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Handwerk kritisiert Benachteiligung gegenüber Industrie

Die Stromrechnung bleibt auch in 2019 hoch. Trotz weiterer Entlastung bei der EEG-Umlage soll sie sogar leicht ansteigen.

Experten erklären die Prognose mit dem Anstieg anderer Kostenbestandteile wie dem Anschluss der Meereswindparks und den Beschäftigungskosten für Strom. Der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, verlangt eine dringende Senkung der Umlage und des Strompreises. Mit Blick auf die anhaltend hohen Stromkosten für Handwerker sei es nicht genug, nur die Höhe der EEG-Umlage zu stabilisieren. Auch sollten milliardenschwere Begünstigungen der großen Stromverbraucher nicht durch die restlichen Verbraucher, sondern durch Bundesmittel finanziert werden.

Verursacher Beschaffungspreis

War in den Vorjahren noch die EEG-Umlage die Schuldige, treibt nun der Beschaffungspreis für Strom die Kosten in die Höhe. Mit einer Entlastung der Stromkunden sei so leider nicht zu rechnen, schätzt der Vorsitzende des Energieverbandes BDEW Stefan Kapferer die Lage ein. In den vergangen Jahren stieg der Preis für eine Megawattstunde von rund 30 Euro bereits auf 40 Euro. In 2019 soll der Kunde nun durchschnittlich 50 Euro zahlen müssen.

Ein Kraftwerk, dass bei der Stromerzeugung das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid (CO2) produziert, muss für die sogenannten CO2-Zertifikate deutlich mehr bezahlen. Diese höheren Preise für Verschmutzungsrechte sowie höhere Kosten für Gas und Steinkohle, wirken sich auf den Preis für die Endkunden aus. Der höhere Preis für die Strombeschaffung führt aber auch zu einer geringeren EEG-Umlage. An der Strombörse gibt es mehr Geld für aus erneuerbaren Energien produzierten Strom, so dass die für den Ökostrom garantierten Preise weniger stark über die vom Großteil der Stromkunden zu zahlenden EEG-Umlage bezuschusst werden müssen.

Ein weiterer Faktor der den Strompreis bedingt, sind die Kosten für die Netzübertragung. Während sie für Fernnetze zwar zurückgehen, können sie auf regionaler Ebene je nach Ausbaunotwendigkeiten steigen.

Senkung aufs europarechtliche Minimum

Da der Strompreis für viele Kunden in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, fordern Wirtschaftsverbände eine Kürzung der Abgaben, Steuern und Umlagen. BDEW-Chef Kapferer schlägt eine Senkung der Stromsteuer auf das europarechtliche Minimum vor, um Stromkunden zu entlasten. Auch dass für die Industrie eine gesonderte Ausgleichsreglung gilt, sieht er kritisch. Wie auch das Handwerk fordert er die Finanzierung dieser Reglung über Steuern, statt über Vergünstigungen bei der EEG-Umlage.

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„Diese erfreuliche Entwicklung gilt es zu stärken und nicht abzuwürgen!“

Kürzungspläne zur Förderung neuer Solarmstromanlagen rufen heftige Kritik auf den Plan. Bundesverband Solarwirtschaft sieht Existenzen von Handwerksbetrieben bedroht.

Betroffen wäre von solchen Plänen besonders das PV-Anlagensegment mit einer Leistungsspanne von 40 bis 750 Kilowattpeak – was fast die Hälfte der jährlich neu in Betrieb genommenen PV-Leistung entspricht. Dabei verbuchte vor allem dieses Marktsegment in den letzten Jahren ein erfreuliches Wachstum, so dass in 2018 zum ersten Mal seit fünf Jahren das Zubauziel der Bundesregierung erreicht werden könnte.

Für Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW), einer der vielen Gründe, warum die geplante Kürzung ein herber Rückschlag für die gesamte Energiewende ist, gerade wenn die Politik eine solche Zunahme eigentlich freuen sollte. „Diese erfreuliche Entwicklung gilt es zu stärken und nicht abzuwürgen“, merkte er mit Blick auf die Pläne an. Körnig und der Verband verlangen daher nun im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens die Förderkürzung wenigstens zeitlich zu verschieben, damit auch der Vertrauensschutz der Branche gesichert werden kann.

