Image: Fotolia/josefkubes

Bauschäden: Schuld sind immer die anderen

In einer aktuellen Umfrage hat BauInfoConsult ermittelt, wen Bauakteure für etwaig entstandene Fehlerkosten verantwortlich machen. Schuld seien dabei immer die anderen.

Fehler passieren – auch auf dem Bau. Für das Jahr 2017 hat das Marktforschungsunternehmen BauInfoConsult immerhin Fehlerkosten in Höhe von rund 14,9 Milliarden Euro ermittelt. Angesichts dieser Zahl darf man durchaus nachfragen, wer am meisten für die Entstehung dieser Kosten verantwortlich gemacht wird. Hierzu wurden die verschiedenen Ansichten der jeweiligen Berufsgruppen am Bau gesammelt. Dabei fällt auf: Jede Berufssparte scheint gerne mit dem Finger auf die anderen Akteure zu zeigen.

So schieben viele der in befragten 150 Bauunternehmen den Schwarzen Peter insbesondere den Architekten zu. Für jeden dritten Bauunternehmer (35 Prozent) sind es vor allem die Planer, die die Fehlerkosten verursachen. Gleichzeitig räumen aber auch 31 Prozent der Bauunternehmer ein, dass auch die eigenen Fachkollegen häufiger für Fehlerkosten verantwortlich seien. 25 Prozent der Bauunternehmen sehen die Schuld häufiger bei den Behörden und 23 Prozent bei den öffentlichen Bauherren. Dem gegenüber sieht allerdings nur jeder zehnte Bauunternehmer (11 Prozent) die Fachhandwerker als primäre Fehlerkostenquelle.

Architekten sehen das anders

Während die aktuelle Umfrage lediglich die Meinung der Bauunternehmen abbildet, zeigt eine andere BauInfoConsult-Studie die Stimmung der Architekten, Maler, Trockenbauer und SHK-Profis. Das Ergebnis ist wenig überraschend, zeigt jedoch die typische „Schwarze-Peter-Haltung“ der Branche: Die Mehrheit der Architekten sieht ihrerseits die Schuld bei der Entstehung von Fehlerkosten hauptsächlich ausgerechnet bei den Bauunternehmen.

Die Maler und Trockenbauer zeigen hingegen vor allem auf die Architekten, während SHK-Installateure wiederum mit dem Finger auf die Bauunternehmen zeigen.

Zwar entsteht hier der Eindruck, dass viele Bauakteure beim Thema Fehlerkosten die eigene Verantwortung gerne auf andere abschieben, in einer Sache sind sich jedoch alle einig: Behörden und Aufsichtsorgane schneiden bei keinem der befragten Bauakteuren positiv ab.

Image: OlegDoroshin – stock.adobe.com

Trinkwassersicherheit bei Baumaterial schwer zu überprüfen

Hierzulande eingebautes Sanitärmaterial muss Vorschriften entsprechen, um die Trinkwassersicherheit zu garantieren. Nicht alle erhältlichen Produkte halten diese ein.

Wenn in deutschen Bädern Armaturen und Sanitärartikel verbaut werden, müssen sie bestimmte Vorgaben erfüllen. Denn gerade für Bauteile die mit Trinkwasser in Berührung kommen, gelten in Deutschland gewisse Regeln. Und trotzdem gibt es Probleme. Denn Kunden erhalten auf dem deutschen Markt auch Produkte, die offiziell nicht verbaut werden dürfen.

EU strebt einheitliche Reglung an

Obwohl es bereits seit April 2017 Richtlinien für Werkstoffe und Einbauteile aus Metall verbindlich gibt und an Vorgaben für Kunststoffe und andere organische Materialien sowie keramische Werkstoffe gearbeitet wird, sieht das Ganze in der Praxis ganz anders aus: Eine Verpflichtung der Hersteller auf den Bauteilen anzugeben, aus welchem Material sie bestehen und ob sie den deutschen Trinkwasservorgaben entsprechen oder nicht, gibt es nämlich bisher nicht. Die Trinkwassersicherheit ist so kaum oder nur sehr schwer überprüfbar.

