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Wärmepumpen knacken 1-Millionen-Marke

Auf Basis der Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks haben der (ZIV) und der (BDH) die Bestandszahlen der zentralen Wärmeerzeuger im Jahr 2017 vorgelegt.

Erstmals überstieg die Zahl der installierten Wärmepumpen in Deutschland die 1-Millionen-Marke. Auch wenn Wärmepumpen damit auf nur 5 Prozent des knapp 21 Millionen tragenden Gesamtbestands zentraler Wärmeerzeuger kamen, so erfreut das überproportionale Wachstum in 2017 mit einem Plus von 17 Prozent an neuen Wärmepumpen. „Wärmepumpen nutzen einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien für die Wärmeerzeugung im Gebäude und leisten damit einen zentralen, wichtigen Beitrag für die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt“, so Manfred Greis, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). „Drei Jahre in Folge wächst der Absatz von Wärmepumpen nunmehr überproportional. Mit 1 Millionen Stück im Bestand sehen wir den Marktdurchbruch dieser Effizienztechnologie gegeben.“

Viele Kessel immer noch veraltet

Mit 7,5 Millionen Stück übersteigt der veraltete Bestand an Gaskesseln immer noch bei weitem den Bestand an den effizienten Gas-Brennwertkesseln von 5,8 Millionen Stück. Noch gravierender ist die nach wie vor viel zu hohe Diskrepanz zwischen veralteten Öl-Heizwertkesseln mit 5 Millionen Stück vs. nur 0,7 Millionen effizienten Öl-Brennwertkesseln. „13,5 Millionen der ca. 21 Millionen Heizkessel in Deutschland sind nach wie vor veraltet und entsprechen nicht dem Stand der Technik“, so Oswald Wilhelm, Präsident des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV). „Der Modernisierungsmarkt stagniert. Damit können die enormen CO2-Minderungspotenziale im Gebäudebestand nicht schnell genug gehoben werden.“

ZIV und BDH fordern die Politik dazu auf, die energetische Modernisierung des veralteten Heizungsanlagenbestands anzureizen. „Es gibt genug privates Kapital für die energetische Sanierung, allerdings muss dieses durch entsprechende staatliche Anreize mobilisiert werden“, so Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH. Als kontraproduktiv würde sich das in einigen politischen Kreisen angedachte Auslaufen der Förderung der preisgünstigen und hocheffizienten Brennwerttechnik erweisen. „Solche Signale zu setzen, blockiert die energetische Modernisierung. Die ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung rücken damit in immer weitere Ferne“, ergänzt Lücke.

 

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Holzbau-Fachwissen soll einfacher verfügbar gemacht werden

Das Holzbau-Fachwissen soll zukunftsorientiert ausgerichtet und für Planer und Bauinteressierte mit Hilfe digitaler Formate noch einfacher zugänglich gemacht werden.

Darauf verständigte sich der Vorstand von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes im Rahmen der Vorstandssitzung vom 2. August 2018. In den letzten fünf Jahren hat Holzbau Deutschland gewaltige Anstrengungen unternommen und vermehrt Forschung und Entwicklung für den Holzbau betrieben. Das Informationsangebot konnte dadurch in Qualität und Umfang zunehmend gesteigert werden. Bereits das von Holzbau Deutschland initiierte Strategiepapier „Wachstumsmarkt Holz|Bau plus“ skizziert anhand konkreter Vorschläge, wie der Wissenstransfer der Forschungsergebnisse an die für den Holzbau relevanten Zielgruppen sichergestellt wird.

Dazu erklärte der Vorsitzende Peter Aicher: „Nicht nur Forschung und Entwicklung sind wichtig um den Holzbau wettbewerbsfähig zu machen. Wir wollen für den Holzbau begeistern. Entscheidend dafür ist, dass wir durch einen breit aufgestellten Wissenstransfer all diejenigen, die in Holz planen und bauen, noch besser unterstützen. Daher müssen wir alle Informationen zur Verfügung stellen, die ein besseres Verständnis für den Holzbau schaffen und die Vertrauen und Sicherheit in seiner Anwendung fördern.“

Online-Katalog soll Abhilfe schaffen

Der erste Schritt war die Veröffentlichung des Online-Katalogs Dataholz.eu im Juli 2018. Dataholz.eu bietet Architekten, Planern, Baubehörden und Ausführenden eine Sammlung bauphysikalischer und ökologischer Daten für Holz- und Holzwerkstoffe, Baustoffe, Bauteile und Bauteilfügungen für den Holzbau. Der ursprünglich für den österreichischen Markt entwickelte Online-Katalog wurde in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München mit einer Auswahl von neuen und vorhandenen Bauteilen mit Nachweisen für den deutschen Markt ergänzt. Gefördert wurde das Projekt durch die DBU – Deutsche Bundesstiftung Umwelt und dem Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks.

