Bild: Fotolia/Marleny

Der Mindestlohn steigt!

Die Mindestlohn-Kommission hat eine Erhöhung des Mindestlohns vorgeschlagen. Wir klären, worauf Unternehmer mit Minijobbern oder Saisonarbeitskräften nun achten sollten.

Nach einem aktuellen Vorschlag der Mindestlohn-Kommission soll der gesetzliche Mindestlohn ab 2019 auf 9,19 Euro und ab 2020 auf 9,35 Euro steigen. Wie die Vergangenheit zeigte, wird die Bundesregierung dem Vorschlag der Kommission vermutlich folgen. Doch welche Folgen haben die Änderungen für Arbeitgeber?

Zunächst einmal kommt in der zweiten Jahreshälfte 2018 vor allem Arbeit auf die Arbeitgeber zu: „Unternehmer sollten bei Gehaltsbeziehern und Stundenlöhnern noch im Jahr 2018 überprüfen, ob sie den neuen Mindestlohn einhalten und ob sie die Arbeitsverträge anpassen müssen“, erklärt Ecovis-Rechtsanwalt Thomas G.-E. Müller in München.

Hohe Bußgelder

Wer sich nicht an die Mindestlohngesetze hält und weniger zahlt, dem drohen bis zu 500.000 Euro Bußgeld, Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen und gegebenenfalls der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen. „Damit es keinen Streit gibt, sollten Arbeitgeber mit ihren Mitarbeitern reden und gegebenenfalls die Arbeitsverträge anpassen“, rät Müller.

Vorsicht bei Minijobs

Besonders Minijobs sind häufig von den neuen Regelungen betroffen. Hier müssen Unternehmen handeln, denn mit der Erhöhung des Mindestlohns auf 9,19 Euro kann die maximale monatliche Arbeitszeit ab 2019 nur noch 48,9 Stunden betragen. In der zweiten Stufe nur noch 48,1 Stunden. Bislang waren 50,9 Stunden möglich.

Überschreitet der geringfügig Beschäftigte die möglichen Arbeitsstunden, fällt er nicht mehr unter die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro und die Vorteile des Minijobs gehen verloren. Vor allem in Saisonbetrieben schwankt die Arbeitszeit der Minijobber. „In diesem Fall sollte der Arbeitgeber ein Mindestlohn-Arbeitszeitkonto schriftlich vereinbaren und nach den gesetzlichen Vorgaben führen. Dann kann die Arbeitszeit bei Minijobs auch mal mehr als 48,9 beziehungsweise 48,1 Stunden im Monat betragen“, empfiehlt Ecovis-Rechtsanwalt Müller.

Gewinne für Handwerker bei Wahl der beliebtesten Hersteller

Mit der Umfrage ibau Stein im Brett wählten Handwerker jüngst die bei Ihnen beliebtesten Hersteller. Dabei räumten die teilnehmenden Handwerker erstklassige Preise ab.

„Welche Marke gilt in meinem Gewerk als Qualitätsführer und wer bietet die besten Verarbeitungsvorteile zum günstigen Preis?“ Diese Fragen stellen sich wohl alle Handwerker, die qualitativ hochwertige Arbeit abliefern und damit ihre Kunden zufriedenstellen wollen. Um diese Fragen beantworten zu können, führt die ibau GmbH einmal im Jahr Deutschlands größte Branchenbefragung unter Handwerkern und Fachunternehmern durch.

Rund 2.600 Handwerker und Fachunternehmer unterschiedlicher Gewerke gaben hierzu ihre Stimmen ab und wählten aus knapp 300 Herstellern diejenigen aus, die bei ihnen einen „Stein im Brett“ haben.

Begehrte Preise im Gesamtwert von über 10.000 Euro

Unter allen Teilnehmenden verloste ibau insgesamt zwei Weber Gasgrills „Genesis® II E-410™ GBS™, Black“, fünf Philips Perfect Draft Bierzapfanlagen inklusive zwölf Fässern Bier, sechs Kickertische „Ullrich Sport“, sowie acht Bluetooth Lautsprecher der Marke UE Boom 2.

Wenn Sie sich bei der nächsten Umfrage ebenfalls einen dieser tollen Gewinne sichern wollen, registrieren Sie sich jetzt auf Helden am Bau und wir informieren Sie rechtzeitig über die nächste Umfrage: Hier registrieren.

Die Freude unter den Gewinnern war groß:

Mit einem Weber Gasgrill „Genesis® II E-410™ GBS™, Black“ ist Iris Greiner von der Gärtnerei Greiner Garten und Landschaftsbau samt Kollegen und Familie für eine sommerliche Grillparty bestens ausgestattet.

Auch Christian Laumann ist einer der glücklichen Gewinner und grillt seine Würstchen künftig ebenfalls auf einem neuen Weber Gasgrill.

Fliesenleger Bernd Krepinsky und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen sich schon einmal warm für die diesjährige Fußballweltmeisterschaft.

Und auch die Innenausbau Wittstock GmbH freut sich über einen nagelneuen Tischkicker.

 

Die diesjährigen Preisträger reihen sich damit in die Riege glücklicher Gewinner aus der vergangenen Umfrage ein.

