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Solarstromspeicher: Förderung verschlechtert sich

Für Solarstromspeicher können Privatpersonen und Unternehmen auch weiterhin Förderungen in Anspruch nehmen. Zum 1. Januar haben sich die Konditionen jedoch verschlechtert.

Die KfW Bankengruppe bietet Privatpersonen und Unternehmen auch im neuen Jahr weiterhin einen zinsverbilligten Kredit mit hohem Tilgungszuschuss für den Erwerb von Solarstromspeicher an. Dieser ist zum 1. Januar allerdings von 13 Prozent auf 10 Prozent gesunken.

Wer sich also eine typische Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von fünf Kilowatt zulegen will, erhält einen maximalen Kreditbetrag von 10.000 Euro und einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 1.000 Euro für die Solarbatterien. Allerdings ist Eile geboten, denn nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums stehen nur noch begrenzt Fördermittel zur Verfügung, obwohl das Programm offiziell erst am 31. Dezember 2018 endet.

Zum Vergleich: 2017 hatte die KfW allein bis Ende Mai rund 3.200 Förderungen für Heimspeicher genehmigt. Für 2018 sind Gelder für insgesamt 5.000 Speicher vorhanden. Setzt sich der Trend des Vorjahres fort, wird es ab Mitte August keine Gelder mehr geben.

Nicht alle Solarspeicher werden gefördert

„Der Staat fördert nur Speicher an kleinen und mittleren Solaranlagen“, erklärt Jürgen Groß vom Deutschen Energieberater-Netzwerk (DEN). „Batteriesysteme in Verbindung mit Photovoltaikanlagen über 30 Kilowatt installierter Leistung sind nicht förderfähig.“

Eigentümer des stationären Batteriesystems erhalten nur dann eine finanzielle Unterstützung, wenn die dazugehörige Photovoltaikanlage nach dem 31. Dezember 2012 in Betrieb genommen wurde. Zudem muss für die Batterien des Speichersystems eine Zeitwertersatzgarantie des Händlers oder Herstellers für einen Zeitraum von zehn Jahren vorliegen. Im Falle eines Defekts kann dann nämlich zumindest der Wert des Stromspeichers zum Zeitpunkt des Ausfalls ersetzt werden.

Wer sich für eine neue Photovoltaikanlage mit Solarstromspeicher entscheidet, kann für den Speicher einen Kredit in Höhe von maximal 2.000 Euro pro Kilowattstunde installierter Solaranlagenleistung beantragen. Da die Kosten bei einer Nachrüstung etwas höher sind, gibt es für die Nachrüstung einer bereits bestehenden Solarstromanlage mit einem Batteriespeicher sogar 2.200 Euro je Kilowattstunde.

Förderungen gesenkt

„Der Fördersatz beim Tilgungszuschuss gibt an, welchen Anteil der Nettoinvestitionskosten, die für den Kauf und Einbau eines Batteriespeichers anfallen, der Staat übernimmt“, heißt es dazu in einer Pressemeldung. „Bis zum Jahresende beträgt er noch zehn Prozent. Ursprünglich sollte die letzte Degressionsstufe erst am 1. Juli 2018 in Kraft treten. Da das Bundeswirtschaftsministerium den Zuschuss jedoch am 1. Oktober 2017 außerplanmäßig um drei Prozentpunkte auf 13 Prozent abgesenkt hatte, und zum Jahreswechsel eine weitere Absenkung vorgesehen war, wurde die letzte Förderstufe nun auf den 1. Januar vorgezogen. Der Grund für die vorgezogene Absenkung der Förderung seien stärker gesunkene Anschaffungskosten als prognostiziert“, so das Ministerium.

 

Bild: © iStock.com/vencavolrab, Bode Planungsgesellschaft für Energieeffizienz m.b.H.

Von NRW nach Japan: Bode-Mitarbeiter als Experten geladen

Bei der effizienten Nutzung von erneuerbaren Energien gibt es in Japan noch Nachholbedarf. Hilfe kommt dabei unter anderem auch aus Deutschland!

