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Mehr Unterstützung bei Dachausbauten gefordert

Die Bundesregierung will bis 2021 die Voraussetzungen für den Bau von rund 1,5 Millionen Wohnungen schaffen. Dachausbauten können helfen, wenn sie gefördert werden.

Bis zum Ender der aktuellen Legislaturperiode hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Voraussetzungen zum Bau von rund 1,5 Millionen neuen Wohnungen schaffen. „Allein durch Dachausbauten und Aufstockungen auf bestehende Wohngebäude können über eine Million neue Wohnungen entstehen“, erklärt hierzu der Geschäftsführer des Fachverbandes Mineralwolleindustrie (FMI), Dr. Thomas Tenzler. „Wenn das gesteckte Ziel erreicht werden soll, muss die Bundesregierung auch den Gebäudebestand in den Fokus ihrer Anstrengungen rücken. Dafür ist der anstehende Wohngipfel im Bundeskanzleramt eine geeignete Plattform.“

Zwar sind sich Experten und Politik darin einig, dass es für eine Entspannung des deutschen Wohnungsmarktes vor allem in Groß- und Universitätsstädten sowie Ballungszentren deutlich mehr Wohnungsneubauten braucht. Und auch, dass hierfür steuerliche Anreize, Planungssicherheit, mehr Fachkräfte sowie langfristige Planbarkeit erforderlich sind. Allerdings stellt die mangelnde Verfügbarkeit von Bauland vor allem in Ballungsgebieten ein besonders großes Problem dar. „Dachausbauten und Aufstockungen auf bestehende Wohngebäude können zur Lösung dieses Problems einen wichtigen Beitrag leisten. Sie haben den großen Vorteil, dass keine neuen Grundstücke ausgewiesen werden müssen und kein zusätzliches Bauland benötigt wird“, so der FMI-Geschäftsführer.

Studien liegen seit 2015 vor

Schon im Jahr 2015 konnten die TU Darmstadt und das IPS Pestel Institut in einer Studie aufzeigen, dass rund 580.000 Mehrfamilienhäuser für Aufstockungen oder den Ausbau des Daches geeignet sind. Um auf dieses Potenzial aufmerksam zu machen, hat der Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. gemeinsam mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. und dem Bundesverband der Gipsindustrie e.V. bereits Anfang 2018 die „100 Tausend Dächer-Initiative“ ins Leben gerufen.

Da möglichen Aufstockungen oftmals Vorschriften beim Planungsrecht und zu geringe finanzielle Anreize im Wege stehen, fordert der FMI die Wohngipfel-Teilnehmer des Bundes, der Länder und Kommunen auf, eine beschleunigte Aufstockung geeigneter Gebäude zu unterstützen. „Die Politik muss sich hier bewegen und schnell die Rahmenbedingungen verbessern, wenn sie dieses große Potenzial für ihre selbstgesteckten Ziele nutzen möchte“, erklärt Dr. Thomas Tenzler.

Gefordert werden:

  • flexible Regelungen für die Stellplatzversorgung,
  • mögliche Überschreitung der zulässigen Geschossflächenanzahl ohne zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen,
  • Überprüfung von abstandsflächenrechtlichen Regelungen,
  • Beibehaltung des Bestandsschutzes,
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung,
  • Flexible Entscheidungen über den Einbau eines Aufzuges,
  • beim Brandschutz den zweiten Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr,
  • Dämpfung der höheren Planungs- und Beratungskosten durch eine Förderung von 5.000 Euro pro Gebäude sowie
  • Kombination und Kumulation der KfW-Programme 153 (Bauen) und 151, 430, 431, (Sanieren) und ggf. 159, 455 (Altersgerecht Umbauen) ermöglichen

 

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Wird der Gips bald knapp?

Das Mineral Gips lässt sich sowohl aus natürlichen Vorkommen abbauen als auch chemisch gewinnen. Aus Letzterem könnten sich in Zukunft allerdings Engpässe ergeben.

