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Kein Mindestlohn bei Krankheit?

Wird ein Arbeitnehmer krank, steht ihm eine Entgeltfortzahlung zu. Aber was passiert, wenn der Tarifvertrag dies ausschließt? Wir klären, was zulässig ist und was nicht.

Viele Arbeits- und Tarifverträge arbeiten mit Ausschlussklauseln. In diesen wird oftmals festgelegt, dass Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis erlöschen können, wenn sie nicht fristgerecht geltend gemacht werden. So kann beispielsweise auch der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall per Tarifvertrag ausgeschlossen werden, falls er nicht innerhalb der festgelegten Frist in Anspruch genommen wird. Im Hinblick auf den gesetzlichen Mindestlohn ist eine solche Frist laut Bundesarbeitsgericht allerdings unwirksam.

Der Fall

Nach einer Kündigung zum 31. Oktober 2015 meldete sich ein Bauarbeiter krank und legte eine ärztliche Bescheinigung vor. Da der Arbeitgeber den Lohn allerdings nur noch teilweise fortzahlte, erhob der Arbeitnehmer drei Monate später Klage. Mit Berufung auf den Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Bau), wies der Arbeitgeber alle Schuld von sich. Der Vertrag sehe nämlich vor, dass alle beiderseitigen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen, „wenn sie nicht innerhalb von zwei Monaten nach der Fälligkeit gegenüber der anderen Vertragspartei schriftlich erhoben werden“. Demgegenüber argumentierte der Bauarbeiter, dass die Ausschlussklausel des BRTV-Bau unwirksam sei, da sie den Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn nicht explizit ausschließe.

Das Urteil

Das Bundesarbeitsgericht schlug sich zum Teil auf die Seite des Arbeiters und sprach ihm eine Lohnfortzahlung für die Zeit seiner Krankheit in Höhe des Mindestlohns zu. So sei die genannte Klausel in Bezug auf den Mindestlohn unwirksam und der Schutzzweck des Mindestlohngesetzes gebiete es, die Entgeltfortzahlung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns zu sichern. Der Mann habe deshalb einen Anspruch auf Entgeltfortzahlungen, dies sich aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) ergeben.

Gleichzeitig erklärte das Gericht aber auch, dass tarifliche Ausschlussfristen für Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall prinzipiell zulässig seien, sich aber nur auf den Teil, der über den Mindestlohn hinausgehe, beziehen dürfe.

Im Ergebnis habe der Bauarbeiter also Anspruch auf Entgeltfortzahlung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns gehabt, seine darüber hinausgehenden Ansprüche seien wegen der versäumten Frist jedoch verfallen.

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Kältemittel R32: Drei Mythen und Fakten

Laut F-Gase-Verordnung müssen Kältemittel ab 2025 strengere Grenzwerte einhalten. Das mögliche Kältemittel R32 stößt bei Installateuren aber auf Widerstand – zu Unrecht.

Die F-Gase-Verordnung mischt die Kälte- und Klimabranche auf: Ab 2025 sind nur noch Kältemittel mit einem GWP (Global Warming Potential, Treibhauspotenzial) von maximal 750 erlaubt. Daher darf das gängige Mittel R410A mit einem GWP von 2088 künftig nicht mehr in Split-Geräten mit einer Füllmenge von bis zu 3 kg genutzt werden.

Als Alternative steht R32 zur Verfügung, das sich bereits als Bestandteil des R410A-Gemischs bewährt hat. Auch sonst kann sich die Performance sehen lassen: Dank höherer Leistungsfähigkeit erlaubt es einen niedrigeren Stromverbrauch im Kühl- und Heizbetrieb. Auch der geringere Mengenbedarf spricht für das neue Kältemittel.

Zur Erinnerung: R32 (Difluormethan) ist eine gasförmige und leicht ätherisch riechende, organisch-chemische Verbindung aus der Gruppe der fluorierten Kohlenwasserstoffe (FKW). Da es grundsätzlich als entzündlich gilt, haben manche Installateure und Kunden Vorbehalte dagegen.

Mythos 1: R32 ist schnell entflammbar

Das Horrorszenario: Es tritt eine Leckage an einem Innengerät auf und das Kältemittel fängt Feuer durch einen Funken etwa aus einem Haushaltsgerät oder durch statische Aufladung der Luft.

