Image: iStock.com/Pali Rao

Mehr Unterstützung bei Dachausbauten gefordert

Die Bundesregierung will bis 2021 die Voraussetzungen für den Bau von rund 1,5 Millionen Wohnungen schaffen. Dachausbauten können helfen, wenn sie gefördert werden.

Bis zum Ender der aktuellen Legislaturperiode hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Voraussetzungen zum Bau von rund 1,5 Millionen neuen Wohnungen schaffen. „Allein durch Dachausbauten und Aufstockungen auf bestehende Wohngebäude können über eine Million neue Wohnungen entstehen“, erklärt hierzu der Geschäftsführer des Fachverbandes Mineralwolleindustrie (FMI), Dr. Thomas Tenzler. „Wenn das gesteckte Ziel erreicht werden soll, muss die Bundesregierung auch den Gebäudebestand in den Fokus ihrer Anstrengungen rücken. Dafür ist der anstehende Wohngipfel im Bundeskanzleramt eine geeignete Plattform.“

Zwar sind sich Experten und Politik darin einig, dass es für eine Entspannung des deutschen Wohnungsmarktes vor allem in Groß- und Universitätsstädten sowie Ballungszentren deutlich mehr Wohnungsneubauten braucht. Und auch, dass hierfür steuerliche Anreize, Planungssicherheit, mehr Fachkräfte sowie langfristige Planbarkeit erforderlich sind. Allerdings stellt die mangelnde Verfügbarkeit von Bauland vor allem in Ballungsgebieten ein besonders großes Problem dar. „Dachausbauten und Aufstockungen auf bestehende Wohngebäude können zur Lösung dieses Problems einen wichtigen Beitrag leisten. Sie haben den großen Vorteil, dass keine neuen Grundstücke ausgewiesen werden müssen und kein zusätzliches Bauland benötigt wird“, so der FMI-Geschäftsführer.

Studien liegen seit 2015 vor

Schon im Jahr 2015 konnten die TU Darmstadt und das IPS Pestel Institut in einer Studie aufzeigen, dass rund 580.000 Mehrfamilienhäuser für Aufstockungen oder den Ausbau des Daches geeignet sind. Um auf dieses Potenzial aufmerksam zu machen, hat der Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. gemeinsam mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. und dem Bundesverband der Gipsindustrie e.V. bereits Anfang 2018 die „100 Tausend Dächer-Initiative“ ins Leben gerufen.

Da möglichen Aufstockungen oftmals Vorschriften beim Planungsrecht und zu geringe finanzielle Anreize im Wege stehen, fordert der FMI die Wohngipfel-Teilnehmer des Bundes, der Länder und Kommunen auf, eine beschleunigte Aufstockung geeigneter Gebäude zu unterstützen. „Die Politik muss sich hier bewegen und schnell die Rahmenbedingungen verbessern, wenn sie dieses große Potenzial für ihre selbstgesteckten Ziele nutzen möchte“, erklärt Dr. Thomas Tenzler.

Gefordert werden:

  • flexible Regelungen für die Stellplatzversorgung,
  • mögliche Überschreitung der zulässigen Geschossflächenanzahl ohne zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen,
  • Überprüfung von abstandsflächenrechtlichen Regelungen,
  • Beibehaltung des Bestandsschutzes,
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung,
  • Flexible Entscheidungen über den Einbau eines Aufzuges,
  • beim Brandschutz den zweiten Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr,
  • Dämpfung der höheren Planungs- und Beratungskosten durch eine Förderung von 5.000 Euro pro Gebäude sowie
  • Kombination und Kumulation der KfW-Programme 153 (Bauen) und 151, 430, 431, (Sanieren) und ggf. 159, 455 (Altersgerecht Umbauen) ermöglichen

 

Image: herreneck – stock.adobe.com

Wird der Gips bald knapp?

Das Mineral Gips lässt sich sowohl aus natürlichen Vorkommen abbauen als auch chemisch gewinnen. Aus Letzterem könnten sich in Zukunft allerdings Engpässe ergeben.