Dass Gips in Zukunft „knapp und teuer“ wird, davon ist zumindest das Magazin „Der Spiegel“ überzeugt. Schuld daran sei vor allem ausgerechnet die Energiewende! Demnach werde mehr als die Hälfte des Gipsbedarfs in Deutschland aus Kohlekraftwerken gedeckt. Bei der Abgasreinigung entsteht nämlich Kalziumsulfat, sogenannter REA-Gips.

REA-Gips ist mit dem in der Natur vorkommenden Gips (Naturgips) chemisch identisch und wird aus den Abgasen von Rauchgasentschwefelungsanlagen („REA“) gewonnen. Das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid reagiert dabei mit zusätzlich beigemischtem Kalkstein zu Gips.

Weniger Kraftwerke, weniger Gips

Werden nun im Zuge der Energiewende immer mehr Braunkohlekraftwerke abgeschaltet, wird dort auch kein Gips mehr produziert. Die Folge werde laut Auffassung des Spiegels ein enormer Preisanstieg sein. Erste Anzeichen hierfür seien bereits zu beobachten.

Gips kommt in vielen Produkten zum Einsatz, beispielsweise für Mauerputz, Trennwände aus Gipskarton oder zur Versorgung und Ruhigstellung gebrochener Gliedmaßen. Sogar als Lebensmittelzusatzstoff wird Gips verwendet.

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1.000 Euro für Hamburgs Handwerksmeister

Die Hansestadt will berufliche Aufstiegsfortbildungen wie den Meister, Betriebswirt oder Fachwirt ab 2019 belohnen. Ziel ist es, Studium und Beruf gleichzustellen.

Berufliche Weiterbildungen werden in Hamburg künftig noch attraktiver: Ab 2019 erhalten Absolventen der Meisterprüfung sowie vergleichbarer Aufstiegsfortbildungen als zusätzlichen Anreiz 1.000 Euro. Der Senat will damit schrittweise den beruflichen Aufstieg finanziell an das Studium angleichen. „Wir wollen Studium und berufliche Weiterbildung Schritt für Schritt gleichstellen“, wird Bildungssenator Ties Rabe im handwerksblatt zitiert. Das Studium sei nicht der bessere Weg, die berufliche Weiterbildung absolut gleichwertig. „Solange die auf Bundesebene versprochenen Verbesserungen auf sich warten lassen, wird Hamburg aus eigener Kraft für mehr Gerechtigkeit sorgen.“

Rund sechs Millionen Euro lässt sich der Senat diese Maßnahme in den Jahren 2019 und 2020 kosten. Wer den Lehrgang bereits 2018 begonnen hat, geht ebenfalls nicht leer aus: Die Förderung wird auch hier gewährt. „Gültig ist das Datum der Abschlussprüfung“, so Christine Gottlob, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB).

Ein Schritt in die richtige Richtung

Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, sieht in der Meisterprämie vor allem ein wichtiges Signal für die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung. Es sei zudem ein Schritt in die richtige Richtung zur Fachkräftesicherung im Hamburger Handwerk: „Angehende Meisterinnen und Meister nehmen für ihre Aufstiegsfortbildung viel in Kauf: hohe Kosten, bei einem Vollzeitkurs kein Einkommen und eine anspruchsvolle Prüfung. Die Prämie ist eine Anerkennung für dieses Engagement.“

Die Meisterprämie soll ab dem 1. Januar 2019 für alle Fortbildungsabschlüsse über die ‚Geschäftsstelle Meisterprämie‘ der Handwerkskammer Hamburg beantragt werden können.

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Sicherheit für Glücksbringer

Sie bringen Glück und sorgen für Sicherheit. Zum Eigenschutz bekennen sich wichtige Schornsteinfeger-Verbände nun zur „Charta für Sicherheit auf dem Bau“ der BG BAU.