Intensiv diskutierte der Vorstand darüber, die mobile Verfügbarkeit von Informationen stärker auszubauen. Denn längst sind Smartphones und Tablets zu unseren ständigen Begleitern geworden und kommen vermehrt auch im beruflichen Alltag zum Einsatz. Der stellvertretende Vorsitzende von Holzbau Deutschland Josef Schlosser betont: „Die mobilen Geräte setzen neue Standards was die Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Wissen angeht. Dadurch steigt auch die Erwartungshaltung unserer Nutzer. Sie erwarten, dass sie auf die für sie relevanten Informationen jederzeit und von überall zugreifen können. Daher prüfen wir alle modernen technischen Mittel, die sich als Nachschlagewerk für Holzbauunternehmer, Architekten und Planer eignen. Das könnte beispielsweise eine Fachwissen-App sein. Mit einem mobilen Zugang auf das Holzbau-Fachwissen könnten Fragen, die auf einer Baustelle spontan auftauchen, schnell geklärt werden. Damit würden wir den Nutzern einen echten Mehrwert bieten. Denn letztendlich können sie so produktiver und effizienter arbeiten.“

 

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Gartenbranche kann Wetterlage nicht nutzen

Sommerzeit ist Gartenzeit – doch trotz der aktuellen Rekordtemperaturen kommt die deutsche Gartenindustrie im Jahr 2018 nicht in Schwung, denn das Jahr begann eher spät.

In diesem Jahr purzeln die Temperaturrekorde in jeden Monat, doch begann 2018 mit kalten Wintermonaten: Bis nach Ostern herrschte eisiges Wetter, das ab April von einer anhaltenden Hitzewelle gefolgt wurde. Beide Extreme setzen der deutschen Gartenbranche zu, in der die Stimmung derzeit eher verhalten ausfällt. Der Ausblick ist aber gut, berichtet der Industrieverband Garten (IVG).

Unter seinen rund 140 Mitgliedern hat der Verband wie in jedem Jahr nachgefragt, wie die Unternehmen den derzeitigen Saisonverlauf einschätzen. Immerhin 60 Prozent von ihnen sprachen von einer „guten“ oder „sehr guten“ Saison. Damit lagen die Umfrageergebnisse deutlich unter denen von 2017, als noch 73 Prozent der Befragten von einer mindestens guten Geschäftslage sprachen.

Wetterextreme dämpfen Stimmung

Grund für die nachlassende Zufriedenheit ist der Verlauf des Jahres 2018 bis hierher. In den kalten Monaten bis Ostern verkauften sich Gartenprodukte nicht oder nur schlecht, da wenige Kunden Spaß an ihrem Garten fanden. Dann aber setzte eine Schönwetterphase ein, die vom April – der wärmste jemals gemessene – bis in den August anhielt. Durch die krasse Trockenheit kauften weniger Kunden als sonst Pflanzen ein, was neben den Gärtnern und Floristen auch den Herstellern von Pflanzenschutz und Düngemitteln bis heute zusetzt.

Umsatzgewinne bescherte das Wetter aber den Unternehmen, die sich auf Hobby- und Freizeitartikel spezialisiert haben: Die Segmente Grillen und Gartenmöbel profitierten stark von der Trockenheit. Darüber hinaus verkauften sich auch Bewässerungssysteme sehr gut – bei ausbleibenden Regenfällen eine nachvollziehbare Entwicklung.