Wo Deutschland Weltmarktführer ist, will Japan noch dazu lernen. Unter Leitung der EU-geförderten EnergieAgentur.NRW nahm eine deutsche Delegation Anfang November an einer einwöchigen Reise inklusive Messeauftritt in die Präfektur Fukushima teil. Die Bode Planungsgesellschaft erhielt als eines von sechs Unternehmen aus NRW die Möglichkeit, sich auf der Erneuerbaren Energien Messe REIF zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen.

EU-geförderter Wissenstransfer

Besonders im Bereich der Energieeffizienz herrscht in Japan noch Nachholbedarf, wie Jan Ortmann beschreibt: „In der Solarenergie sind die japanischen Unternehmen schon sehr weit, aber wenn es darum geht, mit der erzeugten Energie effizient umzugehen, sehen wir noch deutliches Verbesserungspotential.” Auch das Bewusstsein von Privathaushalten für Fragen der Energieeffizienz steigt deutlich an. Die neu gegründete Energy Agency. FUKUSHIMA hat sich zum Ziel gesetzt, die Präfektur bis 2040 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Marcel Stüer und Jan Ortmann konnten hier als Experten wertvolle Hinweise geben.

Kooperationen mit japanischen Unternehmen

Neben dem Messeauftritt standen eine Vorstellung des Unternehmens Bode auf einem NRW-Seminar sowie Netzwerktreffen und Gespräche mit japanischen Unternehmen sowie Vertretern von Regierung und Regierungsorganisationen auf dem Programm. „Wir können uns sehr gut vorstellen, in Zukunft mit einem japanischen Unternehmen für ein Projekt zusammen zu arbeiten”, sagt Marcel Stüer, der als Verantwortlicher für Gewerbe, Industrie und Handel bei Bode nach Japan gereist ist. Als erster Schritt wurde im Rahmen des Besuchs ein Memorandum of Understanding zwischen der EnergieAgentur.NRW und seinem japanischen Pendant von Dr. Michael Baumann und dem Präsidenten der Energy Agency. FUKUSHIMA Yasuhiro Hattori in einem feierlichen Akt unterzeichnet.

Weitere interessante Informationen zur Energiepolitik in Japan gibt es unter:

www.energieagentur.nrw/international/laenderinformationen/japan

http://energy-agency-fukushima.com/en/

https://nautilus.org/napsnet/napsnet-special-reports/japanese-energy-policies-after-fukushima/

und auf facebook

 

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Sonnenenergie auch im Winter nutzen

Auch in der dunklen Jahreszeit lassen sich erneuerbare Energien und allen voran die Kraft der Sonne effektiv nutzen: Das Zusammenspiel mehrerer Technologien macht dies möglich.

Wenn die Tage kürzer und die Nächte immer länger werden, kommt die Solarenergie schnell an ihre Grenzen. Ein Zusammenspiel mehrerer Erneuerbarer Energien kann hier Abhilfe schaffen. Dank moderner Speicher bietet gerade die Kombination aus Solarenergie, Erdwärme und Holzenergie einen optimalen Mix, um auch für den Winter gewappnet zu sein.

Wie genau das funktioniert, zeigt das Pilotprojekt Parkstadt Frankfurt-Unterliederbach, wo sich Wärme aus Holzpellets und der wetterabhängigen Solarthermie im Wärmenetz ergänzen. „Die Parkstadt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie eine regenerative Wärmeversorgung kostengünstig und klimaschonend gelingt“, wird Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) auf der Agentur-Homepage zitiert.

Weniger CO2-Ausstoß durch Erneuerbare Energien

Mehr als ein Drittel des energiebedingten CO2-Ausstoßes in Deutschland wird zurzeit durch den Wärmesektor verursacht. Sowohl eine verbesserte Energieeffizienz als auch der Ausbau Erneuerbarer Energien kann hier Abhilfe schaffen. Doch erhoffte politische Impulse für effiziente Sanierungen unserer Häuser durch ein Gebäudeenergiegesetz blieben laut AEE in der letzten Wahlperiode des Bundestages aus.

Zudem spiegle sich die klimaschützende Wirkung Erneuerbarer Energien preislich nicht am Markt wider, trotz Pflicht für Neubauten zur Integration eines Anteils von Erneuerbaren in die Wärmeversorgung.

