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Solarstromanlagen beliebt wie nie

Das erste Mal seit Jahren ist die Nachfrage nach Solarstromanlagen wieder spürbar angestiegen. Grund hierfür sind vor allem die stark gesunkenen Photovoltaik-Preise.

Nach vielen Jahren des Marktrückgangs verzeichneten Hersteller von Solarstromanlagen in Deutschland 2017 erstmals wieder spürbares Umsatzwachstum. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. auf Basis von Zahlen der Bundesnetzagentur mitteilte, wurden bis zum Jahresende 2017 rund 67.200 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,75 Gigawatt bei der Bundesbehörde gemeldet – rund 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Hauptursache für den Verkaufsanstieg seien nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft insbesondere die stark gesunkenen Photovoltaikpreise. Dies reiche als Anreiz aber noch nicht aus, um die klimapolitischen Ziele zu erreichen. Die Bundesregierung müsse deshalb bestehende Marktbarrieren und Photovoltaik-Ausbaudeckel beseitigen und die Ausbauziele deutlich heraufsetzen, so die Forderung des Branchenverbandes.

Vier Gigawatt sind nicht genug

Die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen bis 2020 geplanten Photovoltaik-Sonderausschreibungen von insgesamt vier Gigawatt seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber zu kurz gesprungen. „Unser Energiesystem ist für deutlich mehr Solarenergie bereit. Es ist höchste Zeit, bestehende Bremsen zu lösen“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar).

Die im EEG gewährten Marktprämien für die Errichtung neuer Solaranlagen hätten aufgrund des Preisverfalls keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Strompreis. Doch mit Erzeugungskosten von rund fünf Cent ist neu errichtete Solartechnik im Kraftwerksmaßstab inzwischen auch in Deutschland eine der günstigsten Arten der Energieerzeugung geworden. Auch Solarstromspeicher, dessen Preise sich innerhalb der letzten vier Jahre halbiert haben, tragen zunehmend zum positiven Nutzen der Solarenergie bei. „Solarstromspeicher reduzieren den mit der Energiewende verbundenen Netzausbaubedarf merklich“, so Körnig.

Zehn-Punkte-Programm zur Solarisierung

Nach einer deutschlandweiten Befragung von mehr als 300 Solar- und Speicherunternehmen, legte der Branchenverband der Politik ein Zehn-Punkte-Programm mit den wichtigsten Maßnahmen für eine Solarisierung der Energieversorgung vor. Um den Solarenergie-Ausbaus weiter zu beschleunigen empfiehlt der Bundesverband Solarwirtschaft unter anderem, das Auktionsvolumen ebenerdig errichteter Solarparks von derzeit 600 Megawatt im Jahr auf mindestens 3.000 Megawatt zu verfünffachen. Zudem fordert der BSW eine Abschaffung bestehender Ausbaudeckel für Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, die sich zunehmend als Investitionshindernisse erweisen.

Überfällig sei auch der Abbau bürokratischer Barrieren und finanzieller Belastungen für die verbrauchsnahe Eigen- oder Direktversorgung gewerblicher und privater Verbraucher mit Solarstrom. Insgesamt sei ein jährlicher Photovoltaik-Zuwachs in der Größenordnung von 10 Gigawatt notwendig, um die Klimaziele zu erreichen und den wachsenden Ökoenergiebedarf im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor zu decken.

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