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Ausgebucht: Intersolar Europe 2018 kommt gut an

Drei Monate vor Veranstaltungsbeginn sind die Ausstellungsflächen der Intersolar Europe 2018 ausgebucht. Dies zeigt, wie viel Potential noch in der PV-Branche steckt.

Die diesjährige Fachmesse für Photovoltaik (PV)-Technik steht unter einem guten Stern: Angetrieben durch den Boom des PV-Marktes im vergangenen Jahr, ist die Intersolar Europe 2018 bereits ausgebucht. Neben den bereits etablierten Ausstellern haben sich dieses Mal auch viele Neuaussteller aus allen Bereichen der PV-Branche angemeldet. Im Fokus der Unternehmen stehen dabei vor allem die Digitalisierung sowie moderne und dezentrale Energietechnologien.

Die gute Marktentwicklung sorgte ebenfalls dafür, dass die Ausstellungsfläche der Messe vergrößert wurde. Zudem findet die diesjährige Intersolar Europe neben der etablierten Speichermesse „ees Europe“ erstmals zusammen mit zwei weiteren Energiefachmessen unter dem neuen Dach „The smarter E Europe“ statt: So stellen die „Power2Drive Europe“ und die „EM-Power“ künftig die Themen Elektromobilität sowie die intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden in den Fokus.

Ideales Netzwerken

Als nach eigenen Angaben branchenweit internationalste Veranstaltung mit Besuchern und Ausstellern aus 150 Ländern stellt die Intersolar Europe daher eine ideale Plattform dar, um weltweite Kontakte zu knüpfen. „Die Geschwindigkeit mit der die Intersolar Europe in diesem Jahr ausgebucht war, bestätigt auch unsere Markteinschätzung. Wir freuen uns, 2018 wieder Teil der Veranstaltung zu sein und dort langjährige sowie auch neue Kontakte begrüßen zu dürfen“, wird Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft e.V., auf der Messe-Homepage zitiert.

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Arbeitsvolumen zu Jahresbeginn eingebrochen

Die Monate Januar und Februar 2018 waren nach Zahlen der SOKA-BAU alles andere als förderlich für die Produktivität der deutschen Baubranche, teilt die Sozialkasse mit.

Der letzte Winter kam erst spät, dafür aber heftig: In den Monaten Januar und Februar 2018 erlebte Deutschland einen Kälteeinbruch, der auch die hiesige Baubranche stark traf. Dies belegen die Zahlen zu Arbeitsvolumen und Bruttolohnsumme, die nun von den Sozialkassen am Bau (SOKA-BAU) veröffentlicht wurden.

So sank das effektive Arbeitsvolumen am Bau von Januar auf Februar 2018 deutlich um fünf Prozent, die Bruttolohnsumme – also alle gezahlten Löhne – sank sogar um sechs Prozent. Für die Bauwirtschaft bedeutet dies einen deutlichen Dämpfer zu Jahresstart, waren das Arbeitsvolumen doch auch schon im Januar deutlich hinter dem Vormonat zurückgeblieben (minus 3,1 Prozent im Vergleich zu Dezember 2017). Immerhin kam es nicht zu flächendeckenden Entlassungen, denn die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer blieb in beiden Monaten stabil.

Gemischte Aussichten

Stark schwankend präsentiert sich derweil die Auftragslage bei den Unternehmen: So sorgte die hohe Zahl von Großaufträgen im vergangenen Dezember noch für gute Stimmung, zwischen Januar und Februar brach sie aber um fast 13 Prozent ein. Baugenehmigungen im Hochbau gingen zu Jahresbeginn ebenfalls um knapp fünf Prozent zurück.