Dass Gips in Zukunft „knapp und teuer“ wird, davon ist zumindest das Magazin „Der Spiegel“ überzeugt. Schuld daran sei vor allem ausgerechnet die Energiewende! Demnach werde mehr als die Hälfte des Gipsbedarfs in Deutschland aus Kohlekraftwerken gedeckt. Bei der Abgasreinigung entsteht nämlich Kalziumsulfat, sogenannter REA-Gips.

REA-Gips ist mit dem in der Natur vorkommenden Gips (Naturgips) chemisch identisch und wird aus den Abgasen von Rauchgasentschwefelungsanlagen („REA“) gewonnen. Das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid reagiert dabei mit zusätzlich beigemischtem Kalkstein zu Gips.

Weniger Kraftwerke, weniger Gips

Werden nun im Zuge der Energiewende immer mehr Braunkohlekraftwerke abgeschaltet, wird dort auch kein Gips mehr produziert. Die Folge werde laut Auffassung des Spiegels ein enormer Preisanstieg sein. Erste Anzeichen hierfür seien bereits zu beobachten.

Gips kommt in vielen Produkten zum Einsatz, beispielsweise für Mauerputz, Trennwände aus Gipskarton oder zur Versorgung und Ruhigstellung gebrochener Gliedmaßen. Sogar als Lebensmittelzusatzstoff wird Gips verwendet.

Image: Fotolia/josefkubes

1.000 Euro für Hamburgs Handwerksmeister

Die Hansestadt will berufliche Aufstiegsfortbildungen wie den Meister, Betriebswirt oder Fachwirt ab 2019 belohnen. Ziel ist es, Studium und Beruf gleichzustellen.

Berufliche Weiterbildungen werden in Hamburg künftig noch attraktiver: Ab 2019 erhalten Absolventen der Meisterprüfung sowie vergleichbarer Aufstiegsfortbildungen als zusätzlichen Anreiz 1.000 Euro. Der Senat will damit schrittweise den beruflichen Aufstieg finanziell an das Studium angleichen. „Wir wollen Studium und berufliche Weiterbildung Schritt für Schritt gleichstellen“, wird Bildungssenator Ties Rabe im handwerksblatt zitiert. Das Studium sei nicht der bessere Weg, die berufliche Weiterbildung absolut gleichwertig. „Solange die auf Bundesebene versprochenen Verbesserungen auf sich warten lassen, wird Hamburg aus eigener Kraft für mehr Gerechtigkeit sorgen.“

Rund sechs Millionen Euro lässt sich der Senat diese Maßnahme in den Jahren 2019 und 2020 kosten. Wer den Lehrgang bereits 2018 begonnen hat, geht ebenfalls nicht leer aus: Die Förderung wird auch hier gewährt. „Gültig ist das Datum der Abschlussprüfung“, so Christine Gottlob, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB).

Ein Schritt in die richtige Richtung

Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, sieht in der Meisterprämie vor allem ein wichtiges Signal für die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung. Es sei zudem ein Schritt in die richtige Richtung zur Fachkräftesicherung im Hamburger Handwerk: „Angehende Meisterinnen und Meister nehmen für ihre Aufstiegsfortbildung viel in Kauf: hohe Kosten, bei einem Vollzeitkurs kein Einkommen und eine anspruchsvolle Prüfung. Die Prämie ist eine Anerkennung für dieses Engagement.“

Die Meisterprämie soll ab dem 1. Januar 2019 für alle Fortbildungsabschlüsse über die ‚Geschäftsstelle Meisterprämie‘ der Handwerkskammer Hamburg beantragt werden können.

Image: Fotolia/weseetheworld

Falsche „Datenschutzauskunft-Zentrale“ bedroht Handwerk!

Die Handwerkskammer warnt aktuell vor einem unseriösen Angebot: Im Zuge der DSGVO versucht die sogenannte „Datenschutzauskunft-Zentrale“ Handwerker zu täuschen.