Anfang des Jahres legte die EU-Kommission eine Novelle der EU-weiten Trinkwasserrichtlinie vor, die sich genau dieser Schwierigkeit annimmt. Geplant sind genaue Vorgaben für die Materialien der Bauteile die mit Trinkwasser in Berührung kommen, die für alle Länder bindend sind. Die Frage nach einer Kennzeichnungspflicht, die vor allem die Praxis einfacher machen würde, bleibt aber weiterhin offen. Ende Oktober stimmte zumindest das EU-Parlament den Plänen der Kommission zu. Jetzt geht es darum, dass die Mitgliedsländer im Rat über das Thema verhandeln. Laut eines Sprechers des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) sind im Moment unterschiedliche Möglichkeiten im Gespräch: „Entweder eine Regelung über die EU-Bauprodukteverordnung oder über einheitliche Vorgaben für Materialien in Kontakt mit Trinkwasser in der Trinkwasserrichtlinie.“

Rechtliche Folgen für Handwerker bisher noch möglich

Die seit letztem Jahr in Deutschland geltenden verpflichtenden Vorgaben drehen sich um hygienische Anforderungen. Das Umweltbundesamt erarbeitete sie entsprechend der Trinkwasserverordnung. Seitdem sind sie für Bauteile aus Metall wie Wasserleitungen, Armaturen und Wasserhähne für Küchen und Bäder gültig. Trotzdem bleiben Produkte anderer, nicht-deutscher Hersteller, im Handel erhältlich. Nach EU-Gesetz dürfen Hersteller in der EU ihre Waren auch in der gesamten EU vertreiben. Dabei dürfen sie nicht von zu strengen Bestimmungen einzelner Länder beeinflusst werden. Daher sind auf dem deutschen Markt Bauteile käuflich erhältlich, die aber nach deutschem Recht gar nicht eingebaut werden dürfen. Bleibt es für den Heimwerker bei einer Ordnungswidrigkeit, wenn er ein Teil einbaut, das nicht den deutschen Vorschriften entspricht, kann es für den SHK-Handwerker rechtliche Folgen haben.

Wer auf Nummer sicher gehen will muss den Hersteller fragen

Da es eben weder eine Kennzeichnungspflicht noch ein Siegel für das Einhalten der Vorgaben gibt, bleibt es ein großes Problem die genauen verwendeten Materialien herauszufinden. Der Rechtsexperte des Zentralverbandes Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK), Carsten Müller-Oehring, rät Handwerkern beim Hersteller nachzufragen und nur Bauteile zu verwenden, deren Gesetzeskonformität vom Hersteller bestätigt wurde. Zusätzlich stellt der Verband seinen Mitgliedern eine Liste zur Verfügung, auf der sich Hersteller finden die dem Verband bestätigt haben, dass ihre Produkte der gesetzlichen Norm entsprechen. Vollständig ist diese Liste allerdings nicht.

Wenn der Kunde das Material kauft

Sogenanntes beigestelltes Material wird oft verwendet um die Baukosten gering zu halten. Oft werden sie im Internet oder in Baumärkten gekauft und den bestellten Handwerkern zum Einbau zur Verfügung gestellt. „Aufklären muss der Handwerker seinen Kunden dennoch über all die Gefahren, die das Material mit sich bringen kann, also beispielsweise auch, dass eine Armatur nicht zwingend der Trinkwasserverordnung entspricht, wenn der Kunde sie im Baumarkt gekauft hat“, sagt Carsten Müller-Oehring. Gibt es keine Sicherheit für die Trinkwassersicherheit der Produkte und der Handwerker baut sie trotzdem ein, verstößt er gegen geltendes Recht und haftet, da er eine mangelhafte Leistung erbracht hat. Per Vertragsklausel kann der Handwerker eine Haftung wegen Verstoßes gegen eine bestehende Aufklärungs- und Informationspflicht allerdings ausschließen.

Image: Fotolia/Marleny

ZDH fordert Lockerung der Datenschutzregeln

Das Deutschland über die von der EU festgelegten Reglungen hinausgeht, verursacht beim ZDH Unverständnis. Es käme zu einer Mehrbelastung für kleinere Betriebe.

Anfang des Jahres ist europaweit die Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kritisiert jetzt, dass Deutschland in puncto Datenschutzbeauftragten viel weiter geht, als die EU es vorschreibt.