„Diese Pflicht rechnet sich, etwa im neuen Quartier in Frankfurt-Unterliederbach, wo die Konversions-Grundstückentwicklungsgesellschaft (KEG) das Viertel teils im sozialen Wohnungsbau mit Plusenergiehaus-Standard für mehr als 1.000 Menschen erschlossen hat“, heißt es dazu von der AEE. So ist die wichtigste Wärmequelle Holz aus dem benachbarten Odenwald, das in Form von Holzpellets einen Kessel befeuert, der die Wärme für die Gebäude in das Wärmenetz einspeist. Auf diese Weise decken die Plusenergiehäuser im Jahresmittel rund 110 Prozent des eigenen Bedarfs. Der Rest wird in das Wärmenetz eingespeist.

Nebenkosten niedrig halten

Durch die Investition in das Projekt konnte die KEG ihr Ziel verwirklichen, im sozialen Wohnungsbau die Nebenkosten für das Heizen und die Gebäudetechnik langfristig niedrig zu halten. So beträgt der jährliche Grundpreis 350 Euro, wobei die Wärmenetzkunden in dem Quartier für eine Kilowattstunde Wärme rund 5,5 bis 6 Cent bezahlen. „Das vorbildliche Projekt beweist: Die Wärmewende ist auch im sozialen Wohnungsbau zu schaffen. Mit Erneuerbaren Energien können Plusenergiehaus-Standard und kostengünstiges Bauen Hand in Hand gehen“, erklärt AEE-Geschäftsführer Vohrer.

 

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Fehlendes Wissen: Deutsche haben beim Thema Heizen Nachholbedarf

Laut aktuellem Stiebel Eltron Energie-Trendmonitor 2017 wollen zwar die meisten Deutschen CO2 einsparen, schreiben klimafreundlichen Heizsystemen aber wenig Bedeutung zu.

Insgesamt 1.000 bevölkerungsrepräsentative Bundesbürger wurden im Rahmen des Stiebel Eltron Energie-Trendmonitor 2017 zu ihrem Energieverbrauch befragt. Demnach wollen 82 Prozent der befragten das Klima über CO2-Einsparungen schützen. Doch gleichzeitig ist es aktuell nicht einmal jedem zweiten Verbraucher wichtig, auf klimafreundliche Heizsysteme umzusteigen.

Bei der privaten Klimabilanz ist die Heizung, zumindest bei konventionellen fossilen Kesseln, für den größten Anteil an CO2-Emissionen privater Haushalte verantwortlich. So entfallen mehr als zwei Drittel des Gesamtenergieverbrauchs privater Haushalte darauf, die Räume zu heizen. Fossile Brennstoffe wie Erdgas und Mineralöl sind dabei die Hauptenergieträger.

„Deshalb beginnt die private Energiewende mit dem Umsteigen auf ein umweltfreundliches Heizsystem“, sagt Frank Jahns, Geschäftsführer der Stiebel-Eltron-Vertriebsgesellschaft. „Die Wärmepumpe kommt beispielsweise als Heizungsanlage ganz ohne Verbrennung aus. Rund drei Viertel der Energie bezieht sie kostenlos aus der Umwelt – Luft, Erdreich oder Grundwasser. Das ist außerdem gegenüber Systemen wie der Brennwerttechnik deutlich energieeffizienter.“

Moderne Heizsysteme staatlich gefördert

Trotzdem wisse nur jeder dritte Deutsche, dass Wärmepumpen in jedem Haus – auch in nicht perfekt gedämmten Bestandsbauten – genutzt werden können. Doch ob Neubau oder Bestand – wer sich für ein Heizsystem mit Wärmepumpe entscheidet, kann hierfür staatliche Förderungen beantragen. Auch intelligent abgestimmte Systemlösungen, welche Warmwasser, Wärme, Kühlung und Lüftung abdecken, können staatlich bezuschusst werden.

„Die Investition in die Wärmepumpe macht das eigene Zuhause zukunftssicher“, sagt Jahns. „Denn es nutzt die vorhandene Umgebungswärme sowie zunehmend erneuerbare Energien.“ Je mehr grüner Strom dabei für den Antrieb und die Pumpe eingesetzt wird, desto umweltfreundlicher wird das System über die Lebensdauer. Hinzu kommt, dass die Wärmepumpenanlage im Sommer auch für die Kühlung der Räume genutzt werden kann. Dies ist laut Umfrage allerdings nur etwa jedem Dritten bekannt.

