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Bauboom verhilft der Glasindustrie zu Wachstum

Neue Häuser brauchen neue Fenster: Der aktuell boomende Wohnungsneubau in Deutschland stützt die hiesige Flachglasbranche, teilt der Bundesverband Flachglas jetzt mit.

Die anhaltend starke deutsche Baukonjunktur beschert der deutschen Fensterindustrie ordentliche Gewinne: Der Umsatz der Flachglasbranche ist im vergangenen Jahr insgesamt um ein Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro gestiegen. Für 2018 rechnet Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas (BF), mit einer weiteren Steigerung von rund 1,3 Prozent.

Fenster besonders begehrt

Fenster sind in erster Linie Triebfeder für den Aufschwung. So stieg der Absatz von Verbundsicherheitsglas (VSG), das für Fenster und Fassaden genutzt wird, um 4,3 Prozent und soll auch 2018 noch einmal so stark wachsen. Insgesamt sorgte der Fenstermarkt für gute Zahlen, für 2018 wird mit einem Gesamtabsatzplus von 2,8 Prozent gerechnet. Weniger gut lief es bei Wärmedämm- und Isolierglas, das immer mehr aus dem Ausland importiert wird.

Neben dem Neubau spielen auch Modernisierungen eine große Rolle. Einer Studie von BF und dem Verband Fenster + Fassade (VFF) zufolge sind in Deutschland insgesamt 610 Millionen Fenstereinheiten verbaut, davon sind 266 Millionen veraltet – 17 Millionen von ihnen bestehen immer noch aus Einfachglas. „Die Studie weist außerdem nach, dass sich die energetische Modernisierung finanziell über die Lebensdauer des neuen Fensters gesehen lohnt – selbst wenn man von den heutigen Energiepreisen ausgeht. Eine Steigerung der energetischen Sanierung ist also dringend geboten“, bekräftigt der BF-Hauptgeschäftsführer.

Darüber hinaus plädiert er dafür, die Regelungen für bodentiefe Verglasungen zu ändern. Bei diesen Elementen kann es passieren, dass bei einem Unfall das Glas bricht und splittert. Mit Blick auf Vorschriften in anderen Ländern fordert der BF hier einen Zwang zu Sicherheitsglas. „Wir gehen von mittelfristigen positiven Wirkungen für die Menge von Sicherheitsglas aus, wenn diese Norm in den nächsten Monaten so verabschiedet wird“, so Grönegräs.

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