Bereits im Jahr 2010 und in den Folgejahren machte eine ominöse „Gewerbeauskunft-Zentrale“ von sich Reden. An nahezu jeden Gewerbetreibenden und Verein verschickte sie damals ein Formular zur Eintragung in ein kostenpflichtiges, aber nutzloses Verzeichnis. Das perfide daran: Die Betrüger weckten mit ihrer „Gewerbeauskunft-Zentrale“ den Eindruck, eine seriöse Behörde zu sein. In einem jahrelangen juristischen Kampf konnte sich der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität letztendlich durchsetzen und das unlautere Geschäftsmodell wurde vom Markt genommen.

Wie die Deutsche Handwerkszeitung berichtet, konnten die Betreiber mit diesem Geschäftsmodell, und mit Hilfe von neun Anwaltskanzleien und Inkassobüros, Umsätze in Millionenhöhe erwirtschaften.

Die Geschichte wiederholt sich

Ein ähnliches „Geschäftsmodell“ der sogenannten „Datenschutzauskunft-Zentrale“, mit einer Postadresse in Oranienburg, ist im Oktober 2018 aufgetaucht. Die Betreiber kontaktieren hierbei Betriebe mit einem Fax, das die Überschrift trägt: „Eilige FAX-Mitteilung – Erfassung Gewerbebetriebe zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“.

Auch in diesem Fall wird auf den ersten Blick eine Rechtspflicht suggeriert, dass das beigefügte Formular auszufüllen und zurückzusenden sei. Als Grundlage wird hierbei die „gesetzliche Pflicht zur Umsetzung des Datenschutzes“ im Sinne der „Anforderungen der seit 25.05.2018 geltenden europäischen Datenschutzgrundverordnung“ (DSGVO) angeführt.

Wer Antwortet muss zahlen

In einer willkürlich aber meist sehr kurz gesetzten Frist wird der Empfänger dazu aufgefordert, einige Fragen zum Unternehmen zu ergänzen. Hierfür wird in Fettschrift eine „Rückantwort gebührenfrei per Fax“ versprochen. Da das Formular behördenähnlich gestaltet ist und einen amtlichen Eindruck macht, wirkt es auf den ersten Blick seriös und vertrauenserweckend. Der Teufel steckt allerdings mal wieder im Detail: So ist im Kleingedruckten zu lesen, dass es sich lediglich um ein privates Angebot für ein „Leistungspaket Datenschutz“ handelt. Hierfür geht man bei Beantwortung des Faxes einen Vertrag über drei Jahre Laufzeit ein, für den ein jährlicher „Basisdatenschutz-Beitrag“ in Höhe von netto 498 Euro zzgl. Umsatzsteuer fällig wird.

Die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald rät, das Fax zu ignorieren. Eine Pflicht zur Unterzeichnung des Formulars besteht nicht!

Handwerkskammer bietet Hilfe an

Wer das Fax versehentlich doch beantwortet und zurückgesandt hat, kann den vermeintlich zustande gekommenen Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Mannheim können sich dazu an die Rechtsabteilung der Kammer wenden. Übrigens: Das „Leistungspaket Datenschutz“ bekommen Mitgliedsbetriebe kostenlos bei der Landesdatenschutzbehörde oder bei der Handwerkskammer.

Image: Fotolia/3darcastudio

Gold für Deutschland: Maurer gewinnt EuroSkills 2018

Europas Maurer Nummer eins kommt aus Schemmerhofen (Baden-Württemberg). Christoph Rapp (21) holte sich bei der EuoSkills 2018 in Budapest die Goldmedaille.

Die Wettbewerbsaufgabe der Maurer während des dreitägigen Wettbewerbs mit insgesamt 14 Teilnehmern bestand aus zwei Modulen. Dabei musste Rapp in 18 Zeitstunden eine Darstellung des Millennium- und Heldendenkmals in Budapest, umgeben von der Kolonnade mauern. Sein zweites Modul stellte einen Teil der Kettenbrücke, Budapests bekannteste Donau-Brücke, dar.