Mögliche Insolvenz für Betriebe

Laut Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums vom ersten November soll eine Reduzierung der Förderung von bis zu 20 Prozent bereits mit Beginn des neuen Jahres greifen. Nicht nur, dass die Bundesregierung bei einer Umsetzung enorme Chancen auf dem Weg hin zur Energiewende verpassen würde, sie riskiert auch Existenzen von ausführenden Betrieben: „Eine so hohe Förderkürzung mit so kurzer Vorwarnung greift tief in die Planungssicherheit der Handwerksbetriebe ein. Viele Vertragsverpflichtungen und Finanzierungen werden sich nicht mehr erfüllen lassen. Das könnte in Einzelfällen sogar bis zur Insolvenz von Installationsbetrieben führen“, bringt Körnig die Problematik auf den Punkt. Aussagen des BSW zufolge, hätte sich eine gemäßigte Anpassung der Solarstromvergütung für neue Solarstromanlagen in nächster Zeit durch die in §49 EEG geregelten Degressionsmechanismus dabei sowieso von selbst ergeben.

Falsches Signal in puncto Klimaschutz

Der Hauptgeschäftsführer des BSW sieht vor allem fehlende Akzeptanz als Hindernis für eine zentralisierte Energiewende. „Die geplanten Einschnitte treffen einen der wichtigsten Motoren der Energiewende: Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, die oft von Bürgerhand und vom Mittelstand bezahlt und installiert werden. Unter diesen Vorzeichen wird weder ein Ausstiegspfad aus der Kohleverbrennung, geschweige denn eine Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien zu machen sein.“ So sende die Bundesregierung was die Energiewende angeht, ein komplett falsches Signal an die Bevölkerung und die Wirtschaft.

Allerdings braucht Deutschland insbesondere den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, um zum einen Strafzahlungen für zu hohe CO2-Emissionen abzuwenden und vor allem, um zum anderen die Klimaschutzziele zu erreichen. „Überzogene Fördereinschnitte stehen diesem Ziel ebenso im Wege wie der 52-Gigawatt-Förderdeckel, der spätestens im Verlauf des Jahres 2020 erreicht werden dürfte. Die Bundesregierung kann nicht auf der einen Seite den Eigenverbrauch und die Direktversorgung mit Solarstrom unter anderem durch die anteilige EEG-Umlage weiterhin massiv behindern und andererseits noch erforderliche EEG-Marktprämien zu schnell kappen“, kritisiert Körnig die Vorgehensweise der Regierung in der Energiepolitik.

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Gebäudesektor bleibt in puncto Klimaschutz politische Baustelle

Deutschland hat ein Problem: Die Klimaziele werden nicht erreicht. Experten kritisieren die Politik dafür, dass im Gebäudebereich Einsparpotenziale verpasst werden.

Die Bundesregierung schiebt gesetzliche Entscheidungen in puncto Klimaschutz vor sich her. Doch genau das könnte kostenintensiv werden. Sollte Deutschland die europäischen Klimaziele verfehlen, und danach sieht es im Moment stark aus, kommen Ausgleichszahlung von bis zu 30 Milliarden Euro auf die Bundesrepublik zu.

Die Technik ist da, nur der Wille fehlt

Im Klimaschutzbericht 2017 kommt Deutschland nur sehr schlecht weg. Allein im Nationalen Aktionsplan Energieeffizient (NAPE) wurden nur 230.000 Tonnen CO2 eingespart – anstatt der veranschlagten 2,1 Millionen Tonnen. Gerade im Gebäudebereich könnte dabei viel eingespart werden. An der fehlenden Technik liege es nicht, weiß Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle. Problem sei vor allem die zögerliche Politik der Bundesregierung. Denn viele Hausbesitzer, die in Modernisierungen investieren wollen warten lieber ab, als Geld in die Hand zu nehmen. Dafür fehlen klare politische Richtlinien und die daraus resultierende Sicherheit.

