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Steildächer: Ende der Talfahrt in Sicht

Für den deutschen Steildach-Markt sah es die letzten Jahre eher mau aus. Nach 2018 könnte sich dies allerdings nun ändern, wie erste Marktanalysen jetzt zeigen.

Am arg gebeutelten Markt für geneigte Dächer in Deutschland zeigte sich 2018 möglicherweise Licht am Ende des Tunnels: Zwar gaben die Herstellererlöse nochmals leicht nach, für 2019 ist jedoch zumindest mit einem stabilen Ergebnis zu rechnen – zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine aktuelle Marktstudie zu Dachmaterialien in Deutschland von Branchenradar.com.

Trotz florierender Baukonjunktur entwickelte sich der Markt für Dachbaustoffe rund um geneigte Dächer in den letzten Jahren rückläufig: Zwischen 2012 und 2017 verlor die Warengruppe erlösseitig nahezu fünfzehn Prozent an Volumen. Auch 2018 gab der Markt nochmals leicht nach. Mit minus 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr bremste sich der Abschwung aber merklich ein. Insgesamt setzten im vergangenen Jahr die Hersteller von Dachmaterial für geneigte Dächer am deutschen Markt 876 Millionen Euro um. Der leichte Umsatzrückgang zog sich weitgehend gleichförmig durch alle Produktgruppen.

Der Umsatz mit Dachziegeln und Faserzement sank um jeweils rund 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Betondachstein und Metalldeckungen lag das Minus bei etwa einem Prozent gegenüber Vorjahr.

Abgesehen vom konstant hohen Preisdruck sorgte einmal mehr das schwache Sanierungsgeschäft für die misslichen Absatzahlen. Dazu hat auch der anhaltende Fachkräftemangel beigetragen – wodurch es dem verarbeitenden Handwerk nicht gelang, ausreichende Personalkapazitäten zur Verfügung zu stellen. Und da die vorhandenen Ressourcen stark im Neubau gebunden waren, konnten vielerorts Sanierungsvorhaben nicht umgesetzt werden.

Architektur wenig Steildach-freundlich

Das Neubaugeschäft wuchs indessen konstant um etwa ein Prozent gegenüber Vorjahr, wobei das Marktpotential allerdings noch deutlich höher gewesen wäre. Der besseren Ausschöpfung standen jedoch die vermehrte Errichtung von Flachdächern sowie gravierende Änderungen in den Dachformen infolge des Trends zu kubischen Baukörpern entgegen. Statt Sattel- oder Walmdächern wurden öfter einfache Pultdächer errichtet, wodurch die zu bedeckende Dachfläche substanziell schrumpfte. Der Trend wird seit etwa zwanzig Jahren beobachtet und ein Ende ist nicht in Sicht.

Nichtsdestotrotz ist für die Anbieter Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Denn mit dem Ergebnis von 2018 sollte die Talsohle erreicht worden sein. Nach Berechnungen von Branchenradar.com Marktanalyse ist im aktuellen Jahr zumindest mit einem stabilen Umsatz zu rechnen.

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4.000 Euro bei bestandener Prüfung

Bremen zahlt seinen Bürgern, die eine Aufstiegsfortbildung erfolgreich absolvieren, einmalig eine Prämie von 4.000 Euro. Auch in anderen Bundesländern gibt es Zuschüsse.

Die Frage nach der Sicherung des Fachkräftnachwuchses stellt sich nicht nur Bremen. Die Freie Hansestadt stellt ihren Bürgern seit dem ersten Januar einen finanziellen Anreiz von 4.000 Euro in Aussicht, wenn sie eine Aufstiegsfortbildung wie den Meister, Fachwirt, Techniker oder Betriebswirt absolvieren. Ebenso soll die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung mehr in den Vordergrund rücken, um mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung zu begeistern.

Von der Richtlinie des Bremer Senats profitieren Absolventen, die ihre Fortbildung zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2020 erfolgreich abschließen. Interessierte können sich an den Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen wenden. Dieser ist für die Beratung, Antragsannahme und Bewilligung der Prämie zuständig.

