanderung von Fachkräften ein drängendes Problem ist, welches in den nächsten Jahren vermutlich noch weitere Bisanz gewinnen wird.

Abwanderungsgründe sind Vielfältig

Als Hauptabwanderungsgründe werden gesundheitliche Gründe (38 Prozent), schlechte ökonomische Rahmenbedingungen wie beispielsweise zu wenig Gehalt (25 Prozent), Kündigung bzw. Insolvenz des Arbeitgebers (13 Prozent) und zu hohe Arbeitsbelastungen (12 Prozent) angegeben.

Die meisten abgewanderten Fachkräfte nennen als Zielbranche das Verarbeitende Gewerbe, gefolgt vom öffentlichen Bereich und dem Handel. Rund 40 Prozent gaben zudem an, dass der Abschied aus der Branche für sie endgültig sei. Vor allem jüngere Arbeitnehmer (bis 25 Jahre) können sich jedoch vorstellen, wieder in die Baubranche zurückzukehren.

Arbeitnehmer entlasten

Aus der Studie ziehen die Experten der SOKA-BAU mehrere Schlüsse: „Die harte körperliche Arbeit am Bau stellt immer noch eine besondere Herausforderung für die Arbeitnehmer dar. Dies deckt sich mit Daten zum Renteneintritt der Arbeitnehmer, die SOKA-BAU vorliegen. Danach haben im vergangenen Jahr 28 Prozent der Neurentner in der Baubranche eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung bezogen, wohingegen dies nur für 18 Prozent der gesamten westdeutschen männlichen Neurentner galt“, heißt es dazu in der Meldung.

Es wäre daher hilfreich, die körperliche Belastung der Arbeitnehmer wenn möglich zu reduzieren und ihnen zum Beispiel nach längerer Tätigkeit alternative Beschäftigungsformen in Aussicht zu stellen. „Dazu gehört es auch, den technischen Fortschritt besser zu nutzen. Die Baubranche investiert erfahrungsgemäß im Branchenvergleich ohnehin verhältnismäßig wenig in Ausrüstungsgüter.“

Höhere Löhne zahlen

„In Bezug auf die Entlohnung wartet die Branche während der Ausbildung regelmäßig mit den höchsten Azubi-Gehältern in Deutschland auf. Die Ergebnisse der Befragung der Auszubildenden zeigen, dass rund drei Viertel der Azubis davon ausgehen, dass sie ihr ganzes Leben in der Bauwirtschaft arbeiten bzw. so lange in der Baubranche tätig sein werden, wie es die Lebensumstände bzw. die Gesundheit zulassen“, so die SOKA BAU.

Nach der Ausbildung trete für viele Beschäftigte insbesondere in nicht tarifgebundenen Betrieben allerdings oftmals Ernüchterung ein, da der starke Wettbewerb in der Branche häufig zu Lasten der Löhne der Beschäftigten gehe.

„Zu nennen wäre hier insbesondere der Wettbewerb zwischen deutschen Baubetrieben und europäischen Entsendebetrieben, die nur den in der Baubranche geltenden Mindestlohn bezahlen müssen und aufgrund der niedrigeren Sozialabgaben in ihren Heimatländern dazu noch einen Kostenvorteil haben.“

Höchste Entsendungsquote in der EU

In diesem Zusammenhang weist die SOKA-BAU darauf hin, dass die deutsche Baubranche unter allen großen Mitgliedstaaten der EU am stärksten von solchen Entsendungen betroffen sei. So lag das Verhältnis aus entsandten Arbeitnehmern zur Zahl der inländischen Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im vergangenen Jahr bei rund 1 zu 6,7. „Darüber hinaus verpflichten sich selbst die öffentlichen Auftraggeber in Deutschland bisher nicht flächendeckend über Tariftreueregelungen dazu, nur Aufträge an tariftreue Betriebe zu vergeben.“

Rund ein Drittel der befragten Unternehmen gaben an, bereits spezielle Gegenmaßnahmen zur Abwanderung von Fachkräften ergriffen zu haben. Hierbei handelt es sich in erster Linie um bessere Bezahlung, Fort- bzw. Weiterbildungsangebote sowie um Maßnahmen zur Schaffung eines guten Betriebsklimas.

„Angesichts des sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels dürften sich zunehmend mehr Betriebe damit beschäftigen wie die Abwanderung von Fachkräften verhindert werden kann“, resümiert die SOKA-BAU.

