Aus für Handwerkermarke

Nach 18 Jahren nimmt der ZVSHK die Handwerkermarke vom Markt. Das Qualitäts- und Leistungsbündnis wird im Einvernehmen mit den Partnern aufgelöst.

Ende 2018 nimmt der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) die Handwerkermarke vom Markt. Der Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, Helmut Bramann, teilte am 30. November mit, dass es Zeit sei, neue Wege zu gehen. Aufgrund veränderter Rahmen- und Marktbedingungen seien jetzt neue Antworten gefordert: „Wir haben seit Jahresbeginn intensive Diskussionsprozesse mit den Markenpartnern geführt und geprüft, ob oder wie es weitergehen kann. Im Ergebnis soll das Projekt Handwerkermarke zum Jahresende 2018 auslaufen.“

Ab Anfang 2019 kann das Handwerkermarken-Logo von den Herstellern nicht mehr genutzt werden. Es soll aber eine Übergangszeit von einem Jahr gelten.

Bleiben die Produktvorteile?

Mit dem Aus der Handwerkermarke sind Produktvorteile wie Nachkaufgarantie oder Ersatzteilsicherheit nicht mehr im Vertrag verankert. Durch das Instrument Handwerkermarke seien solche Leistungen aber als Branchenstandard bei Qualitätsherstellern dauerhaft etabliert worden und dürften über das Ende der Marke hinaus bestehen bleiben. So zumindest die Annahme des ZVSHK. Die ursprünglich mit der Handwerkermarke verbundene Haftungsübernahmevereinbarung soll aber unabhängig von der Auflösung des Lizenzvertrags zwischen Markenpartnern und ZVSHK beibehalten werden.

Auf der ISH 2019 soll ein neuer Ansatz vorgestellt werden. Einer, „der die heutigen Bedürfnisse des Marktes optimal bedient“, verkündete Bramann bereits jetzt.

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Deutscher Abdichtungsmarkt profitiert vom Bauboom

Eine Studie prophezeit dem Markt für Flachdach- und Bauwerksabdichtungen ein Wachstum von rund drei Prozent für das Jahr 2018. Hersteller im Segment Flachdach profitieren mehr.

Für den deutschen Markt Flachdach- und Bauwerksabdichtungen gibt es Anlass zur Freude: Er wächst in diesem Jahr um voraussichtlich rund 3,0 Prozent. Eine aktuelle Marktstudie von Branchenradar.com stellte heraus, dass sich der Anstieg aber auf wenige Produktgruppen und Anwendungssegmente beschränkt.

Der Boom der Baubranche macht sich auch hier bemerkbar. Die Hersteller von Produkten zur Flachdach- und Bauwerksabdichtung können mit einem Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr rechnen. Der Umsatz steigt aller Voraussicht nach auf 1,29 Milliarden Euro an. Verantwortlich für diesen Aufschwung ist vorrangig der Bereich des Neubaus.

Flachdach sticht Steildach aus

Obwohl die Preise angemessen ansteigen, ist der Markt für Abdichtungsbahnen in 2018 wenig dynamisch. Die Herstellererlöse steigen hier wahrscheinlich nur um gemäßigte 1,9 Prozent gegenüber 2017:

  • Der Herstellerumsatz mit Abdichtungsbahnen für Steildächer schrumpft um rund drei Prozent verglichen mit dem letzten Jahr,
  • die Erlöse im Bereich Flachdach und Bauwerk legen dagegen um vier Prozent zu.

 

Diese Entwicklungen bilden ziemlich genau die Auftragslage auf deutschen Baustellen ab.

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Datenschutz im Handwerk oftmals übertrieben

Seit Einführung der DSGVO müssen Handwerksbetriebe oftmals Verträge zur Auftragsverarbeitung unterzeichnen – datenschutzrechtlich unnötig, wie der ZDH nun klarstellt.

Mit dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) werden Handwerksbetriebe immer häufiger von Hausverwaltungen oder Generalunternehmern dazu aufgefordert, Auftragsverarbeitungs-Verträge zu unterschreiben. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) erklärte nun, dass diese Praxis datenschutzrechtlich weder nötig noch sachgerecht sei.

