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Arbeitsvolumen zu Jahresbeginn eingebrochen

Die Monate Januar und Februar 2018 waren nach Zahlen der SOKA-BAU alles andere als förderlich für die Produktivität der deutschen Baubranche, teilt die Sozialkasse mit.

Der letzte Winter kam erst spät, dafür aber heftig: In den Monaten Januar und Februar 2018 erlebte Deutschland einen Kälteeinbruch, der auch die hiesige Baubranche stark traf. Dies belegen die Zahlen zu Arbeitsvolumen und Bruttolohnsumme, die nun von den Sozialkassen am Bau (SOKA-BAU) veröffentlicht wurden.

So sank das effektive Arbeitsvolumen am Bau von Januar auf Februar 2018 deutlich um fünf Prozent, die Bruttolohnsumme – also alle gezahlten Löhne – sank sogar um sechs Prozent. Für die Bauwirtschaft bedeutet dies einen deutlichen Dämpfer zu Jahresstart, waren das Arbeitsvolumen doch auch schon im Januar deutlich hinter dem Vormonat zurückgeblieben (minus 3,1 Prozent im Vergleich zu Dezember 2017). Immerhin kam es nicht zu flächendeckenden Entlassungen, denn die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer blieb in beiden Monaten stabil.

Gemischte Aussichten

Stark schwankend präsentiert sich derweil die Auftragslage bei den Unternehmen: So sorgte die hohe Zahl von Großaufträgen im vergangenen Dezember noch für gute Stimmung, zwischen Januar und Februar brach sie aber um fast 13 Prozent ein. Baugenehmigungen im Hochbau gingen zu Jahresbeginn ebenfalls um knapp fünf Prozent zurück.

Grundsätzlich sind die Aussichten für die Branche aber gar nicht so schlecht, glaubt SOKA-BAU. So stabilisierten sich die Zinsen für neue Wohnungsbaukredite genauso wie das Niveau der Neukreditvergabe der Deutschen Bundesbank. Zuversichtlich stimmt auch die baldige Einführung des Baukindergelds, die Familien jetzt noch zurückhaltender stimmt und in ein paar Monaten zu besserer Konjunktur führen soll. Gleichermaßen hofft man auf Umsatzzuwächse im gewerblichen Bau, da viele deutsche Unternehmen Kapazitätsengpässe haben und Erweiterungen benötigen.

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Wer wird das „Bauunternehmen des Jahres 2018“?

Bereits zum fünften Mal sucht die TU München gemeinsam mit der Zeitschrift tHIS – Tiefbau Hochbau Ingenieurbau Straßenbau das „Bauunternehmen des Jahres“.

Der einzige wissenschaftlich ausgerichtete Wettbewerb der Baubranche geht in die nächste Runde: Fachlich betreut und geleitet wird die Suche nach dem „Bauunternehmen des Jahres 2018“ von Prof. Dr.-Ing. Josef Zimmermann, Ordinarius des Lehrstuhls für Bauprozessmanagement und Immobilienentwicklung (LBI) an der TU München. Die Teilnahme ist für die Bauunternehmen kostenlos.

Unterstützt wird der Wettbewerb durch den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, (ZDB), sowie dem Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM). Namhafte Hersteller aus Baustoff- und Baumaschinenindustrie, dem Zuliefer- und Servicebereich fördern die Vergleichsanalyse.

Das vornehmliche Ziel des Wettbewerbes ist es, das öffentliche Bild der Ausführungsunternehmen in Bauwirtschaft und Bauindustrie zu stärken, vorbildlich agierende Firmen öffentlich zu machen und Impulse für positive Entwicklungen in der ganzen Branche zu geben.

Kostenlose Unternehmensberatung

Grundlage ist hierbei ein wissenschaftlich fundierter Fragebogen, bei dem die wesentlichen Prozesse des Unternehmens sowie die erfolgsbestimmenden Faktoren, beispielsweise für Strategie, Akquise, Kundenorientierung, Einkauf und Beschaffung, Mitarbeiterführung oder Qualitätsmanagement, im Vordergrund stehen.