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Solarstrom: Ausbeute schon jetzt höher als 2017

Die in Deutschland installierten Solarstromanalagen haben schon heute so viel Strom produziert wie im gesamten Jahr 2017. Verbände fordern noch mehr Förderung.

Laut Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) haben die rund 1,7 Millionen in Deutschland installierten Solarstromanlagen in den ersten neun Monaten 2018 rund 40 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert –so viel wie im gesamten Jahr 2017.

„Die Freude über die Rekordernte und eine spürbar anziehende Photovoltaik-Nachfrage ist groß“, freut sich BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. „Gleichzeitig wächst aber auch das Unverständnis, warum Deutschland den Solarenergieausbau gesetzlich noch immer stark deckelt. Wir haben erst einen Bruchteil ihres Potenzials für die Energieversorgung gehoben und verfehlen augenscheinlich die Klimaschutzziele. Nach sensationellen Erfolgen bei der Kostensenkung ist jetzt der Zeitpunkt für eine politische Neubewertung und eine deutliche Beschleunigung des Solartechnikausbaus gekommen. Bestehende Bremsen müssen gelöst und künstliche Marktbarrieren beseitigt werden.“

Die Politik ist gefragt

Die Solarwirtschaft fordert von der Politik unter anderem die umgehende Aufhebung des 52-Gigawatt-Deckels im EEG, eine Vervielfachung der jährlichen Photovoltaik-Ausbauziele für Solarparks, Wohn- und Gewerbequartiere sowie die Beseitigung der Abgaben für solare Selbstversorger und Mieterstrombezieher.

Diese Maßnahmen seien besonders zur Realisierung verschärfter Klimaziele, zur Flankierung des Atom- und Kohleausstiegs, aber auch vor dem Hintergrund des zu erwartenden steigenden Stromverbrauchs unter anderem für die Elektromobilität notwendig.

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1.000 Euro für Hamburgs Handwerksmeister

Die Hansestadt will berufliche Aufstiegsfortbildungen wie den Meister, Betriebswirt oder Fachwirt ab 2019 belohnen. Ziel ist es, Studium und Beruf gleichzustellen.

Berufliche Weiterbildungen werden in Hamburg künftig noch attraktiver: Ab 2019 erhalten Absolventen der Meisterprüfung sowie vergleichbarer Aufstiegsfortbildungen als zusätzlichen Anreiz 1.000 Euro. Der Senat will damit schrittweise den beruflichen Aufstieg finanziell an das Studium angleichen. „Wir wollen Studium und berufliche Weiterbildung Schritt für Schritt gleichstellen“, wird Bildungssenator Ties Rabe im handwerksblatt zitiert. Das Studium sei nicht der bessere Weg, die berufliche Weiterbildung absolut gleichwertig. „Solange die auf Bundesebene versprochenen Verbesserungen auf sich warten lassen, wird Hamburg aus eigener Kraft für mehr Gerechtigkeit sorgen.“

Rund sechs Millionen Euro lässt sich der Senat diese Maßnahme in den Jahren 2019 und 2020 kosten. Wer den Lehrgang bereits 2018 begonnen hat, geht ebenfalls nicht leer aus: Die Förderung wird auch hier gewährt. „Gültig ist das Datum der Abschlussprüfung“, so Christine Gottlob, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB).

Ein Schritt in die richtige Richtung

Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, sieht in der Meisterprämie vor allem ein wichtiges Signal für die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung. Es sei zudem ein Schritt in die richtige Richtung zur Fachkräftesicherung im Hamburger Handwerk: „Angehende Meisterinnen und Meister nehmen für ihre Aufstiegsfortbildung viel in Kauf: hohe Kosten, bei einem Vollzeitkurs kein Einkommen und eine anspruchsvolle Prüfung. Die Prämie ist eine Anerkennung für dieses Engagement.“

Die Meisterprämie soll ab dem 1. Januar 2019 für alle Fortbildungsabschlüsse über die ‚Geschäftsstelle Meisterprämie‘ der Handwerkskammer Hamburg beantragt werden können.

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Bauindustrie NRW fordert Breitbandausbau im Tiefbauverfahren

Bauindustrie NRW warnt Netzbetreiber und Kommunen vor „Billig-Verfahren“ im Breitbandausbau. Gerade das sogenannte „Trenching“-Verfahren steht in starker Kritik.