Es geht aufwärts

Grundsätzlich glauben die Unternehmen aber daran, dass bald wieder Normalität einsetzt. „Aufgefangen werden die schwierigen Bedingungen in diesem Jahr allerdings von der guten Gesamtstimmung in der Grünen Branche“, so IVG-Geschäftsführerin Anna Hackstein. „Rund 81 Prozent unserer befragten Mitglieder schauen durchaus positiv in die Zukunft.“

Neben den Wetterextremen stellt die Logistik in der Branche aber weiterhin ein Problem dar. Jedes zweite Unternehmen gab an, nicht genug Frachtraum für den optimalen Geschäftsablauf zur Verfügung zu haben. Der IVG versprach, sich hier stärker einzusetzen, damit hergestellte Produkte auch rechtzeitig bei den Kunden ankommen. Hackstein: „Gemeinsam mit anderen Branchenverbänden arbeiten wir intensiv an Ideen zur Optimierung der aktuellen Lage in der Logistik.“

 

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Baustellen: Organisierte Kriminalität nimmt zu

Organisierte Kriminalität und Schwarzarbeit auf Baustellen nehmen immer weiter zu, sagt der Bundesvorsitzende der IG Bau im Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung.

Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung sind schon seit Jahren ein großes Problemthema der Bauwirtschaft. So können im Baugewerbe zum Teil mafiöse Strukturen festgestellt werden, in denen mit hoher krimineller Energie Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuern umgangen werden. Diese Schattenwirtschaft mache laut Professor Friedrich Schneider, Schwarzarbeitsforscher von der Universität Linz, im Baugewerbe bereits einen Anteil von rund 27 Prozent aus.

In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung betonte Robert Geiger, Chef der Gewerkschaft IG BAU, dass die organisierte Kriminalität auf den Baustellen sogar noch weiter zunimmt.

Kriminelle Banden

„Banden machen sich die Bauwirtschaft zunutze, um teilweise Geld aus anderen kriminellen Geschäften wie etwa dem Drogenhandel zu waschen“, so Feiger. Letzte Ermittlungen der Behörden würden dabei zu Personen auf dem Balkan führen. Aber auch Deutsche würden bei dem Geschäft mitmischen. Eine weit verbreitete Masche sei es, Scheinrechnungen auszustellen und Sozialversicherungsbeiträge nicht korrekt abzuführen. „Beschäftigte werden mit Hungerlöhnen abgespeist, die weit unter dem Mindestlohn liegen“, sagt Feiger.

Arbeiten unter Mindestlohn

Die Masche sei laut IG-Bau Bundesvorsitzendem immer die Gleiche: Offiziell bekommt der Mitarbeiter zwar den vorgeschriebenen Mindestlohn, muss aber deutlich länger als die ausgezahlten 40 Stunden arbeiten. „So kommen dann Hungerlöhne zustande“, erklärt Feiger. Zudem seien die Beschäftigten zumeist in menschenunwürdigen Unterkünften untergebracht, für die sie aber trotzdem noch bis zu 500 Euro Miete pro Monat zahlen müssen.

In diesem Zusammenhang begrüßte Feiger daher, dass sich die Zahl der Kontrolleure bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) um 1.400 erhöht habe. Aktuell sind rund 7.200 Spezialisten für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit tätig. Die IG Bau fordert jedoch, dass das Personal hier auf mindestens 10.000 Kräfte aufgestockt wird.

 

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Roto ändert seine Vertriebsorganisation

Um effiziente Prozesse und Abläufe zu etablieren, will Roto Dach- und Solartechnologie die Innendienst-Organisation am zentralen Firmensitz in Bad Mergentheim konzentrieren.

Die neue Fokussierung auf den Standort Mergentheim hat laut Unternehmen zur Folge, dass die bisherigen dezentralen Innendienst-Strukturen mit sechs Niederlassungen in Deutschland aufgegeben werden müssen. Denn durch die historisch gewachsenen dezentralen Strukturen hätten sich mit der Zeit „fast zwangsläufig“ unterschiedliche, nur schwer steuerbare und damit für die Kunden oft zeitintensive Arbeitsabläufe ergeben. „Wir müssen registrieren, dass diese Struktur an ihre Grenzen stößt und die nachhaltig veränderten und weiter wachsenden Kundenerwartungen nur noch bedingt erfüllen kann. Roto will Handel und Handwerk aber stets 100 Prozent Leistung bieten“, wird Markus Röser, Geschäftsführer Roto Dach- und Solartechnologie, im Online-Fachmagazin baustoffmarkt-online zitiert.

