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Farbgranulate: Industrie fürchtet Rohstoffengpässe

Hersteller von Masterbatches (Farbgranulaten) fürchten Lieferengpässe, die aus gestiegenen Umweltauflagen und Produktionsstopps in verschiedenen chinesischen Chemieparks resultieren.

Hochlichtechte Farbstoffe basieren häufig auf Anthrachinon oder ähnlichen Vorstufen. Die Produktion dieser Zwischenprodukte für die Farbstoffsynthese wurde in den letzten Jahren aus Europa nach Asien verlagert. Der Masterbatch Verband im Verband der Mineralfarbenindustrie e. V., Frankfurt, sieht die Ursache für den derzeitigen Lieferengpass darin, dass es seit Mai dieses Jahres aufgrund gestiegener Umweltauflagen zu Produktionsstopps in verschiedenen chinesischen Chemieparks kommt.

So sind nach Informationen der Farbstoffhersteller von den Produktionsstopps etwa 300 Firmen betroffen, wobei die Behörden offenbar nicht unterscheiden, ob ein Unternehmen in Verstöße verwickelt ist – oder eben auch nicht. Die Masterbatch-Branche sieht sich deswegen einer verschärften Versorgungslage bei brillanten Gelb-, Orange-, Rot- und Grünfarbstoffen gegenüber. Betroffen sind davon insbesondere Masterbatches, die in die Einfärbung von Kunstfasern, Verpackungen und technischen Kunststoffen gehen.

Keine schnelle Lösung in Sicht

Mangels europäischer Produktionskapazitäten erwarten die Mitglieder des Masterbatch-Verbandes keine kurzfristige Normalisierung der Verfügbarkeit der obengenannten Farbstoffe. Als bedenklich bewerten sie die Abhängigkeit ihrer Zulieferindustrie von global verlagerten Versorgungsketten. Sie haben keinen eigenen Handlungsspielraum bei unvorhergesehenen Ereignissen.

 

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KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ bis 2022 gesichert

Das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“, mit dem Bäder und Teile der Wohnung barrierefrei gestaltet werden können, wurde im Finanzplan des Bundes bis 2022 finanziert.

455 – eine Aussagelose Zahl, doch bei Hausbesitzern beliebt. Das KfW-Programm 455 mit dem Titel „Altersgerecht Umbauen“ ist nämlich in den vergangenen Jahren eines der beliebtesten Programme der Bank gewesen und musste deshalb immer wieder aufgrund von zu vielen Anfragen schon vor Laufzeitende beendet werden. Der Grund war, dass nur begrenzte Mittel für das Programm bereitgestellt waren, die in mehreren Jahren hintereinander schnell vergriffen waren.

Neue Gelder ab sofort

Nun sind die Töpfe wieder voll: Ende August 2018 teilte die Bundesregierung mit, dass allein für das Jahr 2018 75 Millionen Euro für das Programm bereitgestellt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass möglichst viele Antragsteller auch Zuschüsse bekommen. Auch für die kommenden Jahre soll genug Geld da sein, denn die Regierung hat die Gelder für das Programm bis 2022 im Finanzplan des Bundes verankert.

Ob die Töpfe aber diesmal gut genug gefüllt sind, um das ganze Jahr lang allen Antragstellern ihre Wünsche zu erfüllen, bleibt offen. Sollte es jetzt wieder einen Run auf das Programm geben, könnte es schnell wieder vorbei sein mit der Modernisierungshilfe. Verbände raten deshalb dazu, möglichst schnell einen Antrag auf Förderung zu stellen.

Bekannten Weg nutzen

Zuschüsse bekommt man, wie in den vergangenen Jahren auch, über das Zuschussportal der KfW-Bank, mit dem das Verfahren geregelt wird. Wichtig ist, dass der Antrag zur Förderung einer Maßnahme vor Baubeginn gestellt wird und die Auszahlung erst nach Fertigstellung erfolgt. Die Maßnahme muss durch einen Fachbetrieb durchgeführt werden und bestimmten technischen Mindestanforderungen genügen.

Barrierefreiheit weiterhin wichtig

Dass in Deutschland noch viel für die Barrierefreiheit im Baubestand getan werden muss, da sind sich die meisten Experten einig. Wie die „Aktion Barrierefreies Bad“, eine Initiative der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) und des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), mitteilt, sind nur 17 Prozent der Bäder in deutschen Haushalten einwandfrei barrierefrei und für Senioren ohne Einschränkung nutzbar.

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Küchenstreit – Urteile rund um die Nutzung der Küche in einer Immobilie

Gelegentlich muss sich auch die Rechtsprechung mit der Küche befassen. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS hat einige Urteile deutscher Gerichte gesammelt.

Wenn ein Mieter eine Wohnung besichtigt, dann interessiert er sich meistens auch sehr stark für die Ausstattung der Küche. Sind die Geräte neu? Entsprechen sie seinen Bedürfnissen? Ein Mieter in Berlin hatte in dem Zusammenhang ein seltsames Erlebnis: Ihm wurde beim Besichtigungstermin eine hochwertige Einbauküche vorgeführt, doch nach Vertragsabschluss fand sich dort plötzlich ein sehr viel einfacheres, billigeres Modell. Das Landgericht Berlin (Aktenzeichen 65 S 366/04) entschied, dass dies kein korrektes Vorgehen des Eigentümers gewesen sei. Der Mieter habe einen Anspruch darauf, genau das Modell zu erhalten, das zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in der Wohnung eingebaut gewesen sei.

Abnutzungsdauer beachten

Auch eine Küche kommt ins Alter. Mit fortschreitender Zeit hat der Eigentümer immer geringere Schadenersatzansprüche, wenn der Mieter sie beschädigt oder entfernt. Das musste ein Eigentümer erfahren, als er bei einer über 25 Jahre alten Küche von seinem Mieter Schadenersatz forderte, nachdem dieser die Geräte entfernt hatte. Sein Argument: Die Küche sei nicht abgenutzt gewesen und habe immerhin ursprünglich 15.000 Mark gekostet. Das Landgericht Berlin (Aktenzeichen 62 S 13/01) sah das nicht so. Ein Vierteljahrhundert liege weit über der durchschnittlichen Nutzungsdauer, der Zustand des Objekts sei außerdem nicht substantiiert dargelegt worden, weswegen es keine Entschädigung gebe.

