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Baugewerbe fordert: Bundesrat muss Meisterpflicht wieder einführen

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) erwartet vom Wirtschaftsausschuss des Bundesrats für die Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs zu stimmen.

„Die Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs für einige Gewerke, die seit der Handwerksnovelle im Jahr 2004 zulassungsfrei sind, muss kommen. Daher erwarten wir, dass der Wirtschaftsausschuss des Bundesrats einen entsprechenden Beschluss fasst“, erklärt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

„Die Folgen der Handwerksnovelle im Jahr 2004 sehen wir in der Bauwirtschaft mit großer Sorge: Im Fliesenleger-Handwerk beispielsweise ist die Zahl der Meisterprüfungen seitdem um 80 Prozent zurückgegangen. Damit einher geht auch ein enormer Rückgang der Ausbildungsleistung, die sich seit 2004 mehr als halbiert hat. Diese Entwicklung muss in den betroffenen Bauberufen dringend korrigiert werden, um das System der dualen Ausbildung nicht weiter zu schwächen. Der Meisterbrief ist zudem ein wichtiges Gütesiegel im Sinne des Verbraucherschutzes, das für Handwerksqualität und gut ausgebildete Fachkräfte steht“, so Pakleppa.

„Wir begrüßen, dass der Freistaat Bayern diesen Antrag in den Bundesrat eingebracht hat und erwarten eine positive Entschließung im Wirtschaftsausschuss. Dass die Wiedereinführung des Meisterbriefs geprüft werden soll, ist auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt – der Beschluss des Bundesrats hierzu wäre ein wichtiges Signal zur tatsächlichen Umsetzung des Vorhabens.“

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Bauschäden: Schuld sind immer die anderen

In einer aktuellen Umfrage hat BauInfoConsult ermittelt, wen Bauakteure für etwaig entstandene Fehlerkosten verantwortlich machen. Schuld seien dabei immer die anderen.

Fehler passieren – auch auf dem Bau. Für das Jahr 2017 hat das Marktforschungsunternehmen BauInfoConsult immerhin Fehlerkosten in Höhe von rund 14,9 Milliarden Euro ermittelt. Angesichts dieser Zahl darf man durchaus nachfragen, wer am meisten für die Entstehung dieser Kosten verantwortlich gemacht wird. Hierzu wurden die verschiedenen Ansichten der jeweiligen Berufsgruppen am Bau gesammelt. Dabei fällt auf: Jede Berufssparte scheint gerne mit dem Finger auf die anderen Akteure zu zeigen.

So schieben viele der in befragten 150 Bauunternehmen den Schwarzen Peter insbesondere den Architekten zu. Für jeden dritten Bauunternehmer (35 Prozent) sind es vor allem die Planer, die die Fehlerkosten verursachen. Gleichzeitig räumen aber auch 31 Prozent der Bauunternehmer ein, dass auch die eigenen Fachkollegen häufiger für Fehlerkosten verantwortlich seien. 25 Prozent der Bauunternehmen sehen die Schuld häufiger bei den Behörden und 23 Prozent bei den öffentlichen Bauherren. Dem gegenüber sieht allerdings nur jeder zehnte Bauunternehmer (11 Prozent) die Fachhandwerker als primäre Fehlerkostenquelle.

Architekten sehen das anders

Während die aktuelle Umfrage lediglich die Meinung der Bauunternehmen abbildet, zeigt eine andere BauInfoConsult-Studie die Stimmung der Architekten, Maler, Trockenbauer und SHK-Profis. Das Ergebnis ist wenig überraschend, zeigt jedoch die typische „Schwarze-Peter-Haltung“ der Branche: Die Mehrheit der Architekten sieht ihrerseits die Schuld bei der Entstehung von Fehlerkosten hauptsächlich ausgerechnet bei den Bauunternehmen.

Die Maler und Trockenbauer zeigen hingegen vor allem auf die Architekten, während SHK-Installateure wiederum mit dem Finger auf die Bauunternehmen zeigen.