Finanzieller und bürokratischer Mehraufwand

Es geht um die Einstellung von Datenschutzbeauftragten. „Nach Auffassung einiger Landesaufsichtsbehörden für den Datenschutz müssen auch solche Betriebe einen Datenschutzbeauftragten bestellen, wenn in dem Betrieb mindestens zehn Personen Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte regelmäßig nutzen. Das ist jedoch selbst bei kleinen Betrieben im Handwerk der Normalfall“, teilt der ZDH mit. „Außendienstmitarbeiter erhalten die Adressdaten der Kunden auf ihr Smartphone, Dachdecker setzen Drohnen zur Prüfung der Dachgegebenheiten ein, Bauhandwerker fertigen Fotos von zu reparierenden Stellen an und Orthopädietechniker scannen die Fußstellung zur Anfertigung passgenauer Hilfsmittel.“

Das belastet besonders kleine Betriebe, die laut Gesetz einen solchen Datenschutzbeauftragten bestellen müssen. Diese Reglung würde aber eher für einen finanziellen und bürokratischen Mehraufwand sorgen, den nicht alle stemmen könnten, als praktische Hilfe bieten. Der ZDH setzt sich daher für eine Streichung der entsprechenden Reglung im BDSG ein. Denn nach Ansicht des Verbands käme es für effektiven Datenschutz vor allem darauf an, ob die Kerntätigkeit von Beschäftigten die Verarbeitungen von personenbezogenen Daten sei. Und nicht darauf, wie viele Personen tatsächlich mit digitalen Hilfsmitteln arbeiten.

Image: stokkete – stock.adobe.com

ZVSHK wählt neuen Präsidenten

Auf der letzten Mitgliederversammlung wurde der bayerische Landesinnungsmeister, Michael Hilpert (53), mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten des ZVSHK gewählt.

Michael Hilpert (53) ist neuer Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Auf der Mitgliederversammlung der obersten Interessenvertretung des deutschen Sanitär- und Heizungsbauerhandwerks wählten die Vertreter der 17 Landesverbände den bayrischen Landesinnungsmeister mit großer Mehrheit zu ihrem neuen Präsidenten. Michael Hilpert – der seit 2017 als Vize-Präsident amtierte – folgt auf Friedrich Budde (66), der sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Neben der Neubesetzung des Präsidentenamtes stand turnusgemäß die Neuwahl des gesamten sechsköpfigen Vorstandes auf dem Programm. Die Delegierten wählten dabei neu in den Vorstand: den Landesinnungsmeister von Niedersachsen, Frank Senger (52), Jens Wagner (52) vom Fachverband Hamburg und Andreas Schuh (50) Obermeister der Innung Berlin. Norbert Borgmann (61) vom Fachverband NRW und Joachim Butz (61) Landesinnungsmeister aus Baden-Württemberg wurden in ihren Vorstandsämtern bestätigt. Die Mitgliederversammlung wählte zudem Norbert Borgmann zum Vize-Präsidenten.

Ausgeschieden aus dem Vorstand des ZVSHK sind neben Friedrich Budde der Vorsitzende des Fachverbandes Hamburg, Fritz Schellhorn (67) und Ulrich Kössel (67), langjähriger Landesinnungsmeister vom Fachverband Thüringen.

Image: iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Rund 1,33 Millionen Heizkessel in NRW reif für den Austausch

Veraltete Heizkessel kosten nicht nur viel im Unterhalt, mit modernen Anlagen wären laut Experten auch bis zu 6,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermeidbar.

Laut NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser kommt der Aufruf der Verbraucherzentrale NRW genau zum richtigen Zeitpunkt: „Angesichts der steigenden Heizkosten dieses Jahr ist es umso wichtiger, das Heizsystem im eigenen Keller auf den Prüfstand zu stellen und Einsparpotenziale gezielt aufzudecken und zu nutzen.“ Nach Einschätzungen der Verbraucherzentrale herrscht in vielen Heizkellern des Bundeslandes akuter Handlungsbedarf. Von insgesamt zwei Millionen Gas- und Ölheizkesseln müssen rund 1,33 Millionen erneuert werden.

Finanzielle Anreize und Klimaschutz

Die Verbraucherschützer sehen großes Potential in der Umrüstung von Öl- auf Holzpelletkessel und der flächendeckenden Einführung von Brennwerttechnik. In vielen Fällen würde das finanzielle Vorteile bringen. Darüber hinaus könnten die Emissionen der betroffenen Gebäude fast halbiert werden. „Jeder Haushalt, der sich vom alten Heizungsschätzen verabschiedet und in moderne, effiziente Technik investiert, bringt den Umwelt- und Ressourcenschutz in unserem Land voran und spart dabei noch bares Geld“, begrüßt Ministerin Heinen-Esser den Vorschlag der Verbraucherzentrale.

