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Kein Mindestlohn bei Krankheit?

Wird ein Arbeitnehmer krank, steht ihm eine Entgeltfortzahlung zu. Aber was passiert, wenn der Tarifvertrag dies ausschließt? Wir klären, was zulässig ist und was nicht.

Viele Arbeits- und Tarifverträge arbeiten mit Ausschlussklauseln. In diesen wird oftmals festgelegt, dass Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis erlöschen können, wenn sie nicht fristgerecht geltend gemacht werden. So kann beispielsweise auch der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall per Tarifvertrag ausgeschlossen werden, falls er nicht innerhalb der festgelegten Frist in Anspruch genommen wird. Im Hinblick auf den gesetzlichen Mindestlohn ist eine solche Frist laut Bundesarbeitsgericht allerdings unwirksam.

Der Fall

Nach einer Kündigung zum 31. Oktober 2015 meldete sich ein Bauarbeiter krank und legte eine ärztliche Bescheinigung vor. Da der Arbeitgeber den Lohn allerdings nur noch teilweise fortzahlte, erhob der Arbeitnehmer drei Monate später Klage. Mit Berufung auf den Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV-Bau), wies der Arbeitgeber alle Schuld von sich. Der Vertrag sehe nämlich vor, dass alle beiderseitigen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen, „wenn sie nicht innerhalb von zwei Monaten nach der Fälligkeit gegenüber der anderen Vertragspartei schriftlich erhoben werden“. Demgegenüber argumentierte der Bauarbeiter, dass die Ausschlussklausel des BRTV-Bau unwirksam sei, da sie den Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn nicht explizit ausschließe.

Das Urteil

Das Bundesarbeitsgericht schlug sich zum Teil auf die Seite des Arbeiters und sprach ihm eine Lohnfortzahlung für die Zeit seiner Krankheit in Höhe des Mindestlohns zu. So sei die genannte Klausel in Bezug auf den Mindestlohn unwirksam und der Schutzzweck des Mindestlohngesetzes gebiete es, die Entgeltfortzahlung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns zu sichern. Der Mann habe deshalb einen Anspruch auf Entgeltfortzahlungen, dies sich aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) ergeben.

Gleichzeitig erklärte das Gericht aber auch, dass tarifliche Ausschlussfristen für Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall prinzipiell zulässig seien, sich aber nur auf den Teil, der über den Mindestlohn hinausgehe, beziehen dürfe.

Im Ergebnis habe der Bauarbeiter also Anspruch auf Entgeltfortzahlung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns gehabt, seine darüber hinausgehenden Ansprüche seien wegen der versäumten Frist jedoch verfallen.

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Streit bei öffentlichen Projekten: Jetzt greift Bauindustrie durch!

Bei öffentlichen Bauprojekten werden Kosten- und Terminabsprachen oft verletzt, was Unternehmen viel Geld kostet. Aber reicht die neue Initiative der Bauwirtschaft?

Elbphilharmonie, Stuttgart 21, Flughafen Berlin-Brandenburg: Bei öffentlichen Bauprojekten in Deutschland scheint das Einhalten des Kosten- und Terminrahmens praktisch nie zu funktionieren. Doch es kann auch anders gehen, wenn Bauunternehmen und Bauträger partnerschaftlich die Umsetzung des Projekts angehen, glaubt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). Der Verband hat deshalb nun die Partnerschaftsinitiative „Bauen statt streiten“ ins Leben gerufen, die das erreichen soll.

Kooperation statt Konfrontation

„Bauen statt streiten – dieses Angebot macht die Bauindustrie, um öffentliche Bauprojekte effizienter im Termin- und Kostenrahmen umzusetzen. Dies setzt einen Kulturwandel am Bau voraus. Wir setzen dabei auf Partnerschaftsmodelle, bei denen sich alle Projektpartner auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam für den Projekterfolg einstehen“, beschreibt HDB-Präsident Peter Hübner das Projekt.

