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Kältemittel R32: Drei Mythen und Fakten

Laut F-Gase-Verordnung müssen Kältemittel ab 2025 strengere Grenzwerte einhalten. Das mögliche Kältemittel R32 stößt bei Installateuren aber auf Widerstand – zu Unrecht.

Die F-Gase-Verordnung mischt die Kälte- und Klimabranche auf: Ab 2025 sind nur noch Kältemittel mit einem GWP (Global Warming Potential, Treibhauspotenzial) von maximal 750 erlaubt. Daher darf das gängige Mittel R410A mit einem GWP von 2088 künftig nicht mehr in Split-Geräten mit einer Füllmenge von bis zu 3 kg genutzt werden.

Als Alternative steht R32 zur Verfügung, das sich bereits als Bestandteil des R410A-Gemischs bewährt hat. Auch sonst kann sich die Performance sehen lassen: Dank höherer Leistungsfähigkeit erlaubt es einen niedrigeren Stromverbrauch im Kühl- und Heizbetrieb. Auch der geringere Mengenbedarf spricht für das neue Kältemittel.

Zur Erinnerung: R32 (Difluormethan) ist eine gasförmige und leicht ätherisch riechende, organisch-chemische Verbindung aus der Gruppe der fluorierten Kohlenwasserstoffe (FKW). Da es grundsätzlich als entzündlich gilt, haben manche Installateure und Kunden Vorbehalte dagegen.

Mythos 1: R32 ist schnell entflammbar

Das Horrorszenario: Es tritt eine Leckage an einem Innengerät auf und das Kältemittel fängt Feuer durch einen Funken etwa aus einem Haushaltsgerät oder durch statische Aufladung der Luft.

Solche Sorgen sind bei R32 unbegründet. Es zählt zu den schwer entflammbaren Kältemitteln der Klasse A2L in der Norm ISO 817:2014. Damit R32 überhaupt Feuer fangen kann, müssen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: eine ausreichende Menge an Sauerstoff, eine Sättigung von R32 in der Umgebung von mindestens 14 Volumenprozent und ein adäquater Zündfunke. Selbst wenn das gesamte R32 eines 3,5 kW Split-Systems mit 1 kg Füllmenge in einem Raum mit 16 Quadratmeter Grundfläche entweicht, wird ein Sättigungsgrad von gerade einmal 3,4 Prozent erreicht. Kurzum: Die Entflammung von R32 in handelsüblichen Klimasystemen ist bei sachgemäßen Gebrauch mehr als unwahrscheinlich.

Mythos 2: In Brand geratenes R32 ist lebensgefährlich

Auch der absolut unwahrscheinlichste Fall kann eintreten: Wird die Klimaanlage mit R32 in sehr kleinen Räumen genutzt, kann es bei unzureichender Lüftung in Grenzfällen zur Entflammung von ausgetretenem R32 kommen. Doch die Gefahr, die davon ausgeht, ist deutlich geringer als oft vermutet. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von brennendem R32 ist mit 1,9 Kilometer pro Stunde eher langsam und nur etwa halb so hoch wie normale Schrittgeschwindigkeit. Weder der Anwender noch der Installateur müssen selbst im Brandfall also um ihr Leben fürchten

Mythos 3: R32 ist schwer zu handhaben

Die Erfahrungen und das Wissen rund um das neue Kältemittel R32 sind im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen bislang noch überschaubar. Sorgen derjenigen, die künftig mit dem Kältemittel umgehen werden, betreffen vor allem die Punkte Verträglichkeit und Handhabbarkeit. Auch hier empfiehlt sich eine nüchterne Betrachtung: Hinsichtlich der Toxizität verhält sich R32 wie R410A und R22. Es ist mit „A“ klassifiziert und insofern ebenfalls ein Kältemittel mit niedriger Toxizität. Hier kann also Entwarnung gegeben werden. Und auch in puncto Handling ändert sich wenig. Wie bei allen anderen Mitteln ist es auch im Umgang mit R32 unverzichtbar, dass die Anweisungen der Lieferanten und Hersteller der Kältemittelgasflaschen sowie die generellen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Beispielsweise sollten auch Kältemittelflaschen mit R32 sachgerecht in kühlen, dunklen und belüfteten Räumen gelagert werden.

