Image: Fotolia/3darcastudio

Ökologische Dämmstoffe kommen gut an – aber Handwerker fehlen

Wie eine Umfrage zeigt, sind fast alle Eigenheimbesitzer mit ihrer ökologischen Dämmung zufrieden. Einziger Wehrmutstropfen ist der Informations- und Handwerkermangel.

Eigenheimbesitzer, die bei einer Dämmung auf ökologische Dämmstoffe gesetzt haben, sind zu 95 Prozent mit dem Ergebnis zufrieden. Das geht aus einer Umfrage der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online für die Kampagne „Natürlich Dämmen“ (www.natürlich-dämmen.info) hervor. Allerdings mangelt es offenbar an qualifizierten Handwerkern und Informationen über ökologische Dämmung.

Bei der Entscheidung für Dämmstoffe aus nachwachsenden Materialien geht es Hausbesitzern vor allem um gesundheitliche Aspekte (78 Prozent) wie zum Beispiel weniger Schadstoffe und Chemikalien. Neben ökologischen Gesichtspunkten (68 Prozent) ist ihnen auch ein besserer Hitzeschutz im Sommer wichtig (65 Prozent).

Handwerkermangel bei ökologischer Dämmung

Handwerker mit Fachwissen für Dämmstoffe aus nachwachsenden Materialien gibt es offenbar zu wenige. Die Zahl dieser Handwerker beurteilte fast ein Drittel der Befragten als schlecht. Mit der eigentlichen Beratung waren die meisten allerdings zufrieden. Wenig Kritik gab es auch am Angebot verschiedener Materialien.

Kosten für ökologische Dämmstoffe nicht entscheidend

Die Umfrage zeigt: Wer sich gegen eine Dämmung mit ökologischen Materialen entscheidet, tut dies selten aus finanziellen Gründen. „Nur neun Prozent der insgesamt 583 Befragten war eine Dämmung mit nachwachsenden Materialien zu teuer“, erklärt Kristin Fromholz, Projektleiterin der Kampagne „Natürlich Dämmen“. Stattdessen wussten sie oft nicht genug über das Thema: Mehr als einem Viertel war nicht klar, dass eine Dämmung mit Naturdämmstoffen möglich ist.

„Viele Bauherren werden von ihrem Energieberater oder Handwerker gar nicht auf diese Option hingewiesen“, so Fromholz. „Diese Beratungslücke wollen wir schließen.“ Eigenheimbesitzer finden deshalb auf www.natürlich-dämmen.info Praxistests, Ratgeber und Hintergrundinfos zum Dämmen mit natürlichen Materialien.

 

Über die Kampagne „Natürlich Dämmen“ und co2online

Die Kampagne „Natürlich Dämmen – Klimaschutz zieht ein“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert und von co2online gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe e. V. umgesetzt. Ziel der Kampagne ist es, mehr Transparenz und Akzeptanz in das Themenfeld Dämmstoffe und Dämmmaßnahmen zu bringen.

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online (www.co2online.de) setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Seit 2003 helfen die Energie- und Kommunikationsexperten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren. Unterstützt wird co2online von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium sowie Partnern aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

Image: iStock.com/vencavolrab

Mehrzahl der Deutschen lehnen russische Import-Energie ab

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass über 70 Prozent der Deutschen den aktuellen Strom-Import ablehnen. Vor allem Privathaushalte sollen mehr Verantwortung übernehmen.

Knapp drei Viertel der Bundesbürger sind der Meinung, dass Deutschland im Zuge der Energiewende von importierter fossiler Energie unabhängig werden sollte – beispielsweise von Erdgas aus Russland oder Erdöl aus den Emiraten. 70 Prozent sind der Auffassung, die Haushalte sollten selbst mehr Verantwortung für die private Energiewende übernehmen. Knapp ebenso viele möchten auf klimafreundliche Heiztechnik umsteigen. Das sind Ergebnisse aus dem Stiebel Eltron Energie-Trendmonitor 2018, für den 1.000 Bundesbürger bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden.

Ende 2019 soll die neue Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 in Betrieb gehen und die Transportkapazitäten für russisches Erdgas nach Deutschland verdoppeln. Jährlich werden dann laut Planung bis zu 55 Milliarden Kubikmeter über die neue Trasse fließen. Aktuell kommen etwa 40 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases aus Russland, 29 Prozent aus den Niederlanden, 21 Prozent aus Norwegen und drei Prozent aus anderen Ländern. Sieben Prozent werden in Deutschland selber gefördert.