Zwar entsteht hier der Eindruck, dass viele Bauakteure beim Thema Fehlerkosten die eigene Verantwortung gerne auf andere abschieben, in einer Sache sind sich jedoch alle einig: Behörden und Aufsichtsorgane schneiden bei keinem der befragten Bauakteuren positiv ab.

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Barrierefreies Bauen

Eine neue Fachinformation des ift gibt konkrete Hinweise an die Hand, wie der Einbau von Türen und Fenster nach DIN 18040-2 rollstuhlgerecht geplant und ausgeführt wird.

Beim Bauen muss vieles beachtet werden. Geht es beispielsweise um Fenster und Türen, sollen diese selbstverständlich auch für Rollstuhlfahrer optimal nutzbar sein. In Deutschland gilt es bei Neubauten und genehmigungspflichtigen Sanierungen die im Baurecht verankerte DIN 18040-2 zu beachten. Die neu erschiene Fachinfo BA-02/1 des Instituts für Forschung, Prüfung, Zertifizierung von Fenstern, Fassaden, Türen, Toren, Glas und Baustoffen (ift) gibt Empfehlungen zur praktischen Umsetzung der Norm. Während sich für Türen konkrete Reglung finden lassen, beinhaltet sie für Fenster nur unvollständige Hinweise. Hier soll die Fachinformation des ift ansetzen.

Kompromisse in der Praxis

Dient die Theorie zwar mit einer Menge Richtlinien und Vorgaben, gilt es in der Praxis häufig verschiedene und teilweise gegenläufige Faktoren einzukalkulieren. Hier müssen Kompromisse gefunden werden. Denn Eigenschaften wie Einbruchhemmung, Schlagregendichtheit oder Schallschutz, gehen nicht immer mit den gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit einher. Auch die Schwellenhöhe von Türen und Fenstertüren muss gesondert betrachtet werden.

Gerade unter Betrachtung der jeweiligen Nutzergruppe gibt die Richtlinie anschauliche Vorschläge. Zum Beispiel für die optische Gestaltung für Sehbehinderte, die Öffnungsarten, Griffe oder die Abmessung. Denn es liegt auf der Hand, dass es einen enormen Unterschied macht, ob die Fenster und Türen in einer Pflegestation für Demenzkranke oder in einer Wohngemeinschaft junger Rollstuhlfahrer eingebaut werden. Es bietet sich an, die Bauteile der jeweiligen Wohnsituation anzupassen, damit sie für die Nutzergruppen den größtmöglichen Komfort bieten.

Stolperfallen vermeiden

Besonders zu beachten sind die Passierbarkeit und die Ausführung von Türschwellen. Vor allem für Menschen die einen Rollator nutzen, können bereits geringe Schwellenhöhen eine Stolperfalle bedeuten. Oder sie sind für sie sogar gänzlich unüberwindbar. Nicht nur die Schwellenhöhe, auch die Schwellengeometrie beeinflusst die Überrollbarkeit. In der ift-Richtlinie BA-01/1 wird die Überrollbarkeit als Kenngröße definiert. Unterstützt wird die Ausschreibung durch Tabellen mit einem Vergleich der normativen Anforderungen (DIN 18040-2) und Empfehlungen des ift.

Planer, Bauherren, Händler und Hersteller die auf der Suche nach konkreten Empfehlungen und wertvollen Praxistipps für die Planung, die Ausschreibung und die Ausführung privater Wohngebäude, Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen sind, werden in der Fachinformation des ift fündig.

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Die Digitalisierung der Baubranche im Blick

Erleben. Vernetzen. Bauen – Die Knauf Werktage warten auch 2019 wieder mit einer eindrucksvollen und abwechslungsreichen Programmvielfalt für das Fachpublikum auf.