Ende September haben der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks – Zentralinnungsverband (ZIV) und der Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e.V. – Gewerkschaftlicher Fachverband – die „Charta für Sicherheit auf dem Bau“ unterzeichnet. Mit dem Präventionspragramm der Berufsgenossenschaft für Bauwirtschaft (BG BAU) setzen sich die Verbände für umfassende Sicherheitsstandards ein. Laut BG BAU geschehen im Schornsteinfegerhandwerk pro Jahr rund 420 meldepflichtige Arbeitsunfälle, zumeist durch stolpern, stürzen und abstürzen von Leitern und Treppen.

„Gewerkespezifische Lebenswichtige Regeln“ nutzen

„Lebenswichtige Regeln außer Acht zu lassen ist keine Option – dafür sind das Wohl und die Gesundheit aller Beschäftigten im Schornsteinfegerhandwerk zu wichtig“. So Bernhard Arenz, Leiter der Prävention der BG BAU, anlässlich der Unterzeichnung der Charta. Arenz verwies auch auf die neuen, zwischen Verbänden und BG BAU vereinbarten, Gewerkespezifischen Lebenswichtigen Regeln für das Schornsteinfegerhandwerk: „Die Unterzeichnung der Charta ist ein wichtiges Signal für alle Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger, dass an ihren Arbeitsplätzen Sicherheitsstandards eingehalten und keine Unfallrisiken eingegangen werden. Ergänzend geben die Gewerkespezifischen Lebenswichtigen Regeln konkrete Hinweise, wie sicheres Verhalten im Alltag zur Selbstverständlichkeit werden kann“.

Gefahrenquelle Leiter

Demnach sind Unternehmen und Beschäftigte zum Beispiel gehalten, Leitern nur zu nutzen, wenn es keine sicheren Alternativen gibt. Wer Leitern überhaupt verwendet, muss dafür sorgen, dass sie nicht umkippen oder wegrutschen können. Zudem sollen die Beschäftigten Vorkehrungen gegen Absturz und Durchsturz treffen und nur sichere Verkehrswege sowie geeignete Persönliche Schutzausrüstung nutzen. Darüber hinaus gelte es, die Schutzvorschriften beim Umgang mit Gefahrstoffen unbedingt zu beachten, möglichst staubarm zu arbeiten und nur geprüfte elektrische Betriebsmittel einzusetzen.

Die Kernbotschaft des Präventionsprogramms „BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH“ lautet „Sicheres Verhalten lohnt sich für dich, deine Familie, Freunde und Kollegen!“ Jeder hat das Recht und auch die Pflicht, unnötige Risiken zu vermeiden. Niemand darf durch riskantes Verhalten sein Leben und seine Gesundheit oder Leben und Gesundheit anderer leichtfertig aufs Spiel setzen. Weitere Informationen unter www.bau-auf-sicherheit.de.

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Falsche „Datenschutzauskunft-Zentrale“ bedroht Handwerk!

Die Handwerkskammer warnt aktuell vor einem unseriösen Angebot: Im Zuge der DSGVO versucht die sogenannte „Datenschutzauskunft-Zentrale“ Handwerker zu täuschen.

Bereits im Jahr 2010 und in den Folgejahren machte eine ominöse „Gewerbeauskunft-Zentrale“ von sich Reden. An nahezu jeden Gewerbetreibenden und Verein verschickte sie damals ein Formular zur Eintragung in ein kostenpflichtiges, aber nutzloses Verzeichnis. Das perfide daran: Die Betrüger weckten mit ihrer „Gewerbeauskunft-Zentrale“ den Eindruck, eine seriöse Behörde zu sein. In einem jahrelangen juristischen Kampf konnte sich der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität letztendlich durchsetzen und das unlautere Geschäftsmodell wurde vom Markt genommen.

