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Wilo legt Grundstein zu digitalisiertem Firmensitz

Mit dem „Office 2020“ und der „Smart Factory“ baut der deutsche Pumpen-Spezialist Wilo gerade seinen Stammsitz in Dortmund zu einem vollkommen digitalen Standort aus.

Textmarker, Schere und Locher sind im Grundstein der neuen Wilo-Verwaltungszentrale einbetoniert, denn die Firma will solches Büromaterial zukünftig nicht mehr nutzen: In den kommenden Jahren wird der Stammsitz in Dortmund komplett neu gebaut und auf eine komplett digitale Verwaltung umgestellt. Im Februar 2018 wurde dafür der Grundstein zur „Smart Factory“ gelegt, nun folgte der Baustart am Verwaltungsgebäude „Office 2020“.

Entscheidung für das Ruhrgebiet

Ende 2019 soll das neue Werk seinen Betrieb aufnehmen, bis 2022 dann auch die Zentrale im siebenstöckigen neuen Office-Bauwerk. Über 200.000 Quadratmeter wird der gesamte Standort dann umfassen. „Wir sind der festen Überzeugung, dass moderne industrielle Arbeitsplätze und die dazugehörigen Vertriebs- und Geschäftsaufgaben vor dem Hintergrund der digitalen Transformation in Deutschland und gerade im Ruhrgebiet eine sehr gute Zukunft haben. Deshalb haben wir uns als Dortmunder Unternehmen nicht nur aus Tradition für dieses Entwicklungsprojekt hier entschieden“, erklärte Oliver Hermes, der Vorstandsvorsitzende und CEO der Wilo Gruppe.

Hermes und der weitere Wilo-Vorstand erwarten eine Entwicklung des Ruhrgebiets hin zur „Smart Urban Area“, einem hochmodernen Ballungsraum. Durch die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft, der vielen Bildungs- und Forschungseinrichtungen und des Zusammenwachsens der Städte soll das Ruhrgebiet ein Hochtechnologiestandort werden. „Mit ihrem wegweisenden Zukunftsprojekt unterstreicht die Wilo Gruppe die Bedeutung Dortmunds als Wirtschafts- und Technologiestandort“, betonte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

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Neun Konzepte für seriellen Wohnungsbau vorgestellt

Schneller Wohnungen bauen ist das Ziel des seriellen Wohnungsbaus. Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat nun neun Konzepte präsentiert.

Der serielle Wohnungsbau, bei dem Gebäude nur einmal ausgeschrieben und geplant und später mehrmals gebaut werden, soll der deutschen Bauwirtschaft viel Zeit bei der Schaffung von Wohnraum ersparen. Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat nun neun Projekte auserkoren, für die eine erste Genehmigung ausgesprochen wurde.

Zeit bei der Planung sparen

Grundsätzlich funktioniert der Bau von Mehrfamilienhäusern ja so, dass ein Projekt ausgeschrieben wird, auf das sich dann mehrere Unternehmen bewerben. Diese Unternehmen planen das Gebäude und danach entscheidet sich die ausschreibende Stelle für eines der Konzepte und vergibt den Zuschlag. Erst dann kann es mit dem eigentlichen Bau losgehen.

Diese Schritte will man mit dem seriellen Bauen überspringen. Der GdW hat deshalb einige Muster-Gebäude ausgeschrieben, manchen der Bewerber und ihren Planungen zugesagt und für diese Gebäude einen festen Preis ausgehandelt. Nun gibt es beim Verband insgesamt neun fertig geplante Gebäude, deren Preis schon feststeht. Mit den entsprechenden Anbietern sind dazu nun Rahmenverträge ausgehandelt worden.

Wofür aber das Ganze? Wohnungsbauunternehmen und -Gesellschaften verbringen viel Zeit mit diesen ersten Schritten. Von nun an können sie sich einfach eines der Gebäude aussuchen und den festgesetzten Preis bezahlen. Dadurch wird das gesamte Planungs- und Vergabeverfahren eliminiert und der Bau kann schneller beginnen. Jedes der Modellgebäude kostet zwischen 2.000 und 3.200 Euro pro Quadratmeter, was als unterdurchschnittlich günstig gilt.