„Die Breitbandnetze sind die Nervenbahnen der Digitalisierung. Neue Gigabitleitungen sind grundlegend für zukünftige Produktionsverfahren, eine intelligente Logistik und für autonomes Fahren. Doch aktuell regiert das Prinzip ‚Hauptsache schnell und billig‘. Die Kommunen hoffen heute auf schnelle Erfolge und schaffen sich die Probleme von morgen“, mit diesen deutlichen Worten kommentierte Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, die steigende Zahl sogenannter „Trenching“-Verfahren im Breitbandausbau.

Anstatt die Kabel in bewährter Tiefbaumethode mit entsprechendem Sicherheitsabstand tief unter der Erde zu platzieren, werden sie beim Trenching-Verfahren nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche in einen gefrästen Schlitz eingezogen. Bestehende Gas-, Wasser-, Telefon- und Stromleitungen sowie andere bereits vorhandene Infrastrukturen finden dabei keine Berücksichtigung.

„Die Digitalisierung ist das Mega-Thema unserer Zeit. Aber die Grundlage dafür schaffen Kommunen und Netzbetreiber gerade im ‚Hauruckverfahren‘“, so Prof. Wiemann.

Erhöhte Beschädigungsgefahr

Da beim einfachen Trenching-Verfahren oftmals keine genaue Dokumentation der Arbeiten erfolgen muss, bestehe laut Bauindustrie NRW die Gefahr, dass die Kabel bei zukünftigen Straßenbauarbeiten beschädigt oder gar durchtrennt werden könnten. Bei einem qualifizierten Tiefbauverfahren bestünde dieses Problem jedoch nicht: Zum einen lägen die Kabel tief unterhalb der Straße in Versorgungsrohren, zum anderen wären sämtliche Tiefbauarbeiten entsprechend katalogisiert. Ein Katastereintrag sei also auch für „Trenching“-Verfahren zwingend notwendig.

Mehr Koordination gefordert

Neben der Nutzung etablierter Tiefbaumethoden fordert die Bauindustrie Nordrhein-Westfalen die Kommunen dazu auf, Bauarbeiten verschiedener Infrastrukturbetreiber in Zukunft besser zu koordinieren. Unterirdische Arbeiten könnten dann zusammengefasst und etwaige Glasfaserleitungen direkt mitverlegt werden. Darüber hinaus befürwortet die Bauindustrie das Verlegen von Leerrohren. In diese könnten zu einem späteren Zeitpunkt Breitbandkabel gezogen werden, ohne Straßen und Fußwege erneut zu öffnen, was die Anzahl an Baustellen nachhaltig reduzieren würde.

„Konventioneller Tiefbau ist nicht langsam und teuer, sondern sorgfältig durchdacht und von hoher Qualität. Die Digitalisierung baut man nicht aus Flickwerk“, so Prof. Beate Wiemann weiter. „Der Glasfaserausbau benötigt eine sorgfältige Planung. Die Beschaffenheit des Bodens, das Vorhandensein anderer Leitungen und die Festigkeit der Oberfläche verlangt nach qualifizierten Verfahren und erfahrenen Unternehmen.“

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Sicherheit für Glücksbringer

Sie bringen Glück und sorgen für Sicherheit. Zum Eigenschutz bekennen sich wichtige Schornsteinfeger-Verbände nun zur „Charta für Sicherheit auf dem Bau“ der BG BAU.

Ende September haben der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks – Zentralinnungsverband (ZIV) und der Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e.V. – Gewerkschaftlicher Fachverband – die „Charta für Sicherheit auf dem Bau“ unterzeichnet. Mit dem Präventionspragramm der Berufsgenossenschaft für Bauwirtschaft (BG BAU) setzen sich die Verbände für umfassende Sicherheitsstandards ein. Laut BG BAU geschehen im Schornsteinfegerhandwerk pro Jahr rund 420 meldepflichtige Arbeitsunfälle, zumeist durch stolpern, stürzen und abstürzen von Leitern und Treppen.

„Gewerkespezifische Lebenswichtige Regeln“ nutzen

„Lebenswichtige Regeln außer Acht zu lassen ist keine Option – dafür sind das Wohl und die Gesundheit aller Beschäftigten im Schornsteinfegerhandwerk zu wichtig“. So Bernhard Arenz, Leiter der Prävention der BG BAU, anlässlich der Unterzeichnung der Charta. Arenz verwies auch auf die neuen, zwischen Verbänden und BG BAU vereinbarten, Gewerkespezifischen Lebenswichtigen Regeln für das Schornsteinfegerhandwerk: „Die Unterzeichnung der Charta ist ein wichtiges Signal für alle Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger, dass an ihren Arbeitsplätzen Sicherheitsstandards eingehalten und keine Unfallrisiken eingegangen werden. Ergänzend geben die Gewerkespezifischen Lebenswichtigen Regeln konkrete Hinweise, wie sicheres Verhalten im Alltag zur Selbstverständlichkeit werden kann“.