Wie die Deutsche Handwerkszeitung berichtet, konnten die Betreiber mit diesem Geschäftsmodell, und mit Hilfe von neun Anwaltskanzleien und Inkassobüros, Umsätze in Millionenhöhe erwirtschaften.

Die Geschichte wiederholt sich

Ein ähnliches „Geschäftsmodell“ der sogenannten „Datenschutzauskunft-Zentrale“, mit einer Postadresse in Oranienburg, ist im Oktober 2018 aufgetaucht. Die Betreiber kontaktieren hierbei Betriebe mit einem Fax, das die Überschrift trägt: „Eilige FAX-Mitteilung – Erfassung Gewerbebetriebe zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“.

Auch in diesem Fall wird auf den ersten Blick eine Rechtspflicht suggeriert, dass das beigefügte Formular auszufüllen und zurückzusenden sei. Als Grundlage wird hierbei die „gesetzliche Pflicht zur Umsetzung des Datenschutzes“ im Sinne der „Anforderungen der seit 25.05.2018 geltenden europäischen Datenschutzgrundverordnung“ (DSGVO) angeführt.

Wer Antwortet muss zahlen

In einer willkürlich aber meist sehr kurz gesetzten Frist wird der Empfänger dazu aufgefordert, einige Fragen zum Unternehmen zu ergänzen. Hierfür wird in Fettschrift eine „Rückantwort gebührenfrei per Fax“ versprochen. Da das Formular behördenähnlich gestaltet ist und einen amtlichen Eindruck macht, wirkt es auf den ersten Blick seriös und vertrauenserweckend. Der Teufel steckt allerdings mal wieder im Detail: So ist im Kleingedruckten zu lesen, dass es sich lediglich um ein privates Angebot für ein „Leistungspaket Datenschutz“ handelt. Hierfür geht man bei Beantwortung des Faxes einen Vertrag über drei Jahre Laufzeit ein, für den ein jährlicher „Basisdatenschutz-Beitrag“ in Höhe von netto 498 Euro zzgl. Umsatzsteuer fällig wird.

Die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald rät, das Fax zu ignorieren. Eine Pflicht zur Unterzeichnung des Formulars besteht nicht!

Handwerkskammer bietet Hilfe an

Wer das Fax versehentlich doch beantwortet und zurückgesandt hat, kann den vermeintlich zustande gekommenen Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Mannheim können sich dazu an die Rechtsabteilung der Kammer wenden. Übrigens: Das „Leistungspaket Datenschutz“ bekommen Mitgliedsbetriebe kostenlos bei der Landesdatenschutzbehörde oder bei der Handwerkskammer.

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Dachkult zur Rettung des Steildachs

Der Marktanteil von Steildächern in Deutschland schwindet seit Jahren kontinuierlich. Die neugegründete Initiative „Dachkult“ soll dieser Entwicklung nun entgegenwirken.

Flachdächer werden in Deutschland immer beliebter – zum Nachteil des Steildachs. Zwar ist das Steildach mit einem Anteil von rund 65 Prozent im gewerblichen Bereich noch immer die am häufigsten ausgeführte Dachform, verliert aber bereits seit Jahren Marktanteile. 17 relevante Hersteller der deutschen und internationalen Baustoffindustrie wollen dieser Marktentwicklung nun entgegentreten und haben hierzu die Initiative „Dachkult“ ins Leben gerufen.

„Das Dach ist eines der prägendsten Elemente in der Architektur und weit mehr als reiner Witterungsschutz“, sagte Dipl.-Betriebswirt Klaus H. Niemann, Sprecher der Initiative „Dachkult“, bei der Vorstellung während des Jahrestreffens des Arbeitskreises Baufachpresse in Weimar. „Unser Ziel ist es, bei Architekten, Planern, öffentlichen und privaten Bauherren oder Kommunen die Vorteile geneigter Dächer wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken, Faszination für das Steildach auszulösen und dessen Bedeutung für die Qualität unserer Städte hervorzuheben“.

