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Dieselskandal: Musterklage kommt – aber nicht für Betriebe

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass Verbraucher künftig in Gruppen gegen betrügerische Unternehmen klagen können. Betriebe dürfen dies allerdings weiterhin nicht.

Nicht nur politisch und wirtschaftlich hat der Abgasskandal um manipulierte Software in VW-Dieselautos so einige Fragen aufgeworfen, auch juristisch hat er seine Folgen: Wie können sich große Gruppen von Menschen, die alle geschädigt wurden, gegen ein großes Unternehmen wehren, ohne dass jeder einzelne vor Gericht ziehen muss? Die Bundesregierung hat für solche Fälle nun die Musterfeststellungsklage erlaubt – aber nur für Verbraucher, nicht für Unternehmen. Darüber hinaus stellen Rechtsexperten die Wirksamkeit des neuen Instruments in Frage.

Verbände klagen für Verbraucher

Die neue Musterfeststellungsklage funktioniert so, dass sich große Verbände eine festgelegte Zahl von Geschädigten suchen, die sie dann gemeinsam vor Gericht vertreten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Große Konzerne wie VW haben ein Millionenbudget für Rechtsstreitigkeiten, gegen das einzelne Verbraucher keine Chance und keine finanziellen Mittel haben.

Deshalb können sie sich nun erstmals von einem Verband vertreten lassen, der mehr Mittel hat und ein Fehlverhalten des Konzerns feststellen lassen kann – daher der Begriff „Feststellungsklage“. Wenn die Planung der Bundesregierung aufgeht, wird das neue Gesetz zum 1. November 2018 beschlossen, sodass Verbraucher noch vor der Verjährung ihrer Ansprüche gegen VW klagen können.

Gedacht ist dieses juristische Instrument für Fälle wie den Dieselskandal, in denen viele Verbraucher nur leicht geschädigt wurden: Wenn der Schaden beim einzelnen nur wenige einhundert Euro beträgt, klagt er wahrscheinlich aus Angst vor Prozesskosten nicht. Deshalb soll es möglich sein, dass viele leicht geschädigte Menschen in einer Klage vertreten sind und Fehlverhalten vor Gericht festgestellt wird.

Anwälte winken ab

Doch genau hier sehen Juristen das Problem mit dem Beschluss der Bundesregierung, denn nur das Feststellen der Schuld legt noch keinen Schadenersatz fest. Dafür ist eine weitere Klage nötig, und die ist nicht mehr durch das neue Gesetz geregelt. Hier muss dann wieder jeder einzelne klagen, was sich viele nicht trauen werden, glauben Anwälte. Im Endeffekt könnte das dazu führen, dass in vielen Fällen die Schuld festgestellt wird, aber kein Cent Entschädigung fließt.

Eine „Mogelpackung“ nennt Kartellanwalt Christopher Rother, Managing-Partner der internationalen Hausfeld-Kanzlei, deshalb das Gesetz. Er sieht es lediglich als ersten Schritt hin zu mehr Verbraucherschutz, „für die Durchsetzung  von Schadenersatzsprüchen der Kunden wird die Sache nichts bringen“, sagte er im Inforadio des RBB.

Unternehmen haben nichts davon

Ein weiterer Makel an der Gesetzesvorlage der Bundesregierung ist die fehlende Möglichkeit für Unternehmen, dieselbe Klage einzureichen wie Verbraucher. So ist es Gruppen von kleinen Betrieben weiterhin nicht gestattet, eine Musterfeststellungsklage zu nutzen. Ein Unding, finden gerade Handwerksvertreter, denn auch Betriebe hätten Dieselautos gekauft und brauchten nun Rückendeckung.

„Eine Beschränkung auf Verbraucher ist sachlich verfehlt und letzten Endes diskriminierend. So haben unsere Handwerksbetriebe allein beim Dieselskandal dasselbe Rechtsschutzinteresse wie private Betroffene“, sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

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Neuer Vorsitz in der Vaillant-Geschäftsführung

Zum 1. Mai 2018 wurde Dr.-Ing. Norbert Schiedeck vom Gesellschafterausschuss der Vaillant GmbH zum Vorsitzenden der Geschäftsführung des Unternehmens bestellt.