Fossile Brennstoffe überwinden

Die Bundesbürger wünschen sich jedoch ein Ende der Nutzung fossiler Brennstoffe: 64 Prozent ist der Wechsel auf erneuerbare Energien wichtig bis sehr wichtig.

Bei der Stromerzeugung sind die erneuerbaren Energien in Deutschland auf dem Vormarsch: Im ersten Halbjahr 2018 überholte der grüne Strom mit einem Anteil von 36 Prozent erstmals die Erzeugung über Braun- und Steinkohle – auch die Stromerzeugung aus Erdgas ging zurück, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW berichtet. Im Wärmemarkt wird die Energiewende aus Sicht der Bundesbürger aber zu wenig gefördert. 80 Prozent sind der Meinung, dass es für die Wärmewende im privaten Heizungskeller an staatlichen Anreizen fehlt.

„Die mit Strom betriebene Wärmepumpentechnik ist der beste Weg, um sich von fossilen Energieimporten unabhängig zu machen und gleichzeitig die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen“, sagt Dr. Nicholas Matten, Geschäftsführer vom Haus- und Systemtechnikhersteller Stiebel Eltron.

 

Image: iStock.com/vencavolrab

Altmaier: „Mit dem ‚Aktionsplan Stromnetz‘ für eine sichere und bezahlbare Energiewende“

Im Rahmen seiner Netzausbaureise, hat der Bundesminister für Wirtschaft und Energie heute bei der Bundesnetzagentur in Bonn seinen „Aktionsplan Stromnetz“ vorgestellt.

Bundesminister Peter Altmaier: „Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir moderne und gut ausgebaute Netze genauso wie den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Stromnetze sind dabei das Herz-Kreislauf-System unserer Stromversorgung. Diese muss vom Windrad in der Nordsee bis zur Ladesäule in Bayern zuverlässig funktionieren. Doch beim Ausbau der Netze ist Deutschland im Verzug, das verursacht Kosten für die Verbraucher. Deshalb schlage ich mit dem ‚Aktionsplan Stromnetz‘ Maßnahmen vor, mit denen wir endlich durchstarten, den Netzausbau deutlich beschleunigen und bestehende Netze optimieren können. Mit der Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes, des ‚NABEG 2.0‘, im Herbst werden wir die Planungsverfahren verschlanken und einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.“

Der “Aktionsplan Stromnetz” verfolgt eine Doppelstrategie: Der Netzausbau wird durch besseres Controlling und die Vereinfachung von Planungsverfahren beschleunigt. Gleichzeitig werden mit neuen Technologien und Betriebskonzepten die Bestandsnetze optimiert.

Verständigung durch Zielvereinbarungen

So können beispielsweise Leiterseile eingesetzt werden, die höhere Temperaturen und Ströme aushalten, oder auch spezielle Transformatoren, die den Strom auf noch freie Leitungen umlenken. Zum besseren Controlling sollen sich alle Akteure, Netzbetreiber wie auch Planungsbehörden, Länder und die Bundesnetzagentur, verständigen, wie Hindernisse beim Netzausbau zu überwinden sind. Das soll durch Zielvereinbarungen erfolgen, die klar definieren, wer was bis wann macht.

Mit der Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes werden die Planungsverfahren vereinfacht und die Verfahren beschleunigt, zum Beispiel über Anzeigeverfahren für kleine Netzverstärkungsmaßnahmen oder ein Verzicht auf die Bundesfachplanung dort, wo eine vorhandene Trasse genutzt wird. Die Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes wird im Herbst 2018 vorgelegt. Den „Aktionsplan Stromnetz“ finden Sie hier (PDF, 1MB).

 

Image: iStock.com/vencavolrab

EU-Heizungslabel für Verbundanlagen unbeliebt

Heizungen müssen seit mehreren Jahren, genauso wie Elektrogeräte, ein Label zur Energieeffizienz tragen. Bei Verbundanlagen wird es aber weiterhin nur selten genutzt.

Eigentlich sollte das europäische Energieeffizienz-Label für Heizungen dafür sorgen, dass Kunden einfach an Informationen zu ihrem Produkt kommen. Dies galt auch für das Label an Verbundheizungsanlagen, doch wird es nur sehr selten genutzt, berichten Verbände. Scheinbar ist der Sticker zu kompliziert für Handwerk und Heizungsbesitzer.