 

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EU-Länder einigen sich auf flexible Strompreise

Neue Regelungen für die europäische Klimapolitik: Die 27 EU-Mitgliedsstaaten haben sich auf verbindliche Absprachen bei Strompreisen, Klimaschutz und Verkehr geeinigt.

Die EU stellt die Weichen für die Zukunft: Die Energieminister aller 27 Mitgliedsstaaten einigten sich nun auf eine gesamteuropäische Regelung des Energiemarktes. Für Verbraucher wird dies einige Neuerungen mit sich bringen, Umweltverbänden geht der Kompromiss nicht weit genug.

Dynamischer Strompreis angedacht

Eine Möglichkeit, um den Stromverbrauch innerhalb der EU zu regulieren, ist ein dynamischer Strompreis, der flexibel an den derzeitigen Verbrauch angepasst werden kann. Die Rechnung ist einfach: Gerade nachts wird mehr Strom erzeugt, als gebraucht wird. Deshalb sollte der Strom nachts billiger sein. Dies würde Verbraucher dazu bringen, bestimmte Geräte wie Spül- oder Waschmaschinen nachts laufen zu lassen, und so das Netz tagsüber entlasten.

Damit der aktuelle Verbrauch aber immer errechnet werden kann, müssen neue Stromzähler her. Die EU plant deshalb in der gesamten Union die Einführung so genannter Smart Meter, die in Echtzeit den aktuellen Preis ermitteln und anzeigen, wie teuer der Verbrauch momentan ist. Dies bringt auch Änderungen für private Stromproduzenten und Selbstnutzer – gemeint sind vor allem Besitzer von Solaranlagen – mit sich, da sie in dieses System integriert werden müssen.

Verkehr soll ökologischer werden

Ziel des Ganzen ist ein Ausbau des Anteils von Öko-Energie an der gesamten Energieproduktion von 35 Prozent bis 2030 und die Reduktion des Klimagas-Ausstoßes um 40 Prozent zwischen 1990 und 2030. Auch der Verkehr soll seinen Beitrag dazu leisten: Bis 2030 sollen mindestens 14 Prozent der eingesetzten Kraftstoffe aus erneuerbarer Quelle kommen, dazu zählt auch Ökostrom zum Betrieb von Elektroautos. Drei Prozent dieses Ökokraftstoffs sollen dabei aus Biotreibstoffen der zweiten Generation bestehen, also aus Stroh oder Abfällen und nicht aus Getreide oder anderen Früchten.

Kritik von Umweltverbänden

„Die EU-Regierungen schlagen vor, die Revolution erneuerbarer Energien zu lähmen und zu vertagen“, kam postwendend die Kritik von Umweltschützern an der Entscheidung. Verbände wie das hier zitierte Climate Action Network nannten den Kompromiss eine verpasste Chance für eine größere Weichenstellung hin zu mehr Klimaschutz in der Europäischen Union. Das Ausbauziel von 35 Prozent bis 2030 sei mindestens zehn Prozentpunkte zu niedrig angesetzt, um das Pariser Klimaabkommen erreichen zu können.

Hoffnung setzen die Verbände vor allem in das kommende Gesetzgebungsverfahren im Europäischen Parlament. Bislang steht das Abkommen nämlich nur als Einigung zwischen den EU-Ministern, nun muss es das Parlament durchlaufen, um als Gesetz verbindlich werden zu können. Hier könnten sich die einzelnen Beschlüsse also noch einmal ändern und gegebenenfalls verschärft werden.

 

Bild: © iStock.com/vencavolrab, Techem Energy Services GmbH

Techem-Studie: Die Wärmewende strauchelt

Eine aktuelle Techem-Studie zur Wärmewende zeigt nichts Gutes: So stiegen Wärmeverbrauch und CO2-Emissionen wieder auf das Niveau von 2005.

Es steht nicht gut um die Energieeffizienz in deutschen Mehrfamilienhäusern. Im vergangenen Jahr sind Wärmeverbrauch und CO2-Emissionen in diesem Immobilienbereich nicht gesunken oder haben stagniert. Erstmals seit 2005 sind sie wieder angestiegen. Das ist ein Ergebnis der Energiekennwerte-Studie 2017, die der Energiedienstleister Techem Anfang Dezember veröffentlicht hat.

