Bild: Fotolia/Marco2811

Fluch oder Segen? Schon bald mehr als 500 vernetze Geräte in jedem Haushalt

Ob vernetzte Rollladen oder smarte Kühlschränke: In fünf Jahren wird es in jedem Haushalt rund 500 vernetzte Geräte geben, sagt der TÜV Rheinland. Das birgt auch Gefahren.

Das Smart Home ist längst Realität, aber noch nicht Standard. International führende Experten von TÜV Rheinland gehen davon aus, dass sich das sehr schnell ändern wird: Bereits in fünf Jahren werden sich ihrer Einschätzung nach in jedem Privathaushalt rund 500 Geräte, Produkte, Anwendungen und Komponenten befinden, die internetfähig sind oder bereits mit dem Internet verbunden sind. Dies ist eine Prognose aus den Cybersecurity Trends 2018 von TÜV Rheinland, die der weltweit tätige Prüfdienstleister für Qualität und Sicherheit veröffentlicht hat. Das Problem: Viele dieser „smarten“ Produkte und Anwendungen sind nicht ausreichend auf Datensicherheit und Cybersecurity überprüft.

Vernetzte Geräte sammeln Daten und tauschen sie aus

Zu den „smarten“ vernetzten Geräten gehören Online-Steuerungssysteme für Rollladen, Licht oder Heizung ebenso wie Fernseher, Kühlschrank oder Rasenmähroboter, Mobiltelefon, Tablet-PC oder Babyphone. „Vernetzte Geräte müssen Daten sammeln und untereinander austauschen, damit sie funktionieren. Sonst sind diese nicht smart. Gleichzeitig müssen sie in Sachen Datensicherheit und gegen Cyber-Einbrüche gut gesichert sein“, so Dr. Daniel Hamburg, als Leiter des „Center of Excellence Testing and Certification“ bei TÜV Rheinland führender Experte für Produktprüfung und Cybersecurity. Er fordert unter anderem, dass Standards zur Prüfung von Gerätesicherheit um Prüfungen für Datensicherheit und Cybersecurity erweitert werden. „Sonst öffnen wir mit dem Smart Home einer neuen Art von Einbrechern Tür und Tor.“

Cyber-Kriminelle: Neue Generation von Einbrechern

Tatsächlich gibt es bereits heute immer wieder Zwischenfälle, in denen es mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich ist, in Systeme und Produkte einzudringen, die mit dem Internet verbunden sind. Dies erfolgt beispielsweise über Schadsoftware oder über das WLAN. Zuletzt haben Experten von TÜV Rheinland beispielsweise in einem Versuch einen so genannten Wechselrichter einer Solarstromanlage gehackt. Dadurch wäre es möglich gewesen, verbundene Speichersysteme oder gar das Stromnetz selbst zu beeinträchtigen. Auch Alarmanlagen oder Überwachungssysteme wurden von Einbrechern bereits gehackt und ausgehebelt.

Auf Einhaltung von Vorschriften für Datenschutz achten

Damit Verbraucher bereits beim Kauf mehr Sicherheit haben können, ob Produkte und Systeme den aktuellen Anforderungen an Datenschutz und Online-Sicherheit entsprechen, fordern Experten unabhängige Prüfungen nach einheitlichen Standards.

Dr. Daniel Hamburg: „Seit 40 Jahren gibt es in Deutschland das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit von Produkten. Ähnliche Prüfzeichen benötigen wir jetzt für smarte Produkte, um geprüfte Datensicherheit und Cybersecurity für die Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Blick erkennbar zu machen. Das schafft eine Vergleichsmöglichkeit im Markt und sorgt für Vertrauen in die Hersteller.“ Entsprechende Prüfungen hat TÜV Rheinland seit 2017 entwickelt: Hierbei kontrollieren die Fachleute den Datenschutz und die Datensicherheit von Produkten beziehungsweise von Anwendungen, die mit diesen Produkten in Verbindung stehen. Denn mit einem internetfähigen Gerät ist fast immer auch ein Service verbunden, zum Beispiel die mobile und flexible Steuerung über ein Smartphone.

Beim Kauf neuer smarter Geräte sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher in jedem Fall auch über die Einhaltung von Datenschutzvorschriften informieren und nicht nur auf den Preis achten.