Andere Bundesländer, andere Anreize

Bremen ist allerdings nicht das einzige Bundesland, das seinen Handwerkern einen Zuschuss bei bestandener Fortbildung zahlt. In Bayern gibt es zum Beispiel den sogenannten Meisterbonus mit 2.000 Euro. In NRW gibt es keinen Meisterbonus, dafür aber eine Meistergründungsprämie über 7.500 Euro, die das Land bei Gründung, Übernahme oder der Beteiligung an einem Betrieb auszahlt. In Berlin liegt die Gründungsprämie sogar bei 15.000 Euro. Auch viele andere Länder winken mit finanziellen Boni bei bestandenen Meisterprüfungen oder der Gründung eines Betriebes.

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Handwerk geschockt: Fahrverbot auch für neuste Diesel möglich

Die Verwässerung der strengen Euro-6-Grenzwerte für PKW ist laut Europäischem Gericht (EuG) unzulässig. Damit drohen ab 2021 auch Fahrverbote für neueste Diesel.

Handwerker mit Dieselfahrzeuge müssen sich auf neue Unsicherheiten einstellen: Nach einem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichts, könnten ab 2021 auch neuste Diesel der Euro-6-Norm aus europäischen Großstädten verbannt werden. Laut Gericht habe die EU-Kommission bei der Einführung neuer Abgastest die Grenzwerte der Euro-6-Norm zu Unrecht gelockert. Die Luxemburger Richter stimmten damit einer Klage der Städte Paris, Madrid und Brüssel zu. Diese dürften die Grenzwerte nun vor Gericht anfechten und im Zweifel auch Fahrverbote für neuste Diesel verhängen, die zuvor offiziell zugelassen wurden.

Gegen das erstinstanzliche Urteil sind noch Rechtsmittel zum Europäischen Gerichtshof möglich. Die jetzigen Regelungen sollen daher noch rund 14 Monate anwendbar bleiben.

Auswirkungen noch nicht absehbar

Welche Folgen das Urteil für die Praxis hat, ist zurzeit noch unklar. In Stuttgart, wo seit Anfang des Jahres bereits Fahrverbote verhängt wurden, wächst die Unsicherheit nach der Entscheidung aus Luxemburg. „Das Urteil bringt große Unsicherheit für die Handwerker mit sich“, sagt Gesine Kapelle, Diesel-Expertin von der Handwerkskammer Region Stuttgart, gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung. „In Stuttgart sollen Handwerker bereits jetzt ihre Flotten erneuern. Lange galt die Euro-6-Norm als sicher. Doch wir raten unseren Betrieben, nur Fahrzeuge mit dem Standard Euro 6d-temp anzuschaffen, da nur diese neueste Version auch im Straßenbetrieb garantiert niedrige NOx-Werte haben. Doch leider sind die Fahrzeuge bisher nur vereinzelt verfügbar.“

Inzwischen habe die Landesregierung in Stuttgart zwar zugesagt, keine Fahrverbote für Euro-6-Diesel auszusprechen, in anderen Städten könnte dies aber durchaus eintreten. „Das Urteil besagt nicht, dass Fahrverbote für Euro 6 nun grundsätzlich zulässig oder zwingend notwendig sind. Es ist erst einmal nur ein Urteil, das sich mit dem formalen Weg der Festlegung von Vorgaben bei der Typenzulassung beschäftigt.“, wird Carsten Benke, Verkehrsexperte beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, in der Deutschen Handwerkszeitung zitiert. „Grundsätzlich könnte in der Zukunft aber die Möglichkeit bestehen, dass die Städte dann auch für aktuelle Euro-6-Diesel Fahrverbote aussprechen könnten. Das wäre aber überhaupt erst in einigen Jahren denkbar. Zudem ist für fast alle Städte in Deutschland anzunehmen, dass es dann gar keine nennenswerten Immissionsgrenzwertüberschreitungen mehr gibt. Bis dahin müssen sich alle Verantwortlichen massiv anstrengen und die Schadstoffbelastung senken.“

Klar sei allerdings, dass die Unsicherheiten für Dieselfahrer weiter zunehmen, was letztlich auch Fuhrpark-Modernisierungen im Wege stehe.

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Politische Debatte: Zurück zur Meisterpflicht

Eine Reform schaffte 2004 die Meisterpflicht ab. Allerdings nicht ohne Fehler und Probleme. Der Bundestag diskutiert nach über zehn Jahren nun eine Wiedereinführung.

Im Dezember 2018 debattierte der Bundestag zum ersten Mal darüber, ob die Meisterpflicht wieder eingeführt werden sollte. Nach Anträgen der FDP und der AFD setzt sich jetzt der Wirtschaftsausschuss mit der Forderung auseinander.