Solche Sorgen sind bei R32 unbegründet. Es zählt zu den schwer entflammbaren Kältemitteln der Klasse A2L in der Norm ISO 817:2014. Damit R32 überhaupt Feuer fangen kann, müssen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: eine ausreichende Menge an Sauerstoff, eine Sättigung von R32 in der Umgebung von mindestens 14 Volumenprozent und ein adäquater Zündfunke. Selbst wenn das gesamte R32 eines 3,5 kW Split-Systems mit 1 kg Füllmenge in einem Raum mit 16 Quadratmeter Grundfläche entweicht, wird ein Sättigungsgrad von gerade einmal 3,4 Prozent erreicht. Kurzum: Die Entflammung von R32 in handelsüblichen Klimasystemen ist bei sachgemäßen Gebrauch mehr als unwahrscheinlich.

Mythos 2: In Brand geratenes R32 ist lebensgefährlich

Auch der absolut unwahrscheinlichste Fall kann eintreten: Wird die Klimaanlage mit R32 in sehr kleinen Räumen genutzt, kann es bei unzureichender Lüftung in Grenzfällen zur Entflammung von ausgetretenem R32 kommen. Doch die Gefahr, die davon ausgeht, ist deutlich geringer als oft vermutet. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von brennendem R32 ist mit 1,9 Kilometer pro Stunde eher langsam und nur etwa halb so hoch wie normale Schrittgeschwindigkeit. Weder der Anwender noch der Installateur müssen selbst im Brandfall also um ihr Leben fürchten

Mythos 3: R32 ist schwer zu handhaben

Die Erfahrungen und das Wissen rund um das neue Kältemittel R32 sind im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen bislang noch überschaubar. Sorgen derjenigen, die künftig mit dem Kältemittel umgehen werden, betreffen vor allem die Punkte Verträglichkeit und Handhabbarkeit. Auch hier empfiehlt sich eine nüchterne Betrachtung: Hinsichtlich der Toxizität verhält sich R32 wie R410A und R22. Es ist mit „A“ klassifiziert und insofern ebenfalls ein Kältemittel mit niedriger Toxizität. Hier kann also Entwarnung gegeben werden. Und auch in puncto Handling ändert sich wenig. Wie bei allen anderen Mitteln ist es auch im Umgang mit R32 unverzichtbar, dass die Anweisungen der Lieferanten und Hersteller der Kältemittelgasflaschen sowie die generellen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Beispielsweise sollten auch Kältemittelflaschen mit R32 sachgerecht in kühlen, dunklen und belüfteten Räumen gelagert werden.

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BVF stellt neues Produktsiegel vor

Vor sechs Jahren hat der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen ein Gütesiegel für qualitative Produkte eingeführt, das nun erneuert und überarbeitet wurde.

Rot und blau, mit einem kleinen, grünen Häkchen an der Seite: Farbenfroh kommt das neue Gütesiegel des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) daher. Mit dem Logo sollen qualitativ hochwertige Produkte in dieser Sparte gekennzeichnet werden. Daneben hat der Verband auch seine Webseite aktualisiert, um einen Mehrwert für Verbraucher leisten zu können.

„Mit dem neu designten Logo und der neuen Homepage sind wir bestens für die Zukunft gerüstet. Doch damit sind wir noch nicht am Ende, wir haben noch so einiges in der Pipeline“, sagt Axel Grimm, Geschäftsführer des Bundesverbands. Nachdem das alte Logo bereits sechs Jahre alt gewesen war, habe man nun ein modernes Design finden können. Außerdem ist ein Verweis auf die neue Internetseite in das Siegel integriert, sodass man sie schnell finden kann.

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Streit bei öffentlichen Projekten: Jetzt greift Bauindustrie durch!

Bei öffentlichen Bauprojekten werden Kosten- und Terminabsprachen oft verletzt, was Unternehmen viel Geld kostet. Aber reicht die neue Initiative der Bauwirtschaft?