Grundsätzlich sind die Aussichten für die Branche aber gar nicht so schlecht, glaubt SOKA-BAU. So stabilisierten sich die Zinsen für neue Wohnungsbaukredite genauso wie das Niveau der Neukreditvergabe der Deutschen Bundesbank. Zuversichtlich stimmt auch die baldige Einführung des Baukindergelds, die Familien jetzt noch zurückhaltender stimmt und in ein paar Monaten zu besserer Konjunktur führen soll. Gleichermaßen hofft man auf Umsatzzuwächse im gewerblichen Bau, da viele deutsche Unternehmen Kapazitätsengpässe haben und Erweiterungen benötigen.

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Wer wird das „Bauunternehmen des Jahres 2018“?

Bereits zum fünften Mal sucht die TU München gemeinsam mit der Zeitschrift tHIS – Tiefbau Hochbau Ingenieurbau Straßenbau das „Bauunternehmen des Jahres“.

Der einzige wissenschaftlich ausgerichtete Wettbewerb der Baubranche geht in die nächste Runde: Fachlich betreut und geleitet wird die Suche nach dem „Bauunternehmen des Jahres 2018“ von Prof. Dr.-Ing. Josef Zimmermann, Ordinarius des Lehrstuhls für Bauprozessmanagement und Immobilienentwicklung (LBI) an der TU München. Die Teilnahme ist für die Bauunternehmen kostenlos.

Unterstützt wird der Wettbewerb durch den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, (ZDB), sowie dem Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM). Namhafte Hersteller aus Baustoff- und Baumaschinenindustrie, dem Zuliefer- und Servicebereich fördern die Vergleichsanalyse.

Das vornehmliche Ziel des Wettbewerbes ist es, das öffentliche Bild der Ausführungsunternehmen in Bauwirtschaft und Bauindustrie zu stärken, vorbildlich agierende Firmen öffentlich zu machen und Impulse für positive Entwicklungen in der ganzen Branche zu geben.

Kostenlose Unternehmensberatung

Grundlage ist hierbei ein wissenschaftlich fundierter Fragebogen, bei dem die wesentlichen Prozesse des Unternehmens sowie die erfolgsbestimmenden Faktoren, beispielsweise für Strategie, Akquise, Kundenorientierung, Einkauf und Beschaffung, Mitarbeiterführung oder Qualitätsmanagement, im Vordergrund stehen.

Als Mehrwert für die Unternehmen ergibt sich aus den Auswertungen der Fragebögen eine kostenfreie Unternehmensberatung durch die unabhängigen Fachleute der TU München. Hierzu erhält jeder Einsender eine wissenschaftlich basierte Beurteilung des Bauunternehmens. Die hierbei aufgezeigten Stärken lassen sich dann gezielt ausbauen und zur Kunden- oder Mitarbeiterwerbung einsetzen. Zudem werden Handlungsempfehlungen gegeben, um Schwächen aufzuspüren sowie Abläufe und Prozesse im Unternehmen effizient zu gestalten.

Am Ende der Analysen stehen neben dem Gesamtsieger auch Gewinner in vier weiteren Kategorien: Im Tief-, Straßen- und Ingenieurbau (große Unternehmen), im Hochbau (große Unternehmen), im Tief-, Straßen- und Ingenieurbau (kleine, mittlere Unternehmen) sowie im Hochbau (kleine, mittlere Unternehmen).

Der Fragebogen zur Teilnahme am Wettbewerb „Bauunternehmen des Jahres 2018“ ist unter www.bauunternehmen-des-jahres.de abrufbar. Fragen beantwortet Julia Osterried von der TU München, erreichbar unter bauunternehmen-des-jahres@lbi-tum.de. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2018, die Preisverleihung findet am 27. September in Berlin statt.

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Kündigung schützt nicht vor Nachbesserung

Wenn die selbst gesetzte Frist zur Mängelbeseitigung noch läuft, darf der Bauherr nicht aus dem Vertrag aussteigen – vor allem, wenn die Nachbesserung bereits begonnen hat.