Image aufwerten und Vorteile aufzeigen

„Jede Dachform hat ihre Berechtigung. Die zahlreichen Steildachvorteile sind jedoch in den letzten Jahren viel zu wenig kommuniziert worden. Das wollen wir mit der Initiative ,Dachkult‘ ändern, das Image des Steildachs aufwerten und Beispiele zeitgenössischer und innovativer geneigter Dächer aufzeigen“, erklärte Klaus H. Sowohl die Argumente für das Flachdach als auch für das Steildach dürften ihm aufgrund seiner beruflichen Stationen vermutlich nicht fremd sein.

Kulturelle Werte des Steildachs

Als Archetyps des oberen Gebäudeabschlusses, hat das Steildach eine räumliche, avantgardistische, atmosphärische sowie eine kulturelle Dimension. So sind regionale Klimaverhältnisse, lokale Rohstoffvorkommen oder Traditionen nur einige Gründe für die Verbreitung des Steildachs im heutigen Stadtbild. Als „fünfte Fassade des Hauses“, sollte das Dach daher schon bereits in der Entwurfsplanung besondere Berücksichtigung finden. Gerade das Steildach bietet hierbei besonders viele gestalterische Möglichkeiten.

Mit Innovation zu neuer Inspiration

Der aktuell rückläufigen Entwicklung des Steildachs will „Dachkult“ vor allem mit innovativen Beispielen entgegentreten: „Wir haben uns bewusst für eine sehr bildreiche Umsetzung entschieden“, sagt Niemann. „Außergewöhnliche Raumeindrücke, neue Blickwinkel und die besondere Lichtstimmung unter dem Dach. Das sind einige Vorteile eines Steildachs und die wollen wir kommunizieren.“

Die dazugehörige Internetseite www.dachkult.de sowie der begleitende Facebook-Kanal leben vor allem vom Bewegtbild, bieten Inspiration und zeigen die Vielfalt verschiedener Dachformen.

Image: iStock.com/mattjeacock

Haus aus dem 3D-Drucker – Das Ende des Handwerks?

In Frankreich ist das erste Haus aus dem 3D-Drucker bezogen worden, das in der Herstellung günstiger ist, als bei herkömmlicher Bauweise. Ist das das Ende des Handwerks?

Die Automatisierung trifft zunehmend auch das Handwerk. Die Verwendung neuster 3D-Drucktechnologien im Bauwesen ist dabei keine neue Idee. So wurde beispielsweise bereits 2017 vom US-Militär eine 3D-gedruckte Kaserne mit dem Namen „B-Hut“ erstellt. In Alcobendas bei Madrid entstand mit rund 12 Metern Länge und 1,75 Metern Breite die erste gedruckte Fußgängerbrücke. All die bisherigen Projekte hatten dabei gemein, dass bei den angewandten 3D-Druckverfahren ausschließlich Betonmischungen zum Einsatz kamen.

Volle Isolierung durch neues Verfahren

Im französischen Nantes wurde nun das erste 3D-gedruckte Haus fertiggestellt, das verschiedene Baumaterialien vereint. Das eigens hierfür entwickelte additive BatiPrint3D Fertigungsverfahren verwendet einen vier Meter langen und lasergesteuerten Roboterarm, mit dem verschiedene Baumaterialien in vorbestimmte Formen abgeschieden werden. Hierbei druckt der 3D-Drucker in verschiedene Schichten vom Boden bis nach oben und erzeugt so eine Strukturierungsschicht aus einer speziellen Betonmischung, eine Isolierschicht sowie eine Schalungsschicht aus einem schaumstoffartigen Material. Hieraus ergibt sich am Ende dann eine beständige, dicke und voll isolierte Wand.