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Feuchte Dämmstoffe dämmen nicht!

Auch Rohrleitungen müssen geschützt und gedämmt werden. Wird diese aber feucht, ist sie nutzlos. Eine aktuelle Studie zeigt, welche Materialien sich besonders gut eignen.

Feuchte Isolierungen sind so nutzlos wie ein nasser Wollmantel im Winter. Sie schützen die Anlagen weder vor Energieverlusten noch vor Korrosion. Wie eine Untersuchung des Fraunhofer Instituts für Bauphysik jetzt bestätigt, sind Armaflex Dämmstoffe sehr gut vor Feuchteaufnahme geschützt. Der geschlossenzellige Elastomerdämmstoff steigert auch langfristig die Energieeffizienz technischer Anlagen. Der Einsatz von Mineralfaserprodukten auf Kälteleitungen ist dagegen ein nicht kalkulierbares Risiko, das in erheblichen Folgekosten münden kann.

Kondensation – Todfeind jeder Dämmung

Für technische Isolierungen ist Tauwasser der Todfeind Nummer 1: Bildet sich Feuchtigkeit auf der Oberfläche von Leitungen oder dringt Wasserdampf ungehindert von außen in die Dämmung, hat das Dämmsystem versagt. Das Tückische am Feuchteeintrag ist, dass die Prozesse nicht sichtbar verlaufen. Das Tauwasser fällt unter der Dämmung auf der Rohroberfläche aus. Erkannt wird das Versagen der Dämmung oft erst, wenn das Material so feucht ist, dass es von der abgehängten Decke tropft oder sich Eis auf der Leitung bildet.

Wenn Feuchtigkeit in die Dämmung dringt,

  • steigen die Energieverluste,
  • kann Korrosion unter der Dämmung entstehen,
  • können Schimmelpilze wachsen und
  • hohe Reparatur- und Folgekosten entstehen.

Die Dämmwirkung nimmt rapide ab und auf lange Sicht gesehen verliert der Dämmstoff seine Funktion. Die zentrale Frage bei der Auswahl von Dämmstoffen ist also, wie gut das Material vor Feuchteaufnahme geschützt ist.

Verschiedene Dämmstoffe im unabhängigen Test

Um das Feuchte- und Tauwasserverhalten unterschiedlicher Dämmstoffe zu untersuchen, hat das Fraunhofer Institut für Bauphysik (Stuttgart) im Auftrag der Firma Armacell einen praxisnahen Test durchgeführt. Untersuchungsgegenstand waren Mineralfaser, PUR und FEF (flexibler Elastomerdämmstoff).

Während das geschlossenzellige Elastomermaterial über eine „integrierte“ Dampfbremse verfügt und sich der Wasserdampfdiffusionswiderstand über die gesamte Dämmschichtdicke – Zelle für Zelle – aufbaut, ist er bei Mineralfaser- und PUR-Produkten auf eine dünne Alu- bzw. PVC-Folie beschränkt. Unter baupraktischen Bedingungen ist es jedoch nahezu unmöglich, die Kaschierungen so auszuführen, dass eine ausreichende Wasserdampfdichtigkeit erreicht wird. Rohraufhängungen, Bogen, T-Stücke, Ventile, Einbauten etc. sind fast nie komplett dampfdicht. Entsprechende Beschädigungen am Dämmsystem, die in der Baupraxis eher die Regel als die Ausnahme sind, wurden simuliert, indem bei drei der insgesamt sechs Probekörper zwei kleine Löcher 5 Millimeter tief in die Oberfläche gebohrt wurden. Die Testbedingungen in der Klimakammer wurden bewusst moderat gewählt: Die Leitungen wurden mit einer Mediumtemperatur von 20 Grad Celsius gefahren. Als Umgebungstemperatur wurden 35 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchte von 55 Prozent definiert. Unter diesen Bedingungen lief der Test 33 Tage.