Moderne Konzepte

Die ausgewählten Konzepte hat der GdW vor allem wegen ihrer Wirtschaftlichkeit ausgewählt. Sie sollen platz- und energieeffizient sein, barrierefreie Wohnungen enthalten und außerdem standardisierte Module enthalten, die zeit- und kostensparend fertiggestellt werden können. Daneben galt ein modernes Design als wichtiger Faktor.

An dem Projekt waren neben der Immobilienwirtschaft auch die Bauindustrie und die Architektenkammern sowie das Bundesinnenministerium beteiligt. „Ich bin überzeugt davon, dass mit diesem Ausschreibungsverfahren ein neues Kapitel der seriellen und modularen Bauweisen aufgeschlagen wurde. Heute wird der Grundstein dafür gelegt, dem seriellen und modularen Bauen in Deutschland neuen Auftrieb zu verleihen“, sagte Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und dessen Vizepräsident Marcus Becker kamen ebenfalls positive Statements: „Für die deutsche Bauindustrie hat die Rahmenvereinbarung in einem doppelten Sinne Pilotcharakter: Zum einen wollen wir die Potentiale ausloten, die im seriellen und modularen Wohnungsbau bezüglich Schnelligkeit und Kostengünstigkeit noch schlummern. Zum anderen sehen wir in der Design-and-Build Ausschreibung einen wichtigen Schritt in Richtung einer vertieften partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Architekten und Baufirmen. Wir sind davon überzeugt, dass gerade beim seriellen Wohnungsbau – insbesondere beim Einsatz von Wohnmodulen – frühzeitig auch die Baukompetenz in die Planung eingebracht werden muss.“

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Sind deutsche Hochhäuser sicher?

Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower stellen sich viele die Frage, wie es um die Sicherheit deutscher Hochhäuser gestellt ist. Der Vorsitzende der Bauministerkonferenz gibt nun Antwort.

Nach Einschätzungen des Vorsitzenden der Bauministerkonferenz, Hans-Joachim Grote, haben deutsche Hochhäuser ein so hohes Sicherheitsniveau, dass Brandkatastrophen wie vor einem Jahr in London nicht zu erwarten sind.

„Die als Konsequenz des Towerbrandes in London veranlassten Überprüfungen der Brandschutzregelungen in Deutschland haben keinen Nachbesserungsbedarf ergeben“, sagte der schleswig-holsteinische Ressortchef der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Feuer am 14. Juni 2017 im Londoner Wohnturm Grenfell Tower waren 72 Menschen ums Leben gekommen.

„Brennbare Elemente sind bei Hochhausfassaden in Deutschland nach geltendem Recht nicht zulässig“, erläuterte Grote (CDU). Die Vorschriften seien sehr detailliert. Für Hochhäuser und damit für Gebäude ab 23 m Rettungshöhe seien separate Fluchttreppenhäuser vorgeschrieben. Zudem seien Brandmeldeanlagen, automatische Löschanlagen oder ein Feuerwehraufzug Pflicht. Für Fassaden dürften spätestens seit Anfang der 1980er Jahre grundsätzlich keine brennbaren Dämmstoffe verwendet werden. Die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen müsse bereits im Bauantrag nachgewiesen werden, sagte Grote. Sonst gebe es keine Baugenehmigung.

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Bauhauptgewerbe wächst um sechs Prozent im ersten Quartal

Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mitteilt, sind die Umsätze im Bauhauptgewerbe zu Jahresbeginn 2018 um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Baubetriebe mit 20 oder mehr Mitarbeitern haben im ersten Quartal 2018 durchschnittlich 6,3 Prozent höhere Umsätze gehabt als im Jahr zuvor, berichtet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HBD). Die gute Auftragslage sorgte gerade im Januar und Februar für zweistellige Umsatzsprünge, doch der kalte März verhinderte noch bessere Zahlen. Trotzdem: Ein baugewerblicher Umsatz von 13,7 Milliarden Euro kann sich sehen lassen.