Mietminderung durch defekte Rohre

Wenn aus einem defekten Küchenrohr regelmäßig unangenehme Gerüche austreten, dann muss sich ein Mieter das nicht gefallen lassen. Im konkreten Fall waren die Folgen des Mangels besonders schwerwiegend, weil es sich um eine offene Küche handelte und deswegen die komplette Wohnung von den Ausdünstungen betroffen war. Das Landgericht Berlin (Aktenzeichen 67 S 342/17) entschied, hier sei eine Mietminderung in Höhe von zehn Prozent angebracht. Die Bewohner hatten eigentlich 15 Prozent für angemessen gehalten.

Richtig versteuern

Wenn ein Eigentümer in einem vermieteten Objekt die Einbauküche komplett erneuert (Spüle, Herd, Möbel und Elektrogeräte), dann kann er diese Kosten nicht sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen. Er muss sie einem Urteil des Bundesfinanzhofes zu Folge (Aktenzeichen IX R 14/15) in einem Zeitraum von zehn Jahren im Wege der Absetzung für Abnutzung (AfA) abschreiben, was steuerlich weniger attraktiv ist. Es handle sich hier nämlich nicht um einen sofort und vollständig absetzbaren „Erhaltungsaufwand“, entschieden die obersten Finanzrichter.

Instandhaltungspflicht nur für vermietete Küchen

Wenn eine Küche dem Mieter lediglich zur Nutzung überlassen wird und nicht Bestandteil des Mietvertrages ist, dann trifft den Eigentümer keine Instandhaltungs- und Instandsetzungspflicht. Das musste eine Mieterin erfahren, als Kühlschrank und Geschirrspülmaschine kaputt gingen und sie vom Eigentümer eine Reparatur forderte. Das Amtsgericht Neukölln (Aktenzeichen 18 C 182/17) urteilte, hier könne kein Mietmangel vorliegen, weil die Küche im Sinne des Vertrages gar nicht zur Wohnung gehöre. Rechtlich sei eine solche Lösung unbedenklich, denn ein Vermieter sei nicht verpflichtet, eine Einbauküche zur Verfügung zu stellen.

Ist die Küche ein wesentlicher Bestandteil des Hauses…

Zählt eine Einbauküche als wesentlicher Bestandteil eines Grundstücks oder wenigstens als Zubehör? Oder ist das nicht der Fall? Was zunächst nach einer akademischen Frage klingt, kann ganz schnell praktische Bedeutung erlangen. Dann nämlich, wenn eine Zwangsversteigerung des Objekts ansteht. Mieter hatten eine Einbauküche in ihrer Wohnung eingebaut und beim Auszug mitgenommen. Der Erwerber behauptete, das sei nicht rechtmäßig gewesen, weil die Küche eben „wesentlicher Bestandteil“ und damit nicht herauslösbar sei. Der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen IX R 180/07) sah das anders. Er bestätigte im Nachhinein das Vorgehen der Mieter. Sie durften ihre Küche behalten.

… oder doch nur Hausrat?

Ebenfalls um die Zugehörigkeit der Küche zu einem Gebäude ging es in einem anderen Fall. Wohnungseigentümer hatten eine Einbauküche individuell auf einen Raum zugeschnitten. Als es später im Zuge eines Brandes zu Schäden kam, wandten sich die Betroffenen an ihre Wohngebäudeversicherung und forderten finanziellen Ersatz. Doch die Assekuranz verweigerte das mit der Begründung, die Küche sei kein fester Bestandteil des Hauses. Das Oberlandesgericht Köln (Aktenzeichen 5 U 36/92) schloss sich dieser Rechtsmeinung an und betrachtete die vorliegende Küche als Hausrat und nicht als Bestandteil des Gebäudes.

Wann ist ein Brand ein Brand?

Mit zu den schlimmsten Vorfällen, die sich in einer Küche ereignen können, gehört ein Brand. In einem Haushalt in Nordrhein-Westfalen entzündeten sich Speisen in einem Topf und es entstand eine Stichflamme. Ein Rauch- und Rußfilm verschmutzte den Raum, es war eine aufwändige Reinigung nötig. Der Gesamtschaden betrug rund 13.000 Euro. Nach Ansicht des Geschädigten sollte die Hausrat- und Gebäudeversicherung dafür aufkommen. Doch das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 20 W 28/14) urteilte, es handle sich nicht um einen „Brand“ im Sinne der Vertragsbedingungen, denn die Stichflammen hätten keine brennbaren Gegenstände erreicht. Die Versicherung musste nicht einspringen.

Fristen beachten

Nicht immer entspricht eine gelieferte und eingebaute neue Küche den Vorstellungen des Kunden. In diesem Fall kann man als Käufer der Firma eine Nachbesserungsfrist setzen. Aber wie lange muss man dem Unternehmen Zeit lassen? Ein Kunde beanstandete die Leistung und forderte nach mehrwöchigen fruchtlosen Verhandlungen schließlich schriftlich, die Arbeiten innerhalb von zwölf Tagen zu leisten. Die Firma überschritt diese Frist erneut um etwa zwei Wochen. Das schien dem Landgericht Wuppertal (Aktenzeichen 9 S 255/14) zu viel. Der Käufer durfte vom Vertrag zurücktreten und auf eine Rückgabe der angezahlten knapp 5.000 Euro bestehen.

 

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IKEA plant Second-Hand-Shop für eigene Möbel

Gebrauchte IKEA-Möbel soll man demnächst dem Möbelhaus wieder zurückverkaufen können. In manchen Häusern sollen dann Second-Hand-Shops mit günstigen Preisen entstehen.