Er folgt damit auf Dr. Carsten Voigtländer, der das Unternehmen Ende März 2018 verlassen und dessen Ressort Dr.-Ing. Schiedeck seit April 2018 bereits interimistisch übernommen hat. Als neuer Vorsitzende der Geschäftsführung verantwortet er die Unternehmensstrategie, den Ausbau des Wärmepumpengeschäfts, die IT und verschiedene Zentralbereiche.

Bis zur Neubesetzung der Position des Geschäftsführers des Technik-Ressorts bleibt Dr.-Ing. Schiedeck auch weiterhin zuständig für diesen Bereich. In dieser Funktion war er seit 2014 unter anderem für die Bereiche Entwicklung, Produktion, Einkauf und das Qualitätswesen verantwortlich.

Die Zuständigkeit in der Geschäftsführung für das Ressort Vertrieb, Marketing und Service liegt auch weiterhin bei Dr. Andree Groos. Zudem verantwortet Dr. Stefan Borchers als Geschäftsführer seit Jahresbeginn 2018 den Bereich Finanzen und Dienstleistungen.

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Beton trifft Holz: Erster Kongress zum Thema Hybridbau

Holz und Beton müssen sich nicht ausschließen. Warum das so ist, zeigte der eintägige Kongress „Beton trifft Holz“ im Steigerwald-Zentrum im fränkischen Oberschwarzwach.

„Wenn Decken in Beton und Wände aus Holz konstruiert werden, eröffnet das beim Bau ganz neue Möglichkeiten“, sagt Christof Wirth, Prokurist der Dennert Baustoffwelt, die erstmals zur Tagung „Beton trifft Holz“ am 19. April eingeladen hatte. Das Fachpublikum – vorwiegend Architekten, Fachplaner und Holzbauer – konnte sich bei den Vorträgen umfassend zu diesem Thema informieren.

Die Kombination mit Beton in Form der Dennert DX-Decke erweitert das Spektrum baulicher Möglichkeiten erheblich. Auf Vorteile und Erfahrungen mit der Hybridbauweise gingen Christof Wirth und Heiko Seen von der HU-Holzunion GmbH ein: So lassen Betondecken größere Spannweiten und Geschosshöhen zu, als das bei Holz allein der Fall wäre. Durch seine Masse ist Beton belastbarer, weist bessere Werte im Schwingungsverhalten und beim Lärmschutz auf. Mit einer Feuerwiderstandsklasse F90 ist der Baustoff so gut wie feuerresistent. Auch der finanzielle Aspekt der DX-Decken spielt eine wichtige Rolle.

 

Betondecken größere Spannweiten und Geschosshöhen

Ein gelungenes Beispiel für einen Hybridbau im städtischen Umfeld ist das siebengeschossige Büro- und Geschäftshaus H7 am Stadthafen von Münster, derzeit das höchste Holz-Hybridgebäude Nordrhein-Westfalens. Sieben Etagen bieten auf insgesamt 4.500 Quadratmeter Platz für einen Biomarkt sowie Büros verschiedener Größen. Neben diesem Projekt wurden bei dem Kongress wasserundurchlässige Kellersysteme, Bauwerksabdichtungen, das Thema Trittschallschutz im Boden und die Energiespar-Bodenplatte vorgestellt.

Der Gastgeber Dennert produziert seit 1978 Betonfertigteildecken, die in trockener Bauweise montiert werden. Bei Bedarf gewährleisten Leitungssysteme, die vor Ort eingebaut werden, eine kontrollierte Be- und Entlüftung. Die Heiz-Kühl-Decken DX-Therm sorgen ganzjährig für angenehme Raumtemperaturen und ein wohngesundes, sanftes Raumklima.

„Mit der Hybridbauweise lassen sich Gebäude mit einem Wohnkomfort realisieren, der mit Holz oder Beton alleine nicht zu erzielen wäre“, urteilt Wirth. „Insofern bilden diese beiden Materialien ein ideales Doppel, wenn es um zukunftsträchtiges und nachhaltiges Bauen geht.“ Dennert plant, den Kongress im Steigerwald zu einer festen Institution zu machen.

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Schüco übernimmt Konkurrenten

Der deutsche Fensterhersteller Schüco erweitert seine internationalen Geschäfte und übernimmt die Soreg AG (Schweiz). Außerdem will man bei Sälzer einsteigen, heißt es.