Die schlechten Zahlen aus dem März (minus 5,4 Prozent) sorgen für keine Bedenken beim HDB. So erlebten zwei Drittel der Firmen witterungsbedingte Arbeitsunterbrechungen und hatten aufgrund des frühen Osterfests zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahr. Außerdem war der Umsatz im März 2017 so stark gewesen, dass die meisten nicht mit einer Wiederholung dieses Ergebnisses gerechnet hatten.

Die gute Auftragslage hält übrigens an: Bei Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern lag sie im ersten Quartal 2018 um 6,8 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

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Bestätigt: Bau-Arbeitgeber akzeptieren Schlichterspruch

Der Tarifstreit im deutschen Bauhauptgewerbe hat ein Ende: Die Arbeitgebervertreter haben dem Schlichterspruch zugestimmt. Dies bedeutet Lohnerhöhungen um 5,7 Prozent.

Lang hat es gedauert, doch nun steht der neue Tarifvertrag für das deutsche Bauhauptgewerbe. Nach der Zustimmung der Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU) haben nun auch die beteiligten Arbeitgebervertreter, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), den Schlichterspruch vom 12. Mai 2018 akzeptiert.

Damit können sich Beschäftigte im Westen auf 5,7 Prozent mehr Lohn, im Osten sogar auf 6,6 Prozent jetzt und 0,8 Prozent 2019 einstellen. Darüber hinaus erhalten Arbeitnehmer im Westen 1100 Euro und im Osten 250 Euro in Einmalzahlungen. Festgelegt sind außerdem Raten für ein festes 13. Monatsgehalt und eine höhere Ausbildungsvergütung.

„Kaum zu verkraften“

Nach Aussagen der Arbeitgeberverbände sei diese Entscheidung nur schwer umsetzbar, trotzdem habe man sich für die Einigung entschieden. „Unsere Mitglieder haben sich mit ihrer Zustimmung nicht leicht getan. 5,7 Prozent plus Einmalzahlungen sind für viele Bauunternehmen kaum zu verkraften, denn die Baukonjunktur verläuft regional und branchenbezogen sehr unterschiedlich“, so ZDB-Vizepräsident Frank Dupré. Die Angst vor Arbeitskämpfen und die lange Laufzeit von 26 Monaten hätten aber dann doch den Ausschlag für die Zustimmung gegeben.

Auch Andreas Schmieg, Vizepräsident Sozialpolitik des HDB, zeigte sich zwiegespalten. Zwar sei die Lohnerhöhung deutlich über dem ursprünglichen Angebot, doch biete ein langer Tarifvertrag viel Planungsfreiheit. Er freute sich auch, dass man sich auf eine Anhebung der
Ausbildungsvergütung um 65 Euro habe einigen können, was die Branche attraktiver für Nachwuchskräfte mache.

Gewerkschaft zufrieden

Im Gegensatz zur Unzufriedenheit bei den beiden Verbänden zeigte sich die Gewerkschaft höchst erfreut über den Vertragsschluss und stimmte den Schiedsspruch schon am 26. Mai 2018 zu. „Wir haben einen qualitativ hochwertigen Tarifvertrag abgeschlossen, den die Beschäftigten mit ihrer fachlichen Leistung gerade jetzt in der Hochkonjunktur mehr als verdient haben“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

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Tarifverhandlungen im Gerüstbau-Handwerk stocken

Die Verhandlungen um eine Erhöhung von Tariflohn und Ausbildungsvergütung im Gerüstbau-Handwerk sind vorerst gescheitert, da die IG BAU ein zweites Angebot nicht annahm.