Als Mehrwert für die Unternehmen ergibt sich aus den Auswertungen der Fragebögen eine kostenfreie Unternehmensberatung durch die unabhängigen Fachleute der TU München. Hierzu erhält jeder Einsender eine wissenschaftlich basierte Beurteilung des Bauunternehmens. Die hierbei aufgezeigten Stärken lassen sich dann gezielt ausbauen und zur Kunden- oder Mitarbeiterwerbung einsetzen. Zudem werden Handlungsempfehlungen gegeben, um Schwächen aufzuspüren sowie Abläufe und Prozesse im Unternehmen effizient zu gestalten.

Am Ende der Analysen stehen neben dem Gesamtsieger auch Gewinner in vier weiteren Kategorien: Im Tief-, Straßen- und Ingenieurbau (große Unternehmen), im Hochbau (große Unternehmen), im Tief-, Straßen- und Ingenieurbau (kleine, mittlere Unternehmen) sowie im Hochbau (kleine, mittlere Unternehmen).

Der Fragebogen zur Teilnahme am Wettbewerb „Bauunternehmen des Jahres 2018“ ist unter www.bauunternehmen-des-jahres.de abrufbar. Fragen beantwortet Julia Osterried von der TU München, erreichbar unter bauunternehmen-des-jahres@lbi-tum.de. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2018, die Preisverleihung findet am 27. September in Berlin statt.

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Außenarbeiten bei Kunden derzeit besonders begehrt

Die Nachfrage im deutschen Bauhandwerk steigt weiter und weiter, manche Gewerke werden jetzt im Frühjahr aber besonders begehrt, errechnete das Online-Portal MyHammer.

Man sollte davon ausgehen, dass Außenarbeiten im Winter größtenteils brachliegen, doch unter allen Gewerken haben diese Handwerker in den vergangenen Monaten besonders hohe Nachfrage erlebt. Dies belegen die Statistiken des Handwerker-Portals MyHammer, die nun veröffentlicht wurden.

Bau- und Erdarbeiten obenauf

Eins vorneweg: Die meisten Gewerke haben zum Jahresbeginn zugelegt, denn die Nachfrage stieg überall. Insgesamt 21 Prozent mehr Handwerkeranfragen zählte MyHammer im ersten Quartal 2018 im Vergleich zu den letzten drei Monaten des Jahrs zuvor. Die drei Bereiche, die überdurchschnittlich oft nachgefragt wurden, waren allesamt Außenarbeiten: Maurerarbeiten, Straßenbau- und Pflasterarbeiten sowie Bau- und Erdarbeiten. Die ersten beiden Kategorien erreichten beide rund 50 Prozent mehr Nachfragen als noch im vierten Quartal 2017, Bau- und Erdarbeiten waren sogar 68 Prozent beliebter.

Dass die Zahlen so ausfallen, wundert die MyHammer-Verantwortlichen nicht. „Erwartungsgemäß ist im Frühling die Nachfrage nach Arbeiten gestiegen, die draußen verrichtet werden“, wird CEO Claudia Frese in der Deutschen Handwerkszeitung zitiert. Erdarbeiten, vor allem Aushub und Entsorgung, seien typische Aufträge für die Jahreszeit.

Daneben erwartet MyHammer auch bei anderen Gewerken Zuwächse. So steigt im Frühjahr typischerweise die Nachfrage nach Metallarbeiten, beispielsweise für die Montage und Fertigung von Metallzäunen und Balkongeländern. Auch Maurer, Betonbauer, Zimmerer und Tischler, Maler und Lackierer, Stuckateure und Fliesenleger haben in dieser Jahreszeit oft viel zu tun.

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Baugewerbe: Keine Vorteile bei ÖPP im Straßenbau

Der Europäische Rechnungshof sieht laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht keine wesentlichen Vorteile für öffentliche-private Partnerschaften (ÖPP) im Straßenbau.

Wie der Europäische Rechnungshof ein einem Bericht mitteilte, können öffentliche-private Partnerschaften nicht als „wirtschaftlich tragfähige Option zur Verwirklichung öffentlicher Infrastrukturvorhaben angesehen werden.