Praktische Demonstrationen und Theorie, verschiedene Ausstellungen sowie die Möglichkeit zum fachlichen Austausch: Für Profihandwerk, Handel und Architektur sind die Knauf Werktage auch in diesem Jahr ein Pflichttermin. Verpassen kann man sie nur schwer, tourt das Branchenereignis doch durch mehrere große Städte in Deutschland. Auftakt ist am 11. Januar in Berlin.

Auch wenn der Veranstaltungsort sich ändert, bleibt die Qualität des Angebots gleich. Die Werktage bieten ihren Besuchern auf gewohnt hohem Niveau Informationen zu Neuheiten und Innovationen. Doch nicht nur auf die Theorie wird Wert gelegt – auf der großen Ausstellungs- und Vorführungsfläche finden sich jede Menge praktische Demonstrationen der Fachleute der Knauf Unternehmen. Für persönliche Gespräche stehen sie natürlich auch bereit, denn der intensive fachliche Dialog ist ein weiterer Punkt, der die Werktage auszeichnet.

Blick in die Zukunft

Dass sie mit der Zeit gehen beweisen die Knauf Werktage ein weiteres Mal: Im Mittelpunkt steht diesmal die Frage nach der Digitalisierung der Baubranche. Das moderne Bauen muss digitale Lösungen finden – auf den Werktagen bieten sich dem Publik anschauliche Möglichkeiten. Mit einem vielfältigen Vortragsprogramm rundet die Knauf Akademie das breit gefächerte Angebot ab. Das Motto Erleben. Vernetzen. Bauen. trifft ins Schwarze, Besucher der Knauf Werktage erwartet ein vielfältiges Programm, das nicht nur informiert sondern auch zum Ausprobieren animiert.

Die Termine im Überblick:

  • 11.01. und 12.01. in Berlin
  • 23.01. und 24.01. in Mainz
  • 30.01. und 31.01. in Stuttgart
  • 06.02. und 07.02. in Düsseldorf
  • 13.02. und 14.02. in Nürnberg
  • 20.02. und 21.02. in Hannover

Gleich anmelden unter www.knauf-werktage.de.

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Gute Auftragslage verdoppelt Bauschäden

Eine aktuelle Studie sieht Zusammenhang zwischen der boomenden Bauwirtschaft und vermehrt auftretenden Baumängeln. Bauherrenschutzbund rät zu begleitenden Kontrollen.

Dass es der Bauwirtschaft gut geht und die hohe Konjunktur anhält, ist für die Unternehmen zurecht ein Grund zur Freude. Dass durch die hohe Belastung und fehlende Fachkräfte aber fast doppelt so viele Baufehler auftreten wie vor ein paar Jahren noch, fällt vor allem den Bauherren zur Last. Eine aktuelle Studie des Instituts für Bauforschung in Hannover stellte im Auftrag des Bauherrenschutzbundes (BSB) die häufigsten Fehlerquellen fest.

Auch Schadenskosten steigen

Seit 2009 hat die Anzahl auftretender Bauschäden beim Neubau von Wohngebäuden um 89 Prozent zugenommen. Baufehler häufen sich nicht nur, sie werden auch immer kostenintensiver. Sie stiegen von 49.000 Euro auf zurzeit fast 84.000 Euro an. Das sind rund 70 Prozent. Besonders Dächer, Fußböden, Decken, Wände und die Haustechnik sind anfällig für Fehlerquellen. Häufige Schadensbilder sind dann eindringende Feuchtigkeit, Risse, Maßfehler, falsche Abdichtung und die nicht vorschriftsmäßige Ausführung. „Der Bauschadensbericht spiegelt wider, was unsere Bauherrenberater täglich auf der Baustelle erleben“, kommentiert BSB-Geschäftsführer Florian Becker.

Ursachenforschung

Die Gründe für diese gewaltig hohe Anzahl an Baufehlern lassen sich laut BSB auf den Mangel an Fachkräften und die anhaltende sehr gute Auftragslage zurückführen. Die hohe Marktauslastung führe zu einer Überlastung der Unternehmen. Auch werde Bauen immer komplizierter, durch höhere gesetzliche Anforderungen und komplexere Bauteile. Hinzu kämen ein enormer Termindruck und das Fehlen von ausreichend qualifiziertem Personal. Diese Überbelastung erhöhe die Fehlerwahrscheinlichkeit um ein vielfaches, so Becker.