Die schwedische Möbelhaus-Kette IKEA plant derzeit, gut erhaltene, gebrauchte Möbel von ihren Kunden wieder zurückzukaufen und als Second-Hand-Ware in ihren Filialen anzubieten. Was auf den ersten Blick nach einem aberwitzigen Projekt klingt, soll bald in mehreren Häusern der Kette ganz normal werden. Die Aktion heißt „Zweite Chance“ und soll gebrauchten Möbeln ein zweites Leben in einem neuen Zuhause ermöglichen. Damit will IKEA einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten, die sich gegen das Wegwerfen alter Produkte einsetzt. Wie das Unternehmen mitteilt, möchte es sich in Zukunft mehr in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz engagieren.

Online-Preisvorschlag

Aber wie funktioniert das Konzept? Bestimme, sehr beliebte Produktgruppen wie KALLAX, MALM oder HEMNES findet man zum Start des Projekts am 1. September 2018 im Online-Portal unter www.ikea.de/zweitechance. Hier gibt man an, welches Produkt man zurückgeben möchte und beantwortet einige Fragen zum Zustand des Möbelstücks. Danach erhält man noch in dem Portal ein Dokument mit Preisvorschlag. Wenn man das Produkt zu diesem Preis an IKEA verkaufen will, nimmt man das Dokument und das aufgebaute Möbelstück in eine der teilenehmenden Filialen. Insofern alle Angaben korrekt waren, kauft IKEA das Produkt zurück.

Der Preis soll nach Angaben des Unternehmens bei 30 bis 50 Prozent des Neuwerts liegen, abhängig vom Zustand des Möbelstücks. Der verkaufende Kunde erhält das Geld allerdings nicht in bar, sondern als Guthabenkarte und kann damit neue IKEA-Produkte kaufen. Das gebrauchte Teil landet in der „Fundgrube“ und wird zum selben Preis oder günstiger weiterverkauft, sodass IKEA an den Gebrauchtmöbeln kein Geld verdient.

Ob „Zweite Chance“ bald in allen Filialen angeboten wird, hängt vom Verlauf der Pilotphase ab. Zunächst einmal wird die Rückkaufoption in den Pilothäusern Berlin Lichtenberg, Kaarst, Siegen, Hannover Expo Park und Würzburg angeboten. „Sobald uns aussagekräftige Zahlen vorliegen und wir sehen, dass unsere Kunden den neuen Service gern in Anspruch nehmen, werden wir die „Zweite Chance“ auf weitere Häuser ausrollen“, erklärt Projektleiterin Cornelia Obitz.

Was wurde eigentlich aus dem Gebäudeenergiegesetz? Eine Übersicht

Es sollte die energetischen Vorgaben für Neubauten zusammenführen, scheiterte aber im Koalitionsausschuss. Nun soll das GEG doch kommen – mit Auswirkungen fürs Handwerk.

Geplant war die Einführung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) eigentlich zum 1. April 2018. Doch noch vor der Sommerpause 2017 wurde der Beschluss ohne Angabe auf einen Neustart der Verhandlungen auf unbestimmte Zeit vertagt. Kurz vor der Sommerpause 2018 hatte die Bundesregierung die Verhandlungen allerdings wieder aufgenommen. Laut Medienberichten plant das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Gesetz nach der Sommerpause 2018 wieder ins Kabinett zu bringen. Bis zum Ende des Jahres solle das Gesetz laut Thorsten Herdan, Abteilungsleiter Energiepolitik im BMWi, endlich kommen. Grund hierfür sei, dass spätestens dann die EU die Definition eines Niedrigstenergiegebäudes einfordern würde, welche ebenfalls Hauptbestandteil des GEG ist.

Klare Ziele, unklare Wege

Hauptgrund für die Verzögerung des GEG ist die herrschende Uneinigkeit in einigen Punkten. Zwar sind die allgemeinen Ziele eindeutig, doch der Weg dorthin ist umstritten. Fest steht: Bis 2050 soll der Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral sein. Zudem soll der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte bis zum Jahr 2020 auf 14 Prozent steigen.

Trotz steigender energetischer Anforderungen, geht immer noch sehr viel Energie unnötig über das Gebäude oder die Fassaden verloren. Erste Verschärfungen wie die zum 1. Januar 2016 eingeführte Energieeinsparverordnung (EnEV), nach der neue Wohngebäude einen um 25 Prozent niedrigeren Primärenergiebedarf pro Jahr aufweisen müssen als bisher, brachten nur mäßigen Erfolg. Eine Verschärfung der EnEV ist laut aktuellem Koalitionsvertrag allerdings nicht geplant.

Neben der EnEV haben auch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) Einfluss auf die energetischen Anforderungen von Gebäuden. So bestimmt letzteres beispielsweise, dass Neubauten der öffentlichen Hand in einem bestimmten Umfang erneuerbare Energien zu Wärmezwecken nutzen müssen. Insgesamt müssen demnach insgesamt drei Regelwerke bedacht und umgesetzt werden, was einen erhöhten Bürokratieaufwand zur Folge hat.

Zusammenführen, was zusammen gehört

Um für mehr Übersicht zu sorgen und all diese energetischen Anforderungen zusammenzufassen, wurde im vergangenen Jahr der Gesetzesentwurf für das „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“ (kurz: Gebäudeenergiegesetz – GEG) vorgelegt. Was zunächst nach einer guten Idee klang, brachte allerdings noch einige offene Fragen hervor. Aus diesem Grund ließen Unionspolitiker laut Medienberichten seinerzeit das 140-seitige Gesetz vorerst im Abstimmungsprozess stoppen. Und auch das Baugewerbe zeigte sich zunächst skeptisch. Zwar begrüßte man prinzipiell die Pläne zur Zusammenlegung, aus Sicht des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) sei der Entwurf aber insgesamt nicht stimmig und enthalte sogar zusätzlichen bürokratischen Aufwand für die Betriebe. Dazu zähle beispielsweise der zunächst geplante „Erfüllungsnachweis“ für durchgeführte Arbeiten. „Doch in den Landesbauordnungen ist für den Neubau die Bauabnahme und die Verantwortung des Bauherrn, des Planers, des Bauleiters und der Unternehmer schon hinreichend festgelegt“, wird Dieter Kuhlenkamp vom ZDB in der Deutschen Handwerkszeitung zitiert.