Die deutsche Schüco International KG ist auf Wachstumskurs: Zum einen erwarb der deutsche Fensterhersteller kürzlich die Schweizerische Soreg AG, zum anderen will man sich beim Hochsicherheitsspezialisten Sälzer aus Marburg beteiligen.

Akquisen zur Stärkung von Unternehmensteilen

Mit den Zukäufen möchte sich Schüco an den Stellen verstärken, wo es besonderes Wachstumspotential sieht. Durch die Akquise der Soreg AG, die sich auf Kunststoff-Schiebeelemente spezialisiert hat, will Schüco das Geschäft mit glasfaser- (GFK) und kohlenstofffaserverstärkten (CFK) Materialien fördern. Diese Stoffe werden benötigt, um besonders dünne Fensterrahmen zu bauen. „Ein Trend in der Architektur geht in Richtung rahmenloser Transparenz. Mit den modernen Materialien können wir zukünftig die Bedürfnisse von Architekten und unseren Kunden noch besser erfüllen“, wird Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter von Schüco, zitiert.

Ein weiteres Ziel ist eine 40-prozentige Beteiligung bei Sälzer, einem Sicherheitsspezialisten aus Marburg. Das Unternehmen produziert Fenster, Türen und Fassaden, die Einbruch, Durchschuss, Explosion, Feuer und Rauch widerstehen können. Schüco selbst hat auch einen Standort in Marburg und will zukünftig eng mit Sälzer zusammenarbeiten und sein Portfolio bei Sicherheitsprodukten deutlich ausbauen.

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BASF-Gruppe startet gut ins Jahr 2018

Trotz leichter Umsatzrückgänge verzeichnete die deutsche BASF-Gruppe einen guten Start ins noch junge Jahr 2018, denn das operative Ergebnis wuchs im ersten Quartal klar.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwirtschaftete die deutsche BASF-Gruppe ein deutlich gestiegenes operatives Ergebnis, teilte der Chemie-Gigant auf seiner Hauptversammlung in Mannheim mit. So stieg das Ebit (engl. Eranings before interest and taxes, dt. operatives Geschäftsergebnis) um rund 70 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro (plus drei Prozent).

Wechsel in der Führungsspitze

Dabei verhagelten deutlich negative Währungseffekte von minus acht Prozent eine bessere Umsatzentwicklung, denn der BASF-Umsatz fiel im Vergleich zum ersten Quartal um 211 Millionen Euro auf 16,6 Milliarden Euro – für einen so großen Konzern ein verschmerzbarer Verlust. „Das erste Quartal 2018 verlief erfreulich, wir sind gut in das Jahr gestartet“, gab deshalb Dr. Kurt Bock zu Protokoll, der als BASF-Vorstandsvorsitzender die Zahlen präsentierte.

Gleich danach endete Bocks Zeit im Vorstand allerdings, denn bei den anschließenden Wahlen stellte er sich nach sieben Jahren als Vorstandsvorsitzender nicht mehr zur Verfügung – er soll 2020 den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen. Nachfolger wurde Dr. Martin Brudermüller, der seit 2006 dem Gremium angehört und bislang Stellvertreter Bocks war. Letztere Stelle übernimmt ab sofort Finanzvorstand Dr. Hans-Ulrich Engel.

Bauchemikalien schwächeln

Während man sich über das gute Gesamtergebnis freuen konnte, entwickelten sich manche Unternehmensteile allerdings weniger positiv. Darunter fielen auch die Bauchemikalien, die als „Construction Chemicals“ im Konzernsegment „Functional Materials & Solutions“ untergebracht sind. Ihr Geschäftsergebnis verschlechterte sich zwischen den ersten Quartalen 2017 und 2018 um drei Prozent.

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Energetische Gebäudesanierung: Bund darf Fehler nicht wiederholen

Die Deutsche Umwelthilfe sieht Handlungsbedarf bei der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Die Sanierungsrate müsse auf 2 Prozent jährlich erhöht werden.

In dem von Bundesfinanzminister Olaf Scholz am 2. Mai 2018 vorgelegten Haushaltsentwurf taucht, entgegen der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung nicht auf. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bewertet dies als besorgniserregenden Offenbarungseid. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert die Bundesregierung auf, umgehend ein Programm zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung auf den Weg zu bringen und die Sanierungsrate im Bestand von derzeit 0,8 Prozent auf mindestens 2 Prozent jährlich zu erhöhen.