Christoph Rapp war schier außer sich vor Freude: „Das ist großartig; damit habe ich nicht gerechnet. Ich freue mich riesig!“

Deutscher Experte und Mitglied der internationalen Jury war Maurer- und Betonbauermeister Jannes Wulfes, angestellt bei Dammeyer Bauunternehmen GmbH und Co. KG in Harsum (Niedersachsen) und selbst Teilnehmer an der EuroSkills 2016 bzw. der WorldSkills 2017, wo er einen hervorragenden 5. Platz erreichte. Rapp war bereits Ersatzkandidat für die WorldSkills in Abu Dhabi und wurde in diesem Jahr von Wulfes auf den Wettbewerb vorbereitet.

Erste Medaille seit 2005

Thomas Sander, Vorsitzender des Fachverbands Hoch- und Massivbau im Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zeigte sich hocherfreut über das Abschneiden des Maurers: „Die EuroSkills waren für mich eine neue Erfahrung. Ich bin begeistert von den Wettbewerben und mit welch hoher Konzentration Christoph Rapp gearbeitet hat. Es ist die erste Medaille eines deutschen Maurers bei internationalen Berufswettbewerben seit 2005.“

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, wies auf die hohe Qualität der dualen Ausbildung in Deutschland hin: „Unsere jungen Nachwuchshandwerker haben einmal mehr bewiesen, wie stark das deutsche Baugewerbe mit seinen hochqualifizierten Fachkräften aufgestellt ist. Wir bieten jungen Menschen beste Perspektiven für eine lange Karriere in der Bauwirtschaft. Damit sind wir für die Zukunftsaufgaben im Wohnungsbau, in der Infrastruktur und in der Gebäudesanierung hervorragend gerüstet.“

 

Nationalteam Deutsches Baugewerbe

Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes besteht aus den besten deutschen Nachwuchshandwerkern im Baugewerbe und wird vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, dem größten und ältesten Bauverband in Deutschland, getragen. Neben dem Fliesenleger gehören Beton- und Stahlbetonbauer, Maurer und Stuckateure dazu. Mit der Teilnahme an internationalen Berufswettbewerben werden die besten Nachwuchskräfte gefördert. Die Mitglieder des Nationalteams sind zugleich herausragende Botschafter für eine der größten und wichtigsten Branchen in Deutschland.

Das Nationalteam des Deutschen Baugewerbes wird unterstützt von zahlreichen Sponsoren. Das sind: 123erfasst GmbH, Albert Berner Deutschland GmbH, Collomix GmbH, Deutsche Poroton GmbH, quick-mix Gruppe GmbH & Co. KG, Schöck Bauteile, STABILA Messgeräte, VHV Versicherungen sowie der Zertifizierung Bau GmbH. CWS boco kleidet das Team ein.

Über die EuroSkills 2018

Die Berufseuropameisterschaft „EuroSkills 2018“ fand vom 25. bis 29. September in Budapest/Ungarn statt. 525 Teilnehmer aus 28 europäischen Ländern und Regionen zeigten in 37 offiziellen Wettbewerben ihr Können. Das Team von WorldSkills Germany und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks ging mit 23 jungen Fachkräften in 17 Einzel- und 3 Teamwettbewerben an den Start. Dazu gehörten auch die Mitglieder des Nationalteams des Deutschen Baugewerbes mit einem Fliesenleger, einem Maurer, einem Stuckateur und zwei Beton- und Stahlbetonbauern.

Image: iStock.com/mattjeacock

Haus aus dem 3D-Drucker – Das Ende des Handwerks?

In Frankreich ist das erste Haus aus dem 3D-Drucker bezogen worden, das in der Herstellung günstiger ist, als bei herkömmlicher Bauweise. Ist das das Ende des Handwerks?

Die Automatisierung trifft zunehmend auch das Handwerk. Die Verwendung neuster 3D-Drucktechnologien im Bauwesen ist dabei keine neue Idee. So wurde beispielsweise bereits 2017 vom US-Militär eine 3D-gedruckte Kaserne mit dem Namen „B-Hut“ erstellt. In Alcobendas bei Madrid entstand mit rund 12 Metern Länge und 1,75 Metern Breite die erste gedruckte Fußgängerbrücke. All die bisherigen Projekte hatten dabei gemein, dass bei den angewandten 3D-Druckverfahren ausschließlich Betonmischungen zum Einsatz kamen.