 

Welche Hersteller bei den Gewinnern einen „Stein im Brett“ haben und wer den „Oscar der Baubranche“ abräumen konnte lesen Sie auf: https://www.ibau-steinimbrett.de/gewinner-2018/

Bild: © Fotolia/Marleny

Frühjahrcheck am Haus nicht vernachlässigen

Die eiskalten und stürmischen Monate in Herbst und Winter können an jedem Haus versteckte Schäden verursachen, die nur ein genaues Hinsehen im Frühling aufdecken kann.

Wenn man an die Belastungen von Herbst und Winter denkt, kommen einem als erstes eisglatte Straßen, Sturmschäden und Grippewellen in den Sinn. Doch nicht nur der Mensch, auch Gebäude leiden unter extremen Witterungsverhältnissen. Deshalb lohnt es sich, im Frühjahr beim eigenen Haus einmal genauer hinzuschauen, ob es den Winter gut überstanden hat.

Überprüfung außen…

Der erste Blick sollte dem Dach und der Fassade gelten, vor allem nach stürmischen Wintermonaten. Am Dach können Ziegel verrutscht oder zerbrochen sein, außerdem treten manchmal Schäden an Einfassungsblechen rings um die Schornsteine, an den Gauben und in Kehlen auf. Solche Beschädigungen sollten schnellstmöglich repariert werden, weil hier Feuchtigkeit eindringen kann. Darüber hinaus müssen Hausbesitzer die Regenrinnen checken, weil sich hier auch im Frühjahr noch Herbstlaub befinden kann, das Rinnen und Fallrohre verstopft.

An der Fassade gilt es, einen genauen Blick auf mögliche Risse und Abplatzungen zu werfen, die mitunter durch Frost größer geworden sein können. Anfällige Orte sind Hausecken, Fenster und Türen.

…und innen

Im Haus sollten ebenfalls mögliche Schäden früh erkannt werden. Auch hier lohnt es sich, Stellen wie Hausecken und Fenster zu inspizieren. Gerade im Keller werden die Ecken des Bauwerks schnell angegriffen, weshalb Hausbesitzer im Frühjahr nach der Taschenlampe greifen und solche Bereiche regelmäßig kontrollieren sollten.

Durch die Auskühlung der Außenwände kommt es hier nämlich des Öfteren zur Ansammlung von Tauwasser und Bildung von Schimmelpilzen. Auch können so genannte „Salzblühungen“ entstehen, bei denen Streusalz von außen eindringt und sich im Mauerwerk festsetzt. Diese auffälligen, weißen Flecken an der Wand sind nicht nur unansehnlich, sie greifen außerdem Farbe und Putz an und zersetzen mit der Zeit Teile des Mauerwerks. In diesem Fall müssen Hausbesitzer schnell handeln, denn höchstwahrscheinlich ist das Salz durch eine undichte Stelle eingedrungen, meistens an der Sockelabdichtung.

Risiko durch Schimmelpilz

Viele dieser Maßnahmen wollen das Eindringen von Feuchtigkeit ins Gebäude verhindern. Wasser kann die Bausubstanz auf viele Wege angreifen, vor allem begünstigt Feuchtigkeit die Bildung von Schimmelpilz. Dieser entsteht an feucht-warmen Stellen, zum Beispiel an Fenstern, die Wärmebrücken darstellen. Eine weitere, beim Pilz beliebte Stelle ist die Hinterwand von Möbelstücken und Küchenschränken: Hinter Schränken kühlen die Wände den Winter über aus und die warme Wohnungsluft kondensiert hier. Da die Luft hinter Möbeln nicht zirkulieren kann, entwickelt sich hier das ideale Klima für Pilze.

Ein regelmäßiges Checken dieser Orte ist daher aus zwei Gründen unerlässlich: Zum einen greift Schimmelpilz die Bausubtanz und die Möbelstücke an, zum anderen erhöht das Wohnen in schimmelbelasteten Räumen das Risiko, Atemwegserkrankungen und Allergien zu entwickeln. Mit Schimmel ist deshalb nicht zu spaßen: Wer einen Befall entdeckt, sollte unverzüglich den Rat des Fachmanns einholen und den Befall professionell entfernen lassen.

Bild: sosiukin - stock.adobe.com

Die Sand-Mafia – Das schmutzige Geschäft mit den Stränden

In vielen Regionen der Welt wird langsam der Sand knapp! Sogar Strände müssen inzwischen künstlich aufgeschüttet werden. Schuld daran ist vor allem die Bauwirtschaft.

Wenn Hajo Tauber abends vor seinem Wohnwagen sitzt und mit Blick auf den Strand die letzten Sonnenstrahlen genießt, kommt der ehemalige Bauunternehmer aus Meppen oft ins Grübeln. Seit über 30 Jahren kommt Tauber im Sommer auf den Campingplatz an der Costa Brava. Früher war vielleicht nicht alles besser, aber zumindest sein Strand war üppiger. Wo sich vor 35 Jahren ein breiter Sandstrand die Küste entlang schlängelte, ist heute nur noch ein Reststreifen Sand von wenigen Metern Breite übrig geblieben. „Damals konnte man sich unten am Strand noch ohne Bedenken einen Platz aussuchen, heute haben wir manchmal schon Angst, dass das Wasser bis zum Campingplatz kommt“, erzählt der rüstige Rentner.

