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Kein Schimmel dank Smart Home

Intelligente Anwendungen können für eine bessere Luftqualität in den eigenen vier Wänden sorgen und damit effektiv gegen Schimmel vorbeugen.

Eine gesunde und angenehme Raumluft fördert nicht nur das Wohlbefinden, für die Langlebigkeit eines Gebäudes ist sie sogar unabdingbar. Entsprechende Smart Home-Anwendungen sorgen daher nicht nur für frische Luft für seine Nutzer, sie schützen aufgrund einer guten Durchlüftung auch die Bausubstanz vor zu hoher Feuchtigkeit.

Schimmel entsteht bei zu hoher Luftfeuchtigkeit relativ zur Temperatur. In der Praxis bedeutet das, dass vor allem kalte und feuchte Räume, wie etwa Keller oder Bad, besonders anfällig sind. Der Schimmel breitet sich dabei gerne an Stellen aus, an denen sich feuchte Luft an kalten Oberflächen niederschlägt.

Aus diesem Grund ist es vor allem im Winter wichtig, regelmäßig zu lüften. Da viele Menschen im Alltag hierfür allerdings keine Zeit finden, kann ein Smart Home viele Bewohner entlasten.

Smarte Fenster sorgen für frische Luft

Durch Sensoren in den verschiedenen Räumen können Anwender unkompliziert die Luftqualität des gesamten Hauses im Blick behalten und entsprechend reagieren. In Kombination mit einer intelligenten Fenstersteuerung lüftet das Smart Home-System dann automatisch im ganzen Haus. Natürlich ist es auch möglich spezielle Regeln zu erstellen, die für jeden Raum individuell angepasst werden können.

Insgesamt sollte die Raumtemperatur nie unterhalb des Taupunktes liegen, bei der sich Wasserdampf als Tau, Nebel oder Kondenswasser abscheidet. Abhilfe kann hier eine intelligente Heizung schaffen, die durch das Einstellen der korrekten Temperatur einer Schimmelbildung vorbeugt. Auch hier sind natürlich individuelle Regeln einstellbar.

Vernetzung bietet umfassendsten Schutz

Für noch mehr Sicherheit und Komfort lassen sich das Heizungssystem mit Sensoren zur Luftqualität und einer dezentralen Lüftungsanlage vernetzen. Der Anwender stellt dann lediglich Richtwerte zu Temperatur und Luftqualität ein und der Regler veranlasst dann selbstständig das Heizen und Lüften – oder erinnert daran, die Fenster zu öffnen. Dies spart auch bares Geld: Das System reguliert nämlich automatisch die Heizung herunter, wenn die Fenster geöffnet sind, um Energiekosten zu sparen. So lassen sich die Heizkosten reduzieren, die Schimmelbildung vermeiden und ein konstant angenehmes Raumklima schaffen.

 

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Uponor präsentiert Online-Tool für Flächenheizungen

Die korrekte Planung von Bodenaufbauten für Flächenheizungssysteme ist eine Kunst für sich. Zu diesem Zweck hat der Hersteller Uponor nun den „Configurator“ entwickelt.

Dämpfung, Isolierung, Aufbauhöhe – die verschiedenen Aspekte, die beim Planen von Bodenaufbauten für Flächenheizungssysteme beachtet werden müssen, haben es in sich. Das finnische Unternehmen Uponor hat sich deshalb ein Tool entwickelt, mit dem die einzelnen Komponenten und Aufbauschritte berechnet werden können.

Nutzung in vier Schritten

Zunächst muss der User in vier Schritten den Gebäudetyp, die Größe des Gebäudes und das gewünschte Komfort-Level festlegen, im letzten Schritt wird dann ein bestimmtes Heizungssystem vorgeschlagen. Wenn man dann ein System ausgewählt hat, fragt der „Configurator“ nach den Begebenheiten des Untergrunds, auf dem die Heizung und der dazugehörige Bodenaufbau installiert werden sollen. Abgefragt werden unter anderem die Art der Bodenplatte, die Fußbodenaufbauhöhe, die Wärmeschutzanforderungen und mögliche Unebenheiten.