Tauwasserbildung auf den Rohrleitungen

Sowohl unter der PUR- als auch der Mineralwoll-Dämmung hat sich bereits während dieser relativ kurzen Testdauer eine erhebliche Menge an Feuchtigkeit angesammelt. Selbst unter diesen moderaten Bedingungen konnte die Dampfbremse die Wasserdampfaufnahme nicht verhindern. In den elastomeren Dämmstoff ist dagegen keine Feuchtigkeit diffundiert und auch die Rohroberfläche ist trocken. Während das mit FEF gedämmte Rohr auch nach 33 Tagen noch keinerlei Anzeichen von Tauwasserausfall zeigt, versagte die Mineralfaserdämmung direkt zu Beginn des Versuchs und zwar sowohl mit als auch ohne Beschädigung.

Langfristige Folgen einer Durchfeuchtung

Um die längerfristigen Folgen der Feuchtigkeitsaufnahme zu untersuchen, hat das Fraunhofer Institut auf der Basis der Ergebnisse Berechnungen angestellt und simuliert, wie sich die Dämmstoffe über einen angenommenen Zeitraum von zehn Jahren verhalten. Während die Wärmeleitfähigkeit (λ) des FEFs nach zehn Jahren nur um rund 15 Prozent gestiegen ist, hat sich der der λ-Wert der Mineralwolle um 77 Prozent und der PUR-Dämmung um 150 Prozent verschlechtert. Die Wärmeleitfähigkeit erhöht sich mit jedem Vol.-Prozent Feuchtegehalt und die Dämmwirkung verschlechtert sich rapide. Die Folgen sind nicht nur konstant steigende Energieverluste während des Betriebs, sondern auch ein Absinken der Oberflächentemperatur. Sinkt diese unter die Taupunkttemperatur, entsteht Tauwasser und das Korrosionsrisiko steigt.

Elastomere Dämmstoffe schützen vor Kondensation

Nur wenn der Dämmstoff vor Feuchteaufnahme geschützt ist, werden das Entstehen von Tauwasser auf der Rohroberfläche und ein Anstieg der Wärmeleitfähigkeit während der Betriebsdauer verhindert. Der Nachweis der Wärmeleitfähigkeit muss als Anfangs-Wärmeleitfähigkeit oder „trockener λ-Wert“ verstanden werden und darf nur in Kombination mit dem Wasserdampfdiffusionswiderstand über die Materialwahl entscheiden. Mit anderen Worten: Ein Dämmstoff mit einem sehr guten „trockenen λ-Wert“, aber einem geringen Wasserdampfdiffusionswiderstand ist eine schlechte Wahl.

Wenn es zu einer kompletten Durchfeuchtung des Dämmstoffs kommt, ist der steigende Energieverbrauch oft noch das geringste Problem. Schimmelpilze, konstruktive Schäden z.B. an abgehängten Decken oder Störungen industrieller Prozesse aufgrund entsprechender Wartungs- und Stillstandzeiten können zu enormen Kosten führen.

Kein unkalkulierbares Risiko eingehen

Bei der Verwendung offenzelliger Dämmstoffe in Kälteanwendungen gehen Planer und Installateure ein nicht kalkulierbares Risiko ein, das sie teuer zu stehen kommen kann. Hersteller von Mineralfaserprodukten werben derzeit damit, dass ihre Dämmstoffe auch in Kälteanwendungen eingesetzt werden können. Auch wenn diese Systeme ausdrücklich als Kältedämmstoffe vermarktet werden, handelt es sich um offenzellige Mineralfaserprodukte mit einer Alu-Kaschierung. Die Hersteller-Garantie von 15 Jahren darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Falle einer Reklamation der Anwender in der Beweispflicht steht, das Produkt fachgerecht installiert zu haben.

In Deutschland widerspricht die Verwendung von Mineralwolle in Kälteanwendungen den Anforderungen der DIN 4140. Sie ist nur zulässig bei Verwendung eines Doppelmantels, einer luft- und diffusionsdichten, verschweißten oder verlöteten metallenen Ummantelung. Das verlangt jedoch einen erheblichen Zeit- und Kostenaufwand und wird in der Regel nicht zur Anwendung kommen.

Weitere Informationen zur Kältedämmung mit flexiblen Elastomerdämmstoffen gibt es bei armacell unter www.armacell.de.

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Zusatzversorgung der Bauwirtschaft wird 60 Jahre alt

Sehr gute Zahlen konnte SOKA-BAU anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Zusatzversorgung der Bauwirtschaft nun auf ihrer Haupt- und Mitgliederversammlung präsentieren.