1,3, 3 und 3,6 Prozent mehr Lohn pro Jahr boten die Arbeitgeber im Gerüstbau der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) an, doch die lehnte ab: Ein „Almosen“ sei das Angebot, so die Arbeitnehmervertreter. Wie es nun mit den Verhandlungen in der Branche weitergeht, ist noch offen.

Forderungen beider Seiten weit auseinander

Insgesamt ziehen sich die Verhandlungen schon seit mehreren Monaten hin. 2017 hatte man in drei Runden ergebnislos getagt, Anfang 2018 war zumindest ein Mindestlohn-Anschlusstarif in Höhe von 11,35 Euro ab dem 1. Mai 2018 festgelegt worden. Daneben gab es aber noch viele weitere Punkte: So forderte die Gewerkschaft eine Anhebung des Ecklohns um einen Euro pro Stunde und eine deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro. Darüber hinaus soll ein neuer, höherer Mindestlohn 2 speziell für Facharbeiter geschaffen werden. Insgesamt sollten die Beschäftigten 5,5 Prozent über die kommenden 18 Monate mehr verdienen, meint die Gewerkschaft.

Gerade die Einführung eines Facharbeiter-Mindestlohns, der für die Gewerkschaft von großer Bedeutung ist, wird von den Arbeitgebern, die durch die Bundesinnung und den Bundesverband Gerüstbau vertreten werden, kategorisch abgelehnt. In anderen Punkten kamen sie der IG BAU allerdings entgegen und boten 3,6 Prozent Lohnplus über 24 Monate und 150 Euro mehr für Auszubildende an.

Wer hat Recht?

Die Tarifverhandlungen scheiterten, wie so oft, weil die Forderungen und Angebote der beiden Seiten meilenweit auseinander lagen. „Was die Arbeitgeber vorgeschlagen haben ist kein Angebot, das sind Almosen. Das ist mit der IG BAU nicht zu machen. Die Erhöhung bedeutet noch nicht einmal den Ausgleich der Inflation und damit einen Reallohnverlust. Wenn das so weitergeht, müssen nach den Vorstellungen der Arbeitgeber die Kollegen demnächst noch Geld auf die Baustellen mitbringen“, kommentierte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers.

„Die Tarifkommission von Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau machte deutlich, dass die Situation in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich sei und der Gerüstbau – trotz der allgemein guten Auftragslage im Bau – leider immer noch im unteren Preissegment kämpfe; die gestiegenen Kosten (insbesondere auch des letzten hohen Tarifabschlusses von bis zu 9,2 Prozent Lohnsteigerungen) und erforderlichen Investitionen können nicht in ausreichendem Maße gegenüber der Auftraggeberseite durchgesetzt werden“, hieß es dagegen von der Arbeitgeberseite.

Wie geht es nun weiter?

Nach Scheitern der Verhandlungen setzte die Gewerkschaft den Arbeitgebern eine Frist bis Mitte Juni, mit einem besseren Angebot aufzuwarten. Nach diesem Punkt könnte es zu Arbeitskämpfen kommen.

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Baubranche steht Entsenderichtlinie skeptisch gegenüber

Ausländische Arbeitnehmer sollen bald in jedem Staat dieselben Lohnbedingungen haben wie einheimische Beschäftigte. Industrieverbände lehnen dies aber größtenteils ab.

Das Europaparlament hat entschieden, dass ab Mitte 2020 entsendete Arbeitnehmer aus dem EU-Ausland dieselben Lohnbedingungen haben sollen wie einheimische Beschäftigte. Unter diese Lohnbedingungen fallen nicht nur der Lohn an sich, sondern auch alle anderen Vorteile wie Tarifbestimmungen, Vergünstigungen und Zuschläge sowie die Übernahme bestimmter Reisekosten- und Unterkunftskosten. Während Arbeitnehmervertreter diesen Schritt begrüßten, kam Kritik von den Industrieverbänden.