„Nach einer schrittweisen Ermittlung der Einbausituation schlägt das Programm basierend auf der breiten Vielfalt von Flächenheizungssystemen des Herstellers die passenden Bodenaufbauten inklusive möglicher Dämmungen vor. Zu jeder Variante lässt sich eine detaillierte Übersicht mit konkreten Angaben zum Wärmeleitwiderstand, der zulässigen Flächenlast oder auch dem Norm-Trittschallpegel aufrufen“, wirbt Uponor für sein neues Werkzeug. Der Vorteil für Handwerker und Planer: Da das Programm so viele verschiedene Aspekte der vorhandenen Umgebung miteinbezieht, ist langwieriges Planen überflüssig. Gerade bei Renovierungsarbeiten, wo der Platz meist begrenzt ist, soll dies helfen.

Der Configurator ist für jedermann kostenlos nutzbar und unter www.uponor.de/configurator zu finden.

 

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Kesselberechnungen nun nach neuem Schema

Die Leistung eines Heizkessels einzuschätzen ist wichtiger Bestandteil der Heizungsplanung. Ein breites Verbändebündnis hat sich nun auf ein neues Regelwerk geeinigt.

Die Lieferung von Fernwärme wird hierzulande durch die Wärmelieferverordnung geregelt, die als wichtiger Bestandteil der klimaneutralen Energieversorgung für den Wohnbestand gilt. Da die hier festgelegten Regelungen zur Berechnung von Heizkesselgrößen aber als praxisfremd gelten, haben sich mehrere große Verbände darauf geeinigt, ein neues Schema zur besseren Einschätzung von Altkesseln zu übernehmen.

Aufnahme in das AGFW-Regelwerk

An der Entscheidung mitgewirkt haben der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), das ESCO Forum im ZVEI (ESCO steht für Energy Service Company), der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und der Verband für Wärmelieferung (VfW). Zusammen einigte man sich auf eine neue Berechnungsmethode für Altkessel in Heizungsanlagen.

Für die Fernwärmeversorgung ist die korrekte Berechnung der bisherigen Heizleistung ein wichtiger Schritt. Zukünftig soll das gewerbliche Anbieten von Fernwärme, das so genannte Contracting, durch die Regelung, die nun in das AGFW-Regelwerk aufgenommen wird, deutlich erleichtert und profitabler gemacht werden.

 

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Das passende Heizgerät für Ihre Baustelle

Welches Heizgerät zu welcher Baustelle passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein neuer Heizbedarfrechner kann bei der richtigen Auswahl helfen.

Sobald die Temperaturen fallen, sind mobile Heizgeräte auf Baustellen unverzichtbar. Denn egal ob Estrich- oder Fliesenleger, Trockenbauer oder Maler – viele am Bau beteiligte Unternehmen benötigen im Winter Mindesttemperaturen, um ihre Materialien fachgerecht verarbeiten zu können. Zusätzlich eignen sich Heizgeräte während der Kälteperiode zur Winterbaubeheizung oder zur Bautrocknung.

Grundsätzlich gilt es, zwischen drei verschiedenen Heizgerätearten zu unterscheiden. So gibt es robuste und leistungsstarke Öl-Lufterhitzer mit diversem Zubehör, flexibel einsetzbare Gas-Lufterhitzer geringer bis hoher Heizleistung oder leicht bewegliche und einfach zu bedienende Elektro-Heizgeräte für die rasche Erwärmung kleinerer Räume.