SOKA-BAU, der Träger der Sozialkassen in der deutschen Bauwirtschaft, hat nun den 60. Gründungstag ihrer Zusatzversorgung gefeiert. 1957 wurde diese Kasse eingeführt, um bessere Renten für Beschäftigte in der Branche sicherzustellen. Anlässlich des Jubiläums, das man auf der Haupt- und Mitgliederversammlung feierte, präsentierte SOKA-BAU prächtige Zahlen aus dem abgelaufenen Jahr.

Höhere Löhne, mehr Mitarbeiter

So stieg die Bilanzsumme in allen Kassen auf 8,1 Milliarden Euro, davon 5,9 Milliarden Euro in der Zusatzversorgung und 2,2 Milliarden Euro in der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft. Auch stieg die Bruttolohnsumme in Deutschland, also alle gezahlten Löhne in den über 76.000 Unternehmen der Bauwirtschaft, um starke fünf Prozent auf über 16 Milliarden Euro. Dazu kamen noch einmal 700 Millionen Euro, die ausländische Unternehmen an ihre entsendeten Mitarbeiter in Deutschland zahlten.

Insgesamt seien die höheren Lohnsummen auf die steigenden Beschäftigungszahlen zurückzuführen, informiert SOKA-BAU. Im vergangenen Jahr waren 720.000 inländische (plus 3,9 Prozent) und 85.000 Entsendearbeitnehmer (plus 5 Prozent) gemeldet. Darüber hinaus gab es in deutschen Baubetrieben 37.000 Auszubildende (plus 3,1 Prozent), die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse stieg sogar um 7,4 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr. Außerdem gab es 1,1 Prozent mehr Ausbildungsbetriebe, mittlerweile bilden mehr als 15.000 Unternehmen in der Branche aus.

Urlaubsansprüche, Berufsausbildung und Altersversorgung

Ausgezahlt werden die Beiträge zur SOKA-BAU sowohl an Unternehmen als auch an Arbeitnehmer. So verwaltet die Kasse beispielsweise das Urlaubsgeld aller deutschen Bau-Beschäftigten treuhänderisch. Weil Beschäftigte häufig nicht das volle Jahr bei einem Betrieb sind, könnten sie ohne diese Sicherung keine Urlaubsansprüche geltend machen. „Nach wie vor ist die bauspezifische Urlaubsregelung von großer Bedeutung, denn im vergangenen Jahr waren mehr als ein Drittel der inländischen Beschäftigten weniger als 6 Monate und mehr als die Hälfte der Beschäftigten weniger als 12 Monate durchgängig beschäftigt“, teilt die Sozialkasse mit.

Daneben fließen viele Gelder auch in die Berufsausbildung: 2017 zahlte SOKA-Bau rund 235 Millionen Euro für Ausbildungsvergütungen, etwa 105 Millionen Euro für die überbetriebliche Ausbildung und zehn Millionen Euro für Fahrtkosten. Außerdem bezogen 360.000 Rentner Leistungen aus der Rentenkasse, derzeit erhält ein Rentner aus diesem Topf durchschnittlich rund 20.000 Euro in seiner gesamten Rentenzeit.

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Vierter Deutscher Ziegelpreis ausgelobt

Zum vierten Mal schreibt das Ziegel Zentrum Süd e.V. jetzt den Deutschen Ziegelpreis in einer Kooperation mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat aus.

Das Ziegel Zentrum Süd e.V. sucht Bewerber für den Deutschen Ziegelpreis 2019, der im kommenden Jahr zum vierten Mal vergeben wird. Mit dem Preis werden Architekten und Bauherren geehrt, die mit dem Baustoff Ziegel große Leistungen erbringen. Insgesamt 20.000 Euro werden an die Gewinner ausgeschüttet.

„Ausgezeichnet werden konzeptionell, konstruktiv und gestalterisch überzeugend realisierte Bauwerke, bei denen der Baustoff Ziegel vor allem in Wandkonstruktionen verwendet wurde“, teilt das Ziegel Zentrum mit, das den Preis zusammen mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ausschreibt. Daneben müssen ausgezeichnete Projekte energetische Richtlinien erfüllen, ressourcenschonend errichtet worden sein und einen Beitrag zur Gestaltung des öffentlichen Raums leisten.

