Bild: © iStock.com/acilo

Aktionsgemeinschaft erklärt Umgang mit HBCD

Was passiert nun mit HBCD-belasteten Dämmstoffen? Handwerkern und Bauunternehmen wird das Entsorgungs-Chaos um die Chemikalie von 2017 noch lebhaft im Gedächtnis sein.

In der ersten Hälfte des Jahres 2017 stand ein chemisches Zusatzmittel im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen: Hexabromcyclododecan, kurz HBCD, wird in Polystyrol- bzw. Styropor-Dämmstoffen als Flammschutzmittel verwendet. Als es kurzfristig gegen Ende 2016 als umweltbelastender Schadstoff eingestuft wurde, entstand ein veritables Entsorgungs-Chaos, da Bauunternehmen Dämmstoffe nicht mehr als Bauschutt einstufen konnten. Ein Jahr später erklärt nun die Aktionsgemeinschaft für eine sichere und fachgerechte Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoff-Abfällen (AG EHDA), wie es um die Entsorgung des Stoffs steht.

Kein gefährlicher Abfall mehr

Im Juli 2017 entschied der Deutsche Bundesrat, die Einstufung als umweltschädigendes Material zurückzunehmen. Damit können Dämmstoffe mit HBCD-Zusatz wieder in Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden. Festgelegt ist dies in der „Verordnung zur Überwachung von nicht gefährlichen Abfällen mit persistenten organischen Schadstoffen (POP) und zur Änderung der Abfallverzeichnis-Verordnung“.

Mit der neuen Verordnung kommen aber auch Pflichten zur Mülltrennung und Dokumentation auf Handwerker zu: Seit dem 1. August 2018 darf HBCD-belastetes Material nur noch getrennt gesammelt und nicht mit anderem Bauschutt vermischt werden. Daneben muss vom Betrieb dokumentiert werden, inwiefern er solchen besonderen Abfall entsorgt. Wie die AG EHDA erklärt, ist dies aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, kann aber beim örtlichen Entsorgungsbetrieb nachgefragt werden.

Für die aus 19 Unternehmen und Verbänden aus Handwerk und Fachhandel sowie der Bau-, Dämmstoff-, Entsorgungs-, und Kunststoffbranche entstandene Aktionsgemeinschaft ist die Aufregung um HBCD sowieso überzogen: „Nach wie vor besteht keine Gefahr für Mensch und Umwelt durch HBCD in Polystyrol-Dämmstoffen. Auch die energetische Verwertung HBCD-haltiger Dämmstoffabfälle in Müllverbrennungsanlagen und gemischt mit anderen Abfällen ist ein jahrzehntelang bewährter, für Mensch und Umwelt sicherer und zudem wirtschaftlicher Prozess“, teilt die AG mit.

Bild: Blum

Kristalline Kunstwerke

Vitrinen und transparente Schränke sind gerade voll im Trend. Kunden wünschen sich deshalb vor allem Glas-Elemente und elegante Beschläge für ihre Möbel im ganzen Haus.

Vitrinen gibt es schon länger, doch ging es bei Schränken mit Fensterfront immer um das Präsentieren des Inhalts: Wohl jeder kennt die alten, eichenen Küchenschränke, in denen die Großmutter ihr wertvollstes Geschirr zur Schau stellte. Inzwischen sind aber auch die Möbelstücke selbst zum Hingucker geworden.

Glas bietet neue Möglichkeiten

Gerade beim Möbelbau mit Glas entwickeln Hersteller immer raffiniertere Modelle, Oberflächen und Zubehörteile. Der Werkstoff hat einen großen Vorteil: Er lässt dank seiner Transparenz die darin gezeigten Güter auf elegante Art und Weise gut zur Geltung kommen, die gleichzeitig dennoch sicher aufbewahrt sind.

Während der Ladenbau ein klassisches Anwendungsfeld ist, kommt Glas vermehrt auch in Wohnräumen zum Einsatz und macht Möbelstücke zu etwas Besonderem, gibt es doch Blick frei auf das darin Verwahrte, wie etwa zum Beispiel in Wohnzimmern. Glas in seiner Anwendung als Spiegel in Badezimmern stellt hier einen weiteren Aspekt dar, wie gezielte Reizsetzung mit Funktion verbunden werden kann.