Den richtigen Heizbedarf ermitteln

Bevor Sie sich jedoch für das passende Heizgerät entscheiden, sollte geklärt werden, welcher Heizbedarf auf der Baustelle überhaupt gedeckt werden muss. Hier hilft Ihnen beispielsweise der Heizbedarfrechner des Vermietunternehmens Zeppelin Rental. Unter www.zeppelin-rental.de/heizbedarf-rechner geben Sie die Höhe, Länge und Breite Ihres zu beheizenden Gebäudes, die herrschende Außen- sowie die gewünschte Innentemperatur und die Art der Isolierung an. Anhand Ihrer Angaben berechnet das Tool den benötigten Heizbedarf – und dieses Ergebnis hilft Ihnen bei der Wahl des passenden Geräts.

Wenn Ihr Heizbedarf gering ausfällt, sind kleinere Elektro-Lufterhitzer häufig ausreichend. Die mit Strom betriebenen Geräte zeichnen sich durch einen geräuscharmen und sauberen Betrieb aus und sind umweltfreundlich: Der Strom wird mit einem fast hundertprozentigen Nutzungseffekt in Wärme umgesetzt. Optimal eignen sich Elektro-Lufterhitzer deshalb für den Einsatz in geschlossenen und gut isolierten Räumen. Da sie keinen Sauerstoff verbrauchen, werden sie auch häufig in Räumen eingesetzt, die nicht belüftet werden können. Ein weiterer Vorteil der Elektro-Lufterhitzer ist ihre einfache Bedienung.

Haben Sie mittleren oder hohen Heizbedarf, sind leistungsstarke Öl- und Gas-Lufterhitzer die richtige Wahl. Bei ihrem Betrieb müssen allerdings einige Sicherheitsaspekte und Besonderheiten beachtet werden.

Abgase beachten

Öl-Heizgeräte eignen sich für die Erwärmung größerer Lagerhallen oder von Werkstätten – auch dann, wenn im Inneren empfindliche Materialien gelagert werden. Zudem werden die Geräte häufig für die Bautrocknung oder auch für Punktbeheizungen im Außenbereich eingesetzt. Obwohl mit Gas und Öl betriebene Heizgeräte vielseitig anwendbar sind, müssen die entstehenden Abgase bei Verwendung in Innenbereichen unbedingt nach außen geleitet werden. Zu diesem Zweck verwenden Sie passendes Zubehör wie beispielsweise Abgasrohre.

Die ebenfalls optimal für die Winterbaubeheizung geeigneten Gas-Lufterhitzer sind leistungsstark, verbrauchsarm und dank ihrer geringen Abmessungen einfach zu transportieren und aufzustellen. So ist eine schnelle Inbetriebnahme gewährleistet. Auch aufgrund ihres niedrigen Gewichts entscheiden sich Unternehmen bei der Beheizung oberer Stockwerke in mehrgeschossigen Gebäuden häufig für gasbetriebene Geräte. Wenn Sie Gas-Lufterhitzer in geschlossenen Räumen betreiben, müssen Sie allerdings auf ausreichend Frischluftzufuhr achten. Da bei der Verbrennung von Gas Wasserdampf freigesetzt wird, sind Gas-Heizer für die Bautrocknung eher weniger geeignet.

Öl- und Gas-Lufterhitzer müssen zudem auf feuerfestem Untergrund stehen und ausreichend Abstand zu Wänden oder brennbaren und nicht-brennbaren Materialien aufweisen.

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Seminarreihe zum Betrieb von Verdunstungskühlanlagen

Der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V. (BTGA) und der Fachverband Gebäude-Klima e.V. (FGK) setzen auch 2018 ihre gemeinsame Seminarreihe fort.

Auch in diesem Jahr wird es wieder die beliebte Seminarreihe zur Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 „Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen“ geben: So werden die nächsten Schulungen am 23. Januar 2018 in Köln und am 17. Mai 2018 in Frankfurt am Main stattfinden.

Neben sämtlichen Informationen zum hygienischen Betrieb von Verdunstungskühlanlagen stehen vor allem praktische Hinweise zum Aufbau, der Funktionsprinzipien sowie zur Planung im Vordergrund der Seminare.