Dazu hat der Verband eine Broschüre mit dem Titel „Bauen statt streiten – Partnerschaftsmodelle am Bau: kooperativ, effizient, digital“ veröffentlicht. Hier werden Beispiele von deutschen Bauunternehmern vorgestellt, die Hand in Hand mit einem öffentlichen Träger ihre Projekte verwirklicht haben und auch mit entsprechenden Verträgen die rechtliche Basis dafür geschaffen haben. „Die Best-Practice-Beispiele unserer Mitgliedsunternehmen zeigen, dass ein partnerschaftlicher Umgang auf der Baustelle bereits heute möglich ist. Wir möchten unsere öffentlichen Partner ermutigen, diese Modelle gerade bei großen Infrastrukturprojekten noch stärker zu nutzen“, so Hübner.

Digitale Plattformen nutzen

Bessere Absprachen sollen vor allem im virtuellen Raum getroffen werden. Hier sollen Projekte schon früh eingestellt werden, sodass die Träger ein passendes Unternehmen finden können, das dann wiederum an Planung, Bau und Instandhaltung beteiligt werden kann. Dadurch soll der ganze Ablauf effektiver und reibungslos vonstattengehen. „Uns ist bewusst, dass dies eine Veränderung der bisherigen Praxis bedeutet. Doch gerade im Zeitalter der Digitalisierung müssen traditionelle Leitbilder des öffentlichen Bauens, wie die Trennung von Planung und Bau, überdacht werden“, betont Hübner.

Wenn ein Projekt eingestellt ist, soll der Träger ein bestimmtes Partnerschaftsmodell auswählen können – von der Fach- und Teillosvergabe über Generalunternehmerverträge, Design-and-Build-Verträge und Funktionsbauverträge bis hin zu Öffentlich-Privaten Partnerschaften – und sich dafür ein passendes Unternehmen suchen. Beide sollen dann im Rahmen dieses Modells partnerschaftlich an der Umsetzung der geplanten Maßnahme arbeiten. „Am Ende sollte jeder Partner die Aufgaben und Risiken übernehmen, die er am besten beherrschen kann. Wenn wir dieses Motto beherzigen, werden am Ende auch die Steuermittel der Bürger am wirksamsten eingesetzt“, so Hübner abschließend.

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Kampagne: Tausche Asbestdach durch Solaranlage

Eine neue Dachkampagne bietet Landwirten und Industriedachbesitzern die Möglichkeit, ihre Dachflächen an Solarinvestoren zu verpachten. Zum Tausch winkt eine Dachsanierung.

Die Dachkampagne der rds energies GmbH bietet Landwirten und Industriedachbesitzern die Möglichkeit, Dachflächen ab ca. 3.000 Quadratmetern an Solarinvestoren zu verpachten. Diese finanzieren die Asbestdachsanierungen und versehen die neuen Dächer mit modernen Solarkraftwerken, die beim lokalen Stromversorger eingespeist werden.

Deutschlandweit sind unzählige Dächer noch bis 1993 mit Asbest gedeckt worden. Witterungsbedingt zersetzt sich Asbest in feine Fasern. Diese können beim Einatmen langfristig in der Lunge bleiben, das Gewebe reizen und sind krebserregend. Diese Risiken für Mensch und Tier sind bei rund 70 Prozent der Dachflächen gegeben. Daher gibt es bundesweit immer mehr Asbestsanierungen, die allerdings sehr kostspielig sind. Dachbesitzer suchen nach einer kostenneutralen Lösung.

Neues Dach für grünen Strom

Die Dachkampagne der rds energies GmbH ist ein digitales Vermittlungsportal, über das Landwirte oder Gewerbedachbesitzer ihre Dächer an Investoren verpachten können, die darauf Solaranlagen bewirtschaften. Die Geschäftsführerin Eva-Catrin Reinhardt hat damit das Problem der langwierigen und umständlichen Akquisitionsprozesse behoben und in ein einfaches Matching transferiert. Die Besitzer erhalten entweder eine Asbestdachsanierung oder eine attraktive Einmalpacht. Zusätzlich wird die Solaranlage in den lokalen Strombetrieb eingespeist.

Das Berliner Unternehmen arbeitet mit zertifizierten Partnern und Generalbauunternehmen, die für einen reibungslosen und rapiden Ablauf sorgen. Eigentümer können unverbindlich und kostenfrei ihre Agrar- und Gewerbeflächen unter www.rds-dachkampagne.de anmelden. Die rds energies GmbH meldet sich danach bei den Dachbesitzern und klärt individuelle Anliegen, erläutert den Ablauf und vermittelt anschließend den passenden Generalbauunternehmer bzw. Investor für das Dachprojekt. Dieser prüft, ob anhand der vorliegenden Rahmenbedingungen eine kostenlose Asbestdachsanierung möglich ist, oder erstellt das Pachtangebot für die Einmalpacht, falls es sich nicht um ein Asbestdach handelt. Ziel ist, dass die Einspeisevergütung, die im derzeitigen Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) garantiert wird, die Sanierung vollständig abdeckt.