Zwei Hauptpreise

In zwei Kategorien werden die beiden Hauptpreise ausgelobt: Bei monolithischen Außenwandkonstruktionen geht es um Gebäude mit einer einteiligen, selbstdämmenden Ziegelfassade. Eine zweite Auszeichnung gibt es für herausragende Architektur mit mehrschaligen Ziegelaußenwandkonstruktionen, die hintergedämmt sind.

Wie viele Preise letztlich vergeben werden, ist aber noch nicht ganz klar: Beim Deutschen Ziegelpreis kann die Jury neben den beiden Hauptpreisen noch beliebig viele weitere Sonderpreise und Anerkennungen aussprechen. Als der Preis 2017 das letzte Mal vergeben wurde, gab es sieben Preisträger, zwischen denen das Preisgeld aufgeteilt wurde, und zwölf Anerkennungen. Preis und Geld gehen dabei an die planenden Architekten, während die Bauherren eine Urkunde und eine Keramik-Plakette erhalten.

In der Jury sitzen Professor Piero Bruno, Christine Degenhart, die Präsidentin der Bayrischen Architektenkammer, Lothar Fehn Krestas aus dem Bundesinnenministerium und die Ingenieure Elke Reichel, Jan Peter Wingender und Waltraud Vogler.

Verleihung am 1. Februar

Eingereicht werden können Projekte, die nach dem 30. September 2015 ihrer Bestimmung übergeben wurden, in Deutschland stehen und/oder von deutschen Büros konzipiert wurden. Damit können auch Bauwerke von ausländischen Firmen in Deutschland und deutsche Projekte im Ausland nominiert werden. Die Einreichung findet bis zum 24. September 2018 online statt. Die entscheidende Jurysitzung ist für den 19. Oktober 2018 und die Verleihung für den 1. Februar 2019 geplant.

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Eigenmächtige Zaun-Neubauten können zum Problem werden

Vorsicht an der Grenze: Wer eigenmächtig einen seit längerer Zeit bestehenden Zaun verändern möchte, muss dies mit seinem Nachbarn absprechen, entschied nun ein Gericht.

Wer eine jahrelang allseits akzeptierte Grenzlösung zwischen zwei Grundstücken unvermittelt und eigenmächtig verändert, der muss mit rechtlichen Schwierigkeiten rechnen. Auf ein entsprechendes Urteil weist der Infodienst Recht und Steuern der LBS hin. (Bundesgerichtshof, Aktenzeichen V ZR 42/17)

Der Fall: Die Grundstücke zweier Nachbarn waren durch einen Maschendrahtzaun mit einer Höhe von 65 bis 107 Zentimetern als gemeinsame Grenzeinrichtung getrennt. Doch dann errichteten die Mieter des einen Grundstücks unmittelbar hinter dem Maschendrahtzaun zusätzlich einen 180 Zentimeter hohen Holzflechtzaun, ohne zuvor eine Zustimmung der Nachbarn eingeholt zu haben. Um die Beseitigung der „Grenzanlage“ ging es in der Folgezeit durch mehrere Gerichtsinstanzen hindurch, bis schließlich der Bundesgerichtshof (BGH) ein letztes Wort in dieser Angelegenheit sprach.

Das Urteil: Der zusätzliche Holzflechtzaun musste verschwinden. Zuvor, so die BGH-Richter, habe es nur den unauffälligen Maschendrahtzaun gegeben. Nun aber sei eine besonders markante Abgrenzung hinzugekommen, die der Nachbar nicht akzeptieren müsse. Der objektiven Beschaffenheit nach diene auch der neue Zaun beiden Grundstücken, weswegen er nicht ohne Zustimmung des Nachbarn hätte errichtet werden dürfen.

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Forschungsprojekt: Mixed Reality im Industrieservice

Durch mixed Reality soll der Arbeitsalltag der Handwerks- und Fertigungsindustrie in Zukunft stark vereinfacht werden. Erste Forschungsergebnisse scheinen vielversprechend.

In Kooperation mit der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart entwickelte Leadec einen Prototyp für eine App zum Thema „Mixed Reality“. Mittels Überlappung von virtuellen Komponenten in einer realen Umgebung, demonstriert die Applikation eine Unterstützung von technischen Aufgaben an einem physischen Objekt.