„Neue Leistungsklasse“

Mit den Maßnahmen solle laut Röser vor allem eine „neue Leistungsklasse“ im Service- und Auftragsabwicklungsbereich geschaffen werden, die durch schnelle, schlanke und effiziente Prozesse eine zentrale Forderung des Fachhandels sowie des Dach- und Zimmererhandwerks erfüllt. Durch die sukzessive Schließung der Niederlassungen bis Mitte 2019 werden nun die Weichen für dieses Projekt gestellt. Zugleich sei geplant, die regionale und lokale Präsenz bei Handel und Handwerk zu erhöhen.

Arbeitsplätze sind sicher

Trotz sukzessiver Schließungen der Niederlassungen sei ein Abbau von Arbeitsplätzen laut Röser nicht vorgesehen. „Als mittelständisches Familienunternehmen bekenne sich Roto zu der Verantwortung, für die insgesamt rund 50 Mitarbeiter in den Niederlassungen ‚faire und individuell passende Lösungen‘ zu finden“, heißt es dazu bei baustoffmarkt-online.

 

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Anzahl an Handwerksbetrieben auf Rekordhoch – aber nur im zulassungsfreien Handwerk

Zum 30. Juni 2018 waren erstmals mehr als 133.000 Betriebe bei den baden-württembergischen Handwerkskammern eingetragen. Allerdings: Der Zuwachs geht allein auf das Konto einiger Berufe, in denen es keine Meisterpflicht gibt. Im zulassungspflichtigen Handwerk sinkt die Zahl der Betriebe dagegen seit Jahren.

„Diese Entwicklung sehen wir zwiespältig: Einerseits ist es schön, dass wir so viele Handwerksbetriebe im Land haben wie noch nie. Andererseits gibt es am Markt immer weniger qualifizierte Meisterbetriebe. Das macht uns Sorgen“, so Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold.

Rund 2.600 zulassungsfreie Betriebe wurden in den ersten sechs Monaten eingetragen, so viele wie nie zuvor in einem ersten Halbjahr. Die Steigerung im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2017 betrug satte 9,4 Prozent. Häufig sind dies allerdings Gründungen im Nebenerwerb. Reichhold: „Durch die vielen Solo-Selbstständigen gibt es weniger Ausbildungsmöglichkeiten, weil dort häufig schlicht die Kapazitäten und geregelten Abläufe fehlen. Außerdem sehen wir, dass Betriebe ohne Meisterpflicht zwar schnell gegründet werden, aber oft nur eine geringe Lebensdauer haben.“ Im ersten Halbjahr 2018 mussten rund 2.200 zulassungsfreie Betriebe schließen, auch das ist ein Höchststand.

Zulassungspflichtiges Handwerk schrumpft

Im zulassungspflichtigen Handwerk sank dagegen die Zahl der Betriebsschließungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent deutlich. Zu den zulassungspflichtigen Gewerken gehören unter anderem Kfz-Techniker, Zimmerer oder Augenoptiker. Trotzdem fiel die Zahl dieser Betriebe zum ersten Mal knapp unter die 80.000er-Marke. Vor allem im Ausbaugewerbe verschwanden, wie schon in der Vergangenheit, erneut zahlreiche Betriebe. „Diese Handwerksbetriebe finden häufig keinen Nachfolger und müssen dann schließen. Gerade bei guter Auftragslage wird weniger übernommen und gegründet. Handwerker finden dann genügend attraktive Stellen auch als Angestellte“, so Reichhold.

Vor diesem Hintergrund seien Initiativen zur Fachkräftebindung und Qualifikation hin zur Selbstständigkeit besonders gefragt – allen voran das gemeinsame Projekt von Handwerk und Wirtschaftsministerium „Dialog und Strategie Handwerk 2025“.

Die Betriebsstatistik abrufbar unter bwht.de/statistiken.

 

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Kältemittel-Verbot fällt auf Handwerker zurück

Fast 200 Länder haben sich 2016 auf die Abschaffung von klimaschädlichen Kältemitteln geeinigt. Eine gute Nachricht für die Umwelt, eine schlechte fürs Kälte-Handwerk.

Jeder, der im aktuell sehr heißen Hochsommer in den Genuss einer Klimaanlage kommt, weiß die kühlende Wirkung der Geräte zu schätzen. Erzeugt wird dieser Effekt durch Kältemittel, in den meisten Fällen mithilfe von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW). Leider haben diese Stoffe, auch wenn sie zur Kühlung dienen, in der Atmosphäre den gegenteiligen Effekt und gelten als mitverantwortlich für Temperaturanstiege und Klimawandel. Die EU und andere Länder haben deshalb einen Ausstieg aus der Nutzung dieser Stoffe beschlossen, was den deutschen Kältebauern derzeit viel Ärger einbringt.