Aktuelle Trends

In der modernen Architektur ist Glas – vor allem in Verbindung mit Stahl oder Naturholz – derzeit voll im Trend, da es Transparenz, Eleganz und Leichtigkeit in sich bündelt. Bei Möbeln zählen ähnliche Kriterien, weshalb dünnwandige und transparente Konstruktionen mit zurückhaltenden Beschlägen gerade den Markt erobern.

Dabei muss das Glas nicht immer transparent sein, in manchen Situationen passt eine verspiegelte oder getönte Oberfläche besser. Auch entscheiden sich immer mehr Kunden gegen einen klassischen Vitrinenschrank, der sehr klobig wirken kann, und setzen eher auf Leichtigkeit: Hängevitrinen und Glasvitrinen, die auf Füßen stehen, sind meistens die elegantere Wahl. Daneben müssen die Beschläge, also vor allem die verbauten Scharniere, immer mehr können. Unauffällig und elegant sollen sie sein, gleichzeitig aber höchsten Komfort beim Öffnen und Schließen mit sich bringen.

Beschläge sind der Star

Wie man sieht, sind hochwertige Beschläge eine Grundvoraussetzung für modernes Design, da sie auch die ausgefallensten Möbelvariationen ermöglichen. In vielen Fällen ist nämlich Zurückhaltung gefragt: Auf Glas müssen Scharniere unauffällig aufgeklebt werden und dünne Frontmaterialien erlauben nur geringe Bohrtiefen.

Für besonders dünne Türen bieten sich ausgefeilte Produkte an, wie die Reihe CLIP top BLUMOTION für dünne Türen der Firma Blum. Mit einer Bohrtiefe von nur sechs Millimetern lassen sich mit solchen Beschlägen leichte und elegante Türen verbauen, die jedes Möbelstück sofort aufwerten. Für Glasfronten hat Blum das Scharnier CLIP top BLUMOTION CRISTALLO entwickelt, bei dem das Scharnier auf das jeweilige Glaselement einfach aufgeklebt wird. Beide Produkte beinhalten eine integrierte BLUMOTION-Dämpfung, die es ermöglicht, dass alle Arten von Türen geräuschlos geschlossen werden können.

Mit ihrer Lautlosigkeit passen diese Beschläge damit perfekt in das moderne Zuhause, da sie sich schlicht und zurückhaltend in das Gesamtkonzept von Schränken und Vitrinen einfügen. Für dunkle Korpusse bietet Blum dieselben Scharniere auch in der Farbvariante Onyxschwarz an, die sich noch besser in solche Möbelstücke integriert.

Lust auf mehr Inspiration? Infos zur Realisierung von Glas-, Spiegeltüren und dünnen Fronten, finden sich hier.

Bild: © Fotolia/Jürgen Fälchle

Bauchemie kämpft weiterhin mit Rohstoffengpässen

Zwar konnte sich die Situation auf dem PU-Schaummarkt zum Jahreswechsel etwas beruhigen, dafür droht jetzt ein Engpass bei Silikonen. Doch es gibt Alternativen.

Die im letzten Jahr aufgrund von Lieferengpässen sehr angespannte Situation auf dem PU-Schaummarkt hat sich zum Jahreswechsel etwas beruhigt. Die Lieferfähigkeit ist zurzeit wieder gegeben, aber die Produkt-Preise sind nach wie vor auf einem hohen Niveau. Traditionell gehen die Bedarfsmengen in den Wintermonaten zurück, sodass die zur Verfügung stehenden Produktionsvolumen derzeit noch ausreichen. Jetzt, wo auf den Baustellen aber wieder ohne Einschränkungen gearbeitet wird und die Nachfrage steigt, wird sich zeigen, ob die Lieferfähigkeit bei allen Herstellern weiterhin gewährleistet ist.

Doch der Markt kommt nicht zur Ruhe, denn es zeichnet sich bereits ein weiterer Engpass bei Silikonen ab. Nach dem Ausstieg eines großen internationalen Herstellers aus dem Silikon-Geschäft und einigen Force-Major Ereignissen bei den verbliebenen drei Rohstofflieferanten ist mit Einschränkungen bei den erforderlichen Absatzmengen zu rechnen.