Volle Isolierung durch neues Verfahren

Im französischen Nantes wurde nun das erste 3D-gedruckte Haus fertiggestellt, das verschiedene Baumaterialien vereint. Das eigens hierfür entwickelte additive BatiPrint3D Fertigungsverfahren verwendet einen vier Meter langen und lasergesteuerten Roboterarm, mit dem verschiedene Baumaterialien in vorbestimmte Formen abgeschieden werden. Hierbei druckt der 3D-Drucker in verschiedene Schichten vom Boden bis nach oben und erzeugt so eine Strukturierungsschicht aus einer speziellen Betonmischung, eine Isolierschicht sowie eine Schalungsschicht aus einem schaumstoffartigen Material. Hieraus ergibt sich am Ende dann eine beständige, dicke und voll isolierte Wand.

Das 3D-gedruckte Wohnprojekt mit dem Namen „Yhnova“ entstand aus einer Kooperation zwischen dem Stadtrat, Bouygues Construction, der Nantes Metropole Habitat Organisation, der Universität von Nantes, Lafarge Holcim und TICA architectes & urbanistes.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Auch wenn Yhnova nicht das erste gedruckte Haus war, so ist es doch das günstigste. Rund 20 Prozent günstiger als bei herkömmlicher Bauweise soll es laut Hersteller sein. Dies war auch das vordergründige Projektziel: Nicht nur grundsätzlich lebenswerte Wohnbauten können mit der 3D-Drucktechnologie gebaut werden, sondern auch bezahlbare.

Insgesamt bietet das gedruckte Haus 95 Quadratmeter Platz, verteilt auf fünf Zimmer. Hierfür benötigte der Roboterarm rund 54 Stunden Druckzeit, die sich laut Projektteam aber noch auf rund 33 Stunden optimieren ließen.

Sind Handwerker bald arbeitslos?

Nein! Denn ein komplettes, schlüsselfertiges Haus kann auch das Team aus Nantes noch nicht drucken. Neben den vorher benötigten arbeiten am Fundament, müssen vor allem Fenster, Türen sowie das komplette Dach hinterher immer noch auf traditionelle Art eingebaut werden. Dennoch hat der gesamte Hausbau nur 18 Tage gedauert.

„Ist das die Zukunft? Es ist eine Lösung und ein Konstruktionsprinzip, das interessant ist, weil wir das Haus direkt vor Ort bauen und dank des Roboters auch Wände mit komplexen Formen herstellen können“ sagte Benoit Furet von der Universität Nantes der britischen Nachrichtenagentur Reuters.

Image: lucadp - stock.adobe.com

Häuser aus dem 3D-Drucker – Das Ende des Handwerks?

In Frankreich ist das erste Haus aus dem 3D-Drucker bezogen worden, das in der Herstellung günstiger ist, als bei herkömmlicher Bauweise. Ist das das Ende des Handwerks?

Die Automatisierung trifft zunehmend auch das Handwerk. Die Verwendung neuster 3D-Drucktechnologien im Bauwesen ist dabei keine neue Idee. So wurde beispielsweise bereits 2017 vom US-Militär eine 3D-gedruckte Kaserne mit dem Namen „B-Hut“ erstellt. In Alcobendas bei Madrid entstand mit rund 12 Metern Länge und 1,75 Metern Breite die erste gedruckte Fußgängerbrücke. All die bisherigen Projekte hatten dabei gemein, dass bei den angewandten 3D-Druckverfahren ausschließlich Betonmischungen zum Einsatz kamen.