Auch die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes wird thematisiert. Diese trat am 19. August 2017 in Kraft und stellt Anforderungen an die Errichtung und den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern.

Die Schulungen richten sich vor allem an Mitarbeiter von ausführenden Unternehmen, von Planungsbüros, von Anlagenbetreibern, von Genehmigungs- und Überwachungsbehörden sowie an Betriebssicherheitsbeauftragte. Nach den Seminaren können alle Teilnehmer eine schriftliche Prüfung ablegen und erhalten bei bestehen eine VDI-Urkunde.

„BTGA und FGK bieten die Veranstaltungen als Schulungspartner der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (VDI-GBG) an. Sie arbeiten dabei mit dem Unternehmen Schweitzer-Chemie GmbH zusammen, das die Referenten der Seminare stellt. Die Teilnahmegebühr für die ganztägige Veranstaltung beträgt pro Person 495,00 Euro. Mitglieder des BTGA und des FGK zahlen 430,00 Euro“, heißt es dazu auf der Internetseite des BTGA.

 

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Fehlendes Wissen: Deutsche haben beim Thema Heizen Nachholbedarf

Laut aktuellem Stiebel Eltron Energie-Trendmonitor 2017 wollen zwar die meisten Deutschen CO2 einsparen, schreiben klimafreundlichen Heizsystemen aber wenig Bedeutung zu.

Insgesamt 1.000 bevölkerungsrepräsentative Bundesbürger wurden im Rahmen des Stiebel Eltron Energie-Trendmonitor 2017 zu ihrem Energieverbrauch befragt. Demnach wollen 82 Prozent der befragten das Klima über CO2-Einsparungen schützen. Doch gleichzeitig ist es aktuell nicht einmal jedem zweiten Verbraucher wichtig, auf klimafreundliche Heizsysteme umzusteigen.

Bei der privaten Klimabilanz ist die Heizung, zumindest bei konventionellen fossilen Kesseln, für den größten Anteil an CO2-Emissionen privater Haushalte verantwortlich. So entfallen mehr als zwei Drittel des Gesamtenergieverbrauchs privater Haushalte darauf, die Räume zu heizen. Fossile Brennstoffe wie Erdgas und Mineralöl sind dabei die Hauptenergieträger.

„Deshalb beginnt die private Energiewende mit dem Umsteigen auf ein umweltfreundliches Heizsystem“, sagt Frank Jahns, Geschäftsführer der Stiebel-Eltron-Vertriebsgesellschaft. „Die Wärmepumpe kommt beispielsweise als Heizungsanlage ganz ohne Verbrennung aus. Rund drei Viertel der Energie bezieht sie kostenlos aus der Umwelt – Luft, Erdreich oder Grundwasser. Das ist außerdem gegenüber Systemen wie der Brennwerttechnik deutlich energieeffizienter.“

Moderne Heizsysteme staatlich gefördert

Trotzdem wisse nur jeder dritte Deutsche, dass Wärmepumpen in jedem Haus – auch in nicht perfekt gedämmten Bestandsbauten – genutzt werden können. Doch ob Neubau oder Bestand – wer sich für ein Heizsystem mit Wärmepumpe entscheidet, kann hierfür staatliche Förderungen beantragen. Auch intelligent abgestimmte Systemlösungen, welche Warmwasser, Wärme, Kühlung und Lüftung abdecken, können staatlich bezuschusst werden.

„Die Investition in die Wärmepumpe macht das eigene Zuhause zukunftssicher“, sagt Jahns. „Denn es nutzt die vorhandene Umgebungswärme sowie zunehmend erneuerbare Energien.“ Je mehr grüner Strom dabei für den Antrieb und die Pumpe eingesetzt wird, desto umweltfreundlicher wird das System über die Lebensdauer. Hinzu kommt, dass die Wärmepumpenanlage im Sommer auch für die Kühlung der Räume genutzt werden kann. Dies ist laut Umfrage allerdings nur etwa jedem Dritten bekannt.