Zudem bestünde laut ZDB die Gefahr, dass in anderen Bereichen, beispielsweise dem Brandschutz, dem Schallschutz oder der Erdbebensicherheit, ebenfalls Erfüllungsnachweise gefordert werden könnten. „Damit entstünde ein zu den Landesbauordnungen paralleles Regelungswerk. Dies ist nicht akzeptabel und wird weitere Hürden und Kosten beim Bauen verursachen“, so Kuhlenkamp.

GEG soll Ende 2018 in Kraft treten

Dass das Gebäudeenergiegesetz nicht wie geplant schon im Februar 2017 vom Bundeskabinett abgesegnet werden konnte, ist vor allem dem konservativen CDU/CSU-Flügel zu verdanken. Mit einem Protestbrief an den damaligen Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), in dem höhere Baukosten befürchtet wurden, stoppte die GEG-Einführung. Die Bedenken hielt die Union weiter aufrecht, sodass nun neue Abstimmungen nötig sind, damit das GEG Ende 2018 Inkrafttreten kann.

Die bis dato geplanten Neuerungen im Überblick

Im alten Referentenentwurf zum GEG vom 23.01.2017 sind folgende Neuerungen vorgesehen:

  • Das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) sollen zu einem einheitlichen Regelwerk mit der Bezeichnung „Gebäudeenergiegesetz“ (GEG) zusammengefasst werden.
  • Die DIN V 18599 von Oktober 2016, die für die energetische Bilanzierung aller Gebäude eine Neufassung erhält, soll das alte Bewertungsverfahren für Wohngebäude nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 nach einer Übergangsfrist ersetzen.
  • Ein energetischer Standard für „Niedrigstenergiegebäude“, der für Neubauten der öffentlichen Hand ab 2019 verbindlich anzuwenden ist, muss definiert werden. Dieser Standard sollte auf dem Niveau eines KfW-Effizienzhaus 55 liegen. Der seit 1.1.2016 einzuhaltende Jahres-Primärenergiebedarf soll dafür um 26 Prozent unterschritten werden, die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz um 12 Prozent.
  • Eine Definition des entsprechenden Standards für den Neubau privater Wohn- und Nichtwohngebäude soll später (allerdings noch vor 2021) erfolgen.
  • Die Möglichkeiten zur Anrechnung von gebäudenah erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien sollte ausgeweitet werden.
  • Eine „Neujustierung“ der Primärenergiefaktoren unter Berücksichtigung der Klimawirkung (CO2-Emissionen) und weiterer Nachhaltigkeitskriterien wurde auf eine später zu erlassende Verordnung ausgelagert.
  • Einführung eines „Erfüllungsnachweises“ für Neubauten zur Verbesserung des Vollzugs der Anforderungen.
  • Energieausweise sollten zukünftig verpflichtend auch CO2-Kennwerte enthalten, die Effizienzklassen sollten sich nicht mehr an der Endenergie orientieren, sondern an der Primärenergie. Die Ausstellungsberechtigung für Nichtwohngebäude sollte auf alle Berufsgruppen des bisherigen §21 EnEV erweitert werden.

 

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Home Smart Home: Jeder Vierte ist auf dem Weg zum intelligenten Zuhause

Smart-Home-Lösungen sind inzwischen so beliebt, dass jeder fünfte dafür sogar mehr Miete zahlen würde, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Licht und Heizung via Smartphone steuern, Haushaltsgeräte per Stimme bedienen oder die eigenen vier Wände mit intelligenten Überwachungssensoren sicherer machen: Jeder vierte Bundesbürger (26 Prozent) besitzt mindestens eine Smart-Home-Anwendung. Verbreitet sind vor allem intelligente Beleuchtung (17 Prozent), Video-Überwachung (14 Prozent) und Sprachassistenten (13 Prozent). Parallel nimmt die Bekanntheit von vernetzter Haustechnik in der Breite der Bevölkerung zu: 7 von 10 Bundesbürgern (70 Prozent) haben bereits vom Begriff Smart Home gehört (2016: 61 Prozent). Davon können 7 von 10 (71 Prozent) beschreiben, was gemeint ist, 2016 waren es erst 53 Prozent.

„Wir erleben gerade den Durchbruch des Smart Home und den Siegeszug der Sprachassistenten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg zur Vorstellung der Studienergebnisse im Vorfeld der IFA in Berlin. „Beim Smart Home geht es nicht um Technikspielereien, es geht um gesellschaftliche Veränderungen, die z.B. ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu Hause ebenso ermöglichen wie eine dezentrale, ressourcenschonende Energieversorgung. Aus wirtschafts- und standortpolitischer Perspektive wird es in den kommenden Jahren vor allem um die Frage gehen, wer die Smart-Home-Plattformen betreibt.“

Großes Potenzial für Smart-Home-Anwendungen

Mehr als ein Drittel der Bundesbürger (37 Prozent) plant, sich in den nächsten zwölf Monaten eine smarte Anwendung für das Zuhause anzuschaffen. Besonders hoch im Kurs stehen Heizungsthermostate (29 Prozent) und intelligente Beleuchtung (27 Prozent). Smarte Staubsauger (15 Prozent) und Gartengeräte (12 Prozent) sind ebenfalls gefragt. Beliebt sind auch Produkte, die das Wohnen sicherer machen, wie Video-Überwachung (18 Prozent), Alarmanlagen (11 Prozent) und Schließanlagen (7 Prozent). Jeder zehnte Bundesbürger will sich außerdem einen Sprachassistenten zulegen. „Das Smart Home verbreitet sich nach dem Schneeballeffekt: Was bei dem einen gut funktioniert, hält wenig später Einzug bei Freunden und Bekannten“, sagt Berg.