Insgesamt wurden dafür die Wärme- und Warmwasserverbräuche von 1,3 Millionen Wohnungen in 115.000 Mehrfamilienhäusern in Deutschland anonymisiert ausgewertet. Der Studie zufolge ist der Endenergieverbrauch für Raumheizwärme 2016 für alle Energieträger merklich gestiegen, was die Autoren nicht allein auf die gegenüber dem Vorjahr kühlere Witterung der Wintermonate zurückführen. Denn auch wenn man den Witterungseinfluss herausrechnet, gab es beim Raumheizwärmeverbrauch erstmals seit 2005 wieder einen merklichen Anstieg. Für die einzelnen Energieträger hieß das im Vergleich zu 2015 ein witterungsbereinigtes Plus von 2,8 Prozent bei Erdgas, 3,5 Prozent bei Fernwärme und sogar annähernd 4,7 Prozent bei Heizöl.

Steigende Energiepreise, steigender Bedarf nach Energieeffizienz

Vor dem Hintergrund aktueller Veröffentlichungen aus Branchenkreisen, die für das Jahr 2017 gestiegene Heizölpreise erwarten lassen, mahnt Techem CEO Frank Hyldmar erneut dringenden Handlungsbedarf an: „Der Energieverbrauch in Wohnungen entscheidet nicht nur darüber, ob wir unsere Klimaziele einhalten können, sondern auch über die Kostenbelastung für die Mieter.“

In den vergangenen Jahren hätten die real abgerechneten Brennstoffpreise insgesamt stagniert oder seien sogar gefallen, was auch die Amortisierung von Energieeffizienzmaßnahmen erschwert habe. Deshalb fordert Hyldmar dazu auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Verbrauch von Wärmeenergie im Gebäudesektor nachhaltig zu senken.

„Es muss endlich ein Anreizsystem für wirtschaftlich sinnvolle Effizienzmaßnahmen geschaffen werden. Hierfür stehen für das gesamte Heiz- und Gebäudesystem solche sinnvollen und bezahlbaren Maßnahmen zur Verfügung. Ich wünsche mir von der neuen Bundesregierung, dass ein stärkerer Fokus auf technische Ansätze gelegt wird, die zu möglichst geringen Kosten möglichst viel Energieeffizienz erzielen.“

Als Printexemplar und ePaper erhältlich

Die Energiekennwerte-Studie von Techem ist in diesem Jahr bereits in der 18. Auflage erschienen und gilt nach eigenen Angaben als Standardwerk für die Immobilienbranche. Die Ergebnisse zeigen regionale Unterschiede im Verbrauch von Wärme, Warm- und Kaltwasser auf Basis von Erdgas, Heizöl und Fernwärme. Sie ermöglichen damit einen Einblick in die energetische Situation des Mehrfamilienhausbestandes insbesondere in Deutschland, in Teilen auch für Österreich und die Schweiz.

Sie bieten Immobilienverantwortlichen Hilfestellungen, um den Energieverbrauch in Wohnungen zu bewerten und Ansatzpunkte für Energiesparmaßnahmen zu erkennen. Die aktuelle Analyse basiert auf Daten aus dem Kalenderjahr 2016.

Die Studie 2017 kostet in gedruckter Form 15 Euro. Sie kann per E-Mail unter energiekennwerte@techem.de (Kennziffer „9982074″) bestellt werden. Eine vollständige Leseversion steht auf der Techem Website zur Verfügung: www.techem.de/energiekennwerte

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BDEW begrüßt erste Förderungs-Ausschreibung für KWK-Anlagen

Angelehnt an das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollen ab sofort die Zuschlagshöhen für KWK-Anlagen (bis zu einer Leistung von 50 Megawatt) auch im KWK-Gesetz wettbewerblich über Ausschreibungen ermittelt werden. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) begrüßt diese Entscheidung, fordert allerdings eine längere Gültigkeitsdauer.

