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Gebäudeenergiegesetz geht nach der Sommerpause ins Kabinett

Beim 6. Bundeskongress des Dachverbands der Energieberater GIH standen im Abschlussgespräch das überfällige Gebäudeenergiegesetz und die Öffnung des Beratermarktes im Mittelpunkt.

„Wir haben vor, nach der Sommerpause das GEG, das Gebäudeenergiegesetz, ins Kabinett zu bringen“, sagte Herdan, Abteilungsleiter Energiepolitik im BMWi. Das GEG werde dann bis zum Ende dieses Jahres kommen, versicherte er dem GIH-Bundesvorsitzenden Jürgen Leppig. Das schon deshalb, weil spätestens dann die EU die Definition eines Niedrigstenergiegebäudes einfordern würde, die in einem solchen Gesetz vorgenommen werden soll.

Auf Leppigs Nachfrage, ob dann auch Handwerker, die 50 Prozent der Verbandsmitglieder stellen, für weitere Beratungsfelder zugelassen würden, wich Thorsten Herdan zunächst aus: „Da sind die Fragen hinsichtlich Beratern, Beratung, und welche Aufgaben kann man übernehmen, im Moment noch ungeklärt.“ Man sei „offen für Vorschläge“.

Als Jürgen Leppig rhetorisch nach dem Sinn einer vermeintlichen Ausbildung fragte, oder „ob das nicht besser am Thema ‚Können’ festzumachen“ sei, ließ der Abteilungsleiter allerdings keinen Zweifel an seiner persönlichen Einstellung dazu. Die bereits erfolgte Marktöffnung für Handwerker im BAFA-Umfeld sei auf seine eigene Initiative zurückgegangen: „Ich kann all die Menschen, die Ahnung haben, aber die – aus welchen Gründen auch immer – ein Interesse auch am Geschäft haben, nicht ausklammern.“

Wer wirklich unabhängig sei in dem Sinne, dass er „keinen Kumpel hat, keinen Verwandten oder nicht Beziehungen zu dem einen oder anderen Hersteller“, sei letztlich ein „Unwissender“. Stattdessen setze er auf die Eigenverantwortung und darauf, dass der Markt die schwarzen Schafe ausfiltern werde. „Ich glaube nicht, dass auf Dauer jemand, der sich nur in die eigene Tasche berät, in diesem Geschäft Erfolg haben wird“, sagte Herdan.

 

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EU-Energiepreise für Haushalte nahezu stabil

Strom und Gas waren in der Europäischen Union im Jahr 2017 fast genauso teuer wie im Jahr davor. In Deutschland wurde Energie in diesem Zeitraum allerdings viel billiger.

In der Europäischen Union (EU) gingen die Strompreise für Haushalte zwischen dem zweiten Halbjahr 2016 und dem zweiten Halbjahr 2017 durchschnittlich leicht zurück (-0,2%) und lagen bei 20,5 Euro pro 100 kWh. In den EU-Mitgliedstaaten lagen die Strompreise für Haushalte in der zweiten Hälfte 2017 zwischen unter 10 Euro pro 100 kWh in Bulgarien und mehr als 30 Euro pro 100 kWh in Dänemark und Deutschland.

Die Gaspreise für Haushalte sanken zwischen dem zweiten Halbjahr 2016 und dem zweiten Halbjahr 2017 in der EU um durchschnittlich 0,5% und lagen bei 6,3 Euro pro 100 kWh. In den Mitgliedstaaten lagen die Gaspreise für Haushalte in der zweiten Hälfte 2017 zwischen rund 3 Euro pro 100 kWh in Rumänien und knapp 9 Euro pro 100 kWh in Dänemark und 11 Euro pro 100 kWh in Schweden.

Der Anteil der Steuern und Abgaben an den Strompreisen, die den Haushalten in Rechnung gestellt wurden, lag in der EU im zweiten Halbjahr 2017 bei durchschnittlich über einem Drittel (40%), der Anteil an den Gaspreisen bei etwa einem Viertel (27%).