So wie Hajo Tauber geht es vielen: Über 3.000 Strände gibt es in Spanien – unbeschädigt ist kaum einer. „In Cabrera de Mar, auf dem Weg von Blanes nach Barcelona, war der Sandstreifen früher 2,9 Kilometer lang, jetzt misst er noch 500 Meter“, meldete die Zeit bereits im August 2014. In Marbella wurden sogar schon Palmen und Duschanlagen vom Strand entfernt – weil er nicht mehr da ist.

Das „Strandsterben“ ist dabei nicht nur in Spanien zu beobachten, auch in Florida, an der Goldküste von Australien und in der Türkei schwindet der Sand. Überall auf der Welt magern die Strände zunehmend ab. „Bald wird es den sprichwörtlichen Sand am Meer nicht mehr geben“, witzelt Hajo Tauber zynisch. Doch woher kommt das?

Fehlender Nachschub

Nach Schätzungen von Geologen entstehen auf der Erde jede Sekunde etwa eine Milliarde neue Sandkörner: Fels, Gestein und ganze Gebirgsmassive zerbröseln unter dem Einfluss von Wind, Regen, Hitze und Kälte in einem jahrtausendelang anhaltenden Prozess und finden über Flüsse ihren Weg ins Meer und damit an den Strand. Schon immer spülte das Meer die Sandkörner von den Stränden fort, Bäche und Flüsse sorgten aber stets für Nachschub. Wie ist es also möglich, dass plötzlich der Sand knapp wird?

 

Die negative Seite des Baubooms

Nicht weit entfernt von Hajo Taubers Campingplatz mündet ebenfalls ein kleiner Fluss ins Meer. Früher versorgte er den Strand problemlos mit neuem Sand, heute kommt er nicht mehr hinterher. „Da sind wir wohl selbst dran schuld“, sinniert Tauber. „Mit den Touristen kamen auch die Hotelanlagen und Ferienwohnungen. Um gefahrlos bauen zu können wurde der Fluss einfach in Mauern gezwängt – jetzt hat der Sand keinen Halt mehr.“

Im Zuge des Baubooms wurden auf diese Weise viele Flüsse verlegt oder eingemauert. Auch die Strömung änderte sich dadurch. An vielen Stellen wurden zudem Wehre und Staudämme angelegt. Die halten zwar das Wasser auf, leider aber auch den Sand. Rund ein Drittel des gesamten Materials, so schreibt die Zeit, bleibe auf diese Weise auf dem Weg zum Strand einfach irgendwo liegen. Die Rhone in Frankreich und der Ebro in Spanien transportierten heute 20-mal weniger Sedimente ans Meer als noch im Jahr 1950. Am Delta des Nils in Ägypten kommt inzwischen gar nichts mehr an.

Doch was wäre ein echtes Urlaubsparadies ohne Strand? Viele auf Tourismus spezialisierte Gebiete sind auf ihre langen Sandstrände angewiesen. Zudem dienen die Sandstreifen als eine Art Pufferzone gegen die Flut. Hurrikans und Sturmfluten werden abgeschwächt. Aus diesem Grund greifen viele Regionen inzwischen zu drastischen Maßnahmen und schütten ihre Strände künstlich wieder auf. So sind allein in Florida von den 800 Meilen Strand bereits 350 künstlich!

Der hierfür benötigte Sand wird dabei nicht extra angeliefert, sondern direkt aus dem Meer gezogen. Riesige „Unterwasser-Sandsauger“ tasten hierzu den Meeresboden ab und holen die Körner aus der Tiefe. Die Kosten hierfür sind dementsprechend gigantisch. Zudem haben die künstlich aufgeschütteten Strände einen großen Nachteil: Sie erodieren bis zu zehnmal schneller als natürliche. Noch viel dramatischer ist die Tatsache, dass die Sandkörner vom Meeresboden sehr leicht sind. Werden sie zurück ins Wasser geschwemmt sinken sie nicht sofort auf den Meeresgrund zurück, sondern verfangen sich in den Korallen, die daran verenden.

 

Steigende Meeresspiegel werden zum Verhängnis

Dass der Meeresspiegel ansteigt, ist nichts Neues. Bislang wussten sich die Strände allerdings zu helfen und wichen einfach zurück. Aufgrund der starken Bebauung ist dies jedoch heutzutage nicht überall mehr möglich. Die Küsten sind eingeklemmt und nicht mehr verrückbar. Sollten die Meere noch weiter anschwellen, wären in naher Zukunft auch die Küstenstädte bedroht. Am Miami Beach im US-Bundesstaat Florida investiert die Regierung beispielsweise Millionenbeträge in Drainagepumpen und Abwasserrohre, um ein vollständig auf Sand gebautes Stadtviertel vor den Angriffen des Wassers zu schützen.

Auch Deutschland bleibt nicht vom anhaltenden Sandschwund verschont: Jedes Jahr verliert Sylt in den Winterstürmen rund eine Million Kubikmeter Sand an die Nordsee. Die gleiche Menge wird dann im Sommer von der vorgelagerten Sandbank wieder auf den Strand zurück gepumpt. Rund sechs Millionen Euro kostet dieses Vorgehen jedes Jahr. Auch große Teile von Wangerooge und Kühlungsborn werden bereits künstlich am Leben gehalten.