Durch die Veränderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 sei eine der tragenden Säulen des Mittelstands und damit der Wirtschaft geschwächt worden, so der AFD-Abgeordnete Tino Chrupalla, Malermeister aus Sachsen. Weiter wies er darauf hin, dass handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten einen hohen kulturellen Wert hätten. Diesen gelte es zu erhalten – mit dem Wissen und den Traditionen.

Kritik aus den Reihen der anderen Parteien

Gegenstimmen kamen von Seiten der FDP. „Mit diesem Antrag schaden Sie dem deutschen Handwerk mehr als sie ihm nutzen“, kritisierte der Elektromeister Manfred Todtenhausen. Seine Fraktion schloss sich an und forderte vor allem Anerkennung für das Handwerk. Und der Meisterbrief sei unverzichtbarer Bestandteil der beruflichen Bildung. Eine Ausweitung des Meisters auf mehr Berufe müsste außerdem besonnen ablaufen, so Todtenhausen weiter. An Peter Altmaier (CDU) richtete er sich mit einer Forderung: Der Bundeswirtschaftsminister soll bis Mai einen Gesetzentwurf dazu vorlegen.

Auch CDU/CSU will die Fehlentwicklungen korrigieren. Fakt sei, dass man mehr Meister gebrauchen könne, so Astrid Grotelütschen: „Der Meistertitel ist Garant für Qualität und Ausbildung.“ Im Koalitionsvertrag sei auch vereinbart, in Gesprächen mit Handwerkern eine Wiedereinführung des Meisters für einzelne Berufsbilder zu diskutieren, erklärte die Abgeordnete weiter.

Sabine Poschmann (SPD) kritisierte, dass der Antrag der AFD reichlich spät komme, da die Koalition sich bereits mit dem Thema auseinandersetze. Sie merkte auch an, dass nur noch rund 30 Prozent der Beschäftigten nach Tarifvertrag bezahlt würden. „So simpel, wie Sie die Gewerke zur Meisterpflicht zurückführen wollen, ist die Sache nicht.“ Auch den Antrag der FDP lehnte sie mit der Begründung ab, dass es bereits verschiedene Ausarbeitung zu dem Thema gebe und eine erneute Evaluation das ganze Verfahren in die Länge ziehen würde. Klaus Ernst von der Linken schloss sich der Meinung der SPD-Abgeordneten an und ergänzte ihre Rede um die Punkte, der geringen Urlaubstage und schlechten Arbeitsbedingungen, die Jugendliche häufig davon abhalten würden, eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf zu beginnen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung und keinen Schnellschuss forderte Claudia Müller von den Grünen.

Mögliche Richtigstellung der Reform von 2004 Ungefähr 15 Gewerke waren 2004 im Zuge der Novellierung der Handwerksordnung zulassungsfrei geworden. Die große Koalition überlegt nun eine Ausweitung der Meisterpflicht auf diese Gewerke. Dahinter steckt die Absicht, die in 2004 gemachten Fehler zu berichtigen. Seit der Reform können zum Beispiel Rolladenbauer und Fliesenleger ohne berufliche Qualifikation arbeiten. Dagegen benötigen Bäcker oder Schreiner, die ausbilden oder sich selbstständig machen wollen, einen Meisterbrief. Eine Arbeitsgruppe aus SDP und Union beschäftigt sich mit dieser Fragestellung. Ebenso wird überprüft, ob eine Rückkehr zur Meisterpflicht für bestimmte Berufe möglich ist. Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) lässt durch ein Gutachten prüfen, ob und wie eine Ausweitung der Meisterpflicht wirtschaftlich sinnvoll und rechtlich möglich ist.

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Bedenklich viel Schnee für Hausdächer

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor massiven Schneefällen in Süddeutschland. Besonders Flachdächer sollten von ihren Besitzern beobachtet werden, so der TÜV Rheinland.

Anhaltender Schneefall und meterweise Neuschnee kennzeichnen in diesem Jahr den Wintereinbruch, vor allem in Süddeutschland. Das wirkt sich nicht nur auf den Straßenverkehr aus, bei so einer Menge Schnee müssen auch Haus- und Immobilienbesitzer aufpassen. An das eingestürzte Dach der Sporthalle in Bad Reichenhall können sich viele noch erinnern. Zwar ist das ein Extrembeispiel, trotzdem gilt es aufmerksam zu sein. Der TÜV Rheinland warnt jetzt, dass der viele Schnee die Dächer folgenreich belasten kann. Daher empfiehlt er Besitzern das Wetter im Blick zu behalten.