Förderprogramme wenig effektiv

Der Plan der Regierung mit einem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Hausbauer Anreize zu schaffen, in energiesparende Eigenheime zu investieren, ist nach Änderung der Konditionen für die Förderung nicht weiter aufgegangen. 2018 wurden nur 17.500 Effizienzhäuser gefördert, 2017 waren es noch 45.000. Grund dafür ist unter anderem, dass die Zinsbindung von 20 auf zehn Jahre verkürzt worden ist und die Möglichkeiten für Sondertilgungen wegfielen. Alles Aspekte, die die Attraktivität einer solchen Förderung erheblich beeinflussen.

Reduziert man das Modell auf die wirtschaftlichen Bedingungen können unabhängige Banken bessere Voraussetzungen bieten. Allerdings liegt der Fokus dann nicht mehr auf dem Klimaschutz und der Energieeffizienz der Neubauten. Diese Häuser, die dann wieder nach fragwürdigen Vorgaben und Mindeststandards gebaut werden, schützen weder das Klima, noch helfen sie den Besitzern jährlich Geld einzusparen.

Wohnhäuser nicht die einzigen Klimasünder

Die fehlende Gesetze und Förderungen im Gebäudesektor sind dabei nicht die einzige Baustelle. Anstatt dass die Deutschen mehr auf Bus und Bahn umsteigen oder zumindest kleinere Autos fahren, sind in den letzten Jahren SUVs und Wagen der oberen Mittelklasse immer beliebter geworden. In 2017 ist der CO2-Ausstoß aller zugelassenen Neufahrzeuge nochmal angestiegen. Deutschlands Werte liegen damit im europäischen Vergleich sieben Prozent über dem Durchschnitt. Elektro- und Erdgas-Fahrzeuge führen dagegen immer noch ein Nischendasein – sie machen nur 3,4 Prozent der Neuzulassungen aus.

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Sonnenenergie dank Forschung noch effizienter nutzen

Am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ist ein neuer leistungsfähigerer Zellverbinder für Solarmodule optimiert worden.

In der Solarenergie galt bisher, dass übliche Zellverbinder das einfallende Licht nicht nutzbar machen können. Das Fraunhofer ISE und der Technologiekonzern Heraeus sorgten nun gemeinsam für ein Novum. Führten die bisher verwendeten Verbinder den erzeugten Strom lediglich ab, wird beim SCRTM  -Zellverbinder das einfallende Licht neuartig, selektiv beschichteten Kanten indirekt auf die Zellfläche reflektiert. Unabhängig vom Einfallswinkel wird so ein Leistungsgewinn erzielt. Und zwar von durchschnittlich 1,9 W bei herkömmlichen Solarmodulen mit 60 Zellen.

Tests bezeugen Effekt

Dr. Markus König, Projektleiter des öffentlich geförderten Projekts bei Heraeus ist erfreut über die gelungene Zusammenarbeit mit dem ISE: „Die wichtigsten Entwicklungsschritte auf dem Weg zur Markteinführung des neuen Zellverbinders wurden erfolgreich vom Projektpartner Fraunhofer ISE durch zielgerichtete Tests unterstützt. Dank der engen Zusammenarbeit konnten wir den SCRTM-Verbinder in kurzer Zeit entwickeln und das Produkt zuverlässig validieren.“

Auch Dr. Achim Kraft, Teamleiter Verbindungstechnik und zuständig für das Projekt auf Seiten des Fraunhofer ISE, ist von der Effizienz des Moduls überzeugt: „Unsere Tests haben den Leistungsgewinn und die Zuverlässigkeit bestätigt. Als „drop-in replacement in industriellen Prozesslinien hat der neue Verbinder beste Chancen, sich auf dem Modulmarkt durchzusetzen. Ein Software-Tool des Instituts machte die genaue Berechnung des Leistungsgewinns im Vorhinein möglich. Modelmessungen bestätigten die Ergebnisse.