Begleitende Kontrollen

Damit Bauherren am Ende nicht in einem Haus voller Baumängel leben müssen, rät der BSB-Geschäftsführer zu baubegleitende Qualitätskontrollen. Durch den Einsatz von Bausachverständigen könnte teuren Bauschäden vorgebeugt werden. Auf solche Kontrollen müssen sich Handwerksbetriebe und Bauunternehmen jetzt einstellen. Auf lange Sicht muss seiner Meinung nach aber vor allem die Branche selbst aktiv werden: „Die Unternehmen müssen deutlich mehr in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter investieren und Fachplaner hinzuziehen.“

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Neues Verfahren für Hochglanzlack soll Raumluft verbessern

Frische Luft ist wichtig – gerade innerhalb von Gebäuden. Ein neues Herstellungsverfahren für Lackmöbel ohne Lösemittel soll dabei helfen, die Raumluft zu verbessern.

Der Geruch von Lösemittel aus Möbeln und Bauprodukten ist in neu ausgestatteten Innenräumen keine Seltenheit. Die Firma Innovative Oberflächentechnologien (IOT, Leipzig) will dies nun vollends verhindern und erhält dabei fachliche und mit rund 332.000 Euro auch finanzielle Unterstützung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Wissenschaftliche Unterstützung kommt zudem vom Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM, Leipzig). „Kann die Idee erfolgreich umgesetzt werden, wird nicht nur die Luftqualität in geschlossenen Räumen verbessert. Sie kann auch helfen, Rohstoffe zu schonen und Energie zu sparen“, erwartet DBU-Generalsekretär Alexander Bonde.

Lackfolien ohne Lösemittel

Um Küchen oder andere Möbel auf Hochglanz zu bringen, werden sie in der Regel mit einer speziellen Folie in Klavierlack-Qualität beschichtet. „Dafür wird eine sehr glatte Folie mit speziellem Lack beschichtet, der bis zur Hälfte aus Lösemitteln besteht. Anschließend muss die Folie getrocknet und unter ultraviolettem Licht gehärtet werden“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Reiner Mehnert das bisherige Verfahren. Dieser Vorgang verbraucht jedoch viel Energie und Rohstoffe: allein für den europäischen Möbelmarkt würden 300 bis 500 Tonnen Lösemittel und 1.200 Megawattstunden Energie verbraucht.

Die Idee von IOT und IOM ist es nun, Speziallacke zu entwickeln, die auch ohne Lösemittel auskommen. Zusätzlich soll die Farbe beim Auftragen auf die Folie mechanisch so bearbeitet werden, dass eine für den Hochglanzeffekt verantwortliche, sehr ebene Oberfläche entsteht.

Bekanntes Verfahren soll helfen

„Für den zweiten Schritt – das Aushärten der Lackschicht mit Hilfe von ultraviolettem Licht – wollen wir zudem ein Verfahren nutzen, das wir im Rahmen eines fast abgeschlossenen DBU-Projektes erfolgreich weiterentwickelt haben“, erklärt Prof. Mehnert. „Dank dieses weltweit einzigartigen Verfahrens können wir auf die ansonsten benötigten Rezepturbestandteile zum Start der Aushärtereaktion verzichten. Diese sind teuer, knapp am Markt, und deren Rückstände in der Lackschicht belasten die Luft in den Räumen, in denen die Möbel später stehen.“

Zudem werde insgesamt weniger Lack aufgetragen. Schon jetzt hätten verschiedene Firmen Interesse an diesem Verfahren bekundet, die Verhandlungen würden laufen. DBU-Generalsekretär Bonde: „Das Projekt hat Modellcharakter. Anwendungsmöglichkeiten in anderen Branchen versprechen einen breiten Nutzen und damit große Umweltentlastung.“

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ZDH fordert Lockerung der Datenschutzregeln

Das Deutschland über die von der EU festgelegten Reglungen hinausgeht, verursacht beim ZDH Unverständnis. Es käme zu einer Mehrbelastung für kleinere Betriebe.