Volle Isolierung durch neues Verfahren

Im französischen Nantes wurde nun das erste 3D-gedruckte Haus fertiggestellt, das verschiedene Baumaterialien vereint. Das eigens hierfür entwickelte additive BatiPrint3D Fertigungsverfahren verwendet einen vier Meter langen und lasergesteuerten Roboterarm, mit dem verschiedene Baumaterialien in vorbestimmte Formen abgeschieden werden. Hierbei druckt der 3D-Drucker in verschiedene Schichten vom Boden bis nach oben und erzeugt so eine Strukturierungsschicht aus einer speziellen Betonmischung, eine Isolierschicht sowie eine Schalungsschicht aus einem schaumstoffartigen Material. Hieraus ergibt sich am Ende dann eine beständige, dicke und voll isolierte Wand.

Das 3D-gedruckte Wohnprojekt mit dem Namen „Yhnova“ entstand aus einer Kooperation zwischen dem Stadtrat, Bouygues Construction, der Nantes Metropole Habitat Organisation, der Universität von Nantes, Lafarge Holcim und TICA architectes & urbanistes.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Auch wenn Yhnova nicht das erste gedruckte Haus war, so ist es doch das günstigste. Rund 20 Prozent günstiger als bei herkömmlicher Bauweise soll es laut Hersteller sein. Dies war auch das vordergründige Projektziel: Nicht nur grundsätzlich lebenswerte Wohnbauten können mit der 3D-Drucktechnologie gebaut werden, sondern auch bezahlbare.

Insgesamt bietet das gedruckte Haus 95 Quadratmeter Platz, verteilt auf fünf Zimmer. Hierfür benötigte der Roboterarm rund 54 Stunden Druckzeit, die sich laut Projektteam aber noch auf rund 33 Stunden optimieren ließen.

Sind Handwerker bald arbeitslos?

Nein! Denn ein komplettes, schlüsselfertiges Haus kann auch das Team aus Nantes noch nicht drucken. Neben den vorher benötigten arbeiten am Fundament, müssen vor allem Fenster, Türen sowie das komplette Dach hinterher immer noch auf traditionelle Art eingebaut werden. Dennoch hat der gesamte Hausbau nur 18 Tage gedauert.

„Ist das die Zukunft? Es ist eine Lösung und ein Konstruktionsprinzip, das interessant ist, weil wir das Haus direkt vor Ort bauen und dank des Roboters auch Wände mit komplexen Formen herstellen können“ sagte Benoit Furet von der Universität Nantes der britischen Nachrichtenagentur Reuters.

Image: iStock.com/drxy

Bayern setzt sich für Meisterpflicht ein

Mit einer Initiative im Bundesrat macht sich die bayerische Regierung für die Meisterpflicht stark. Wo dies rechtlich möglich ist, solle sie wieder eingeführt werden.

Einer der vielen Tagesordnungspunkte des Bundesrates nach der Sommerpause war die „Entschließung des Bundesrates zur Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs in einzelnen nach der Handwerksordnung zulassungsfreien Handwerken“. Hierbei wird die Bundesregierung vom Freistaat Bayern darum gebeten „unter Berücksichtigung der Belange des Handwerks, den verpflichtenden Meisterbrief für Handwerke wiedereinzuführen, bei denen dies geboten und rechtlich möglich ist.“

Meisterbrief als Qualitätssiegel

„Der Meisterbrief steht für hochwertige Ausbildungsleistung und für Erfolg am Markt. Er bürgt für höchste Qualität in der Arbeitsausführung und ist damit auch ein Gütesiegel für Verbraucher“, wird BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl auf handwerksblatt.de zitiert. So sei die Meisterpflicht in 53 Gewerken bei der Novelle der Handwerksordnung 2004 trotz Wiederstand des Handwerks abgeschafft worden.

Seitdem sind beispielsweise Fliesenleger für eine Selbstständigkeit nicht mehr auf den Meistertitel angewiesen. „Hinzu kommt, dass zum Nachteil der Verbraucher nicht einmal auf die Einführung einer Mindestqualifikation in Form des Gesellenbriefs geachtet wurde. In der Folge explodierten die Betriebszahlen in verschiedenen Berufen regelrecht, ohne dass zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und Auszubildende eingestellt wurden“, so Peteranderl.