IG BAU zufrieden

„Mit der überarbeiteten Entsenderichtlinie verbessert sich die grenzüberschreitende Arbeit vieler Beschäftigter. Sie schützt innerhalb der EU entsandte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besser vor Ausbeutung und erschwert Briefkastenfirmen und anderen kriminellen Geschäftemachern das Handwerk“, heißt es in einer ersten Stellungnahme der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Für die Gewerkschaft ist die Entsenderichtlinie ein Schritt zu mehr sozialem Zusammenhalt der europaweiten Arbeitnehmer. „Europa wird sozialer. Mit ihrer Zustimmung signalisieren die Europa-Parlamentarier, dass sie die Menschen in der Union wieder in den Blick nehmen“, glaubt er IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

ZDB ist dagegen

Weniger zuversichtlich äußerte sich der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Dem ursprünglichen Plan, ausländische Kräfte vor Lohn-Dumping zu schützen und ihnen gleiches Geld für gleiche Arbeit zu geben, hatte der Verband noch zugestimmt. Dass nun aber alle Lohnbedingungen übernommen werden sollen, kritisieren die Industrievertreter. Dass für diese Arbeitnehmer weiterhin weniger Steuern und Sozialabgaben gezahlt würden, würde auch die neue Richtlinie nicht ändern.

Daneben seien die Kontrollmechanismen vermutlich mit der Aufgabe überfordert, glaubt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa: „Wir stellen in der Praxis fest, dass die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) bereits heute nicht in der Lage ist, die Einhaltung des Mindestlohns flächendeckend zu kontrollieren. Wie wird das erst aussehen, wenn die FKS die Einhaltung weiterer Vergütungsbestandteile wie z.B. Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge kontrollieren soll?“

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Merkel verspricht 1,5 Millionen Wohnungen in vier Jahren

Die im Koalitionsvertrag festgehaltene „Wohnraumoffensive“ beginnt: Bundeskanzlerin Merkel plant in den kommenden vier Jahren mit anderthalb Millionen neuen Wohnungen.

Um den Wohnungsmangel in deutschen Großstädten zu bekämpfen, nimmt die Bundesregierung viel Geld in die Hand. In der so genannten „Wohnraumoffensive“ sollen insgesamt sechs Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau, in Anreize für bezahlbaren Wohnraum und in die Eigenheim-Förderung investiert werden. Darüber hinaus strebt Merkels Regierung eine Vereinfachung des Baurechts und mehr Transparenz bei den Mietpreisen an, wie die Kanzlerin in ihrem Video-Podcast auf YouTube ankündigte.

Anderthalb Millionen neue Wohnungen

Im Mittelpunkt steht eine gigantische Zahl: 1,5 Millionen neue Wohnungen und Eigenheime sollen zwischen 2019 und 2022 entstehen, also durchschnittlich 375.000 pro Jahr. Zum Vergleich: 2017 wurden 284.800 neue Wohnungen fertiggestellt. Gleich mehrere Maßnahmen sollen dies ermöglichen.

  • Allein zwei Milliarden Euro sollen in der Vier-Jahres-Periode in den sozialen Wohnungsbau fließen. Dabei sollen Länder und Kommunen, deren eigene Anstrengungen währenddessen ungehindert weiter gehen, zweckgebunden vom Bund unterstützt werden können.
  • Große Hoffnungen setzt die Bundesregierung auch in das neue Baukindergeld, das über maximal zehn Jahre einen Betrag pro Kind an die Eltern ausschüttet. Wie die Kanzlerin in ihrem Podcast erklärt, sollen sich Paare nicht mehr zwischen Kindern und Eigenheim entscheiden müssen.
  • Der Bund will außerdem einige Teile seines Landbesitzes an Kommunen abgeben, damit hier billiges Bauland geschaffen werden kann. Fehlendes Land gilt als eines der größten Hindernisse im deutschen Wohnungsbau.
  • Das deutsche Baurecht soll „verschlankt“ werden, sodass schneller und effektiver gebaut werden kann. Welche genauen Maßnahmen das umfassen soll, sagte Merkel aber nicht.