Win-Win-Situation

„Es handelt sich hier um ein lukratives Geschäft für alle Beteiligten, eine Win-Win Situation, die durch die Installation einer Photovoltaikanlage nicht nur die Energiewende beschleunigt, sondern gleichzeitig das Asbestproblem behebt. Gefragt sind allerdings auch Dächer, die ohne asbesthaltige Bleche gedeckt sind“, erklärt Geschäftsführerin Eva-Catrin Reinhardt.

Über rds energies GmbH: Die rds energies GmbH mit Hauptsitz in Berlin und gegründet im Jahr 2008 ist ein international tätiger Akquisitionsdienstleister für Solarinvestoren mit dem Anspruch unternehmerisch und digital die Energiewende zu beschleunigen. Mit ihrem digitalen Projekt, der Dachkampagne, vermittelt das Berliner Unternehmen bundesweit zwischen Dachbesitzern, Generalunternehmern und Investoren für die Bebauung mit einer Solaranlage. Geprüft werden Dächer ab 3.000 Quadratmetern.

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Der Mindestlohn steigt!

Die Mindestlohn-Kommission hat eine Erhöhung des Mindestlohns vorgeschlagen. Wir klären, worauf Unternehmer mit Minijobbern oder Saisonarbeitskräften nun achten sollten.

Nach einem aktuellen Vorschlag der Mindestlohn-Kommission soll der gesetzliche Mindestlohn ab 2019 auf 9,19 Euro und ab 2020 auf 9,35 Euro steigen. Wie die Vergangenheit zeigte, wird die Bundesregierung dem Vorschlag der Kommission vermutlich folgen. Doch welche Folgen haben die Änderungen für Arbeitgeber?

Zunächst einmal kommt in der zweiten Jahreshälfte 2018 vor allem Arbeit auf die Arbeitgeber zu: „Unternehmer sollten bei Gehaltsbeziehern und Stundenlöhnern noch im Jahr 2018 überprüfen, ob sie den neuen Mindestlohn einhalten und ob sie die Arbeitsverträge anpassen müssen“, erklärt Ecovis-Rechtsanwalt Thomas G.-E. Müller in München.

Hohe Bußgelder

Wer sich nicht an die Mindestlohngesetze hält und weniger zahlt, dem drohen bis zu 500.000 Euro Bußgeld, Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen und gegebenenfalls der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. „Damit es keinen Streit gibt, sollten Arbeitgeber mit ihren Mitarbeitern reden und gegebenenfalls die Arbeitsverträge anpassen“, rät Müller.

Vorsicht bei Minijobs

Besonders Minijobs sind häufig von den neuen Regelungen betroffen. Hier müssen Unternehmen handeln, denn mit der Erhöhung des Mindestlohns auf 9,19 Euro kann die maximale monatliche Arbeitszeit ab 2019 nur noch 48,9 Stunden betragen. In der zweiten Stufe nur noch 48,1 Stunden. Bislang waren 50,9 Stunden möglich.

Überschreitet der geringfügig Beschäftigte die möglichen Arbeitsstunden, fällt er nicht mehr unter die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro und die Vorteile des Minijobs gehen verloren. Vor allem in Saisonbetrieben schwankt die Arbeitszeit der Minijobber. „In diesem Fall sollte der Arbeitgeber ein Mindestlohn-Arbeitszeitkonto schriftlich vereinbaren und nach den gesetzlichen Vorgaben führen. Dann kann die Arbeitszeit bei Minijobs auch mal mehr als 48,9 beziehungsweise 48,1 Stunden im Monat betragen“, empfiehlt Ecovis-Rechtsanwalt Müller.

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Deutsche Industrie plant Bergbau im Weltall

Was haben die USA, Luxemburg, Peru und die Mongolei gemeinsam? Ein Weltraumgesetz. Deutschland sollte hier nachziehen, meint der Bundesverband der Deutschen Industrie.