Elbphilharmonie, Stuttgart 21, Flughafen Berlin-Brandenburg: Bei öffentlichen Bauprojekten in Deutschland scheint das Einhalten des Kosten- und Terminrahmens praktisch nie zu funktionieren. Doch es kann auch anders gehen, wenn Bauunternehmen und Bauträger partnerschaftlich die Umsetzung des Projekts angehen, glaubt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). Der Verband hat deshalb nun die Partnerschaftsinitiative „Bauen statt streiten“ ins Leben gerufen, die das erreichen soll.

Kooperation statt Konfrontation

„Bauen statt streiten – dieses Angebot macht die Bauindustrie, um öffentliche Bauprojekte effizienter im Termin- und Kostenrahmen umzusetzen. Dies setzt einen Kulturwandel am Bau voraus. Wir setzen dabei auf Partnerschaftsmodelle, bei denen sich alle Projektpartner auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam für den Projekterfolg einstehen“, beschreibt HDB-Präsident Peter Hübner das Projekt.

Dazu hat der Verband eine Broschüre mit dem Titel „Bauen statt streiten – Partnerschaftsmodelle am Bau: kooperativ, effizient, digital“ veröffentlicht. Hier werden Beispiele von deutschen Bauunternehmern vorgestellt, die Hand in Hand mit einem öffentlichen Träger ihre Projekte verwirklicht haben und auch mit entsprechenden Verträgen die rechtliche Basis dafür geschaffen haben. „Die Best-Practice-Beispiele unserer Mitgliedsunternehmen zeigen, dass ein partnerschaftlicher Umgang auf der Baustelle bereits heute möglich ist. Wir möchten unsere öffentlichen Partner ermutigen, diese Modelle gerade bei großen Infrastrukturprojekten noch stärker zu nutzen“, so Hübner.

Digitale Plattformen nutzen

Bessere Absprachen sollen vor allem im virtuellen Raum getroffen werden. Hier sollen Projekte schon früh eingestellt werden, sodass die Träger ein passendes Unternehmen finden können, das dann wiederum an Planung, Bau und Instandhaltung beteiligt werden kann. Dadurch soll der ganze Ablauf effektiver und reibungslos vonstattengehen. „Uns ist bewusst, dass dies eine Veränderung der bisherigen Praxis bedeutet. Doch gerade im Zeitalter der Digitalisierung müssen traditionelle Leitbilder des öffentlichen Bauens, wie die Trennung von Planung und Bau, überdacht werden“, betont Hübner.

Wenn ein Projekt eingestellt ist, soll der Träger ein bestimmtes Partnerschaftsmodell auswählen können – von der Fach- und Teillosvergabe über Generalunternehmerverträge, Design-and-Build-Verträge und Funktionsbauverträge bis hin zu Öffentlich-Privaten Partnerschaften – und sich dafür ein passendes Unternehmen suchen. Beide sollen dann im Rahmen dieses Modells partnerschaftlich an der Umsetzung der geplanten Maßnahme arbeiten. „Am Ende sollte jeder Partner die Aufgaben und Risiken übernehmen, die er am besten beherrschen kann. Wenn wir dieses Motto beherzigen, werden am Ende auch die Steuermittel der Bürger am wirksamsten eingesetzt“, so Hübner abschließend.

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Experten: Hybridheizungen bei Stromüberschuss nutzen

Immer mehr Häuser kombinieren zwei Heizsysteme, um Wärme zu produzieren. Da meistens eins von diesen elektrisch betrieben wird, können Stromüberschüsse wertvoll sein.

Mehrere Energieträger bei der Wärmeerzeugung zu verbinden ist derzeit bei deutschen Hausbesitzern recht beliebt: Gas- und Öl-Brennwertheizungen kombiniert man gern mit Solarthermie, Wärmepumpen oder Kaminöfen. Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen funktionieren im Zusammenspiel ebenfalls immer besser. Da derzeit in Deutschland immer wieder Stromüberschüsse registriert werden, könnten Kombinationen mit einer elektrischen Wärmepumpe bald noch wertvoller werden.

Abregelungen vermeiden

Der Hintergrund: Wind-, Sonnen- und Wasserkraft sind praktisch kostenlose Energie, doch werden sie nur schwankend produziert. Bei Überschussproduktion müssen die Anlagen aber abgeschaltet werden – dies nennt man Abregelung bzw. abgeregelten Strom. Der theoretisch produzierte Strom wird den Anlagenbetreibern aber nach EEG trotzdem bezahlt, dadurch entstanden den deutschen Verbrauchern allein 2017 Kosten in Höhe von 610 Millionen Euro.