Anfang des Jahres ist europaweit die Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kritisiert jetzt, dass Deutschland in puncto Datenschutzbeauftragten viel weiter geht, als die EU es vorschreibt.

Finanzieller und bürokratischer Mehraufwand

Es geht um die Einstellung von Datenschutzbeauftragten. „Nach Auffassung einiger Landesaufsichtsbehörden für den Datenschutz müssen auch solche Betriebe einen Datenschutzbeauftragten bestellen, wenn in dem Betrieb mindestens zehn Personen Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte regelmäßig nutzen. Das ist jedoch selbst bei kleinen Betrieben im Handwerk der Normalfall“, teilt der ZDH mit. „Außendienstmitarbeiter erhalten die Adressdaten der Kunden auf ihr Smartphone, Dachdecker setzen Drohnen zur Prüfung der Dachgegebenheiten ein, Bauhandwerker fertigen Fotos von zu reparierenden Stellen an und Orthopädietechniker scannen die Fußstellung zur Anfertigung passgenauer Hilfsmittel.“

Das belastet besonders kleine Betriebe, die laut Gesetz einen solchen Datenschutzbeauftragten bestellen müssen. Diese Reglung würde aber eher für einen finanziellen und bürokratischen Mehraufwand sorgen, den nicht alle stemmen könnten, als praktische Hilfe bieten. Der ZDH setzt sich daher für eine Streichung der entsprechenden Reglung im BDSG ein. Denn nach Ansicht des Verbands käme es für effektiven Datenschutz vor allem darauf an, ob die Kerntätigkeit von Beschäftigten die Verarbeitungen von personenbezogenen Daten sei. Und nicht darauf, wie viele Personen tatsächlich mit digitalen Hilfsmitteln arbeiten.

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Gesundheitsgefährdende Chemikalien in Teppichböden

Die Deutsche Umwelthilfe prangert Schadstoffe in europäischen Teppichböden an – und sieht darin auch eine verpasste Chance zum Aufbau einer Kreislaufwirtschaft.

Neuste wissenschaftliche Untersuchungen der Vrije Universiteit Amsterdam, der Notre Dame University (USA) und dem Ecology Center (USA) zeigen auf, dass sich in europäischen Teppichböden hormonaktive Substanzen, krebsverdächtige Stoffe und chlorierte Flammschutzmittel finden lassen. Die chemische Behandlung von Teppichen erfolgt, damit sie weich, farbig und fleckenresistent sind. In Auftrag gegeben hatte die Studie die Changing Markets Foundation (CMF). 15 Teppichböden acht großer Hersteller wurden unter anderem auf Bisphenol A, Flammschutzmittel und antimikrobielle Substanzen untersucht. Nur bei drei der Teppichböden konnten keine der untersuchten Schadstoffe nachgewiesen werden.

Schadstoffe haben in Teppichen nichts zu suchen

Die Ergebnisse der Studie haben die Deutsche Umwelthilfe (DHU) auf den Plan gerufen. Sie fordert nun, dass vor allem solche gesundheitsgefährdenden Chemikalien in Teppichböden verboten werden. „Schadstoffe in Teppichböden sind ein Problem und haben dort nichts zu suchen. Chemikalien, die die Gesundheit der Verbraucher gefährden können, müssen verboten werden. EU-weit verbotene Substanzen dürfen nicht in Recyclingmaterialien zugelassen sein, so dass sie den Weg in Produkte finden können, mit denen Verbraucher fast täglich in Kontakt kommen. Substanzen, die in Kinderspielzeug reguliert sind, müssen auch in Teppichböden, denen Kinder beispielsweise beim Krabbeln besonders intensiv ausgesetzt sind, ebenso gesetzlich geregelt werden“, verdeutlicht Barbara Metz, Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin, das Problem. Verbrauchern gibt sie als konkreten Tipp mit auf den Weg, auf das Siegel „Blauer Engel“ zu achten. Das Siegel wird nur an Hersteller vergeben, die die strengen Anforderungen beim Einsatz von Chemikalien beachten.