Einem Bauherrn ist es nicht möglich den Vertrag zu kündigen, nachdem die Nachbesserungsfrist abgelaufen ist und der Unternehmer bereits mit der Nachbesserung begonnen hat. So reklamierte ein Bauherr Mängel bei seinem Auftragnehmer und setzte eine Frist zur Nachbesserung. Nach Ablauf dieser Frist wurde erneut verhandelt und eine weitere Nachbesserung unter neuer Fristsetzung vereinbart. Doch noch vor Ablauf der neuen Frist kündigte der Bauherr den Bauvertrag – obwohl die Nachbesserungsarbeiten bereits liefen. Daraufhin verlangte der Kunde vom Auftragnehmer die Kosten für eine Ersatzvornahme.

Das Urteil

Das Oberlandesgericht Dresden schlug sich auf die Seite des Unternehmers und wies die Forderung des Bauherrn zurück. Demnach hätte es nach VOB/B eine wirksame Kündigung geben müssen, die nach Ansicht der Richter in diesem Fall allerdings nicht gegeben war. Denn die zweite gesetzte Frist zur Nachbesserung sei noch nicht abgelaufen gewesen, so dass ein Kündigungsrecht noch nicht bestanden habe. Der Bauherr könne sich auch nicht auf die erste Frist berufen, da er den Vertrag nach Verstreichen nicht kündigte, sondern eine neue Nachbesserungsfrist setzte. Nach Auffassung der Richter zeige dies, dass er diese Frist selbst für irrelevant gehalten habe.

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VDPM-Merkblatt: Mauerwerk mit Dünnbettmörtel

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat ein neues Merkblatt zum „Mauerwerk mit Dünnbettmörtel“ veröffentlicht.

Das Merkblatt entstand in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie und dem Bundesverband Leichtbeton. Auf insgesamt acht Seiten erfahren Praktiker alles Wichtige rund um den Einsatz von Dünnbettmörtel auf Planelementen und Plansteinen aus Leichtbeton oder Ziegel.

Neben klassischen Begriffsdefinitionen bietet die Broschüre Informationen über die Anforderungen an Dünnbettmörtel, Mauersteine und Mauerwerk sowie die Lieferformen von Dünnbettmörtel (Werk-Trockenmörtel, Mörtelpads, Mörtel-Pellets). Der Schwerpunkt liegt allerdings auf den Ausführungshinweisen. Neben dem Anlegen der Ausgleichs- beziehungsweise Kimmschicht und dem eigentlichen Mauern mit Dünnbettmörtel, gehen die Autoren vor allem auf die fachgerechte Herstellung sowie auf Details zu Verarbeitbarkeits- und Korrigierbarkeitszeiten ein. Zudem werden verschiedene Auftragstechniken sowie Ausführungen von Stoßfugen erläutert. Abgerundet wird das Merkblatt schließlich durch Hinweise zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Das neue Merkblatt Mauerwerk mit Dünnbettmörtel gibt es ausschließlich als pdf zum kostenlosen Download auf der Homepage des VDPM unter www.vdpm.info

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Außenarbeiten bei Kunden derzeit besonders begehrt

Die Nachfrage im deutschen Bauhandwerk steigt weiter und weiter, manche Gewerke werden jetzt im Frühjahr aber besonders begehrt, errechnete das Online-Portal MyHammer.

Man sollte davon ausgehen, dass Außenarbeiten im Winter größtenteils brachliegen, doch unter allen Gewerken haben diese Handwerker in den vergangenen Monaten besonders hohe Nachfrage erlebt. Dies belegen die Statistiken des Handwerker-Portals MyHammer, die nun veröffentlicht wurden.