Handwerksbetriebe, die für eine Hausverwaltung oder als Subunternehmer für einen Generalunternehmer tätig werden, übernehmen hierbei in aller Regel keine klassische Auftragsverarbeitung. Zwar erhalten die Handwerksbetriebe auch in diesen Fällen alle relevanten Kundendaten ausgehändigt, doch anders als zum Beispiel bei Anbietern von Websites oder Cloud-Lösungen – wo die DSGVO besonders zum Tragen kommt – sind die Kundendaten kein wesentlicher Gegenstand des eigentlichen Werkvertrags. Die Kundendaten sind nur nötig, um den eigentlichen handwerklichen Auftrag erfüllen zu können. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist daher weder erforderlich noch sachgerecht.

Für weitere Informationen zum Thema Datenschutz für Handwerker, bietet der ZDH einen kostenlosen Leitfaden zum Download an.

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ZDH vermisst im Bundeshaushalt Entlastung von Unternehmen

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks sieht Nachbesserungsbedarf im Bundeshaushalt. Trotz der hohen Summe fehle die Berücksichtigung der Unternehmen.

In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist der bisher größte Haushalt verabschiedet worden. Mit einem Volumen von 356,4 Milliarden Euro. Trotz dieser guten finanziellen Ausgangslage, habe die Bundesregierung nach Ansicht von Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), die Unternehmen zu wenig in der Planung berücksichtigt: „Der Bundeshaushalt hätte aus Sicht des Handwerks deutliche Entlastungen der Unternehmen und aller Steuerzahler vorsehen müssen.“

Andere Staaten zum Vorbild

Schwannecke bezieht sich dabei vor allem auf andere Staaten, die ihren Unternehmen durch eine verstärkte Nutzung des Steuerrechts bestmögliche Rahmenbedingungen bieten würden. Diese seien von enormer Bedeutung, um als Wirtschaftsstandort attraktiv und auch wettbewerbsfähig zu bleiben. Ebenfalls seien strukturelle Reformen des Unternehmerrechts mehr als notwendig.

Weiter spricht sich der ZDH für eine Reform des Einkommenssteuertarifs aus. Eine Anhebung des Grenzwerts ab dem der Spitzensteuersatz greift, würde für eine entscheidende und spürbare Entlastung der Arbeitnehmer sorgen. Weiter fordert der Verband, dass die Abmilderung der kalten Progression nicht in Vergessenheit gerät: „Sie kommt bislang einer verdeckten Steuererhöhung gleich, die vor allem Personenunternehmen des Mittelstands trifft. Sie bestraft auch die Leistungsbereitschaft von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insbesondere mit kleinen und mittleren Einkommen. Gerade mit Blick auf die dynamische Lohnentwicklung ist es von großer Bedeutung, dass diese Steuermehrbelastungen endlich an die Bürgerinnen und Bürger zurückgegeben werden.“

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Baugewerbe fordert: Bundesrat muss Meisterpflicht wieder einführen

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) erwartet vom Wirtschaftsausschuss des Bundesrats für die Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs zu stimmen.

„Die Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs für einige Gewerke, die seit der Handwerksnovelle im Jahr 2004 zulassungsfrei sind, muss kommen. Daher erwarten wir, dass der Wirtschaftsausschuss des Bundesrats einen entsprechenden Beschluss fasst“, erklärt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

„Die Folgen der Handwerksnovelle im Jahr 2004 sehen wir in der Bauwirtschaft mit großer Sorge: Im Fliesenleger-Handwerk beispielsweise ist die Zahl der Meisterprüfungen seitdem um 80 Prozent zurückgegangen. Damit einher geht auch ein enormer Rückgang der Ausbildungsleistung, die sich seit 2004 mehr als halbiert hat. Diese Entwicklung muss in den betroffenen Bauberufen dringend korrigiert werden, um das System der dualen Ausbildung nicht weiter zu schwächen. Der Meisterbrief ist zudem ein wichtiges Gütesiegel im Sinne des Verbraucherschutzes, das für Handwerksqualität und gut ausgebildete Fachkräfte steht“, so Pakleppa.