Die DHU pocht auch darauf, dass das europäische Chemikalienraster REACH angepasst wird und Widersprüche der europäischen Chemikalienpolitik aufgehoben werden. Weiter sollte die EU-Kommission dringend nicht nur die Schadstofffreiheit von Recyclingmaterialien vorschreiben, sondern auch die von Neuware. Denn aktuell können viele Teppichböden nicht wiederverwertet werden, da sie zu viele Schadstoffe aufweisen. So müssen nur in Deutschland jedes Jahr circa 400.00 Tonnen Teppichboden verbrannt werden. Dabei sind das wertvolle Ressourcen die, entsprechend aufbereitet, sinnvoll genutzt werden könnten. „Dass dies möglich ist, zeigen zwei untersuchte Teppichböden mit Anteilen von Recyclingmaterialien, bei denen keiner der untersuchten Schadstoffe gefunden werden konnte“, sagt Elena Schägg, Projektmanagerin des DUH-Fachbereichs Kreislaufwirtschaft.

Hersteller müssen in die Verantwortung genommen werden

Ein weiterer Punkt den die DHU einfordert, ist das Prinzip der Produktverantwortung für die Hersteller. Diese wären dann in Zukunft für eine umweltfreundliche Entsorgung ihrer Produkte verantwortlich. Dann würde auch der Aufbau eines flächendeckenden Sammelsystems und von Recyclinganlagen zu den Aufgaben der Hersteller gehören. Weiter müssten sie für die Schadstofffreiheit und Recyclingfähigkeit ihrer Produkte Sorge tragen.

Weitere Informationen zur Entsorgung von Entsorgung von Teppichen gibt es bei der DHU.

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imi schneidet und biegt Beton nach Herzenslust

Durch eine flexible Beton-Lösung ergeben sich für Handwerker und Architekten jetzt völlig neue innenarchitektonische Gestaltungsideen – bei einfacher Verarbeitung.

Die H. Schubert GmbH aus Wettringen im Münsterland – mittlerweile besser bekannt unter ihrem Markennamen „imi-beton“ – ist das Original unter den Imitationen von Oberflächen. Neben Rost, Kupfer, Altholzimitationen und vielen anderen Oberflächenmaterialien ist und war die Betonoptik schon von jeher die augenfälligste.

Ein übergreifender Trend in der Innenarchitektur ist heute ohne Zweifel der „Industrial-Style“. Optische Attribute aus Werkhallen werden nicht nur im privaten Wohnraum (den „Lofts“) geschätzt, sondern halten mehr und mehr auch Einzug bei der innenarchitektonischen Gestaltung in Gastronomie, Verwaltungen, in Handels- und Dienstleitungsunternehmen sowie im privaten Wohnbereich.

Wollten Gestalter aber bei Neubauten oder Sanierungen in der Vergangenheit die gewünschte Betonoptik erzielen, hatten sie es immer mit starren Platten zu tun, die viele gestalterische Vorstellungen gleich wieder unmöglich machten.

Flexible Lösung durch biegsame Beton-Matte

imi schafft hier die Lösung in Form einer flexiblen, biegsamen Matte in einem unverwechselbaren Betonlook und -haptik für Boden, Wand und Decke, mit der auch Rundungen und Kanten ausgeformt werden können. Dabei ist sie extrem strapazierfähig, dimensionsstabil und für Fußbodenheizungen geeignet. Sie bietet eine maximale Gestaltungsfreiheit in Büro-, Geschäfts- und Wohnräumen. Ideal auch bei Renovierungen in Küche, Bad und vieles mehr. Ob Wand, Decke oder Boden, sogar runde Elemente lassen sich mit der imi-beton Matte belegen.