Cybersecurity Trends zum vierten Mal vorgestellt

Die Cybersecurity Trends von TÜV Rheinland sind 2018 zum vierten Mal erschienen. Sie wurden über mehrere Monate innerhalb eines internationalen Teams recherchiert und erstellt. Der Report basiert auf einer Umfrage unter führenden Fachleuten für Cybersecurity von TÜV Rheinland und den Erfahrungen von Unternehmen in Europa, Nordamerika sowie Asien. Dazu befragten die Fachleute auch Unternehmen und Organisationen verschiedener Branchen und analysierten weltweit Sicherheitsvorfälle des vergangenen Jahres.

Die Cybersecurity Trends 2018 geben Auskunft zu acht bedeutenden Entwicklungen rund um Datensicherheit, IT-Security, Datenschutz und Cyber-Kriminalität. Dazu zählen unter anderem die Auswirkungen der neuen Datenschutzbestimmungen innerhalb der Europäischen Union – Stichwort Datenschutzgrundverordnung –, der Trend zu biometrischen Erkennungssystemen im Alltag sowie der Aufbau künstlicher Intelligenz rund um Cybersecurity.

Bild: iStock.com/Bogdanhoda

Bio-Diesel: Steuerentlastung für Landwirte bleibt bestehen

Die Europäische Kommission hat entschieden: Die Steuerentlastung für in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben genutzte Biokraftstoffe bleibt bis Ende 2020 bestehen.

Nach umfangreicher Einflussnahme des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat die Europäische Kommission im Juni 2018 die beihilferechtliche Genehmigung zur Steuerentlastung für in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben genutzte Biokraftstoffe erteilt. Da gemäß EU-Recht ab 2021 keine Biokraftstoffe aus Nahrungsmittelpflanzen mehr gefördert werden dürfen, ist die Entlastung bis zum 31.12.2020 befristet.

Damit kann ab sofort wieder für in Traktoren, Arbeitsmaschinen, Motoren und Sonderfahrzeugen verwendeter Biokraftstoff ebenso wie für herkömmlichen Dieselkraftstoff eine Steuervergünstigung beantragt werden. Diese Ermäßigung, allgemein als Agrardiesel-Rückvergütung bezeichnet, ist in § 57 des Energiesteuergesetzes geregelt. Durch die notwendige Genehmigung der Europäischen Kommission ruhte die Auszahlung der Agrardieselrückvergütung im 1. Halbjahr 2018.

Bild: Fotolia/Marleny

Zentraleinkauf Baubedarf weiterhin auf Wachstumskurs

Wie der Zentraleinkauf Baubedarf (ZEB) auf seiner Jahreshauptversammlung Ende Juni mitteilte, kann die Kooperation auf ein gutes Geschäftsjahr 2017 zurückblicken.

Die aktuellen Geschäftszahlen, die ZEB-Geschäftsführer Antonius Trachternach auf der Jahreshauptversammlung bekannt gab, können sich sehen lassen: So konnte der Gewinn gehalten und die Bonusausschüttung leicht gesteigert werden. Trotz des um 1 Prozent gesunkenen Einkaufsumsatzes belief sich der Gesamtumsatz auf insgesamt 253 Millionen Euro. Die Paderborner Kooperation erlebe laut Trachternach bereits seit Jahren eine konstante Entwicklung und rechne für das laufende Jahr 2018 wieder mit einer Umsatzsteigerung.

Auch die Gesellschafterzahl hatte sich zum Jahresanfang erhöht. So standen vier Zugänge zwei Abgängen gegenüber. Franz Breiteneicher wurde für weitere drei Jahre in seinem Amt als Beiratsvorsitzender bestätigt. Neu in den Beirat wurde Jörg Schneider von der Raiffeisen Warengenossenschaft Köthen-Bernburg gewählt. Der Beirat besteht insgesamt aus sechs Mitgliedern.

Das erste Halbjahr 2018 sieht ebenfalls vielversprechend aus. So stiegen die Umsätze um 1,85 Prozent auf 125 Millionen Euro. Lediglich die Bereiche chemische Baustoffe, Wandbaustoffe und Bauelemente waren rückläufig.

Bild: Fotolia/weseetheworld

Kein Mindestlohn bei Krankheit?

Wird ein Arbeitnehmer krank, steht ihm eine Entgeltfortzahlung zu. Aber was passiert, wenn der Tarifvertrag dies ausschließt? Wir klären, was zulässig ist und was nicht.