 

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Erdgas genießt weiterhin gutes Image im Wärmemarkt

Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), sind Erdgasanlagen auch weiterhin das beliebteste Heizungssystem in Deutschland.

In den ersten drei Quartalen 2017 wurden bereits rund 219.000 Baugenehmigungen für Wohnungen gemeldet. Fast 40 Prozent werden hiervon mit einer Erdgasheizung ausgestattet. Rechnet man noch die Fernwärme hinzu, die zu fast 40 Prozent aus Erdgas erzeugt wird, kommt in rund 106.000 Wohnungsneubauten Gas zum Einsatz. Im Gebäudebestand liegt Erdgas ebenfalls vorne: Die große Mehrheit (49,4 Prozent) wurde 2016 mit Erdgas beheizt.

„Die Markterfolge von Erdgas im Neubau zeigen, dass dieser Energieträger ein hohes Ansehen und Vertrauen bei den Verbrauchern genießt. Das kann auch die Politik nicht ignorieren“, wird Anke Tuschek, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung, auf der Verbandshomepage zitiert.

Durch Tausch veralteter Heiztechnik durch moderne Gas-Brennwertkessel, ließe sich nach Angaben des BDEW schnell und bezahlbar über 30 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 einsparen – was rund zwei Drittel der Vorgabe aus dem Klimaschutzplan entspricht. Dennoch stehe die Heizungsmodernisierung auf der Prioritätenliste der meisten Hausbesitzer eher weiter unten.

„Zu den Hindernissen für einen Heizungstausch gehören insbesondere die Investitionskosten. Deshalb sollte eine neue Bundesregierung eine attraktive Steuerförderung für energetische Sanierungsmaßnahmen aufsetzen, um so eine Modernisierungsoffensive im Gebäudesektor auszulösen.“ Erst vor kurzem hatte der BDEW gemeinsam mit anderen Verbänden einen konkreten Modellvorschlag für die steuerliche Förderung vorgelegt.

Gas mit guten Umfragewerten

Auch bei den Kunden hat Erdgas einen guten Stand. So zeigen erste Ergebnisse einer aktuellen BDEW-Umfrage, dass sich auch 2017 über 40 Prozent der Hausbesitzer wieder für Erdgas entscheiden würden. Zählt man die Kombination Erdgas und Solar dazu, würden über die Hälfte der Befragten sich für eine Gasheizung entscheiden. Zudem sprachen sich rund ein Drittel der Befragten dafür aus, mehr Bio-Erdgas zu verwenden.

„Dafür muss Bio-Erdgas endlich vollumfänglich als Erneuerbare Energie im Rahmen der Energieeinspar-Verordnung und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes anerkannt werden“, forderte Tuschek.

Die Debatte über den Klimaschutzplan und dessen schlussendlich verabschiedete Version hätten gezeigt, dass sich der Blick der Politik auf Gas durchaus zum Positiven gewandelt hat. „Darauf können wir als Branche aufbauen. Der BDEW hat deshalb den gemeinsamen Branchen-Appell ,Gas kann grün‘ und die von zwölf Verbänden getragene Erklärung der Gaswirtschaft zur CO2-Reduzierung initiiert.“

Nachhaltige Gasstrategie

Um die Gaswirtschaft bis zum Jahr 2050 zunehmend regenerativer zu machen, basiert die Gasstrategie auf drei Elementen:

„Erstens: Die Infrastruktur ist mit Speichern und einem gut ausgebauten Netz – mit Leitungen bis in die Gebäude – bereits vorhanden. Zweitens: Das Produkt ist jetzt schon energiewende- und klimaschutztauglich. Moderne Erdgasheizungen senken – beispielsweise in Kombination mit Solarthermie oder Biomethan – schnell und bezahlbar den CO2-Ausstoß. Drittens: Gas kann grün – In seinen CO2-neutralen Varianten Biomethan und als Produkt aus Power-to-Gas, angetrieben von Strom aus Wind und Sonne. Der BDEW wird weiterhin mit Nachdruck die wichtige Rolle von Erdgas bei der Erreichung der Klimaziele kommunizieren“, so Tuschek.