Der SCRTM-Verbinder soll sich ohne eine Veränderung der Anlage in industriell gefertigte PV-Module einsetzen lassen. Auch zusätzliche Kosten sollen hierbei keine entstehen.

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Rund 1,33 Millionen Heizkessel in NRW reif für den Austausch

Veraltete Heizkessel kosten nicht nur viel im Unterhalt, mit modernen Anlagen wären laut Experten auch bis zu 6,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermeidbar.

Laut NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser kommt der Aufruf der Verbraucherzentrale NRW genau zum richtigen Zeitpunkt: „Angesichts der steigenden Heizkosten dieses Jahr ist es umso wichtiger, das Heizsystem im eigenen Keller auf den Prüfstand zu stellen und Einsparpotenziale gezielt aufzudecken und zu nutzen.“ Nach Einschätzungen der Verbraucherzentrale herrscht in vielen Heizkellern des Bundeslandes akuter Handlungsbedarf. Von insgesamt zwei Millionen Gas- und Ölheizkesseln müssen rund 1,33 Millionen erneuert werden.

Finanzielle Anreize und Klimaschutz

Die Verbraucherschützer sehen großes Potential in der Umrüstung von Öl- auf Holzpelletkessel und der flächendeckenden Einführung von Brennwerttechnik. In vielen Fällen würde das finanzielle Vorteile bringen. Darüber hinaus könnten die Emissionen der betroffenen Gebäude fast halbiert werden. „Jeder Haushalt, der sich vom alten Heizungsschätzen verabschiedet und in moderne, effiziente Technik investiert, bringt den Umwelt- und Ressourcenschutz in unserem Land voran und spart dabei noch bares Geld“, begrüßt Ministerin Heinen-Esser den Vorschlag der Verbraucherzentrale.

Besser heizen

Um die Verbraucher auf das Thema aufmerksam zu machen,  ist die Aktion „Besser heizen“ ins Leben gerufen worden. Hausbesitzer werden aufgerufen, die eigene Heizung auf Austauschbedarf zu überprüfen. Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie der Verbraucherzentrale NRW betont, dass es wichtig sei, dass sich die Verbraucher frühzeitig mit ihrer Heizung beschäftigen. Ansonsten würde es in Zeiten voller Auftragsbücher zu einem Expresszuschlag kommen, wenn man sich erst im Falle einer kaltbleibenden Wohnung kümmere.

Umstieg auf erneuerbare Energien nicht immer das Richtige

Sieverding empfiehlt vor dem Wechsel genau zu überprüfen, was für das Eigenheim infrage kommt. Für manche Wohnhäuser eigneten sich Wärmepumpen oder Holzpellets und Solarwärme mehr als für andere. Aber auch mit der Umstellung von Öl- und Gasheizwertkesseln auf Brennwerttechnik sänke der Energieverbrauch. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale schon um etwa ein Viertel. „Bereits dieser finanziell lohnende Minimalschritt allein könnte, konsequent umgesetzt, 2,7 Millionen Tonnen CO2 einsparen – rund elf Prozent aller CO2 Emissionen in der Wohngebäudebeheizung NRW“, betonte Sieverding die positiven Auswirkungen.

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Erneuerbare Energien laufen den konventionellen den Rang ab

Neue Deloitte Studie konstatiert den Erneuerbaren Energien eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung und bestätigt, dass konventionellen Energieerzeuger umdenken müssen.

Sie sind heutzutage aus der Energieversorgung vieler Länder nicht mehr wegzudenken: Erneuerbare Energien. Die Deloitte Studie zeigt jetzt schwarz auf weiß, dass sie als starker, wettbewerbsfähiger Konkurrent den konventionellen Energieerzeugern in nichts nachstehen. Dass Solarkraft und Utility-Scale-Onshore-Wind mittlerweile in den meisten Ländern in das Stromnetz integriert sind und Preisparität erreicht haben, ist vor allem auf zwei Gründe zurückzuführen.