Fremde Planeten, Monde, Asteroiden – das klingt nach Science Fiction, doch immer mehr Augen richten sich auf die unendlichen Weiten des Weltalls. Grund dafür ist die Ausbeutung von Rohstoffen, die sich auf diesen Himmelskörpern finden lassen. Viele Länder haben deshalb bereits Weltraumgesetze erlassen, die dortigen Unternehmen den Bergbau im All erleichtern sollen. Deutschland ist noch nicht so weit.

Industrie drängt auf neues Gesetz

Auch wenn es utopisch klingen mag, die Erforschung und Ausbeutung interstellarer Ressourcen wird schon bald Wirklichkeit werden, glaubt auch der einflussreiche Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). „Wenn Deutschland seine Schlüsselposition in der Luft- und Raumfahrt behalten und ausbauen will, muss die Bundesregierung rasch ihren im Koalitionsvertrag angekündigten Plan umsetzen und ein Weltraumgesetz mit einem gesonderten Kapitel für Weltraumbergbau verabschieden“, zitiert die Welt aus einem BDI-Positionspapier, das anlässlich des 6. Rohstoffkongresses am 3. Juli veröffentlicht werden soll.

Aber was soll ein solches Gesetz eigentlich genau regeln? An erster Stelle stehen hier Finanzierungsmöglichkeiten und Haftungsbeschränkungen. Letzteres soll verhindern, dass Unfälle und Missgeschicke die durchführenden Firmen in den Bankrott treiben. Denn bei Abstürzen, Havarien oder dem Verlust der Ladung können an der Unglücksstelle und den beteiligten Raumtransportern schnell Milliardenschäden entstehen.

Firmen und Investoren anlocken

Nur durch Haftungsgrenzen für solche Fälle ist es überhaupt möglich, dass Firmen in das Geschäft des überirdischen Bergbaus einsteigen. Investoren suchen deshalb schon heute Länder, in denen ein Weltraumgesetz diesen Industriezweig reguliert, also Förderungen verspricht und Haftungen minimiert. Überraschenderweise trifft dies genau auf Deutschlands kleinstes Nachbarland zu: Luxemburg wirbt bereits heftig um internationale Geldgeber, während diese um den Hochtechnologie-Standort Deutschland noch einen Bogen machen.

Zu bedenken ist dabei, dass es hierzulande durchaus Vorreiter in der Luft- und Raumfahrtbranche gibt, denen mit einem neuen Gesetz geholfen wäre. So erinnert der BDI daran, dass die beiden europäischen Trägerraketen Ariane 5 und 6 in der Bundesrepublik entwickelt und produziert wurden. Trotzdem fehlt eine rechtliche Regulierung, die es in den USA und Luxemburg, aber auch in Peru, Russland und der Mongolei bereits gibt.

Umweltfreundliche Rohstoffgewinnung

Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen denkt der BDI auch an die Rohstoffgewinnung selbst, denn nicht nur gibt es auf der Erde nur eine begrenzte Zahl an Ressourcen, auch können diese manchmal nur mithilfe von massiven Umweltzerstörungen geborgen werden. Im Weltraum hat man diese Probleme natürlich nicht, denn auf Monden und Asteroiden gibt es weder Flora noch Fauna.

Rohstoffe dagegen lagern hier massenhaft, denn die meisten Asteroiden haben einen Kern aus Eisen, an dem sich andere Stoffe ablagern: Vor allem Edelmetalle wie Gold und Platin und Seltene Erden finden sich hier in großen Mengen. Auf dem Mond der Erde dagegen könnten Helium und Titan im Überfluss abgebaut werden. All diese Elemente sind für die Entwicklung hochtechnologischer Produkte und Arbeitstechniken wichtig und könnten in der Industrie der Zukunft eine noch größere Rolle spielen.

Deutschland steht noch ganz am Anfang

So weit ist es aber noch nicht, denn in Deutschland ist noch keine rechtliche Grundlage für den Weltraum-Bergbau geschaffen. Zwar heißt es im Koalitionsvertrag: „Wir werden ein Weltraumgesetz auf den Weg bringen, um Investitions- und Rechtssicherheit für nicht-staatliche Raumfahrtaktivitäten zu schaffen“, doch ist bislang noch nichts in diese Richtung unternommen worden, berichten verschiedene Medien.