Technische Bedenken halten vom Kauf ab, können aber leicht gelöst werden

Befragte, die noch keine Smart-Home-Anwendung gekauft haben, äußern häufig technische Bedenken: 37 Prozent empfinden die Installation der Technik als zu aufwendig, ein Drittel hält die Bedienung für zu kompliziert (33 Prozent). 36 Prozent geben an, dass die Geräte zu teuer seien, 27 Prozent halten ihren Nutzen für zu gering. 26 Prozent fürchten Hacker-Angriffe und 24 Prozent haben Angst um ihre Privatsphäre.

Viele Smart-Home-Besitzer haben sich bei der Installation ihrer Haustechnik professionelle Hilfe vom Techniker, Handwerker oder Installateur geholt (48 Prozent). Knapp jeder Vierte (23 Prozent) hat bei der Inbetriebnahme auf die Hilfe von Freunden, Bekannten und Kollegen gesetzt. 16 Prozent haben Unterstützung bei einem Familienangehörigen gesucht, der nicht im selben Haushalt lebt. Bei 14 Prozent hat jemand aus dem eigenen Haushalt die Smart-Home-Anwendung installiert. Nur 9 Prozent geben an, die Lösungen selbst installiert zu haben. Ein Drittel der Bundesbürger (34 Prozent) würde sich gerne Rat vom Experten holen und hätte Interesse an einer Beratung zum smarten Zuhause. Davon wären 59 Prozent bereit, für eine solche Beratung zu bezahlen.

„Die Angst vor technologischen Hürden sollte niemanden abhalten, sich eine Smart-Home-Anwendung zuzulegen“, sagt Berg. „Nur wenige Verbraucher installieren alles selbst, es ist vollkommen normal, sich Hilfe zu holen. Fünf Minuten Unwissenheit tauscht man hier gegen mehr Komfort, höhere Sicherheit oder ein längeres, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden.“

Smartphone ist Steuerungszentrale, bekommt aber Konkurrenz

Die meisten Smart-Home-Besitzer steuern ihre Anwendung über das Smartphone (76 Prozent), das damit die Steuerungszentrale Nummer Eins im Smart Home ist. 44 Prozent greifen auf ihr Tablet zurück und 38 Prozent auf eine Fernbedienung. Deutlich aufgeholt hat in den letzten beiden Jahren der Sprachassistent, über den mittlerweile 37 Prozent ihre Geräte steuern. 2016 waren es erst 2 Prozent. „Sprachassistenten verbreiten sich rasant – und sie werden in immer mehr Geräte integriert“, sagt Berg. „In den nächsten Jahren werden wir Geräte zuhause wie selbstverständlich mit unserer Stimme steuern.“

Die Daten wandern häufig in die Cloud

Die gespeicherten Daten der Geräte wandern in den meisten Fällen in die Cloud. So geben zwei Drittel (65 Prozent) an, dass die Daten außerhalb des Hauses in einer Cloud-Anwendung des Anbieters gesichert werden. Bei 26 Prozent werden diese innerhalb des Hauses, lokal auf den Geräten oder im Heimnetzwerk gespeichert. 7 Prozent geben an, nicht zu wissen, wo die Daten gespeichert werden. „Die Sicherheit der Geräte und der Schutz der erhobenen Daten sind zentrale Voraussetzungen für den Erfolg des Smart Home. Verbraucher sind gut beraten, bereits bei der Anschaffung der Geräte bewusst auf Sicherheits-Features zu achten“, sagt Berg.

Für eine Smart-Home-Ausstattung würden Bürger mehr Miete zahlen

Jeder zweite Bundesbürger (57 Prozent) geht davon aus, dass Smart-Home-Anwendungen in wenigen Jahren in jedem Haushalt zu finden sein werden. 39 Prozent sagen, dass sie am liebsten alle technischen Geräte in ihren eigenen vier Wänden miteinander vernetzen und zentral steuern würden. Für fast jeden Dritten (31 Prozent) werden bei der Entscheidung für die nächste Wohnung oder das nächste Eigenheim Smart-Home-Anwendungen eine Rolle spielen. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) wäre bereit, für Wohnungen mit Smart-Home-Ausstattung mehr Miete zu bezahlen. „Smart-Home-Lösungen werden in deutschen Haushalten künftig so selbstverständlich sein wie Strom, Licht und fließendes Wasser“, sagt Berg. „Die Neugier und Offenheit für Smart Home Anwendungen in der Bevölkerung ist da. Wichtig ist, dass wir über die Potenziale informieren, ein Maximum an Sicherheit schaffen und den Verbrauchern bei einem selbstbestimmten Umgang mit den neuen Technologien helfen.“

 

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.611 Personen in Deutschland ab 14 Jahren telefonisch befragt, darunter 425 Besitzer von Smart-Home-Anwendungen.

 

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Holzbau-Fachwissen soll einfacher verfügbar gemacht werden

Das Holzbau-Fachwissen soll zukunftsorientiert ausgerichtet und für Planer und Bauinteressierte mit Hilfe digitaler Formate noch einfacher zugänglich gemacht werden.

Darauf verständigte sich der Vorstand von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes im Rahmen der Vorstandssitzung vom 2. August 2018. In den letzten fünf Jahren hat Holzbau Deutschland gewaltige Anstrengungen unternommen und vermehrt Forschung und Entwicklung für den Holzbau betrieben. Das Informationsangebot konnte dadurch in Qualität und Umfang zunehmend gesteigert werden. Bereits das von Holzbau Deutschland initiierte Strategiepapier „Wachstumsmarkt Holz|Bau plus“ skizziert anhand konkreter Vorschläge, wie der Wissenstransfer der Forschungsergebnisse an die für den Holzbau relevanten Zielgruppen sichergestellt wird.