Besser heizen

Um die Verbraucher auf das Thema aufmerksam zu machen,  ist die Aktion „Besser heizen“ ins Leben gerufen worden. Hausbesitzer werden aufgerufen, die eigene Heizung auf Austauschbedarf zu überprüfen. Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie der Verbraucherzentrale NRW betont, dass es wichtig sei, dass sich die Verbraucher frühzeitig mit ihrer Heizung beschäftigen. Ansonsten würde es in Zeiten voller Auftragsbücher zu einem Expresszuschlag kommen, wenn man sich erst im Falle einer kaltbleibenden Wohnung kümmere.

Umstieg auf erneuerbare Energien nicht immer das Richtige

Sieverding empfiehlt vor dem Wechsel genau zu überprüfen, was für das Eigenheim infrage kommt. Für manche Wohnhäuser eigneten sich Wärmepumpen oder Holzpellets und Solarwärme mehr als für andere. Aber auch mit der Umstellung von Öl- und Gasheizwertkesseln auf Brennwerttechnik sänke der Energieverbrauch. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale schon um etwa ein Viertel. „Bereits dieser finanziell lohnende Minimalschritt allein könnte, konsequent umgesetzt, 2,7 Millionen Tonnen CO2 einsparen – rund elf Prozent aller CO2 Emissionen in der Wohngebäudebeheizung NRW“, betonte Sieverding die positiven Auswirkungen.

Image: iStock/vm

Schäden vermeiden – Ladungssicherung für Handwerker

Jährlich verunglücken mehr als 800 Menschen wegen mangelnder Ladungssicherung. Um Unfälle vorzubeugen, muss auch im Transporter auf eine korrekte Sicherung geachtet werden.

Die Ladung muss gesichert werden, ganz egal wie kurz oder lang die zurückzulegende Strecke ist. Ist das nicht der Fall, kann es bei einem Unfall zu gefährlichen bis tödlichen Verletzungen kommen. Auch Bußgelder, Punkte in Flensburg und teure Materialschäden sind mögliche Folgen. Gerade im Transporter muss auf die richtige Ladungssicherung geachtet werden. Ansonsten reicht schon eine einfache Bodenwelle aus und die Massekräfte, die durch die Schnelligkeit und Wendigkeit eines Transporters wesentlich höher sind als bei einem LKW, sorgen dafür, dass sich das Material zu gefährlichen Geschossen entwickelt.

Gesetzliche Regelung der Ladungssicherung

Grundsätzlich regelt die Straßenverkehrsordnung (StVO), wie die Ladung gesichert werden muss. Hiernach sollte die Ladung generell so gesichert und verstaut werden, dass sie nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen könnte. Diese Reglungen gelten für den normalen Fahrbetrieb, aber natürlich auch für Situationen wie Vollbremsungen oder Ausweichmanöver. In der StVO finden sich auch genaue Angaben dazu, wie hoch und breit ein Fahrzeug maximal beladen sein und wie weit die Ladung nach vorn, hinten und zur Seite höchstens hinausragen darf. Die Verantwortung für die Sicherung trägt übrigens derjenige, der den Schaden oder den verkehrsunsicheren Zustand verschuldet hat. Das ist in der Regel der Fahrer oder auch der Fahrzeughalter. Je nach Fall kann es aber auch der Betriebsinhaber, Absender oder Verlader sein.

Pflichten und Aufgaben von Fahrzeughalter und Fahrer

Für den Zustand des Fahrzeugs ist der Halter verantwortlich. Das bedeutet, dass er vor Fahrantritt dafür sorgen muss, dass es sich in einem verkehrstauglichen Zustand befindet und für den konkreten Transport geeignet ist. Auch muss er die entsprechenden Ladungssicherungsmittel zur Verfügung stellen. Die regelmäßige Kontrolle der Ausrüstung und des Fahrzeugs zählt ebenso zu den Aufgaben des Halters. Weiter ist es die gesetzliche Pflicht des Fahrzeughalters den Fahrer einzuweisen und zu schulen, insbesondere bei Gefahrguttransporten. Sicherheit bieten vor allem Betriebsanweisungen, die aufzeigen, wie Arbeitsmaterial und Werkzeuge zu verladen sind.