Das 3D-gedruckte Wohnprojekt mit dem Namen „Yhnova“ entstand aus einer Kooperation zwischen dem Stadtrat, Bouygues Construction, der Nantes Metropole Habitat Organisation, der Universität von Nantes, Lafarge Holcim und TICA architectes & urbanistes.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Auch wenn Yhnova nicht das erste gedruckte Haus war, so ist es doch das günstigste. Rund 20 Prozent günstiger als bei herkömmlicher Bauweise soll es laut Hersteller sein. Dies war auch das vordergründige Projektziel: Nicht nur grundsätzlich lebenswerte Wohnbauten können mit der 3D-Drucktechnologie gebaut werden, sondern auch bezahlbare.

Insgesamt bietet das gedruckte Haus 95 Quadratmeter Platz, verteilt auf fünf Zimmer. Hierfür benötigte der Roboterarm rund 54 Stunden Druckzeit, die sich laut Projektteam aber noch auf rund 33 Stunden optimieren ließen.

Sind Handwerker bald arbeitslos?

Nein! Denn ein komplettes, schlüsselfertiges Haus kann auch das Team aus Nantes noch nicht drucken. Neben den vorher benötigten arbeiten am Fundament, müssen vor allem Fenster, Türen sowie das komplette Dach hinterher immer noch auf traditionelle Art eingebaut werden. Dennoch hat der gesamte Hausbau nur 18 Tage gedauert.

„Ist das die Zukunft? Es ist eine Lösung und ein Konstruktionsprinzip, das interessant ist, weil wir das Haus direkt vor Ort bauen und dank des Roboters auch Wände mit komplexen Formen herstellen können“ sagte Benoit Furet von der Universität Nantes der britischen Nachrichtenagentur Reuters.

Image: iStock.com/vencavolrab

Stiftung Warentest: PV-Anlage auf Hausdach lohnt sich wieder

Wenn man es richtig anstellt, sind mit Solaranlagen auf dem eigenen Dach jährliche Renditen bis zu acht Prozent möglich, schreibt zumindest die Zeitschrift „Finanztest“.

Als nachhaltig gute Geldanlage galt eine eigene Solarstromanlage in den vergangenen Jahren nur in Ausnahmefällen. Zu hoch war das Risiko gekappter Förderungen oder zu teurer Batterien. Laut Zeitschrift „Finanztest“, die zur Stiftung Warentest gehört, habe sich dies mittlerweile allerdings wieder deutlich geändert. Demnach lassen sich, je nachdem, wie die Anlage betrieben wird, inzwischen durchaus gute Renditen erwirtschaften:

  • So lohne sich am ehesten eine Anlage mit Eigenverbrauch und ohne Batteriespeicher. Bei einem handelsüblichen Anlagen Preis – Experten rechnen für eine Sechs-Kilowatt-Anlage mit rund 7.800 Euro – und 25 Prozent selbstgenutzten Strom, ließe sich je nach Sonnenausbeute eine Rendite von 5,6 bis 8,0 Prozent erwirtschaften.
  • Anlagen mit ergänzendem Batteriespeicher können ebenfalls wieder wirtschaftlich sein. Dies ist vor allem den niedrigen Speicherpreisen zu verdanken, die sich seit Mitte 2013 nahezu halbiert haben. Allerdings sind die Anlagen in der Anschaffung teurer: Eine Sechs-Kilowatt-Anlage kostet rund 13.300 Euro. Der Vorteil ist aber, dass man den Strom auch in den Zeiten selbst verbrauchen kann, in denen die Sonne nicht scheint. Bei einem Eigenverbrauch von 50 Prozent ruft „Finanztest“ eine Rendite von 1,8 bis 3,9 Prozent aus.
  • Das vollständige Einspeisen des Solarstroms ins Stromnetz ohne Eigenverbrauch schneidet laut Untersuchung wirtschaftlich am schlechtesten ab. Bei den derzeitigen Kosten läge die Rendite hierbei bei gerade einmal 1,0 bis 3,3 Prozent.