Umstieg auf andere Technologien

Anbieter, die wie das Kleb- und Dichtstoffunternehmen Soudal über ein breites Angebotsspektrum verfügen, können in dieser Situation ihre Stärken ausspielen. Harald Lüdtke, Geschäftsführer Soudal Deutschland: „Die Preise bei Silikonen sind bereits drastisch angestiegen. Im Gegensatz zu anderen Herstellern können wir unseren Kunden aber alternative Technologien anbieten, wie z.B. wasserbasierte Dichtstoffe oder Hybrid-Polymere.“

Alleskönner Hybridpolymere

Mittlerweile ist der Preisunterschied zwischen Silikonen und Hybrid-Polymeren nur noch gering, sodass ein Wechsel auf die höherwertige Technologie eine sinnvolle Alternative darstellen kann. Im Vergleich zu Silikonen zeichnen sich Hybridpolymere durch ein wesentlich breiteres Anwendungsspektrum aus. Sie kleben nicht nur alle bauüblichen Materialien auf allen Untergründen, sie eignen sich aufgrund ihrer Flexibilität auch perfekt für die klassischen Silikonanwendungen, nämlich dem Dichten und Verfugen. Darüber hinaus sind sie isocyanat- und lösemittelfrei und können sehr emissionsarm (EC1plus) ausgeführt werden. Selbst bei niedrigen Temperaturen bleiben sie permanent elastisch und sind in der Aushärtungsphase komplett geruchlos.

Lieferfähigkeit gefährdet

Derzeit ist nicht abzusehen, ob und wann sich die Lage auf dem Rohstoffmarkt entspannen wird. Mit einem weiter ansteigenden Preisniveau und damit verbundenen Teuerungszuschlägen und Lieferengpässen bei Silikonen muss aber gerechnet werden, denn die erforderlichen Absatzmengen stehen nicht zur Verfügung. Umso wichtiger ist es nach Ansicht von Harald Lüdtke, Kunden die Möglichkeit zu bieten, auf andere Technologien auszuweichen. „Mit Hilfe unseres breiten Produktspektrum, das genügend gleich- und höherwertige Alternativen bietet, um jede Kleb- und Abdichtungsanwendung sicher und einfach auszuführen, werden wir die Nachfrage maximal bedienen können.“

Bild: © herreneck – stock.adobe.com

Lüftungs-Tester gesucht: 13.000 Euro für Studien-Teilnehmer

Co2online sucht insgesamt acht Teilnehmer für einen Praxistest zur Wohnungslüftung. Für die Teilnahme winken Geld und Sachprämien im Wert von insgesamt 13.000 Euro.

Für einen Praxistest zur Wohnungslüftung sucht die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online insgesamt acht Haushalte, die ein Jahr lang beim Planen, beim Einbau und bei der Nutzung ihrer Lüftungsanlage begleitet werden sollen. Unterstützt werden diese dabei mit Geld und Sachprämien im Wert von insgesamt 13.000 Euro. Bewerbungen sind bis zum 24. Juni 2018 auf www.praxistest-kwl.de möglich. Gefördert wird der Praxistest von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

 

Kontrollierte Wohnraumlüftung für weniger Staub, Pollen und Schimmel

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung verbessert die Luftqualität, weil durch den Luftfilter weniger Staub und Pollen in die Wohnräume gelangen. Zudem kann eine Lüftungsanlage Schimmel verhindern. Wer in einem feuchten oder von Schimmel befallenen Haus lebt, hat laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein bis zu 75 Prozent höheres Risiko für Atemwegsbeschwerden oder Asthma. Eine der Hauptursachen für Schimmel ist falsches Lüften.