Gefragter Rohstoff

Der Bauboom macht es den Stränden noch zusätzlich schwer, denn von keinem Rohstoff verbrauchen wir so viel, wie von Sand und Kies. So brauchen wir für unsere Häuser und Straßen vor allem Beton, der zu etwa 40 Prozent aus Sand besteht. Auch in Glas, Asphalt, Plastik, Mikroprozessoren, Shampoo und anderen Alltagsgegenständen steckt überall Sand drin.

Trotz brummender Bauwirtschaft, verglichen mit dem Bauboom in Asien passiert hierzulande eher wenig. Bereits heute liegen 7 der 10 größten Metropolregionen in Asien. „Jeder zweite Großstädter auf der Welt lebt in Shanghai, Taipeh und Co. Bis 2050 werden voraussichtlich zwei Drittel der dann fünf Milliarden Asiaten in Städten wohnen, also rund 3,3 Milliarden Menschen“, schreibt Perspective Daily. Das entspräche mehr als doppelt so viele Menschen, wie heute in Europa und Nordamerika insgesamt leben.

 

Der Sand wird knapp

Es zeigt sich also, dass es beim Sand schon jetzt ein doppeltes Problem gibt. Zum einen wird der Nachschub immer knapper, da einst reichhaltige Vorkommen ausgebeutet sind und die natürliche Sandproduktion durch verbaute Flüsse immer schwieriger wird. Gleichzeitig führen die immer dichtere Besiedlung der Küstenregionen sowie der steigende Meeresspiegel dazu, dass viele Sandvorkommen verschwinden, zugebaut werden oder nicht mehr zugänglich sind.

Zum anderen steigt die globale Nachfrage nach Sand stetig. Da es aber keine verlässlichen Zahlen zum weltweit nutzbaren Sand gibt, fehlen internationale Abkommen oder Kontrollen, die die Nachfrage steuern könnten.

Übrigens: Wüstensand, von dem es noch mehr als genug gibt, ist für die Betonherstellung und damit für die Bauwirtschaft ungeeignet – er haftet zu schlecht.

 

Sandklau und mafiöse Strukturen

Um dem anhaltenden Beton-Hunger der wachsenden Städte an den Küsten stillen zu können, bedienen sich immer mehr Arbeiter von Stränden und Flussufern. Neben den ökologischen Folgen führen Knappheit und hohe Profite immer häufiger zu politischen Konflikten, Kriminalität und Gewalt. „In Indien gilt die Sand-Mafia schon jetzt als eine der mächtigsten und gewalttätigsten Gruppen des organisierten Verbrechens – hunderte von Menschen sind bereits in ‚Sandkriegen getötet worden“, wird Aurora Torres vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Halle im Wissensmagazin scinexx zitiert.

Die Behörden sind hierbei oft machtlos. Verbote umgehen die Rohstoff-Händler in mafiöser Manier; Journalisten und Aktivisten, die sich gegen die Umweltverbrechen einsetzen, werden bedroht oder ermordet, berichtet Perspective Daily.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass inzwischen etwa doppelt so viel Sand abgebaut wird, wie die Natur nachliefern kann. Aus diesem Grund weichen die Sandhändler auch hier auf den Meeresboden aus. Neben den großen Schiffen, die vor den Küsten den Sand vom Grund des Meeres saugen, sind es vor allem die Sandtaucher, die unter widrigsten Bedingungen für Nachschub sorgen. „200 Tauchgänge pro Schicht, Lohn um die 15 Euro, viele Todesfälle, einige davon Kinder. Und viele geplatzte Trommelfelle“, fasst die Zeit die Situation zusammen.

Aufgrund des hohen Gewichts und den enormen Transportkosten ist der Sandabbau traditionell ein lokales Geschäft. So wird der Baustoff möglichst dort aus der Erde geholt, wo er auch gebraucht wird. Auf den ersten Blick scheint es ja auch Unmengen davon auf öffentlichen Grund, in Flüssen und am Meer, zu geben. Doch es ist paradox: „Gerade weil Sand überall herumliegt, ist der Markt in einem korrupten Staat wie Indien nicht frei. Gerade weil es um einen Allerweltsstoff geht, haben sich Strukturen gebildet, die denen des Drogenhandels ähneln“, berichtet die Zeit.

Immer häufiger konfiszieren die Behörden mehrere LKW-Ladungen voller Sand und präsentieren sie wie einen Kokainfund. Und der Preis steigt: Die Bauherren von Mumbai müssen inzwischen über 30 Prozent mehr bezahlen als noch in den Jahren zuvor.

Der Kampf um den Sand hat inzwischen auch politische Konsequenzen. So bedienen sich beispielsweise Sandräuber aus Singapur seit Jahren am Meeresgrund vor indonesischen Inseln, die dadurch immer stärker schrumpfen und zum Teil ganz zu versinken drohen, schreibt Perspective Daily. Die Beziehungen zwischen den Ländern seien angespannt.

 

Alternativen finden

In Deutschland gibt es diese Art des Sandraubs glücklicherweise noch nicht, allerdings wird auch hier der Bedarf an Sand und Beton immer größer. Auch hierzulande müssen wir uns daher die Frage stellen, ob eine alternative Rohstoffgewinnung möglich ist. Eine Lösung könnte es daher sein, kaputte Straßen und marode Häuser einfach zu recyceln.