Flachdächer unter besonderer Beobachtung

Doch es gilt nicht nur den Schneefall zu beobachten. Abhängig von der gefallenen Menge, kann aus einer im ersten Moment unbedenklichen Schneedecke schnell ein tonnenschweres Gewicht werden. Die Gewichtsunterschiede allein zwischen Pulver- und Neuschnee sind bereits enorm. Friert es dann noch und der Schnee wird zu Eis, muss das Dach 90 Kilogramm tragen – pro Quadratmeter. In erster Linie betrifft das laut TÜV Rheinland große Hallen mit Flachdächern oder leicht geneigte Dächer.

Professionelle Hilfe sinnvoll

Bei Privathäusern mit Spitzdächern ist ein Einsturz eher unwahrscheinlich. Allerdings kann es hier dazu kommen, dass sich die Schneemassen irgendwann lösen und unkontrolliert vom Dach stürzen. Hausbesitzer, die ein Flachdach haben und dieses vom Schnee befreien möchten, sollten aufpassen. Gerade Oberlichter sollten erkennbar sein, um Unfällen vorzubeugen. Genauso müssen Personen, die auf dem Dach arbeiten, gesichert sein. Ratsam ist es außerdem, den Schnee zeitgleich von verschiedenen Seiten zu entfernen, damit es nicht zu einseitigen Belastungen kommt. Liegen Flachdächer großer Hallen voller Schnee, ist es für eine Räumung unbedingt sinnvoll professionelle Hilfe heranzuziehen.

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DOYMA: Hauseinführungen weitergedacht

Mit den Bauherrenpakten All inclusive präsentiert DOYMA erstmals Mehrsparten-Hauseinführungen für Gebäude mit und ohne Keller, die als Komplett-Sets ausgeliefert werden.

Die Bauherrenpakete All inclusive wurden konzipiert, um Architekten, ausführenden Handwerksbetrieben, Fachplanern und Bauherren eine einfache Rundumsorglos-Lösung an die Hand zu geben, die garantiert alle erforderlichen Teile enthält, weit vorgefertigt ist, eine schnelle Montage ermöglicht und parallel mit mehreren Medienleitungen bestückt werden kann. Die richtungsweisenden Pakete werden erstmalig auf der BAU 2019 in München vorgestellt.

Viele Vorteile

Bei den Bauherrenpaketen All inclusive sind alle Dichtelemente werkseitig vormontiert, was für ausführende Handwerksbetriebe eine große Zeitersparnis bedeutet, da der Arbeitsaufwand im Vorfeld des Einbaus deutlich reduziert wird. Zudem sind die Gewerke mit Blindstopfen vorbelegt. Damit ist die Hauseinführung mit dem Einbau gas- und wasserdicht. Das bedeutet auch sicheren Schutz vor dem radioaktiven Bodengas Radon. Dadurch, dass alle erforderlichen Komponenten – auch die Abdichtung für das Gasgewerk (RMA und Schuck) im Set enthalten sind – kann stets termingerecht gearbeitet werden. Natürlich sind darüber hinaus eine flexible Belegung der einzelnen Sparten – unabhängig vom Baufortschritt – und auch ein späteres Relining möglich.

Das Bauherrenpaket All inclusive für nicht unterkellerte Gebäude beinhaltet zudem eine Abdichtung für die Entsorgungsleitung. Auf alle Bauherrenpakete gewährt DOYMA 25 Jahre Garantie – weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Wer sich für die All inclusive-Lösungen entscheidet, darf sich auf eine definierte Kostensicherheit und eine deutliche Ersparnis im Vergleich zum Einzelkauf freuen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bauherrenpaket.de

 

Kontakt

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Fon: 0 42 07/91 66-0

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Förderung des Holzbaus stößt auf Unmut

Die Baden-Württembergische Regierung plant den Holzbau stärker zu fördern. Die einseitige Unterstützung stößt bei Vertretern des Mauerwerks auf Gegenwind.

„Was würde passieren, wenn Baden-Württemberg die aktuelle Investitionsinitiative pro E-Mobilität von VW unterstützt, indem es die Behörden des Landes anweist, ab sofort nur noch VW-Fahrzeuge als Dienstwagen anzuschaffen? Ein Sturm der Entrüstung würde durchs Ländle fegen“, bringt Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), die Situation in Baden-Württemberg auf den Punkt. Die Landesregierung plant zwar den Holzbau intensiver zu fördern, den des Mauerwerks hingegen nicht. Damit greift sie in den Wettbewerb der Bauweisen ein.