So herrscht in der deutschen Raumfahrt-Industrie eine sehr merkwürdige Situation: Manche Unternehmer würden gerade lieber in der Mongolei beheimatet sein als in Deutschland.

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Neue Führungsspitze bei Creaton

Zum 1. Juli 2018 wird Dr. Sebastian Dresse die Unternehmensleitung des Tondachziegel-Herstellers Creaton übernehmen.

Sebastian Dresse führte acht Jahre lang die VELUX Deutschland GmbH und war davor acht Jahre im Fachhandel in verschiedenen Funktionen tätig. Der 51-Jährige promovierte in St. Gallen und studierte Betriebswirtschaftslehre und Maschinenbau in Aachen und Paris.

Gleichzeitig legt Stephan Führling sein Amt als Vorstand von Creaton nieder. Stephan Führling hat Creaton seit 2010 als Alleinvorstand geführt.

Zur Erinnerung: Nach der Integration der Dachsparte von Eternit zum 1.1.2017 verfügt die zur belgischen Etex-Gruppe gehörende Creaton AG über ein umfassendes Komplettsortiment für das Steildach. Die Unternehmensgruppe produziert und vertreibt in ganz Zentral- und Osteuropa Tondachziegel, Betondachsteine, Wellplatten und kleinformatige Dach- und Fassadenplatten aus Faserzement. Hauptsitz der Ceaton AG ist Wertingen bei Augsburg.

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EU-Parlament beschließt Ausweitung der Tachographenpflicht

Der Zwang zur Nutzung von Tachographen in der EU wurde nun auch auf Fahrzeuge zwischen 2,4 und 3,5 Tonnen erweitert. Wir klären, welche Folgen dies für das Handwerk hat.

Fahrtenschreiber gibt es nur in Lkws und Bussen? Falsch gedacht, denn fast alle gewerblich genutzten Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht müssen einen so genannten Tachographen besitzen. Diese Pflicht wurde nun vom EU-Parlament auf Fahrzeuge ab 2,4 Tonnen ausgeweitet, wenn diese zum grenzüberschreitenden Transport genutzt werden.

Auch kleinere Transporter betroffen

Damit sind nun auch kleinere Transporter und nicht nur Lastkraftwagen vom Zwang zur Nutzung eines Fahrtenschreibers betroffen. Bislang galt die Tachographenpflicht nur für 3,5-Tonner. Für Handwerker gab es allerdings schon seit Jahren Ausnahmen: So konnten sie auf einen Tachographen verzichten, wenn sie innerhalb eines Radius‘ von 100 Kilometern um den eigenen Betrieb unterwegs waren, das Fahrzeug nicht schwerer als 7,5 Tonnen war und das Fahren nicht die Hauptbeschäftigung des Fahrers war.

Nun gelten diese Regelungen also auch für kleinere Transporter. Allerdings hat sich das Parlament gegen eine allgemeine Ausweitung entschieden, sodass nur grenzüberschreitende Transporte betroffen sind. Für alle Unternehmer, die innerhalb ihres Heimatlands unterwegs sind, ändert sich damit nichts.

Kritik von Handwerksverbänden

In Grenzregionen könnte dies allerdings Probleme mit sich bringen, da Handwerker hier auch im Ausland tätig sind und somit unter die neue Tachographenpflicht fallen können. „Diese Entscheidung bedeutet für unsere kleinen und mittleren Handwerksbetriebe zusätzliche bürokratische Belastungen und konkrete Einschränkungen in ihrer Mobilität. Die EU-Abgeordneten sollten mehr Sinn für die Realität und betriebliche Notwendigkeiten von Handwerksbetrieben beweisen“, kommentierte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), die Entscheidung.

Dabei stört die deutschen Handwerksvertreter vor allem die Tatsache, dass die Lenkzeiten, die die Tachographenpflicht überwachen soll, im Handwerk gar keine Rolle spielen. „Um zu einer Baustelle zu gelangen oder die Brötchen an Backfilialen und Geschäfte auszuliefern, werden keine Berufsfahrer eingestellt, sondern die Handwerker setzen sich selbst hinters Steuer. Sie fahren also direkt zum Ausführungsort und erledigen dort den Auftrag – die Lenkzeiten spielen dabei eine völlig untergeordnete Rolle“, meint Schwannecke.