„Wenn der Bundesfinanzminister diese im Koalitionsvertrag vereinbarte und für den Klimaschutz zentrale Maßnahme nicht in seinem Haushaltsentwurf verankert, dann zeigt er, dass er die klimapolitischen Versprechen der neuen Regierung schon nach wenigen Wochen im Amt entweder vergessen oder schon aufgegeben hat“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Klimaschutzziele nur durch Gebäudesanierung erreichbar

Die energetische Gebäudesanierung ist ein zentrales Element für die Energiewende und den Klimaschutz. Doch nur wenn die Sanierungsrate im Gebäudebestand von momentan 0,8 Prozent auf über 2 Prozent jährlich ansteigt, wird der Klimaschutz im Gebäudebereich erfolgreich sein.

„Bereits die beiden Vorgängerregierungen sind daran gescheitert, rechtzeitig die Weichen für die steuerliche Förderung zu stellen und damit einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen des Klimaschutzziels 2020 zu stellen“, so Müller-Kraenner weiter. „Die Vorbehalte der Länder, die steuerliche Förderung würde bei ihnen ein Haushaltsloch entstehen lassen, sind lange bekannt. Es ist an der Zeit, akzeptable Lösungen zur Gegenfinanzierung auf den Tisch zu bringen.“

Schließlich ist die steuerliche Förderung der Sanierungskosten nicht nur für große Wohnungsbaugesellschaften, sondern auch für private Eigenheimbesitzer ein wichtiger Anreiz, um eigene Investitionsmittel in die Hand zu nehmen. Der Startschuss dafür muss nun dringend fallen.

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Bauindustrie erwartet weiteres Umsatzwachstum

Für 2018 rechnet das deutsche Bauhauptgewerbe mit einem nominalen Umsatzwachstum von sechs Prozent. Haupttreiber der Baukonjunktur bleibt weiterhin der Wohnungsbau.

„Das deutsche Bauhauptgewerbe bewegt sich weiter auf Expansionskurs. Wir haben deshalb unsere Jahresauftaktprognose über die Entwicklung der baugewerblichen Umsätze im Bauhauptgewerbe von nominal vier auf sechs Prozent angehoben“, erklärte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dipl.-Ing. Peter Hübner, im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz zum Tag der Deutschen Bauindustrie. Bei stärker steigenden Preisen als 2017 dürfte dies einem realen Wachstum von zwei Prozent entsprechen. Für 2019 geht der Hauptverband von einem nominalen Umsatzplus in gleicher Höhe aus. Hübner: „Die Bauwirtschaft bleibt damit auch auf mittlere Sicht eine Stütze der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland“.

Treiber der Baukonjunktur bleibt auch 2018 der Wohnungsneubau: Hübner rechnet hier mit einem weiteren Anstieg der Fertigstellungszahlen auf 330.000 bis 340.000 Einheiten. Damit bleibe der Wohnungsneubau aber weiterhin hinter dem von CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag angepeilten Ziel von 375.000 Wohnungsfertigstellungen pro Jahr zurück. Fertigstellungszahlen in dieser Größenordnung ließen sich jedoch nicht von heute auf morgen realisieren. Die Bauwirtschaft brauche Zeit, ihre Kapazitäten an das stark steigende Nachfrageniveau anzupassen. Für den gesamten Wohnungsbau einschließlich der Modernisierung erwartet der Hauptverband ein Umsatzplus von nominal sieben Prozent.

Wirtschaftsbau holt auf

Der Wirtschaftsbau hat im vergangenen Jahr den Anschluss an den allgemeinen Bauaufschwung geschafft: „Der Investitionsstandort Deutschland – noch vor einigen Jahren als unattraktiv abgeschrieben – erlebt derzeit eine Renaissance“, ist Präsident Hübner überzeugt. Als positive Wachstumsfaktoren nannte Hübner die anhaltende Investitionsneigung des verarbeitenden Gewerbes, insbesondere der Industrie, die lebhafte Nachfrage nach Büroarbeitsplätzen, die vorsichtige Belebung beim Breitbandausbau sowie die Investitionsbereitschaft der Deutschen Bahn AG, die sowohl den Netzausbau als auch die Modernisierung ihrer Bahnhöfe vorantreibe. Der Hauptverband rechnet vor diesem Hintergrund für 2018 mit einem Umsatzplus von fünf Prozent.