Höchster Anstieg der Strompreise in Zypern

In den EU-Mitgliedstaaten wurde zwischen dem zweiten Halbjahr 2016 und dem zweiten Halbjahr 2017 der größte Preisanstieg für Strom für Haushalte in nationaler Währung in Zypern (+12,6%) verzeichnet, gefolgt von Rumänien (+7,2%), Malta (+7,1%), Estland (+6,5%), dem Vereinigten Königreich (+5,3%), Bulgarien und Belgien (je +4,8%) sowie Polen (+4,5%). Die merklichsten Rückgänge wurden hingegen in Italien (-11,1%), Kroatien (-7,5%), der Slowakei (-6,2%) und Griechenland (-6,0%) beobachtet.

Ausgedrückt in Euro waren die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte im zweiten Halbjahr 2017 am niedrigsten in Bulgarien (9,8 Euro pro 100 kWh), Litauen (11,1 Euro) und Ungarn (11,3 Euro) und am höchsten in Deutschland (30,5 Euro), Dänemark (30,1 Euro) und Belgien (28,8 Euro). Der durchschnittliche Strompreis in der EU lag bei 20,5 Euro pro 100 kWh.

In Kaufkraftstandards (KKS), einer einheitlichen Kunstwährung, welche generelle Preisunterschiede zwischen verschiedenen Ländern ausgleicht, zeigt sich, dass im Vergleich zu den Kosten für andere Waren und Dienstleistungen die Strompreise für Haushalte in Finnland (13,0 KKS pro 100 kWh), Luxemburg (13,4) und den Niederlanden (14,0) am niedrigsten waren und für Haushalte in Deutschland (28,8), Portugal (28,0), Belgien (26,4), Rumänien (26,0) und Polen (25,4) am höchsten.

Mindestens die Hälfte des Strompreises aus Steuern und Abgaben in drei Ländern

Auch bei dem Anteil von Steuern und Abgaben an den gesamten Strompreisen für Haushalte gab es zwischen den Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede. Die Spanne reichte im zweiten Halbjahr 2017 von zwei Dritteln in Dänemark (69% des Strompreises für Haushalte bestehen aus Steuern und Abgaben) und über der Hälfte in Deutschland (55%) und Portugal (52%) bis zu 5% in Malta. Im Durchschnitt bestanden die Strompreise für Haushalte in der EU zu über einem Drittel (40%) aus Steuern und Abgaben.

Stärkster Rückgang der Gaspreise in Slowenien und Deutschland

Zwischen dem zweiten Halbjahr 2016 und dem zweiten Halbjahr 2017 gingen die Gaspreise für Haushalte in nationaler Währung in zehn Mitgliedstaaten zurück. Die stärksten Rückgänge wurden in Slowenien (-5,5%), Deutschland (-5,1%) und Luxemburg (-4,8%) verzeichnet. Der größte Anstieg wurde hingegen in Estland (+25,9%) registriert, gefolgt von Bulgarien (20,6%) und Dänemark (+18,1%).

Ausgedrückt in Euro waren die Gaspreise für Haushalte im zweiten Halbjahr 2017 am niedrigsten in Rumänien (3,1 Euro pro 100 kWh), Kroatien und Ungarn (je 3,7 Euro), Bulgarien (3,8 Euro), Lettland (3,9 Euro) sowie Litauen und Luxemburg (je 4,0 Euro), und am höchsten in Schweden (11,3 Euro), gefolgt von Dänemark (8,8 Euro), Spanien und Italien (je 8,7 Euro) sowie den Niederlanden (8,2 Euro) und Portugal (8,0 Euro). Der durchschnittliche Gaspreis in der EU betrug 6,3 Euro pro 100 kWh.

Nach Kaufkraftbereinigung wird deutlich, dass im Vergleich zu den Kosten für andere Waren und Dienstleistungen die niedrigsten Gaspreise für Haushalte in Luxemburg (3,3 KKS pro 100 kWh) gemeldet wurden, vor dem Vereinigten Königreich (4,5) und Belgien (5,1). Die höchsten Preise wurden hingegen in Portugal (10,0), Spanien (9,6), Italien (8,9), Schweden (8,8) und der Tschechischen Republik (8,3) verzeichnet.

Im zweiten Halbjahr 2017 war der Anteil von Steuern und Abgaben am Gaspreis für Haushalte am höchsten in Dänemark (56% des Gaspreises für Haushalte) und den Niederlanden (51%). Darauf folgten Schweden (45%) und Rumänien (43%). Der niedrigste Anteil wurde hingegen im Vereinigten Königreich (9%) und Luxemburg (10%) registriert, vor Bulgarien, der Tschechischen Republik und der Slowakei (je 17%). Auf EU-Ebene bestanden die Gaspreise für Haushalte im zweiten Halbjahr 2017 im Durchschnitt zu etwa einem Viertel (27%) aus Steuern und Abgaben.

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Schweizer Investor kauft Techem

Das deutsche Dienstleistungsunternehmen Techem wechselt für 4,6 Millionen Euro den Besitzer und gehört schon bald der schweizerischen Investorengruppe Partners Group.

Mit seinen Lösungen zu Energieverbrauch und Brandschutz sowie mit dem Ablesen von Zählerständen ist das deutsche Unternehmen Techem groß geworden. Nun wird Techem von seinem derzeitigen Besitzer an einem Investor weiterverkauft.

Neuer Eigner ist die Gruppe unter der Führung der schweizerischen Partners Group, meldet der Spiegel. Die Investorengruppe, zu der auch zwei kanadische Pensionsfonds gehören, kaufte 100 Prozent der Techem-Aktien vom derzeitigen Besitzer, dem australischen Vermögensverwalter Macquarie. Der Deal muss noch von allen zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden.

Techem ist in Deutschland zweitgrößter Anbieter für das Ablesen von Zählerständen. Marktführer Ista wurde auch im vergangenen Jahr veräußert, und zwar an einen Investor aus China.

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Energieeffiziente Gebäude: Bund startet Ideenwettbewerb für Kommunikation

Wie lassen sich Privateigentümer, Genossenschaften, Kommunen und Kirchen für Energieeffizienz im Gebäudebereich begeistern? Ein Wettbewerb soll neue Strategien aufzeigen.

Bundesumwelt- und Bundesbauministerium haben den Ideenwettbewerb „RE:frame Energieeffizienz: Neue Ideen für klimafreundliche Gebäude“ ausgerufen. Teilnehmen können Kreative mit Ideen für neue kommunikative Ansätze, Geschäftsmodelle oder auch Apps, die das Image klimafreundlicher und energieeffizienter Gebäude stärken. Die Ideen können bis zum 31. August 2018 auf der Wettbewerbswebsite www.reframe-wettbewerb.de eingereicht werden. Der Wettbewerb ist mit Preisgeldern von insgesamt 45.000 Euro dotiert.

Zukunftsorientiertes Wohnen

„Mit dem Wettbewerb suchen wir neue Ansätze, um klimafreundliches Bauen und Sanieren attraktiver zu machen. Ich freue mich auf viele inspirierende Beiträge“, betonte Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zum Start des Wettbewerbs. „Wir haben den Wettbewerb zusammen mit Expertinnen und Experten aus Verhaltensforschung, Marketing, Architektur und Sozialforschung entwickelt. Ihr branchenübergreifendes Know-how war für uns wichtig, um neue und innovative Wege in der Kommunikation rund um ein zukunftsorientiertes Wohnen gehen zu können. Von Menschen, die in energieeffizienten Häusern leben, wissen wir, wie begeistert sie von dem Plus an Lebensqualität und Komfort sind. Diese Begeisterung soll auch für andere Menschen erlebbar werden.“

Gefragt sind Ideen, um folgende vier Gruppen für klimafreundliches Bauen und Sanieren zu gewinnen: Privateigentümerinnen und -eigentümer von Einfamilienhäusern, Vorstände von Wohnungsbaugenossenschaften, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von kleinen und mittelgroßen Kommunen und Kirchenvorstände. Diese vier Gruppen bilden gleichzeitig die Wettbewerbskategorien. Am Ende zählen für die interdisziplinär besetzte Jury drei Kriterien, anhand derer sie die eingereichten Beiträge bewertet: Strahlkraft der Idee, ihre Umsetzbarkeit und inwiefern die Ideen auf die Zielgruppen zugeschnitten sind.

Energiewende mitgestalten

Die Umsetzung des Wettbewerbs erfolgt durch die Deutsche Energie-Agentur (dena). Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, rückt die Ansprache der Menschen in den Fokus: „Wir wollen spannende Ideen finden, von denen Menschen nicht nur rational angesprochen, sondern auch emotional berührt werden. Eine Vielzahl neuer Akteure, jede Menge Gründer und die sich wandelnden etablierten Unternehmen mischen den Energiemarkt auf. Hierin liegt auch eine Chance, dass die Energiewende partizipativer wird und sich für die Bürgerinnen und Bürger neue Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung bieten.“

Der Ideenwettbewerb ist Teil des Aktionsplans Klimaschutz 2020 der Bundesregierung. Dieser beschreibt strategische Maßnahmen, um die energiepolitischen Ziele bis 2020 zu erreichen, und soll dem Gebäudebereich neue klimagerechte Impulse geben. Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 einen energieeffizienten und nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu verwirklichen.

Detaillierte Informationen zum Ideenwettbewerb sind im Internet auf www.reframe-wettbewerb.de zu finden. Das Wettbewerbsteam ist auch via Facebook (RE:frame Energieeffizienz) und Twitter (REframe_now) erreichbar.

Der Ideenwettbewerb wird im Auftrag des BMU realisiert und finanziert und vom BMI durchgeführt. Umsetzungspartner ist die dena, unterstützt von der Agentur mc-quadrat und der Energie- und Umweltmanagementberatung Pöschk. Medienpartner sind die Magazine enorm sowie Business Punk und Capital.

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DGNB veröffentlicht Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Standorte

Die DGNB hat ein Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude entwickelt, mit dem die Dekarbonisierung des Gebäudebestands bis 2050 praktisch umsetzbar gemacht werden soll.

In dem neuen von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.) veröffentlichten Rahmenwerk werden sowohl Regeln für die Bilanzierung von CO2-Emissionen festgelegt als auch Vorgaben für eine vergleichbare Berichterstattung entsprechender Leistungskennzahlen genannt. Zusätzlich stellt das Dokument praktisch anwendbare Methoden zum CO2-Management vor. Herzstück ist dabei ein Klimaschutzfahrplan, der projektindividuell Emissionsgrenzwerte auf dem Weg hin zur Klimaneutralität für ein Gebäude oder einen Standort vorgibt. Damit übersetzt die DGNB die im Paris-Abkommen formulierten Ziele in konkrete Bauaufgaben.

„Mit dem Rahmenwerk wollen wir einen entscheidenden Beitrag leisten, um die globalen Klimaschutzziele für die verschiedensten Entscheidungsträger der Bau- und Immobilienwirtschaft handhabbar zu machen“, sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Wenn wir bis 2050 Grundlegendes verändern wollen, müssen wir jetzt anfangen. Ein verlässlicher Rahmen, der Orientierung bietet, wie sich die CO2-Emissionen kontinuierlich, im notwendigen Maß reduzieren lassen, ist hierfür unabdingbar.“

Das Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Standorte gliedert sich in drei Hauptelemente, die fachlich aufeinander aufbauen und je nach Bedarf und Zielsetzung separat oder zusammen angewendet werden können.

 

Regeln für die Bilanzierung von CO2-Emissionen

In Teil 1 werden die grundlegenden Regeln für die CO2-Bilanzierung von Gebäuden beschrieben. Die Bilanzierungsregeln basieren auf den Grundprinzipien Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz, Transparenz und Genauigkeit. Die genauen Regeln variieren je nachdem, ob nur der Betrieb oder zusätzlich auch die eingesetzten Materialien betrachtet werden sollen. Der Bilanzrahmen für den Betrieb umfasst drei Elemente:

  • Direkte CO2-Emissionen der Energieerzeugung innerhalb des Grundstücks durch biogen und fossil basierte Wärme-, Kälte- und Stromerzeugung
  • Indirekte CO2-Emissionen der Energieerzeugung außerhalb des Grundstücks (z.B. Netzstrom, Fernwärme, Fernkälte)
  • Vermiedene CO2-Emissionen (Gutschriften) durch exportierte Energie (z.B. Heizenergie, Kühlenergie, Elektrizität)

Dabei ist der gesamte gebäude- und nutzerbedingte Energieverbrauch zu erfassen.

In der erweiterten Form umfasst der Bilanzrahmen zusätzlich die eingebundenen CO2-Emissionen der eingesetzten Materialien. Hierfür kommt die Methode der Ökobilanzierung zum Einsatz, um die Treibhausgaspotenziale für die im Gebäude verwendeten Bauteile zu ermitteln.

 

Klimaneutrale Gebäude: Begriffsdefinition und Regeln für die CO2-Berichterstattung

Um die klimaschutzrelevanten Informationen eines Gebäudes oder Standorts transparent und vergleichbar kommunizieren zu können, sind in Teil 2 des Rahmenwerks Indikatoren definiert, die sich auf verschiedene Leistungskennzahlen beziehen. Diese sollen gebündelt in Form eines Emissionsausweises bereitgestellt werden. Unterschieden wird dabei, ob die Kennzahlen auf tatsächlich gemessenen Ist-Werten beruhen, wie es bei Gebäuden möglich ist, die mindestens drei Jahre in Betrieb sind, oder ob es sich um Planberechnungen bei Neubauten handelt.

Je nachdem, welcher Bilanzierungsrahmen gewählt wurde, kann ein Gebäude oder Standort auf Grundlage des Rahmenwerks den Status „Klimaneutral im laufenden Betrieb“ oder „Klimaneutral über den Lebenszyklus“ erlangen. Als klimaneutral gilt ein Gebäude, dessen Jahresbilanz der CO2-Emissionen für den Gebäudebetrieb weniger als Null Kilogramm CO2 beträgt. Dabei bezieht sich der zu ermittelnde CO2-Wert auf die Summe aller klimaschädlichen Emissionen gemäß anerkannter internationaler Standards.

 

Klimaschutzplan als Methode zum CO2-Management

Ein Gebäude oder Standort, das aktuell noch keine Jahresbilanz von Null Kilogramm CO2 aufweist, kann den Status „Klimaneutral bis 2050“ erreichen. Hierfür muss ein projektspezifischer Klimaschutzplan erstellt werden, dessen Ziel jeweils die Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 ist. Ausgangspunkt ist die Berechnung des Ist-Werts der CO2-Emissionen. Ausgehend von diesem projektindividuell geltenden Startwert werden jahresbezogen Grenzwerte festgelegt, die das Gebäude oder der Standort einhalten muss, um das für 2050 angesetzte Ziel „Null CO2-Emissionen im laufenden Betrieb“ tatsächlich zu erreichen. Hierfür sind Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen aufzustellen, in eine zeitlich und wirtschaftlich sinnvolle Abfolge zu bringen und deren Wirkungen zu berechnen.

Beim Klimaschutzfahrplan geht es also um die Prognose zukünftiger CO2-Emissionen und die Erstellung eines validen Fahrplans, der für das Projekt Sanierungen, Modernisierungsmaßnahmen oder Betriebsoptimierungen definiert. Liegen die prognostizierten Werte immer unterhalb der jahresbezogenen Grenzwerte ist die Bezeichnung „Klimaneutral bis 2050“ zulässig. Um diesen Status zu erhalten, müssen für das Projekt jährlich aktuelle Ist-Werte erfasst werden, um den Fortschritt auf dem Weg zur Klimaneutralität zu dokumentieren.

 

„Die DGNB sieht es als wichtigen Punkt an, die Förderpolitik neu auszurichten und klimaschutzfördernde Sanierungen attraktiv und rentabel zu machen“, erklärt Lemaitre. „Daher richtet sich das Rahmenwerk auch an alle politischen Entscheidungsträger, die an der Umsetzung der deutschen Klimaschutzziele arbeiten und auf eine Dekarbonisierung Deutschlands hinarbeiten.“

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dena: Gebäudeenergieverbrauch seit 2010 nicht verbessert

Seit dem Jahr 2010 hat es Deutschland nicht geschafft, den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken. Dies geht aus neuesten Zahlen der Deutschen Energie-Agentur hervor.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) schlägt Alarm: Wohn- und Nichtwohngebäude in der Bundesrepublik verbrauchten 2016 noch genauso viel Strom und Wärme wie im Jahr 2010. Damit sei die Energiewende im Gebäudebereich praktisch stagniert, meint die Agentur, außerdem werde Deutschland so seine Klimaschutzziele in einigen Jahren verfehlen. Mit den Klimaschutzzielen soll der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden, der durch die Erzeugung von Strom und Wärme entsteht und damit eng an den Verbrauch gekoppelt ist.

Klimaziele in weiter Ferne

Zu bedenken ist, dass die Einhaltung der Klimaziele in Beginn des Jahrtausends noch sehr realistisch erschien, denn zwischen 2002 und 2010 konnte der Energieverbrauch deutscher Gebäude um 20 Prozent reduziert werden. Diese kurze Phase der Verbrauchsverringerung kann aber nicht darüber wegtäuschen, dass die gesamte Einsparung bei klimaschädlichen Gasen zwischen 1990 bis heute bei weniger als 30 Prozent liegt – das Klimaschutzziel der Bundesregierung liegt aber bei 40 Prozent bis 2020.

„Die derzeitigen Anstrengungen im Bereich Energieeffizienz sind nicht ausreichend, um die Klimaschutzziele und damit die anvisierte Treibhausgasreduzierung im Gebäudebereich zu erreichen“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Für eine umfassende Wärmewende ist sowohl der Einsatz energieeffizienter Heizungsanlagen, Fassaden und Fenster, als auch die Anwendung innovativer Techniken und Geschäftsmodelle wie das serielle Sanieren notwendig. Darüber hinaus ist die Energiewende ein gesellschaftspolitisches Projekt, bei dem es darum geht, die Menschen für klimafreundliches Bauen und Sanieren zu begeistern.“

Die Energiewende im Gebäudebereich ist deshalb so wichtig, weil sie ein großer Faktor für den Gesamtenergiebedarf in Deutschland ist: 36 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie wird für Wärme und Strom in Gebäuden benötigt. Viele Experten fordern deshalb neben der Energiewende, bei der mehr Strom aus Erneuerbaren Energien kommen soll, auch die „Wärmewende“ und eine stärkere Konzentration auf regenerative Wärmeerzeugungstechniken.

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Energieexperten setzen auf Kohleausstieg und Netzausbau

Eine aktuelle Umfrage im Kontext der Berliner ENERGIETAGE 2018 zeigt, dass die Akzeptanz zur Energiewende in der Bevölkerung langsam schwindet.

Die gesellschaftliche Akzeptanz von Energiewende und Klimaschutz wird von Fachleuten aus den Energiewende-nahen Branchen überaus skeptisch beurteilt. Im Rahmen der Befragung „Klartext: Energiewende 2018“ gaben zwei Drittel der Teilnehmer an, dass sie davon ausgehen, dass die Energiewende bei der breiten Bevölkerung Deutschlands ihrer Einschätzung nach auf Desinteresse stoße oder sogar als Belastung empfunden würde.

Sowohl die soziale Ausgewogenheit als auch die Beteiligungsmöglichkeiten an der Energiewende erhielten sogar deutlich schlechtere Bewertungen als noch in 2017, als die Klartext-Umfrage erstmalig durchgeführt wurde. Rund 70 Prozent der Befragten gaben in diesen Bereichen jeweils negative Einschätzungen ab. Ebenso steht es um die ökologische Ausgestaltung der Energiewende, die im Mittel und in Schulnoten gesprochen gerade einmal mit einer guten 4+ bewertet wird. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Ausgestaltung der Energiewende erhält „immerhin“ eine 3-.

Konkrete Maßnahmenkataloge: Quartierskonzepte Gebot der Stunde

Im Bereich der Stromwirtschaft werden Kohleausstieg, CO2-Bepreisung und der Ausbau Erneuerbarer Energien nahezu gleichwertig für besonders relevant erachtet. Im Gebäudebereich werden – anders als in 2017 – Quartierskonzepte als vordringliche Maßnahme zur Umsetzung der Energiewende erachtet. Erst dann folgen mit einigem Abstand Erneuerbare Energien, „smarte“ Gebäudetechnik sowie die Modernisierung der Heizungsanlage – letztere war im Vorjahr noch als Top-Maßnahme benannt.

Die Umfrage erfolgte im Vorfeld der ENERGIETAGE 2018, die vom 7. bis 9. Mai stattfinden.

Die Energietage sind mit 57 Veranstaltungen und über 350 Referenten sowie rund 10.000 Veranstaltungsanmeldungen die Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland. Sie fanden im Jahr 2000 erstmalig statt und begleiten seitdem den Energiewende-Dialog in Deutschland auf der politischen Ebene ebenso wie in den Bereichen Forschung und Praxis.

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Energetische Gebäudesanierung: Bund darf Fehler nicht wiederholen

Die Deutsche Umwelthilfe sieht Handlungsbedarf bei der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Die Sanierungsrate müsse auf 2 Prozent jährlich erhöht werden.

In dem von Bundesfinanzminister Olaf Scholz am 2. Mai 2018 vorgelegten Haushaltsentwurf taucht, entgegen der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung nicht auf. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bewertet dies als besorgniserregenden Offenbarungseid. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert die Bundesregierung auf, umgehend ein Programm zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung auf den Weg zu bringen und die Sanierungsrate im Bestand von derzeit 0,8 Prozent auf mindestens 2 Prozent jährlich zu erhöhen.

„Wenn der Bundesfinanzminister diese im Koalitionsvertrag vereinbarte und für den Klimaschutz zentrale Maßnahme nicht in seinem Haushaltsentwurf verankert, dann zeigt er, dass er die klimapolitischen Versprechen der neuen Regierung schon nach wenigen Wochen im Amt entweder vergessen oder schon aufgegeben hat“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Klimaschutzziele nur durch Gebäudesanierung erreichbar

Die energetische Gebäudesanierung ist ein zentrales Element für die Energiewende und den Klimaschutz. Doch nur wenn die Sanierungsrate im Gebäudebestand von momentan 0,8 Prozent auf über 2 Prozent jährlich ansteigt, wird der Klimaschutz im Gebäudebereich erfolgreich sein.

„Bereits die beiden Vorgängerregierungen sind daran gescheitert, rechtzeitig die Weichen für die steuerliche Förderung zu stellen und damit einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen des Klimaschutzziels 2020 zu stellen“, so Müller-Kraenner weiter. „Die Vorbehalte der Länder, die steuerliche Förderung würde bei ihnen ein Haushaltsloch entstehen lassen, sind lange bekannt. Es ist an der Zeit, akzeptable Lösungen zur Gegenfinanzierung auf den Tisch zu bringen.“

Schließlich ist die steuerliche Förderung der Sanierungskosten nicht nur für große Wohnungsbaugesellschaften, sondern auch für private Eigenheimbesitzer ein wichtiger Anreiz, um eigene Investitionsmittel in die Hand zu nehmen. Der Startschuss dafür muss nun dringend fallen.

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BUND entwirft Fahrplan zum Kohle- und Atomausstieg

Plädoyer für regenerative Energien: Der BUND fordert die Abschaltung aller deutschen Kohle- und Atomkraftwerke und hat dafür einen konkreten Fahrplan bis 2030 vorgelegt.

Kohle- und Kernkraftwerke sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil des deutschen Strommix, doch werden sie wegen ihrer Umweltbelastung zunehmend kritisch gesehen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat deshalb nun einen konkreten Plan vorgelegt, wie die Bundesrepublik bis 2030 aus beiden Energieträgern aussteigen könnte, ohne Versorgungsengpässe zu erleiden.

„Abschaltplan“ für die BRD

Im Mittelpunkt stehen dabei in erster Linie die kritischen Jahre 2020 und 2023. Zum ersteren Zeitpunkt muss Deutschland sein Klimaziel erreichen, für das die dreckigsten Kohlkraftwerke vom Netz gehen müssten, und für 2023 ist der deutsche Atomausstieg festgelegt, der nach der Katastrophe in Fukushima beschlossen wurde. Damit sind die Eckdaten der Kraftwerksabschaltungen festgelegt, glaubt der BUND. Bis 2030 soll ganz auf Kohle und nukleare Energie verzichtet werden können, auch weil ab dann die Kohleverstromung durch das das Pariser Klimaschutzabkommen komplett verboten ist.

Ein Argument der Umweltschützer ist der Überschuss, den deutsche Kraftwerke derzeit erzeugen. „Deutschland hat im ersten Quartal 2018 im Durchschnitt die Stromproduktion von fünf großen Kraftwerken exportiert. Allein vor diesen Hintergrund erstaunt es, dass die neue Bundesregierung sich nicht auf die kurzfristige Stilllegung der klimaschädlichsten Kohlekraftwerke verständigt hat“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Wir wollen mit unserer Analyse zeigen, dass viel mehr möglich ist, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.“

BUND setzt auf Wind- und Sonnenenergie

Geleitet vom Pariser Klimaschutzabkommen plädiert der BUND dafür, möglichst bald mit dem Umstieg auf regenerative Energien zu beginnen. Insbesondere Wind und Photovoltaik hat er als Energieträger im Auge. „Es geht darum, die Erneuerbaren Energien engagiert weiter auszubauen und die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Energiewende, die im Wesentlichen auf Windenergie und Photovoltaik basiert, zu schaffen“, resümierte Weiger.

Darüber hinaus will der BUND den Ausbau von lokaler Energieversorgung durch KWK-Anlagen vorantreiben, den deutschlandweiten Stromverbrauch senken und das Stromnetz intelligenter steuern.

BDEW widerspricht BUND-Plan

Kaum überraschend widersprachen die deutschen Energieunternehmen und Kraftwerkbetreiber der Planung des BUND. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sprach von nicht nachvollziehbaren Berechnungen. Vor allem die Rechnung von Überschussproduktion und deren Ausgleich durch andere EU-Staaten lehnte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer ab. „Die heute noch bestehenden Überkapazitäten werden in wenigen Jahren nicht nur vollständig abgebaut sein. Vielmehr laufen wir sehenden Auges spätestens im Jahr 2023 in eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung“, sagte er.

Gewinne für Handwerker bei Wahl der beliebtesten Hersteller

Mit der Umfrage ibau Stein im Brett wählten Handwerker jüngst die bei Ihnen beliebtesten Hersteller. Dabei räumten die teilnehmenden Handwerker erstklassige Preise ab.

„Welche Marke gilt in meinem Gewerk als Qualitätsführer und wer bietet die besten Verarbeitungsvorteile zum günstigen Preis?“ Diese Fragen stellen sich wohl alle Handwerker, die qualitativ hochwertige Arbeit abliefern und damit ihre Kunden zufriedenstellen wollen. Um diese Fragen beantworten zu können, führt die ibau GmbH einmal im Jahr Deutschlands größte Branchenbefragung unter Handwerkern und Fachunternehmern durch.

Rund 2.600 Handwerker und Fachunternehmer unterschiedlicher Gewerke gaben hierzu ihre Stimmen ab und wählten aus knapp 300 Herstellern diejenigen aus, die bei ihnen einen „Stein im Brett“ haben.

Begehrte Preise im Gesamtwert von über 10.000 Euro

Unter allen Teilnehmenden verloste ibau insgesamt zwei Weber Gasgrills „Genesis® II E-410™ GBS™, Black“, fünf Philips Perfect Draft Bierzapfanlagen inklusive zwölf Fässern Bier, sechs Kickertische „Ullrich Sport“, sowie acht Bluetooth Lautsprecher der Marke UE Boom 2.

Wenn Sie sich bei der nächsten Umfrage ebenfalls einen dieser tollen Gewinne sichern wollen, registrieren Sie sich jetzt auf Helden am Bau und wir informieren Sie rechtzeitig über die nächste Umfrage: Hier registrieren.

Die Freude unter den Gewinnern war groß:

Mit einem Weber Gasgrill „Genesis® II E-410™ GBS™, Black“ ist Iris Greiner von der Gärtnerei Greiner Garten und Landschaftsbau samt Kollegen und Familie für eine sommerliche Grillparty bestens ausgestattet.

Auch Christian Laumann ist einer der glücklichen Gewinner und grillt seine Würstchen künftig ebenfalls auf einem neuen Weber Gasgrill.

Fliesenleger Bernd Krepinsky und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen sich schon einmal warm für die diesjährige Fußballweltmeisterschaft.

Und auch die Innenausbau Wittstock GmbH freut sich über einen nagelneuen Tischkicker.

 

Die diesjährigen Preisträger reihen sich damit in die Riege glücklicher Gewinner aus der vergangenen Umfrage ein.

 

Welche Hersteller bei den Gewinnern einen „Stein im Brett“ haben und wer den „Oscar der Baubranche“ abräumen konnte lesen Sie auf: https://www.ibau-steinimbrett.de/gewinner-2018/