Unter dem Titel „Maintenance Assistance Application (MA²)“ veranschaulicht das Innovationsprojekt neuartige Arbeitsweisen eines Technikers mittels eines Smart Wearable (i.S.v. Computer, die am Körper getragen werden). Ziel ist es, die Nutzerinteraktion mittels neuartiger digitaler Lösungen mit 3D-Technologie zu untersuchen und praktische Anwendungen im Bereich der Mixed Reality für die Instandhaltung abzuleiten und „greifbarer“ zu machen. Dieses Verfahren kann unter anderem zu Schulungszwecken eingesetzt werden.

Projektarbeit in Rekordzeit

Spannend war die Kooperation für das Unternehmen und die Hochschule gleichermaßen. Nach einem Pitch und der Vorstellung des Unternehmens an der HdM startete die Zusammenarbeit. Medienaffine Studierende haben die Applikation auf Basis eines Mixed Reality Headsets mitentwickelt. Agiles Projektmanagement verkürzte die Gesamtprojektdauer bis der Prototyp vorlag auf lediglich zweieinhalb Monate. Die Studierenden unterstützten zum Beispiel im Bereich User Interface, Modellierung und Scripting.

Prof. Dr.-Ing. Krešimir Vidačković, Professor für Multimedia-Engineering und -Design an der HdM: „Für meine Studierenden war der Praxiseinsatz auf Basis konkreter Anforderungen aus dem Unternehmen eine spannende Lernerfahrung.“ Der entwickelte Prototyp soll zunächst ein Szenario der Arbeitswelt in einer gemischten physischen und virtuellen Realität (wie beispielsweise auch im Rahmen einer Roboterschulung) greifbar machen.

Effizienz durch Datenbrille

Das Anwendungsgebiet von Datenbrillen und anderen Wearables gewinnt besonders im Bereich der Instandhaltung zunehmend an Bedeutung. Eine 3D-Datenbrille als Assistent zur Verrichtung bestimmter Arbeiten in der Instandhaltung ist technisch nicht nur denkbar, sondern heutzutage bereits möglich. Die Überlappung von virtuellen Komponenten und realer Umgebung ermöglicht vielfältige Anwendungen in der Fertigungsumgebung. Der Einsatz solcher Technologien soll die Arbeit fehlerfreier, effizienter, interaktiver und einfacher gestalten. Für eine ideale Mensch-Maschine-Interaktion spielen jedoch unterschiedliche Faktoren der realen Umgebung, die visuelle Wahrnehmung des Nutzers, eine intuitive Nutzerinteraktion sowie eine zukünftige Weiterentwicklung der Geräte eine wesentliche Rolle. Das Thema bleibt für Industriedienstleister wie Leadec sicher spannend!

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BVF stellt neues Produktsiegel vor

Vor sechs Jahren hat der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen ein Gütesiegel für qualitative Produkte eingeführt, das nun erneuert und überarbeitet wurde.

Rot und blau, mit einem kleinen, grünen Häkchen an der Seite: Farbenfroh kommt das neue Gütesiegel des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) daher. Mit dem Logo sollen qualitativ hochwertige Produkte in dieser Sparte gekennzeichnet werden. Daneben hat der Verband auch seine Webseite aktualisiert, um einen Mehrwert für Verbraucher leisten zu können.

„Mit dem neu designten Logo und der neuen Homepage sind wir bestens für die Zukunft gerüstet. Doch damit sind wir noch nicht am Ende, wir haben noch so einiges in der Pipeline“, sagt Axel Grimm, Geschäftsführer des Bundesverbands. Nachdem das alte Logo bereits sechs Jahre alt gewesen war, habe man nun ein modernes Design finden können. Außerdem ist ein Verweis auf die neue Internetseite in das Siegel integriert, sodass man sie schnell finden kann.

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Hansgrohe SE bekommt neuen Vorstandsvorsitzenden

Nach vierjähriger erfolgreicher Geschäftsentwicklung tritt Thorsten Klapproth als CEO der Hansgrohe SE zurück. Ein Nachfolger wurde jedoch bereits gefunden.