„Wir begrüßen, dass der Freistaat Bayern diesen Antrag in den Bundesrat eingebracht hat und erwarten eine positive Entschließung im Wirtschaftsausschuss. Dass die Wiedereinführung des Meisterbriefs geprüft werden soll, ist auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt – der Beschluss des Bundesrats hierzu wäre ein wichtiges Signal zur tatsächlichen Umsetzung des Vorhabens.“

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Ein Ende der Wohnungsknappheit nicht absehbar

Neue Zahlen über die in 2018 erteilten Baugenehmigungen zeigen einen leichten Anstieg. Der BFW befürchtet allerdings, dass dies kein anhaltender Trend wird.

Nach neu veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts ist von Januar bis September 2018 der Bau von circa 230.000 Wohnungen genehmigt worden. Damit verzeichnet die Statistik einen leichten Aufwärtstrend von 2,3 Prozent. Glaubt man der Meinung des Präsidenten des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Andreas Ibel, ist es allerdings ein kurzweiliger Trend: „Trotz steigender Baugenehmigungszahlen ist ein Ende der Wohnungsknappheit nicht absehbar. Mehrere Indikatoren lassen zudem befürchten, dass der Anstieg nur von kurzer Dauer sein könnte. Mit kosmetischen Korrekturen kann die GroKo hier keine Trendwende herbeiführen.“

Fehlende Baugrundstücke

Die Mitgliedsunternehmen des BFW sind für knapp die Hälfte des Wohnungsbaus in Deutschland verantwortlich. Eine aktuelle Umfrage unter diesen deutet aber an, dass sich gerade die Rahmenbedingungen für den Neubau im vergangen Jahr verschlechtert hätten, so Ibel. Vor allem folgende Faktoren spielen in die schwierige Situation mit rein:

  • Die fehlenden Baugrundstücke sind laut 97 Prozent der Befragten die größte Schwierigkeit.
  • Rund die Hälfte der Befragten sieht die zeitaufwendige, bürokratische Kommunikation mit den Behörden in Verbindung mit sehr langen Planungs- und Genehmigungsverfahren als höchst problematisch an.
  • Fehlende Baukapazitäten erschweren die Situation zusätzlich. 75 Prozent hatten zum Beispiel Schwierigkeiten verfügbare Fachplaner und Baufirmen zu finden.

BFW-Präsident Ibel stellte deswegen fest: „Sowohl die Immobilien- als auch die Bauwirtschaft benötigen dringend stabile und langfristige Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, damit sie die notwendigen Investitionen in die Ausbildung von Nachwuchs vornehmen kann.“ Die GroKo habe es mit unrealistischen Förderungsgrenzen bei der Sonderabschreibung verpasst, mehr für den Neubau zu tun. „Was wir für eine wirkliche Trendwende bei den Baugenehmigungen brauchen, ist der klare politische Willen für mehr Neubau – und zwar bei Bund, Ländern und Kommunen”, forderte Andreas Ibel. „Jetzt müssen mehr Bauflächen aktiviert, die Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt und der Vorschriftendschungel gelichtet werden. Nur so erhalten Investoren und Bauträger jene Planungssicherheit, die sie für Investitionen in den Neubau und den eigenen Nachwuchs so dringend brauchen!“

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Saint-Gobain plant Rückzug aus deutschem Baustofffachhandel

Im Rahmen einer Umstrukturierung will Saint-Gobain Building Distribution Deutschland (SGBDD) seine deutsche Baustofffachhandels-Sparte bis zum Ende 2019 verkaufen.

Die Umstrukturierung und der damit verbundene Verkauf der deutschen Baustofffachhandels-Sparte der SGBDD ist Bestandteil der von Pierre-André de Chalendar, Präsident der Compagnie de Saint-Gobain, bereits im Juli verkündete Transformation der Gruppe.

Im Rahmen der Reorganisation wird Kåre Malo, bis Ende des Jahres Sektor-Präsident Building Distribution, ab 1. Januar 2019 neuer CEO bei SGBDD. Michael Schumacher übernimmt zum 1. Januar 2019 die Funktion des Länder-CEO der Schweiz.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir mit all unseren Stärken – unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Marken und Regionen – sehr viel für einen neuen zukünftigen Eigentümer mitbringen“, erklärt Kåre Malo.