 

Zukunftsfähiges technisches Know-How

Durch den Einsatz von neuen Fertigungsverfahren und Automatisierungen können ganz praktisch Produktionskosten und –zeit eingespart werden. So verbessern modernste Technologien die Arbeitsprozesse. Genauste Wettervorhersagen, erstellt von künstlicher Intelligenz, können den Einsatz der Ressourcen verbessern und sorgen für eine planbare Verfügbarkeit und Nachfrage. Auch der Einsatz von Blockchaintechnologien könnte den Verkauf von Ökostromzertifikaten grundlegend verändern. Darüber hinaus kommen immer bessere Materialien auf den Markt, die besonders den Bau von Windkraft- und Solaranlagen optimieren.

Starke finanzielle Konkurrenz

Zusätzlich zu den technischen Neuerungen sind Erneuerbare Energien inzwischen auch finanziell gesehen ein starker Gegenspieler: Weltweit sind Onshore-Windkraftanlagen die günstigsten Energiequellen. Auch nach Abzug länderspezifischer Subventionen, ist der Preis für Solar- und Windenergie vergleichbar oder auch geringer als der der anderen Energieträger. Die Vorreiterstellung der konventionellen Energie wackelt also, nicht zuletzt durch die Sicherstellung der Netzstabilität mithilfe guter Vernetzung, Power-to-X-Technologien, Abschaltungen und steuerbaren erneuerbaren Energieträgern.

 

Ökostrom antwortet auf aktuelle gesellschaftliche Anforderungen

Hohe Lebensqualität und auch die Frage nach der ökologischen Nachhaltigkeit- Das sind Herausforderungen denen Städte sich heute stellen müssen, um attraktiv zu sein. Bürgerwindparks und ähnliche Gemeinschaftsprojekte sind nur ein Beispiel für die Möglichkeiten, wie erneuerbare Energien auf diese Fragen antworten. Auch in der Wirtschaft ist das Thema angekommen, viele Unternehmen beziehen heute Ökostrom. So fungieren sie sowohl als Vorbild für kleinere Unternehmen, fordern die Umstellung aber auch ein, indem sie diese Entscheidung auf ihre Lieferanten übertragen. Das Wachstum boomt auch in Schwellenländern. Inzwischen ist die gesammelte Kapazität der produzierten Energie fast größer als die der Industrienationen.

Auch Dr. Thomas Schlaak, Leiter Power und Utilities bei Deloitte sieht die Entwicklung als mehr als notwendig an: „Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob erneuerbare Energiequellen großflächig integriert werden, sondern wann die konventionellen nicht mehr benötigt werden.“

 

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EU-Maut: ZDH sieht finanzielle Lasten auf Handwerker zukommen

Die Pläne der EU-Kommission sind vom Parlament bestätigt worden. Ab 2020 soll das Mautsystem auch für Nutzfahrzeuge mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen greifen.

Die Entscheidung des EU-Parlaments vom 25. Oktober könnte gravierende Veränderung für das Handwerk bringen. Das geplante streckenabhängige Mautsystem betrifft in Deutschland Straßen mit einer Länge von mehr als 50.000 Kilometer. Auf regional tätige Handwerksunternehmen kämen so erhebliche finanzielle Mehrausgaben zu.

 

ZDH hofft auf den Europäischen Rat

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) spricht sich weiterhin gegen diese zusätzliche Belastung aus. „Die Handwerksbetriebe tragen über die Kfz- und Energiesteuer bereits in angebrachter Höhe zum Straßenunterhalt bei“, verteidigt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke seine Mitglieder. Außerdem würden die leichten und mittelschweren Fahrzeuge des Handwerks keinen erheblichen Verschleiß verursachen – im Gegensatz zu schweren LKWs. Die erst kürzlich eingeführte Ausdehnung der Maut auf Bundesstraßen für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen hätte verdeutlicht, mit welchen Komplikationen das Handwerk zu rechnen hat, sollte die Maut ab 2020 tatsächlich auch für die Gewichtsklassen ab 3,5 bis 7,5 Tonnen kommen. „Damit werden nahezu alle im Handwerk eingesetzten Fahrzeuge von der Maut erfasst“, kritisiert auch der Präsident des Bayerischen Handwerkstag (BHT) Franz Xaver Peteranderl das Vorhaben der EU. Insbesondere auf dem Land würde das zu Problemen führen, da lange Anfahrtswege hier oft unumgänglich seien. Der ZDH setzt seine Hoffnungen nun in den Europäischen Rat, der vermitteln kann, sollte es auf Ministerebene zu keiner Einigung kommen.