Hier könnten Hybridheizungen einspringen, meint das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO), ein Verband zur Interessenvertretung der deutschen Heizungswirtschaft. Die Rechnung dahinter ist einfach: Heizungen, die aus einem fossilen und einem elektrischen Heizsystem bestehen, können bei Überschuss mit Strom und ansonsten mit Öl oder Gas heizen. Eine Kombination von Brennwertheizung und Wärmepumpe wäre hier ideal, aber auch Elektro-Heizstäbe in Warmwasser-Tanks könnten überschüssigen Strom sinnvoll verwerten.

Nebenbei würde die deutsche Produktion von Ökostrom besser funktionieren und Abregelungen seltener werden. „Im Rahmen einer intelligenten Sektorenkopplung von Strom- und Wärmeversorgung könnten gerade Hybridheizungen mit vergleichsweise geringem Aufwand Abhilfe schaffen“, meint IWO-Geschäftsführer Adrian Willig.

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Mobiheat-Geschäftsführer bleiben weiterhin im Amt

Die beiden Firmengründer und Geschäftsführer der mobiheat GmbH, Andreas Lutzenberger und Helmut Schäffer, haben sich mit dem Hauptanteilseigner geeinigt: Sie bleiben.

Mit dem Abtreten ihrer Mehrheitsanteile an die Energieversorgung Offenbach (EVO) im Jahr 2015, liefen ihre Verträge als Geschäftsführer ursprünglich bis 2019 aus. Allerdings haben sich beide Vertragspartner sehr schnell auf eine weitere Zusammenarbeit verständigt:

„Der gemeinsame Weg für uns als Mittelständler mit dem Konzern hat sich als absolut positiv und richtig dargestellt“, wird Lutzenberger im Online-Fachmagazin shk-profi.de zitiert. „Mobiheat ist auf einem sehr guten Weg“, urteilte auch der EVO-Vorstandsvorsitzende Christoph Meier. „Wir freuen uns daher, dass wir den erfolgreichen Weg auch in Zukunft gemeinsam fortsetzen können.“

Über mobiheat: 2004 wurde die mobiheat GmbH von Helmut Schäffer und Andreas Lutzenberger gegründet und ist nach eigenen Aussagen inzwischen Deutschlands Marktführer für mobile Heizungen. Bei einem aktuellen Jahresumsatz von rund 17 Millionen Euro verfügt das Unternehmen über mehrere Niederlassungen in Deutschland sowie über zwei Tochterunternehmen in Österreich und in der Schweiz. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen mehr als 70 Mitarbeiter.

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NIKKI und „Der coolste Job der Welt“ fusionieren

Die Initiative NIKKI und die Kampagne „Der coolste Job der Welt“, die sich beide für das Image der Kälte- und Klimabranche einsetzen, arbeiten von nun an Hand in Hand.

Die zwei großen Image-Kampagnen im Kälte- und Klima-Handwerk verzahnen sich: Die Nachwuchs-Initiative Kälte-Klima-Industrie (NIKKI) und die Ausbildungskampagne „Der coolste Job der Welt“ des Bundesinnungsverbands des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV) wollen nun Hand in Hand arbeiten.

Ab sofort wird die BIV-Kampagne als einheitliche und gemeinsame Außendarstellung fungieren und NIKKI eher im Hintergrund arbeiten, teilen die federführenden Verbände mit. „Der coolste Job der Welt“ wird damit das Aushängeschild des Kälte- und Klima-Handwerks, informiert über Ausbildungs- und Studienangebote und soll das Image des Gewerks verbessern. Die Initiative NIKKI dagegen, in der sich Verbände und Unternehmen zusammengeschlossen haben, „wird der Katalysator innerhalb der Branche sein, für alle Maßnahmen, die über das Handwerk hinausgehen und daher außerhalb der Branche nicht als Marke oder Kampagne auftreten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Hintergrund der Umstrukturierung ist es, einen einheitlichen Auftritt für die Wahrnehmung der ganzen Branche zu schaffen und die Potentiale aller beteiligten Partner im Hintergrund zu bündeln.