 

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Im Interview: SHK-Obermeister über Effizienz, Internetkäufe und Irrtümer im Heizungskeller

Geht es um die Heizungsanlage, wenden sich die meisten an den Fachhandwerker. Andreas Schuh, Obermeister der SHK Berlin, erklärt, warum Eigentümer damit gut beraten sind.

Eine aktuelle Forsa-Umfrage bestätigt: Wenn es um die Heizungsanlage geht, bleibt der Fachhandwerker Ansprechpartner Nummer eins. Rund 82 Prozent der Befragten würden sich demnach an einen Fachbetrieb wenden, um ihre Anlage fit für die kalte Jahreszeit zu machen. Im Experteninterview des Serviceportals www.intelligent-heizen.info erklärt Andreas Schuh, Obermeister der Innung Sanitär Heizung Klempner Klima Berlin (SHK Berlin), warum Eigentümer damit gut beraten sind.

Welche Fehler treten bei der Inbetriebnahme der Heizung am häufigsten auf und was sind die Ursachen?

Einer der häufigsten Fehler ist, dass der Wasserdruck nicht mehr stimmt. Wenn eine Heizung über die Sommermonate ausgeschaltet war, fehlt beim Anlaufen häufig der berühmte Schluck Wasser, der nachgefüllt werden muss. Das kann der Fachmann schnell erledigen. Wenn Heizkörper nach der Sommerpause der Heizung nicht ausreichend warm werden, liegt das häufig daran, dass der Stift im Thermostatventil klemmt. Der Handwerker kann den Stift wieder lösen, indem er den Thermostatkopf abschraubt und durch leichtes Klopfen wieder gangbar macht.

Solange die Heizungsanlage läuft, sehen die wenigsten Eigentümer einen Grund, irgendetwas zu ändern. Geht die Rechnung auf?

Auch wenn man nicht gleich den Kessel austauschen möchte, die Anlage optimieren sollte man in jedem Fall, z.B. durch einen hydraulischen Abgleich. Der ist im Grunde ein Muss, um die Anlage effizient zu fahren. Nach meinen Erfahrungen liegen die Einsparungen zwischen 10 und 15%. Die Optimierung wird sogar vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 30% Erstattung auf die Handwerkerrechnung gefördert.

Welche Heiztechniken stehen beim Kunden momentan besonders hoch im Kurs?

Die meisten wollen Brennwerttechnik: einfache, verständliche Technik. Das liegt sicher auch daran, dass der Energiepreis z.B. für Gas im Moment sehr niedrig ist. Die Handwerker weisen in ihren Beratungen aber auch auf neue Technologien und Fördermöglichkeiten hin. Die staatliche Förderung für Brennwerttechnik soll übrigens 2020 auslaufen. Deshalb kann es jetzt schon sinnvoll sein, in Hybridlösungen zu investieren, z.B. in die Kombination einer bestehenden Gasbrennwerttherme mit einer neuen Wärmepumpe. Die Wärmepumpe verrichtet über das Jahr die Hauptarbeit. Erst mit dem Absinken der Außentemperatur springt die Gastherme zur Unterstützung an. Damit hätte man weitere 10 bis 15 Jahre Spielraum. In dieser Zeit wird es den nächsten Technologieschub geben und spätere Entscheidungen beeinflussen. Für die Warmwasserbereitung im Gebäudebestand haben sich thermische Solaranlagen durchgesetzt. Wärmepumpen mit Luft-, Wasser- oder Erdwärmeversorgung kombiniert mit Photovoltaik kommen eher bei Neubauten zum Einsatz.

Kuschelig warm ist nicht unbedingt effizient. Wie kann ich sparsam heizen und mich trotzdem wohl fühlen?