Nicht nur strecken- sondern auch stauabhängig

Ein weiteres Novum, dass mit dem geplanten Mautsystem eingeführt werden würde, wäre die stauabhängige Maut. Mitgliedsländer könnten auf besonders stark befahrenen Straßen zu den Stoßzeiten zusätzliche Gebühren erheben. Hintergrund ist, dass das Verkehrsaufkommen gesenkt und die Bürger auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollen. Peteranderl kann auch das nicht nachvollziehen: „Es ist schon ärgerlich genug, dass unsere Handwerker oft im Stau stehen. Jetzt sollen sie auch noch dafür bezahlen.“

Politische Diskussion

Sowohl Schwannecke als auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber sprechen sich dafür aus, dass im Fall der Maut, die EU den Mietgliedstaaten die Entscheidung hätte überlassen sollen. „Für uns als CSU gilt: Autofahren darf für den deutschen Autofahrer nicht teurer werden“, fügte Ferber weiter hinzu. Der Verkehrsexperte der Grünen auf Europaebene Michael Cramer hingegen begrüßt den Vorstoß. Es sei an der Zeit, dass Autofahrer für die Verursachung von Lärm, Stau und den Ausstoß von Stickoxiden und CO2 in die Verantwortung genommen werden. Auch im Hinblick auf den Klimawandel sei ein Umbruch in der Mobilität mehr als an der Zeit.

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Über eine Milliarde Quadratmeter Dach sanierungsbedürftig

Eine neue Studie zeigt nun, dass in Deutschland mindestens 10 Millionen Dächer sanierungsbedürftig sind – die Klimaschutzziele sind in Gefahr.

Professor Andreas Holm vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) ist sich sicher, dass an der Dachsanierung im Bestand kein Vorbeikommen ist, wenn die Klimaschutzziele im Gebäudebereich erreicht werden sollen. Der Leiter der Studie ist aber auch davon überzeugt, dass das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen CO2-neutralen Gebäudebestand zu erreichen, nicht machbar sei, solange sich an der jetzigen Dachsanierungsquote nichts ändert.

Attraktive CO2-Reduzierung

Die Ergebnisse der neu veröffentlichten Studie reizen dabei gerade an, auf die Sanierung von Dächern zu setzen. Würde man die derzeitige Quote von 1,3 auf nur 2,0 Prozent erhöhen, wäre es möglich in der Nutzungsphase die CO2-Bilanz um bis zu 49 Millionen Tonnen bis 2030 und um bis zu 94 Millionen Tonnen bis 2050 zu senken. „In der Dachsanierung schlummert ein enormes energetisches, wirtschafts- und beschäftigungspolitisches Potenzial, das wir schon heute nutzen müssen“, fordert Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie im Hinblick auf solche Ergebnisse.

Gerade Wohnhäuser ohne ausreichenden Wärmeschutz

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern entsprechen über sechs Millionen Dächer nur der Wärmeschutz-Verordnung von 1977, beziehungsweise 1984. Ganze vier Millionen Dächer sind gar nicht gedämmt oder verfügen so gerade über den Mindestwärmschutz. Insgesamt entspricht das einer Dachfläche von 1,6 Milliarden Quadratmetern. Insbesondere Steildächer stehen unter Beobachtung – es ist das mit Abstand am häufigsten gebaute Dach in Deutschland. Neun von zehn Wohnhäusern haben laut Studie ein geneigtes Dach.