Dazu erklärte der Vorsitzende Peter Aicher: „Nicht nur Forschung und Entwicklung sind wichtig um den Holzbau wettbewerbsfähig zu machen. Wir wollen für den Holzbau begeistern. Entscheidend dafür ist, dass wir durch einen breit aufgestellten Wissenstransfer all diejenigen, die in Holz planen und bauen, noch besser unterstützen. Daher müssen wir alle Informationen zur Verfügung stellen, die ein besseres Verständnis für den Holzbau schaffen und die Vertrauen und Sicherheit in seiner Anwendung fördern.“

Online-Katalog soll Abhilfe schaffen

Der erste Schritt war die Veröffentlichung des Online-Katalogs Dataholz.eu im Juli 2018. Dataholz.eu bietet Architekten, Planern, Baubehörden und Ausführenden eine Sammlung bauphysikalischer und ökologischer Daten für Holz- und Holzwerkstoffe, Baustoffe, Bauteile und Bauteilfügungen für den Holzbau. Der ursprünglich für den österreichischen Markt entwickelte Online-Katalog wurde in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München mit einer Auswahl von neuen und vorhandenen Bauteilen mit Nachweisen für den deutschen Markt ergänzt. Gefördert wurde das Projekt durch die DBU – Deutsche Bundesstiftung Umwelt und dem Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks.

Intensiv diskutierte der Vorstand darüber, die mobile Verfügbarkeit von Informationen stärker auszubauen. Denn längst sind Smartphones und Tablets zu unseren ständigen Begleitern geworden und kommen vermehrt auch im beruflichen Alltag zum Einsatz. Der stellvertretende Vorsitzende von Holzbau Deutschland Josef Schlosser betont: „Die mobilen Geräte setzen neue Standards was die Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Wissen angeht. Dadurch steigt auch die Erwartungshaltung unserer Nutzer. Sie erwarten, dass sie auf die für sie relevanten Informationen jederzeit und von überall zugreifen können. Daher prüfen wir alle modernen technischen Mittel, die sich als Nachschlagewerk für Holzbauunternehmer, Architekten und Planer eignen. Das könnte beispielsweise eine Fachwissen-App sein. Mit einem mobilen Zugang auf das Holzbau-Fachwissen könnten Fragen, die auf einer Baustelle spontan auftauchen, schnell geklärt werden. Damit würden wir den Nutzern einen echten Mehrwert bieten. Denn letztendlich können sie so produktiver und effizienter arbeiten.“

 

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Kältemittel-Verbot fällt auf Handwerker zurück

Fast 200 Länder haben sich 2016 auf die Abschaffung von klimaschädlichen Kältemitteln geeinigt. Eine gute Nachricht für die Umwelt, eine schlechte fürs Kälte-Handwerk.

Jeder, der im aktuell sehr heißen Hochsommer in den Genuss einer Klimaanlage kommt, weiß die kühlende Wirkung der Geräte zu schätzen. Erzeugt wird dieser Effekt durch Kältemittel, in den meisten Fällen mithilfe von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW). Leider haben diese Stoffe, auch wenn sie zur Kühlung dienen, in der Atmosphäre den gegenteiligen Effekt und gelten als mitverantwortlich für Temperaturanstiege und Klimawandel. Die EU und andere Länder haben deshalb einen Ausstieg aus der Nutzung dieser Stoffe beschlossen, was den deutschen Kältebauern derzeit viel Ärger einbringt.

Umstieg auf natürliche Stoffe

Im Gegensatz zu den Chemikalien sollen ab 2030 nur noch Kältemittel mit natürlichem Ursprung genutzt werden. Geregelt ist dies in der EU-Verordnung Nr. 517/2014, auch F-Gase-Verordnung genannt, in welcher der stufenweise Abschied von fluorierten Gasen (F-Gase) festgehalten ist. Eine dieser Stufen stellt das aktuelle Jahr 2018 dar, denn bis zum Jahresende sollen 30 Prozent weniger F-Gase verbraucht werden als im Jahr zuvor.

Die Industrie muss diesen Vorgaben nachkommen und tut dies auch: Derzeit fahren die großen Hersteller für Kältemittel ihre Produktion der bald verbotenen Stoffe deutlich zurück und konzentrieren sich auf umweltfreundlichere Alternativen.

Handwerker im Kreuzfeuer

Unter dieser Entwicklung leiden insbesondere Kälteanlagenbauer und ihre Kunden. Denn auch wenn das Kältemittel in Klimaanlagen im Normalfall nicht getauscht werden muss, ist dies im Schadensfall sehr wohl der Fall. Da es aber immer weniger Vorräte an den alten Kältemitteln gibt, können viele Anlagen schon jetzt nur noch ausgetauscht statt repariert werden. Für die Kunden ist dies natürlich extrem aufwändig und teuer, weshalb ihr Zorn meist auf die ausführenden Handwerker gerichtet wird.

So passiert es oft, dass Altanlagen mit Bestandsschutz vom Kunden gern weiter betrieben werden möchten, dies aber bei einem Defekt nicht möglich ist. „Wir bekommen oft zu hören, dass wir unsere Versprechen nicht halten, dass eine Anlage mindestens zehn Jahre nutzbar ist, wenn wir sie nun doch nach fünf Jahren tauschen müssen“, berichtet Heribert Baumeister aus dem Vorstand des Bundesinnungsverbandes des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV). Er weist darauf hin, dass die deutschen Betriebe lediglich nach europäischen Vorschriften handeln und keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Kältemitteln haben.

Potentiale nicht nutzbar

Darüber hinaus trifft auch der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel das Gewerk schwer: Zu der derzeitigen Umrüstungsphase kommt nämlich auch noch ein generelles Nachfragewachstum nach Klimaanlagen in Wohngebäuden. Es ist also sehr viel Arbeit vorhanden, doch fehlt es den meisten Betrieben an Arbeitskräften, um diese Potentiale auch auszuschöpfen.

„Die Auftragslage ist auch ohne zusätzliche Nachfrage stark. Immer mehr Privatleute wollen den Komfort einer Klimaanlage nutzen und auch ein großer Teil der Wirtschaft setzt Anlagen ein, die ohne Kühlung nicht auskommen – etwa die gesamte Kunststoffindustrie oder die Lebensmittelherstellung“, berichtet Baumeister in der Deutschen Handwerkszeitung.