Als Berechnungsgrundlage dienen in den genannten Beispielen Anlagen, die auf dem Dach eines Einfamilienhauses 850 bis 1.000 Kilowattstunden pro Jahr erbringen. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr rund 4.5000 Kilowattstunden Strom.

Neben der Art, wie die Anlagen betrieben werden, ist auch der benötigte Platz zu beachten. Für ein Kilowatt Leistung werden etwa sieben bis zehn Quadratmeter Fläche benötigt, sodass für Einfamilienhäuser meist drei bis zehn Kilowatt erzeugt werden können.

Neu-Anlagen erst 2019 in Betrieb nehmen

Aus der Untersuchung geht ebenfalls hervor, dass schon heute etwa jede zweite neue Fotovoltaik-Anlage zusammen mit einem Speicher verkauft wird. Doch nur etwa zehn Prozent davon werden in bestehende Anlagen installiert. Damit sich ein Nachrüsten lohnt, müssten die Preise für Speicher allerdings noch einmal um die Hälfte fallen.

Neue Solaranlagen sollten laut „Finanztest“ erst Anfang 2019 in Betrieb genommen werden. Denn so sichere man sich die Einspeisevergütung fast ein volles Jahr länger.

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Häuser aus dem 3D-Drucker – Das Ende des Handwerks?

In Frankreich ist das erste Haus aus dem 3D-Drucker bezogen worden, das in der Herstellung günstiger ist, als bei herkömmlicher Bauweise. Ist das das Ende des Handwerks?

Die Automatisierung trifft zunehmend auch das Handwerk. Die Verwendung neuster 3D-Drucktechnologien im Bauwesen ist dabei keine neue Idee. So wurde beispielsweise bereits 2017 vom US-Militär eine 3D-gedruckte Kaserne mit dem Namen „B-Hut“ erstellt. In Alcobendas bei Madrid entstand mit rund 12 Metern Länge und 1,75 Metern Breite die erste gedruckte Fußgängerbrücke. All die bisherigen Projekte hatten dabei gemein, dass bei den angewandten 3D-Druckverfahren ausschließlich Betonmischungen zum Einsatz kamen.

Volle Isolierung durch neues Verfahren

Im französischen Nantes wurde nun das erste 3D-gedruckte Haus fertiggestellt, das verschiedene Baumaterialien vereint. Das eigens hierfür entwickelte additive BatiPrint3D Fertigungsverfahren verwendet einen vier Meter langen und lasergesteuerten Roboterarm, mit dem verschiedene Baumaterialien in vorbestimmte Formen abgeschieden werden. Hierbei druckt der 3D-Drucker in verschiedene Schichten vom Boden bis nach oben und erzeugt so eine Strukturierungsschicht aus einer speziellen Betonmischung, eine Isolierschicht sowie eine Schalungsschicht aus einem schaumstoffartigen Material. Hieraus ergibt sich am Ende dann eine beständige, dicke und voll isolierte Wand.

Das 3D-gedruckte Wohnprojekt mit dem Namen „Yhnova“ entstand aus einer Kooperation zwischen dem Stadtrat, Bouygues Construction, der Nantes Metropole Habitat Organisation, der Universität von Nantes, Lafarge Holcim und TICA architectes & urbanistes.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Auch wenn Yhnova nicht das erste gedruckte Haus war, so ist es doch das günstigste. Rund 20 Prozent günstiger als bei herkömmlicher Bauweise soll es laut Hersteller sein. Dies war auch das vordergründige Projektziel: Nicht nur grundsätzlich lebenswerte Wohnbauten können mit der 3D-Drucktechnologie gebaut werden, sondern auch bezahlbare.

Insgesamt bietet das gedruckte Haus 95 Quadratmeter Platz, verteilt auf fünf Zimmer. Hierfür benötigte der Roboterarm rund 54 Stunden Druckzeit, die sich laut Projektteam aber noch auf rund 33 Stunden optimieren ließen.

Sind Handwerker bald arbeitslos?