Die Kreislaufwirtschaft Bau, ein Verbund der Bauwirtschaft, gibt an, bereits heute über 90 Prozent der anfallenden Bauabfälle zu recyceln. Diese werden aber hauptsächlich als Füllmaterial im Tiefbau genutzt. Genau genommen handelt es sich daher eher um ein Downcycling, bei dem das Gestein von Anwendung zu Anwendung an Qualität verliert.

Immerhin ist das besser als nichts. Bislang ist es nämlich nicht möglich, Beton zu wirtschaftlichen Bedingungen in seine Bestandteile zu zerlegen. Damit dies aber in Zukunft gelingen kann, arbeiten aktuelle Forschungsprojekte daran, das Beton-Recycling noch weiter auszubauen.

Das Handwerk hat entschieden – Gewinner der Marktuntersuchung Stein im Brett stehen fest

In Deutschlands größter Branchenbefragung des Handwerks haben über 2.500 Handwerker und Fachunternehmer abgestimmt, welche Bauprodukte- und Bauelementhersteller den durch die ibau GmbH verliehenen Stein im Brett Award verdienen.

Unterstützt von der Heinze Marktforschung und der Online-Plattform Helden am Bau (www.heldenambau.de) forderte ibau über verschiedene Kanäle deutschlandweit Handwerker und Fachunternehmer unterschiedlicher Gewerke auf, zu bewerten, welche Hersteller bei ihnen einen Stein im Brett haben. Insgesamt wurden Meinungen zu fast 300 Herstellern in insgesamt 30 Produktkategorien geäußert. Die Bandbreite der Kategorien reichte dabei von Akustik über Bauchemie, Dämmstoffe und Fassadensysteme, Mauerwerk und Smart Building bis hin zu WDV-Systemen. Gefragt waren die Einschätzungen der Handwerker unter anderem zu Themen wie Produktqualität, Preis, Verarbeitungsfreundlichkeit oder, ob sie das jeweilige Produkt weiterempfehlen würden. Unter www.ibau-steinimbrett.de/gewinner-2018 erfahren Sie wer die Gewinner des Stein im Brett Award 2018 sind.

Umfangreiche Marktuntersuchung

Um im Handwerk eine zufriedenstellende Arbeit leisten zu können ist neben dem eigenen Know-how vor allem das richtige Material gefragt. Besonders für Profis ist es daher wichtig auf zuverlässige Hersteller und ihre Produkte zurückgreifen zu können. Doch welche Marke gilt als Qualitätsführer? Welche Marke genießt das Vertrauen des Handwerks und wer bietet die besten Verarbeitungsvorteile zum günstigen Preis? Um diese Fragen beantworten zu können, führte die ibau GmbH im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal Deutschlands größte Branchenbefragung unter Handwerkern und Fachunternehmern durch.

Die bewerteten Unternehmen erhalten detaillierte Analysen hinsichtlich ihres Bekanntheitsgrades und der damit verbundenen regionalen Verteilung. Auch Fragen wie „Ist meine Marke stärker im Süden als im Norden etabliert?“ oder „Wo stehe ich im Vergleich zu meinen Mitbewerbern?“ werden beantwortet. Auf diese Weise helfen die Marktforschungsergebnisse dabei Marketing- und Vertriebsaktionen entsprechend zu planen und die eigene Marke nachhaltig zu positionieren.

Die härteste Jury ist der Bau

„Wer kann besser über die Qualität und Leistung der deutschen Bauprodukte- und Bauelementehersteller urteilen als diejenigen, die täglich mit dem Material arbeiten? Durch die Marktuntersuchung erhalten Hersteller ein ausführliches Feedback zu ihren Produkten und Leistungen“, so Sven Hohmann, Geschäftsführer der ibau GmbH in Münster.

Im Schnitt hat jeder der 2.500 teilnehmenden Handwerksbetriebe sieben Produktkategorien bearbeitet. Insgesamt wurden rund 18.000 Antworten ausgewertet. Aus diesen ergab sich eine Gesamtpunktezahl in der jeweiligen Produktkategorie, wovon der jeweils Erstplatzierte den begehrten Stein im Brett Award erhält.

Bild: © herreneck – stock.adobe.com

Knakke: Der Zollstock neu erfunden

Zum Messen von Abständen kommt der klassische Zollstock bereits seit Jahrzehnten zum Einsatz. Eine neue Skala ermöglicht es nun, auch Durchmesser problemlos zu ermitteln.

Der Zollstock darf an keiner Arbeitshose fehlen: Er ist eines der wenigen Werkzeuge, das trotz Digitalisierung und voranschreitender Technik die Zeit nahezu unverändert überdauert hat. Dennoch sind seine Funktionen noch längst nicht ausgereizt. Denn war der Zollstock bislang auf die Bestimmung von Längen fixiert, lassen sich mit einer einfachen Modifikation auch Durchmesser von Rohren ermitteln.

Knakke heißt der neue Meterstab. Erfunden hat die analoge Erweiterung ausgerechnet ein Softwareentwickler: „Bei der Sanierung unseres Unternehmenssitzes sollte beim Treppengeländer der Handlauf erneuert werden. Dazu mussten wir den Durchmesser ermitteln. Aber einen Messschieber hatte niemand zur Hand“, wird Erfinder Mario Neugärtner aus Sömmerda in Thüringen in der Deutschen Handwerks-Zeitung zitiert.