Hergestellt wird sie aus nachwachsenden Rohstoffen und ist recycelbar, da sie ohne Zusatz von Chlor und Weichmachern produziert wird. Für den Bodenbelag bekam das Produkt bereits den „Blauen Engel“.

Einfache Verarbeitung

imi liefert sie als großformatige Matten zum Verkleben an Wand und Decke, oder im Planken- oder Fliesenformat, stumpf oder mit umlaufender Fase auf Wand oder Boden zu verarbeiten. Für eine schwimmende Verlegung auf dem Boden gibt es bei imi eine selbstklebende Unterlegmatte. Auch eine nachträgliche Bodenversiegelung ist möglich.

Obwohl die Beton-Matte nicht aus PVC oder Vinyl hergestellt wird, kann man sie wie eine solche denkbar einfach verarbeiten. Man benötigt dazu lediglich ein Cuttermesser zum Schneiden des Materials, eine Führungsschiene und einen 1-Komponentenkleber zum Verkleben. Die umlaufenden Außenfasen der Matte bilden im Verbund schon eine attraktive V-Fuge.

Mittlerweile bietet imi zur gestalterisch ästhetischen Verfeinerung Aluminium-Profile für Außen- und Innenecken, sowie Übergangsprofile an.

Musterpaket anfordern

Wer mehr über die imi Beton-Matte erfahren möchte, kann sich ein Musterpaket bequem online anfordern: www.imi-beton.com.

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Neue Publikation zur KRL-Methode

Die Korrespondierende relative Luftfeuchte (KLR) ist als materialunabhängige Feuchtemessmethode gegenüber der CM-Messung zu bevorzugen.

Lange galt die CM-Messung im deutschsprachigen Raum als Standard in der Ermittlung des Feuchtegehalts eines Untergrunds. In den letzten Jahren veränderte sich aber die Beurteilung der Messdaten (Grenzwerte) aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen und praktischer Erfahrungen zu feuchtbedingten Schadensfällen, bei denen es trotz Erreichens der empfohlenen Feuchtgrenzwerte zu Schäden am Bodenbelag kam. Bereits geringe Änderungen der Zusammensetzung würden zu Materialveränderungen führen, die trotz der Beachtung der Grenzwerte Feuchteschäden verursachen.

Korrespondierende relative Luftfeuchte

Auf Grundlage dieser Beobachtungen lässt sich festhalten, dass materialunabhängige Feuchtemessmethoden auf jeden Fall vorzuziehen sind. Die Korrespondierende relative Luftfeuchte (KRL) ist eine dieser materialunabhängigen Methoden. In vielen anderen Ländern werden solche Methoden bereits als genormte Verfahren zur Bestimmung der Belegreife von mineralischen Untergründen eingesetzt. Sie funktionieren zuverlässig und das schon über Jahrzehnte hinweg.

Seit ungefähr zehn Jahren ermittelt die Technische Kommission Bauklebestoffe (TKB) Grundlagen zur Messung der korrespondierenden relativen Luftfeuchte von mineralischen Estrichen. Sie soll eine Prüfmethode festlegen, die sowohl baustellen- als auch handwerkstauglich ist. Die TBK nennt die KRL-Methode aus heutiger Sicht praxisreif. Nicht zuletzt, weil bei einem Versuch auf Baustellen mehrere Feuchtemessungen durchgeführt wurden, die die Eignung der Methode bestätigen konnten.

Der große Vorteil der KRL-Messung ist die direkte Aussage über den Feuchtezustand, wobei sie immer materialunabhängig ist. Dadurch erhöht sich für den zuständigen Bodenleger die Garantie bei der Feststellung der Belegreife, besonders im Hinblick auf Estriche mit Zusatzmitteln.