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Der Mindestlohn steigt!

Die Mindestlohn-Kommission hat eine Erhöhung des Mindestlohns vorgeschlagen. Wir klären, worauf Unternehmer mit Minijobbern oder Saisonarbeitskräften nun achten sollten.

Nach einem aktuellen Vorschlag der Mindestlohn-Kommission soll der gesetzliche Mindestlohn ab 2019 auf 9,19 Euro und ab 2020 auf 9,35 Euro steigen. Wie die Vergangenheit zeigte, wird die Bundesregierung dem Vorschlag der Kommission vermutlich folgen. Doch welche Folgen haben die Änderungen für Arbeitgeber?

Zunächst einmal kommt in der zweiten Jahreshälfte 2018 vor allem Arbeit auf die Arbeitgeber zu: „Unternehmer sollten bei Gehaltsbeziehern und Stundenlöhnern noch im Jahr 2018 überprüfen, ob sie den neuen Mindestlohn einhalten und ob sie die Arbeitsverträge anpassen müssen“, erklärt Ecovis-Rechtsanwalt Thomas G.-E. Müller in München.

Hohe Bußgelder

Wer sich nicht an die Mindestlohngesetze hält und weniger zahlt, dem drohen bis zu 500.000 Euro Bußgeld, Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen und gegebenenfalls der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. „Damit es keinen Streit gibt, sollten Arbeitgeber mit ihren Mitarbeitern reden und gegebenenfalls die Arbeitsverträge anpassen“, rät Müller.

Vorsicht bei Minijobs

Besonders Minijobs sind häufig von den neuen Regelungen betroffen. Hier müssen Unternehmen handeln, denn mit der Erhöhung des Mindestlohns auf 9,19 Euro kann die maximale monatliche Arbeitszeit ab 2019 nur noch 48,9 Stunden betragen. In der zweiten Stufe nur noch 48,1 Stunden. Bislang waren 50,9 Stunden möglich.

Überschreitet der geringfügig Beschäftigte die möglichen Arbeitsstunden, fällt er nicht mehr unter die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro und die Vorteile des Minijobs gehen verloren. Vor allem in Saisonbetrieben schwankt die Arbeitszeit der Minijobber. „In diesem Fall sollte der Arbeitgeber ein Mindestlohn-Arbeitszeitkonto schriftlich vereinbaren und nach den gesetzlichen Vorgaben führen. Dann kann die Arbeitszeit bei Minijobs auch mal mehr als 48,9 beziehungsweise 48,1 Stunden im Monat betragen“, empfiehlt Ecovis-Rechtsanwalt Müller.

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Hohe Kosten durch abgeregelten Strom: Hybridheizungen könnten helfen

Strom aus erneuerbaren Energiequellen boomt. Doch aufgrund natürlicher Schwankungen wird oftmals zu viel produziert. Hybridheizungen könnten hierbei Abhilfe schaffen.

Der Ökostrom-Anteil in Deutschland wächst. Doch was klimapolitisch sinnvoll ist, verursacht im Zusammenspiel mit dem heutigen Strommarktdesign zugleich Probleme. Denn Sonne und Wind stehen als Energiequellen nur in schwankender Intensität zur Verfügung. Wird besonders viel Strom produziert, können die überregionalen Übertragungsnetze die Energie nicht immer aufnehmen. Aufgrund fehlender Anreize für eine flexible Stromnachfrage sind Abregelungen der Erzeugungsanlagen die Folge. Bezahlt wird der nichtproduzierte Strom trotzdem. Verbrauchern sind so im Jahr 2017 Kosten von rund 610 Millionen Euro entstanden. „Das müsste nicht sein, denn im Rahmen einer intelligenten Sektorenkopplung von Strom- und Wärmeversorgung könnten gerade Hybridheizungen hier mit vergleichsweise geringem Aufwand Abhilfe schaffen“, erklärt Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO).