Viele Arbeits- und Tarifverträge arbeiten mit Ausschlussklauseln. In diesen wird oftmals festgelegt, dass Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis erlöschen können, wenn sie nicht fristgerecht geltend gemacht werden. So kann beispielsweise auch der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall per Tarifvertrag ausgeschlossen werden, falls er nicht innerhalb der festgelegten Frist in Anspruch genommen wird. Im Hinblick auf den gesetzlichen Mindestlohn ist eine solche Frist laut Bundesarbeitsgericht allerdings unwirksam.

Der Fall

Nach einer Kündigung zum 31. Oktober 2015 meldete sich ein Bauarbeiter krank und legte eine ärztliche Bescheinigung vor. Da der Arbeitgeber den Lohn allerdings nur noch teilweise fortzahlte, erhob der Arbeitnehmer drei Monate später Klage. Mit Berufung auf den Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Bau), wies der Arbeitgeber alle Schuld von sich. Der Vertrag sehe nämlich vor, dass alle beiderseitigen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen, „wenn sie nicht innerhalb von zwei Monaten nach der Fälligkeit gegenüber der anderen Vertragspartei schriftlich erhoben werden“. Demgegenüber argumentierte der Bauarbeiter, dass die Ausschlussklausel des BRTV-Bau unwirksam sei, da sie den Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn nicht explizit ausschließe.

Das Urteil

Das Bundesarbeitsgericht schlug sich zum Teil auf die Seite des Arbeiters und sprach ihm eine Lohnfortzahlung für die Zeit seiner Krankheit in Höhe des Mindestlohns zu. So sei die genannte Klausel in Bezug auf den Mindestlohn unwirksam und der Schutzzweck des Mindestlohngesetzes gebiete es, die Entgeltfortzahlung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns zu sichern. Der Mann habe deshalb einen Anspruch auf Entgeltfortzahlungen, dies sich aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) ergeben.

Gleichzeitig erklärte das Gericht aber auch, dass tarifliche Ausschlussfristen für Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall prinzipiell zulässig seien, sich aber nur auf den Teil, der über den Mindestlohn hinausgehe, beziehen dürfe.

Im Ergebnis habe der Bauarbeiter also Anspruch auf Entgeltfortzahlung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns gehabt, seine darüber hinausgehenden Ansprüche seien wegen der versäumten Frist jedoch verfallen.

Bild: Fotolia/josefkubes

Sozialer Wohnungsbau: Bund setzt klare Impulse

Der Bund wird den sozialen Wohnungsbau nach 2019 auch weiterhin unterstützen und hat hierfür weitere Mittel bereitgestellt – inklusive einer Grundgesetzänderung.

Bundesminister Seehofer: „Dass wir in unserem Land genügend bezahlbare Wohnungen haben, ist für mich eine der wichtigsten politischen Aufgaben überhaupt. Der Bund wird daher den sozialen Wohnungsbau auch nach dem Auslaufen der Kompensationszahlungen im Jahr 2019 unterstützen. Die dafür notwendige Grundgesetzänderung haben wir bereits auf den Weg gebracht.“

Im vergangenen Jahr stieg der geförderte Neubau von Mietwohnungen um rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. So wurden im Jahr 2017 Fördermaßnahmen für den Bau von 26.231 Mietwohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindungen neu bewilligt. Das entspricht einem Plus von 1.681 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr. Deutliche Steigerungen des geförderten Mietwohnungsneubaus sind vor allem in Bayern, Sachsen, Hamburg und Berlin zu verzeichnen.

Bestand rückläufig

Zum 31. Dezember 2016 gab es in Deutschland rund 1,27 Mio. gebundene Sozialmietwohnungen. Dies entspricht einer Quote von knapp sechs Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit die Zahl um rund 62.500 verringert. Das liegt insbesondere an auslaufenden Mietpreis- und Belegungsbindungen.

Weitere Anstrengungen sind daher nötig. Mit der Erhöhung der Kompensationsmittel für 2019 um 500 Millionen Euro auf rund 1,5 Milliarden Euro geht der Bund deutlich in Vorleistung. Die Länder sind im Gegenzug gefordert, diese zusätzlichen Mittel zum Zweck der sozialen Wohnraumförderung einzusetzen. Zudem werden die Länder in den Jahren 2020 und 2021 mindestens zwei Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau erhalten.

Zur Erinnerung: Bereits am 02. Mai hatte das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für eine Grundgesetzänderung im Bereich des sozialen Wohnungsbaus beschlossen. Der Bund erhält die Möglichkeit, den Ländern zweckgebunden Finanzhilfen für gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen der Länder und Kommunen im Bereich des sozialen Wohnungsbaus zu gewähren.