Der Fahrer selbst hat vor Fahrtantritt die Lastverteilung und Ladungssicherung zu überprüfen, auch wenn ein Kollege oder ein Kunde die Sicherung der Ladung übernommen hat. Findet er Mängel vor, muss er die Durchführung des Transports verweigern. Ansonsten geht er ein großes Haftungsrisiko ein. Während der Fahrt – und vor allem nach steilen Kurven, Schlaglöchern und Bremsmanövern – sollte er die Ladung regelmäßig kontrollieren. Je nach Art der Ladung sollte aber auch das Fahrverhalten angepasst werden.

Wer seine Ladung nur mangelhaft sichert und von der Polizei angehalten wird, dem drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 200 Euro sowie Punkte in Flensburg.

Die Ladung richtig sichern

Grundlegend gilt: Entweder wird formschlüssig oder kraftschlüssig gesichert. Abhängig von der Art der Ladung können diese beiden Methoden aber auch kombiniert werden. Unabhängig von der Variante müssen die zulässigen Abmessungen nach StVO und Achslasten immer beachtet werden. Darüber hinaus müssen schwere Gegenstände immer zuerst eingeladen werden. Beim Transport von Werkzeug oder anderen Kleinteilen ist es sinnvoll eine professionelle Einbaulösung zu wählen.

Formschlüssige Ladungssicherung

Beim Transport von mehreren Elementen müssen diese so aneinander gereiht werden, dass sie sich gegenseitig stützen. Wenn die Kisten oder Kartons auf der Ladefläche verteilt und nicht gestapelt werden, gelingt so die Sicherung. Für zusätzliche Bodenhaftung kann eine Anti-Rutschmatte sorgen. Die Ladung muss immer in alle Richtungen gesichert werden. Die Stirn- oder Bordwand dient hierbei als Festpunkt. Eine sinnvolle Unterstützung können darüber hinaus Sperrbalken sein, die an entsprechenden Lochschienen in der Seitenwand oder der Ladefläche befestigt werden. Beim sogenannten Diagonalzurren werden an der Ladung vier vorgespannte Zurmittel angebracht. Die Haltekraft verhindert ein Verrutschen der Ladung.

Kraftschlüssige Sicherung

Bei dieser Form der Sicherung wird die Ladung durch Zurmittel wie Spanngurte oder Netze niedergezurrt – die Ladung wird auf den Boden gepresst. Das Ladungssicherungsmittel muss direkt an der Ladung anliegen, ansonsten ist die Sicherung nicht gewährleistet. Hierbei macht es Sinn, die Karosserie und Befestigungspunkte im Vorfeld darauf zu prüfen, ob sie für die Belastung ausgelegt sind. Von besonderer Bedeutung bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung ist der sogenannte Zurrwinkel. Je flacher der Winkel des Spanngurtes ist, desto weniger Anpresskraft überträgt der Gurt auf die Ladung. Empfohlen wird ein Winkel von mindestens 35 Grad.

Hat man seine Ladung vorschriftsmäßig gesichert, bleibt immer noch das Überprüfen und Nachziehen der Gurte nach ein paar Kilometern.

Image: iStock.com/drxy

EU-Maut: ZDH sieht finanzielle Lasten auf Handwerker zukommen

Die Pläne der EU-Kommission sind vom Parlament bestätigt worden. Ab 2020 soll das Mautsystem auch für Nutzfahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen greifen.

Die Entscheidung des EU-Parlaments vom 25. Oktober könnte gravierende Veränderung für das Handwerk bringen. Das geplante streckenabhängige Mautsystem betrifft in Deutschland Straßen mit einer Länge von mehr als 50.000 Kilometer. Auf regional tätige Handwerksunternehmen kämen so erhebliche finanzielle Mehrausgaben zu.