 

Verbraucher mit richtigem Lüften häufig überfordert

„Viele Verbraucher wissen nicht, worauf sie beim Lüften achten müssen. Oder sie vergessen im Alltag, ausreichend zu lüften“, erklärt Praxistestleiter Sebastian Schwarz. „Damit kein Schimmel entsteht, müssen die Fenster mehrmals am Tag komplett geöffnet werden – je nach Jahreszeit zwischen fünf und dreißig Minuten. Schließlich entstehen bei einer durchschnittlichen vierköpfigen Familie jeden Tag etwa zwölf Liter Feuchtigkeit, die nach draußen gelüftet werden müssen.“

 

1.600 Euro für jeden ausgewählten Lüftungs-Tester

Der Praxistest Wohnungslüftung untersucht Alternativen zum Lüften per Hand. Dabei werden Komfort und Alltagstauglichkeit von Lüftungsanlagen unter die Lupe genommen. Für den Praxistest können sich Wohnungseigentümer sowie Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern bewerben, die sich für kontrollierte Wohnraumlüftung interessieren, eine Lüftungsanlage einbauen wollen oder diese bereits nutzen. Sie erhalten je eine Energieberatung im Wert von 1.000 Euro, eine Lüftungs-Prämie von 400 Euro und eine Wetterstation mit Raumklimasensoren im Wert von 200 Euro.

Aus den Erfahrungen der Teilnehmer entwickelt co2online eine Anleitung mit Tipps für den Einbau und die Nutzung von Lüftungsanlagen. Diese wird Verbrauchern kostenlos zur Verfügung gestellt, voraussichtlich ab Sommer 2019.

 

Über den „Praxistest Wohnungslüftung“ und co2online

Beim Praxistest Wohnungslüftung werden acht Haushalte vor, während und nach der Installation einer Lüftungsanlage redaktionell und fachlich von co2online begleitet. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und von bluMartin, NIBE und Vaillant unterstützt. Ziel ist, mehr Transparenz und Akzeptanz in das Themenfeld kontrollierte Wohnraumlüftung zu bringen.

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Seit 2003 helfen die Energie- und Kommunikationsexperten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren. Mit onlinebasierten Informationskampagnen, interaktiven EnergiesparChecks und Praxistests motiviert co2online Verbraucher, mit aktivem Klimaschutz Geld zu sparen. Die Handlungsimpulse, die die Aktionen auslösen, tragen nachweislich zur CO2-Minderung bei. Unterstützt wird co2online dabei von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium sowie einem Netzwerk mit Partnern aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

Gewinne für Handwerker bei Wahl der beliebtesten Hersteller

Mit der Umfrage ibau Stein im Brett wählten Handwerker jüngst die bei Ihnen beliebtesten Hersteller. Dabei räumten die teilnehmenden Handwerker erstklassige Preise ab.

„Welche Marke gilt in meinem Gewerk als Qualitätsführer und wer bietet die besten Verarbeitungsvorteile zum günstigen Preis?“ Diese Fragen stellen sich wohl alle Handwerker, die qualitativ hochwertige Arbeit abliefern und damit ihre Kunden zufriedenstellen wollen. Um diese Fragen beantworten zu können, führt die ibau GmbH einmal im Jahr Deutschlands größte Branchenbefragung unter Handwerkern und Fachunternehmern durch.

Rund 2.600 Handwerker und Fachunternehmer unterschiedlicher Gewerke gaben hierzu ihre Stimmen ab und wählten aus knapp 300 Herstellern diejenigen aus, die bei ihnen einen „Stein im Brett“ haben.

Begehrte Preise im Gesamtwert von über 10.000 Euro

Unter allen Teilnehmenden verloste ibau insgesamt zwei Weber Gasgrills „Genesis® II E-410™ GBS™, Black“, fünf Philips Perfect Draft Bierzapfanlagen inklusive zwölf Fässern Bier, sechs Kickertische „Ullrich Sport“, sowie acht Bluetooth Lautsprecher der Marke UE Boom 2.

Wenn Sie sich bei der nächsten Umfrage ebenfalls einen dieser tollen Gewinne sichern wollen, registrieren Sie sich jetzt auf Helden am Bau und wir informieren Sie rechtzeitig über die nächste Umfrage: Hier registrieren.

Die Freude unter den Gewinnern war groß:

Mit einem Weber Gasgrill „Genesis® II E-410™ GBS™, Black“ ist Iris Greiner von der Gärtnerei Greiner Garten und Landschaftsbau samt Kollegen und Familie für eine sommerliche Grillparty bestens ausgestattet.