Bauindustrie fordert Planungsbeschleunigungsgesetz

Im öffentlichen Bau profitiert die deutsche Bauwirtschaft derzeit von der Investitionswende des Bundes im Verkehrswegebau. Von 2014 bis 2017 seien die Verkehrsinvestitionen des Bundes von 10,3 auf gut 13,4 Milliarden Euro gestiegen. Für das laufende Jahr sei ein weiterer Aufwuchs der Investitionsmittel auf 14,2 Milliarden Euro vorgesehen, erläuterte Präsident Hübner. Finanzmittel stünden auf der Ebene des Bundes ausreichend zur Verfügung; es komme jetzt darauf an, diese Mittel auch in Projekte umzusetzen. In diesem Zusammenhang fordert Hübner von der Bundesregierung ein Planungsbeschleunigungsgesetz, um das deutsche Planungs- und Baugenehmigungsrecht von unnötigem Ballast zu befreien. Hübner: „Es kann nicht sein, dass wir für den Ersatzneubau einer Brücke ähnlich viel Zeit veranschlagen müssen, wie für einen Neubau auf der grünen Wiese“.

Dagegen stecken viele Kommunen weiterhin im Investitionsstau: Zwar hätten die Städte und Gemeinden in den vergangenen Jahren ihre Ausgaben für Baumaßnahmen erhöht, erklärte Präsident Hübner, dieser Zuwachs reiche jedoch nicht aus, um den anhaltenden Werteverzehr des öffentlichen Kapitalstocks zu bremsen. Hübner appellierte deshalb an den Bund, einen Investitionsfonds zugunsten struktur- und steuerschwacher Kommunen einzurichten. Der Bund müsse – trotz der vielen Entlastungen, die er in der vergangenen Legislaturperiode für die Kommunen auf den Weg gebracht habe – bei der Finanzierung der kommunalen Investitionen „im Boot bleiben“.

Dank der expansiven Investitionspolitik des Bundes erwartet der Hauptverband für den öffentlichen Bau insgesamt ein Umsatzplus von sechs Prozent.

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8 Tipps, mit denen Sie Ihren Betrieb online sichtbarer machen

„Das Örtliche“ hat auf seiner Homepage acht Tipps zusammengestellt, die Gewerbetreibende dabei unterstützen sollen, ihre Präsenz im Internet aufzubauen und zu verbessern.

Verbraucher nutzen bei der Unternehmenssuche heutzutage meist die Internetrecherche. Neben Neukunden trifft dies auch für Bestandskunden zu, die Kontaktdaten von Dienstleistern nachschlagen, mit denen sie bereits zusammengearbeitet oder von denen Sie schon ein Produkt oder eine Dienstleistung erworben haben. Wer dann als Unternehmen nicht in den Suchresultaten auftaucht, bekommt auch keinen Auftrag. Wie man im Internet präsenter werden kann, zeigen die folgenden Tipps.

  1. Nutzen Sie Verzeichnisdienste für eine schnelle Sichtbarkeit

Ein Eintrag in einem Verzeichnisdienst verschafft Ihnen eine erste Anlaufstelle im Web und ist auch mobil und per App auffindbar. Wer Top-Positionen bucht, steht bei der Suche im Verzeichnisdienst ganz oben. Der Vorteil: Sie sind mit geringem Kosten- und Zeitaufwand schnell sichtbar.

  1. Erstellen Sie ein Unternehmensprofil in Social-Media-Communities

Ein eigener Social-Media-Auftritt, wie z. B. eine Facebook-Seite, ist schnell erstellt und ein weiteres virtuelles Aushängeschild für Ihr Unternehmen. Sie verschafft Ihnen zudem direkten Kontakt zur Zielgruppe, ohne dass Sie sehr viel Aufwand betreiben müssen. Zwei oder drei Postings pro Woche reichen für den Anfang.

  1. Bauen Sie Ihre eigene Webseite auf

Eine eigene Webseite ist heute das Herzstück in der digitalen Selbstvermarktung. Hier haben Sie alle Zügel selbst in der Hand. Das Minimum ist eine digitale Visitenkarte, also eine Startseite mit Ihren Kontaktdaten. Beschreiben Sie am besten auch Ihre Dienstleistung, Ihre Produkte oder stellen Sie Kundenprojekte vor, die Sie erfolgreich abgeschlossen haben. Wichtig: Die Seite sollte professionell aussehen und mobiloptimiert sein.