Baden-Württemberg als Gewinner

Bedenkt man dabei, dass das Bundesland der größte Waldbesitzer ist und mit Verkauf von Holz aus staatlichem Besitz in 2011 mehr als 150 Millionen Euro mit einer Umsatzrendite von fast 25 Prozent erwirtschaftet wurden, bekommt die Situation eine ganz andere Brisanz. So würde vor allem Baden-Württemberg selbst von der Förderung profitieren. 

Dabei ist die Errichtung von Ein-und Mehrfamilienhäusern mit Mauerwerk rund zehn Prozent günstiger, als der Bau mit Holz. Die Kommunen und das Land, die per Vergaberecht daran gebunden sind wirtschaftlich zu handeln, investieren Steuergelder in öffentliche Bauten. Trotzdem bleibt eine Begründung dafür aus, warum die Holzbauweise dennoch bevorzugt werden sollte. Tritt die geplante Förderung in Kraft, werden die mit der Holzbauweise konkurrierenden Branchen kategorisch außen vor bleiben. In Baden-Württemberg sind das rund 45.000 Beschäftige, die indirekt oder direkt im Wohnbau mit Mauerwerken tätig sind.

Klare Zielvorgaben

Die Haltung von Ronald Rast von der DGfM ist daher klar: „Es müssen faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden und klare Zielvorgaben festgelegt werden.“ Denn nur so könne man schnell, kostengünstig und nachhaltig bauen. Es solle dem Sachverstand der Marktteilnehmer überlassen werden, welche Bauweise die bessere ist. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten entschlackt werden, optimierte Baunutzungsverordnungen und eine optimale Infrastruktur für die Zukunft des Bauens geschaffen werden. Vollkommen unnötig seien dagegen Festlegungen und Bauweisen, die von der Politik vorgeschrieben werden.

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Einfach mehr Lohn reicht nicht

Der seit Jahren andauernde Azubi-Mangel soll jetzt mit einer Mindestausbildungsvergütung in Angriff genommen werden. Die FDP stellt einen positiven Effekt in Frage.

Wieder mehr Menschen für eine duale Ausbildung begeistern, das ist das Ziel von Bildungsministerin Anja Karliczeck. Helfen soll dabei eine sogenannte Mindestausbildungsvergütung. Ab Januar 2020 sollen bundesweit alle Ausbildungsbetriebe dazu verpflichtet sein, sich an den Mindestlohn für Auszubildende zu halten. 504 Euro im ersten, 529 Euro im zweiten und 580 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Das sind zumindest die Zahlen, die im Gespräch sind.

Als unnötige Mehrbelastungen für Ausbildungsbetriebe schätzt dagegen die FDP die geplante Maßnahme ein. Gleichzeitig stellt sie in Frage, ob ein solcher Lösungsansatz tatsächlich die Wünsche von potenziellen Auszubildenden berücksichtigen würde. Daher bat sie in einer Kleinen Anfrage die Bundesregierung um Zahlen, die einen positiven Effekt einer Mindestvergütung auf die aktuelle Ausbildungssituation zeigen.

Unabgestimmter Schnellschuss

Einen Beleg können die Zahlen allerdings nicht liefern. Zwar zeigen Befragungen, dass viele Bewerber sich eine hohe Ausbildungsvergütung wünschen, allerdings seien Aspekte wie ein gutes Betriebsklima, sichere Arbeitsplätze und besonders gute Übernahme- und Aufstiegschancen den meisten noch viel wichtiger. Und obwohl die tarifliche Ausbildungsvergütung von 2007 bis 2017 um durchschnittlich 39,5 Prozent gestiegen ist, hat sich die Anzahl der Auszubildenden um 11,2 Prozent verringert. In Kleinstbetrieben mit bis zu neun Beschäftigten sank sie sogar um 31 Prozent. Die 15 Ausbildungsberufe, die die stärksten Besetzungsprobleme haben, zahlen allerdings bereits jetzt schon einen höheren Lohn, als im bundesweiten Durchschnitt. Zudem liegt dieser oberhalb der geplanten Mindestausbildungsvergütung. Der Sprecher für berufliche Bildung der FDP-Bundestagsfraktion, Jens Brandenburg, urteilt daher: „Der Vorstoß der Ministerin ist ein unüberlegter und unabgestimmter Schnellschuss.“