Bau- und Erdarbeiten obenauf

Eins vorneweg: Die meisten Gewerke haben zum Jahresbeginn zugelegt, denn die Nachfrage stieg überall. Insgesamt 21 Prozent mehr Handwerkeranfragen zählte MyHammer im ersten Quartal 2018 im Vergleich zu den letzten drei Monaten des Jahrs zuvor. Die drei Bereiche, die überdurchschnittlich oft nachgefragt wurden, waren allesamt Außenarbeiten: Maurerarbeiten, Straßenbau- und Pflasterarbeiten sowie Bau- und Erdarbeiten. Die ersten beiden Kategorien erreichten beide rund 50 Prozent mehr Nachfragen als noch im vierten Quartal 2017, Bau- und Erdarbeiten waren sogar 68 Prozent beliebter.

Dass die Zahlen so ausfallen, wundert die MyHammer-Verantwortlichen nicht. „Erwartungsgemäß ist im Frühling die Nachfrage nach Arbeiten gestiegen, die draußen verrichtet werden“, wird CEO Claudia Frese in der Deutschen Handwerkszeitung zitiert. Erdarbeiten, vor allem Aushub und Entsorgung, seien typische Aufträge für die Jahreszeit.

Daneben erwartet MyHammer auch bei anderen Gewerken Zuwächse. So steigt im Frühjahr typischerweise die Nachfrage nach Metallarbeiten, beispielsweise für die Montage und Fertigung von Metallzäunen und Balkongeländern. Auch Maurer, Betonbauer, Zimmerer und Tischler, Maler und Lackierer, Stuckateure und Fliesenleger haben in dieser Jahreszeit oft viel zu tun.

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### Neue Vertriebsleitung Deutschland bei Fermacell (Köpfe 1)

Henning Risse

Zum 1. August 2018 übernimmt Henning Risse die Position des Vertriebsleiters Deutschland beim Trockenbau-Spezialisten Fermacell.

 

 

In seiner neuen Funktion wird Risse direkt an den CEO Dr. Jörg Brinkmann berichten. Laut Mitteilung des Unternehmens verfügt Risse über fundierte Kenntnisse mit großem Erfahrungsschatz aus seinen langjährigen Vertriebserfahrungen. So war der Wirtschaftsingenieur zuvor in leitender Vertriebsposition bei Ursa sowie bei Resopal tätig. Bis zu seinem Eintritt wird Hans Mayschak die operative Vertriebsleitung kommissarisch übernehmen. Der bisherige Vertriebsleiter Klaus Bröker hat das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen.

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Bundesgerichtshof verbietet fiktive Schadenskosten

Für die Behebung von Mängeln am Bau muss der zuständige Bauunternehmer jetzt nur noch haften, wenn eine Maßnahme zur Beseitigung des Schadens wirklich durchgeführt wird.

Es ist das gute Recht jedes Käufers, ein fehlerfreies Produkt für sein Geld zu bekommen. Bei der Errichtung von Gebäuden ist dies nicht anders, hier kann ein Auftraggeber vom zuständigen Bauunternehmer Schadenersatz verlangen, wenn das fertiggestellte Bauwerk Mängel aufweist. Der landläufigen Praxis, diese Kosten auch ohne eine tatsächliche Mängelbeseitigung einzutreiben, schob der Bundesgerichtshof nun einen Riegel vor.

Theoretische Kosten im Fokus

Hierbei handelt es sich um so genannte fiktive Kosten, die nur theoretisch auftreten. Wenn es einen Fehler am Bau gibt, darf der Käufer des Bauwerks die Behebung dieses Fehlers dem Bauunternehmer in Rechnung stellen – auch wenn er den Fehler in Wirklichkeit nicht beseitigt. Es reichte bislang aus, dass dem Auftragnehmer die theoretischen Kosten einer Fehlerbehebung entstanden.

In einem Rechtsstreit, der jüngst vor dem Bundesgerichtshof landete, handelte es sich genau um solch eine Situation: Ein Ehepaar hatte ein Unternehmen mit Natursteinarbeiten im Außenbereich ihres Hauses beauftragt, aber schon nach einiger Zeit zeigten sich Rissen und Ablösungen an den Steinen – ein klarer Mangel. Sie verklagten den Bauunternehmer daraufhin auf die Zahlung der  fiktiven Mängelbeseitigungskosten, verkauften das Haus aber noch während des laufenden Gerichtsverfahrens, ohne den Schaden jemals behoben zu haben.