Auch Christian Laumann ist einer der glücklichen Gewinner und grillt seine Würstchen künftig ebenfalls auf einem neuen Weber Gasgrill.

Fliesenleger Bernd Krepinsky und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen sich schon einmal warm für die diesjährige Fußballweltmeisterschaft.

Und auch die Innenausbau Wittstock GmbH freut sich über einen nagelneuen Tischkicker.

 

Die diesjährigen Preisträger reihen sich damit in die Riege glücklicher Gewinner aus der vergangenen Umfrage ein.

 

Welche Hersteller bei den Gewinnern einen „Stein im Brett“ haben und wer den „Oscar der Baubranche“ abräumen konnte lesen Sie auf: https://www.ibau-steinimbrett.de/gewinner-2018/

Bild: © iStock.com/elenaleonova

Bundesweite Schwerpunktprüfung im Bauhauptgewerbe

In einer bundesweiten Schwerpunktprüfung im Bauhauptgewerbe im Trocken- und Montagebau wurden etliche Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Mehr als 2.800 Bedienstete der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls überprüften am 18. und 19. April in einer bundesweiten Schwerpunktprüfung das Bauhauptgewerbe mit Schwerpunkt im Trocken- und Montagebau. Unterstützt wurden sie dabei von 95 Bediensteten anderer Behörden. Erste Ergebnisse liegen nun vor.

Die Einsatzkräfte haben insgesamt 13.339 Personen auf Baustellen in ganz Deutschland nach ihren Arbeitsverhältnissen befragt sowie in 638 Fällen Geschäftsunterlagen der Arbeitgeber überprüft. Geprüft wurde insbesondere die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz und dem Mindestlohngesetz, die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Pflichten, des unrechtmäßige Bezug von Sozialleistungen sowie die illegale Beschäftigung von Ausländern.

Verfahren eingeleitet

Die bisherigen Erkenntnisse führten unmittelbar zur Einleitung von 202 Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Gegenstand der Strafverfahren sind vor allem ausländerrechtliche Verstöße sowie das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen. Die eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren betreffen hauptsächlich sozialversicherungsrechtliche Meldepflichtverletzungen, das Nichtmitführen von Ausweispapieren sowie die illegale Ausländerbeschäftigung.

In rund 2.400 Fällen sind weitere Ermittlungen durch die FKS erforderlich. Neben Hinweisen auf Mindestlohnunterschreitungen betreffen diese auch den Verdacht auf Scheinselbstständigkeit und den unrechtmäßigen Bezug von Arbeitslosengeld.

 

Pressekontakt:

Generalzolldirektion
Pressestelle
Alwin Bogan
Telefon: 0228 303 – 11611
pressestelle.gzd@zoll.bund.de

Bild: © Fotolia/Jürgen Fälchle

Kompendium Schimmel in Innenräumen

Der Fraunhofer IRB Verlag hat eine neue Übersicht zu „Schimmel in Innenräumen“ veröffentlicht und klärt unter anderem, wie ein Schadensgutachten zu erstellen ist.

Schädliche Mikroorganismen in Innenräumen gefährden die Gesundheit der Bewohner und greifen die Bausubstanz an. Im Kompendium „Schimmel in Innenräumen“ vermittelt die Autorin Constanze Messal umfassend und fundiert die Sachkunde zu Schimmelpilzbefällen in Innenräumen. Zudem erläutert sie alle Schritte zur Erstellung eines Schadensgutachtens, von der fachkundigen Probenentnahme über die mikrobielle Diagnostik und die relevanten chemisch-physikalischen Untersuchungsverfahren bis zur Interpretation der Befunde.

Bei Schimmelschäden sind außer Schimmelpilzen oft auch Bakterien, Milben und Protozoen im Spiel. Die Bewertung des Schadensausmaßes hängt darüber hinaus von den Anforderungen an die Innenraumhygiene ab, die im „Schimmelleitfaden“ des Umweltbundesamtes (UBA) neu definiert wurden.