Weiter hält er die Mutmaßungen über die Zufriedenheit von Auszubildenden für vage. Der FDP-Politiker prangert außerdem an, dass viele Fragen offen blieben. Auswirkungen auf bestehende Ausbildungsverhältnisse oder auch in welcher Form Konsequenzen bei Nicht-Beachtung auf die Betriebe zukommen würden, werden nicht thematisiert. Ebenfalls blieb die Bundesregierung eine Einschätzung zum bürokratischen Mehraufwand schuldig. Man nehme sich der Frage aber in laufenden beziehungsweise anstehenden Beratungen an.

Zusätzliche Bürokratie ohne Effekt

„Ein Eingriff in die von den Tarifpartnern ausgehandelte Höhe von Ausbildungsvergütungen, würde in ein über Jahrzehnte bewährtes System eingreifen“, kritisiert der FDP-Abgeordnete Manfred Todtenhausen ebenfalls die Pläne der Bildungsministerin. Seine Befürchtung: Die geplante Mindestausbildungsvergütung bleibt ohne großen Effekt, bringt aber trotzdem zusätzliche Bürokratie und Kontrollen. „Damit dient es der gemeinsamen Sache nach mehr und besserer beruflicher Bildung nicht“, sagt er.

Die Tarifautonomie solle nicht in Frage gestellt werden, es solle lediglich um die Schaffung einer absoluten Untergrenze gehen, stellt die Bundesregierung in ihrer Antwort die Absichten klar. Weiter heißt es, dass Auszubildende auf diese Weise vor Vergütungen geschützt werden, die flächendeckend und branchenübergreifend sozial-, bildungs- und wirtschaftspolitisch nicht mehr als angemessen angesehen werden können. Oberhalb dieser gesetzlichen Mindeststandards sei es weiterhin an den Tarifpartnern, angemessene Ausbildungsvergütungen festzulegen. Stand jetzt gilt eine Vergütung als unzulässig, wenn sie die tarifliche Vergütung um mehr als 20 Prozent unterschreitet.

Regional statt bundesweit

Vor allem kleine Betriebe und Betriebe in Ostdeutschland würden laut einer Studie des Berufsbildungsinstituts (BIBB) durch eine solche Reglung stärker belastet. Bei 500 Euro Mindestvergütung müssten circa 19 Prozent aller Handwerksbetriebe mehr Geld auf den Tisch legen. „Eine bundeseinheitliche Ausbildungsvergütung wird dazu führen, dass nicht mehr, sondern weniger ausgebildet wird. Und das nicht, weil einige Betriebe keine höhere Ausbildungsvergütung zahlen wollen, sondern sie es schlichtweg nicht bezahlen können“, prognostiziert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Aus diesem Grund spricht sich der ZDH für regionale und branchenspezifische Lösung aus.

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Wie Roboter die Zukunft des Bauens verändern sollen

Bezahlbarer Wohnraum, Fachkräftemangel, Digitalisierung – Die Baubranche steht vor vielen Herausforderungen. Bauroboter könnten Abhilfe schaffen, sagt Wienerberger.

Im Rahmen der Digitalisierung und in Verbindung mit dem Fachkräftemangel rücken Roboter , die die Arbeit auf Baustellen übernehmen können, zunehmend in den Fokus. Vor diesem Hintergrund befasst sich auch der Ziegelproduzent Wienerberger unter anderem mit der modularen Bauweise sowie dem Einsatz von Baurobotern.

„Beide Ansätze erhöhen die Effizienz auf der Baustelle erheblich und schaffen zusätzliche Kapazitäten zur Bedienung der Nachfrage“, konstatiert Jürgen Habenbacher, Sprecher der Geschäftsführung der Wienerberger Deutschland GmbH. So könnten beispielsweise Fertigbauteile aus Ziegeln bereits in den Produktionshallen und damit in konstant hoher Qualität und unabhängig vom Wetter hergestellt werden. Anschließend verrichtet ein Bauroboter seinen Dienst wiederum direkt vor Ort.

Moderner Bauroboter Hadrian X

Um das Bauverfahren vor Ort mit Hilfe von Baurobotern schneller und sicherer zu machen, kooperiert Wienerberger mit Fastbrick Robotics Limited. Das an der australischen Börse gelistete Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Baurobotern für Mauerwerk spezialisiert. „Dazu entwickeln und erproben wir derzeit Ziegel, die speziell für den Bauroboter Hadrian X von Fastbrick optimiert sind“, erklärt Jürgen Habenbacher.