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Sonnenschutz: Absatz steigt, Erlöse sinken

Der Preiskampf auf dem Markt für Außenbeschattung wird immer härter. Dies führte im vergangenen Jahr zwar zu höheren Absätzen, aber niedrigeren Gewinnen für Hersteller.

Jalousien, Rollläden, Markisen: 3,5 Millionen Stück Sonnenschutzsysteme wurden im vergangenen Jahr 2017 in Deutschland verkauft. Der Wettbewerb am Markt hat sich allerdings so sehr verschärft, dass Hersteller kaum Erlöse einfahren konnten. Insgesamt sank der Umsatz in der Branche auf 1.057 Millionen Euro.

Preisniveau bricht ein

1,4 Prozent mehr Produkte wurden 2017 auf dem deutschen Markt verkauft, woran vor allem der boomende Geschosswohnungsbau verantwortlich war. Hier zeigte sich aber auch ein ernstes Problem: Durch den Wettbewerbsdruck mussten viele Hersteller ihre Preise senken, sodass das Preisniveau einbrach und 4,8 Prozent unter dem Vorjahr lag. Im Objektgeschäft sank der Durchschnittspreis sogar um sieben Prozent! Zusammengerechnet lagen die Herstellererlöse 2017 um 3,5 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Besonders hart traf es Hersteller von Gelenkarmmarkisen, bei denen der Umsatz um zehn Prozent sank. Auch mit Rollläden (minus 1,5 Prozent) ließ sich weniger Geld verdienen. Außenjalousien und Raffstores konnten als einzige ein Plus verzeichnen (plus 1,8 Prozent). Kaum besser sah es bei Wintergartenbeschattungen (minus acht Prozent) und motorisierten Sonnensegeln (minus zwei Prozent) aus.

Joma wird Hauptgesellschafter bei EPS Leichtbeton

Der deutsche Dämmstoff-Hersteller Joma erweitert sein Portfolio und kauft den Produzenten EPS Leichtbeton, der sich vor allem mit Leichtestrich einen Namen gemacht hat.

Die Joma-Dämmstoffwerk GmbH hat in die EPS Leichtbeton GmbH investiert und ist neuer Hauptgesellschafter des österreichischen Unternehmens mit Sitz in Gödersdorf. Mit der Beteiligung vervollständigt Joma sein Lieferprogramm im Bereich Estrichdämmung und bietet nun mit dem Thermobound (TB) 160 selbst einen Leichtestrich an.

Thermobound gilt als Zukunftsprodukt

Die gebundene EPS-Schüttung besteht aus recyceltem und veredeltem EPS-Granulat, ist HBCD-frei und wird mit einer Wärmeleitfähigkeit (λ) von 0,054 W/mk ausgewiesen. Darüber hinaus müssen dem TB 160 lediglich 25 kg Zement zugemischt werden, weshalb er vergleichsweise leicht ist und eine Rohdichte von gerade einmal 170 kg/m³ aufweist. Als einziger Leichtbeton mit diesen Eigenschaften wurde der Thermobound 160 als nicht-brennbarer Baustoff in der Euroklasse A2 eingeordnet.

Auf der Baustelle spart der TB 160 darüber hinaus Zeit und Geld: Nach 24 Stunden ist er belegreif – und das selbst bei niedrigen Temperaturen. Das Grundprodukt kann mit verschiedenen Mengen Zement und Wasser gemischt werden und ist je nach Zementanteil in den Ausführungen TB 160, TB 250, TB 400 und TB 600 verwendbar.

„Der Thermobound 160 ist uns schon bei seiner Markteinführung vor mehreren Jahren positiv aufgefallen. Denn der Leichtestrich ist nicht nur besonders leicht und hochwärmedämmend, sondern auch noch nicht brennbar. Die Kombination dieser Eigenschaften schafft kein anderer Leichtbeton auf dem Markt. Deshalb haben wir jetzt auch die Chance ergriffen, uns an der innovativen Technologie federführend zu beteiligen und freuen uns sehr, die EPS Leichtbeton GmbH künftig mit unserer langjährigen Erfahrung in der Dämmstoffbranche unterstützen zu können“, sagt Roland Mang, Geschäftsführer der Joma Dämmstoffwerk GmbH.