 Dachsanierungen sollen schneller passieren

Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie sieht die Bundesregierung nun am Zug, auf die Ergebnisse zu reagieren. Eine Anhebung der Quote auf zwei Prozent, wie in der Studie belegt, solle das Tempo der Sanierungen steigern. Damit könnte das Ziel bereits 2045 statt 2050 erreicht werden. Da die Dachsanierung zu den finanziell gesehenen effizientesten Maßnahmen am Gebäude gehöre, seien auch die notwendigen Mehrkosten von 1,5 Prozent annehmbar.

Die Bundesregierung will bis Ende 2018 ein erstes Maßnahmenprogramm zum Klimaschutzplan 2050 vorlegen. So soll die Erreichung der Ziele bis 2030 sichergestellt werden. Dr. Frederichs verlangt, dass die energetische Sanierung von Gebäuden in der Fortschreibung des Klimaplans angegangen werden muss. „Die Bundesregierung muss die Weichen richtig stellen“, sieht der Hauptgeschäftsführer die Politiker in der Verantwortung. Als Möglichkeiten für die Steigerung des Tempos führt er zusätzliche Fördermaßnahmen der KfW, steuerliche Anreize, Investitionszuschüsse sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten und die notwendigen Fachkräfte an.

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Nachhaltiges Bauen: Bund und DGNB bündeln Ideen

In einer gemeinsamen Erklärung formulieren Bund und DGNB ganzheitliche und lebenszyklusorientierte Grundsätze zur Planungs- und Baupraxis. Wird der Bau nun nachhaltiger?

Bauen made in Germany genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Das gilt im Hinblick auf die planerische Kompetenz, die technische Qualität genauso wie den baukulturellen Wert. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei das Thema Nachhaltigkeit ein, das mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der gebauten Umwelt von entscheidender Bedeutung ist.

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) als Non-Profit-Organisation mit rund 1.200 Mitgliedsorganisationen aus der gesamten Bau- und Immobilienbranche arbeiten auf diesem Gebiet bereits seit mehr als zehn Jahren eng zusammen. So wurden das DGNB Zertifizierungssystem und das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) in ihrer Grundsystematik bereits zwischen 2007 und 2009 gemeinsam entwickelt. Das Fundament bildet dabei ein ganzheitlicher Kriterienkatalog, der auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziokulturelles – basiert und dazu beiträgt, Nachhaltigkeit messbar und damit bestellbar und optimierbar zu machen.

Innovationen fördern

Das jetzt veröffentliche Grundsatzpapier fasst die wichtigsten Parameter des nachhaltigen Bauens und der dazugehörigen Bewertungsmethodik zusammen. Es stellt heraus, warum eine konsequente Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes genauso wichtig ist wie ein performanceorientierter Ansatz, der Wirkungen bewertet und damit Innovation fördert, anstatt konkrete Maßnahmen vorzugeben. Auch die Schaffung einer transparenten Ausgangslage für einen optimalen Gebäudebetrieb und spätere Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen ist nach dem Verständnis von DGNB und BMI eine zentrale Motivation für nachhaltiges Bauen. Nicht zuletzt geht es immer auch um Zukunftssicherheit und Risikominimierung, weshalb eine konsequente Orientierung an den EU-weiten Grundsätzen und Normen elementar ist.

„Uns geht es darum, dass nachweislich zukunftsfähige, umwelt- und sozialverträgliche Gebäude gebaut werden“, sagte DGNB Präsident Prof. Alexander Rudolphi im Rahmen der Unterzeichnung. „Dies geht nur, wenn man die komplexen Zusammenhänge im Bauen nicht negiert, sondern als Chance begreift. Es geht darum, über die Auseinandersetzung mit den vorhandenen Zielkonflikten die für das jeweilige Gebäude richtigen Entscheidungen zu treffen. In diesem Sinne hat nachhaltiges Bauen auch das Potenzial, einen großen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz zu leisten.“