Mit der eigens entwickelten Stabilisierungstechnologie ist der Bauroboter Hadrian X speziell für die Arbeit im Freien ausgelegt. So soll es ihm möglich sein, Bewegungen, die durch Wind, Vibrationen oder Gegenbewegungen verursacht werden, in Echtzeit zu messen und auszugleichen. Auf diese Weise kann der Roboter vollautomatisiert Wohnbauten mit hoher Präzision und Qualität bei gleichzeitig optimiertem Materialeinsatz errichten.

Im Sommer wurde die Montage des ersten Hadrian X abgeschlossen. Dieser befindet sich derzeit in der Prüfungs- und Inbetriebnahmephase. „Mit dieser Technologie könnte künftig Wohnraum schneller und günstiger realisiert werden – bei gleichzeitig geringerem Ressourceneinsatz und weniger Arbeitsaufwand“, erwartet Jürgen Habenbacher. „Das ist ein weiterer Schritt in unserer Strategie, unseren Kunden innovative Produkte, Dienstleistungen und Lösungen anzubieten.“

 

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Fensterverbände wählen neue Geschäftsführung

Der Verband Fenster + Fassade (VFF) sowie die Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren e.V. haben einen neuen Geschäftsführer. Amtsbeginn ist im März 2019.

Am 1. März 2019 tritt Frank Lange (50) die Nachfolge von Ulrich Tschorn als Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) sowie der Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren e.V. an. Den VFF leitet Lange dann zusammen mit Frank Koos, der wie bisher für Normung, Technik und internationale Aktivitäten zuständig ist. Dies teilten Detlef Timm, der Präsident des VFF, und Oskar Anders, der Vorsitzende der Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren e.V., bei der Vorstellung Frank Langes auf einer Pressekonferenz in Frankfurt mit.

Die Entscheidung, Frank Lange zum Geschäftsführer zu berufen, wurde von den Leitungsgremien der Fensterverbände einstimmig beschlossen. Lange, geboren im November 1968 in Göttingen, hat nach Abitur und Wehrdienst von 1989 bis 1994 an der Technischen Universität Braunschweig Bauingenieurwesen mit dem Abschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieur studiert. Danach war er bei Lanco Lange Fenster- und Fassadenbau GmbH in Göttingen bis 2010 als Prokurist sowie als Technischer Leiter und Vertriebsleiter tätig. Im Anschluss machte sich Lange selbstständig und gründete als geschäftsführender Gesellschafter die Projekt- und Beratungsgesellschaft Frami GmbH in Göttingen. Nach dem Verkauf der Frami GmbH war Lange schließlich ab 2015 Prokurist und gesamt verantwortlich für die Niederlassung Leinefelde der Seufert Niklaus GmbH.

Verdienter Ruhestand

„Wir haben uns für Frank Lange als neuen Geschäftsführer der Fensterverbände entschieden, weil er ein ausgewiesener Brancheninsider ist und weil er für die Fachabteilung Holz/Metall langjährig im VFF-Präsidium vertreten war und in dieser Zeit auch in diversen Arbeitsgruppen des VFF mitgearbeitet hat“, betont Detlef Timm, der gemeinsam mit Oskar Anders die Verhandlungen führte und die Entscheidung vorbereitet hat.

Ulrich Tschorn, der zunächst bis zum 1. März 2019 die Einarbeitung seines Nachfolgers übernimmt, bleibt den Verbänden mit voller Stelle bis zum 30. April 2019 erhalten. Am 1. Mai 2019 geht Tschorn nach mehr als dreizehnjähriger Geschäftsführertätigkeit in Rente, wird dann aber weiterhin mit 25 Prozent seiner bisherigen Stelle für den VFF tätig sein, zunächst für aktuell anstehende Aufgaben wie zum Beispiel bei der Einführung der neuen Datenbank (CRM).

„Ich freue mich, dass wir den Übergang in der Geschäftsführung mit Unterstützung von Ulrich Tschorn und Frank Koos so reibungslos wie möglich vollziehen können“, so Oskar Anders, den ebenso wie Detlef Timm eine langjährige Zusammenarbeit mit Frank Lange im VFF und außerdem in der Gütegemeinschaft verbindet.