Ist das Label zu komplex?

„Als Label, das erstmalig auch Verbundanlagen in ihrer Energieeffizienz bewertet, ist das EU-Label deutlich komplexer als die vorherigen, bekannten Effizienzlabels aus anderen Segmenten“, sagt Pedro Dias, Generalsekretär des europäischen Verbands Solar Heat Europe/ESTIF. „Die Komplexität spiegelt sich leider auch bei der Akzeptanz des Labels beim Handwerker und Endkunden wider. Es wird bisher noch nicht in dem Maße nachgefragt, wie wir ursprünglich erwartet hatten.“

In dem Label sind verschiedene Informationen zur Effizienz der Komponenten innerhalb der Heizungsanlage angegeben. Da für jedes Element eine eigene Anzeige vonnöten ist, wirkt das Verbundanlagenlabel überfrachtet und ist nicht auf den ersten Blick verständlich. Für betroffene Verbände, wie den deutschen Bundesverband Solarwirtschaft, sei der Aufwand für die Erstellung des Labels bei Handwerk und Industrie derzeit größer als der Nutzen.

Überarbeitung geplant

Aus diesem Grund soll das Label überarbeitet und zugänglicher gemacht werden. Gesammelt wurden Verbesserungsvorschläge im EU-Projekt „LabelPack A+“, das nun abgeschlossen wurde. „Wir haben dazu beigetragen, dass die Erfahrungen von Herstellern sowie Vertretern der Handwerkerschaft, öffentlichen Institutionen in Deutschland und Verbraucherschützern an die EU-Kommission zurückgespiegelt wurden und hoffen auf eine Berücksichtigung dieser Vorschläge bei künftigen Novellierungen“, berichtet BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig vom Beitrag seines Verbands zum Projekt. Er gab aber auch zu, dass in den Solarbranchen der EU-Länder Bestrebungen zu eigenen Labels gebe.

 

Image: iStock.com/benjaminec

DGNB flexibilisiert Zertifizierung für mehr Gebäudenutzungen

Für mehr Nachhaltigkeit: Mit dem neuen Verfahren „DGNB Flex“ wird ab sofort die Anwendbarkeit des Zertifizierungssystems für nahezu alle Nutzungsformen möglich gemacht.

Um den spezifischen Eigenschaften einer bestimmten Gebäudenutzung gerecht zu werden, gibt es bei der Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sogenannte Nutzungsprofile. Dies sind jeweils eigene Varianten des Kriterienkatalogs, die auf die individuellen Anforderungen eines Gebäudetyps abgestimmt sind. Mit „DGNB Flex” gibt es ab sofort ein neues Verfahren, das die Anwendbarkeit des Zertifizierungssystems für nahezu alle Nutzungsformen möglich macht. Damit haben auch Bauherren von Kirchen, Rechenzentren und vielen weiteren Gebäudearten die Möglichkeit, ihre Projekte unter Nachhaltigkeitsaspekten zu optimieren, dies unabhängig prüfen und die erreichte Gebäudequalität über ein Zertifikat vergleichbar dokumentieren zu lassen. Anwendbar ist die Systematik auch bei der Zertifizierung von Quartieren, Innenräumen und Gebäuden im Betrieb.

Individueller Anforderungskatalog

Die Basis des neuen Verfahrens bilden die bestehenden, praxiserprobten Nutzungsprofile des DGNB Systems mit den darin formulierten Grundsätzen, Kriterien und Bewertungsmaßstäben. Darauf aufbauend hat der Auditor, der die Zertifizierung auf Projektseite begleitet, die Möglichkeit, einen individuellen Anforderungskatalog für die spezifische Nutzung vorzuschlagen. In diesem müssen die Zertifizierungsinhalte, die Bedeutungsfaktoren der einzelnen Kriterien sowie die generelle Bewertungssystematik definiert sein. Soll ein Kriterium entfallen oder nutzungsspezifisch ein neues ergänzt werden, ist eine ausführliche Begründung notwendig. Von Seiten der DGNB wird anschließend geprüft, ob bzw. mit welchen Änderungen der vorgelegte Auditoren-Entwurf tatsächlich als Zertifizierungsgrundlage verwendet werden kann.