Thorsten Klapproth ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe SE. Während seiner Amtszeit ist Hansgrohe signifikant gewachsen und hat 2016 erstmalig die Marke von 1 Milliarde Euro Umsatz überschritten. Er steuerte erfolgreich den Übergang des Unternehmens zu einer prozessgesteuerten Organisation, welche den Mitgliedern der Gründerfamilie Hans Grohe erlaubte, sich aus der operativen Tätigkeit zurückzuziehen. Im Rahmen der von ihm initiierten Wachstumsstrategie bereitete Klapproth die Firma auf die Herausforderungen der Digitalisierung vor und stärkte zugleich die globale Wettbewerbsfähigkeit und die Gesamtprofitabilität im wesentlichen Maße. Unter seiner Führung wurden die Markenkerne der beiden Marken AXOR und Hansgrohe gestärkt und auf den Endkonsumenten fokussiert. Mit der Gründung des Hansgrohe Campus, der In-house Universität, legte Klapproth zudem den Grundstein, die Talentbasis des Unternehmens zu stärken und weiterzuentwickeln.

Hans Jürgen Kalmbach zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt

„Jetzt ist die richtige Zeit, Verantwortung an eine neue Führungsgeneration zu übertragen, die auf der starken Basis aufbauen kann, welche über die letzten Jahre gelegt worden ist“, sagt Klaus F. Jaenecke, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hansgrohe SE. „Wir haben bewusst die Vertriebsfunktionen der Gruppe signifikant gestärkt, um im Zuge unserer globalen Expansion den Fokus auf unsere Kunden deutlich zu verstärken. Hans Jürgen Kalmbach ist einer der entscheidenden Köpfe dieses Wandels und es ist mir eine große Freude, dass er zugestimmt hat, Hansgrohe in der Funktion des Vorstandsvorsitzenden weiterzuentwickeln. Er wird die erfolgreiche Wachstumsstrategie zum Wohle unserer Kunden, unserer Mitarbeiter und unserer Partner fortsetzen und implementieren. Die Tatsache, dass wir den neuen Vorsitzenden des Vorstands aus dem eigenen Vorstandsgremium gewinnen konnten, spricht für die Tiefe unserer Führungstalente über die gesamte Hansgrohe Group hinweg.“

Mehr als 20 Jahre Erfahrung

Hans Jürgen Kalmbach ist in Freudenstadt geboren und bislang Vorstand Sales International gewesen. Der studierte Betriebswirt begann seine Karriere 1998 in der Hansgrohe Group. Seither hatte er mehrere nationale und internationale Führungspositionen inne. Von 2010 bis 2014 verantwortete er das internationale Geschäft innerhalb der Delta Faucet Company in den USA, einer Tochtergesellschaft des Hansgrohe Aktionärs, Masco Corp. Nach vier Jahren kehrte Kalmbach in den Schwarzwald zurück und übernahm zuerst den Vertrieb für die Region Europa Nord und West, sowie das Corporate Business Development. 2015 wurde er für die Produktions- und Vertriebsgesellschaften der Hansgrohe Group in der Region Asia Pacific zuständig. Gleichzeitig wurde ihm die Leitung des globalen Projektgeschäfts übertragen.

Neben dem neuen Vorsitzenden Hans Jürgen Kalmbach bilden weiterhin Christophe Gourlan (45), Frank Schnatz (44), Frank Semling (50) sowie Reinhard Mayer (50) den Vorstand der Hansgrohe SE. Mayer wird ab dem 1. August 2018 als stellvertretender Vorstandsvorsitzender zusätzliche Verantwortung übernehmen.

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Bauwirtschaft: LKW-Maut auf Landstraßen führt zu höheren Baupreisen!

Mit der Ausweitung der LKW-Maut auf Bundesstraßen werden auch die Baupreise steigen, fürchtet die Bundesvereinigung Bauwirtschaft und sieht bezahlbares Wohnen in Gefahr.