Umstieg auf natürliche Stoffe

Im Gegensatz zu den Chemikalien sollen ab 2030 nur noch Kältemittel mit natürlichem Ursprung genutzt werden. Geregelt ist dies in der EU-Verordnung Nr. 517/2014, auch F-Gase-Verordnung genannt, in welcher der stufenweise Abschied von fluorierten Gasen (F-Gase) festgehalten ist. Eine dieser Stufen stellt das aktuelle Jahr 2018 dar, denn bis zum Jahresende sollen 30 Prozent weniger F-Gase verbraucht werden als im Jahr zuvor.

Die Industrie muss diesen Vorgaben nachkommen und tut dies auch: Derzeit fahren die großen Hersteller für Kältemittel ihre Produktion der bald verbotenen Stoffe deutlich zurück und konzentrieren sich auf umweltfreundlichere Alternativen.

Handwerker im Kreuzfeuer

Unter dieser Entwicklung leiden insbesondere Kälteanlagenbauer und ihre Kunden. Denn auch wenn das Kältemittel in Klimaanlagen im Normalfall nicht getauscht werden muss, ist dies im Schadensfall sehr wohl der Fall. Da es aber immer weniger Vorräte an den alten Kältemitteln gibt, können viele Anlagen schon jetzt nur noch ausgetauscht statt repariert werden. Für die Kunden ist dies natürlich extrem aufwändig und teuer, weshalb ihr Zorn meist auf die ausführenden Handwerker gerichtet wird.

So passiert es oft, dass Altanlagen mit Bestandsschutz vom Kunden gern weiter betrieben werden möchten, dies aber bei einem Defekt nicht möglich ist. „Wir bekommen oft zu hören, dass wir unsere Versprechen nicht halten, dass eine Anlage mindestens zehn Jahre nutzbar ist, wenn wir sie nun doch nach fünf Jahren tauschen müssen“, berichtet Heribert Baumeister aus dem Vorstand des Bundesinnungsverbandes des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV). Er weist darauf hin, dass die deutschen Betriebe lediglich nach europäischen Vorschriften handeln und keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Kältemitteln haben.

Potentiale nicht nutzbar

Darüber hinaus trifft auch der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel das Gewerk schwer: Zu der derzeitigen Umrüstungsphase kommt nämlich auch noch ein generelles Nachfragewachstum nach Klimaanlagen in Wohngebäuden. Es ist also sehr viel Arbeit vorhanden, doch fehlt es den meisten Betrieben an Arbeitskräften, um diese Potentiale auch auszuschöpfen.

„Die Auftragslage ist auch ohne zusätzliche Nachfrage stark. Immer mehr Privatleute wollen den Komfort einer Klimaanlage nutzen und auch ein großer Teil der Wirtschaft setzt Anlagen ein, die ohne Kühlung nicht auskommen – etwa die gesamte Kunststoffindustrie oder die Lebensmittelherstellung“, berichtet Baumeister in der Deutschen Handwerkszeitung.

Auch Autos betroffen

Neben Gebäuden gibt es auch in Fahrzeugen Klimaanlagen, die auf Kältemittel setzen. Allein in Deutschland fahren noch mehrere Millionen Autos, in denen das Mittel R134a verwendet wird, auch wenn dies in neueren Fahrzeugen nicht mehr zum Einsatz kommt. R134a gehört zu den besonders klimaschädlichen Stoffen, da es eine 1430-mal so hohe Treibhauswirkung wie CO2 aufweist, und wird deshalb ebenfalls nicht mehr produziert. Autobesitzer, die künftig ihre Klimaanlage bei Reparaturen oder Wartungen neu befüllen lassen müssen, müssen sich deshalb auf deutlich höhere Preise für Kältemittel einstellen.

 

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Außergewöhnliche Belastungen bei Steuererklärung nennen

Außergewöhnliche Belastungen kann man von der Steuer absetzen, wenn man ohne Verschulden in eine finanzielle Notlage gerät. Mängelbeseitigungen gehören aber nicht dazu.