DGNB-Inhalte systematisch nutzen

„Unser Anspruch ist es, dass jeder, der sein Gebäude oder Quartier unter den vielfältigen Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit planen, bauen und betreiben möchte, die Inhalte der DGNB nutzen kann, um dies systematisch umzusetzen und sich in Form eines Zertifikats bestätigen zu lassen“, sagt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB. Aus diesem Grund ist die Einführung von DGNB Flex ein konsequenter Entwicklungsschritt.

Von dem Verfahren ausgeschlossen sind Projekte, die z.B. aufgrund von ethischen Gründen im Widerspruch zu den Vereinszielen der DGNB stehen. Erste Projekte, bei denen DGNB Flex zum Einsatz kommt, sind bereits bei der DGNB angemeldet. Ein über das neue Verfahren erreichtes DGNB Zertifikat in Platin, Gold oder Silber besitzt dieselbe Wertigkeit wie eine Auszeichnung in den bestehenden Nutzungsprofilen.

 

Image: iStock.com/vencavolrab

Wolfs KWK-Lösungen unter neuem Dach

Bei der Wolf GmbH läuft die Neuorganisation im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auf Hochtouren: Ab sofort werden alle Lösungen unter einem Dach vereint.

Seit Anfang 2016 bündelt die Wolf GmbH in Mainburg ihre KWK-Lösungen für Erdgas, Flüssiggas, Biogas und Klärgas, die bis dato von Wolf und den Tochterunternehmen Kuntschar + Schlüter (2008 von Wolf übernommen) sowie Dreyer & Bosse (seit 2011 zu Wolf gehörig) angeboten wurden, unter dem Dach der neuen Geschäftseinheit Wolf Power Systems.

Im Jahr 2017 wurde die Dreyer & Bosse Kraftwerke GmbH bereits zur Wolf Power Systems GmbH (www.wolf-ps.de) umfirmiert. Mit der im Juli 2018 vollzogenen Verschmelzung der Kuntschar + Schlüter GmbH auf die Wolf Power Systems GmbH ist die Zusammenführung abgeschlossen. Die Produktion der Blockheizkraftwerke (BHKW) erfolgt seit dem Jahr 2017 am erweiterten Standort Wolfhagen. Die Wolf Power Systems GmbH betreibt auch zukünftig von ihren beiden Standorten Wolfhagen und Gorleben das internationale Projektgeschäft im KWK-Segment.

 

Image: iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Neues Programm zur Pellet-Förderung noch ohne Wirkung

Ein neues Antragformular zur Förderung von Pellet-Heizungen und die Auslastung der SHK-Betriebe bremse die Wärmewende, so der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband.

Die deutliche Zunahme der Anträge auf Förderung von Holzfeuerungen durch das Marktanreizprogramm (MAP) 2018 ist erst dann ein erfreuliches Signal, wenn sie sich in tatsächlichem Marktwachstum niederschlägt. Dies ist bislang nicht der Fall, wie der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e. V. (DEPV) verdeutlicht. Da seit diesem Jahr der Förderantrag schon vor der Auftragsvergabe gestellt werden muss – und nicht wie bislang nach Inbetriebnahme – ist die Statistik momentan kein Weiser für tatsächlich eingebaute Feuerungen. „Gegenüber dem Vorjahr ist bisher keine Zunahme beim Einbau von Pellet- und Holzfeuerungen festzustellen. Es gibt für die Politik daher keinerlei Anlass, sich bei der Energiewende am Wärmemarkt zurückzulehnen“, betont DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele.

Rückgang bei Pellet-Heizungen

In den monatlich vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) veröffentlichten Zahlen sind neben den Vorab-Anträgen nach dem neuen Online-Verfahren auch Anträge für im Jahr 2017 installierte Anlagen enthalten, da für sie noch bis September eine Übergangsfrist gilt. „Leider unterscheidet das BAFA nicht nach Neu- und Altfällen“, berichtet Verbandsvertreter Bentele. Die monatliche Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) zu den realen Heizungsverkäufen verzeichnet im Pelletbereich bis Mai 2018 gegenüber dem Vorjahr sogar einen zweistelligen Rückgang.

„Die im DEPV organisierten Hersteller arbeiten natürlich mit Hochdruck daran, dass aus den Vorab-Anträgen schnell eingebaute Kessel und Öfen werden. Verunsicherung beim Kunden, wann genau er den Auftrag erteilen darf, um die mehrere Tausend Euro betragende MAP-Förderung zu bekommen, sowie die hohe Auslastung im SHK-Handwerk bremsen die Wärmewende momentan leider stark“, so Bentele weiter. Laut BAFA darf der Heizungs-/Ofenbauer sofort nach Erhalt der Eingangsbestätigung beauftragt werden. Keinesfalls muss man bis zur Zustellung des Förderbescheides warten.