Auch Autos betroffen

Neben Gebäuden gibt es auch in Fahrzeugen Klimaanlagen, die auf Kältemittel setzen. Allein in Deutschland fahren noch mehrere Millionen Autos, in denen das Mittel R134a verwendet wird, auch wenn dies in neueren Fahrzeugen nicht mehr zum Einsatz kommt. R134a gehört zu den besonders klimaschädlichen Stoffen, da es eine 1430-mal so hohe Treibhauswirkung wie CO2 aufweist, und wird deshalb ebenfalls nicht mehr produziert. Autobesitzer, die künftig ihre Klimaanlage bei Reparaturen oder Wartungen neu befüllen lassen müssen, müssen sich deshalb auf deutlich höhere Preise für Kältemittel einstellen.

 

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Betriebe werden weiterhin mit Rundfunkbeitrag belastet

Das Bundesverfassungsgericht hat die Gebühren zum Rundfunkbeitrag für rechtmäßig erklärt. Wir erklären, was dies für Betriebe bedeutet und wie Handwerker sparen können.

Rundfunkbeitrag, GEZ, Beitragsservice, Zwangsabgabe – viele Deutsche haben kein Verständnis für die Gebühren, die jeder Bürger und jedes Unternehmen zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien in der Bundesrepublik aufbringen muss. Aus diesem Grund landen immer wieder Klagen gegen den Rundfunkbeitrag vor Gericht. Das Bundesverfassungsgericht hat das Gebührenmodell aber nun zum größten Teil bestätigt.

Regelungen bleiben größtenteils gleich

Daraus folgt, dass sich trotz der vielen Klagen nicht viel an den bisherigen Regelungen ändert und die gekannten Beitragssätze erhalten bleiben. Lediglich Besitzer von Zweitwohnungen dürfen sich freuen, denn diese zweite Wohnung kann nun unter Umständen von der Gebühr befreit werden. Geklagt hatte ein alleinstehender Mann mit zwei Wohnungen, da er unmöglich an zwei Orten gleichzeitig Fernsehen schauen oder Radio hören kann.

Dies war allerdings das einzige Zugeständnis, das das Gericht den GEZ-Gegnern machte. Alle anderen Klagen wurden abgewiesen, darunter auch ein Einwand gegen das Gebührenmodell bei mehreren Betriebsstätten und betrieblich genutzten Fahrzeugen. Nach wie vor ist es so, dass ein Unternehmen für jede Betriebsstätte und jeden Pkw, Lkw oder Bus einen Beitrag entrichten muss. Das Gericht entschied, dass Radioempfang in gewerblich genutzten Fahrzeugen einen Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen bedeutet, da man Mitarbeiter und/oder Kunden unterhalten könne und über den Rundfunk Informationen für das Unternehmen erhalte.

Handwerk ist entrüstet

Gerade das deutsche Handwerk zeigte sich erzürnt über die Entscheidung des Gerichts. „Dass das Gericht den Kfz-Beitrag für Unternehmen nicht moniert hat, enttäuscht uns. Hier entstehen den Handwerksbetrieben Kosten und ein erheblicher Meldeaufwand, ohne dass sie durch die Nutzung des Autoradios einen Vorteil hätten“, äußerte sich der baden-württembergische Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold. Viele kleine Handwerksunternehmen hätten mehrere Fahrzeuge und Betriebsstätten und würden durch diese Regelung zusätzlich belastet. Fahrzeuge seien in der Lasten- und Personenbeförderung unverzichtbar, mit oder ohne Radio.

Daneben hatte sich auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDB) und der Handelsverband Deutschland (HDE) zu Wort gemeldet und die Gebühren für mehrere Betriebsstätten kritisiert. „Unternehmen mit mehreren Betriebsstätten müssen einen ungleich höheren Beitrag entrichten als nach der Beschäftigtenzahl gleich große Unternehmen mit nur einem Standort. Diese ungerechte Regelung muss reformiert werden“, so HDE-Präsident Sanktjohanser. Mit solchen Regelungen mache man den Rundfunkbeitrag nur noch unbeliebter.

Die Gebühren für Unternehmen im Detail

Aber wie viel müssen Unternehmer eigentlich bezahlen? Im Gegensatz zu privaten Wohnungen, die pauschal 17,50 Euro im Monat zahlen, gibt es eine weite Palette an Vorschriften für Betriebe. So sind die monatlichen Beiträge danach gestaffelt, wie viele Beschäftigte an einer Betriebsstätte angestellt sind:

  • 0 bis 8 Beschäftigte: 5,83 Euro (Drittelsatz)
  • 9 bis 19 Beschäftigte: 17,50 Euro (voller Satz)
  • 20 bis 49 Beschäftigte: 35 Euro (doppelter Satz)
  • 50 bis 249 Beschäftigte: 87,50 Euro (fünffacher Satz)
  • 250 bis 499 Beschäftigte: 175 Euro (zehnfacher Satz)
  • 500 bis 999 Beschäftigte: 350 Euro (zwanzigfacher Satz)
  • 1.000 bis 4.999 Beschäftigte: 700 Euro (vierzigfacher Satz)
  • 5.000 bis 9.999 Beschäftigte: 1.400 Euro (achtzigfacher Satz)
  • 10.000 bis 19.999 Beschäftigte: 2.100 Euro (hundertzwanzigfacher Satz)
  • Ab 20.000 Beschäftigte: 3.150 Euro (hundertachtzigfacher Satz)

Hier zeigt sich, was Handwerksvertreter an der Regelung stört: Im Gegensatz zur Industrie haben kleine und mittelgroße Firmen – wie beispielsweise Bäcker oder Frisöre – viele kleine Standorte, für die sie jeweils den Drittelsatz oder den vollen Satz zahlen müssen. So sind vier Betriebsstätten mit zehn Mitarbeitern doppelt so teuer wie eine Betriebsstätte mit 40 Mitarbeitern, auch wenn dieselbe Menge an Personal eingesetzt wird.