Bild: iStock.com/vencavolrab

Jubiläum: Ein Jahr Wärmenetze 4.0

Nach rund einem Jahr Förderung des Modellvorhabens für Wärmenetzsysteme 4.0 zieht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine erste Erfolgsbilanz.

Ende Juni 2017 wurde die Förderbekanntmachung zu den Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0 („Wärmenetze 4.0“) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlicht. Das Ziel des Förderprogramms besteht in der Planung und dem Bau innovativer Wärmenetzsysteme, die eine hocheffiziente, umweltschonende und kostengünstige Bereitstellung von Wärme und Kälte durch Nutzung von erneuerbarer Energie und Abwärme ermöglichen.

Das Förderprogramm besteht aus vier Modulen. Der Fördergegenstand von Modul I besteht in der Förderung von Machbarkeitsstudien, die die Errichtung neuer Wärmenetze bzw. die Transformation bestehender Netze zu einem Wärmenetzsystem 4.0 untersuchen. In Modul II wird die Realisierung eines Wärmenetzsystems der vierten Generation gefördert. Der Fördergegenstand von Modul III sind Informationsmaßnahmen zur Erzielung der erforderlichen Anschlussquote und Wirtschaftlichkeit. In Modul IV steht die Förderung von wissenschaftlicher Kooperation im Vordergrund.

Erste Erfolge

Ein Jahr nach der Veröffentlichung der Förderrichtlinie zieht das BAFA eine erste Erfolgsbilanz. Innerhalb des ersten Jahres sind zahlreiche Anträge beim BAFA eingegangen:

Für Modul I, wonach die Erstellung von Machbarkeitsstudien bezuschusst wird und für das die Förderbekanntmachung ursprünglich von nur zwölf Anträgen ausging, sind mittlerweile 62 Anträge eingegangen. Von diesen wurden bereits 39 positiv beschieden und Zuwendungen in Höhe von rund 3.7 Millionen Euro erteilt.

Für Modul II, wonach die Realisierung von Wärmenetzsystemen der vierten Generation gefördert wird, sind bisher drei Anträge eingegangen. Aufgrund des regen Interesses der Markteilnehmer ist mit weiter steigenden Antragszahlen zu rechnen.

Die Förderung kann nunmehr für alle Module beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Das BAFA setzt die Förderung für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie um. Nähere Informationen zum Förderprogramm sind auf der Internetseite des BAFA unter www.bafa.de verfügbar.

Bild: iStock.com/stocknroll

SHK-Handwerk nutzt digitale Tools

Das vermeintlich analoge SHK-Fachhandwerk wird digital: Immer mehr Betriebe nutzen bei ihrer täglichen Arbeit bereits digitale Instrumente, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Ob Materialbestellung, Terminplanung oder Rechnungstellung: Deutschlands SHK-Fachhandwerker haben digitale Tools für sich entdeckt. So befindet sich bereits aktuell jeder Zweite (48 Prozent) inmitten der digitalen Transformation seines Arbeitsalltags und tauscht Schritt für Schritt bisher im Job genutzte analoge Instrumente gegen digitale aus. Weitere 16 Prozent setzen digitale Anwendungen ein, die direkt mit unmittelbaren Branchenpartnern verknüpft sind. Dem gegenüber steht ein gutes Drittel: So arbeiten immerhin noch 35 Prozent überwiegend analog – nutzen also nach wie vor mehrheitlich Papier, Telefon, Fax und persönliche Gespräche. Diese Ergebnisse gehen aus einer repräsentativen Querschiesser-Umfrage im SHK-Handwerk hervor, die im Auftrag der GC-GRUPPE erfolgte.

Material bestellen und Termine planen: 68 Prozent tun es digital

Beim konkreten Blick auf die einzelnen Tätigkeiten des Job-Alltags geht hervor: Insbesondere bei der Ausführungsplanung, von der Materialbestellung bis zur Terminplanung, greifen Deutschlands SHK-Fachhandwerker auf digitale Werkzeuge zurück – 68 Prozent nutzen diese „immer oder oft“. Bei der Projektorganisation, wie dem Erstellen von Zeichnungen oder Dokumenten, spielen die digitalen Tools hingegen eine eher untergeordnete Rolle: 63 Prozent der Befragten verwenden diese hier selten oder nie. Bei der Auftragsgewinnung – beispielsweise über die Präsentation des Unternehmens via eigener Website – sind 26 Prozent digital aufgestellt; 74 Prozent dagegen verfügen über keine eigene Homepage respektive nutzen diese nicht für die Ansprache potenzieller Kunden. Eine untergeordnete Rolle spielt die Digitalisierung auch bei der Übergabe der fertigen Leistung: Rund 88 Prozent setzten auf den Abschluss vor Ort und den daraus resultierenden persönlichen Kontakt.