 

Image: iStock.com/vencavolrab

Smart Rathaus: Fünf Kommunen kämpfen gegen den Klimawandel

Digitalisierung und Automatisierung sollen Kommunen dabei helfen, ihren Schadstoffausstoß zu begrenzen. Fünf Städte und Gemeinden haben nun dafür ein Projekt gestartet.

Mit Gebäudeautomation gegen den Klimawandel: Birkenwerder, Böblingen, Borkum, Steyerberg und Wörth am Rhein senken den Energiebedarf ihrer Liegenschaften durch Digitalisierung und Automatisierung – die Deutsche Umwelthilfe will mit großer Bandbreite an Modellprojekten Kommunen deutschlandweit zum Nachahmen anregen.

Kommunen sind mit ihren über 170.000 Liegenschaften wesentlich am Energieverbrauch in Deutschland beteiligt. Durch intelligente Regelung von Heizung, Beleuchtung, Lüftung oder Kühlung – zum Beispiel von Serverräumen – lässt sich der Energiebedarf von Gebäuden deutlich senken. Darüber hinaus kann ein systematisches Zählerkonzept mit einer darauf aufbauenden Analyse dazu beitragen, „Energiefresser“ zu lokalisieren und zu beseitigen. Dies will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit ihrem Projekt SmartRathaus in den kommenden drei Jahren zeigen. In fünf ausgewählten Städten und Gemeinden entstehen zusammen mit den Kommunalverwaltungen Modellprojekte, die aufzeigen, welche Einsparungen sich mit der automatisierten Steuerung und Regelung, inklusive des darauf aufbauenden Energiemanagements, von kommunalen Liegenschaften realisieren lassen – sowohl beim Energieverbrauch als auch beim Arbeitsaufwand im Gebäudemanagement.

Gebäudebestand optimieren

In der Gebäudeautomation sind oft insbesondere die Bestandsliegenschaften von kleineren und mittleren Kommunen nicht auf dem neusten Stand der Technik. Insgesamt haben sich 50 Kommunen auf die bundesweite Ausschreibung beworben, um begleitet von der DUH und der Hochschule Biberach ihren Gebäudebestand zu optimieren und zu modernisieren. Nach einem Evaluationsprozess stehen jetzt die zukünftigen Modellprojekte fest: Mit dabei sind die Gemeinde Birkenwerder (BB), die Stadt Böblingen (BW), die Stadt Borkum (NI), der Flecken Steyerberg (NI) und die Stadt Wörth am Rhein (RP).

„Ein besonderes Augenmerk bei der Auswahl haben wir auf das Engagement in der Gemeindeverwaltung für Klimaschutz und neue Technologien und die große Bandbreite von Themen und Problemstellungen in den Modellprojekten gelegt“, erläutert Steffen Holzmann, Projektleiter Digitalisierung bei der DUH. „Mit den ausgewählten Modellprojekten decken wir ein breites Spektrum von häufigen Aufgabenstellungen in der kommunalen Liegenschaftsverwaltung ab.“ Dadurch sollen die Erfahrungen und Ergebnisse auf möglichst viele Kommunen in Deutschland übertragbar sein – die engagierten Modellkommunen haben damit Leuchtturmfunktion für mehr als 10.000 kleine und mittlere Kommunen deutschlandweit.

Gleicher Ansatz, verschiedene Kommunen

Um den unterschiedlichen Stand der Kommunen in diesem Bereich abzubilden, bringen die Modellkommunen ganz unterschiedliche Voraussetzungen in das Projekt ein. In Böblingen, der größten Modellkommune, ist das Thema Gebäudeautomation beispielsweise kein neues. Die Liegenschaften dort sind jedoch auf sehr unterschiedlichem technischem Stand. Verschiedene Lösungen wurden schon umgesetzt, in anderen Liegenschaften muss man von Grund auf neu anfangen. Das Böblinger Team der Bereiche Gebäudemanagement und Klimaschutz ist jedenfalls sehr engagiert und experimentierfreudig. „Das verspricht interessante Teilprojekte, aus denen viele weitere Kommunen lernen können“, so Simon Mößinger, Projektmanager Kommunaler Klimaschutz bei der DUH.