Dazu erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa: „Das ist nach dem Bundesrechnungshof der zweite wichtige Rechnungshof, der zu dem Schluss kommt, dass ÖPP nicht wirtschaftlich sind und den Steuerzahler erheblich belasten. Zu einem ähnlichen Ergebnis war bereits der Bundesrechnungshof 2014 gelangt. Wir fordern daher die verantwortlichen Politiker in Deutschland auf, die Einwände der beiden Rechnungshöfe zu berücksichtigen und erst einmal keine weiteren ÖPP-Projekte in der Verkehrsinfrastruktur auf den Weg zu bringen.“

„ÖPP schränken Wettbewerb ein“

Der Europäische Rechnungshof hatte 12 von der EU kofinanzierte Projekte in Frankreich, Griechenland, Irland und Spanien untersucht.

Pakleppa weiter: „Dabei hat der Rechnungshof unsere sämtlichen Vorbehalte bestätigt. ÖPP schränken den Wettbewerb ein und schwächen die Vergabeposition der öffentlichen Hand. Der Zeitaufwand für die Vergabe ist wesentlich höher als bei konventionellen Vergaben. Hinzu kommen erhebliche Ineffizienzen in Form von Verzögerungen und Baukostensteigerungen. Allein die fünf in Spanien und Griechenland geprüften ÖPP führten zu Mehrkosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro.“

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Verteuerungen am Bau auf Zehnjahreshoch

Seit 2007 sind die Baupreise in Deutschland nicht mehr so stark gestiegen wie im Februar. Wie der HBD bestätigt, haben viele Unternehmen ihre Preise deutlich erhöht.

Die Errichtung von Wohngebäuden war in Deutschland im Februar 2018 durchschnittlich vier Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist dies der stärkste Anstieg der Baukosten in einem Jahr seit 2007. Allein von November 2017 bis Februar 2018 erhöhten sich die Baupreise um 1,7 Prozent. Die Gründe hierfür sind vielfältig, unter anderem ist das Kostenplus aber wohl auch auf Preiserhöhungen seitens der Bauunternehmen zurückzuführen.

Besonders der Rohbau wird vom Bundesamt als Kostentreiber ausgemacht: Zwischen Februar 2017 und Februar 2018 wurden diese Arbeiten um 4,4 Prozent teurer. Überdurchschnittlich stiegen die Preise vor allem für Erdarbeiten (plus sechs Prozent), für Betonarbeiten (plus 5,1 Prozent) und für Gerüstarbeiten (plus 4,9 Prozent). Beim Ausbau mussten Bauherren ebenfalls deutlich mehr zahlen, so verteuerten sich vor allem Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden (plus 4,9 Prozent), Nieder- und Mittelspannungsanlagen (plus 4,5 Prozent) sowie Estrich-, Tischler- und Metallbauarbeiten (plus 3,9 Prozent).

Viele Gründe für die Preisanstiege

Woher kommt diese Kostenexplosion? Dass Unternehmen die Preise angezogen haben, bestätigt sogar der Industrieverband Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB). Dessen Sprecher Heiko Stiepelmann machte gegenüber Spiegel Online die höhere Nachfrage verantwortlich: „Der Markt hat sich gedreht: Die Firmen müssen nicht mehr nehmen, was auf dem Tisch liegt, sondern können sich im Boom die besten Preise und Angebote auswählen“, so Stiepelmann.

Ein wirkliches Problem sieht er hier aber nicht. In den vergangenen Jahren habe es kaum Raum für Preisanpassungen gegeben, sodass diese nun seitens der Unternehmen kompensiert würden. Darüber hinaus seien manche Materialien wie Stahl deutlich teurer geworden. Diese Kosten würden von der Industrie schlichtweg an die Kunden weitergegeben. Darüber hinaus wachse die Zahl der Bauvorschriften kontinuierlich, was das Bauen an sich verteuere. „Bei den Standards wird immer weiter obendrauf gesattelt, das landet dann ebenfalls in den Preisen“, gab Stiepelmann zu Protokoll.