Im Leben sind individuelle Schicksalsschläge leider nicht vermeidbar. Um Betroffenen finanzielle Lasten abzunehmen, erlaubt es ihnen der Staat, sogenannte außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abzusetzen. So können beispielsweise Kosten in Pflege- und Krankheitsfällen geltend gemacht werden, damit zu den menschlichen Krisen nicht auch noch wirtschaftliche Notlagen kommen.

Sind Baumaßnahmen absetzbar?

In bestimmten Situationen können auch Baumaßnahmen darunterfallen, wenn beispielsweise plötzlich ein behindertengerechter Umbau der Wohnung erforderlich ist. Wenn ein gehbehindertes Kind in eine Familie geboren wird, oder ein Familienmitglied einen schweren Unfall hat, kommt die Pflegeversicherung für Teile der Umbaukosten der Wohnung auf. Die verbleibenden Kosten zählen als außergewöhnliche Belastung und können von der Einkommenssteuer abgesetzt werden.

Dabei muss man aber darauf aufpassen, dass die in einem Jahr gezahlten Kosten auch nur im selben Jahr absetzbar sind. Wenn also eine große Baumaßnahme mit hohen Kosten in einem Jahr gezahlt wird, kann die Einkommenssteuer in diesem Jahr auf null Euro fallen, weil die absetzbaren Kosten höher sind als die zu zahlende Steuer. Das führt allerdings dazu, dass die Bauherren auch nur so viel Geld wiederbekommen, wie sie sonst an Lohnsteuer bezahlt hätten. Steuerexperten raten deshalb dazu, Zahlungen über mehrere Jahre zu strecken und jeweils in der Steuererklärung aufzuführen.

Mängelbeseitigungen sind keine Belastung

Nicht jede Belastung durch nötige Baumaßnahmen gilt aber als außergewöhnlich. Dies musste ein Wohnungseigentümer erfahren, der Baumängel an seiner selbstgenutzten Wohnung reparieren lassen musste. Da sein Recht auf Schadenersatz verjährt war, musste er die Kosten selbst stemmen und sah sich als außergewöhnlich belastet an: Er sei unverschuldet in diese Situation gekommen und sein existenznotwendiger Grundbedarf nach einer Unterkunft sei bedroht.

Da seiner Eingabe beim Finanzamt nicht stattgegeben wurde, klagte der Mann und der Fall landete vor dem Bundesfinanzhof, der höchsten steuerrechtlichen Instanz in der Bundesrepublik. Die Richter gaben dem Finanzamt Recht: Die Schäden an der Wohnung hätten das Objekt nicht unbewohnbar gemacht. Eine außergewöhnliche Belastung sei nur dann gegeben, wenn der Schaden an der Wohnung bei Nicht-Behebung eine Gesundheitsgefahr ausgelöst hätte.

 

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Wohin mit dem Aushub?

Die Entsorgung von Bauaushub macht Unternehmern immer größere Probleme. In Mitteldeutschland nehmen Bauunternehmen bis zur nächsten Deponie immer größere Wege in Kauf.

47 Kilometer fährt ein hessisches Bauunternehmen im Durchschnitt, um Erdaushub und Straßenabbruch von der Baustelle zur Deponie zu bringen. Derzeit bestehen die Kosten für Erdarbeiten zu 42 Prozent nur aus Entsorgungskosten. Dies sind alarmierende Zahlen, die der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. (BGVHT) nun in einer Umfrage ans Licht gebracht hat – Tendenz steigend. Der Verband macht darauf aufmerksam, dass der aktuelle Bau-Boom die Entsorgungslage noch verschlimmert.

Tendenz steigend

Derzeit wird es für Bauunternehmen nämlich einerseits immer schwieriger, eine Deponie für Aushub zu finden, anderseits steigen an den noch verbliebenen Lagerorten die Preise. „Die Kippgebühren steigen und steigen. Diese Steigerungen können wir am Markt nicht einholen, bei den Bauherren stoßen wir auf null Verständnis“, erklärte der Obermeister der Bauinnung Lahn-Dill, Bauunternehmer Ulrich Weber. So sind die Preise für Deponien teils über Nacht verdoppelt worden.