Fiktive Kosten nicht weiter rechtmäßig

Diese Praxis wollte der BGH nicht weiter dulden, denn offensichtlich hatten die Besteller der Handwerkerleistung keine weiteren Kosten durch den Mangel. Das Gericht entschied deshalb, dass nur reale Kosten bei Schadensersatzforderungen zählen dürfen. „Erst wenn der Besteller den Mangel beseitigen lässt und die Kosten hierfür begleicht, entsteht ihm ein Vermögensschaden in Höhe der aufgewandten Kosten“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Dem Auftraggeber ist es natürlich nach wie vor erlaubt, Mängel beheben zu lassen und diese Kosten dem Bauunternehmer in Rechnung zu stellen. Falls er eine Vorfinanzierung dieser neuen Leistung nicht aufbringen kann oder will, kann er den Bauunternehmer auf die Zahlung eines Vorschusses verklagen. Möglich ist eine solche Vorschussklage übrigens auch gegenüber Architekten.

Schadensfall nur als Vermögensschaden geltend machen

Alternativ darf der Bauherr den Mangel wie bei jedem anderen Schadensfall insofern geltend machen, dass er den geminderten Wert des Gebäudes als Vermögensschaden beim Handwerker einklagt. Wenn durch einen Mangel also der Wert eines Gebäudes oder eines Gebäudeteils niedriger liegt als angenommen, muss der Handwerker diesen Verlust ausgleichen.

Ein Beispiel: Werden in einer Wohnung Fliesen schief verlegt, sinkt der Wert der Wohnung und es entsteht ein Mangel. Bislang hatte Wohnungseigentümer den Handwerker in diesem Fall auf die Summe einer Behebung des Schades verklagen können, auch wenn er die schief verlegten Fliesen nicht korrigiert hätte. Dies ist nun nicht mehr möglich: Entweder er lässt eine Korrektur durchführen und stellt dem Handwerker diese Kosten in Rechnung, oder der Handwerker muss allein den gesunkenen Wert der Immobilie erstatten. In vielen Fällen kann dies deutlich günstiger sein, da einige Schäden nur sehr teuer zu beheben sind und es einfachere Möglichkeiten gibt, mit dem Mangel umzugehen. Unsauber verlegte Fliesen können manchmal unerheblich sein, eine Reparatur des Ganzen aber in die Tausende gehen.

Handwerkerfreundliches Urteil

Mit diesem Urteil entschied der Bundesgerichtshof in eher unüblicher Weise zugunsten von Handwerkern und Bauunternehmern, resümiert Rechtsanwalt Ralph Bodo Kaiser auf der Plattform Legal Tribune Online. Bislang war es nämlich oft so gewesen, dass kleinste Mängel den Handwerkern oder Bauunternehmern in großen Summen in Rechnung gestellt wurden. „Auch die gern praktizierte Vorgehensweise von Bauträgern, wegen kleinerer, oft optischer Mängel den Werklohn des beauftragten Unternehmers zu kürzen, obwohl der Kaufpreis voll vereinnahmt wurde, dürfte mit der neuen Rechtsprechung des BGH zumindest theoretisch der Vergangenheit angehören“, glaubt Kaiser.

Großen Einfluss hat das Urteil vor allem deswegen, weil es sich theoretisch auf jeden laufenden Rechtsstreit dieser Art auswirkt und in vielen Instanzen nun neu verhandelt werden muss. Rechtskräftige Urteile sind davon natürlich nicht betroffen, aber in vielen Prozessen ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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Baugewerbe: Keine Vorteile bei ÖPP im Straßenbau

Der Europäische Rechnungshof sieht laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht keine wesentlichen Vorteile für öffentliche-private Partnerschaften (ÖPP) im Straßenbau.