 

ZDH hofft auf den Europäischen Rat

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) spricht sich weiterhin gegen diese zusätzliche Belastung aus. „Die Handwerksbetriebe tragen über die Kfz- und Energiesteuer bereits in angebrachter Höhe zum Straßenunterhalt bei“, verteidigt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke seine Mitglieder. Außerdem würden die leichten und mittelschweren Fahrzeuge des Handwerks keinen erheblichen Verschleiß verursachen – im Gegensatz zu schweren LKWs. Die erst kürzlich eingeführte Ausdehnung der Maut auf Bundesstraßen für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen hätte verdeutlicht, mit welchen Komplikationen das Handwerk zu rechnen hat, sollte die Maut ab 2020 tatsächlich auch für die Gewichtsklassen ab 3,5 bis 7,5 Tonnen kommen. „Damit werden nahezu alle im Handwerk eingesetzten Fahrzeuge von der Maut erfasst“, kritisiert auch der Präsident des Bayerischen Handwerkstag (BHT) Franz Xaver Peteranderl das Vorhaben der EU. Insbesondere auf dem Land würde das zu Problemen führen, da lange Anfahrtswege hier oft unumgänglich seien. Der ZDH setzt seine Hoffnungen nun in den Europäischen Rat, der vermitteln kann, sollte es auf Ministerebene zu keiner Einigung kommen.

Nicht nur strecken- sondern auch stauabhängig

Ein weiteres Novum, dass mit dem geplanten Mautsystem eingeführt werden würde, wäre die stauabhängige Maut. Mitgliedsländer könnten auf besonders stark befahrenen Straßen zu den Stoßzeiten zusätzliche Gebühren erheben. Hintergrund ist, dass das Verkehrsaufkommen gesenkt und die Bürger auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollen. Peteranderl kann auch das nicht nachvollziehen: „Es ist schon ärgerlich genug, dass unsere Handwerker oft im Stau stehen. Jetzt sollen sie auch noch dafür bezahlen.“

Politische Diskussion

Sowohl Schwannecke als auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber sprechen sich dafür aus, dass im Fall der Maut, die EU den Mietgliedstaaten die Entscheidung hätte überlassen sollen. „Für uns als CSU gilt: Autofahren darf für den deutschen Autofahrer nicht teurer werden“, fügte Ferber weiter hinzu. Der Verkehrsexperte der Grünen auf Europaebene Michael Cramer hingegen begrüßt den Vorstoß. Es sei an der Zeit, dass Autofahrer für die Verursachung von Lärm, Stau und den Ausstoß von Stickoxiden und CO2 in die Verantwortung genommen werden. Auch im Hinblick auf den Klimawandel sei ein Umbruch in der Mobilität mehr als an der Zeit.

Image: iStock.com/Pali Rao

Das Handwerk soll unsexy sein?

Das Bundesinstitut für Weiterbildung hat 1.700 Schüler befragt, was eine Berufsausbildung im Handwerk attraktiv macht.

In einem Punkt waren sich die Jugendlichen einig: Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz im Handwerk stehen gut. Doch von den circa 1.700 Befragten, konnten sich nur 17 Prozent vorstellen später einmal im Handwerk zu arbeiten. Die Ursache hierfür könnte darin liegen, dass die Schüler das Ansehen, das sie mit einem Job erlangen als wichtiger empfinden, als die eigentlichen Aufgaben. Sorgt der angestrebte Beruf nicht für die Sicherung oder Erhöhung des sozialen Status, verwerfen viele ihren Plan und orientieren sich neu. Soweit die Ergebnisse der Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Das Interesse muss geweckt werden

Junge Menschen wünschen sich im Berufsalltag spannende und kreative Arbeit unter Einsatz modernster Technik. Genau damit kann das Handwerk aber nach Meinung vieler Ausbilder aufwarten – dem potenziellen Nachwuchs muss nur gezeigt werden, dass sie das und vieles mehr in einer Berufsausbildung erwartet. Eine Idee, um in Schulen nicht nur über Handwerksberufe und ihre modernen Arbeitsanforderungen zu informieren, wäre beispielsweise Auszubildende als Botschafter in Schulkassen zu schicken. „Eine junge Auszubildende mit höherem Schulabschluss, die sich bewusst für einen männertypischen Beruf, wie zum Beispiel Klempner oder Metallbauer, entschieden hat, hat eine emotional wesentlich bedeutsamere Wirkung auf Schülerinnen und Schüler als eine Broschüre, in der mit klugen Argumenten für eine von Klischees unabhängige Berufswahl geworben wird“, erklärt BIBB-Präsident Hubert Esser den Lösungsansatz.