Baugewerbe spricht sich für Meistervorbehalt aus

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) begrüßt die Bundesratsinitiative der bayrischen Staatsregierung: „Die Wiedereinführung des Meistervorbehalts ist in den seit 2004 zulassungsfreien Gewerken des Bauhandwerks dringend notwendig, denn eine zukunftsfähige duale Ausbildung, gut ausgebildete Fachkräfte, Handwerksqualität und hohen Verbraucherschutz sichert nur der Meisterbrief!“, erklärt ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

Demnach habe die Handwerksnovelle von 2004 eine verheerende Abwärtsspirale in den Gewerken in Gang gesetzt, die zu einer akuten Bedrohung der dualen Ausbildung führe. „So ist die Zahl der Meisterprüfungen allein im Fliesenleger-Handwerk um 80 Prozent eingebrochen. Dies hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf die Ausbildungsleistung, die seit 2004 um mehr als die Hälfte abgenommen hat. Und dies, obwohl die Zahl der Betriebe sich – wie 2004 politisch noch gewollt – im gleichen Zeitraum versechsfacht hat. Waren es 2004 noch ca. 12.000 Betriebe, sind im Jahr 2014 über 71.000 Betriebe eingetragen“, so Pakleppa. Für ihn gelte daher: „Qualität kommt vor Quantität! Ohne Meisterbetriebe gibt es keine betriebliche Ausbildung! Ohne Fachkräfte leidet die Handwerksqualität. Den Schaden tragen am Ende die Verbraucher.“

Image: Fotolia/Jürgen Fälchle

AgBB ändert Schema zur Bewertung von Bauprodukten

Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) hat sein Prüfschema, in dem Bauprodukte gesundheitlich bewertet werden, erneuert und aktualisiert.

Mit den richtigen chemischen Verbindungen lassen sich die tollsten und innovativsten Baustoffe wie Lacke, Farben und Kunststoffe herstellen, doch sind solche Substanzen nicht immer ungefährlich. Damit in Deutschland nur gesundheitlich unbedenkliche Baustoffe in den Regalen stehen, werden alle Produkte vom Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) geprüft und zertifiziert. Dieses Bewertungsschema wurde nun geändert.

Innenraumluftqualität im Fokus

Im AgBB sind mehrere Behörden und andere Stellen vertreten, darunter das Umweltbundesamt (UBA) sowie Bundes- und Landesbehörden. Sie haben als Aufgabe festzustellen, ob Produkte für Innenräume über die Zeit gefährliche Stoffe an die Innenraumluft abgeben. Geprüft werden dabei beispielsweise Laminate, Wandfarben und Putze. „Mit Hilfe der Prüfung und Bewertung nach dem neuen AgBB-Schema 2018 soll sichergestellt werden können, dass Bauproduktemissionen flüchtiger organischer Stoffe die Gesundheit nicht gefährden und auch keine unzumutbaren Belästigungen verursachen, etwa durch Gerüche“, teilt der Ausschuss mit.

Eine Erneuerung des Schemas war auch nötig geworden, weil 2016 die Musterbauordnung und 2017 die Musterverwaltungsvorschrift MVV TB neue Anforderungen an diese Produkte festgelegt hatten. Das neue Schema soll dem nun Rechnung tragen. Das Schema ist wichtig, damit Hersteller ihre eigenen Produkte nach einer festgelegten Prozedur selbst zertifizieren und die die Unbedenklichkeit garantieren können. Für Klebstoffe und Oberflächenbeschichtungen (Lacke, Öle) ist es sogar verpflichtend, damit das Produkt durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) als unbedenklich eingestuft werden kann.

Neue Normen miteinbezogen

Was ist also am neuen Schema anders als zuvor? Das AgBB-Schema 2018 beinhaltet nun die 2018 veröffentlichte DIN EN 16516, die bei der Produktprüfung präzisere Bedingungen vorschreibt und damit zu vergleichbaren Ergebnissen führen soll. Darüber hinaus wird nun eine Geruchsprüfung (nach DIN ISO 16000-28 Ziffer 10.3 sowie VDI 4302 Blatt 1) empfohlen, die aber nicht verpflichtend ist. Zuletzt hat man einige Konzentrationswerte für Gefahrstoffe aus der EU-LCI-Liste auch in das deutsche Schema aufgenommen, damit diese Werte in Zukunft EU-weit angeglichen werden.