Ganz anders die Modellkommune Flecken Steyerberg, die zwar in den letzten Jahren ihre eigene IT energetisch optimiert hat, doch im Gebäudebereich noch kaum Erfahrung mitbringt. Dafür bringen die Niedersachsen ein spannendes Projekt in die Modellprojekte-Landschaft mit ein. Im Flecken Steyerberg sollen künftig mit einem neuen Fernwärmenetz bis zu 400 Gebäude, darunter 24 kommunale Liegenschaften, miteinander verbunden werden. „Dies bietet die Möglichkeit, neue Konzepte für alte Bestandsgebäude zu entwickeln. In Verbindung mit dem geplanten Fernwärmenetz erwarten wir hier ein großes Klimaschutzpotenzial“, so Bürgermeister Heinz-Jürgen Weber. Der Flecken Steyerberg verfolgt engagierte Klimaschutzziele und kann mit SmartRathaus ein gutes Vorbild für kleine Kommunen deutschlandweit werden.

Auch auf Borkum, ganz im Norden der Republik, beginnt SmartRathaus sprichwörtlich auf der grünen Wiese – Gebäudeautomation ist bei den Liegenschaften der Stadtverwaltung auf der Insel bislang noch kein Thema gewesen. Dennoch sind die Stadtvertreter mit Feuereifer bei der Sache und bringen auch hier ein Spezialthema ein: Mit der stark touristischen Ausrichtung gibt es auf Borkum viele Gebäude, die nur saisonal genutzt werden. Auch in Birkenwerder bei Berlin ist die Gebäudeautomation noch am Anfang. Wie in vielen Kommunen stehen hier jedoch Sanierungen an verschiedenen Gebäuden an, die großes Potenzial für die Automatisierung bieten.

Wörth am Rhein dagegen ist bereits recht weit auf dem Weg der Gebäudeautomatisierung. „Die Rahmenbedingungen speziell in Wörth bietet Potenzial, intelligente Steuerungs- und Regelungsalgorithmen direkt auszuprobieren und im Bereich der Analyse von Energiemessdaten Erkenntnisse zu gewinnen“, ergänzt sich Martin Becker, Professor am Institut für Gebäude- und Energiesysteme (IGE) der Hochschule Biberach, der zusammen mit seinem Mitarbeiter Dipl.-Ing (FH) Peter Knoll das Projekt wissenschaftlich begleitet. „Wörth rundet die breite Auswahl an Modellprojekten ab. Von der Vielfalt der Modellprojekte erwarten wir uns auch neue Erkenntnisse aus der Praxis, die uns im Sinne eines Transfers auch bestenfalls hinsichtlich neu zu lösenden Forschungsfragen fordern werden.“

Für jede der Modellkommunen entwickelt die DUH zusammen mit dem Fachbereich Gebäudeautomation der Hochschule Biberach im Laufe des Projekts maßgeschneiderte Ansätze zur Energieeinsparung in bis zu drei kommunalen Liegenschaften. Die Vielfalt der Teilprojekte garantiert dabei eine großflächige Übertragbarkeit der entwickelten Lösungen. Schließlich sollen nicht nur die fünf Modellkommunen von SmartRathaus profitieren, sondern ganz im Sinne des deutschlandweiten Klimaschutzes alle Kommunen, die sich für den Klimaschutz engagieren möchten.

 

Image: iStock.com/vencavolrab

Sechs Tipps der Verbraucherzentrale für Modernisierungen

Sein Haus oder die eigene Wohnung zu modernisieren schont auf Dauer Umwelt und Geldbeutel. Da aber einmalig hohe Kosten anfallen, hat die Verbraucherzentrale Tipps parat.

Für Wohnungseigentürmer ist es finanziell sehr attraktiv, Fördermittel für eine energetische Modernisierung zu beantragen. Die Fördermittel der KfW oder des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können als Zuschüsse oder verbilligte Darlehen gewährt werden. Je nach Umfang der Modernisierungen betragen die Zuschüsse zwischen 10 und 30 Prozent der Kosten für die Maßnahmen.

Verschiedene Bereiche des Hauses oder der Wohnung können energetisch modernisiert werden: Wärmedämmung von Wänden und/oder dem Dach, Austausch von Fenstern, Optimierung der Heizung sowie Einbau von Lüftungstechnik. Dabei kann sich die energetische Modernisierung auf das ganze Haus oder nur einzelne Eigentumswohnungen beziehen. In beiden Fällen profitiert der Wohnungseigentümer von den Förderprogrammen der KfW. Zusätzlich stehen in einzelnen Bundesländern Landesförderprogramme zur Verfügung.