Rechtliche Aspekte beachten

Darüber hinaus erläutert die Autorin die gesundheitlichen Aspekte sichtbarer und versteckter Schadensbilder. Sie diskutiert kritisch den aktuellen UBA-Leitfaden und geht auch auf rechtliche Aspekte ein, die sich gerne aus Schimmelschäden ergeben können. Anhand von Beispielen erläutert sie die Sanierung mikrobieller Schäden, beginnend bei Erstmaßnahmen und der Baustellenplanung über die Ausführung bis zur Nachuntersuchung. Dabei wägt sie alternative Sanierungstechniken ab und geht auch auf das wichtige Thema Arbeitsschutz ein. Möglichkeiten der Schimmelprophylaxe bei Neu- und Wiederaufbau vervollständigen den Maßnahmenkatalog.

Das „Kompendium Schimmel in Innenräumen“ eignet sich übrigens auch für die Qualifizierung zum Sachkundigen hinsichtlich des Erkennens, Bewertens und Sanierens von Schimmelpilzschäden in Innenräumen mit dem Schwerpunkt Holz- und Bautenschutz.

 

Pressekontakt:

 

Nadja Wondrich
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Telefon +49 711 970-2628

Bild: Blum

Gefährdet die Digitalisierung Arbeitsplätze im Handwerk?

Wer intelligente Technik hat, braucht keinen Handwerker mehr? Falsch gedacht – automatische Maschinen nehmen den Profis zwar immer mehr Arbeit ab, aber nicht den Job.

Auch wenn Martin montagsmorgens als Erster in der Werkstatt steht, sein unverzichtbarer Helfer ist mit Sicherheit schon da: Die große Holzfräse ist die wichtigste Maschine in seiner Möbeltischlerei. Das Gerät verfügt über neueste Technik, funktioniert über CNC-Pläne und lässt sich ganz automatisch per Knopfdruck an Martins Computer bedienen. Wenn er die Fräse richtig programmiert hat und das Gerät erst einmal loslegt, hat Martin Ruhe – und kann sich weiteren Projekten widmen.

Man sieht: Auch wenn sich das Arbeitsleben in den letzten Jahren durch Digitalisierung und Automatisierung verändert hat, haben Handwerker wie Martin weiterhin einen Job. Denn in erster Linie sind die neuen Erfindungen keine Jobkiller, sondern erleichtern das tägliche Arbeiten. Hersteller, Forscher und Journalisten werfen gern mit Begriffen wie „intelligente Technik“ und „automatisierte Produktion“ um sich, doch erst in der Praxis zeigen sich die Vorteile. Dem Handwerker vor Ort werden körperlich anstrengende Arbeiten abgenommen, das Fehlerrisiko minimiert sich, der Betrieb macht Gewinne.

Die Werkstatt ist immer online

Dabei versteht es sich mittlerweile von selbst, dass der Betrieb, seine Mitarbeiter und auch die Maschinen eine Verbindung ins Internet haben und sich hier Informationen für die Arbeit beschaffen können. Im Falle von Martins Tischlerei sind es beispielsweise CNC-Pläne für die Fräse, die er einfach herunterlädt und ins System der Maschine einspeist. Warum braucht der Betrieb dann noch einen ausgebildeten Tischler? „Weil nur wir in der Ausbildung lernen, wie man richtig mit den Maschinen, mit dem Holz und allen Behandlungsstoffen umgeht“, erklärt Martin. Für ihn bedroht die Digitalisierung nicht das Handwerk, sie bringt es in die Zukunft.

Gleiches gilt auch für das Building Information Modeling (BIM), das in aller Munde ist: Gleich neben Martins Büro arbeiten seine Kollegen in der Fensterwerkstatt, da sein Betrieb auch Teile für hölzerne Fensterrahmen fertigt. Vor ein paar Jahren war BIM für sie das absolute Fremdwort, mittlerweile geht es nicht mehr ohne. Wenn ein Gebäude beim Architekten oder Ingenieur digital entworfen wird, werden die Fenster gleich mitgeplant. Die benötigten Rahmen landen per digitaler Bestellung direkt in der Tischlerei, somit gehen keine Produktdaten verloren und die Fenster passen später wie gegossen ins neue Einfamilienhaus.