Soziales Umfeld als großer Einflussfaktor

Eine große Aufgabe für den Nachwuchsgewinn ist außerdem der Einfluss des sozialen Umfeldes. Viele Schüler haben heutzutage keine direkte Verbindung mehr zum Handwerk, da sie Elternhäusern entstammen, in denen niemand einem handwerklichen Beruf nachgeht. Der Kontakt zu vielen möglichen Berufsfeldern fehlt somit gänzlich. Hinzukommend erwarten immer mehr Eltern, dass ihre Kinder Abitur machen und eine akademische Laufbahn einschlagen. Esser fordert deswegen, dass Eltern die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung wieder stärker vor Augen geführt werden muss. „Es bleibt eine besondere Herausforderung, die Eltern zu erreichen, um dem Lehrlingsmangel im Handwerk zu begegnen“, so der BIBB-Präsident weiter.

Als mögliche Lösung sieht er kommunikationspolitische Initiativen, die verdeutlichen das und wie man im Handwerk Karriere machen kann. Gerade die Möglichkeit eines eigenen Unternehmens müsse in den Mittelpunkt gerückt werden. Auch Anreize wie Wohnheime oder überregional gültige Bahntickets von denen sonst nur Studenten profitieren, sollen auch für Auszubildende zugänglich gemacht werden. Alles um das Handwerk für den Nachwuchs wieder attraktiver zu machen.

Image: iStock.com/drxy

Volle Auftragsbücher, leere Baustellen

Viele Handwerker und Bauunternehmer können sich zurzeit vor Aufträgen kaum retten – zum Ärgernis vieler Städte und Gemeinden. Ihre Baustellen bleiben oftmals leer.

Die gute Konjunktur sorgt bei vielen Handwerkern und Bauunternehmern dafür, dass die Auftragsbücher gut gefüllt sind. Gleichzeitig wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass viele Handwerksbetriebe nicht gerade erpicht darauf sind, an zeitraubenden und komplizierten Vergabeverfahren teilzunehmen. Auch, weil die öffentliche Hand für eine eher späte Zahlungsmoral bekannt ist.

Für Städte und Gemeinden ist es daher immer schwieriger, geeignete Handwerksfirmen für ihre Aufträge zu finden. Nicht selten kommt es vor, dass Ausschreibungen erfolglos und Baustellen leer bleiben.

Vergabeverfahren zum eigenen Vorteil nutzen

Trotz der vielen Bürokratie kann es sich für Betriebe aber lohnen, an einem Vergabeverfahren teilzunehmen. Denn jährlich werden Aufträge in Höhe eines dreistelligen Milliardenbetrages per Ausschreibung vergeben. Über 95 Prozent hiervon finden dabei im sogenannten Unterschwellenbereich statt, müssen also nicht EU-weit und im offenen Verfahren ausgeschrieben werden, sodass noch weniger Konkurrenzdruck herrscht.

Da sich die verschiedenen Vergabeverfahren sehr ähneln, kommt bei regelmäßiger Teilnahme und beim Ausfüllen der Formulare schnell Routine ins Spiel. Aufgrund der aktuell eher überschaubaren Konkurrenzsituation, lohnt sich die Mühe meist. Und treten bei einer Vergabe doch einmal unerwartete (rechtliche) Probleme auf, stehen viele Handwerkskammern mit Rat und Tat zur Seite.

Sogar Vergabestellen sind manchmal überfordert

Nichtsdestotrotz stellt die Teilnahme an einem Vergabefahren eine zusätzliche Belastung für viele Unternehmen dar und hat durch ihre zunehmende Komplexität oftmals eine eher abschreckende Wirkung, meint der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Als anschauliches Negativbeispiel dient laut Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) in diesem Zusammenhang das ehemalige nordrhein-westfälische Tariftreue- und Vergabegesetz (TVgG). Denn bereits unmittelbar nach Inkrafttreten des Gesetzes wurde klar, dass die Regelungen praxisuntauglich waren. Sogar die Vergabestellen waren daraufhin mit der Anwendung des Gesetzes überfordert.

Erst eine Reform, mit der das gesamte TVgG gestrafft und auf die notwendigen Vorschriften reduziert wurde, brachte eine Erleichterung für Betriebe und Behörden. Daher fordert auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStB) deutliche Erleichterungen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen – und zwar bundesweit. Die einzelnen Vergabevorschriften sind nämlich auch noch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Bundesweit tätige Bauunternehmen müssen sich deshalb notgedrungen auf 16 verschiedene landesvergaberechtliche Regime einstellen. Lediglich Bayern verzichtet auf ein eigenes Landesvergabegesetz, sehr zur Freude des ZDB.