Gewerblicher Bau und Straßenbau noch teurer

Noch stärker als beim Wohnungsbau stiegen die Kosten beim Straßenbau: Hier wurden Maßnahmen durchschnittlich 5,3 Prozent teurer als im Vorjahr. Der gewerbliche Bau verteuerte sich um 4,1 Prozent, sowohl bei Büro- als auch bei Betriebsgebäuden. Gleichermaßen musste man auch für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden 3,9 Prozent mehr bezahlen.

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Frühjahrcheck am Haus nicht vernachlässigen

Die eiskalten und stürmischen Monate in Herbst und Winter können an jedem Haus versteckte Schäden verursachen, die nur ein genaues Hinsehen im Frühling aufdecken kann.

Wenn man an die Belastungen von Herbst und Winter denkt, kommen einem als erstes eisglatte Straßen, Sturmschäden und Grippewellen in den Sinn. Doch nicht nur der Mensch, auch Gebäude leiden unter extremen Witterungsverhältnissen. Deshalb lohnt es sich, im Frühjahr beim eigenen Haus einmal genauer hinzuschauen, ob es den Winter gut überstanden hat.

Überprüfung außen…

Der erste Blick sollte dem Dach und der Fassade gelten, vor allem nach stürmischen Wintermonaten. Am Dach können Ziegel verrutscht oder zerbrochen sein, außerdem treten manchmal Schäden an Einfassungsblechen rings um die Schornsteine, an den Gauben und in Kehlen auf. Solche Beschädigungen sollten schnellstmöglich repariert werden, weil hier Feuchtigkeit eindringen kann. Darüber hinaus müssen Hausbesitzer die Regenrinnen checken, weil sich hier auch im Frühjahr noch Herbstlaub befinden kann, das Rinnen und Fallrohre verstopft.

An der Fassade gilt es, einen genauen Blick auf mögliche Risse und Abplatzungen zu werfen, die mitunter durch Frost größer geworden sein können. Anfällige Orte sind Hausecken, Fenster und Türen.

…und innen

Im Haus sollten ebenfalls mögliche Schäden früh erkannt werden. Auch hier lohnt es sich, Stellen wie Hausecken und Fenster zu inspizieren. Gerade im Keller werden die Ecken des Bauwerks schnell angegriffen, weshalb Hausbesitzer im Frühjahr nach der Taschenlampe greifen und solche Bereiche regelmäßig kontrollieren sollten.

Durch die Auskühlung der Außenwände kommt es hier nämlich des Öfteren zur Ansammlung von Tauwasser und Bildung von Schimmelpilzen. Auch können so genannte „Salzblühungen“ entstehen, bei denen Streusalz von außen eindringt und sich im Mauerwerk festsetzt. Diese auffälligen, weißen Flecken an der Wand sind nicht nur unansehnlich, sie greifen außerdem Farbe und Putz an und zersetzen mit der Zeit Teile des Mauerwerks. In diesem Fall müssen Hausbesitzer schnell handeln, denn höchstwahrscheinlich ist das Salz durch eine undichte Stelle eingedrungen, meistens an der Sockelabdichtung.

Risiko durch Schimmelpilz

Viele dieser Maßnahmen wollen das Eindringen von Feuchtigkeit ins Gebäude verhindern. Wasser kann die Bausubstanz auf viele Wege angreifen, vor allem begünstigt Feuchtigkeit die Bildung von Schimmelpilz. Dieser entsteht an feucht-warmen Stellen, zum Beispiel an Fenstern, die Wärmebrücken darstellen. Eine weitere, beim Pilz beliebte Stelle ist die Hinterwand von Möbelstücken und Küchenschränken: Hinter Schränken kühlen die Wände den Winter über aus und die warme Wohnungsluft kondensiert hier. Da die Luft hinter Möbeln nicht zirkulieren kann, entwickelt sich hier das ideale Klima für Pilze.