Image: Fotolia/josefkubes

Meister im Osten dürfen weiterhin keine Gebäude planen

Dass es in den 16 Bundesländern auch 16 verschiedene Landesbauordnungen gibt, ärgert viele Handwerker. In den neuen Ländern dürfen sie deshalb auch keine Gebäude planen.

Große Gebäude werden von Architekten geplant – dieser Grundsatz gilt in Deutschland und vielen anderen Ländern. Für kleinere Häuser, darunter Ein- und Zweifamilienhäuser und einige Gewerbebauten gibt es aber Ausnahmen: Sie dürfen auch von Handwerksmeistern aus dem Bauhauptgewerbe geplant werden, allerdings nur in einigen Bundesländern. Untersagt ist diese Praxis weiterhin in den neuen Bundesländern, wo sich aber Widerstand gegen die Regelung formiert.

Neue Bundesländer benachteiligt

Grundsätzlich betrifft diese Regelung die Gewerke der Maurer, Zimmerer und Betonbauer sowie staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Bautechnik. Sie sind in den meisten alten Bundesländern sowie Berlin (mit der Ausnahme von Rheinland-Pfalz) bauvorlagenberechtigt, dürfen also Bauanträge für Wohngebäude, kleine gewerbliche Gebäude und Garagen einreichen. Meistens dürfen diese Bauwerke die Fläche von 200 Quadratmetern aber nicht überschreiten. In Sachsen und Sachsen-Anhalt dürfen diese Gebäude nur halb so groß sein, in den drei weiteren neuen Bundesländern (Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) ist Handwerkern das Einreichen von Bauanträgen ganz verwehrt.

Insofern ist es nachvollziehbar, dass sich Handwerksmeister im Osten der Bundesrepublik benachteiligt fühlen. „Unsere Meister des Maurer- und Zimmererhandwerks sind aufgrund ihrer hochqualifizierten Ausbildung in der Lage, entsprechende Objekte aus einer Hand zu planen und auszuführen. Diese Möglichkeit ist in fast allen westdeutschen Bundesländern einschließlich Berlin seit vielen Jahren gegeben und hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Es kann nicht sein, dass die Handwerksmeister in den neuen Bundesländern in dieser Hinsicht diskriminiert werden“, äußerte sich Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Besonders ärgerlich ist dies, weil ostdeutsche Meister ja genauso gut auf die Planung von Gebäuden vorbereitet sind wie ihre westdeutschen Kollegen – die Ausbildungsinhalte in den Meisterkursen sind schließlich dieselben. Im Weg stehen Ihnen vielmehr die bundesweit abweichenden Landesbauordnungen. So ist es einem thüringischen Betonbaumeister beispielsweise in Bayern erlaubt, ein kleines Gebäude zu planen, aber nicht in seinem Heimatbundesland.

Aussicht auf Besserung?

Für die betroffenen Meister stellt sich deshalb nun die Frage, ob sich die Situation bald ändern wird. Eine Lösung ist die Einführung einer so genannten „kleinen Bauvorlageberechtigung“, mit der Handwerksmeister kleinere Gebäude planen dürfen. Diese Regelung, die bislang nur in einigen alten Bundesländern gilt, ist für den Osten noch nicht übernommen worden. Zwar sollte sie 2015 in Mecklenburg-Vorpommern eingeführt werden, scheiterte aber damals.

Darüber hinaus fordern viele Stimmen in der Bauwirtschaft, diese Dinge bundesweit einheitlich zu regeln und die einzelnen Landesbauordnungen durch eine Musterbauordnung zu ersetzen, die einige bauordnungsrechtliche Vorschriften vereinheitlichen würde. Genauso wie bei den Landesvergabegesetzen konnte man sich hier aber noch nicht auf eine Lösung einigen.