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Innerstädtisches Bauen

Neue Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt Faktoren auf, die zum Erfolg von innerstädtischen Bauvorhaben beitragen.

Das Bundesinstitut für Bau- und Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat 13 Fallstudien zusammengetragen, die veranschaulichen, wie Kommunen und Investoren Projekte des innerstädtischen Wohnungsbaus umsetzen können.

Verschiedene Herausforderungen

Nachverdichtung spielt heute eine wichtige Rolle, wenn es um neue Wohnungen in Ballungsgebieten geht. Besonders Baulücken, Brachen und die Umnutzung ehemals gewerblich und öffentlich genutzter Bauten werden in die Planung miteinbezogen. Aber ein anstehendes Projekt stößt nicht selten auf Gegenwind. Der innerstädtische Wohnungsbau sieht sich häufig mit Nutzungskonflikten, einer komplizierten und langwierigen Planung sowie nachbarschaftlichen Widerständen konfrontiert. Um solche Konflikte zu vermeiden, sieht der stellvertretende BBSR-Leiter die gemeinsame Lösungsfindung aller Beteiligten als beste Möglichkeit an. „Die Beispiele zeigen, wie Kompromisse und sensible Formen der Information und Beteiligung zu gelungenen Projekten führen und Neubauvorhaben Akzeptanz verschaffen können. Sie bereichern die Debatte um gute Lösungen für den innerstädtischen Wohnungsbau und regen zur Nachahmung an.“

Erfolgsfaktoren

Um den Wohnungsbau in Städten voranzutreiben sehen die Autoren der Studie verschiedene Punkte als entscheidend für den Erfolg von Bauvorhaben an. Zum einen sollten die Stadtverwaltungen die unterschiedlichen Interessen der Bürger berücksichtigen. Aufsuchende Formen der Beteiligung bieten sich hier an, um Einwohner mit einzubeziehen. Zum anderen sollten die Sachargumente, die für einen Wohnungsneubau sprechen, besser für die Bevölkerung aufbereitet werden. Insbesondere Informationen zur Entwicklung der lokalen Wohnungsmärkte, zum Neubaubedarf und zu den vor Ort bebaubaren Grundstücken müssen entsprechend verfügbar sein. Weiter tragen Baulandrichtlinien, Baulandmodelle und Konzeptvergaben laut Studie zu effizienteren Abläufen bei. Wünschenswert wäre darüber hinaus eine koordinierende Stelle für den Wohnungsbau. Diese könnte Vorhaben durch die Übernahme der Abstimmungen zwischen Fachämtern unterstützen und die Gespräche mit den Bürgern, den kommunalpolitischen Gremien und den Investoren aufeinander abstimmen.

 

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Mündliche Zusagen unter Nachbarn nicht verbindlich

Muss ein Baukran den Luftraum über dem Nachbargrundstück nutzen, ist eine mündliche Zusage des betroffenen Nachbarn nicht verbindlich und damit auch nicht einklagbar.

Aufgrund eines Brandschadens musste das Dach eines Einfamilienhauses erneuert werden. Der Besitzer des angrenzenden Grundstücks hatte im Vorfeld seine Erlaubnis erteilt, dass der eingesetzte Baukran über sein Grundstück ausschwenken durfte. Die beiden Nachbarn gerieten nach Beginn der Arbeiten allerdings in eine Auseinandersetzung. Seine Erlaubnis zog der Nachbar infolgedessen zurück. Der Eigentümer des beschädigten Dachs zog daraufhin vor Gericht. Er forderte, den Luftraum über dem Nachbargrundstück weiterhin nutzen zu dürfen, da ansonsten ein größerer Kran notwendig sei. Dieser müsse dann an einem anderen Platz aufgebaut werden, oder es müsse eine Mauer abgerissen werden. Beide Optionen wären erheblich kostenintensiver. Weiter befand der Kläger, dass sein Nachbar ihm die Zustimmung aus reiner Schikane entzogen habe.