Ein regelmäßiges Checken dieser Orte ist daher aus zwei Gründen unerlässlich: Zum einen greift Schimmelpilz die Bausubtanz und die Möbelstücke an, zum anderen erhöht das Wohnen in schimmelbelasteten Räumen das Risiko, Atemwegserkrankungen und Allergien zu entwickeln. Mit Schimmel ist deshalb nicht zu spaßen: Wer einen Befall entdeckt, sollte unverzüglich den Rat des Fachmanns einholen und den Befall professionell entfernen lassen.

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Studie: Mieten fressen hohe Einkommen teils auf

Hohe Mieten sind in vielen Teilen Deutschlands ein Problem, besonders in den wohlhabenden Regionen. Hier übersteigen die Wohnkosten das zusätzliche Einkommen deutlich.

Dass das Wohnen in München, Hamburg und Frankfurt teurer ist als in ländlichen Regionen Nord- und Ostdeutschlands, wird kaum jemanden überraschen. Grundsätzlich ist es nicht unüblich, dass in den reichen Metropolregionen mehr verdient wird und deshalb auch die Mieten höher sind. Wie eine Studie des Online-Immobilienportals immowelt.de herausfand, liegen die Mieten mittlerweile allerdings weit über den Kaufkraftzuwächsen dieser Regionen.

In München ist es besonders schlimm

Die bayrische Landeshauptstadt München schießt in dieser Kategorie den Vogel ab: Zwar ist die Stadt überdurchschnittlich reich, doch sind die Mieten hier in den vergangenen Jahren so dermaßen gestiegen, dass dieser Reichtum wieder zunichtegemacht wird. Gemessen wird dies an der Kaufkraft, die sich aus dem für Konsum und Wohnkosten zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommen bemisst – also das Geld, das nach allen Abzügen noch zum Ausgeben im Portemonnaie ist. In München und dem darum liegenden Landkreis ist dies besonders hoch, hier haben die Menschen durchschnittlich etwa 31.000 Euro jährlich zur Verfügung, was circa ein Drittel über dem deutschen Durchschnitt von 23.000 Euro liegt.

Zunächst einmal wirkt dies positiv für die Münchener, doch fressen die hohen Mieten dieses Einkommensplus wieder auf, so die Studie: In der Stadt bezahlt man derzeit 17,10 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter, was 134 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 7,30 Euro liegt. Münchener verdienen also ein Drittel mehr als Durchschnittsdeutsche, bezahlen aber mehr als das Doppelte fürs Wohnen. Im Landkreis ist es nur wenig besser, hier sind die Mieten „nur“ knapp doppelt so hoch wie in ganz Deutschland.

Schwerpunkte München, Frankfurt, Erlangen

Immowelt.de hat diese Analyse für die zehn Einkommensstärksten Landkreise in der Bundesrepublik durchgeführt. Stadt- und Landkreis München führten dabei die Skala der Monster-Mieten an, danach folgen einige der umliegenden Gemeinden wie Dachau, Starnberg und Fürstenfeldbruck. Weitere Schwerpunkte dieser schlechten Verteilung sind die Finanzmetropole Frankfurt, hier besonders der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis, und die Stadt Erlangen, in der sich der Deutschlandsitz von Siemens befindet. Auch hier machen die Wohnkosten die hohen Einkommen mehr als wett.

Es geht aber auch andersherum, denn in manchen deutschen Gebieten ist das Wohnen liegen die durchschnittlichen Wohnkosten deutlich unter der Kaufkraft. Dies trifft beispielsweise auf ostdeutsche Gebiete zu, in denen zwar weniger verdient wird, es aber noch günstigere Wohnungen gibt. In dieser Statistik führt die Stadt Görlitz an der polnischen Grenze: Zwar liegt die Kaufkraft mit gut 18.000 Euro rund 20 Prozent unterm Bundesmittel, doch sind hier Mieten 37 Prozent günstiger.

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Grundgesetzänderung zur Wohnungsbauförderung geplant?

Der soziale Wohnungsbau in Deutschland stockt weiterhin. Ein Grund: Der Bund kann Gelder nicht direkt an Kommunen vergeben, doch dies wird sich vielleicht bald ändern.