Wie der Europäische Rechnungshof ein einem Bericht mitteilte, können öffentliche-private Partnerschaften nicht als „wirtschaftlich tragfähige Option zur Verwirklichung öffentlicher Infrastrukturvorhaben angesehen werden.

Dazu erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa: „Das ist nach dem Bundesrechnungshof der zweite wichtige Rechnungshof, der zu dem Schluss kommt, dass ÖPP nicht wirtschaftlich sind und den Steuerzahler erheblich belasten. Zu einem ähnlichen Ergebnis war bereits der Bundesrechnungshof 2014 gelangt. Wir fordern daher die verantwortlichen Politiker in Deutschland auf, die Einwände der beiden Rechnungshöfe zu berücksichtigen und erst einmal keine weiteren ÖPP-Projekte in der Verkehrsinfrastruktur auf den Weg zu bringen.“

„ÖPP schränken Wettbewerb ein“

Der Europäische Rechnungshof hatte 12 von der EU kofinanzierte Projekte in Frankreich, Griechenland, Irland und Spanien untersucht.

Pakleppa weiter: „Dabei hat der Rechnungshof unsere sämtlichen Vorbehalte bestätigt. ÖPP schränken den Wettbewerb ein und schwächen die Vergabeposition der öffentlichen Hand. Der Zeitaufwand für die Vergabe ist wesentlich höher als bei konventionellen Vergaben. Hinzu kommen erhebliche Ineffizienzen in Form von Verzögerungen und Baukostensteigerungen. Allein die fünf in Spanien und Griechenland geprüften ÖPP führten zu Mehrkosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro.“

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Übernahme abgeschlossen: James Hardie übernimmt Fermacell

Wie das irische Unternehmen James Hardie Industries mitteilte, ist die Übernahme der XI (DL) Holdings GmbH und ihrer Xella-Tochtergesellschaften (inklusive der Fermacell GmbH) abgeschlossen.

Auf Grundlage eines Unternehmenswertes von 473 Millionen Euro wurde die Übernahme am 3. April 2018 nach Erfüllung aller üblichen Closing-Bedingungen erfolgreich abgeschlossen. Dr. Jack Truong, Präsident der International Operations von James Hardie, freute sich über die erfolgreiche Übernahme mit über 800 neuen James Hardie Mitarbeitern in Europa.

„Wir heißen unsere neuen Mitarbeiter in der James Hardie Gruppe willkommen und bedanken uns für die harte Arbeit, die unser Integrationsteam, bestehend aus Mitarbeitern von James Hardie, Fermacell und unseren Beratern, auf sich genommen hat, um diesen wichtigen Meilenstein zu erreichen“, wird Dr. Truong im Online-Fachmagazin baulinks.de zitiert. „Wir sind bereit, die Vorteile dieser strategischen Akquisition zu nutzen und freuen uns, dieses hochwertige Unternehmen der James Hardie Gruppe hinzuzufügen. Die breite europäische Präsenz und Leistungsfähigkeit von Fermacell bieten die richtige Plattform, um das Wachstum unseres Faserzementgeschäfts in Europa zu beschleunigen. Wir freuen uns auch über die zukünftigen Wachstumschancen des Fermacell Kerngeschäfts in Regionen wie Großbritannien, Frankreich und Skandinavien.“

Noch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019 will James Hardie in seinen Quartalsbericht einen Bereich für europäische Bauprodukte aufnehmen. Dieser solle sowohl das laufende europäische Faserzement-Geschäft von James Hardie als auch das neu erworbene Fermacell-Geschäft umfassen.

„Das derzeitige Segment International Fiber Cement wird in Asia Pacific Fiber Cement umbenannt und umfasst die Geschäfte in Australien, Neuseeland und den Philippinen“, berichtet baulinks.de