Die Industrie denkt mit

Was sich im Handwerk langsam durchsetzt, ist in der Industrie schon längst angekommen. Die großen Hersteller wollen kleine Betriebe in Sachen Digitalisierung aber nicht ausstechen, sondern ihnen unter die Arme greifen: Mit einem reichhaltigen Angebot an digitalen Plänen, kostenloser Software und immer mehr Kundendienstmitarbeitern will die Industrie auch das Handwerk dazu bringen, auf den Online-Zug mit aufzuspringen. Die Hersteller versprechen sich davon mehr Effizienz und Genauigkeit bei der Verarbeitung ihrer Produkte, das Handwerk kann sich dagegen an der kostenlosen Service-Palette bedienen und selbst seine Vorteile daraus ziehen.

In Martins Werkstatt arbeitet man mit dem Kundensystem des österreichischen Herstellers Blum, der sich auf Möbelbeschläge spezialisiert hat. Blum bietet seine Produktdaten für Handwerker völlig kostenlos im Netz an, und zwar im Rahmen der CAM-Technik (Computer-aided manufacturing, dt. rechnerunterstützte Fertigung). CAM-Daten werden dann gebraucht, wenn fertige Pläne direkt vom Hersteller in die Maschine vor Ort fließen sollen, wie es bei Martins Fräse der Fall ist. Vor kurzem hat Blum deshalb einen Datenservice für CAM- und CAD-Daten eingerichtet, bei dem sich Handwerker ihre benötigten Datensätze sofort aus dem Netz ziehen können.

Ungenaue oder unvollständige Pläne gehören damit der Vergangenheit an. In einer Online-Vorschau sucht sich der Verarbeiter einfach den benötigten Plan heraus, lädt ihn herunter und speist ihn in die Maschine ein. Martin kann sich mit seinem geschulten Auge sogar vorher ein maßstabsgetreues 3D-Modell des Werkstücks ansehen, und bei Nachfragen steht ihm ein großer Mitarbeiterpool für jegliche Fachfragen bereit. Auf diese Weise unterstützt Blum den Trend zu mehr Digitalisierung und Vernetzung bei der Herstellung von Möbeln.

Weitere Informationen zum E-Services-Angebot von Blum können hier.

Bild: © Fotolia/Jürgen Fälchle

Neuer „Nachhaltigkeits-Botschafter“ bei Isover und Rigips

Alexander Geißels, Leiter der Isover-Akademie und –Anwendungstechnik, wurde zum neuen „Nachhaltigkeits-Botschafter“ von Isover und Rigips berufen.

Als neuer „Sustainability Ambassador“ bzw. „Nachhaltigkeits-Botschafter“ koordiniert Alexander Geißels ab sofort sämtliche Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit in den Unternehmen sowie bei deren Partnern. So organisiert er beispielsweise die Unterstützung von Planern und Architekten mittels Umweltproduktdeklarationen (EPDs).

„Nachhaltigkeit ist ein komplexer wie vielschichtiger Begriff. In der Baubranche betrifft die Nachhaltigkeit nahezu alle Prozesse: von der Rohstoffbeschaffung über den Betrieb des fertigen Gebäudes bis zu seinem Rückbau. Durch die umfangreichen Angebote an diesbezüglichen Gebäudezertifizierungen werden sich die Anforderungen an Bauprodukte genauso wie die Herausforderungen für Architekten und Fachhandwerker in den nächsten Jahren stark verändern“, wird Geißels auf der Rigips-Homepage zitiert. ISOVER und Rigips arbeiten daher intensiv daran, das nachhaltige Bauen in Deutschland aktiv zu unterstützen, so Geißels weiter.