In sechs Schritten zur Förderung

  1. Lassen Sie sich von einem unabhängigen Energieberater zu Ihren Modernisierungsmöglichkeiten und Förderoptionen beraten. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ist durch Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sehr kostengünstig. Eine Beratung zu Fördermitteln kostet nur fünf Euro. Weitere Details und Beratungsangebote finden Sie hier: www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.
  2. Alle baulichen Maßnahmen bei Wohnungseigentum müssen in der Wohnungs-Eigentümergemeinschaft (WEG) abgestimmt werden. Auch bei Maßnahmen, die nur eine Wohnung betreffen, kann Gemeinschaftseigentum berührt sein, wie beispielsweise bei einer Etagenheizung, die an einen gemeinsamen Schornstein angeschlossen ist.
  3. Zur Beantragung der KfW-Förderungen benötigen Sie zwingend einen Sachverständigen. Dieser übernimmt die energetische Fachplanung und Baubegleitung sowie die Bestätigung der Einhaltung der Förderbedingungen. Sachverständige für die KfW-Förderprogramme finden Sie hier: energie-effizienz-experten.de
  4. Zuschüsse beantragen Sie online im KfW-Zuschussportal. Falls sich Modernisierungen auf das Gemeinschaftseigentum beziehen, kann die Hausverwaltung stellvertretend für alle Eigentümer den Antrag stellen.
  5. Kredite werden bei Banken und Sparkassen beantragt. Bei Krediten kann die WEG den Antrag als Verband stellen. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Saarland und Schleswig-Holstein werden Kredite für WEG durch Landesbürgschaften abgesichert. Dadurch wird der Zugang zu KfW-Krediten erheblich erleichtert.
  6. Das BAFA fördert mit einem Zuschuss Maßnahmen zur Optimierung der Heizungsanlage. Dazu gehören der Austausch stromfressender Pumpen, der sogenannte hydraulische Abgleich sowie zahlreiche weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Höhe des Zuschusses beträgt 30 Prozent der Nettoinvestition.

Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei). Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Image: iStock.com/vencavolrab

EU will Steuern auf Strom-Eigenverbrauch verbieten

Besitzer von Photovoltaikanlagen müssen in Deutschland die EEG-Umlage auch auf selbst produzierten und verbrauchten Strom zahlen. Solche Abgaben will die EU verbieten.

Es ist ein wenig paradox: Wer in Deutschland eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion betreibt und diesen Strom sofort wieder im eigenen Haus für seine Elektrogeräte verwendet, muss auf die verbrauchten Kilowattstunden die EEG-Umlage zahlen, die zur Förderung von regenerativen Energien gedacht ist. Solche Abgaben auf selbst produzierten und selbst genutzten Strom will die Europäische Union nun verbieten.

Stärkung von Selbstversorgern

Die EU-Kommission möchte mit dieser Entscheidung erreichen, dass Selbstversorger keine Hindernisse bei der Nutzung ihres eigenen Stroms haben. „Im Grundsatz sollen einzelne Personen und Gruppen von Personen nach der Artikel 21 der neuen EE-Richtlinie künftig dazu berechtigt werden, Strom aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, auch für den Eigenverbrauch, überschüssige Energie zu speichern und zu verkaufen, ohne dabei auf diskriminierende und überlastende Bedingungen zu stoßen“, fasst es der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) zusammen.

Der BSW-Solar begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich. Seit 2014 ist es in Deutschland nämlich so, dass Eigenverbraucher die EEG-Umlage auf selbst produzierten Strom zahlen müssen. Dies führe dazu, dass sich Photovoltaikanlagen erst später rechnen und deshalb seltener installiert werden, glaubt der Verband. Mit der EU-Verordnung könne nun mit einem Anstieg des PV-Ausbaus gerechnet werden. „Nach einem massiven Preisrückgang stehen Solarenergie und Speicher nun bereit, eine deutlich größere Rolle für eine sichere und preiswerte Energieversorgung zu leisten“, meint BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Damit diese Richtlinie auch umgesetzt wird, müssen noch der EU-Rat und das Parlament zustimmen, bevor sie in Kraft tritt. Die Mitgliedsstaaten haben ab dann 18 Monate Zeit, die Vorgaben in geltendes Recht umzusetzen.