„Die Bekanntgabe der ersten Ausschreibung für KWK-Anlagen ist für die Branche von großer Bedeutung“, wird Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, auf der Verbandshomepage zitiert. „Nach den langen Verzögerungen bei der Novelle des KWK-Gesetzes und der beihilferechtlichen EU-Genehmigung hat die Bundesnetzagentur nun alle erforderlichen Antragsformulare und Informationen für diese erste KWK-Auktion online gestellt. Das ist die Voraussetzung, damit auch wieder im KWK-Leistungssegment zwischen einem und 50 Megawatt investiert werden kann. Der auf sieben Cent pro Kilowattstunde festgelegte Höchstpreis bietet gute Chancen für Investitionen in die klimaschonende und hocheffiziente KWK.“

Die Zukunft bringe aber noch weitere Herausforderungen mit sich: „Da die innovativen KWK-Systeme mit hohen Anteilen von Wärme aus Erneuerbaren Energien ab dem 1. Juni 2018 höhere Zuschläge von bis zu zwölf Cent pro Kilowattstunde bei den Auktionen erhalten können, sollte der Finanzrahmen im KWK-Gesetz von 1,5 auf mindestens zwei Milliarden Euro angehoben werden“, fordert Kapferer. Andernfalls bestehe nämlich das Risiko, dass es zu Lasten der KWK-Anlagen im Bereich über zwei Megawatt geht.

„Um den langen Planungszeiträumen für größere KWK-Anlagen gerecht zu werden, sollte die Gültigkeitsdauer des KWK-Gesetzes zudem bis mindestens 2025 verlängert werden. Andernfalls droht ab Ende 2022 ein völliger Ausbaustopp bei der klimaschonenden KWK“, so Kapferer.

Bild: © iStock.com/vencavolrab, Verbraucherzentrale NRW

Solaranlagen-Pacht meist unwirtschaftlich

Eine Stichprobenartige Untersuchung der Verbraucherzentrale NRW hat ergeben, dass vom örtlichen Energieversorger gepachtete Solaranlagen oft nur Mogelpackungen sind.

Lohnt es sich finanziell, eine Solaranlage vom örtlichen Energieversorger zu pachten? Das hat die Verbraucherzentrale NRW mit einer Stichprobe in 13 Städten untersucht und dabei große Unterschiede festgestellt. Beim Schlusslicht Stadtwerke Hilden etwa machte der angenommene Fünf-Personen-Beispielhaushalt über eine Pachtzeit von 18 Jahren satte 8.734 Euro Verlust. In anderen Orten hingegen konnte derselbe Beispielhaushalt ein Plus verbuchen – bis zu 869 Euro bei den Wuppertaler Stadtwerken. Insgesamt erwiesen sich in der Beispielrechnung nur 3 der 13 Angebote unter den getroffenen Annahmen als wirtschaftlich.

„Pachtmodelle für Photovoltaikanlagen können finanziell attraktiv sein, das zeigen unsere Ergebnisse. Trotzdem ist es der Großteil nicht, und manch ein Pachtangebot der örtlichen Energieversorger ist schlicht inakzeptabel“, sagt Udo Sieverding, Leiter des Bereichs Energie der Verbraucherzentrale NRW. Die wirtschaftlichsten Modelle schnitten in der Untersuchung günstiger ab als die Finanzierung über einen Förderkredit und teils sogar als der Barkauf.

„Dass das Pachten in manchen anderen Orten ein Verlustgeschäft von mehreren Tausend Euro ist, wird im Gesamtkonzert der lauten Werbebotschaften nicht immer deutlich genug, sondern kann darin schnell untergehen“, so Sieverding. Die Verbraucherzentrale NRW prüfe daher rechtliche Schritte gegen die Darstellung finanzieller Vorteile in einzelnen Angebotsbewerbungen.

Unrealistische Werte

In ihren eigenen Angebotsrechnern legen manche der Energieversorger der Untersuchung zufolge zudem teils unrealistische Werte zugrunde. Dies gilt vor allem für den Anteil des Solarstroms, der im Haushalt selbst verbraucht wird. Dieser sogenannte Eigenverbrauch lohnt sich mehr als die Einspeisung in das Netz und ist deshalb mit entscheidend für die Wirtschaftlichkeit. „Vor allem acht von neun Versorgern, die ihr Pachtmodell in Kooperation mit der Vattenfall Smarter Living GmbH umsetzen, rechnen ihre Angebote mit zu hohen Eigenverbrauchsquoten schön“, berichtet Sieverding.