„Wenn sich die Kippgebühr pro Tonne Erdhaushub zum Beispiel von heute auf morgen von 7 Euro auf 15 Euro erhöht, hört sich das zwar nicht viel an, entspricht aber bei einem großen Bauprojekt wie der Salzbachtalbrücke Kosten von 1,2 Millionen Euro anstelle von 574.000 Euro. Das ist mehr als eine halbe Million Euro, die nirgendwo eingeplant ist. Für die ausführenden Betriebe – wie auch die Bauherren – ist das eine Katastrophe“, rechnet BGHVT-Hauptgeschäftsführer Rainer von Borstel vor.

Der Verband kritisiert, dass die Entsorgung in der Baubranche meist nur ein untergeordnetes Thema sei, obwohl es ein wichtiger Schritt im Bauprozess sei. So habe der Autobahnbrücken-Neubau der Salzbachtalbrücke der A 66 in Wiesbaden allein rund 5.000 LKW-Fahrten benötigt – nur für die Entsorgung von Erdaushub.

Immer weniger Deponien

Teil des Problems ist nach Aussagen des Verbands, dass es immer weniger Deponien für die Entsorgung gebe. In den vergangenen zwanzig Jahren habe sich die Zahl der Lagerplätze in Hessen von 14 auf 7 verringert. Bis 2023 rechnet sogar das Statistische Landesamt damit, dass es gar keinen Platz mehr in den Deponien im Bundesland geben wird.

Für den BGHVT ist dies ein Versagen der politischen Führung, das die Bauindustrie nun voll treffe. Die Unternehmer fordern deshalb nun ein klares Signal von der Landesregierung, die ja selbst auch mehr für ihre Bauprojekte zahlen müsse. „Das Thema wird sich nicht von alleine lösen und bereits heute wirkt sich der Entsorgungsengpass auf die Baukosten aus – auch auf die der öffentlichen Hand. Er gefährdet nicht nur die geplante Wohnungsbauoffensive und die Verkehrsinvestitionen der hessischen Landesregierung, sondern belastet durch die umfangreichen Schwertransporte auch unsere Straßen und die Umwelt“, sagte von Borstel.

 

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Wassersparende Armaturen nicht überall sinnvoll

Wer Wasser sparen möchte, kann auf viele Produkte zurückgreifen. Doch nicht jede Armatur ist für diesen Anwendungsbereich geeignet, wie der TÜV Rheinland nun erklärt.

Beim Kauf von Armaturen für Küche oder Bad stehen Verbraucher vor einer riesigen Auswahl. Diese reicht von Retroausführungen aus verchromtem Messing mit Kalt- und Warmgriffen bis zu modern-kühlen Edelstahlarmaturen mit einfachem Hebel. „Die Verarbeitung bestimmt die Qualität“, sagt Martin Fries, Produktprüfer bei TÜV Rheinland. Als Oberfläche eignen sich Edelstahl und Chrom, wobei Edelstahlarmaturen langlebiger und daher teurer sind. Im Innern der Armatur sollte eine Keramikkartusche verarbeitet sein. Diese garantieren Dichtheit, sind verschleißarm und leichtgängig. Bei Einhandmischern sind Keramikkartuschen Standard, in Zweigriffarmaturen werden auch Gummidichtungen verwendet. Qualität erkennt der Kunde am Prüfzeichen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW-Cert). TÜV Rheinland zertifiziert darüber hinaus besonders geräuscharme Armaturen.

Wasser sparen: Lieber am Waschbecken als in der Dusche

Vor allem im Badezimmer sind wassersparende Armaturen mit eingebautem Durchlaufbegrenzer beliebt. Solche Armaturen sollten allerdings nur dort zum Einsatz kommen, wo der Wasserdruck in der Leitung auch stark genug ist. Für eine Dusche ist eine wassersparende Armatur eher nicht zu empfehlen. „Ist der Leitungsdruck nicht hoch genug, würde eine solche Armatur die Wassermenge noch zusätzlich drosseln. Hier ist ein wassersparender Duschkopf sinnvoller“, empfiehlt Martin Fries. Im Zweifelsfall sollte für Beratung und Einbau ein Installateur hinzugezogen werden.

Keine aggressiven Antikalkreiniger benutzen

„Es reicht vollkommen, Armaturen nach dem Gebrauch abzutrocknen, um etwa Kalkflecken zu vermeiden“, rät der Experte. Essig- und säurehaltige Reinigungsmittel sind zu vermeiden. Diese lassen Edelstahloberflächen ermatten, greifen zudem verchromte Oberflächen und unter Umständen das Innenleben der Armatur an.