Heißes Wasser mit Ökostrom

Die Idee ist ebenso einfach wie clever: Der ansonsten ungenutzte „überschüssige“ Ökostrom könnte auch zur Warmwassererzeugung oder für das Beheizen von Häusern genutzt werden. Möglich wird dies durch den Einsatz von Hybridheizsystemen, die die benötigte Wärme wahlweise mit Strom oder Heizöl erzeugen können. Erst durch die Kombination der beiden Energieträger wird eine uneingeschränkte Stromnachfrageflexibilität erreicht. Angefangen bei einfachen Elektroheizstäben, die in die Wärmespeicher dieser Heizungsanlagen eingebaut werden, bis hin zu effizienteren, aber auch teureren Kombinationen aus Strom-Wärmepumpe und Öl-Brennwertgerät könnten verschiedene Lösungen realisiert werden.

Öl-Hybridheizungen besonders geeignet

„Durch den Einsatz solcher Power-to-Heat-Lösungen in Hybridheizungen ergäben sich gleich mehrere Vorteile: Der Verbrauch fossiler Brennstoffe und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen würden vermindert sowie die Gesamtkosten im Stromsystem gesenkt“, unterstreicht Willig. Der Einsatz würde sich positiv auf die Netznutzungsentgelte und damit auf den Strompreis auswirken. „Um netzengpassbedingt abgeregelten Strom erschließen zu können, muss die Stromnachfrage örtlich zwischen Stromerzeugung und Netzengpass erfolgen.“ Ölheizungen seien hier besonders geeignet, da sie vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern im ländlichen Raum stehen – und damit in direkter Nähe zu Windkraftanlagen und Solarparks.

Des Weiteren benötigen solche Öl-Hybridheizungen keine zusätzlichen konventionellen Reservekraftwerke, da sie in Zeiten mit einem niedrigen erneuerbaren Stromangebot mit dem speicherbaren Energieträger Heizöl betrieben werden können. Dass das Prinzip in der Praxis grundsätzlich funktioniert, hat das IWO bereits mit ersten Modellversuchen demonstriert.

Dauerhafte Lösung?

„Auch nach einem künftigen Ausbau der Stromnetze wird es durch die zunehmende Erweiterung der erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten in Zeiten mit großem Angebot und geringer Nachfrage ungenutzte Ökostromerzeugungspotenziale geben. Power-to-Heat-fähige Hybridheizungen könnten hier also dauerhaft von großem Nutzen sein“, berichtet Willig. „Für den massenweisen Einsatz solcher Lösungen muss der Gesetzgeber aber eine Anpassung der Rahmenbedingungen vornehmen.“ Dazu gehöre insbesondere, die Nutzung von ansonsten abgeregeltem Strom durch uneingeschränkt flexible Stromverbraucher ökonomisch attraktiv zu gestalten. Dann würde ein Anreiz entstehen, mit Power-to-Heat-fähigen Hybridheizungen gezielt bisher ungenutzte, aber vorhandene Ökostromerzeugungspotenziale zu erschließen.

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Millionenauftrag in Frankfurt

Das Gebäudeausrüstungs-Unternehmen Caverion sichert sich einen Millionendeal: Im neuen Wohnkomplex im Parkend Frankfurt stattet es die Gebäude mit Gebäudetechnik aus.

Insgesamt entstehen in der Frankfurter Europaallee in zwei sechsgeschossigen Gebäuden 105 neue Wohnungen im gehobenen Preissegment. Zusätzlich wird eine Tiefgarage mit 103 Stellplätzen gebaut.

„Dass Caverion den Ansprüchen im gehobenen Wohnsegment gerecht wird, haben wir zuletzt bei Wohnprojekten in der Hamburger Hafen City und der Elbphilharmonie unter Beweis gestellt”, sagt Jörg Schwarze, Caverion Regionalleiter und Leiter der ausführenden Niederlassung Köln. „Dank unserer Erfahrung können wir selbst in einem engen Zeitrahmen die gewünschten Ergebnisse liefern.“

Für den Wohnkomplex in Frankfurt verbaut Caverion 105 komplette Bäder mit WC, Waschtischen, Wannen, Duschen und teilweise Jacuzzis. Alle Wohnungen werden zudem mit Fußbodenheizungen ausgestattet. Die Versorgung erfolgt über einen 400 kW Fernwärmeanschluss. Die Wohnraumentlüftung erfolgt mittels Einzelraumlüftern.

Caverion begann bereits im Dezember 2017 mit den Installationsarbeiten und schließt diese voraussichtlich im September 2018 ab.