Fehlende Zeit und mangelnde Übersicht bei den Angeboten

Auf die Frage, woher die Anregungen für die Digitalisierung des eigenen Betriebs kommen, verweisen 40 Prozent der befragten Handwerker auf ihre Eigeninitiative und Recherche. 27 Prozent holen sich Inspirationen über die Angebote des Großhandels. Was und in welcher Form angegangen und digital umgesetzt wird: 86 Prozent der SHK-Betriebe stellen intern ihren „Chief Digital Officer“, unabhängig davon, ob Chef selbst, Junior-Chef oder als gemeinsame Entscheidungsfindung. 14 Prozent setzen in diesem Bereich auf externe Dienstleister. Bezüglich der sich ergebenden Schwierigkeiten, passende digitale Unterstützungskonzepte für den eigenen Betrieb zu finden, bemängeln 56 Prozent der Befragten die Übersichtlichkeit des Angebots; 20 Prozent sehen die größten Probleme in der fehlenden Zeit, um sich ausreichend Informationen zu beschaffen, um Schulungen zu absolvieren oder die Implementierung auch umzusetzen.

Bild: iStock.com/Pali Rao

Baukonjunktur weiterhin im Höhenflug

Neuste Zahlen der SOKA-BAU zeigen: Das Arbeitsvolumen und die Bruttolohnsummen sind erneut weiter angestiegen – zum dritten Mal in Folge. Folgt nun der Absturz?

Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an SOKA-BAU übermittelten Beitragsmeldungen hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im Mai saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 2,7 Prozent gestiegen ist. Dies ist bereits der dritte Anstieg in Folge. Auch die Bruttolohnsumme legte zu, und zwar um 1,3 Prozent, während die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer nachgab (1,0 Prozent).

Motor Wohnungsbau

Auch die Frühindikatoren fielen zuletzt freundlicher aus. Die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sind im April um 2,6 Prozent gestiegen. Insbesondere im Wohnungsbau war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Darüber hinaus lagen die Baugenehmigungen im Hochbau im April deutlich im Plus (+ 12,5 Prozent gegenüber Vormonat). Hier war es allerdings schwerpunktmäßig der Nichtwohnungsbau, der zulegen konnte. Im Trend sind die Baugenehmigungen im Hochbau – nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase – nun seit Frühjahr vergangenen Jahres angestiegen.

Schlechte Vorzeichen

Die Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen allerdings weiter leicht verschlechtert. So sind die Zinsen für neu zu vergebende Wohnungsbaukredite im Mai wieder leicht angestiegen. Der durchschnittliche Zinssatz für Kredite mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren – der am häufigsten in Anspruch genommene Hypothekenkredit – lag damit erstmals seit dem Frühjahr 2016 wieder bei 2,0 Prozent.

Die Stimmung der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes hat sich unterdessen im Zuge des Handelsstreits zwischen den USA, der Europäischen Union und China erneut verschlechtert. Mittlerweile steigen auch die Lieferzeiten der Unternehmen kaum noch an, was zumindest für eine vorübergehende Zurückhaltung bei Erweiterungsinvestitionen und damit auch bei den Wirtschaftsbauinvestitionen spricht. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes sowie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwarten für dieses Jahr einen Anstieg des Umsatzes im Bauhauptgewerbe um 4,0 Prozent bzw. 6,0 Prozent.

Bild: iStock.com/Johnny Greig

Personalwechsel: Zukunft Erdgas bekommt neuen Vorsitzenden

Die Brancheninitiative Zukunft Erdgas e.V. hat einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt – und der ist kein Unbekannter.

Seit dem 27. Juni hat die Brancheninitiative Zukunft Erdgas e.V., in der sich mehr als 130 Unternehmen aller Wertschöpfungsstufen der Gaswirtschaft für eine starke Rolle von Gas in der Energieversorgung engagieren, einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: Stephan Kohler, ehemaliger Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), wird das Amt künftig übernehmen.