Klassische Geometrie

Normalerweise entwickelt Neugärtners Firma spezielle Software für die Baubranche. Das Problem mit dem Handlauf brachte den Geschäftsführer allerdings auf die Idee, einen speziellen Zollstock mit verschiedenen Skalen zu entwickeln. Zur Hilfe kam dabei einfachste Geometrie: Sind die Längen aller drei Seiten eines Dreiecks bekannt, lässt sich auch der Durchmesser des Inkreises berechnen. Als Tangenten berühren die Seiten des Dreiecks den Kreis dabei an jeweils genau einem Punkt.

Mit dieser Erkenntnis entwickelte Neugärtner zunächst ein Programm zur Berechnung des Durchmessers und übertrug die Werte auf die Skala eines handelsüblichen Zollstocks. Auf der Vorderseite des daraus entstandenen Knakke befindet sich nach wie vor die bekannte Meterskala, wohingegen die Rückseite mit der von Neugärtner berechneten Diameterskala ausgestattet ist.

Millimetergenaues Ergebnis

„Soll der Durchmesser eines zylindrischen Objektes bestimmt werden, müssen mindestens drei Teile des Zollstocks aufgeklappt und dieser wie ein Dreieck um den Gegenstand gelegt werden, sodass das Rohr von allen drei Seiten berührt wird“, erklärt Neugärtner in der Deutschen Handwerks-Zeitung. Anschließend deutet ein Pfeil millimetergenau auf den Durchmesser, der bei Bedarf auch in Zoll abgelesen werden kann.

Durch das Ausklappen mehrerer Glieder des Zollstocks lassen sich Durchmesser von bis zu 33 Zentimeter (12,5 Zoll) mit hoher Präzision bestimmen. Zum Vergleich: Mit einem handelsüblichen Messschieber lassen sich normalerweise nur Objekte mit einem Durchmesser bis zu 8,5 Zentimeter, in Ausnahmefällen auch bis 15 Zentimeter, erfassen.

Knakke wird bei Stabila im pfälzischen Annweiler hergestellt und besteht aus robustem Buchenholz. Weitere Informationen zum Zollstock gibt es auf der offiziellen Herstellerseite unter www.knakke.de.

Bild: © iStock.com/Nikada

Was es beim Wohnen im Denkmal zu beachten gilt

Wer in einem denkmalgeschützten Gebäude wohnt, kann mit vielen staatlichen Zuschüssen rechnen. Doch seitens des Denkmalschutzes ist nicht alles erlaubt, was technisch möglich ist.

Denkmalgeschützte Gebäude haben ohne Zweifel ihren Charme. Trotzdem bringen sie ihre Besitzer oftmals an die Grenzen der Machbarkeit – denn längst sind nicht alle technischen Veränderungen erlaubt, die prinzipiell möglich wären. In einer Extraausgabe hat sich der LBS-Infodienst Recht und Steuern deshalb mit insgesamt neun Fällen befasst, in denen Gerichte über die Grenzen des Denkmalschutzes entscheiden mussten.

Denkmäler und die regenerative Energie

Im Zuge der Energiewende stellt sich natürlich auch bei denkmalgeschützten Gebäuden die Frage, inwieweit beispielsweise Solaranlagen nachträglich auf dem Dach angebracht werden können. So untersagte das Amt die Installation an einem Gebäude in einer Berliner Siedlung aus der Zeit der Weimarer Republik, weil damit eine eventuelle erkennbare Veränderung an der Originalsubstanz des Hauses herbeigeführt werden würde.

„Das Verwaltungsgericht Berlin (Aktenzeichen 16 K 26.10) wies darauf hin, dass heute auch die durchaus berechtigten privaten ökonomischen und ökologischen Interessen an der Errichtung einer Solaranlage berücksichtigt werden müssten“, schreibt der LBS-Infodienst. „Hier seien sie sogar dominierend, denn die Anlage werde an der Gartenseite des Daches angebracht, die von außen schlecht einsehbar sei. Außerdem sei die Einheitlichkeit der Dachgestaltung in dem Viertel durch Satellitenschüsseln und Antennen ohnehin schon verloren gegangen.“

Denkmalschutz im Ensemble

Bei Ensembles kann sich der Schwerpunkt der denkmalschützerischen Maßnahmen gelegentlich etwas verlagern: So wurden einem Immobilienbesitzer seitens der Behörde zwar der Einbau einflügeliger Fenster verweigert und stattdessen Holfenster mit zwei Flügeln gefordert. „Doch das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen 8 A 11176/13) sah das anders. Im konkreten Fall gehe es um die Denkmalzone (bauliche Charakteristika, Ortsbild) und deswegen seien Details der Bauausführung – zum Beispiel Material und Unterteilung der Fenster – nicht so entscheidend“, so die LBS.

Ausreichend Belege sammeln

Für die Inanspruchnahme öffentlicher Gelder oder steuerlicher Vergünstigungen ist eine widerspruchsfreie Dokumentation unabdingbar. Dass hier sämtliche Belege und Rechnungen vorzulegen sind musste ein Eigentümer erfahren, der den Erlass der Grundsteuer für ein Kulturdenkmal begehrte.