Auch das am besten abschneidende Unternehmen in der Untersuchung zählt zu dieser Achter-Gruppe, überzeugt aber auch unter den realistischen Annahmen der Verbraucherzentrale NRW. Die anderen vier Energieversorger in der Stichprobe – darunter sowohl das Schlusslicht als auch eines der drei Unternehmen mit wirtschaftlichem Pachtangebot – kooperieren mit dem Dienstleister Greenergetic.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher sei es ohnehin schwierig, die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen zu beurteilen, sagt Sieverding. „Bei Pachtmodellen kommt hinzu, dass sie als Rundum-sorglos-Pakete erscheinen können, das aber gar nicht immer sind“, erklärt der Experte. So umfasst nur ein Teil der Pachtangebote auch Wartung, Instandhaltung und Versicherung der Anlage – bei den anderen kommen dafür noch Zusatzkosten auf die Haushalte zu. Für den Wirtschaftlichkeitsvergleich der Verbraucherzentrale NRW wurden diese deshalb ergänzt.

Die Studie mit einer kurzen Zusammenfassung steht zum Download bereit unter www.verbraucherzentrale.nrw/stichprobe-solarpacht.

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„Solartower“ bietet Photovoltaikplatten zum Aufstellen

Wer auf seinem Dach kein Platz für eine Solaranlage hat, kann sich die Module einfach gestapelt in den eigenen Garten stellen, verspricht der Hersteller HKW aus Höxter.

Die Idee klingt simpel, und doch gibt es ein ähnliches Produkt bislang nicht: Die Firma HKW im nordrhein-westfälischen Höxter hat einen Turm entwickelt, an dem Solarmodule ringsherum aufgehängt sind. Mit dem „Solartower“ soll es möglich sein, seinen eigenen Strom auch ohne geeignete Dachfläche zu produzieren.

Kein Dach benötigt

Grundsätzlich funktioniert der Tower wie eine Solaranlage auch, nur eben in vertikaler Ausrichtung: An einer sechs oder acht Meter langen, aufgerichteten Stange sind in mehreren Reihen übereinander jeweils vier Solarpaneele rings um die Stange angeordnet, sodass sie wie von mehreren schwarzen Kästen umgeben scheint. Wenn die Sonne also am Tag von Osten nach Westen wandert, wird jede Seite des Towers einmal beschienen.

„Es gibt aktuell noch keine vergleichbare Lösung auf dem Markt. Wir sehen unsere Lösung nicht als direkte Konkurrenz zu einer Dachinstallation. Es ist vielmehr eine ergänzende Lösung, oder eine Lösung für alle Fälle, bei denen eine Dachinstallation nicht in Frage kommt“, sagt HKW-Vertriebsleiter Arndt Peters. Der Solartower eigne sich für alle, die wenig Platz haben, ihr Dach nicht verwenden können oder ihre bestehende Anlage noch erweitern wollen. Auch für andere Orte, an denen man auf freier Fläche Strom produzieren müsse, sei das Produkt ideal.

Vorteile gegenüber Dachinstallation

Neben der nicht benötigten Dachfläche soll das Produkt noch weitere Vorteile haben: Da die Paneele senkrecht aufgestellt werden, werden sie deutlich weniger mit Schmutz, Staub und Schnee belastet, außerdem ist die gesamte Anlage besser belüftet und führt besser die Wärme ab, was den Ertrag erhöht. HKW verspricht sogar 26 Prozent mehr Leistung auf gleicher Fläche im Vergleich zu Standardmodulen mit 270 Watt.

In dem Tower eingebaut ist ausschließlich das Solarmodul NQR256A von Sharp mit einer Effizienz von 19,8 Prozent, von dem sich HKW die größten Stromerträge verspricht. Für Endkunden sei es auch möglich, den Solartower im Paket mit Batterie und Wechselrichter zu verkaufen, informiert das Unternehmen. Darüber hinaus sucht HKW im Moment Installateure und andere Vertriebspartner für ein größeres Netzwerk interessierter Unternehmen.