„Wer glaubt, die Ausweitung der LKW-Maut auf 52.000 km Bundesstraßen würde zu keiner Kostenbelastung für unsere Unternehmen führen, der irrt. Wer zusätzlich noch daran glaubt, dass die deutschen Bauunternehmer diese enorme Mehrbelastung „wegstecken“ können, der ist blauäugig und irrt erneut. Baupreise sind immer Kalkulationspreise, in die auch diese neue Kostenart einfließt. Der Verbraucher wird’s bezahlen müssen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer freut sich über Einnahmen von 7,2 Milliarden Euro jährlich, das werden nun 2,5 Milliarden Euro pro Jahr mehr als bisher. Zwar verspricht Scheuer, die eingenommenen Mittel in die Verkehrsinfrastruktur zu investieren. Wenn das aber heißt, ÖPP-Projekte zu forcieren, anstelle den Mittelstand zu beauftragen, dann sind wir doppelt gekniffen“, erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft Karl-Heinz Schneider, anlässlich der Ausweitung der LKW-Maut auf Bundesstraßen.

Wohnen wird teurer

Schneider weiter: „Wir sprechen ständig mit der Bundesregierung über kostengünstiges Bauen und Wohnen. Gleichzeitig werden wir von derselben Regierung einmal mehr mit Kosten überzogen, vom bürokratischen Aufwand ganz abgesehen. Und wenn dann die Preise steigen, wird mit dem Finger auf uns gezeigt. Ob Abbruch, Schüttgut, Mauersteine, Ziegel, Pflaster, Latten oder Balken, alles muss transportiert werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich Sachverstand walten zu lassen und zumindest auf weitere ÖPP-Projekte zu verzichten, damit wenigstens unsere mittelständischen Straßenbauer etwas davon haben und das Geld nicht nur in die Taschen von internationalen Konzernen und Finanzdienstleistern fließt.“

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Mehr als eine Million Solaranlagen auf deutschen Häusern

Die Zahl der Solaranlagen auf Eigenheimen in Deutschland hat im Juni 2018 die Marke von einer Million Anlagen geknackt – und die Tendenz ist auch weiterhin steigend.

Rapide fallende Preise für Solarmodule und ungebremste Nachfrage nach Ökostrom beflügeln weiterhin die deutsche Solarwirtschaft. Ihre Vertretung, der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), hat nun verkündet, dass in der Bundesrepublik die millionste Solaranlage auf einem Eigenheim installiert worden ist.

„Die Nutzung von Solarenergie begeistert immer mehr Bürger, Unternehmen und Investoren. Dank Digitalisierung und innovativer Hardware dringt Solarenergie zunehmend auch in die Bereiche Mobilität und Wärme vor. So besteht weiterhin die Chance, die Klimaschutzziele mittel- bis langfristig doch noch zu erreichen“, sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig anlässlich der Eröffnung der Messe Intersolar Europe. Der BSW geht derzeit von Wachstumsraten von etwa 50 Prozent bei privaten und gewerblichen Installationen aus.

Ausweitung auf Wärme- und Verkehrssektor

Das schnelle Wachstum ist auch mit der Ausweitung des Strommarkts auf den Wärme- und Verkehrssektor zu erklären: Heizungen (vor allem Wärmepumpen) und Elektroautos können mit Solaranlagen betrieben werden, was die Technologie interessanter macht, glauben die Experten beim BSW. Bestätigt fühlt sich der Verband durch eine Forsa-Umfrage, die er selbst in Auftrag gegeben hat: Hier gaben 73 Prozent der Autofahrer an, dass die Solarenergie verstärkt ausgebaut werden sollte, damit Elektroautos künftig umweltfreundlich mit Ökostrom betrieben werden können. 90 Prozent sagten, sie würden lieber mit Ökostrom als mit konventionell erzeugter Energie fahren, wenn beide gleich teuer wären.

Damit Solarstrom aber noch beliebter wird, fordert der BSW mehr Anstrengungen seitens der Politik. Auch die Erreichung von Klimazielen und der Ausstieg aus Atomkraft und Kohleverstromung sei so möglich. „Damit nach dem Atomausstieg in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren auch der Ausstieg aus der Kohleverstromung gelingt, muss der Ausbau Erneuerbarer Energien, von Speicher-, Netz- und Ladeinfrastruktur deutlich beschleunigt werden. Die Bundesregierung hat sich dies im Koalitionsvertrag vorgenommen. Nach 100 Tagen ist es an der Zeit, diesen Ankündigungen Taten folgen zu lassen und bestehende Marktbarrieren zu beseitigen“, so Körnig.