„Die Finanzbehörden merkten an, er habe lediglich einen Ordner mit unspezifizierten Rechnungen vorgelegt, um seine Ansprüche zu untermauern. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden (Aktenzeichen 1 K 493/11.WI) erklärte, dass aus jedem Beleg eindeutig hervorgehen müsse, ob und wie weit die Ausgaben tatsächlich für den Denkmalschutz nötig seien“, berichtet die LBS.

Konkreter Denkmalwert bei Aufstockung entscheidend

Soll ein Gebäude um ein Geschoss erweitert werden, stellt das einen kaum zu übersehenden Eingriff in das Erscheinungsbild der Immobile dar. Trotzdem kann eine solche Baumaßnahme innerhalb einer geschützten Anlage möglich sein. Wichtig ist hierbei der sogenannte „konkrete Denkmalwert“ des Objekts.

„Das Verwaltungsgericht Berlin (Aktenzeichen 16 A 163.08) konnte genau das nicht erkennen, als ein Eigentümer ein Stockwerk zusätzlich errichten wollte. Im Urteil hieß es, der Aussagewert des Ensembles werde durch den Eingriff „nicht tangiert“. Schließlich gehe keine Bausubstanz verloren, sondern man erreiche lediglich eine Geschosszahl, die auch bei benachbarten Häusern vorkomme“, schreibt die LBS.

Zumutbarkeit

Auch beim Thema Denkmalschutz gibt es Grenzen des Zumutbaren. Wo diese konkret liegen, kommt jedoch auf den jeweiligen Einzelfall an: „Wenn die Kosten der Erhaltung nicht durch die Erträge oder den Gebrauchswert des Kulturdenkmals aufgewogen werden, muss verstärkt Rücksicht auf die Interessen des Eigentümers genommen werden“, so die LBS. „Die Verpflichtung, das Dach eines Gebäudes zumindest straßenseitig mit naturroten „Berliner Bibern“ aus Ton einzudecken, schien dem Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt (Aktenzeichen 2 L 23/02) noch zumutbar. Die finanzielle Mehrbelastung hatte 6.500 Euro betragen.“

Behörde hat Besichtigungsrecht

Hat die Behörde Hinweise dafür, dass die Substanz eines geschützten Gebäudes gefährdet sein könnte, kann sie den Zugang zum Objekt erzwingen. Zugleich hat sie das Recht, während der Besichtigung Fotos zu machen.

„Der Eigentümer einer etwa 120 Jahre alten Landhausvilla hatte das mit Hinweis auf seine Privatsphäre untersagt. Aber der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (Aktenzeichen 1 CS 12.2638) schloss sich dieser Meinung nicht an. Nachdem bereits von außen Schäden an Anbauten und Balkonen zu entdecken gewesen seien, habe man von Seiten des Amts zwingend untersuchen müssen, ob Bauschäden vorliegen“, schildert die LBS.

Unverhältnismäßigkeit schützt nicht vor Rückbau

Wurden bestimmte Umbauten bereits vollzogen, kann deren Rückbau verlangt werden – auch wenn dies erhebliche Kosten verursachen würde. „Das musste der Besitzer eines Wohn- und Geschäftshauses erfahren, der die maroden Fenster durch neue Exemplare ersetzt hatte. Doch diese passten nach Überzeugung des Denkmalschutzes nicht zu dem Fachwerkgebäude. Das Verwaltungsgericht Stade (Aktenzeichen 2 A 591/01) versagte dem Bauherrn eine nachträgliche Genehmigung und ordnete den Rückbau an. Schließlich sei er selbst verantwortlich, weil er nicht vorher die Genehmigungen eingeholt habe.“

Schädliche Nachbarschaft

„Ein denkmalgeschütztes Gebäude kann auch darunter leiden, dass in unmittelbarer Nähe ein anderes Objekt errichtet wird. Doch zu verhindern ist das nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen (Aktenzeichen 5 L 974/11) nur ‚in den Fällen, in denen eine bauliche Maßnahme wegen ihrer Ausmaße, ihrer Baumasse oder ihrer massiven Gestaltung ein benachbartes Grundstück unangemessen benachteiligt‘. Dem Objekt müsse förmlich die Luft genommen werden, heißt es in dem Urteil. Genau das war im vorliegenden Fall nicht gegeben, weswegen gebaut werden durfte“, schreibt die LBS.

Rentabilität prüfen

Ein Grundsteuererlass für unrentable, denkmalgeschützte Anwesen muss rechtlich gut argumentiert werden: „Der Verwaltungsgerichtshof Hessen (Aktenzeichen 5 A 705/12.Z) wies eine Klage ab, weil der Betroffene nicht ausreichend dargelegt habe, dass die Denkmalschutzkosten für die behauptete Unrentabilität ausschlaggebend gewesen seien. Genau diese Kausalität sei aber unverzichtbar für einen derartigen Antrag.“

 

Bild: © herreneck – stock.adobe.com

RAL aktualisiert „Sanieren & Energiesparen“-Ratgeber

Das RAL Deutsche Institut für Gütersicherung und Kennzeichnung hat seinen Ratgeber „Sanieren & Energiesparen“ neu aufgelegt und zum kostenlosen Download bereitgestellt.