Gefahrenquelle Leiter

Demnach sind Unternehmen und Beschäftigte zum Beispiel gehalten, Leitern nur zu nutzen, wenn es keine sicheren Alternativen gibt. Wer Leitern überhaupt verwendet, muss dafür sorgen, dass sie nicht umkippen oder wegrutschen können. Zudem sollen die Beschäftigten Vorkehrungen gegen Absturz und Durchsturz treffen und nur sichere Verkehrswege sowie geeignete Persönliche Schutzausrüstung nutzen. Darüber hinaus gelte es, die Schutzvorschriften beim Umgang mit Gefahrstoffen unbedingt zu beachten, möglichst staubarm zu arbeiten und nur geprüfte elektrische Betriebsmittel einzusetzen.

Die Kernbotschaft des Präventionsprogramms „BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH“ lautet „Sicheres Verhalten lohnt sich für dich, deine Familie, Freunde und Kollegen!“ Jeder hat das Recht und auch die Pflicht, unnötige Risiken zu vermeiden. Niemand darf durch riskantes Verhalten sein Leben und seine Gesundheit oder Leben und Gesundheit anderer leichtfertig aufs Spiel setzen. Weitere Informationen unter www.bau-auf-sicherheit.de.

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Neuer Vorstand im VDMA Fachverband Armaturen

Umbruch im VDMA: Auf seiner Mitgliederversammlung 2018 wählte der VDMA Fachverband Armaturen einen neuen Vorstand.

Auf seiner Mitgliederversammlung wählte der VDMA Fachverband Armaturen einen neuen Vorstand. Für die nächsten vier Jahre gehören dem Gremium an: Axel Weidner, Mankenberg GmbH, als Vorsitzender des Fachverbandes und Andreas Dornbracht, Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG als dessen Stellvertreter. Ihnen zur Seite stehen als weitere Vorstände Heinz Eckardt Beele (IMI Hydronic Engineering Deutschland GmbH), Rupprecht Kemper (Gebr. Kemper GmbH + Co. KG), Rolf Kummer (Armaturenfabrik Franz Schneider GmbH + Co. KG) und Martin Leser (LESER GmbH & Co. KG).

Kommunikation: gefragt in Produktion und Vermarktung

„Das Kernthema dieser Zeit ist die Kommunikation. Nicht nur im Bereich vernetzter Produktion, sondern auch in der Vermarktung unserer Leistungen. Digitale Marktbearbeitung wird weiter an Stellenwert gewinnen und alt hergebrachte Werkzeuge ablösen.“, erklärte Axel Weidner in seiner Antrittsrede im Rahmen der Mitgliederversammlung.

Andreas Dornbracht betonte ebenfalls, dass die Branche sich offen für neue Marktchancen zeigen müsse. Gerade die Gebäudearmaturenhersteller kämen trotz guter Rahmenbedingungen im Inland nicht umhin, sich besonders auf Märkte im Ausland zu konzentrieren.

Online-Plattformen und Internethandel

Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverbands für Onlinehandel (BVOH), griff diese These in seinem Vortrag „Es bleibt nichts, wie es ist!“ im Rahmen der Mitgliederversammlung der Gebäudearmaturenindustrie auf. Mit der Frage „Wollen Sie David oder Goliath sein?“ rückte er die Positionierung der Hersteller gegenüber den Riesen des Online-Handels wie Amazon oder noch größeren chinesischen Händlern in den Mittelpunkt. Da der dreistufige Vertrieb nicht auf ewig aufrecht zu erhalten sei, müssten die Hersteller selbst Online-Plattformen anbieten und zu Partnern der Internet-Händler werden. Dies setzte die Bereitstellung entsprechender Daten voraus, auf deren Grundlage man unter anderem eine „digitale Brücke“ nach China schlagen könne, um dort den eigenen Vertrieb zu stärken.