Nachhaltigkeits-Kultur schaffen

Neben der Koordination verschiedener Lösungen und Maßnahmen besteht die Hauptaufgabe des neuen Nachhaltigkeits-Beauftragten vor allem in der Implementierung einer Nachhaltigkeits-Kultur in allen Unternehmensbereichen. „Ein wichtiger Bestandteil sind darüber hinaus Schulungen von Mitarbeitern und Kunden, im Rahmen derer wir auch über die unterschiedlichen Zertifizierungssysteme des nachhaltigen Bauens informieren. Und hier schließt sich der Kreis: Indem wir in den Unternehmen der Saint-Gobain-Gruppe nachhaltig wirtschaften, schaffen wir zugleich die Voraussetzungen dafür, dass unsere Produkte helfen, nachhaltig zu bauen“, erklärt Geißels

Auch der Endverbraucher profitiere laut Unternehmen davon: So verursachen nachhaltige Systemlösungen geringere Nebenkosten, sorgen für mehr Sicherheit und erhöhen so die Lebensqualität. „Auch diese Aspekte umfasst der Begriff Nachhaltigkeit. Architekten, Fachhandwerker und der Baustoff-Fachhandel können deshalb darauf vertrauen, dass wir zu jeder Zeit Lösungen anbieten, die selbst strengsten Kriterien gerecht werden.“

Bild: © iStock.com/Songsak Paname

Empa entwickelt neuen Dämmziegelstein

Materialforscher am Schweizerischen Empa-Institut haben einen neuen, energiesparenden Ziegelstein entwickelt, in dessen Hohlräumen dämmende Aerogele eingeschlossen sind.

Verfüllte Ziegelsteine sind in der Baubranche längst bekannt. Die Steine, in deren Hohlräume Dämmstoffe eingeschlossen sind, gelten als Alternative zu aufwändigen Zusatzdämmschichten am Mauerwerk. Normalerweise sind diese Ziegel mit Perlit, Polystyrol oder Mineralwolle gefüllt. An der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa haben Forscher nun eine weitere Alternative gefunden: ein hocheffektives Aerogel.

Stoff aus der Raumfahrt

Aerogele sind Stoffe, die so stark aufgeschäumt werden, dass sie extrem viel Luft einschließen, federleicht sind und kaum Wärme leiten – damit ähneln sie Styropor, sind aber deutlich effektiver. Erfunden wurden sie ursprünglich, um die Raumanzüge von Astronauten zu isolieren. Die Schweizer Forscher der Empa haben es nun geschafft, die Hohlräume in Ziegeln damit zu füllen. Sie nennen ihre Erfindung „Aerobrick“.

Grundsätzlich sind diese neuen Ziegel damit deutlich effektiver in der Wärmedämmung als die herkömmlichen Produkte. Und tatsächlich, im Praxistest erreichten die Empa-Steine eine Wärmeleitfähigkeit von 0,059 W/mK, was als außergewöhnlich guter Wert gilt. Zum Vergleich: Derselbe Wert liegt bei Vollziegeln oder Kalksandstein zwischen 0,5 und 1,4, bei Beton sogar bei 2,1. Selbst perlitgefüllte Ziegel, das Konkurrenzprodukt des Aerobricks, schneiden rund 35 Prozent schlechter ab.

Mit diesen neuen Produkten soll es möglich sein, deutlich dünnere Wände mit derselben Dämmkraft zu errichten. Wie das Empa berechnet hat, soll eine 16,5 Zentimeter dicke Wand aus Aerobricks genauso gut isolieren wie eine 26,3 Zentimeter dicke Perlitziegel-Wand. Eine Wand aus nicht gefüllten Ziegeln müsste sogar über 1,2 Meter dick sein, was natürlich in der Realität nie umgesetzt werden würde. Insgesamt gehen die Empa-Forscher davon aus, dass ihre Erfindung theoretisch der am besten dämmende Ziegel der Welt ist.

Derzeit noch zu teuer

Dass der Aerobrick in kommender Zeit den Markt erobert, ist aber nicht abzusehen – er ist schlichtweg zu teuer, denn Aerogel ist noch ein Nischenprodukt. Selbst Jannis Wernery aus der Empa-Forschungsabteilung „Building Energy Materials und Components“ gibt zu, dass Aerobricks nicht wirtschaftlich sind: Seinen Berechnungen zufolge würde jeder Quadratmeter Wandfläche um 500 Franken (circa 420 Euro) teurer, wenn man die neuen Ziegel verwenden würde. Allerdings erwartet er auch, dass die Preise für Aerogel bald deutlich sinken werden.