Eine unverbindliche Gefälligkeit

Das Gericht entschied zugunsten des Angeklagten: Die vorher, rein mündlich erteilte Zusage stelle eine bloße unverbindliche Gefälligkeit dar. Aus diesem Grund bestehe für den Kläger kein Anspruch darauf, diese einzufordern. Auch, dass der Kläger nun finanzielle Mehrkosten trägt, da er Alternativen zur ursprünglichen Lösung finden muss, habe er zwar mehrmals behauptet, aber nicht bewiesen.

Das sogenannte „Hammerschlags- und Leiterrecht“, demzufolge Nachbarn unter gewissen Vorrausetzungen die Mitnutzung ihres Grundstücks während angrenzenden Bauarbeiten zu dulden haben, greift in diesem Fall ebenfalls nicht. Der Kläger hatte seinen Nachbarn nicht mindestens einen Monat vor Beginn der Arbeiten informiert. Dies hätte aber geschehen müssen. Auch den Vorwurf der Schikane wies das Gericht zurück. Da der Beschuldigte sein Recht nicht nur ausgeübt hatte, um seinem Nachbarn zu schaden, sei hier nicht von Schikane zu sprechen. Im Gegenteil – der Beklagte habe sogar Restarbeiten im betroffenen Bereich seines Grundstücks vornehmen lassen müssen. Aus diesem Grund sei er durchaus berechtigt gewesen, die Nutzung des Luftraums über seinem Grundstück zu verweigern.

 

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Bauschäden: Schuld sind immer die anderen

In einer aktuellen Umfrage hat BauInfoConsult ermittelt, wen Bauakteure für etwaig entstandene Fehlerkosten verantwortlich machen. Schuld seien dabei immer die anderen.

Fehler passieren – auch auf dem Bau. Für das Jahr 2017 hat das Marktforschungsunternehmen BauInfoConsult immerhin Fehlerkosten in Höhe von rund 14,9 Milliarden Euro ermittelt. Angesichts dieser Zahl darf man durchaus nachfragen, wer am meisten für die Entstehung dieser Kosten verantwortlich gemacht wird. Hierzu wurden die verschiedenen Ansichten der jeweiligen Berufsgruppen am Bau gesammelt. Dabei fällt auf: Jede Berufssparte scheint gerne mit dem Finger auf die anderen Akteure zu zeigen.

So schieben viele der in befragten 150 Bauunternehmen den Schwarzen Peter insbesondere den Architekten zu. Für jeden dritten Bauunternehmer (35 Prozent) sind es vor allem die Planer, die die Fehlerkosten verursachen. Gleichzeitig räumen aber auch 31 Prozent der Bauunternehmer ein, dass auch die eigenen Fachkollegen häufiger für Fehlerkosten verantwortlich seien. 25 Prozent der Bauunternehmen sehen die Schuld häufiger bei den Behörden und 23 Prozent bei den öffentlichen Bauherren. Dem gegenüber sieht allerdings nur jeder zehnte Bauunternehmer (11 Prozent) die Fachhandwerker als primäre Fehlerkostenquelle.

Architekten sehen das anders

Während die aktuelle Umfrage lediglich die Meinung der Bauunternehmen abbildet, zeigt eine andere BauInfoConsult-Studie die Stimmung der Architekten, Maler, Trockenbauer und SHK-Profis. Das Ergebnis ist wenig überraschend, zeigt jedoch die typische „Schwarze-Peter-Haltung“ der Branche: Die Mehrheit der Architekten sieht ihrerseits die Schuld bei der Entstehung von Fehlerkosten hauptsächlich ausgerechnet bei den Bauunternehmen.

Die Maler und Trockenbauer zeigen hingegen vor allem auf die Architekten, während SHK-Installateure wiederum mit dem Finger auf die Bauunternehmen zeigen.

Zwar entsteht hier der Eindruck, dass viele Bauakteure beim Thema Fehlerkosten die eigene Verantwortung gerne auf andere abschieben, in einer Sache sind sich jedoch alle einig: Behörden und Aufsichtsorgane schneiden bei keinem der befragten Bauakteuren positiv ab.