Neue Aufträge durch gute Vorbereitung

Natürlich ist nicht alles schlecht. So können sich Unternehmen die Teilnahme an Ausschreibungen erleichtern, indem sie sich in eine Präqualifizierungs-Datenbank (PQ-Bau und PQ-VOL) eintragen lassen. Hierin wird die Eignung eines Bieters für ein Jahr lang gespeichert, sodass das erneute Einreichen der Unterlagen bei der nächsten Vergabe ausgelassen werden kann.

Insgesamt sollte die öffentliche Hand als Auftraggeber nicht außer Acht gelassen werden, denn niemand kann sagen, wie die Konjunktur in Zukunft aussehen wird. Daher ist es ratsam, auch in guten Zeiten die Kontakte zu pflegen und sich breit aufzustellen. Nicht vergessen werden darf hierbei: Was heute gebaut wird, muss morgen instand gehalten werden – auch im öffentlichen Bereich.

Image: OlegDoroshin – stock.adobe.com

Technische Regel für Gasinstallationen neu aufgelegt

Update: Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat sein Standardwerk „Technische Regel für Gasinstallationen“ (DVGW-TRGI) überarbeitet.

Aufgrund des schnellen technischen Fortschritts und den damit einhergehenden Änderungen rechtlicher Anforderungen, müssen Regelwerke immer auf dem neusten Stand sein. Daher hat der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) sein Standardwerk „Technische Regel für Gasinstallationen“ (DVGW-TRGI) überarbeitet und eine aktualisierte Fassung des Arbeitsblattes G 600 herausgegeben. Hierin wurden sicherheitstechnische Aspekte an die aktuellen Bedingungen angepasst, beispielsweise an nationale und europäische Gesetzgebungen wie der EU-Gasgeräteverordnung von 2016.

„Als anerkannter Regelsetzer steht der DVGW in der Pflicht, seine technischen Regelwerke kontinuierlich zu aktualisieren, um den Fachkräften so das richtige Arbeitsmittel an die Hand zu geben. Auch wenn die TRGI kein Gesetz ist, orientiert sich die aktuelle Rechtsprechung an ihr und urteilt gegebenenfalls auf ihrer Grundlage. Bei ihrer Erarbeitung über die Fachgremien des DVGW haben alle eingebundenen Branchenvertreter ihre aktuellen Erfahrungen einfließen lassen. So wird im Zuge der Selbstverwaltung eine Dynamik der technischen Regeln gewährleistet, die die Ausführung und Sicherheit der Gasinstallationen auf neuestem Stand garantiert“, sagte DVGW-Vorstandsvorsitzender Gerald Linke.

Gasheizungen weiterhin die Nummer eins

In rund 40 Prozent aller Neubauwohnungen werden heutzutage Gas-Heizungen installiert. Auch im Wohnungsbestand wird rund die Hälfte der Heizungen mit Gas betrieben. Damit ist der Energieträger Gas nach wie vor die Nummer eins im deutschen Heizungsmarkt und die TRGI stellt eines der wichtigsten technischen Regelwerke für häusliche Gasinstallationen dar. So unterstützt sie rechtssicheres, technisch korrektes Arbeiten und ist anerkannte Pflichtlektüre für Installateure, Mitarbeiter in Versorgungsunternehmen, Netzbetreiber sowie für Schornsteinfeger, Planer und Behörden. „Gerade in jüngerer Zeit haben sich brandschutztechnische, baurechtliche und technische Anforderungen geändert. Dies ist alles in die neue TRGI 2018 eingeflossen, die außerdem mit digitalen Umsetzungshilfen aufwartet“, erklärte Linke.

Bundesweite Schulungen geplant

Sämtliche TRGI-Produkte können über die wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH, Bonn, bezogen werden. Informationen dazu gibt es auch auf www.trgi.de.

Um die TRGI 2018 zügig und flächendeckend in die Praxis umzusetzen, haben DVGW und ZVSHK bundesweite Schulungen entwickelt. Im Rahmen dieser Schulungen erhalten Fachleute Expertenwissen aus erster Hand. Weitere Informationen und Anmeldung gibt es unter www.dvgw-veranstaltungen.de/TRGI.