  1. Belegen Sie die Keywords, nach denen Ihre Kunden suchen

Bei der Online-Suche nach Unternehmen verwenden Verbraucher stets bestimmte Schlagwörter bzw. Keywords. Finden Sie die zu Ihrem Gewerk passenden Keywords und verwenden Sie sie auf Ihrer Webseite, im Eintrag beim Verzeichnisdienst, bei Google AdWords oder auch in Ihren Inseraten.

  1. Liefern Sie die Infos, die Ihr Kunde braucht

Eine Studie von Das Örtliche zeigt, was Usern bei der Suche nach Unternehmen wichtig ist: Darunter fallen Basics wie Adressdaten, Infos zu den Leistungen und Produkten, verfügbare Parkplätze oder Öffnungszeiten. Ebenfalls wichtig sind den Befragten aber zum Beispiel auch Informationen zu den Qualifikationen des Dienstleisters (zum Beispiel Meisterausbildung, Urkunden), Markennamen verwendeter Produkte, Bezahlmöglichkeiten sowie Bewertungen von anderen Kunden.

  1. Fördern Sie Bewertungen zu Ihrem Unternehmen

Laut einer Studie von Greven Medien sind Kundenbewertungen der wichtigste Kaufimpuls für die Deutschen. Rund zwei Drittel aller Bundesbürger erkundigen sich vor einer verbindlichen Kaufentscheidung zunächst nach Bewertungen im Netz. Verlinken Sie deshalb zu bekannten Bewertungsportalen, die für Ihren Bereich relevant sind, um aktiv Bewertungen zu fördern oder holen Sie Stimmen von Ihren Kunden für Ihre Webseite ein.

  1. Zeigen Sie, dass Sie ein Experte auf Ihrem Gebiet sind

Sie arbeiten seit langer Zeit in Ihrem Job und haben Ihren Beruf von der Pieke auf gelernt. Zeigen Sie also, was Sie können: Ein schönes Foto von einem vollendeten Projekt, ein Video von einer typischen Arbeit, ein Zertifikat, das Sie erworben haben. Teilen Sie Informationen und News rund um die Entwicklungen und Neuerungen in Ihrer Branche, die für Ihre Kunden von Belang sein könnten.

  1. Vernetzen Sie sich mit anderen Unternehmern

Nutzen Sie Ihr Netzwerk an Geschäftspartnern und Dienstleistern, mit denen Sie arbeiten, doch auch für die Vermarktung: Verlinken Sie sich gegenseitig auf der Webseite, in Ihren Social-Media-Accounts oder legen Sie Broschüren im Geschäft des Partners aus. Empfehlen Sie sich gegenseitig, denn Mund-zu-Mund-Propaganda hat eine hohe Glaubwürdigkeit.

 

Über Das Örtliche:

Das Örtliche wird von Deutsche Tele Medien und 93 Verlagen Das Örtliche gemeinschaftlich herausgegeben. Die Herausgebergemeinschaft gewährleistet, dass die vielfältigen Inhalte von Das Örtliche den Nutzern als Buch, online und mobil über www.dasoertliche.de sowie u.a. als Apps für Smartphones und Tablets zur Verfügung stehen und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Im Jahr 2017 verzeichneten die Produkte von Das Örtliche medienübergreifend ca. 1,4 Milliarden Nutzungen*. Die Wortmarke Das Örtliche ist im Markenregister für die Das Örtliche Zeichen-GbR eingetragen und kennzeichnet u.a. neben der typisch blau-weißen Farbkombination alle Produktausprägungen in sämtlichen Medien.

*Quelle: GfK Studie zur Nutzung der Verzeichnismedien 2017; repräsentative Befragung von mehr als 15 Tsd. Personen ab 16 Jahren

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Neuer Vorsitzender bei der DGfM

Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) hat einen neuen Vorsitzenden: Dr. Hannes Zapf folgt auf Dr. Hans Georg Leuck, der Ehrenvorsitzender wird.

Wechsel an der Spitze: Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) wird ab sofort von Dr. Hannes Zapf geführt. Der fränkische Unternehmer wurde auf der Mitgliederversammlung des Verbands, der sich politisch für die Interessen der deutschen Mauerstein-produzierenden Industrie einsetzt, zum Nachfolger von Dr. Hans Georg Leuck gewählt.