Die Große Koalition beginnt in diesen Tagen gerade erst mit der Arbeit, doch steht bereits die Möglichkeit einer Grundgesetzänderung im Raum: Artikel 91a, der die finanziellen Zuständigkeiten von Bund und Ländern regelt, könnte schon bald geändert werden. Dies soll die genauere Förderung des sozialen Wohnungsbaus durch Bundesgelder möglich machen.

Koalition will Wohnungsbau fördern

Wie schon länger bekannt ist, hat sich die neue Große Koalition den sozialen Wohnungsbau auf die Fahnen geschrieben und im Koalitionsvertrag eine Erhöhung der Fördersummen festgesetzt. Am Geld mangelt es nicht: Über vier Milliarden Euro sollen in der Legislaturperiode bis 2021 fließen, allein in den letzten beiden Jahren sind jeweils zwei Milliarden verplant. Ziel der so genannten „Wohnungsbauoffensive“ von Union und SPD ist es, in den vier Regierungsjahren insgesamt 1,5 Millionen Wohnungen und Eigenheime frei finanziert und öffentlich gefördert errichtet werden.

Das Problem liegt aber darin, dass der Bund kein Geld direkt an die Kommunen vergeben kann, die für den Wohnungsbau eigentlich zuständig sind. Stattdessen muss er es – so wollen es das Föderalismusgesetz und Artikel 91a – über die Länder vergeben, die allerdings mit den Finanzspritzen auch andere Projekte finanzieren dürfen.

Änderung des GG wahrscheinlich

Aus genau diesem Grund soll der betreffende Paragraph geändert werden, sodass der Bund direkt an die Kommunen Geld verteilen und diese Summen an den Wohnungsbau binden kann. Bislang haben manche Bundesländer die Zuweisungen nämlich lieber für andere Zwecke ausgegeben, meinen Experten wie Jan-Marco Luczak. Der Mietrechtsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sagte dem Handelsblatt, die neuen Fördersummen der Bundesregierung müssten in jedem Fall zweckgebunden vergeben werden, sodass sie wirklich nur für den Wohnungsbau ausgegeben werden.

Dies funktioniert aber nur durch eine Grundgesetzänderung: Im Artikel 91a sind Sonderregelungen aufgeführt (so genannte „Gemeinschaftsaufgaben“), bei denen der Bund Kommunen auch direkt Gelder überweisen darf, ohne die Länder als Mittelsmänner zu haben. Bislang gelten nur die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur und die Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes als „Gemeinschaftsaufgaben“, der Wohnungsbau würde dann als dritte Komponente dazu kommen.

Alte Regelung läuft 2019 aus

Noch brisanter wird das Thema mit Blick auf das kommende Jahr: Nur noch bis 2019 gilt eine Sonderregelung, nach der der Bund überhaupt Wohnungsbaugelder an die Länder überweisen kann. Danach sind sie auf sich selbst gestellt und müssten die Projekte komplett allein finanzieren. In diesem Punkt besteht bei allen Parteien Einigkeit, dass das kaum zu leisten ist, weshalb eine Grundgesetzänderung dringender denn je scheint.

Dass die Länder allein die benötigte Zahl an Wohneinheiten bereitstellen können, glaubt auch die Bauindustrie nicht. „Deshalb halten wir hier eine entsprechende Anpassung des Grundgesetzes für erforderlich“, hieß es auf der Jahreshauptversammlung des Zentralverbands der deutschen Bauindustrie Anfang des Jahres.

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Handwerk fordert gelockerte Arbeitszeitregelungen

In letzter Zeit werden nicht nur in Deutschland Stimmen laut, den Achtstundentag abzuschaffen und flexiblere Regelungen einzuführen, auch im traditionellen Handwerk.

Der Achtstundentag, der für Jahrzehnte das Grundgerüst für die europäische Arbeitswelt bildete, steht derzeit auf dem Prüfstand: Von vielen Seiten her wird eine Modernisierung dieser Regelung gefordert, die einer Abschaffung des traditionellen Konzepts gleichkommen würde. Erstaunlicherweise kommt der Ruf nach einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten auch aus dem eigentlich eher konservativen deutschen Handwerk.