Mehr Transparenz bei Mietpreisen

An der durchaus umstrittenen Mietpreisbremse hält die Bundesregierung fest, kündigt aber Änderungen an. So sollen Modernisierungskosten nicht mehr so einfach auf die Miete aufschlagbar sein, um Mieter nicht zu sehr zu belasten. Das Modernisieren von Mietwohnungen sei aber weiterhin wichtig, betonte Merkel.

Auch arbeitet die Regierung an Regelungen zu mehr Transparenz bei den Mietpreisen. Mieter sollen beispielsweise das Recht erhalten, Auskunft über die vorherigen Mietpreise derselben Wohnung zu erhalten. Auch sollen die Mietspiegel in der Bundesrepublik vereinheitlicht werden, um überall dieselben Informationen abrufen zu können.

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Geschäftsklimaindex im Bauhauptgewerbe auf Rekordhöhe

Die Geschäftslage im deutschen Bauhauptgewerbe ist so gut wie lange nicht, sagten die meisten Unternehmer bei der regelmäßigen Umfrage zum ifo Geschäftsklimaindex aus.

Ähnlich wie die Temperaturen in Deutschland ist auch das Geschäftsklima in den Unternehmen der Bundesrepublik derzeit auf dem Höhepunkt: Wie die monatliche Umfrage zum ifo Geschäftsklimaindex ergab, steht es derzeit sehr gut um die deutsche wirtschaftliche Entwicklung. Das liegt auch an der hervorragenden Zahlen aus dem Bauhauptgewerbe.

Besonders die aktuelle Geschäftslage sorgt für gute Stimmung, während die befragten Unternehmer die Erwartungen für die kommenden Monate wieder etwas dämpften. Insgesamt tat dies der positiven Einschätzung aber keinen Abbruch, weshalb der Index in der Baubranche auf einen neuen Rekordwert kletterte.

Der Dienstleistungssektor sowie der Groß- und Einzelhandel vermeldeten ebenfalls sehr gute Ergebnisse – die Einzelhändler gaben sogar an, Preiserhöhungen zu planen. Lediglich im Verarbeitenden Gewerbe flaute die Stimmung etwas ab.

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Baugewerbe zum Wohnungsbau: viel getan, viel zu tun!

Als Reaktion auf die aktuellsten Baufertigstellungszahlen fordert der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes die Bundesregierung zu weiterem Handeln auf.

Zu den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baufertigstellungszahlen erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa: „In 2017 haben wir 284.816 Wohnungen gebaut. Das waren 7.125 mehr als vor einem Jahr (+2,6 Prozent).

Das liegt nur knapp unterhalb des von uns erwarteten Niveaus von 300.000 Wohnungen. Um aber deutlich mehr Wohnungen jährlich zu bauen, muss die Bundesregierung ihr angekündigtes Wohnungsbaupaket schnell auf den Weg bringen. Denn Investoren warten mit ihren Entscheidungen auf mögliche steuerliche Anreize. Gleichzeitig brauchen wir kostengünstiges Bauland. Auch Länder und Kommunen sind gefordert, mehr in den sozialen Wohnungsbau zu investieren, damit sich die Wohnungsknappheit in den Ballungsgebieten entspannt. Und die Bauvorschriften müssen endlich vereinfacht und von den Ländern einheitlich geregelt werden.“

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, hat insbesondere der Mehrfamilienhausbau zugelegt um ca. 7.700 Wohnungen, was +7 Prozent entspricht. Der Ein- und Zweifamilienhausbau stagniert bei 106. 000 Wohnungen (+/- 0 Prozent). Der Bau von Wohnheimen hat mit der Unterbringung von Flüchtlingen nachgezogen (16.515 Wohnungen; +16 Prozent), Der Neubau hat damit um ca. 4 Prozent zugelegt. Umbaumaßnahmen sind um 5,5 Prozent leicht zurückgegangen.