Leuck war 14 Jahre lang Vorsitzender der DGfM und hat sich in dieser Rolle dafür eingesetzt, das in Deutschland mehr gebaut wird. Er habe „immer deutliche Worte gefunden, um der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik mit klaren Forderungen ins wohnungsbaupolitische Gewissen zu reden“, ehrte Zapf seinen Vorgänger, der von den Mitgliedern als Ehrenvorsitzender bestimmt wurde.

Zapf will nun die Arbeit von Leuck weiter fortführen und in der Politik Stimmung für mehr Bauprojekte und die Schaffung von Wohneigentum machen. „Deutschland ist noch längst nicht gebaut. Wohnungsbau wird immer gebraucht“, erklärte er in seiner Antrittsrede. Neben Zapf wurde Lorenz Bieringer als stellvertretender Vorsitzender gewählt, im Vorstand sitzen außerdem Heinz-Jakob Holland, Guido Runkel und Patrik Polakovic.

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BUND entwirft Fahrplan zum Kohle- und Atomausstieg

Plädoyer für regenerative Energien: Der BUND fordert die Abschaltung aller deutschen Kohle- und Atomkraftwerke und hat dafür einen konkreten Fahrplan bis 2030 vorgelegt.

Kohle- und Kernkraftwerke sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil des deutschen Strommix, doch werden sie wegen ihrer Umweltbelastung zunehmend kritisch gesehen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat deshalb nun einen konkreten Plan vorgelegt, wie die Bundesrepublik bis 2030 aus beiden Energieträgern aussteigen könnte, ohne Versorgungsengpässe zu erleiden.

„Abschaltplan“ für die BRD

Im Mittelpunkt stehen dabei in erster Linie die kritischen Jahre 2020 und 2023. Zum ersteren Zeitpunkt muss Deutschland sein Klimaziel erreichen, für das die dreckigsten Kohlkraftwerke vom Netz gehen müssten, und für 2023 ist der deutsche Atomausstieg festgelegt, der nach der Katastrophe in Fukushima beschlossen wurde. Damit sind die Eckdaten der Kraftwerksabschaltungen festgelegt, glaubt der BUND. Bis 2030 soll ganz auf Kohle und nukleare Energie verzichtet werden können, auch weil ab dann die Kohleverstromung durch das das Pariser Klimaschutzabkommen komplett verboten ist.

Ein Argument der Umweltschützer ist der Überschuss, den deutsche Kraftwerke derzeit erzeugen. „Deutschland hat im ersten Quartal 2018 im Durchschnitt die Stromproduktion von fünf großen Kraftwerken exportiert. Allein vor diesen Hintergrund erstaunt es, dass die neue Bundesregierung sich nicht auf die kurzfristige Stilllegung der klimaschädlichsten Kohlekraftwerke verständigt hat“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Wir wollen mit unserer Analyse zeigen, dass viel mehr möglich ist, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.“

BUND setzt auf Wind- und Sonnenenergie

Geleitet vom Pariser Klimaschutzabkommen plädiert der BUND dafür, möglichst bald mit dem Umstieg auf regenerative Energien zu beginnen. Insbesondere Wind und Photovoltaik hat er als Energieträger im Auge. „Es geht darum, die Erneuerbaren Energien engagiert weiter auszubauen und die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Energiewende, die im Wesentlichen auf Windenergie und Photovoltaik basiert, zu schaffen“, resümierte Weiger.

Darüber hinaus will der BUND den Ausbau von lokaler Energieversorgung durch KWK-Anlagen vorantreiben, den deutschlandweiten Stromverbrauch senken und das Stromnetz intelligenter steuern.

BDEW widerspricht BUND-Plan

Kaum überraschend widersprachen die deutschen Energieunternehmen und Kraftwerkbetreiber der Planung des BUND. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sprach von nicht nachvollziehbaren Berechnungen. Vor allem die Rechnung von Überschussproduktion und deren Ausgleich durch andere EU-Staaten lehnte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer ab. „Die heute noch bestehenden Überkapazitäten werden in wenigen Jahren nicht nur vollständig abgebaut sein. Vielmehr laufen wir sehenden Auges spätestens im Jahr 2023 in eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung“, sagte er.