„Damit die Energiewende sozialverträglich gelingt, muss Erdgas auch im Energiemix der Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Ein Energiesystem, das auf eine Vollelektrifizierung ausgerichtet ist, führt zu unnötigen Mehrkosten in Milliardenhöhe. Das haben diverse Studien gezeigt. Die Gaswirtschaft bietet bereits heute effiziente und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen für den Klimaschutz – und das über alle Sektoren hinweg“, erklärt der neue Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Kohler. „Um dieses Potenzial in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, braucht es ein Organ, das die Interessen der Gasbranche vereint und die Leitlinien vorgibt. Hierbei spielt der Aufsichtsrat von Zukunft Erdgas eine zentrale Rolle. Nach fünf Jahren erfolgreicher Tätigkeit hat sich der Verein als starkes Sprachrohr der Branche etabliert. Ich freue mich, Zukunft Erdgas und seinen Vorstand bei diesem erfolgreichen Kurs unterstützen zu können.“

Jahrelange Erfahrung

Zuvor war Kohler von 2006 bis 2014 als Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur tätig. In dieser Position entwickelte er sie zu einem Kompetenzzentrum der deutschen Energiewende. Seit 2015 ist Kohler geschäftsführender Gesellschafter von zwei Energieberatungsunternehmen und fungiert zudem als Beiratsmitglied in verschiedenen Stiftungen und Instituten.

„Mit Stephan Kohler steht künftig einer der Wegbereiter der deutschen Energiewende an der Spitze unseres Aufsichtsrates. Ich freue mich, dass der Verein einen so erfahrenen Branchenkenner für diese verantwortungsvolle Position gewinnen konnte“, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas. „Stephan Kohler genießt einen exzellenten Ruf und wird wegen seiner präzisen Analysen im gesamten Sektor sehr geschätzt. Ich bin davon überzeugt, dass wir von seinem breiten Netzwerk und seiner hohen Expertise stark profitieren werden.“

Bild: Fotolia/josefkubes

Jede dritte Stelle im Osten unbesetzt

Der Fachkräftemangel schlägt vor allem im Osten zu: Jede dritte Fachkräftestelle blieb unbesetzt, wie eine Auswertung für 2017 ergab. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Knapp 40 Prozent aller Betriebe in Ostdeutschland suchten im ersten Halbjahr 2017 Fachkräfte. Insgesamt konnte mehr als jede dritte Fachkräftestelle im Osten nicht besetzt werden. Das hat eine Auswertung des IAB-Betriebspanels für Ostdeutschland für das Jahr 2017 ergeben. Besonders schwierig ist die Situation für Kleinstbetriebe, die weniger als zehn Beschäftigte haben. In diesen Unternehmen konnte nahezu die Hälfte der angebotenen Stellen für Fachkräfte nicht besetzt werden. Geringe Chancen auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt haben hingegen Menschen ohne berufliche oder akademische Qualifikation. Für über 80 Prozent der Arbeitsplätze dort ist eine berufliche oder akademische Qualifikation Voraussetzung.

Aus- und Weiterbildung stärken

„Diese Daten belegen die Bedeutung von Aus- und Weiterbildung“, so Christian Hirte, Ostbeauftragter und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung. „Es freut mich daher, dass die ostdeutschen Betriebe ihr Engagement in diesem Bereich im letzten Jahr weiter verstärkt haben. Ich unterstütze die Arbeit des Kompetenzzentrums für Fachkräftesicherung und setze mich für die Fortführung und Weiterentwicklung der Allianz für Aus- und Weiterbildung ein.“

Knapp die Hälfte der ostdeutschen Betriebe mit Ausbildungsberechtigung bilden derzeit aus. Die Anzahl der Betriebe, die ausbilden, ist damit zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Zudem haben 39 Prozent der Beschäftigten dort im ersten Halbjahr 2017 an einer Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen.

Über das IAB-Betriebspanel

Das IAB-Betriebspanel ist eine seit 1996 erhobene, jährliche repräsentative Arbeitgeberbefragung. In jedem Jahr werden von Ende Juni bis Oktober bundesweit über 15.000 Betriebe aller Wirtschaftszweige und Größenklassen befragt. Im Auftrag des Ostbeauftragten der Bundesregierung erfolgt seit 2007 eine Sonderauswertung des IAB-Betriebspanels Ostdeutschland. Die Befragung konzentriert sich auf Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsfragen.