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Internationale Zusammenarbeit: BAK und bdla bündeln ihre Kräfte

Mitte Dezember haben die Bundesarchitektenkammer (BAK) und der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) eine Zusammenarbeit auf internationalem Parkett vereinbart.

Mit dem gemeinsamen Ziel, die berufspolitische Interessenvertretung der Landschaftsarchitekten auf europäischer und internationaler Bühne effizienter zu gestalten, haben BAK-Vizepräsident Prof. Ralf Niebergall und bdla-Präsident Till Rehwaldt im Dezember in Berlin eine Vereinbarung über die internationale Zusammenarbeit der beiden Verbände unterzeichnet.

In diesem Zusammenhang ist die BAK ab sofort ordentliches Mitglied im internationalen Verband der Landschaftsarchitekten (IFLA) sowie der IFLA Europe, welche die europäische Region vertritt. Gleichzeitig wechselt der bdla seinen Mitgliedsstatus und wird assoziiertes IFLA-Mitglied. Auf diese Weise übernimmt also die Bundesarchitektenkammer die deutsche Vertretung und sämtliche sich aus der Mitgliedschaft ergebenden Rechte und Pflichten bei der IFLA. Durch den Beitritt der BAK wird das deutsche Mitglied mit rund 7.500 Landschaftsarchitekten in den 16 Länderkammern die stärkste Einzelorganisation in der IFLA.

Landschaftsarchitektur im Umbruch

Für Till Rehwaldt ist die „Kooperation ein Meilenstein für die deutschen Landschaftsarchitekten zur Vermittlung der fachliche Expertise der Profession. Mit der neu justierten Zusammenarbeit von BAK und bdla wird es gelingen, die Interessenvertretung der Landschaftsarchitekten – insbesondere in Brüssel – auf ein neues Level zu heben. Die fachlichen Herausforderungen in Europa sind gewaltig, die Profession der deutschen Landschaftsarchitekten ist gewappnet.“

Für die Bundesarchitektenkammer hob Prof. Niebergall die Bedeutung der intensivierten Kooperation hervor: „Mit der Vereinbarung steigern wir die Präsenz des gesamten Berufsstands. Ich freue mich, dass die Bundesarchitektenkammer mit einer gestärkten Stimme auf europäischer und internationaler Ebene sprechen kann.“

Inhaltliche Arbeit und Abstimmung der einzelnen Positionen von BAK und bdla sollen im Arbeitskreis Internationales der BAK erfolgen. Hierzu werden unterschiedliche Delegierte entsendet. Als deutscher Vertreter, welcher im Einvernehmen zwischen BAK und bdla festgelegt wird, ist bdla-Fachsprecher Prof. Fritz Auweck geplant.

 

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Neue Vorschriften zum Schutz vor Xylella fastidiosa

In Teilen Südeuropas werden immer mehr Pflanzen von dem aggressiven Bakterium Xylella fastidiosa befallen, weswegen die EU jetzt die Sicherheitsvorschriften verschärft.

Apulien, Korsika, Provence/Cote d’Azur, Mallorca, Menorca, Ibiza – Gegenden, die eigentlich als Urlaubsregionen bekannt sind, leiden zurzeit unter dem Bakterium Xylella fastidiosa. Seitdem es vor einigen Jahren zum ersten Mal in Europa nachgewiesen werden konnte, breitet es sich rasch aus. Aus diesem Grund hat die Europäische Union nun die Schutzmaßnahmen intensiviert.

Zustimmung aus Deutschland

Ist eine Pflanze nachgewiesenerweise mit dem Bakterium befallen, müssen eine Befallszone mit 100 Metern Breite und eine Pufferzone eingerichtet werden. Letzte wurde in der neuen Regelung von zehn auf fünf Kilometer reduziert. „Zur Schonung verfügbarer Ressourcen und zur Umsetzung schneller und effektiver Maßnahmen gegen die Etablierung und weitere Ausbreitung des Bakteriums ist diese Maßnahme ausdrücklich zu begrüßen“, freut sich Marius Tegethoff, Bereichsleiter Produktion / Qualitätssicherung beim Bund deutscher Baumschulen (BdB).

Darüber hinaus gibt es nun eine Liste der EU, auf der besonders anfällige Pflanzensorten aufgelistet sind. Darunter finden sich auch Lavendel, Rosmarin, Oleander und Kaffee, deren Ausfuhr als riskant gilt. Aus den oben genannten Risikogebieten dürfen diese Pflanzen gar nicht mehr exportiert werden. Betriebe mit Bakterienauftreten werden außerdem jährlich von der EU inspiziert.

Mehr als 100 Pflanzenarten können durch Xylella fastidiosa befallen werden. Das Bakterium setzt sich im Leitbündel (Xylem) der Pflanze fest und blockiert langsam die Wasser- und Nährstoffzufuhr. Zunächst äußert sich der Befall mit dem Braunwerden von Blättern, später stirbt dann die gesamte Pflanze ab. In Deutschland ist Xylella fastidiosa auch als Feuerbakterium bekannt.

 

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Diskussion um Instrumente schadet der nachhaltigen Landnutzung

Berliner DLG-Kolloquium zum Thema „Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ermöglichen – Anreize richtig setzen“.

Die gegenwärtige Debatte um mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist erstaunlich inkonsistent. Vertreter einer modernen, technologieoffenen Landwirtschaft nehmen sie genauso für sich in Anspruch, wie solche, die gerade diese Technologien (chemischer Pflanzenschutz, biotechnologische Züchtungsverfahren, Betriebsgröße, den Mais) als Ursache für nicht nachhaltige Systeme identifizieren. Diese Diskussion um mehr Nachhaltigkeit ist auf den Kopf gestellt und trifft in beiden Fällen nicht zu.

Nach Ansicht des Präsidenten der Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Carl-Albrecht Bartmer liegt der grundlegende Fehler darin: „Nachhaltigkeit mit Maßnahmen und Instrumenten zu assoziieren, ist ungefähr so sinnvoll, wie Pinsel und Farbe van Goghs mit einem Kunstwerk gleichzusetzen“, sagte Bartmer im Rahmen des DLG-Kolloquiums am 5. Dezember 2017 in Berlin. Für den DLG-Präsidenten bedeutet Nachhaltigkeit der Landnutzung deshalb gerade nicht allein Glyphosat oder der Blühstreifen, sondern das Ergebnis der Bewirtschaftung, also maximaler Ertrag bei minimalem Eingriff in Biodiversität, wenig Erosion, wenig Nährstofffrachten und Klimawirkungen. „Instrumente und Nachhaltigkeit zu vermengen, das ist ein Irrweg, allein das Ergebnis, das „Gesamtkunstwerk“ macht ein Anbau- oder Tierhaltungssystem nachhaltig.“

Nachhaltigkeitsindikatoren sollen Nachhaltigkeit messbar machen

Deshalb sei es viel entscheidender, Nachhaltigkeit anhand von Indikatoren zu messen. Dieser Aufgabe habe sich die DLG angenommen und einen Nachhaltigkeitsbericht der deutschen Landwirtschaft aufgelegt, der auf Basis von 23 Nachhaltigkeitsindikatoren für ökologische, ökonomische und soziale Belange gerade nicht Maßnahmen betrachtet, sondern sich mit den Ergebnissen, dem Status Quo befasst. „Was man messen kann, führt zu innerbetrieblicher Transparenz, kann so besser gemanagt werden und ist damit Ansatzpunkt für technischen, organisatorischen und biologischen Fortschritt, der auf diese Weise inspiriert wird“, betonte der DLG-Präsident.

Mit Blick auf die aktuell zu reformierende Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) nach 2020 erklärte Bioland-Präsident Jan Plagge: „Der aktuelle Förderrahmen ist nicht effizient und zielführend. Er führt dazu, dass relevante Umweltziele nicht erreicht werden, Landeigentümer anstatt aktiver Bauern honoriert werden und der Umbau hin zu einer gesellschaftlich anerkannten Landwirtschaft verfehlt wird.“ Damit werde das aktuelle GAP-Modell den Herausforderungen an eine zukunftsfähige, umweltverträgliche und von der Gesellschaft akzeptierten Agrarpolitik nicht gerecht. Vielmehr müssten Optionen für freiwillige Nachhaltigkeitsleistungen eröffnet werden.

Nur durch eine Honorierung von ökologischen Leistungen, wie saubere Gewässer, klimafreundliche Bewirtschaftung, die Stärkung der Artenvielfalt und eine vielfältige Kulturlandschaft, kann die GAP nach Auffassung des Bioland-Präsidenten effektiv dazu beitragen, die gesetzten Umwelt- und Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig werden dadurch zukunftsfähige Betriebsentwicklungen gefördert. Auch Plagge plädierte für den Einsatz von messbaren Indikatoren, um die Leistungen im Bereich „Umwelt, Klima, Tier“ honorieren zu können.

Veränderungsfähigkeit als politisches Ziel

Ausgehend von einem dynamischen Verständnis von Nachhaltigkeit sollte sich die Gemeinsame Agrarpolitik nicht darauf beschränken, den Status quo und derzeitige Herausforderungen der Landwirtschaft zu adressieren. Darauf verwies Prof. Dr. Alfons Balmann vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) in Halle (Saale). Hierfür bestünden zwar genügend Herausforderungen, wie etwa beim Tierschutz. Allerdings müssten bereits heute erforderliche Rahmenbedingungen für künftige Herausforderungen ins Auge gefasst werden. Das bedeutet nach Meinung des Wissenschaftlers, „dass die Veränderungsfähigkeit der Landwirtschaft selbst ein Politikziel darstellten sollte.“ Allerdings seien künftige Möglichkeiten und Herausforderungen unsicher. Zudem führten Veränderungen im Regelfall zu Gewinnern und Verlierern.

„Eine Gemeinsame Agrarpolitik, die primär auf die Förderung heutiger Strukturen ausgerichtet ist und aus sozialen Gründen Hilfen für bereits heute wenig wettbewerbsfähige Unternehmen gewährt, ließe sich kaum mit Nachhaltigkeitszielen begründen“, so Balmann. Für ihn sind vielmehr eine Förderung von Innovationen und Innovationsfähigkeiten gefragt. Dazu gehörten Forschung, Qualifizierung, Bürokratieabbau und die Bereitstellung von Infrastrukturen genauso wie Anstrengungen, öffentliches Vertrauen in eine innovative Landwirtschaft zurückzugewinnen.

Förderschwerpunkt Düngung und Pflanzenschutzmittel

Auf die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen ging Dr. Thomas Schmidt vom Thünen-Institut in Braunschweig ein. Wie der Wissenschaftler aufzeigte liegen die Schwerpunkte des derzeitigen Einsatzes von Fördermitteln bei der Biodiversität, gefolgt von Düngung und Pflanzenschutzmitteleinsatz. Erosionsschutz und Klimaziele würden in geringerem Umfang adressiert. Eine bundesweite Landwirtebefragung habe gezeigt, dass neben harten betriebswirtschaftlichen Kenndaten auch weiche Faktoren für die Umsetzung von Maßnahmen entscheidend sein können (FRANZ-Studie). Die Beratung spiele dabei eine zentrale Rolle, aber auch Imagegründe.

Neben den klassischen handlungsorientierten Maßnahmen, die jeder Landwirt auf seinen eigenen Flächen umsetzt, gebe es Dr. Schmidt zu Folge eine Reihe von Ansätzen, die bereits erfolgreich erprobt wurden und zum Teil bereits praktisch umgesetzt werden. Beispiele hierfür seien die ergebnisorientierte Maßnahme des artenreichen Grünlandes und Unterstützung beim Mehrfachantrag, zum Beispiel durch Maschinenringe. „Aus der FRANZ-Studie konnten wir ableiten, dass einerseits Planungssicherheit und andererseits mehr Flexibilität in der Ausführung gefordert werden. Dies spricht für eine stärkere ergebnisorientierte Honorierung, als dies bislang in den Programmen vorgesehen ist“, betonte Dr. Schmidt.

Nutztierhaltung mit Fokus auf das Tierwohl mit bisherigen Maßnahmen nicht möglich

Zahlreiche Label und Tierwohlinitiativen haben bisher in Deutschland bei Schweinefleisch noch nicht den entscheidenden Durchbruch geschafft, um Ziele beim Tierwohl zu erreichen. Die Anforderungen und Kriterienkataloge sind sehr unterschiedlich hinsichtlich ihres Umfangs und Anspruchsniveaus. Darauf verwies Josef Weiß von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in München. Die Marktdurchdringung sei auf der Erzeugerstufe auch nach mehrjähriger Anlaufphase „erst“ bei rund 25 Prozent angelangt. Der vielfach geforderte Umbau der Nutztierhaltung zu einer gesellschaftlich akzeptierten Form mit einem besonderen Fokus auf das Tierwohl in Deutschland sei damit nicht zu erreichen.

Nach Meinung von Weiß müssten deshalb weitere Anreizkomponenten, wie beispielsweise Erleichterungen im Baurecht für Ställe mit Zugang für die Tiere zum Außenklima hinsichtlich der Immissionsbewertung, Investitionszuschüsse für „Tierwohlställe“ oder Ausgleichsleistungen über die zweite Säule der GAP für erhöhtes Platzangebot, Buchtenstrukturierung und einem Angebot an organischem Material bis hin zu eingestreuten Bereichen, diskutiert werden. Wie die Chancen der Realisierbarkeit des Kriteriums „Regionalität“ erhöht werden können, zeigte er am Beispiel des Siegels „Geprüfte Qualität Bayern“ auf, wo Landwirte, die ihre Schweine nach den Vorgaben des Herkunftszeichens erzeugen, einen Preisaufschlag von bis zu 5 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht erhalten.

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Neue Sprecher der Eurobaustoff-Fachgruppe Tiefbau gewählt

Auf der diesjährigen Herbsttagung der Eurobaustoff-Fachgruppe Tiefbau wurden neue Sprecher gewählt sowie die wirtschaftliche Zukunft der Branche diskutiert.

Auf der Veranstaltung, die Ende November in Hamburg stattfand, wurden Peter Böhm (Blatter Bauzentrum, Erligheim) und Dietmar Cramer (Baustoff-Dietrich, Kassel) als neue Sprecher der Eurobaustoff-Fachgruppe Tiefbau gewählt. Sie folgen auf Detlef Jahnke (Team Baucenter, Kiel) und Christoph Zickermann (Henrich, Siegburg), die sich nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr zur Wiederwahl stellten.

Zudem tauschten sich die Spezialisten zu den Themen Investitionsstau im kommunalen Wassermanagement, Hochwasser und Starkregen, Wasserspeicher und Regenwassernutzung, globaler Klimawandel und dessen Folgen aus. Im Tiefbau erwartet die Eurobaustoff bis Ende des Jahres ein Umsatzplus von rund acht Prozent. Für die Fachgruppe rechnet Fachbereichsleiter Steffen Bekeszus mit einem Zuwachs von 10 Prozent.

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Anbaugeräte für Großfahrzeuge werden immer komplizierter

Der beste Bagger kann immer nur so gut sein wie die an ihm angebauten Geräte. Auf der Steinexpo im September präsentierten Hersteller die neuesten Produkte für’s Grobe.

Im hessischen Homberg treffen sich alle drei Jahre die Spezialisten für Abbau und Bearbeitung von Fels und Stein. Gerade hier wurde deutlich, wie sehr sich die Anbaugeräte der Branche, also an Bagger und Radlader angebrachte Löffel, Schaufeln und Reißzähne, weiterentwickelt haben.

Vielseitiges Arbeitsmaterial

Dabei müssen Schaufel und Co immer mehr Fähigkeiten aufweisen, als nur groß und stark zu sein: Der Leichtbau beispielsweise spielt eine immer größere Rolle, vermindern schwere Schaufeln doch die Ladungskapazität. Erreicht werden geringere Gewichte oftmals mit leichteren Metallarten oder externen Verstärkungen der Geräte, durch die die eigentlichen Schaufeln weniger massiv ausgeführt werden müssen. Dies führt auch dazu, dass bei modernen Geräten nicht alle Stellen gleich verstärkt sind, sondern nur bestimmte Stellen.

Leichtere Geräte tragen darüber hinaus auch dazu bei, dass das tragende Fahrzeug weniger Benzin verbraucht. Insgesamt müssen Anbaugeräte immer mehr dazu beitragen, dass das gesamte Fahrzeug wirtschaftlich betrieben werden kann: So spart das Gewicht genauso Kraftstoff ein wie auch die Geometrie der Geräte, denn gut ausgelegte Schaufeln geben nur einen Teil ihres Gewichts an das Fahrzeug ab und verringern dadurch höhere Belastungen und Verbräuche. Nicht zuletzt ist auch die Zeit, die das An- und Abbauen der Geräte mit sich bringt, entscheidend. Mit so genannten Schnellwechslern, die hydraulisch das Gerätewechseln unterstützen, lässt sich viel Zeit sparen.

Neueste Modelle auf der Steinexpo

Unternehmer und Experten aus der Branche kamen bei diesen Themen auf der diesjährigen Steinexpo in Homberg voll auf ihre Kosten. Auf der viertägigen Messe fanden sich viele Weltmarktführer aus der Branche ein, um ihre neuesten Anbaugeräte der Öffentlichkeit vorzustellen. Für die Veranstalter, die über 50.000 Gäste begrüßen durften, war die diesjährige Ausgabe ihrer Messe ein voller Erfolg. Highlights waren unter anderem die Stände der Unternehmen Rädlinger, Furukawa, Lehnhoff, MTS und Franken Schotter.

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Marktstudie zum europäischen Kunststoffrohre-Markt

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Ceresana hat erneut den europäischen Markt für Kunststoffrohre untersucht und erwartet ein europaweites Wachstum.

Schon seit gut 5.000 Jahren nutzt der Mensch Kanalisationen. Doch was für die meisten Stadtmenschen heutzutage eine Selbstverständlichkeit darstellt, ist längst nicht überall gang und gäbe. So sind beispielsweise in Frankreich über 5 Millionen Haushalte nicht an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen. Gerade in ländlichen Gebieten muss die Abwasser-Infrastruktur in Europa noch weiter ausgebaut werden. Doch auch in den Städten gibt es einiges zu tun: Hier geht es allerdings weniger um Neuerschließung als um die Erneuerung alter Rohrleitungen für Abwasser, Trinkwasser, Kabelschutz, Gasleitungen und andere Anwendungen.

Aufgrund ihres geringen Gewichts und der Beständigkeit, werden hierfür vor allem Rohre aus Kunststoff immer beliebter. Zunehmend verdrängen sie die Materialien Aluminium, Beton, Gusseisen, Kupfer oder Stahl.

In ihre dritten Studie über den europäischen Markt für Kunststoffrohre gehen die Experten des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Ceresana daher davon aus, dass die Nachfrage bis zum Jahr 2024 europaweit auf über 5,2 Millionen Tonnen anwachsen wird.

 

Polyethylen und PVC sind am beliebtesten

Laut Angaben der Experten von Ceresana hänge der Verbrauch von Kunststoffrohren insbesondere von der Entwicklung der Baubranche ab, wobei sich die Bedeutung der Anwendungsgebiete für die einzelnen Rohrtypen deutlich voneinander unterscheiden. So waren die wichtigsten Produkttypen im Jahr 2016 beispielsweise PVC- und Polyethylen-Rohre.

Erstere sind dabei vergleichsweise günstig und kommen insbesondere bei Abwasser, Trinkwasser sowie Kabelschutz zum Einsatz. Rohre auf Basis von Polypropylen und Polyethylen werden hauptsächlich bei Industrie-Anwendungen, Trinkwasser oder der Gasversorgung angewendet.

Es sei daher deutlich zu beobachten, dass Kunststoffrohre Rohren aus Stahl, Steinzeug oder anderen Materialien inzwischen überall Konkurrenz machen. „In einzelnen Ländern können aber sinkende Staatsausgaben, unsichere politische Verhältnisse oder fehlende Privatinvestitionen ebenso drastische Auswirkungen auf die Bauindustrie und den Rohrmarkt haben wie andererseits gezielte Förderprogramme für einzelne Bausegmente. Auch die Intensität, mit der Investitionen in den Bereich Bewässerung oder in den Ausbau der Glasfasernetze vorangetrieben werden, unterscheidet sich von Land zu Land deutlich“, heißt es dazu in einer Meldung von Ceresana.

 

Regionale Unterschiede

Da der Markt in Westeuropa vergleichsweise gesättigt zu sein scheint, werden vor allem höherwertige Rohrtypen aus Polypropylen und Polyethylen verstärkt nachgefragt. Der Verbrauch von PVC-Rohren wächst hingegen kaum noch. In Dänemark, Deutschland und der Schweiz entwickelt sich die Nachfrage nach Kunststoffrohren eher positiv, wohingegen für einige südeuropäische Länder, wie z.B. Spanien, kurzfristig keine wesentliche Erholung in Aussicht steht. In Osteuropa verzeichnen PVC-Rohre sogar noch höhere Zuwächse, was sich aufgrund des hohen Nachholbedarfs auch in Zukunft nicht ändern sollte.

 

Ingo, der Weihnachtsmann

Heute, liebe Leserinnen und Leser, möchten wir Ihnen zur Feier des Tages eine kleine Geschichte erzählen.

Jeder Mensch hat in seinem Leben wohl einmal so einen Aha-Moment. Wenn sich Dinge, die einem als Kind absolut logisch erscheinen und nicht hinterfragt werden müssen, plötzlich als völlig anders entpuppen. Da wäre zum Beispiel der berühmte Strebergarten, der in Wahrheit aber natürlich nicht nur für Streber gedacht ist. Und ein Rechtshändler, der selbstverständlich auch ein Linkshänder sein kann.

Mein bislang schönstes Aha-Erlebnis hatte ich jedoch im Alter von fünf Jahren. Es war Weihnachten und wir saßen gerade mit vollen Bäuchen im Wohnzimmer, als es plötzlich an der Tür klingelte. „Ho ho ho – Wohnt hier ein gewisser Anton?“, dröhnte eine tiefe Stimme aus dem Flur. Noch ehe ich begreifen konnte, was dort eigentlich vor sich ging, stand er schon direkt vor mir: der leibhaftige Weihnachtsmann!

Mit großem weißen Rauschebart, langem roten Gewand und einem großen, prall gefülltem Jutesack, sah er genau so aus, wie ich ihn mir immer vorgestellt hatte. Doch irgendetwas war anders. „Ho ho ho – Du musst also Anton sein?“, sagte er zu mir, die Hände auf seinen dicken Bauch gestützt. Immer noch völlig überrumpelt brachte ich keinen Ton heraus. „Ja, und der Anton hat ein tolles Gedicht für dich geübt“, sagte meine Mutter, um mich aus meiner Schockstarre zu lösen. Ich hatte tatsächlich in der Adventszeit im Kindergarten ein Gedicht auswendig gelernt, doch kreisten meine Gedanken um etwas völlig anderes.

„Ingo ist der Weihnachtsmann!“, brach es aus mir hervor. „Das sind die Schuhe von Ingo, guck Mama!“ Mein Onkel Ingo hatte sich damals kurz nach dem Abendessen still und heimlich abgeseilt, um mich als Weihnachtsmann verkleidet zu überraschen. Wenn wir heute über die Situation damals sprechen, erinnern sich meine Eltern vor allem an die Totenstille, die für kurze Zeit herrschte. Und mein Onkel Ingo ärgert sich heute noch darüber, damals die richtigen Stiefel vergessen zu haben. Am traurigsten fanden es aber alle, dass das Weihnachtsmärchen vom wohlwollenden und großzügigen Weihnachtsmann für mich schon so früh zu Ende sein sollte.

Ich für meinen Teil war damals aber völlig aus dem Häuschen: „Ingo ist der Weihnachtsmann! Hast du das gewusst Mama?“ Mit großen Augen fragte ich ihn ehrfürchtig „Wie machst du das?“ Dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt, war für mich damals so selbstverständlich, wie die Schokolade von Oma. Aber, dass es ausgerechnet mein Onkel war, der Heiligabend fleißig die Geschenke verteilt, beeindruckte mich zutiefst.

Zum Glück hatte Ingo das Strahlen meiner Augen bemerkt und meine Ausbrüche richtig gedeutet: „Tja Anton, da hast du mich wohl erwischt! Jetzt weißt du, was ich in der Zeit mache, in der wir uns nicht sehen.“ „Gucken ob die Kinder artig sind?“, fragte ich. „Sehr richtig“, antwortete Ingo mit einem bedeutungsschwangeren Nicken.

Nach unzähligen weiteren Fragen, die Ingo in seiner Rolle des Weihnachtsmanns souverän beantwortete, übergab er mir schließlich mein Geschenk – einen großen Tretroller – und verabschiedete sich.

In den nächsten Tagen und Wochen gab es für mich kein anderes Gesprächsthema mehr. Stolz wie ich war, erzählte ich natürlich allen Freunden und Verwandten, dass mein Onkel Ingo der echte Weihnachtsmann sei. So dauerte es nicht allzu lange, bis unsere ganze Straße Bescheid wusste.

Auch ein Jahr später, ich war inzwischen eingeschult worden, war Ingo natürlich wieder das Gesprächsthema Nummer eins. Ich erzählte meinen Klassenkameraden stolz, dass es MEIN Onkel sei, der all die Geschenke bringt. Die Reaktionen fielen dabei gemischt aus. Zwar waren die meisten meiner Freunde ebenfalls schwer beeindruckt, trotzdem blieben einige skeptisch. „Den Weihnachtsmann gibt es gar nicht“, hörte ich sogar einige sagen.

Was ich damals nicht wusste: Auch unsere Eltern sprachen untereinander über die Geschichte mit Ingo und berieten sich, was zu tun sei. Und so kam es, dass wir Kinder an Heiligabend neben unseren Geschenken auch alle eine Karte fanden. Auf meiner stand geschrieben:

Lieber Anton,

deinen Wunschzettel habe ich erhalten und aufmerksam gelesen. Ich wünsche dir viel Freude mit all den schönen Dingen, die ich dir heute unter den Baum gestellt habe. Und weil du ja jetzt schon so groß bist und weißt, wer ich bin, brauche ich unter uns ja auch kein Geheimnis mehr daraus zu machen. Andere Kinder wissen das aber noch nicht. Damit das so bleibt und ich, wenn kein Weihnachten ist, auch weiterhin ungestört das nächste Fest vorbereiten kann, sollte das auch unser Geheimnis bleiben. Daher ernenne ich dich hiermit zu meinem vertrauten Helfer!

Frohes und besinnliches Fest wünscht dir dein

Ingo, der Weihnachtsmann

Die nächsten Jahre war die wahre Identität des Weihnachtsmannes ein offenes Geheimnis unter uns Kindern. Jeder hatte den Brief erhalten und niemand hatte gezweifelt – warum auch? Und wenn Onkel Ingo inzwischen vor meinen Kindern als Weihnachtsmann verkleidet steht – diesmal mit den richtigen Stiefeln – zweifle ich auch heute keine Sekunde an ihm.

 

Wir danken Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen und wünschen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2018.

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Raumbegrünung und Hydrokultur sorgen für Umsätze

Pflanzen in und am Gebäude sorgen für Ruhe, Ausgeglichenheit und gutes Klima. Die Gartenbranche sieht deshalb zuversichtlich auf die steigende Beliebtheit von Innengrün.

Topfpflanze war gestern: Der Markt für die aufwändige Begrünung von Innenräumen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Für den Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur (FvRH) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) ist diese Entwicklung besonders erfreulich, da die deutschen Gärtner zunehmend davon profitieren.

 

„Grüne Wände“ werden immer beliebter

Einer dieser neuen Trends sind „grüne Wände“, also vertikal aufgehängte Blumenkästen. Diese Installationen, bei denen Pflanzen wie ein Bild an der Wand hängen, werden mit einer aufwändigen Wasserversorgung ausgestattet und sehen aus wie ein organischer Wandteppich. Nicht nur spart diese Art der Begrünung viel Platz, auch sorgen die Pflanzen für eine Verbesserung des Raumklimas und wirken nachweislich positiv auf die Menschen in ihrer Umgebung.

Darüber hinaus arbeitet der FvRH auch daran, die Außenbegrünung von Gebäuden populärer zu machen, auch durch die Teilnahme am erfolgreichen Weltkongress „Gebäudegrün“. „Dabei wird die Strategie, die Gebäudebegrünung als Dreiklang von Dach-, Fassaden-, und Innenraumbegrünung als festen Platz einer begrünten Umwelt zu etablieren, weiter verfolgt“, teilt der Verband in einer Pressemitteilung mit. Die deutschen Gärtner können sich damit auf eine spannende Zukunft in der Gebäudebranche einstellen.

 

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LWG wird neu strukturiert und modernisiert

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim stellt sich neu auf: Ab sofort gibt es eine neue Institutsstruktur in der Landesanstalt.

Nach zwei Jahren Neustrukturierungsprozess hat die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim nun ein neues Gesicht: Mit neuen Instituten und finanziellen Investitionen in die Zukunft sieht sich die Landesanstalt nun für zukünftige Herausforderungen gewappnet.

Abteilungen werden zu Instituten

Zentraler Bestandteil der Neuorganisation ist die Umstrukturierung und Umbenennung der größten Abteilungen in eigene Institute. So wurde aus der Abteilung Weinbau das Institut für Weinbau und Oenologie (IWO), aus der Abteilung Gartenbau das Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau (IEF) und aus der Abteilung Landespflege das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau (ISL). Darüber hinaus gibt es nun nicht mehr das Fachzentrum Bienen, sondern das Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI). Ihre Form behalten haben die Fachzentren Recht und Service (FRS), Bildung (FZB) und Analytik (FZA).

Die neuen Institute sollen es vereinfachen die interne und externe, fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen der Landesanstalt und anderen Kooperationspartnern zu organisieren. Im Kern arbeitet die LWG aber weiter wie gehabt: „Wo Veitshöchheim draufsteht, ist auch Veitshöchheim drin!“, betonen die Forscher. Der neue Ansatz, zwischen den Instituten zu arbeiten, soll aber zu besseren Ergebnissen führen als bislang.

Dies soll auch dadurch erreicht werden, dass die Bayerische Gartenakademie, bislang im Fachzentrum Bildung untergebracht, nun dem Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau zugeordnet ist. „Trends wie Urban Gardening oder Bio-Anbau auch im eigenen Garten machen die enge Verzahnung zwischen Freizeitgartenbau und Erwerbsgartenbau mehr als deutlich“, betont Dr. Hermann Kolesch, Präsident der LWG.

Bauliche Veränderungen angestrebt

Neben diesen strukturellen Neuordnungen investiert der Freistaat auch ganz konkret in die Gebäude der LWG. „Um den künftigen Herausforderungen schon jetzt auf Augenhöhe begegnen zu können, bedarf es nicht nur qualifizierter und motivierter Mitarbeiter, sondern auch zeitgemäßer baulicher Rahmenbedingungen“, stellt Dr. Hermann Kolesch klar. Derzeit entsteht deshalb am Standort Thüngersheim ein neuer Versuchsbetrieb für die Forschung im Bereich Obstanbau und Baumschulen.

Solche großen Investitionen – in diesem Fall fünf Millionen Euro – sind keine Seltenheit: Zuletzt wurden die Schul- und Wohngebäude der Staatlichen Meister- und Technikerschule erneuert sowie die Gebäude für die Analytik und den Zierpflanzenbau komplett neu errichtet. Als nächstes ist angedacht, das Institut für Bienenkunde und Imkerei in einem neuen Bau unterzubringen.

 

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UBA fordert mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft

Wilde Blumen und andere Pflanzen sind das Rückgrat eines funktionierenden Ökosystems. Das Umweltbundesamt will deshalb einen besseren Schutz für diese Arten erreichen.

Wachsende Monokulturen und verstärkter Pestizideinsatz setzen den wilden Pflanzenarten in Deutschland immer weiter zu, was den Bestand von Wildtieren gefährdet. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in einem neuen Gutachten nun die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln kritisiert und mehr Blühstreifen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten gefordert.

Zulassungsverfahren von Pestiziden untersuchen

Besonders soll laut UBA viel stärker darauf geachtet werden, ob Pflanzenschutzmittel unbeabsichtigt Insekten und andere Nahrung für Vögel abtöten. Nach Angaben des Amts gibt es diese Regelung zwar bereits, sie werde aber nur unzureichend umgesetzt. Die Folge sei, dass viele Ackergifte eine große Zahl von Tier- und Pflanzenarten abtöten würden, wodurch wiederum das Nahrungsangebot für andere Tiere – Schmetterlinge, Wildbienen und viele Vogelarten – immer weiter zurückgehe.

Diese indirekte Wirkung müsse bei der Zulassung von Pestiziden in Zukunft viel stärker berücksichtigt werden, fordert das UBA. „Chemischer Pflanzenschutz ist ohne Zweifel risikobehaftet, denn wenn die Mittel wirken, dann nicht ohne Nebenwirkungen für die Umwelt. Deshalb können viele der Mittel nur mit hohen Umweltauflagen zugelassen werden“, fasst es UBA-Präsidentin Maria Krautzberger zusammen.

Praktiken in der Landwirtschaft ändern

Nach UBA-Vorstellungen könnte eine dieser neuen Auflagen sein, dass starke Pestizide nur noch verwendet werden dürfen, wenn der Betrieb gleichzeitig Ausgleichsflächen unangetastet lässt. Ein Anteil der genutzten Fläche dürfte dann gar nicht chemisch behandelt werden. „Blühstreifen, Brachflächen oder unbehandelte Dünnsaaten können dafür geeignet sein. Auf diesen ökologischen Ausgleichsflächen müsste jeglicher chemische Pflanzenschutz unterbleiben“, erklärt Krautzberger.

Auch andere Praktiken ließen sich ändern, um den Tierschutz in der Landwirtschaft zu stärken. Um eine generelle Verringerung des Chemieeinsatzes auf dem Bauernhof komme man aber nicht herum, betont das Bundesamt.