Die Norm sagt 20°, aber das ist für den ein oder anderen nicht behaglich. Im Altbau muss man die Raumlufttemperatur häufig auf 22° stellen, um sich wohl zu fühlen. Im Schlafzimmer reicht den meisten eine Temperatur von 18°. Generell ist zu vermeiden, dass einzelne Räume oder die ganze Wohnung auskühlen. Studien zeigen: Man muss mehr Energie investieren, um den Raum wieder warm zu bekommen, als wenn man gleichmäßig heizt. Wer in den Urlaub fährt, sollte die Heizung – gerade im Altbau – auf eins stellen. Manchmal reicht auch die Frosteinstellung. Aber ich hatte auch schon einen Fall, da ist in einem sehr kalten Winter die Heizung eingefroren.

Ein paar kleine Reparaturen traut sich der ein oder andere schon mal zu. Hilfe gibt es im Internet. Wann muss in jedem Fall ein Fachmann ran?

Es gibt im Internet seriöse Seiten, wo man sich kleine Tipps für Reparaturen anschauen kann. Tiefer gehende Arbeiten an der Heizungsanlage sollte wirklich nur der Fachmann übernehmen! Ebenso warne ich vor Internetkäufen. Ich hatte einen Kunden, der hat über das Internet ein Gasheizgerät gekauft und keinen Installateur gefunden, der ihm das einbaut. Unsere Installateure machen das zu Recht nicht. In dem Moment, in dem der Installateur das Gerät anpackt, haftet er für ein Gerät, das er nicht ausgesucht und gekauft hat. Deshalb sollte gerade bei Gasheizgeräten immer der Vertriebsweg Industrie, Großhandel über den Handwerker eingehalten werden. Dann ist auch der Kunde auf der sicheren Seite.

Welche Irrtümer halten sich hartnäckig?

Nach einem hydraulischen Abgleich kommt es häufig zu Missverständnissen. Denn die Systemtemperaturen der Heizungsanlage sind nach dem Abgleich erheblich geringer. Dies zeigt sich insbesondere an Heizkörpern, die im oberen Bereich heiß sind und sich im unteren Bereich sehr kühl anfassen. Sie haben also eine heiße obere Schicht, eine lauwarme Mitte und eine kältere untere Schicht. Das ist der Idealzustand, denn dann gibt der Heizkörper die optimale Wärme ab, und die tiefe Rücklauftemperatur steigert die Effizienz der Heizungsanlage. Aber gerade deswegen rufen die meisten Kunden an. Ich frage dann immer, ob die Raumlufttemperatur gemessen wurde, denn die ist entscheidend.

 

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Ausgezeichnet: Rohrinnenbeschichtung erhält Handwerkspreis

Eine neue Rohrinnenbeschichtung mit Epoxidharzsystem hat den Seifriz-Preis des deutschen Handwerks 2017 gewonnen.

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Michael Herzog, Fachgebiet Polymere Hochleitungsmaterialien an der TH Wildau, hat Karim Kudsi von der TGA Rohrinnensanierung AG, Fürth, eine Methode zur Sanierung von Fußbodenheizrohren aus Kunststoff entwickelt. Hierbei werden die Rohre zunächst von innen gereinigt und im Anschluss mit Epoxidharz beschichtet. Für diese Lösung wurden sie nun mit dem Seifriz-Preis 2017 des deutschen Handwerks ausgezeichnet.

Bei dem neuen Verfahren setzen Prof. Michael Herzog und Karim Kudsi ein spezielles Epoxidharz ein, das anders als andere Materialien nicht nur wasser- sondern auch sauerstoffundurchlässig ist. Zur nahtlosen Beschichtung kommt dabei ein kugelförmiges Werkzeug zum Einsatz, das das Material an die Rohrinnenwände presst. So soll das Rohr nach der Sanierung wie neu und vor Korrosionsschäden geschützt sein.