Deutsches Arbeitsrecht nicht mehr zeitgemäß?

Derzeit ist das deutsche Arbeitsrecht vergleichsweise streng: Arbeitnehmer dürfen höchstens sechs Tage und 48 Stunden pro Woche und höchstens acht Stunden pro Tag arbeiten, außerdem muss zwischen zwei Arbeitstagen eine Ruhepause von mindestens 11 Stunden liegen. Wirtschaftsvertreter halten das für nicht mehr zeitgemäß und fordern flexiblere Zeiten, damit deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb bessere Chancen haben.

„Der Arbeitnehmerschutz in Deutschland hat sich bewährt, aber er ist teilweise nicht mehr für unsere digitalisierte Arbeitswelt geeignet“, sagte Christoph Schmidt, der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen der Welt am Sonntag. Viele Arbeitnehmer würden nicht mehr in starren Achtstundentagen denken, sondern den ganzen Tag über Aufgaben übernehmen, was sich mit dem aktuellen Arbeitsrecht nicht vereinbaren lasse. Die Wirtschaftsweisen forderten deshalb schon im November 2017 ein Ende der Regelung: Ihrer Ansicht nach sollte man nur die Arbeitszeit auf 48 Stunden pro Woche begrenzen und die anderen Verbote aufheben. Während sich bei Union und FDP Befürworter dieser Regelung fanden, sprachen sich vor allem die Gewerkschaften klar dagegen aus.

Handwerk ist dafür

Zustimmung kam nun vom Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDB) und dessen Präsident Hans Peter Wollseifer. Auch er nannte die Digitalisierung als wichtigsten Grund. „Die Digitalisierung wirkt sich natürlich auch auf die Arbeitszeiten aus: Ein zu enges Arbeitszeit-Korsett und zu starre und unflexible arbeitsrechtliche Vorschriften tun der Wirtschaft nicht gut. Wir hoffen, dass der neue Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bereit ist, mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und im Arbeitsrecht zuzulassen“, sagte er der Rheinischen Post.

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ELK Fertighaus expandiert nach Deutschland

Das österreichische Unternehmen ELK, das im Alpenstaat als Marktführer für Fertighäuser gilt, will auch in Deutschland Fuß fassen und den Marktanteil deutlich erhöhen.

Von der Marke ELK aus Österreich haben in Deutschland noch nicht viele Kunden etwas gehört, doch das soll sich laut Unternehmen bald ändern: Seinen deutschlandweiten Marktanteil von 0,7 Prozent will ELK in den kommenden drei Jahren verdreifachen und auch hierzulande Fuß fassen. Besonders der süddeutsche Raum gilt dabei als Wachstumsmotor.

Deutscher Markt sehr interessant

Hintergrund dieser Expansion ist, dass der deutsche Markt für Fertighäuser gerade boomt: Verglichen mit anderen europäischen Ländern werden besonders viele Gebäude in dieser Bauweise errichtet. Aus diesem Grund hat ELK die ELK Haus GmbH gegründet, die das Geschäft aus der neuen Deutschlandzentrale in München zügig vorantreiben soll.

Neben diesem Hauptquartier plant ELK 2018 außerdem die Errichtung von zehn neuen Vertriebsstandorten sowie mehreren Lagerstätten, die meisten davon in Süddeutschland. Für diesen Ausbau der Strukturen sowie für die Entwicklung einer neuen Produktlinie für deutsche Kunden hat ELK nach eigenen Angaben einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe investiert.

„Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer strategischen Ausrichtung für den Ausbau in Deutschland den richtigen Weg eingeschlagen haben. Wir bewegen uns in einem heiß umkämpften Markt, in dem neben neuen Häuserreihen aus unserer Sicht vor allem persönliche Beratung, schneller Service und die Umsetzung individueller Kundenwünsche maßgeblich für den Erfolg sind“, so Bodo Braun, ELK-Gesamtleiter Deutschland.