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

„Nachhaltige Gebäude schonen über die Nutzungsphase die Umwelt und das Klima, sind wirtschaftlich effizient, schaffen ein gesundes Wohnklima und müssen gesellschaftlich wie städtebaulich gleichermaßen überzeugen“, sagte Staatssekretär Gunther Adler. „Effiziente Gebäudekonzepte gepaart mit dem Mut, auch neue und innovative Baustoffe einzusetzen, ist gefragter denn je. Zentrale Herausforderung wird es dabei sein, bezahlbaren und kostengünstigen Wohnungsbau mit nachhaltigen Konzepten intelligent zu verknüpfen. Hier gibt es bereits eine Vielzahl von sehr durchdachten und guten Beispielen“.

Enge Zusammenarbeit zwischen DGNB und BMI geplant

Die gemeinsame Erklärung des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und der DGNB umfasst auch eine neun Punkte umfassende Liste von konkreten Ansatzpunkten zur Kooperation der beiden Institutionen. Hierzu zählt beispielsweise die Gewährleistung möglichst einheitlicher Regeln für die deutsche Methodik der Nachhaltigkeitsbewertung sowie die Sicherung der Qualität von Ökobilanzen über die Weiterentwicklung eines gemeinsamen Standards. Zu den weiteren Punkten zählen die Evaluierung zertifizierter Gebäude im Hinblick auf Mehrwerte, zukünftiges Benchmarking bzw. Steuerungswirkungen sowie das gemeinsame Engagement für eine stärkere Integration des nachhaltigen Bauens in Aus- und Weiterbildung. Zudem wollen beide Institutionen künftig gezielt zusammen für die Anwendung der deutschen Bewertungsmethodik im Ausland werben.

Handwerker aufgepasst: Jetzt abstimmen und gewinnen

Welches Unternehmen hat im Handwerk einen Stein im Brett? Die ibau GmbH ruft erneut zur größten Branchenbefragung auf und verlost Preise im Gesamtwert von 10.000 Euro.

Damit Handwerker gute und zufriedenstellende Arbeit leisten können, müssen sie sich auf Hersteller und entsprechende Marken verlassen können. Aber welcher Hersteller und welche Marke sind in ihrer jeweiligen Branche am beliebtesten und haben im Handwerk einen Stein im Brett? Um dies herauszufinden ruft die ibau GmbH erneut zur größten Branchenbefragung des Handwerks auf. Unter allen Umfrageteilnehmern verlost ibau Preise im Gesamtwert von 10.000 Euro.

Direkt zur Umfrage

Wer als Handwerker seine Kunden zufriedenstellen und neue Aufträge generieren will, der braucht neben dem eigenen Know-how vor allem das richtige Material. Gerade für Profis ist es daher besonders wichtig, auf zuverlässige Hersteller und ihre Produkte zurückgreifen zu können. Doch welche Marke gilt als Qualitätsführer? Welche Marke genießt das Vertrauen des Handwerks und wer bietet die besten Verarbeitungsvorteile zum günstigen Preis?

Favoriten nennen und gewinnen

Zur Beantwortung dieser Fragen führt die ibau GmbH regelmäßig die größte Branchenbefragung zum Thema Markenbekanntheit, Markenpräferenz und Markenakzeptanz unter Handwerkern und Fachunternehmern durch. Im Vordergrund steht dabei die Frage, welche Marken und Hersteller bei ihren Kunden einen „Stein im Brett“ haben.

Handwerker und Fachunternehmer haben noch bis zum 30. November die Möglichkeit an der Umfrage teilzunehmen und sich die Chance auf einen Weber Gasgrill “Genesis® II E-410™ GBS™, Black” aus Edelstahl, eine Philips Perfect Draft Bierzapfanlage inklusive zwölf Fässern Bier, einen Kickertisch oder einen Bluetooth Lautsprecher UE Boom 2 zu sichern. Hierzu brauchen lediglich diejenigen Hersteller- und Industrieunternehmen genannt werden, die die besten Produkte und Lösungen in den einzelnen Gewerken bieten. Die Teilnahme an der Umfrage ist kostenlos.

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