Kaum einfacher ist die Regelung bei Fahrzeugen, für die jeweils der Drittelsatz gezahlt werden muss. Dabei ist ein Fahrzeug pro Betriebsstätte vom Rundfunkbeitrag befreit, für jedes weitere gilt: Alle Fahrzeuge der EG-Fahrzeugklassen M (Personenkraftwagen) und N (Lastkraftwagen) sind beitragspflichtig, also in erster Linie Autos, Busse, Lastwagen und Lieferwagen. Ausgenommen sind dagegen Anhänger (Klassen R und O), zwei- und dreirädrige Fahrzeuge (Klasse L), land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge (Klassen C und T) sowie selbstfahrende Arbeitsmaschinen ohne Zulassung.

Rechenbeispiel

Ein Unternehmen hat einen Hauptsitz mit 30 Mitarbeitern und zwei Zweigstellen mit jeweils fünf Mitarbeitern sowie sechs beitragspflichtige Fahrzeuge. Der Unternehmer muss nun folgenden Monatsbeitrag entrichten:

  • 35 Euro für den Hauptsitz
  • 2 mal 5,83 Euro für die beiden Zweigstellen = 11,66 Euro
  • 3 mal 5,83 Euro für die Fahrzeuge = 17,49 Euro

Insgesamt zahlt der Unternehmer 64,15 Euro (35 + 11,66 + 17,49). Drei Fahrzeuge sind befreit, da das Unternehmen drei Betriebsstätten hat.

Wie kann man sparen?

Findige Chefs suchen natürlich nun nach Wegen, die Beiträge möglichst gering zu halten. Eine – vollkommen legale – Möglichkeit ist, die Zahl der Beschäftigten nicht pro Kopf, sondern differenziert anzugeben. Man kann nämlich mehrere Mitarbeiter beim Beitragsservice zusammenfassen oder nicht melden, wenn sie nicht Vollzeit arbeiten:

  • Beschäftigte mit über 30 Wochenstunden zählen komplett.
  • Beschäftigte mit 21 bis 30 Wochenstunden zählen mit dem Faktor 0,75
  • Beschäftigte mit maximal 20 Wochenstunden zählen mit dem Faktor 0,5
  • Auszubildende und geringfügig Beschäftigte sind befreit

Wenn also in einer Betriebsstätte fünf Vollzeitkräfte, vier Halbtagskräfte und drei Azubis arbeiten, können sie entweder pro Kopf als zwölf Arbeitnehmer gemeldet werden (5 + 4 + 3 = 12) oder als sieben Mitarbeiter, denn Halbtagskräfte zählen nur zur Hälfte und Azubis gar nicht (5 + 4×0,5 + 3×0 = 7). Dadurch würde die Betriebsstätte unter die Marke von zehn Beschäftigten rutschen und nur ein Drittel der Beitragssätze kosten.

Zu Guter Letzt: Auszubildende und Studenten, die nicht mehr zu Hause wohnen und Berufsausbildungsbeihilfe beziehungsweise BAFöG beziehen, sind vom Rundfunkbeitrag befreit und müssen ihn auch in ihrer Privatwohnung nicht zahlen.

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Umsatz von Lampen und Leuchten über fünf Milliarden Euro

Lampen und Leuchten verkaufen sich weiterhin prächtig. Das Marktvolumen der Produktgruppen knackte auch 2017 ersten Berechnungen nach die Marke von fünf Milliarden Euro.

Der Markt für Leuchten und Lampen bleibt deutlich über der Fünf-Milliarden-Umsatzgrenze und erreicht 2017 ein Volumen von 5,35 Milliarden Euro. Damit hält sich die Branche nach dem starken Umsatzanstieg 2016 auf hohem Niveau. Das zeigt der aktuelle „Branchenfokus Leuchten & Lampen“ von IFH Köln und BBE Handelsberatung, der Details zum Markt liefert. Prognosen zufolge wir das Umsatzwachstum allerdings bis 2022 stagnieren.

„Auch wenn wir mittelfristig mit einer Stagnation rechnen, ist langfristig gesehen das Potenzial im Leuchtenmarkt weiterhin hoch. Die Möglichkeiten mit LED und OLED sind aktuell noch längst nicht ausgeschöpft und die möglichen Auswirkungen der technischen Revolution auf den Markt daher noch nicht absehbar. Dennoch ist eines unstrittig: Künftig erwarten uns noch viele Innovationen – vor allem in den Bereichen Anwendung und Design“, so Uwe Krüger, Senior Consultant am IFH Köln.

Warengruppen: Wohnleuchten verlieren, Trage- und Taschenleuchten gewinnen

Es profitieren jedoch nicht alle Warengruppen von der stabilen Entwicklung des Gesamtmarktes. So büßen beispielsweise Wohnleuchten sieben Prozent ihres 2016er Umsatzes ein und erzielen 2017 ein Volumen von 1,22 Milliarden Euro. Innerhalb des Segments werden vor allem Tisch-, Schreibtisch- und Nachttischleuchten seltener gekauft und verbuchen ein Minus von 13,4 Prozent. Andere Warengruppen können hingegen von LED-Vorteilen wie dem geringen Stromverbrauch und einer längeren Lebensdauer profitieren. So generiert beispielsweise der kleine Teilmarkt der Trage- und Taschenleuchten anhaltendes Wachstum.

Fachhandel hält seine Position

Der Vertrieb der Leuchten spiegelt in etwa die Gesamtmarkttendenz. Der zur Verfügung stehende Verteilungsspielraum von 5,35 Milliarden Euro ist vergleichsweise stabil aufgestellt. So verteidigt der Fachhandel trotz seiner Fokussierung auf Dekoratives seine Position und bleibt auf (moderatem) Wachstumskurs. Internet-Pure-Player wachsen dagegen wie gewohnt stark, sind aber noch als Nischenanbieter einzustufen.

„Neben den Onlinehändlern haben beratungsintensive Vertriebsformen wie der Leuchtenfachhandel derzeit Vorteile im Markt. Auch der Möbelhandel dürfte sich behaupten, zumindest diejenigen (oft höherwertigen) Einrichter, die das Thema Licht als Bestandteil der Einrichtung begreifen und Beleuchtungskonzepte erstellen“, so Sebastian Deppe, Mitglied der Geschäftsführung bei der BBE Handelsberatung.