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Fusion: Fachverbände für Gebäudegrün schließen sich zusammen

Was vor wenigen Monaten noch undenkbar erschien, ist nun Wirklichkeit – die Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e. V. (FBB) und der Deutsche Dachgärtner Verband e. V. (DDV) haben sich zusammengetan und sind zum Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG) fusioniert!

Die Mitglieder des DDVs und des FBBs haben sich im März 2018 bei ihren jeweiligen Mitgliederversammlungen einstimmig dafür ausgesprochen, die Fusionsgespräche der beiden etablierten Verbände fortzuführen und in Form einer Verschmelzung zu einem neuen, starken Branchenverband für die Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung erfolgreich abzuschließen.

Nachdem in den letzten Wochen die umfangreichen Vorarbeiten für den Verschmelzungsbeschluss durch die Vorstände der beiden Verbände unter Einbeziehung der Verbandsmitglieder abgeschlossen wurden, fanden am 17. Mai die außerordentlichen Mitgliederversammlungen von DDV und FBB im Beisein des Rechtsanwalts Herr Dr. Dieter Deuschle und der beiden Notare Rolf Pratz und Herr Hans Peter statt. Diese hatten den Prozess der Fusion die letzten Monate intensiv begleitet. Es gab im Grunde nur einen Tagungspunkt – Beschlussfassung zur Verschmelzung und Neugründung des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG).

100 Prozent der Stimmen

Als Abstimmungsgrundlage diente der Verschmelzungsvertrag mit seinen Anlagen wie Satzung und Beitragsordnung des neuen Verbands. Im Verschmelzungsvertrag wurde unter anderem auch schon das vorgesehene Präsidium aufgeführt. Auch dieses Mal war die Zustimmung der Verbände eindeutig – 100 Prozent der anwesenden Mitglieder beider Verbände haben für die Fusion gestimmt! Damit war der Weg frei für die Neugründung des Bundesverbands GebäudeGrün e. V. (BuGG). Die Vorstände von FBB und DDV haben vor den Augen der über 40 anwesenden Mitglieder den Verschmelzungsvertrag unter großem Applaus unterzeichnet.

Im Anschluss an die historische Vertragsunterzeichnung fand auch gleich die 1. ordentliche Mitgliederversammlung des neuen Verbands unter der Führung von BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann statt. Er stellte das fünf Personen umfassende Präsidium vor, das gleichermaßen für Kontinuität und Aufbruch steht und nun die Aufgabe hat, den neuen Verband engagiert und schlagkräftig zu positionieren:

  • Gunter Mann (Präsident)
  • Carsten Henselek (Vizepräsident)
  • Gerd Vogt (Schatzmeister)
  • Hans Schmid (Präsidiumsmitglied)
  • Helmut Kern (Präsidiumsmitglied)

 

Die Geschäftsstelle mit Sylvia van Meegen bleibt in bewährter Weise in Saarbrücken erhalten und gleichzeitig wird der Verbandssitz des BuGG nach Berlin, und damit nahe an die Politik, gelegt. Beide Verbände bündeln nun im BuGG ihre Kräfte, bringen Stärken, Kontakte und jahrzehntelange Erfahrungen ein und von beiden Seiten kommen etablierte Arbeitshilfen, bekannte Symposien und Gründach-Foren, renommierte Fachleute, eine aktuelle Internetseite und mit der „GebäudeGrün“ eine bekannte Verbandszeitschrift. Die Ziele des neuen Verbands sind die Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung noch bekannter zu machen und positiv zu besetzen und den jetzigen Marktanteil an Begrünungen deutlich zu erhöhen. Der BuGG möchte positive Rahmenbedingungen für Gebäudebegrünungen schaffen und seinen Mitgliedern als auch den Planern Arbeitshilfen für die tägliche Praxis anhand geben.

Von dem Zusammenschluss der beiden etablierten Verbände DDV und FBB zum BuGG soll eine starke Signalwirkung für die Gebäudebegrünungsbranche und die Entscheidungsträger auf kommunaler und bundespolitischer Ebene ausgehen. Es soll der historische Startschuss sein für die Werbung und Umsetzung von deutlich mehr Grün auf, am und im Gebäude! Gemeinsam für mehr Stadtgrün, gemeinsam für mehr Gebäudegrün!