Sowohl zur Steigerung des Wohnkomforts als auch zur Reduzierung der Energiekosten oder zum Werterhalt der Immobilie: Fachgerecht geplante und professionell durchgeführte Sanierungsarbeiten am und rund ums Haus können sich auszahlen. Gerade die ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes sowie eine sinnvolle Abstimmung der einzelnen Maßnahmen spielen dabei eine besonders wichtige Rolle.

Aus diesem Grund informiert der vom RAL Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung neu aufgelegte Ratgeber „Sanieren & Energiesparen“ Planer und Eigentümer, was es bei der Sanierung der eigenen vier Wänden besonders zu beachten gilt. Zudem enthält der Ratgeber viele praktische Expertentipps, die von der effektivsten Außendämmung bis hin zum Austausch der Heizanlage reichen.

Der RAL Ratgeber kann kostenlos auf der Institutshomepage heruntergeladen werden: www.ral-guetezeichen.de/publikation/ratgeber-sanieren-und-energiesparen/

 

Bild: © iStock.com/Nikada

Förderung für Stadtsanierung zeigt Wirkung

Forscher loben das integrierte Konzepte für Sanierungs- und Versorgungsaufgaben im Quartier. Das entsprechende KfW-Programm 432 hat sich bewährt.

Dass sich das KfW-Programm 432, mit dem das Bundesbauministerium quartiersbezogene Konzepte für die Energetische Stadtsanierung fördert, als Erfolg herausgestellt hat, zeigt nun ein aktueller Bericht eines Forschungskonsortium, das das Programm fünf Jahre lang begleitet und Pilotprojekte analysiert hat.

„Wir möchten mit der KfW-Förderung Akteure im Quartier unterstützen, die sich für eine sozialverträgliche Gebäudesanierung in Verbindung mit energieeffizienten Versorgungslösungen und klimafreundlichem Verbraucherverhalten einsetzen“, wird Baustaatssekretär Gunther Adler in einer Pressemeldung zitiert. „Der Bericht unterstreicht, dass wir mit diesem innovativen Förderprogramm auf einem guten Weg sind. Dabei stärken wir nicht nur den Klimaschutz, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und die Lebensqualität in den geförderten Quartieren.“

Besonders hervorzuheben sei dabei der im Mittelpunkt stehende, integrierte Handlungsansatz der Energetischen Stadtsanierung. So beziehen sich die entwickelten Maßnahmen auf die Gebäudesanierung, die Wärme- und Stromversorgung, die Nutzung Erneuerbarer Energien bis hin zur Mobilität und Verbraucherverhalten.

Ländliche Kommunen nicht vergessen

Neben der Entwicklung von Maßnahmen für eine klimafreundliche Mobilität und der Verknüpfung des Sanierungsmanagements mit anderen Stadtentwicklungsprozessen, sieht das Forschungskonsortium vor allem bei der Ansprache von ländlichen Kommunen Handlungsbedarf. „Diese Anregungen werden wir aufgreifen und prüfen, an welchen Stellen wir in diesen Bereichen Unterstützung leisten können“, so Adler.

Zur Erinnerung: Das Förderprogramm KfW 432 „Energetische Stadtsanierung“ setzt sich zusammen aus den Förderbausteinen „Konzepterstellung“ und „Sanierungsmanagement“. Der aktuelle Bericht untersucht dabei vor allem die Konzeptförderung. So wurden seit 2011 rund 760 Konzepte mit einem Zusagevolumen von rund 35 Millionen Euro gefördert.

„Das Konsortium für die Begleitforschung wurde von den Stadtplanerbüros „Urbanizers“ und „Plan zwei“, sowie der KEEA – Klima- und Energieeffizienzagentur gebildet. Die Forschungsarbeit wurde durch das Institut für Bau-, Stadt- und Raumforschung wissenschaftlich begleitet“, heißt es dazu in einer Pressemeldung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

 

Bild: © iStock.com/acilo

Sanierungen weiterhin gefragt

Auch im November blieb das Interesse an Sanierungen von Heizungen, Dächern und Fenstern weiterhin hoch. Dies zeigen aktuelle Zahlen des Deutschen Sanierungsindex DESAX.

Noch im letzten Jahr erreichten die ausgewerteten Online-Anfragen bei der Deutschen Auftragsagentur DESAX bereits im Oktober ihren Höhepunkt und fielen anschließend steil ab. 2017 stiegen sie allerdings sogar im November noch an.

Der seit 2012 von Daemmen-und-Sanieren.de und dem Online-Fachmagazin EnBauSa.de publizierte Deutsche Sanierungsindex DESAX lag für den Austausch oder die Modernisierung von Heizungen im November bei 252 Punkten. „Im Oktober waren es noch 245 gewesen. Es ist das erste Mal seit Bestehen des Index‘, dass die Werte im November anstiegen“, heißt es dazu von EnBauSa.de.

Auch für die vom Index erfassten Bereiche „Dach & Dämmung“ sowie „Fenster“ konnte ein Wachstum verzeichnet werden: So stieg der Wert für Dächer und Dämmungen von 128 auf 152 Punkte, der Wert für Fenstersanierungsanfragen von 146 auf 161 Punkte. Beide Werte waren im November 2016 stark rückläufig.

Zur Erinnerung: „Ein Indexwert von 100 bedeutet, dass im Durchschnitt genauso viele Anfragen eingegangen sind wie bei der Gründung des Index‘ im Jahr 2012.“