Nein! Denn ein komplettes, schlüsselfertiges Haus kann auch das Team aus Nantes noch nicht drucken. Neben den vorher benötigten arbeiten am Fundament, müssen vor allem Fenster, Türen sowie das komplette Dach hinterher immer noch auf traditionelle Art eingebaut werden. Dennoch hat der gesamte Hausbau nur 18 Tage gedauert.

„Ist das die Zukunft? Es ist eine Lösung und ein Konstruktionsprinzip, das interessant ist, weil wir das Haus direkt vor Ort bauen und dank des Roboters auch Wände mit komplexen Formen herstellen können“ sagte Benoit Furet von der Universität Nantes der britischen Nachrichtenagentur Reuters.

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Bayern setzt sich für Meisterpflicht ein

Mit einer Initiative im Bundesrat macht sich die bayerische Regierung für die Meisterpflicht stark. Wo dies rechtlich möglich ist, solle sie wieder eingeführt werden.

Einer der vielen Tagesordnungspunkte des Bundesrates nach der Sommerpause war die „Entschließung des Bundesrates zur Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs in einzelnen nach der Handwerksordnung zulassungsfreien Handwerken“. Hierbei wird die Bundesregierung vom Freistaat Bayern darum gebeten „unter Berücksichtigung der Belange des Handwerks, den verpflichtenden Meisterbrief für Handwerke wiedereinzuführen, bei denen dies geboten und rechtlich möglich ist.“

Meisterbrief als Qualitätssiegel

„Der Meisterbrief steht für hochwertige Ausbildungsleistung und für Erfolg am Markt. Er bürgt für höchste Qualität in der Arbeitsausführung und ist damit auch ein Gütesiegel für Verbraucher“, wird BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl auf handwerksblatt.de zitiert. So sei die Meisterpflicht in 53 Gewerken bei der Novelle der Handwerksordnung 2004 trotz Wiederstand des Handwerks abgeschafft worden.

Seitdem sind beispielsweise Fliesenleger für eine Selbstständigkeit nicht mehr auf den Meistertitel angewiesen. „Hinzu kommt, dass zum Nachteil der Verbraucher nicht einmal auf die Einführung einer Mindestqualifikation in Form des Gesellenbriefs geachtet wurde. In der Folge explodierten die Betriebszahlen in verschiedenen Berufen regelrecht, ohne dass zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und Auszubildende eingestellt wurden“, so Peteranderl.

Baugewerbe spricht sich für Meistervorbehalt aus

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) begrüßt die Bundesratsinitiative der bayrischen Staatsregierung: „Die Wiedereinführung des Meistervorbehalts ist in den seit 2004 zulassungsfreien Gewerken des Bauhandwerks dringend notwendig, denn eine zukunftsfähige duale Ausbildung, gut ausgebildete Fachkräfte, Handwerksqualität und hohen Verbraucherschutz sichert nur der Meisterbrief!“, erklärt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

Demnach habe die Handwerksnovelle von 2004 eine verheerende Abwärtsspirale in den Gewerken in Gang gesetzt, die zu einer akuten Bedrohung der dualen Ausbildung führe. „So ist die Zahl der Meisterprüfungen allein im Fliesenleger-Handwerk um 80 Prozent eingebrochen. Dies hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf die Ausbildungsleistung, die seit 2004 um mehr als die Hälfte abgenommen hat. Und dies, obwohl die Zahl der Betriebe sich – wie 2004 politisch noch gewollt – im gleichen Zeitraum versechsfacht hat. Waren es 2004 noch ca. 12.000 Betriebe, sind im Jahr 2014 über 71.000 Betriebe eingetragen“, so Pakleppa. Für ihn gelte daher: „Qualität kommt vor Quantität! Ohne Meisterbetriebe gibt es keine betriebliche Ausbildung! Ohne Fachkräfte leidet die Handwerksqualität. Den Schaden tragen am Ende die Verbraucher.“