 

Bild: © iStock.com/KatarzynaBialasiewicz, Handwerkskammer Mannheim

Sachverständiger für Trinkwasserhygiene öffentlich bestellt und vereidigt

Die Handwerkskammer Mannheim bestellt und vereidigt erstmals zwei Experten für Trinkwasserhygiene, die im Streitfall landes- und bundesweite Anlaufstelle sind.

Der Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, Alois Jöst, hat zwei neue Sachverständige öffentlich bestellt und vereidigt. Damit stehen in der Region Rhein-Neckar-Odenwald nun insgesamt 111 Sachverständige in 37 handwerklichen Berufen für eine objektive und unabhängige Beurteilung zur Verfügung.

Sie seien, so Jöst, „Experten für alle Fälle“. Wenn sich Handwerker und Kunde nicht einig seien, sorgen Sachverständige mit ihren Gutachten und Stellungnahmen für Klarheit und schlichten Streitfälle möglichst noch vor dem Gang zum Gericht.

Neutralität ist oberstes Gebot

Bei der öffentlichen Bestellung und Vereidigung wurden die geprüften Kandidaten daher auf die Einhaltung der Sachverständigenordnung und der einschlägigen Vorschriften aus dem Strafgesetzbuch verpflichtet. Diese Verpflichtung, wie auch die besondere Sachkunde, bieten Gerichten, Behörden und Betrieben sowie privaten und sonstigen Auftraggebern die Gewähr eines unabhängigen objektiven Gutachtens, und die ständige Fortbildungspflicht macht den Sachverständigen zu einem Fachmann auf der Höhe der Zeit.

„Als Sachverständiger entscheiden Sie auch über die handwerkliche Qualität und damit über den Standard handwerklicher Leistung“, machte Jöst deutlich. Sachverständige lieferten, so der Kammerpräsident weiter, die entscheidenden handwerklichen Fakten, die dann – etwa vor Gericht – zu einem Urteil führen können. „So ist das Sachverständigenwesen von unschätzbarem Wert für das Handwerk der Region“, brachte er es auf den Punkt.

Menschliche Intuition kann nicht durch Computer ersetzt werden

Dabei werde den Sachverständigen großes Fachwissen ebenso abverlangt wie Sensibilität im Umgang mit der Aufgabe, aber auch im Umgang mit den Menschen. Und selbst wenn 70 Prozent des Wissens im Computer untergebracht würden, so sei die Intuition des Sachverständigen nicht durch den besten Computer zu ersetzen.

Als „Stärke der Selbstverwaltung“ bezeichnete Jöst die zwei neuen Sachverständigen, die zusammen mit ihren rund 1.000 Kollegen in Baden-Württemberg – allein 111 Sachverständige sind in der Region Rhein-Neckar-Odenwald beheimatet – davon 89 aus meisterpflichtigen Handwerken und 22 aus Berufen der Anlage B1 und B2, nunmehr ihren Dienst tun werden.

„Die Kammer kommt mit dieser Bestellung einer gesetzlichen Verpflichtung nach“, erläuterte Jöst weiter, „und gewährleistet somit, dass quer durch alle Handwerksgruppen, angefangen vom Augenoptiker bis hin zum Zweiradmechaniker, qualifizierte Experten stets klären können, ob eine handwerklich bewirkte Leistung vertragsgerecht und unter Berücksichtigung der jeweils geltenden technischen Normen erbracht worden ist.“

Mit Arnd Bürschgens und Martin Pagel vereidigte Kammerpräsident Alois Jöst die ersten zwei Fachleute, die im Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk das Teilgebiet Trinkwasserhygiene im Kammergebiet vertreten, die aber auch landes- und bundesweit eine erste Anlaufstelle für Streitfälle in Sachen Trinkwasserhygiene sind.

 

Kammerpräsident Alois Jöst vereidigte folgende Sachverständige:

Arnd Bürschgens

für das Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk

Teilgebiet: Trinkwasserhygiene

aus Höpfingen

und

Martin Pagel

für das Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk

Teilgebiet: Trinkwasserhygiene

aus Mudau