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Natürlicher Klappmechanismus für klimafreundliche Architektur

Ein Team der Technischen Universität München forscht zurzeit an beweglichen Gebäudekomponenten (Jalousien etc.), deren Aufbau an natürlichen Lösungen orientiert ist.

Ein Team aus Forschern der Technischen Universität München (TUM) arbeitet in Kooperation mit der Universität Freiburg und der Universität Stuttgart aktuell zu bionischen Antriebselementen, die mehr Bewegung in das Bauwesen bringen könnten. Hierzu sollen verschiedene Komponenten, beispielsweise Jalousien oder Rollladen, mit speziellen Antriebselementen bestückt werden, die sich ohne Energiezufuhr bewegen können. Als Vorbild dienen dabei vor allem Zapfen von Nadelhölzern, die sich durch unterschiedliches Quellverhalten ihres Gewebes bei Feuchtigkeit öffnen oder bei Trockenheit schließen.

Prinzipiell können durch Jalousien und andere beweglichen Fassadenelemente die Licht- und Wärmedurchlässigkeit der Gebäudehülle zwar optimiert werden, trotzdem verbrauchen deren Elektromotoren dabei Energie.

„Eine nachhaltige Architektur braucht dringend neue Werkstoffe, wenn sie künftig den hohen Anforderungen von Energieeffizienz und Klimaschutz gerecht werden will“, wird der Chemiker, Forstwissenschaftler und Materialforscher Professor Cordt Zollfrank auf der Homepage der TUM zitiert. Die Grundlagen hierfür erforscht er am Lehrstuhl für Biogene Polymere am TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der TUM.

 

Material als natürlicher Motor

Um den innenliegenden Samen zu schützen, schließen reife Kiefern- und Tannenzapfen bei Regen ihre Schuppen. Ist es wieder trocken, öffnen sie sich wieder. Damit dies möglich ist, spielt die Zusammensetzung der Zellwände eine entscheidende Rolle. Sie setzen sich vor allem aus dem wenig quellfähigen Lignin und der gut quellenden Cellulose zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung der Cellulosefibrillen in den Geweben der Schuppen, krümmen sich diese bei hoher Luftfeuchtigkeit nach innen und bei Trockenheit nach außen.

„Das Spannende daran ist, dass die Energie für diese Bewegungen nicht aus Stoffwechselvorgängen stammt, sondern allein auf physikalischen Mechanismen und Materialeigenschaften beruht“, erklärt Professor Zollfrank. Durch Kombination verschiedener Materialien mit unterschiedlichen Quellvermögen ist es ihm bereits gelungen, sogenannte biomimetische Antriebselemente zu entwickeln. Diese Aktuatoren verhalten sich dabei ähnlich wie das Vorbild aus der Natur.

 

Grenzen der Physik

Bevor die Aktuatoren allerdings im großen Stil eingesetzt werden können, gilt es noch ein großes Problem zu lösen: Denn je größer die Zelle oder das Gewebe sind, desto länger braucht das Wasser, um durch ihre Poren nach innen zu dringen. „Was bei einem Kiefernzapfen in zwei Stunden geht, würde bei einem Gebäude mehrere Jahre dauern. Um die Hydraulik von Kiefernzapfen für Anwendungen in der Architektur zu übertragen, muss folglich eine physikalische Grenze überwunden werden“, heißt es dazu von der TUM.

 

Die richtige Verbindung macht’s

Zur Lösung dieses Problems schlägt Zollfrank eine Art Umstrukturierungsverfahren auf der Materialebene vor. „Wir entkoppeln die Gewebegröße und bringen das Ganze auf Größe der einzelnen Zelle“, erklärt er. Einzelne Zellen des durch geschickte Querverbindungen entstehenden Zellverbandes, würden sich dann dennoch wie einzelne Zellen verhalten und sehr schnell Wasser aufnehmen können.

„Die Frage ist nun, wie solche Querverbindungen möglichst effizient gestalten und wie in beliebiger Größe hinbekommen“, so Zollfrank. Für spätere praktische Anwendungen kämen für die Forscher allerdings auch poröse Polymermaterialien in Frage, deren Poren mit einer extrem wasseranziehenden Flüssigkeit (Hydrogel) gefüllt sind. An entsprechenden Lösungen wird bereits gearbeitet.