Zum Abschluss der Veranstaltung beleuchtete der bekannte Medien-Experte Prof. Dr. Gerald Lembke in seinem Vortrag „Digitales Marketing – jetzt aber richtig!“ wie wichtig eine strategische digitale Marktberabeitung für den Erfolg mittelständischer Unternehmen ist. Eben mal ein Facebook-Profil oder eine LinkedIn-Gruppe angelegt und dann über Monate nicht mit Inhalten versorgt, wird keinen Erfolg bringen, erklärte Professor Lembke. 99 Prozent der Posts blieben beim Zielpublikum ohnehin wirkungslos. Es verlange eine Kommunikationsstrategie, in der alle Medienkanäle crossmedial orchestriert werden. Er forderte die Unternehmen auf, sich auch personell so aufzustellen, dass der Wandel vom Käufer- zum Verkäufermarkt erfolgreich gemeistert werden könne.

„In den kommenden vier Jahren werden wir uns gemeinsam mit dem Vorstand insbesondere Fragestellungen, die sich aus dem digitalen Wandel unserer Branche ergeben, widmen.“, betonte Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Armaturen, mit Blick auf die zukünftige Agenda des Fachverbands.

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PwC-Studie: Öffentliche Krankenhäuser sind sanierungsbedürftig

Öffentliche Krankenhäuser müssen derzeit stark investieren, um einen Modernisierungsstau aufzuholen und kämpfen mit hohen Instandhaltungsquoten.

Der Wettbewerb unter den deutschen Krankenhäusern verschärft sich. Gerade Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft drohen in diesem Wettstreit abgehängt zu werden, denn viele der Häuser spüren derzeit die Folgen eines Modernisierungsstaus. Der Anlagenabnutzungsgrad ist eine Kennzahl für die Altersstruktur des Anlagevermögens. Dabei gilt: Je niedriger, desto jünger. Im Unterschied zu freigemeinnützigen Krankenhäusern haben die öffentlichen Krankenhäuser notwendige Investitionen in ihre Gebäude und Anlagen lange hinausgezögert, sodass die Häuser jetzt einen Anlagenabnutzungsgrad in Höhe von 59 Prozent aufweisen und die Krankenhäuser 13 Prozent Investitionsquote für die Modernisierung aufbringen.

Zum Vergleich: Bei freigemeinnützigen Häusern liegt der Abnutzungsgrad bei lediglich 54 Prozent, die Investitionsquote bei neun Prozent. Auch bei anderen Finanzkennzahlen zeigen die öffentlichen Krankenhäuser ähnlich wie im Vorjahr eine schlechtere Leistungsfähigkeit als viele Mitbewerber auf dem Markt. Das sind Ergebnisse einer Benchmark-Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, die die Kennzahlen von mehr als 100 deutschen Krankenhäusern bundesweit für das Jahr 2017 ausgewertet hat. Nach der Untersuchung verschiedener Faktoren wie Größe, Bundesland oder Versorgungsschwerpunkt wurden bei der Analyse nach Trägerschaften Gemeinsamkeiten und Unterschiede am deutlichsten.

Veraltete Bausubstanz erneuern

„Es muss sich nun zeigen, ob die Modernisierungsmaßnahmen ausreichen, mit denen öffentliche Krankenhäuser nachziehen“, sagt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC. „Viele der Krankenhäuser haben eine veraltete Bausubstanz. Moderne Gebäude und eine zeitgemäße Ausstattung sind ein wichtiger Schritt im Kampf um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Die freigemeinnützigen Häuser haben diesen Investitionsbedarf früher erkannt und konnten notwendige Modernisierungen bereits abschließen.“ Ob die Modernisierungsmaßnahmen auch den gewünschten Wettbewerbsvorteil und den damit verbundenen Patientenstrom nach sich ziehen, bleibt aber noch offen, denn in vielen Bundesländern investieren aktuell zahlreiche Krankenhäuser.

Die späte Modernisierung hat zur Folge, dass die Krankenhäuser in die Phase eines anhaltenden Baubooms geraten, sodass sie mit Kostensteigerungen und Bauverzögerungen rechnen müssen, die sich durch den Fachkräftemangel noch verschärfen. Da sich viele Anlagen derzeit noch im Bau befinden, müssen die öffentlichen Krankenhäuser auch die alten Gebäude parallel weiterbetreiben – dies spiegelt sich in einer hohen Instandhaltungsquote von 2,7 Prozent wider. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die alten instandhaltungsaufwändigen Gebäude auch tatsächlich aufgegeben werden und nicht für andere Zwecke, zum Beispiel Lagerhaltung, weiterverwendet werden.

Die Studie kann kostenlosen auf www.pwc.de/krankenhausbenchmark2018 heruntergeladen werden.